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Faust Test Fragen

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Im Folgenden erhältst du einige Beispielaufgaben und Lösungsansätze zu Goethes Tragödie Faust (auch Faust 1 genannt). Der Artikel soll dir helfen, dich sehr gut auf deine nächste Klausur vorbereiten zu können, damit du mögliche Prüfungsfragen in vollem Umfang beantworten kannst. Die Beispielaufgaben decken alle klausurrelevanten Themengebiete ab.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Szenenanalyse

Analysieren Sie die Szene „Kerker“. Gehen Sie dabei auf die Personenkonstellation zwischen Faust, Mephisto und Margarete ein. Arbeiten Sie zusätzlich die formalen Aspekte der Szene heraus.

Lösungsansätze

  • In der letzten Szene kommt es zur Tragödie, in deren Zentrum Margarete steht. Dabei bezahlt sie für ihre Affäre mit dem Leben.

  • Gretchen wurde zum Tode verurteilt, da sie im Wahn das gemeinsame Kind von Faust in einem Brunnen ertränkt hatte. Faust gelangt zu Gretchen und versucht sie aus dem Kerker zu befreien.

  • Gretchen ist überglücklich, Faust zu sehen, weigert sich jedoch zu fliehen, da sie sich ihrer Schuld bewusst wird. Als Mephisto hinter Faust auftaucht, ergibt sich Gretchen vor Schreck ihrem Schicksal und bittet Gott um Vergebung (V. 4605).

  • Mephisto drängt Faust zur Flucht aus dem Gefängnis. Die beiden lassen Gretchen zurück.

  • Fausts Gefühle für Gretchen sind erloschen – er liebt sie nicht mehr (V. 4495).

  • In ihrem Lied thematisiert Gretchen den Kindesmord und ihre Schuldgefühle (V. 4412 – 4420). Sie macht auch indirekt Faust Vorwürfe, da sie ihm nicht verzeihen kann, dass er sie im Stich gelassen hat. Außerdem wird ihr beim Aufeinandertreffen mit ihm bewusst, dass er ihren älteren Bruder Valentin ermordet hat. Sie spricht davon, dass beide für den Tod der Mutter verantwortlich sind (V. 4507 – 4517).

  • Faust spricht sie zum ersten und einzigen Mal in der Tragödie direkt mit Namen an (V. 4460).

  • Sie distanziert sich von Faust und wendet sich von ihm endgültig ab (V. 4610).

  • Mephisto spricht davon, dass Gretchen gerichtet sei (V. 4611). Dabei handelt es sich um ihren Körper. Ihre Seele ist aber durch die Aussage einer Stimme von oben (Gott) gerettet (V. 4612).

  • Faust spricht meist in regelmäßigen Versen, die sich reimen. Als er vor dem Kerker zögert, offenbart sich seine innere Gefühlswelt durch unregelmäßige Verse (V. 4409 – 4411). Margarete ist dem Wahnsinn verfallen – das spiegelt sich in unregelmäßigen Versen (ein- bis fünfhebiges Versmaß) wider. Sie spricht reimlos, woraus sich ihre Angst und Verzweiflung ableiten lässt.

  • Margaretes Redeanteile dominieren ganz klar die Szene. Der Gelehrte Faust hat eher eine untergeordnete Rolle. Mephisto hat fast gar keinen Anteil an der Szene. Sein Redeanteil begrenzt sich auf nur 7 Zeilen.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Charakterisierung

Geben Sie eine Charakterbeschreibung des Gelehrten Heinrich Faust. Gehen Sie dabei auf die Besonderheiten der sog. „Gelehrtentragödie“ ein. Welche Rolle spielt der Teufelspakt?

Lösungsansätze

  • Dr. Heinrich Faust ist ein humanistischer Gelehrter von ca. 50 – 60 Jahren. Über Jahrzehnte hinweg hat er sich in Studien mit der Philosophie, Religion, Medizin und Rechtswissenschaft befasst.

  • Er hat sowohl sein Alltagsleben als auch die Natur ignoriert und sich sein Leben lang nur der Wissenschaft gewidmet und in Büchern vergraben.

  • Faust erlebt zu Beginn der Tragödie eine existenzielle Sinneskrise, da er durch seine Studien keine Erkenntnisse darüber erfahren konnte, was die Welt in ihrem Innersten zusammenhält.

  • Er wendet sich der Natur zu, indem er das Zeichen des Makrokosmos studiert und anschließend den Erdgeist beschwört. Der Erdgeist distanziert sich aber vom Gelehrten und wirft ihn damit in eine noch tiefere Sinneskrise. Dies beschreibt den Beginn der Gelehrtentragödie.

  • Faust ist innerlich zerrissen, in seiner Brust leben zwei Seelen – die eine möchte die körperliche Existenz bejahen, indem sie sich dem sinnlichen Leben hingibt, die andere Seele strebt nach einer geistigen Erleuchtung, möchte gottgleich sein.

  • Faust hat – ganz nach dem Leitmotiv der Stürmer und Dränger (Literaturepoche) – einen sehr starken Tatendrang, was in seiner Übersetzung des Johannes-Evangeliums deutlich wird, da er das „Wort“ (Am Anfang war das Wort) mit „Tat“ übersetzt.

  • Er glaubt nicht mehr daran, in seinem Leben Verwirklichung und Glückseligkeit zu finden, weshalb er sich in seiner Verzweiflung mit Mephisto verbündet. Gleichzeitig wendet er sich mit dem Teufelspakt von der Wissenschaft ab.

  • Der Pakt wird also durch Faust in eine Wette umgewandelt. Faust sichert sich eine mögliche Rettung, denn bei einem herkömmlichen Pakt würde Fausts Seele in jedem Fall in die Hölle kommen. Durch einen Sieg der Wette wird der Gelehrte jedoch jeglicher Verpflichtung gegenüber dem Teufel entbunden. Dieser Umstand hat vor allem einen dramaturgischen Effekt, denn die Geschichte ist für den Leser durchaus spannender, wenn Fausts Rettung am Ende offenbleibt.

  • Nachdem er magisch verjüngt und sexuell stimuliert wurde, verliebt er sich in Margarete, ein schüchternes Mädchen von 14 Jahren und möchte sie so schnell wie möglich ins Bett bekommen. Dazu erpresst er sogar Mephisto und droht ihm, den gemeinsamen Pakt aufzulösen, sollte Mephisto ihm nicht helfen.

  • Faust findet jedoch keine wirkliche Erfüllung in der Liebe zu Gretchen. Er ist unfähig sich zu binden und es hat den Anschein, dass er nur auf ein kurzes Vergnügen mit ihr aus ist.

  • Für kurze Zeit erlebt Faust die von ihm erhoffte Symbiose mit der Natur (In der Szene Wald & Höhle), wird aber vom Teufel dazu gedrängt, seinem sexuellen Verlangen nach Gretchen nachzugehen.

  • In dieser Szene zeigt sich Fausts Egoismus, da er – obwohl er sich vollkommen im Klaren darüber ist, dass seine Verbindung zu Gretchen diese ins Unheil stürzen wird – trotzdem seine sexuellen Triebe mit ihr ausleben möchte.

  • Faust geht es nicht um seine Liebe zu Gretchen, sondern um das Liebesgefühl per se. Dazu nimmt er sogar in Kauf, dass Gretchens Mutter, ihr Bruder, das gemeinsame Kind und schließlich Gretchen selbst umkommen.

  • Sein schlechtes Gewissen treibt ihn am Ende zu dem Versuch, Gretchen aus dem Kerker zu befreien, doch er scheitert, da sich Gretchen von ihm distanziert und ihre Erlösung durch Gott findet.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Dramenrezeption

Beschreiben Sie die Bedeutung des Werkes Faust. Der Tragödie Erster Teil für die deutsche Literatur. Gehen Sie dabei auf die sprachlichen Besonderheiten des Werks ein und setzen Sie wichtige Szenen in einen Kontext zur Rezeptionsgeschichte.

Lösungsansätze

  • Goethes Faust ist das bedeutendste Werk der deutschen Literatur.

  • Es spricht viele grundsätzliche Themen zu Religion, Politik und Wissenschaft an – gleichzeitig bietet die Tragödie dadurch auch unzählige Interpretationsmöglichkeiten.

  • Seit über 200 Jahren wird Goethes Werk thematisiert, dabei richten sich die Ansätze zumeist an den gesellschaftlichen und historischen Trends und bieten unendliches Potential – ob in der Kunst, Musik, im Theater oder als Schullektüre.

  • Das Werk ist in einigen Zügen an ein 5-Akt-Schema angelehnt. Die Prologe und Fausts Monolog über seine Sinneskrise bilden die Exposition (Einführung). Bis zur Hexenküche erfolgt die steigernde Handlung, die ihren Höhepunkt in der Begegnung und Liaison zwischen Faust und Margarete findet (Peripetie). Das retardierende Moment entsteht durch den Tod der einzelnen Familienmitglieder Margaretes und die uneheliche Schwangerschaft. Die Katastrophe erfolgt mit der Verurteilung Gretchens.

  • Faust. Der Tragödie Erster Teil bietet viele verschiedene Spracherscheinungen. Die Verwendung von Prosa (freier Rede) findet sich nur in einer einzigen Szene (Trüber Tag. Feld) – ansonsten ist die Tragödie in Versen verfasst und enthält unter anderem Knittel- und Madrigalverse.

  • Mephisto offenbart sich Faust im Zuge seiner Sinneskrise. In Gestalt eines Pudels hatte er sich in Fausts Studierzimmer eingeschlichen – dessen Sehnsucht nach den sinnlichen Welterfahrungen beschwört den Teufel herauf: „Das also war des Pudels Kern!“.

  • Der Teufelspakt bildet den zentralen Kern der Geschichte. Mephisto verspricht Faust die Glückseligkeit im Augenblick, die Bewältigung seiner Sinneskrise, wenn dieser ihm wiederum im Tod seine Seele übergibt: „Werd ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! du bist so schön! / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zugrunde gehen!“

  • Die Gretchenfrage hat sich im deutschen Volksmund durchgesetzt und fragt nach den Ansichten und der Gesinnung des Gegenübers. Für Faust sind Glaube und Gott Konzepte, mit denen er nicht wirklich etwas anfangen kann. Er verneint sie nicht, bekennt sich aber auch nicht vollständig zu ihnen. Deshalb haben Gretchenfragen heute eher einen peinlichen Charakter, da sie entlarvend sein könnten.

  • Insgesamt gelang es Goethe in seinem Faust. Der Tragödie Erster Teil neue Maßstäbe in Hinblick auf die Komplexität der Geschichte und der sprachlichen Variationen zu setzen. Die Popularität des Faust-Stoffs wurde immens gesteigert und etliche Schriftsteller und Dichter veröffentlichten nachträglich auf Goethes Werk aufbauende Schriften.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Szenen- und Themenanalyse

Analysieren Sie den Eingangsmonolog Fausts in der Szene „Nacht“. Was für ein Bild des Gelehrten Faust wird hier gezeichnet? Beschreiben Sie die innere Zerrissenheit, die ihn schließlich zum Teufelspakt animiert.

Lösungsansätze

  • Der Eröffnungsmonolog beklagt Faust seinen inneren Zustand der Verzweiflung, da ihn seine langjährigen Studien in den damals wichtigsten Studienrichtungen Medizin, Religion, Rechtswissenschaften und Philosophie keine Erkenntnisse darüber liefern konnten, „was die Welt/ Im Innersten zusammenhält“ (V. 382 – 383).

  • Damit beginnt die Gelehrtentragödie und das eigentliche Drama.

  • Es geht Faust nicht nur um seinen eigenen Zweck auf der Welt. Vielmehr möchte er die Ganzheit des Universums verstehen.

  • Die ersten Verse sind hochemotional und daher unregelmäßig: „Habe nun, ach! Philosophie, / Juristerei und Medizin, / Und leider auch Theologie! / Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. / Da steh ich nun, ich armer Tor! / Und bin so klug als wie zuvor;“ (V. 354 - 359). Dabei handelt es sich um Knittelverse.

  • Nachdem Faust versucht hatte, durch die Betrachtung des Makrokosmos (in der das Weltall und seine Ordnung dargestellt sind) neue Erkenntnisse zu erhalten, entscheidet er sich für seine Sinnessuche für die Anwendung heidnischer Magie.

  • Sie stellt für ihn ein weiteres Mittel dar, um zu einer Art Erleuchtung zu gelangen: „Drum hab ich mich der Magie ergeben, / Ob mir durch Geistes Kraft und Mund / Nicht manch Geheimnis würde kund;“ (V. 377 – 379).

  • In der Szene wird sich aber herausstellen, dass auch dieser Versuch scheitert. Der Erdgeist ist die Personifikation der Natur, des irdischen Lebens. Faust versucht, dem Geist auf Augenhöhe zu begegnen, wird aber zurückgewiesen und scheitert. Er scheitert sogar so fundamental, dass Faust in eine noch tiefere Sinneskrise geworfen wird.

  • Faust scheitert in dreifacher Hinsicht – als Wissenschaftler, als Beobachter des Weltganzen und zuletzt als Geisterbeschwörer.

  • Ihm ist aber auch klar, dass der wissenschaftliche Erkenntnisdrang den Menschen nicht vollends erfüllen kann, die sinnlichen Triebe müssen durch körperliche Hingabe ebenfalls befriedigt werden.

  • Der Teufel nutzt Fausts Umstand, seine Sinneskrise und Suche nach Erfüllung, um ihn vom rechten Weg zu bringen. Es kommt zum berühmten Teufelspakt. Mephisto verspricht Faust die Glückseligkeit im Augenblick, die Bewältigung seiner Sinneskrise, wenn dieser ihm wiederum im Tod seine Seele übergibt.

  • Der Teufel wird vor allem versuchen, Faust durch das Näherbringen sinnlicher Erfahrungen zu verführen. Sein Ziel ist die Befriedigung der menschlichen Triebe, keine Erkenntnis durch Wissenschaft – in diesem Versuch ist der Gelehrte bereits gescheitert.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Literarische Hintergründe

Welche literarischen Epochen lassen sich in dem Werk erkennen? Gehen Sie mit ausgewählten Beispielen vor und beschreiben sie die Beziehung der Epochen untereinander.

Lösungsansätze

  • Das Besondere an Faust ist die Verbindung von den literarischen Strömungen des Sturm und Drang, der Weimarer Klassik, der Romantik, der Aufklärung und sogar des Mittelalters.

  • In der Tragödie finden sich typische Merkmale der Epoche des Sturm und Drang. Die einzige Szene, die in Prosa verfasst wurde (Trüber Tag. Feld) stellt Fausts emotionale Gefühlswelt sehr deutlich dar und ist geprägt von emotionalen Ausrufen und pathetischen Aussagen. Die zahlreichen Ausrufezeichen machen den exzessiven Charakter der Szene deutlich.

  • Die zentralen Begriffe Seele, Herz und Gefühl werden von Goethe in der Tragödie kontinuierlich eingesetzt und knüpfen an typische Sturm und Drang-Dramen an.

  • Auch die auftauchenden Lieder bilden typische Charakteristika des Sturm und Drang.

  • Die Verwendung von Versen und verschiedenen Reimschemata bilden den Übergang zur Weimarer Klassik.

  • Die Hinwendung zum Mythischen und Traumhaften, die Macht der sexuellen Triebe und das Auftreten von magischen Gestalten wie Geistern, Hexen und dem Teufel selbst sind Merkmale der Romantik.

  • Merkmale der Aufklärung finden sich in der Vernunftorientierung und Erkenntnissuche Fausts. Der vernunftbegabte Mensch stand in Zeiten der Aufklärung im Mittelpunkt. Das bürgerliche Trauerspiel um die verlorene Unschuld Gretchens sind auch ein typisches Merkmal dieser Literaturepoche.

  • Die Szenen Prolog im Himmel, Auerbachs Keller, Hexenküche und Walpurgisnacht enthalten mit ihrer starken Religiosität, ihrem Spektakel und ihrer Schroffheit Elemente der Literatur des Mittelalters.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Dramenstruktur und Sprache

Warum handelt es sich bei Faust um ein offenes Drama? Welche Versformen lassen sich im Werk erkennen. Gehen Sie kurz auf Besonderheiten der Verslehre ein.

Lösungsansätze

  • Die Tragödie lehnt sich in einigen Teilen an das klassische aristotelische Drama an, ist aber von der Struktur her eher ein offenes Drama.

  • Die Einheiten von Zeit, Raum und Handlung werden nicht eingehalten. Die Ständeklausel findet hier keine Verwendung.

  • So erstreckt sich die Handlung der Tragödie über einen längeren Zeitraum, es gibt viele Ortswechsel innerhalb der Geschichte und es gibt mehrere Handlungsstränge (Gelehrtentragödie und Gretchentragödie). Die handelnden Personen sind nicht dem Adel zuzuordnen (die Menschen kommen eher aus dem Bürgertum) und es treten viele Nebencharaktere auf.

  • In der Tragödie wechseln sich viele verschiedene Vers- und Gedichtformen ab, die in ihren metrischen Formen sehr viel Lebendigkeit und Emotionalität bei den Charakteren erzeugen.

  • Die Versmaße wechseln sich energisch ab, wobei die Übergänge fließend sind, was eine eindeutige Bestimmung erschwert.

  • Bei den Reimschemata agiert Goethe sehr frei – so gibt es viele unreine Reime (nicht reimend).

  • Die vorkommenden Lieder sind ebenfalls in Reimform verfasst. Diese kommen meistens in der magischen Sphäre vor, werden also von magischen Gestalten (Hexen, Geister) gesungen. Um Margaretes Charakter und Herkunft aus der unteren bürgerlichen Schicht zu untermauern, hat Goethe auch für ihre Figur einige lyrische Strophen verfasst (u.a. in der Szene Gretchens Stube). Dies soll vor allem ihre Gefühlswelt verdeutlichen.

  • Madrigalvers ist ein freier Vers, d.h. es können Jamben (Versfuß aus einer kurzen, unbetonten und einer folgenden, langen, betonten Silbe) oder Trochäen (Versfuß aus einer langen, betonten und einer folgenden, kurzen, unbetonten Silbe) vorkommen, die auch unterschiedliche Längen haben. Es gibt kein festes Reimschema, weshalb auch unreine Reime vorkommen können. Die Wirkung soll einen leichten, flüssigen und lockeren Ton vermitteln. Bei Mephisto soll z.B. auch dadurch ein scharfer, parodierender Sprechstil verdeutlicht werden.

  • Knittelvers ist ein vierhebiger Vers, bei dem die Silbenzahl schwankend ist. Das Reimschema ist das eines Paarreims (zwei aufeinanderfolgende Zeilen müssen sich reimen). Die Wirkung soll einen bürgerlichen, aber auch heftigen Ton vermitteln. Bei Faust soll dadurch z.B. seine innere Unausgeglichenheit verdeutlicht werden.

  • Blankvers ist ein Vers, der aus einem reimlosen, fünfhebigen Jambus besteht. Die Wirkung soll einen ernsten und ruhigen Ton vermitteln. In der Tragödie kommt der Blankvers nur an einer einzigen Stelle vor (Wald & Höhle).

  • Freie Rhythmen sind Verse, die metrisch ungebunden und reimlos sind. Die Länge der Verse folgt keiner bestimmten Regelung, tragen aber einen merklichen Rhythmus. Die Wirkung soll einen emotionalen und empathischen Ton vermitteln.

  • Alexandriner ist ein Vers, der aus einem regelmäßigen sechshebigen Jambus besteht. Nach der dritten Silbe erfolgt eine Zäsur (Sprechpause). Das Reimschema besteht aus Paar- oder Kreuzreimen. Die Wirkung soll einen feierlichen, fast schon großspurigen Ton vermitteln.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Zentrale Motive

Beschreiben Sie die Gretchentragödie. Welche strukturellen Besonderheiten hat dieser Handlungsstrang. Setzen Sie ihn in Kontext zur gesamten Handlung.

Lösungsansätze

  • Die beiden Handlungsstränge (Gelehrtentragödie und Gretchentragödie) verlaufen parallel und ergänzen sich gegenseitig.

  • Dabei folgt die Gelehrtentragödie dem Aufbau eines Stationendramas. Im Fokus stehen Faust und Mephisto als Hauptpersonen und führen die Handlung anhand stetig wechselnder Schauplätze voran. Dabei symbolisieren die einzelnen Stationen (Szenen) im übertragenen Sinn die innere Entwicklung Fausts.

  • Die Gretchenhandlung hat den Aufbau eines klassischen Dramas und bildet einen Teil der Gelehrtentragödie. Die Begegnung der beiden bildet die Exposition, wobei die anschließende Annäherung der Liebenden die steigende Handlung beschreibt. Den Höhepunkt bildet Marthens Garten und die nicht explizit in einer Szene dargestellte sexuelle Vereinigung. Die fallende Handlung setzt sich mit dem Tod der Familienmitglieder Gretchens fort und endet in der Katastrophe (Kerker).

  • Mit der Gretchentragödie kritisiert Goethe die bürgerliche Gesellschaft. Der Kindesmord als Verzweiflungstat steht am Ende eines sozial geächteten Mädchens. Die Gesellschaftskritik wird mit der Gretchentragödie symbolisiert. Margarete scheitert auf tragische Weise an dem Versuch, ein würdiges Dasein als unverheiratete Mutter zu führen, da ihr dies die Gesellschaft verbietet. In der letzten Szene ist ein innerer Reifeprozess erkennbar, da sie sich einer höheren Moralvorstellung verpflichtet.

  • Während ihrer Zeit mit Faust erlebt das Mädchen eine Entwicklung, die sie von einem Mädchen mit einem reinen Gewissen zu einer wahnsinnig gewordenen Sünderin werden lässt, die sich des Kindsmordes schuldig macht. Ihre Seele wird zwar errettet, der physische Tod stellt jedoch am Ende der Tragödie die Katastrophe des klassischen Dramas dar.

Faust, Beispiel Klausuraufgabe: Entstehungsgeschichte

Beschreiben Sie Goethes Schaffungsprozess. Warum ist der Faust-Stoff negativ befangen?

Lösungsansätze

  • Goethe arbeitete über 60 Jahre an Faust - wobei auch viele Schaffenspausen zwischendurch eingelegt wurden.

  • Die Geschichte Fausts basiert auf einer realen Lebensgeschichte. Über den historischen Faust gibt es wenig überlieferte Dokumente, man weiß aber, dass er einen naturwissenschaftlichen und medizinischen Hintergrund hatte.

  • In der Historia von D. Johann Fausten (anonymer Autor) von 1587 wurden die Gerüchte aufgenommen, wonach Faust mit dem Teufel kollaborierte. Er wird als Gelehrter und Magier dargestellt. Mit diesem Volksbuch setzte sich sein Ruf als Ketzer und Paktier des Teufels vollends durch – die literarische Gestalt des Faust war geboren.

  • Die Kirche sah im Wechsel von Mittelalter zur Neuzeit das eigene Weltmonopol als gefährdet, weshalb alles darangesetzt wurde, der menschlichen Neugierde eine gewisse Drohkulisse anzukreiden. Die Realität des Teufels war für die Menschen ein wichtiges Thema, da ihr Alltag religiös geprägt war und die Kirche die wichtigsten Bereiche des öffentlichen sowie privaten Lebens regelte.

  • Der junge Goethe wurde höchstwahrscheinlich mit der Puppenspielfassung des Dramas von Christopher Marlowe konfrontiert. Man geht davon aus, dass sich Goethe ab 1770 intensiv mit dem Faust-Stoff auseinandersetzte und seine Arbeit fünf Jahre später im Urfaust vorerst einen Abschluss fand.

  • Seine Freundschaft zu Schiller brachte Goethe dazu, sich nach einer mehr als zehnjährigen Schaffenspause wieder mit dem Faust-Stoff auseinanderzusetzen.

  • 1808 wurde der Tragödie Erster Teil veröffentlicht und avancierte zu einem sehr großen Erfolg.

  • 1832 wurde - kurz nach Goethes Tod – die Fortsetzung Faust. Der Tragödie Zweiter Teil veröffentlicht, an deren Ende der literarische Faust erstmalig Erlösung findet und seine Seele in den Himmel fährt.

  • Er setzte zahlreiche neue Aspekte um und orientierte sich unter anderem auch an seiner vorherigen Tätigkeit als Jurist in Frankfurt.

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