Select your language

Suggested languages for you:
Log In App nutzen
StudySmarter - Die all-in-one Lernapp.
4.8 • +11k Ratings
Mehr als 5 Millionen Downloads
Free

Faust Zusammenfassung

Save Speichern
Print Drucken
Edit Bearbeiten
Melde dich an und nutze alle Funktionen. Jetzt anmelden
X
Illustration Du hast bereits eine Erklärung angesehen Melde dich kostenfrei an und greife auf diese und tausende Erklärungen zu
Deutsch

Die Inhaltszusammenfassung zu Goethes Faust bietet Dir einen detaillierten Überblick über den Aufbau der Erzählung, die wichtigsten Szenen und mögliche Deutungsansätze.


  • Der Gelehrte Heinrich Faust hat sein Leben den wissenschaftlichen Studien verschrieben und erlebt eine schwere Sinneskrise. Denn er konnte trotz seines Wissens keine absolute Erkenntnis über die Welt gewinnen.
  •  Nach einem gescheiterten Suizidversuch trifft Faust auf Mephisto und geht mit ihm einen Pakt ein.
  •  Mephisto verspricht Faust Glückseligkeit und Erfüllung im Austausch für seine Seele. Faust willigt ein und gemeinsam brechen sie zu einer Reise auf.
  •  Die beiden reisen in eine Hexenküche, in der Faust durch Magie verjüngt und sexuell stimuliert wird. 
  •  Kurz darauf begegnet Faust Margarete, in die er sich Hals über Kopf verliebt.
  •  Faust schafft es mithilfe von Mephistos Einwirken, das Mädchen zu erobern und die beiden verbringen gemeinsam eine Liebesnacht, in deren Folge Gretchen schwanger wird. 
  •  Mephisto führt Faust zum Blocksberg, an dem ein Hexensabbat stattfindet. 
  •  Gretchen wurde von Faust allein gelassen und sieht ihren einzigen Ausweg aus der sozialen Ächtung in der Ermordung ihres neugeborenen Kindes. 
  •  In der letzten Szene versucht er sie aus dem Kerker zu befreien, das Mädchen distanziert sich jedoch von ihrem ehemaligen Geliebten und begibt sich in die Obhut Gottes, in der sie Erlösung findet. 



Faust Zusammenfassung, Illustration Gelehrtentragödie und Gretchentragödie, alle Szenen, Osterspaziergang, Wald und Höhle, Mephisto, Gretchen, StudySmarterFaust 1: Überblick über die Gelehrten- und Gretchentragödie

 


Faust, erster Prolog: Zueignung


  • Im ersten Prolog erzählt das lyrische Ich (Goethe) vom Schaffungsprozess des Dramas und den Gefühlen, die es zur Zeit des Schreibens verspürte.


Das lyrische Ich spricht die Figuren des Stücks direkt an und beschreibt, dass es sich zwar schon in der Vergangenheit mit dem Thema Faust beschäftigte, nun aber bereit sei, das Drama endlich abzuschließen. Daher kann man davon ausgehen, dass Goethe hier von sich selbst spricht.


Er trauert vor allem seiner Jugend nach und denkt an seine erste Liebe und die Glücksgefühle, die er damals verspürt hat. Goethe vermisst diese Leidenschaft und gedenkt der Freunde, die zum Teil nun verstorben seien und nie sein vollendetes Werk hören werden.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Auseinandersetzung mit dem Faust-Stoff


Bei dem Gedicht handelt es sich um eine Elegie, also einem Klagegedicht, welches in Distichen (zweizeilige Strophenform) verfasst wurde.


Goethe berichtet davon, wie er sich bereits in einem ersten Entwurf (Urfaust – ca. 1772) mit dem Thema Faust beschäftigte und das Werk nun vollenden wolle.


Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten! Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt."


Dabei erinnert sich der Dichter auch an seine Vergangenheit und Jugend. Goethe vermisst seine Freunde, die mittlerweile zum Teil verstorben sind und sich seine Faust-Geschichte nicht mehr anhören können.


Kommt erste Lieb und Freundschaft mit herauf; (…) Sie hören nicht die folgenden Gesänge, Die Seelen, denen ich die erste sang;"


Goethe beschreibt sein Werk als eine Tragödie, die seine innersten Fantasien darstellen soll.


Mein lispelnd Lied, (…) Träne folgt den Tränen, Das strenge Herz es fühlt sich mild und weich; Was ich besitze seh ich wie im Weiten, Und was verschwand wird mir zu Wirklichkeiten"



Faust, zweiter Prolog: Vorspiel auf dem Theater


  • Ein Schauspieldirektor, ein Theaterdichter und eine lustige Person (Schauspieler) streiten sich über die Sinnhaftigkeit und den Nutzen eines Theaterspiels.
  • Alle drei haben unterschiedliche Meinungen und Ansichten dazu, einigen sich aber darauf, dass Faust als Universalstück einen Kompromiss zwischen ihren Ansätzen darstellt.


Der Direktor stellt dem Theaterdichter und einer lustigen Person (gemeint ist ein Schauspieler) die Frage, was denn der Sinn und Zweck eines Theaterspiels sein soll. Dabei ist er ganz klar der Meinung, dass es ihm hauptsächlich um den finanziellen Durchbruch des Stücks geht. Wichtig sind vor allem volle Kassen und je mehr Menschen sich das Theaterstück anschauen, desto besser.


Der Theaterdichter ist da anderer Meinung: Ihm geht es um die Kunst an sich und die Arbeit und Leidenschaft, die dahinterstecken und das Werk für die Ewigkeit festhalten. Er bezeichnet die Profession des Dichters als schöpferische Kraft, die sogar dazu imstande sei, die Götter im Olymp zu vereinen.


Dagegen geht es dem Schauspieler um die Unterhaltung. Der Zuschauer soll im Moment leben und das Theaterstück genießen. Die Geschichten für den Stoff könne man sich aus dem alltäglichen Leben ableiten. Der Sinn des Theaterspiels und damit der Schauspieler liegt darin, das Publikum für sich einzunehmen und zu begeistern.


Der Direktor zieht einen Schlussstrich unter die Diskussion und meint, dass das vorliegende Stück (gemeint ist die Faust-Geschichte) als Tragödie einen Kompromiss darstelle, da es allgemeingültig sei und die Ansprüche aller drei Gesprächspartner zufriedenstelle.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Die reale Theaterwelt


Im zweiten Prolog geht es um die gattungsspezifische Orientierung des Stücks. Gleichzeitig werden die eigenen Ansprüche des Dichters an das Stück anhand des Streitgesprächs der drei Personen diskutiert. Goethe selbst war Theaterdirektor, Dichter und Schauspieler.


Direktor: „Sagt was ihr wohl in deutschen Landen / Von unsrer Unternehmung hofft?"


Die drei Positionen haben alle ihre Daseinsberechtigung in der realen Theaterwelt. Dabei geht es dem Direktor und dem Schauspieler eher um die pragmatischen Aspekte eines Stücks, wobei der Dichter die ästhetische Komponente in den Vordergrund rückt.


Direktor: „So schreitet in dem engen Bretterhaus / Den ganzen Kreis der Schöpfung aus,"

 

Die Dialektik gilt als Prinzip des Denkens, die für das Verständnis des Stücks dient. Dies ist als Paradox gemeint (bedächtig – schnell). Zusätzlich wird der Gegensatz zwischen Himmel und Hölle genannt, welcher alles Weltbefindliche in sich einschließt. Faust gilt als Universalstück.


Direktor: „Und wandelt mit bedächt`ger Schnelle / Vom Himmel durch die Welt zur Hölle."



Faust, dritter Prolog: Prolog im Himmel


  • Die drei Erzengel loben Gott für seine Schöpfung, nur der plötzlich auftauchende Mephisto macht sich über den Menschen als Lieblingsschöpfung Gottes lustig.
  • Gott benennt Faust als seinen gottesfürchtigen Diener und Mephisto ist davon überzeugt, dass er Faust vom rechten Weg abbringen könne.
  • Mephisto schlägt Gott eine Wette vor, in der er auf Faust einwirken und so vom rechten Weg abbringen will – Gott erlaubt ihm den Versuch, sagt aber voraus, dass Mephisto verlieren wird.


Die drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael kommen im Himmel zusammen und halten Lobhymnen auf Gott und seine Werke. Diese seien perfekt und erfüllen die Engel mit Stolz. Plötzlich tritt auch Mephisto hervor und prangert den Menschen als Gesindel an. Er macht sich über sie lustig und bezeichnet sie als schwache und gebrechliche Wesen, die ihren Trieben folgen – wobei die Vernunft nur eine Illusion ist.


Gott ist diesbezüglich sichtlich genervt von den Aussagen Mephistos und lobt den Wissenschaftler Dr. Heinrich Faust als einen treuen und gottesfürchtigen Knecht, auch wenn dieser gerade eine kleine Sinneskrise hat. Gott ist bewusst, dass Faust zwar wissenschaftliche Erkenntnis sucht, aber auch gleichzeitig seiner körperlichen Lust nachgehen möchte. Mephisto ist davon unbeeindruckt und behauptet sogar, dass er Faust vom rechten Weg abkehren könnte.


Er schlägt Gott daraufhin eine Wette vor, in welcher er um Erlaubnis bittet, Faust zu beeinflussen, um damit Gott zu beweisen, dass sich sein treuer Diener sehr wohl von ihm abwenden könne. Gott geht nicht auf den Wettvorschlag ein und ist davon überzeugt, dass Faust nicht abtrünnig werden würde.


Gott gestattet Mephisto, auf diesen einzuwirken, da es in der Natur des Teufels liegt, den Menschen auf negative Weise anzustacheln. Er sagt Mephisto aber auch voraus, dass er am Ende verlieren werde. Damit wird die Faust-Handlung eingeführt.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Der religiöse Rahmen der Faust-Tragödie


Der Prolog im Himmel bildet den religiösen Rahmen der Faust-Handlung.


Der Herr: „Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen, / Er liebt sich bald die unbedingte Ruh; / Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu, / Der reizt und wirkt, und muss, als Teufel, schaffen."


Faust wird von Gott als Knecht bezeichnet. Dieser Begriff wurde im Alten Testament auch für Moses und David verwendet. Somit sind damit auch von Gott auserwählte Menschen gemeint. Damit gilt Heinrich Faust auch als Prüfstein für das gesamte Menschengeschlecht.


Der Herr: „Kennst du den Faust? (…) Meinen Knecht! / (…) Es irrt der Mensch so lang er strebt."


Sowohl Gott als auch Mephisto sind sich der inneren Zerrissenheit Fausts bewusst. Gott verspricht Faust Absolution, was auch als Vorausgriff auf den Ausgang der Tragödie gesehen werden kann.


Mephistopheles: „Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne, / Und von der Erde jede höchste Lust,"

Der Herr: „Wenn er mir jetzt auch nur verworren dient; / So wird ich ihn bald in die Klarheit führen."


Mephisto bietet Gott zwar eine Wette an, dieser geht aber nicht darauf ein, sondern erlaubt Mephisto lediglich, auf Faust einzuwirken. Dies begründet er damit, dass Mephisto als die Verkörperung des Bösen zum Weltgeschehen dazugehört. Da er ihm auch die Niederlage voraussagt, steht Mephisto bereits im Prolog als Verlierer des Dramas fest.


Der Herr: „Nun gut, es sei dir überlassen! / Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab, / Und führ ihn, kannst du ihn erfassen, / Auf deinem Wege mit herab, / Und steh beschämt, wenn du bekennen musst: / Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange / Ist sich des rechten Weges wohl bewusst."

 


Faust 1, Szene 1: Nacht


  • Der Gelehrte Heinrich Faust sitzt in seinem Arbeitszimmer und zieht ein trauriges Fazit über sein Leben als Wissenschaftler - trotz seiner Bemühungen konnte er keine wahren Erkenntnisse über die Welt gewinnen.
  • In seiner Verzweiflung beschwört er einen Erdgeist als Kraft der Natur, wird aber von diesem verhöhnt. Dies stürzt Faust in eine noch tiefere Verzweiflung.
  • Der Gelehrte Wagner tritt ein und versucht mit seinem Optimismus, Faust vom Fortschritt der Wissenschaft zu überzeugen.
  • Nach dem Gespräch mit Wagner sieht Faust als Ausweg für seine existenzielle Krise nur noch den Freitod und will sich mit einem Gifttrank umbringen.
  • Das plötzliche Erklingen der Osterglocken erinnert ihn an seine Jugend und er entscheidet sich gegen den Selbstmord.


In seinem Studierzimmer erlebt der promovierte Gelehrte Heinrich Faust eine echte Sinneskrise. Das Leben als tüchtiger Wissenschaftler konnte ihm keine wahren Erkenntnisse über die Welt bieten und die Ergebnisse seiner langjährigen abgeschlossenen Studien (in den Bereichen Theologie, Medizin, Jura und Philosophie) zeigen ihm, dass er nichts weiß.


Er möchte sich daher der Magie zuwenden und betrachtet das Zeichen des Makrokosmos. Das Zeichen skizziert die Verbindung aller Dinge, wie Himmel, Hölle, Planeten, Engel, Teufel und Menschen. Das reicht Faust aber noch nicht. Als Ausweg sieht er nun die tatsächliche Anwendung von heidnischer Magie, durch die er die Natur in ihrer wahren Form erleben möchte und beschwört einen Erdgeist herauf.


Dieser stürzt Faust aber in eine noch tiefere Existenzkrise, da er dem Geist anscheinend nicht gewachsen ist. Als ihm selbst die Anwendung von Magie keine positive Erkenntnis bringt, bricht Faust verzweifelt zusammen.


Im selben Moment klopft es an der Tür und der Gelehrte Wagner – Fausts Schüler – tritt ein. Wagner ist ein fleißiger Student und versucht Faust in seinem Optimismus vom Fortschritt der Wissenschaft zu überzeugen. Doch das Gespräch mit Wagner verzweifelt Faust nur noch mehr und nach dessen Abgang sieht er den einzigen Ausweg aus seiner Krise im Freitod.


Er hält sich eine Giftschale an den Mund und ist kurz davor, sich damit umzubringen, als ihn die plötzlich einsetzenden Osterglocken an der Tat hindern. Durch den Klang der Glocken erinnert sich Faust an seine Jugend und überdenkt den Selbstmord.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Gelehrtentragödie


Faust erlebt in seinem Studierzimmer eine Existenzkrise. Sein Monolog zu Beginn der Szene besteht aus Knittelversen (Reimvers bestehend aus Paarreimen).


Faust: „Da steh ich nun, ich armer Tor! / Und bin so klug als wie zuvor;"

 

Faust möchte die Natur am eigenen Leib erfahren und beschwört den Erdgeist herauf. Der Versuch scheitert aber, da Faust die Erfahrung der reinen Natur nicht verkraften kann und sich abwendet. Der Erdgeist verhöhnt ihn daraufhin.


Faust: „Ha! wie`s in meinem Herzen reißt! / Zu neuen Gefühlen / All meine Sinnen sich erwühlen! / Ich fühle ganz mein Herz dir hingegeben! / (…) Weh! Ich ertrag dich nicht!"

Geist: „Du gleichst dem Geist den du begreifst, Nicht mir! (verschwindend)"


Der Famulus Wagner verkörpert mit seiner Zielstrebigkeit und Engstirnigkeit den Fortschritt der zeitgenössischen Wissenschaft. Er bildet das genaue Gegenteil zum zweifelnden Faust.


Wagner: „Mit Eifer hab ich mich der Studien beflissen; / Zwar weiß ich viel, doch möchte ich alles wissen."

 

Faust wird durch die Wissenschaft und Natur in seinem Streben nach Göttlichkeit enttäuscht. Der Erdgeist und sein Famulus haben ihm dies nochmal vor Augen geführt, sodass er seinen Ausgang nur noch im Freitod sieht.


Faust: „Ach! Unsre Taten selbst, so gut als unsre Leiden, / Sie hemmen unsres Lebens Gang. / (…) Den Göttern gleich ich nicht! Zu tief ist es gefühlt; Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt;"


So wie die Osterglocken die Auferstehung Jesu signalisieren sollen, verhelfen sie Faust, seine Selbstmordgedanken abzulegen und neue Hoffnung zu schöpfen.


Faust: „Ruft er auch jetzt zurück mich in das Leben, / (…) Ein unbegreiflich holdes Sehnen / Trieb mich durch Wald und Wissen hinzugehn, / Und unter tausend heißen Tränen, / Fühlt ich mir eine Welt entstehn. / (…) O tönet fort ihr süßen Himmelslieder! Die Träne quillt, die Erde hat mich wieder!"



Faust 1, Szene 2: Vor dem Tor


  • Faust unternimmt mit seinem Schüler Wagner einen Osterspaziergang.
  • Sie begegnen Menschen aller gesellschaftlicher Schichten und diese zollen Faust großen Respekt.
  • Plötzlich taucht ein seltsamer schwarzer Pudel auf, der den beiden folgt. Faust nimmt ihn mit in sein Studierzimmer.


Am ersten Feiertag unternehmen Faust und Wagner einen Osterspaziergang. Sie begegnen allerlei Leuten aus den verschiedensten sozialen Schichten, die mit ihrem Auftreten und ihren Aussagen über die Welt einen Überblick über die zeitgenössische mittelständische Gesellschaft bieten sollen.


Die beiden begegnen Bauern, Bürgern, Studenten, Soldaten, Handwerkern und Mägden, die allesamt Faust ihre Hochachtung zeigen. Faust und sein Vater hatten die Bürger zu Zeiten der Pest medizinisch versorgt. Faust hat aber ein schlechtes Gewissen, da er der Meinung ist, Gift an die Menschen verteilt zu haben.


Er erzählt Wagner von seiner inneren Zerrissenheit und seiner Existenzkrise, wobei sein Schüler dies wiederum herunterspielt. Gleichzeitig fühlt Faust aber auch, wie er durch den einsetzenden Frühling neue Lebensenergie zu gewinnen scheint und sich auf einmal ganz optimistisch gestimmt fühlt.


Am Abend möchten die beiden von ihrem Osterspaziergang nach Hause zurückkehren, als Faust plötzlich ein schwarzer Pudel auffällt, der sie seit Längerem zu verfolgen scheint. Faust ist von dem Hund angetan und spürt eine magische Aura um ihn herum. Er nimmt ihn mit in sein Studierzimmer.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Die auferstehende Gesellschaft und Fausts Gefühlswelt


Margaretes Schicksal wird durch eine alte Kupplerin angedeutet, die zwei Mädchen verkuppeln möchte. Eines der Mädchen sieht darin eine Gefahr.


Bürgermädchen: „Agathe fort! ich nehme mich in Acht / Mit solchen Hexen öffentlich zu gehen;"


Das Gewimmel der Stadtbewohner vergleicht Faust mit dem Erwachen der Natur (Frühlingsbeginn) und der Auferstehung Jesu (Erwachen von Natur und Mensch). Er selbst fühlt sich dadurch ebenfalls beflügelt.


Faust: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick; / (…) Überall regt sich Bildung und Streben, / Alles will sie mit Farben beleben; / (…) Sie feiern die Auferstehung des Herrn, / Denn sie sind selber auferstanden, / (…) Hier bin ich Mensch, hier darf ich`s sein."


Wagner scheint als Wissenschaftler von diesem Treiben jedoch angewidert zu sein. Für ihn steht seine Berufung als Gelehrter über der Natur.


Wagner: „Doch würd ich nicht allein mich her verlieren, / Weil ich ein Feind von allem Rohen bin. / Das Fiedeln, Schreien, Kegelschieben, / Ist mir ein gar verhasster Klang;“

Wagner: „Ein selig Leben wärmet alle Glieder, / Und ach! entrollst du gar ein würdig Pergamen, / So steigt der ganze Himmel zu dir nieder."


Faust berichtet Wagner von seinem Vater, der sich als Arzt der Alchemie verschrieben hatte. Er hat eine sehr negative Meinung über ihn und meint, dass sie zusammen trotz der medizinischen Unterstützung zu Zeiten der Pest, die Bürger vergiftet hätten.


Faust: „Wie wenig Vater und Sohn / Solch eines Ruhmes wert gewesen! / Mein Vater war ein dunkler Ehrenmann, / (…) Weit schlimmer als die Pest getobt. / Ich habe selbst den Gift an Tausende gegeben, / Sie welkten hin, ich muss erleben / Dass man die frechen Mörder lobt."


Faust berichtet Wagner über seine innere Zerrissenheit - in seinem Körper wohnen zwei Seelen. Auf der einen Seite möchte er die sinnlichen Vergnügen erfahren, die die Welt zu bieten hat. Andererseits würde er auch gerne geistige Erleuchtung erfahren. Diese Zerrissenheit löst bei Faust Fernweh aus, er würde gerne in andere Länder reisen.


Faust: „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, / Die eine will sich von der andern trennen; / Die eine hält, in derber Liebeslust, / Sich an die Welt, mit klammernden Organen; / Die andre hebt gewaltsam sich vom Dust / Zu den Gefilden hoher Ahnen. / O gibt es Geister in der Luft, / Die zwischen Erd und Himmel herrschend weben, / So steiget nieder aus dem goldnen Duft / Und führt mich weg, zu neuem bunten Leben!"


Der auftauchende schwarze Pudel ist für Wagner uninteressant. Faust hingegen spürt eine gewisse Magie um das Tier herum und gibt einen Vorausblick auf die zukünftige Verbindung.


Faust: „Mir scheint es, dass er magisch leise Schlingen / Zu künft`gem Band um unsre Füße zieht."



Faust 1, Szene 3: Studierzimmer I


  • Während Faust nach dem Osterspaziergang in seinem Studierzimmer an der Übersetzung des Johannes-Evangeliums arbeitet, wird der Pudel unruhig.
  • Faust ahnt nichts Gutes und beschwört den Pudel magisch, seine wahre Gestalt anzunehmen.
  • Mephisto tritt in einer Gelehrtenuniform hervor und gibt sich als Teufel zu erkennen.
  • Bevor er aber mit Faust genauer interagieren kann, bemerkt Mephisto, dass er durch ein unsauber gezeichnetes Pentagramm im Studierzimmer gefangen ist.
  • Mithilfe einer Beschwörungsformel schläfert er Faust ein und befreit sich mit einer Ratte aus dem Pentagramm. Mephisto flieht aus dem Studierzimmer und lässt einen verwirrten Faust zurück.


Um seine neu aufkeimende wissenschaftliche Neugier zu befriedigen, arbeitet Faust konzentriert nach dem Osterspaziergang an der Übersetzung des Johannes-Evangeliums (Neues Testament). Er bemerkt, dass der schwarze Pudel immer unruhiger wird. Dieser knurrt und bellt, sodass Faust mit der Übersetzung innehält und den Pudel genauer ins Auge fasst.


Er ahnt nichts Gutes und beschwört mit Zaubersprüchen die wahre Gestalt des Hundes herauf. Das Tier verwandelt sich zurück und Mephisto tritt gekleidet als ein fahrender Scholasticus (Schüler) hinter dem Ofen hervor.


Faust ist zunächst vom Auftritt verwirrt, fordert aber den Schüler auf, seine wahre Identität preiszugeben. Dieser stellt sich als Teufel vor und Faust bietet ihm daraufhin einen Pakt an. Mephisto hat aber zunächst ein ganz anderes Problem:


Auf der Türschwelle ist ein unsauber gezeichnetes Pentagramm abgebildet, welches ihn davon abhält, sich frei zu bewegen. Mephisto ist folglich an das Studierzimmer gebunden und möchte sich befreien. Dazu versetzt er mit einer Beschwörungsformel Faust in einen Schlaf und befreit sich mithilfe einer Ratte aus dem Pentagramm (sie nagt das Zeichen an und zerstört dadurch den magischen Bann).


Als Faust erwacht, ist Mephisto bereits aus dem Studierzimmer geflohen. Enttäuscht denkt er sich, das Erlebte nur geträumt zu haben.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Fausts Tatendrang und Mephistos Dilemma


Bei der Übersetzung des Johannes-Evangeliums zieht Faust Parallelen zu seiner inneren Gefühlswelt. Die am Anfang stehende Tat überträgt er auf sein eigenes Verlangen nach dem Lebensgenuss. Damit möchte Faust ganz im Sinne eines Stürmers und Drängers handeln und sich nicht mehr nur als Gelehrter sehen.


Faust: „Doch, auch indem ich dieses niederschreibe, / Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe. / Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat / Und schreibe getrost: im Anfang war die Tat!"


Für den Pudel ist die „Tat“ das Stichwort – er wird unruhig, sodass Faust ihn magisch dazu zwingt, sich zurückzuverwandeln. Mephisto tritt hervor und stellt sich widersprüchlich vor. Zusätzlich verdreht er die Schöpfungsgeschichte, um seine Macht zu beschreiben.


Faust: „Pudel, so lass das Heulen, / (…) Er hebt sich mit Gewalt, / Das ist nicht eines Hundes Gestalt! / (…) Für solche halbe Höllenbrut / Ist Salomonis Schlüssel gut.“

Mephistopheles: „Ein Teil von jener Kraft, / Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. / (…) Ich bin ein Teil des Teils, der anfangs alles war, / Ein Teil der Finsternis, die sich das Licht gebar, …"


Faust bemerkt (auch durch Mephistos Kommentar), dass es in der Hölle Recht und Gesetz zu geben scheint. Er schlägt von sich aus Mephisto einen Pakt vor.


Mephistopheles: „`s ist ein Gesetz der Teufel und Gespenster: / Wo sie hereingeschlüpft, da müssen sie hinaus. / Das Erste steht uns frei, beim Zweiten sind wir Knechte.“

Faust: „Die Hölle selbst hat ihre Rechte? / Das find ich gut, da ließe sich ein Pakt, / Und sicher wohl, mit euch ihr Herren schließen?"


Mephisto gibt zu, die Menschen zwar seit jeher zu verführen, sie aber nicht ganz begreifen zu können.


Mephistopheles: „Wie viele hab ich schon begraben! / Und immer zirkuliert ein neues, frisches Blut. / So geht es fort, man möchte rasend werden!"


Der Teufel muss sich erst aus dem Pentagramm befreien, sagt aber seine Wiederkehr voraus.


Mephistopheles: „Wir wollen wirklich uns besinnen, / Die nächsten Male mehr davon! / Dürft ich wohl diesmal mich entfernen?“



Faust 1, Szene 4: Studierzimmer II

  • Mephisto betritt ein weiteres Mal das Studierzimmer und möchte mit Faust den Teufelspakt schließen.
  • Dabei verpflichtet sich Mephisto dazu, Faust zu dienen und ihm alle Wünsche zu erfüllen. Im Gegenzug muss Faust dem Teufel seine Seele übergeben, wenn sein Lebensglück erfüllt sei.
  • Faust geht den Pakt ein und sie besiegeln ihn mit Blut.
  • Faust schwört der Wissenschaft ab und möchte das volle Leben genießen und aus dem Studierzimmer fliehen, als Mephisto einen Schüler kommen hört.
  • Mephisto kleidet sich in die Gewänder von Faust und begrüßt den neu ankommenden Schüler.
  • Während der Studienberatung macht sich Mephisto über die Universitäten lustig und die Szene endet mit einem Eintrag im Stammbuch (Poesiealbum) des Schülers.
  • Faust kehrt zurück und die beiden fliegen mithilfe von Mephistos Mantel davon


Mephisto betritt erneut das Studierzimmer und schlägt dem zunächst geschockten Faust den Teufelspakt vor. Dabei bindet er sich als Diener an Faust und muss ihm jeden Wunsch erfüllen. Im Gegenzug verspricht Faust dem Teufel seine Seele, wenn er sein Lebensglück im Augenblick als erfüllt sieht: Fausts Seele ist verloren, sobald er die Worte „Verweile doch! Du bist so schön!“ sagt. Der Pakt wird mit Blut besiegelt.


Da ihm nun der Teufel höchstpersönlich dient, ist Faust ganz aus dem Häuschen und möchte das Leben in seinen vollen Zügen genießen. Er wendet sich sogar von der Wissenschaft ab, während Mephisto die ganze Zeit weiterhin darauf pocht, die einfachen Dinge im Leben auszukosten. Hinter Fausts Rücken macht er sich aber über ihn lustig.


Faust ist zunächst ratlos, wie und wo sie mit ihrer Reise beginnen sollen. Plötzlich hört Mephisto einen Schüler in der Stube, der sich auf dem Weg ins Studierzimmer befindet. Faust hat aber keine Lust auf das Gespräch mit dem Schüler, kleidet sich um und flieht aus dem Studierzimmer.


In der Zwischenzeit hat sich Mephisto Fausts Kleidung angezogen und begrüßt den neu ankommenden Schüler, der zur Studienberatung erschienen ist. In dem Dialog unterhält sich Mephisto als Professor mit dem Schüler über die Universität, wobei er sich vor allem über die zeitgenössische Wissenschaft und einige der Fakultäten lustig macht.


Der Schüler ist ganz verblüfft und bittet Mephisto um einen Eintrag in sein Stammbuch (Poesiealbum). Dieser zitiert darin die Worte, die die Schlange im Alten Testament zu Adam und Eva sagte, um den Sündenfall auszulösen.


Nachdem der Schüler weg ist, tritt Faust wieder auf und fragt Mephisto, wohin sie nun zuerst gehen sollen. Der Teufel bittet Faust, ihm zu vertrauen und schlägt vor, mithilfe seines magischen Mantels einfach davonzufliegen.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Der Teufelspakt


Um den Pakt mit Mephisto eingehen zu können, muss sich Faust von seinem bisherigen Leben verabschieden und sich von seinen Traditionen, der Hoffnung, der Liebe, des Glaubens und auch seinem Leben als Wissenschaftler lossagen.


Faust: „So fluch ich allem was die Seele / Mit Lock- und Gaukelwerk umspannt, / (…) Fluch sei der Hoffnung! / Fluch dem Glauben, / Und Fluch vor allen der Geduld!“

 

Mephisto bietet Faust seine Dienste an. Faust möchte wissen, was dabei für den Teufel herausspringt, was dieser zunächst unter den Tisch kehren möchte. Nachdem Faust aber weiterhin darauf drängt, offenbart Mephisto, dass Faust ihm seine Seele übergeben muss, sobald er Glückseligkeit im Augenblick empfinden sollte.


Mephistopheles: „Doch willst du mit mir vereint, / Deine Schritte durchs Leben nehmen, / So will ich mich gern bequemen / Dein zu sein, auf der Stelle. / Ich bin dein Geselle / Und, mach ich dir`s recht, / Bin ich dein Diener, bin ich dein Knecht!“

Mephistopheles: „Ich will mich hier zu deinem Dienst verbinden, / Auf deinen Wink nicht rasten und nicht ruhn; / Wenn wir uns drüben wiederfinden, / So sollst du mir das Gleiche tun.“

Faust: „Werd ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! du bist so schön! / Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zugrunde gehen!“


Faust ist nach dem Pakt guter Dinge und möchte sofort das sinnliche Leben erfahren.


Faust: „Lass in den Tiefen der Sinnlichkeit / Uns glühende Leidenschaften stillen! / (…) Stürzen wir uns in das Rauschen der Zeit, / Ins Rollen der Begebenheit!“


Die Schülerszene


Als ein Schüler vor dem Studierzimmer erscheint, flieht Faust vor dem Gespräch aus dem Zimmer und Mephisto kleidet sich in dessen Gewänder. In der darauffolgenden Studienberatung lästert Mephisto über die die vier verschiedenen Fakultäten (Medizin, Jura, Philosophie und Theologie). Die zeitgenössische Wissenschaft soll durch sinnlichen Lebensgenuss verdrängt werden.


Mephistopheles: „Vergebens dass ihr ringsum wissenschaftlich schweift, / Ein jeder lernt nur was er lernen kann; / Doch der den Augenblick ergreift, / Das ist der rechte Mann.“


 

Faust 1, Szene 5: Auerbachs Keller in Leipzig

  • Die Reise der beiden führt sie zunächst in eine Kneipe in Leipzig.
  • Dort saufen und feiern gerade einige Studenten, als Mephisto versucht, Faust das sinnliche Studentenleben schmackhaft zu machen.
  • Beide erregen als Fremde erstmal die Aufmerksamkeit der Feierwütigen, sodass Mephisto sich ganz schnell deren Wohlwollen sichern will, indem er Wein auf den Tisch zaubert und lustige Lieder anstimmt.
  • Faust scheint jedoch von dieser Sauforgie wenig begeistert und möchte gehen.
  • Mephisto reizt die Feiernden, indem er den Wein plötzlich in Flammen verwandelt, worauf die Studenten mit Messern auf den Teufel losgehen.
  • Dieser verzaubert sie und flieht mit Faust aus Auerbachs Keller.


Die Reise von Faust und Mephisto beginnt in einer Kneipe in Leipzig – Auerbachs Keller. Dabei handelt es sich um eine Studentenkneipe, in der sich vor allem abends die Studenten treffen und gemeinsam trinken. Hier möchte Mephisto Faust das einfache und sinnliche Leben schmackhaft machen und animiert ihn dazu, zusammen mit den Studenten zu feiern.


Da die beiden als Unbekannte in die Kneipe gekommen sind, erregen sie die Aufmerksamkeit der feiernden Studenten. Mephisto will sich direkt in die Gruppe einschleimen, indem er zunächst ein lustiges Lied anstimmt und dann jedem Studenten seine Lieblingssorte Wein auf den Tisch zaubert. Die Studenten sind zunächst beeindruckt von dem Zaubertrick – Faust scheint aber eher weniger begeistert von dem Saufgelage und möchte die Kneipe wieder verlassen.


Als einer der Feierwütigen etwas Wein verschüttet, verwandelt sich das Getränk plötzlich in Feuer. Mephisto reizt damit die Säufer und wiederholt den magischen Trick auch bei den anderen Studenten, weshalb sie erschrocken ihre Messer ziehen und auf Mephisto losgehen. Der Teufel belegt sie auf der Stelle mit einem Illusionszauber und flieht mit Faust aus der Kneipe. Die Studenten bleiben geschockt und verstört zurück.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Das lasterhafte Studentenleben


Die feiernden Studenten sollen das Erstarren der Wissenschaften darstellen. Es gibt keine neuen Erkenntnisse, weswegen die Studenten nur noch am Saufen und Feiern sind. Dadurch verdummen sie noch mehr und lassen in ihren Ansichten nur noch Platz für nationalistisches Gedankengut.


Brander: „Das Gute liegt uns oft so fern. / Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden, / Doch ihre Weine trinkt er gern.

Alle (singen): „Uns ist ganz kannibalisch wohl, / Als wie fünfhundert Säuen!“

 

Mephisto spielt unter anderem auf die Französische Revolution an und vergleicht dieses wichtige historische Ereignis der Menschheitsgeschichte mit dem Saufgelage in Auerbachs Keller.


Mephistopheles: „Das Volk ist frei, seht an, wie wohl`s ihm geht!“



Faust 1, Szene 6: Hexenküche

  • Faust und Mephisto reisen als Nächstes in eine Hexenküche, wo Faust einen Zaubertrank trinken soll.
  • Der Trank soll ihn verjüngen und gleichzeitig sexuell stimulieren. Danach wird ihm jede Frau begehrenswert erscheinen.
  • Faust ekelt sich zunächst in der Hexenküche, erblickt aber in einem Zauberspiegel das Bild einer hübschen Blondine und verliebt sich sofort in sie.
  • Die Hexe tritt auf und braut den Zaubertrank, den Faust anschließend zu sich nimmt.
  • Mephisto muss daraufhin Faust, der immer noch vom Bild der Blondine im Zauberspiegel fasziniert ist, aus der Hexenküche ziehen.


Faust wird von Mephisto in eine Hexenküche geführt. Dort sind die Decke und die Wände mit den merkwürdigsten Hexenutensilien ausgeschmückt, was Faust zunächst abschreckt. Zwei Meerkatzen sitzen vor einem großen Kessel und achten darauf, dass dieser während der Abwesenheit der Hexe nicht überläuft.


Mephisto erzählt Faust von einem Zaubertrank, der ihn verjüngen soll und den nur die Hexe zubereiten kann. Während sie auf die Hexe warten und Mephisto sich in einen Sessel niedergelassen hat und mit den Katzen unterhält, erblickt Faust in einem Zauberspiegel das Bildnis einer wunderschönen Blondine und ist sofort von ihr angetan.


Die Hexe erscheint und begrüßt die beiden Besucher. Mephisto befiehlt ihr, den Zaubertrank zu brauen und die Hexe willigt ein. Zunächst ist Faust etwas skeptisch, willigt aber ein, in den von der Hexe gemalten Kreis zu treten und den Zaubertrank zu trinken. Nachdem er verjüngt aus dem Kreis heraustritt, fällt ihm wieder die Blondine in dem Zauberspiegel ein und er kann sich von ihrem Anblick wieder nicht losreißen.


Mephisto zieht ihn mit den Worten weg, dass er diese Schönheit in Zukunft in jeder Frau sehen wird.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Der Zaubertrank und die schönste Frau der Welt


In dieser Szene erfolgt nochmals eine Anspielung auf die Französische Revolution, da die beiden Meerkatzen in der Hexenküche mit einer Krone rumspielen. Dies stellt die furchtbaren Gräueltaten zu der Zeit dar und versinnbildlicht die instabile Macht des Absolutismus.


Die Hexenküche ekelt Faust zunächst an. Er muss aber dieses Chaos ertragen, da ihm ein Verjüngungstrank versprochen wird. Die rationale Welt Fausts wird durch das Irrationale Treiben in der Hexenküche zerstört.


Faust: „Mir widersteht das tolle Zauberwesen; / Versprichst du mir, ich soll genesen, / In diesem Wust von Raserei? / (…) Schon ist die Hoffnung mir verschwunden. / Hat die Natur und hat ein edler Geist / Nicht irgendeinen Balsam ausgefunden?"


Die Tiere bringen Mephisto eine Krone, um ihn zum König zu ernennen. Dabei geht jedoch die Krone als Symbol der Macht zu Bruch.


Die Tiere (welche bisher allerlei wunderliche Bewegungen durcheinander gemacht haben, bringen dem Mephistopheles eine Krone mit großem Geschrei): O sei doch so gut, / Mit Schweiß und mit Blut / Die Krone zu leimen! (Sie gehen ungeschickt mit der Krone um und zerbrechen sie in zwei Stücke, mit welchen sie herumspringen.) Nun ist es geschehn!“


Faust erblickt in dem Zauberspiegel das Antlitz der schönsten Frau der Welt – Helena von Troja. Er verliebt sich sofort in das Bildnis und Mephisto verspricht ihm, dass er Faust solche schönen Frauen herbeiführen wird.


Faust: „Kann ich sie nur als wie im Nebel sehn! - / Das schönste Bild von einem Weibe!“

Mephistopheles: „Für diesmal sieh dich immer satt; / Ich weiß dir so ein Schätzchen auszuspüren, / Und selig wer das gute Schicksal hat, / Als Bräutigam sie heimzuführen!“


Durch den Verjüngungstrank, der auch gleichzeitig einen Liebestrank darstellt, wird die Gretchen-Handlung eingeleitet. Durch den Zaubertrank wird Faust nicht nur um 30 Jahre verjüngt, sondern auch sexuell stimuliert.


Mephistopheles: „Doch zu verjüngen gibt`s auch ein natürlich Mittel;“

Mephistopheles: „Nein! Nein! Du sollst das Muster aller Frauen / Nun bald leibhaftig vor dir sehn. / (Leise.) Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, / Bald Helenen in jedem Weibe.“



Faust 1, Szene 7: Straße I

  • Faust begegnet Margarete (Gretchen) auf der Straße, als diese gerade von der Kirche heimgeht.
  • Er ist von ihr fasziniert und möchte sie nach Hause begleiten. Margarete weicht aus Bescheidenheit den Flirtversuchen Fausts aus und geht weiter.
  • Als Mephisto dazukommt, fordert der verliebte Faust von ihm, Gretchen zu seiner Geliebten zu machen. Der Teufel hat aber keine Gewalt über das unschuldige Mädchen und mahnt ihn zur List.
  • Mephisto bietet Faust an, ein Geschenk für Gretchen zu besorgen und Faust in ihr Zimmer zu führen.


Auf einer Straße vor der Kirche begegnet Faust der 14-jährigen Margarete. Er ist von ihr so sehr angetan, dass er ihr anbietet, sie nach Hause zu begleiten. Der Flirtversuch zieht jedoch nicht, da Gretchen zu bescheiden und schüchtern ist. Sie geht allein nach Hause.


Nun tritt Mephisto auf den Plan und sofort fordert ihn Faust auf, Margarete zu seiner Geliebten zu machen. Mephisto offenbart Faust aber, dass er Margarete bereits in der Kirche belauscht habe und aufgrund ihrer Unschuld keine Macht über sie habe.


Darüber ist Faust gar nicht begeistert und droht Mephisto sogar, den Pakt aufzulösen, wenn er Gretchen nicht für sich gewinnen kann. Der Teufel mahnt Faust zur Geduld und List und bietet ihm stattdessen an, ihn am Abend in Margaretes Zimmer zu führen. Zusätzlich will er auch noch ein Geschenk besorgen, was Faust dann in ihrem Zimmer platzieren soll.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Begegnung mit Margarete


Der Gelehrte Faust trifft zum ersten Mal auf die ungebildete Margarete und nennt sie „Fräulein“. Nach der ständischen Ordnung steht dies aber nur Adeligen zu, Bürgerliche Mädchen wurden mit „Dirne“ angesprochen.


Faust: „Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, / Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“

Margarete: „Bin weder Fräulein, weder schön, / Kann ungeleitet nach Hause gehen.“ 


Faust verliebt sich sofort Hals über Kopf in das Mädchen und fordert Mephisto auf, ihm das Mädchen zu beschaffen. Dazu ist er sogar bereit, den Teufelspakt wieder aufzuheben.


Faust: „Und das sag ich Ihm kurz und gut, / Wenn nicht das süße junge Blut /Heut Nacht in meinen Armen ruht; / So sind wir um Mitternacht geschieden."


Mephisto rät zur Geduld und List – Faust ist aber sexuell so erregt, dass er das Mädchen so schnell wie möglich haben möchte. Mephisto lockt Faust mit der Versprechung, ihn in ihr Zimmer zu führen.


Faust: „Schaff mir etwas vom Engelsschatz! / Führ mich an ihren Ruheplatz! / Schaff mir ein Halstuch von ihrer Brust, / Ein Strumpfband meiner Liebeslust!“

Mephistopheles: „Wollen wir keinen Augenblick verlieren, / Will Euch noch heut in ihr Zimmer führen.“



Faust 1, Szene 8: Abend

  • In ihrem Zimmer fragt sich Margarete, wer denn der Mann gewesen sei, der sie heute vor der Kirche angesprochen hat.
  • In ihrer Abwesenheit schleichen Faust und Mephisto in das Zimmer. Faust - von Mephisto allein gelassen – schwärmt von Margarete.
  • Er malt sich ihr bisheriges Leben aus und ist ganz angetan von dem einfach eingerichteten und ordentlichen Zimmer des Mädchens.
  • Mephisto kehrt zurück und drängt sie wegen Gretchens baldiger Rückkehr zur Flucht – vorher jedoch platziert der Teufel ein gestohlenes Schmuckkästchen im Kleiderschrank.
  • Als Margarete sich umzieht, entdeckt sie das Schmuckkästchen und rätselt über dessen Herkunft.
  • Sie legt den Schmuck an und posiert damit vor dem Spiegel.


Zurück in ihrem kleinen Zimmer fragt sich Margarete, wer denn der Mann gewesen ist, der sie heute am Tag auf der Straße angesprochen hat. Aufgrund seiner ansehnlichen Erscheinung und seines draufgängerischen Auftretens hält sie ihn für einen Edelmann.


In ihrer Abwesenheit führt Mephisto Faust in das Zimmer und lässt ihn dort zunächst allein. Faust ist ganz angetan von dem Raum und malt sich Margaretes bisheriges Leben aus. Beim Betrachten des Bettes verspürt er Wollust und ist plötzlich über sich selbst schockiert, da er illegal in das Zimmer des Mädchens eingebrochen ist.


Mephisto kehrt zurück und drängt Faust wegen Margaretes baldiger Rückkehr zur Flucht. Vorher versteckt der Teufel aber noch ein gestohlenes Schmuckkästchen in ihrem Kleiderschrank und macht sich über Faust lustig, als dieser sein Unbehagen gegenüber dem Plan ausspricht.


Als Margarete heimkommt und sich umziehen möchte, entdeckt sie das Schmuckkästchen. Sie rätselt über dessen Herkunft, kann aber nicht widerstehen, legt sich den teuren Schmuck an und posiert damit vor ihrem Spiegel.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Beginn der Gretchen-Tragödie


In ihrem Zimmer denkt Margarete an Faust. Es deutet sich das zukünftige Verhältnis an, da sie Gefallen an dem fremden Mann gefunden hat.


Margarete: „Ich gäb was drum, wenn ich nur wüsst / Wer heut der Herr gewesen ist! / Er sah gewiss recht wacker aus, / Und ist aus einem edlen Haus;“


Als Faust und Mephisto sich in Margaretes Zimmer befinden, spürt Faust sein steigendes sexuelles Verlangen nach dem Mädchen. Beim Anblick des Betts als Zentrum seiner Begierde überkommen Faust Zweifel an seinem Vorgehen. Der hinzukommende Mephisto kann ihm diese aber ausreden.


Faust: „Willkommen süßer Dämmerschein! / Der du dies Heiligtum durchwebst. / Ergreif mein Herz, du süße Liebespein! / Die du vom Tau der Hoffnung schmachtend lebst. / Wie atmet rings Gefühl der Stille, / Der Ordnung, der Zufriedenheit!“

Faust: „Was willst du hier? Was wird das Herz dir schwer? / Armsel`ger Faust! ich kenne dich nicht mehr.“


Margarete findet das Schmuckkästchen und singt das Lied vom König in Thule. Das Lied handelt von der Liebe und Treue eines Königs zu seiner verstorbenen Partnerin. Das Wort „Buhle“ kann dabei die Ehefrau des Königs, als auch seine Geliebte meinen. Der Becher symbolisiert die Treue und Liebe der „Buhle“ und wird nur vom König benutzt. Mit dem Lied deutet Margarete ihre endlose Treue gegenüber Faust an, welche sogar über den Tod hinauszugehen scheint.


Als Margarete den Schmuck anlegt, träumt sie gleichzeitig vom sozialen Aufstieg.


Margarete: „So was hab ich mein` Tage nicht gesehn! / Ein Schmuck! Mit dem könnt eine Edelfrau / Am höchsten Feiertage gehn.“



Faust 1, Szene 9: Spaziergang

  • Ein wütender Mephisto erzählt Faust, Margarete hätte den Schmuck ihrer Mutter gezeigt.
  • Diese habe daraufhin einen Priester verständigt, der den Schmuck im Namen der Kirche eingezogen hat – dabei macht sich Mephisto über das Vorgehen der Kirche lustig.
  • Faust befiehlt Mephisto, ein neues Geschenk zu besorgen – außerdem soll er sich mit der Nachbarin von Margarete verbünden.


Während eines Spaziergangs erzählt Mephisto Faust ganz aufgebracht von den neusten Entwicklungen in Sachen Margarete. Sie habe den von Mephisto platzierten Schmuck ihrer Mutter gezeigt, welche daraufhin ganz außer sich den örtlichen Priester verständigt habe.


Der Priester habe den verdächtigen Schatz im Namen der Kirche sofort konfisziert, vorher aber noch himmlische Erlösung versprochen. Mephisto macht sich darüber lustig, wie scheinheilig die Kirche wertvolle Güter einstreicht, ohne über deren Herkunft nachzudenken.


Er versichert Faust, dass Margarete sich eh mehr dafür interessiere, wer ihr denn den Schmuck geschenkt hat. Faust fordert Mephisto auf, ein neues Geschenk zu besorgen und auch gleichzeitig die Nachbarin aufzusuchen und sich mit ihr zu verbünden. So erhofft er sich ein einfaches Spiel bei Margarete.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Kritik an der Kirche


Mephisto kritisiert die Kirche aufgrund der illegalen Konfiszierung des Schmucks durch den Pfarrer. Sie eigne sich in ihrer Gier und Verblendung allerlei wertvolle Güter an, ohne deren Herkunft in Frage zu stellen.


Mephistopheles: „Denkt nur, den Schmuck für Gretchen angeschafft, / Den hat ein Pfaff hinweggerafft! - / (…) Die Kirche hat einen guten Magen, / Hat ganze Länder aufgefressen, / Und doch noch nie sich übergessen; Die Kirch allein, meine lieben Frauen, / Kann ungerechtes Gut verdauen."


Margarete wird durch die Kirche und ihre eigene Mutter gedemütigt, da ihr der Schmuck, der sie gleichzeitig zu einer Edelfrau machen sollte, abgenommen wird.


Mephistopheles: „Margaretlein zog ein schiefes Maul, / Ist halt, dacht sie, ein geschenkter Gaul,“



Faust 1, Szene 10: Der Nachbarin Haus

  • Die Nachbarin Marthe trauert um ihren Mann, der sie allein gelassen hat. Sie hätte gerne Gewissheit über sein Verbleiben, um ihr Leben weiterführen zu können.
  • Margarete kommt zu ihr und erzählt von einem neuen Schmuckkästchen, welches sie bei sich gefunden hat.
  • Marthe rät ihr, den Schmuck zu behalten und ihn vorerst vor der Mutter zu verstecken. Tragen kann sie ihn bei Marthe im Haus.
  • Mephisto überbringt Marthe die Nachricht vom Tod des Ehemanns. Den Totenschein möchte er zusammen mit einem weiteren Zeugen am Abend im Garten vorbeibringen.
  • Marthe soll Margarete mitnehmen und die Damen stimmen dem Treffen zu.


In Ihrem Haus trauert Marthe Schwertlein ihrem Ehemann hinterher. Dieser habe sie im Stich gelassen und sei verschwunden. Sie möchte ihm nicht fremdgehen, wenn sie keine Gewissheit (in Form eines Totenscheins) darüber hat, ob er noch am Leben ist.


Margarete tritt auf und erzählt Marthe von einem weiteren Schmuckkästchen, welches sie in ihrem Kleiderschrank gefunden hat. Die Nachbarin rät Margarete, den teuren Schmuck vor der Mutter zu verstecken und erstmal nur bei ihr im Haus zu tragen.


Plötzlich klopft es an der Tür und Mephisto tritt mit trauriger Kunde herein. Marthes Ehemann liege tot bei Padua (Gemeinde in Italien) begraben und Mephisto habe den Auftrag, ihr die Kunde zu überbringen. Marthe ist nicht vollständig überzeugt und möchte gerne doch noch zusätzlich einen Totenschein haben. Währenddessen flirtet sie mit Mephisto. 


Der Teufel verspricht ihr, den Totenschein zusammen mit einem Zeugen – einem feinen Gesellen – vorbeizubringen. Marthe bietet an, dass sie sich am Abend im Garten treffen, und Mephisto überredet sie, Margarete zu dem Treffen mitzubringen.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Marthe als Kupplerin


Margarete bringt ein zweites, noch wertvolleres Schmuckkästchen zu ihrer Nachbarin Marthe und ist mit Hinblick auf ein besseres Leben begeistert.


Margarete: „Da find ich so ein Kästchen wieder / In meinem Schrein, von Ebenholz, / Und Sachen herrlich ganz und gar, / Weit reicher als das erste war.“


Die Nachbarin Marthe soll als Kupplerin für Faust und Margarete fungieren und wird durch Mephisto auf ironische Weise über den Tod ihres Ehemanns informiert.


Mephistopheles: „Ich hoffe Sie lässt mich` s drum nicht büßen: / Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen.“


Mephisto arrangiert auf listige Art und Weise ein Treffen zwischen Faust und Margarete, indem er Faust als Zeugen für den Tod von Marthes Ehemann einsetzen möchte.


Mephistopheles: „Habe noch gar einen feinen Gesellen, / Den will ich Euch vor den Richter stellen. Ich bring ich her. / (…) Und hier die Jungfrau ist auch da? –“



Faust 1, Szene 11: Straße II

  • Faust erkundigt sich bei Mephisto, wie denn das Werben um Margarete läuft.
  • Mephisto sagt Faust, er müsse bezeugen, dass Marthes Ehemann in Padua begraben liegt, damit Marthe ihnen beim Verkuppeln hilft.
  • Faust willigt nicht sofort ein, woraufhin Mephisto ihn provoziert. Schließlich lässt er sich auf den Betrug ein.


Faust fragt bei Mephisto nach, wie denn das Werben um Margaretes Gunst läuft und ob er Fortschritte machen konnte. Mephisto zählt auf Marthes Unterstützung, die aber nur eintreten kann, wenn Faust als Zeuge auftritt.


Er müsse aussagen, dass Marthes Ehemann in Padua begraben liegt. Faust möchte nicht zu solchen drastischen Mitteln greifen, woraufhin sich Mephisto über seine Doppelmoral lustig macht.


Der Teufel wirft ihm vor, es nicht ernst mit Margarete zu meinen. Diese Unterstellung bringt Faust auf die Palme und er willigt ein, Marthe zu belügen, um mit Margarete zusammenzukommen.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Fausts Doppelmoral


Faust weigert sich zunächst, den Plan von Mephisto zu befolgen und Marthe über ihren Ehemann zu belügen. Mephisto entlarvt ihn jedoch rhetorisch als Lügner. Faust hätte als Wissenschaftler die Menschen auch belogen.


Mephistopheles: „Ist es das erste Mal in Eurem Leben, / Dass Ihr falsch Zeugnis abgelegt? / Habt Ihr von Gott, der Welt und was sich drin bewegt, / Vom Menschen, was sich ihm in Kopf und Herzen regt, / Definitionen nicht mit großer Kraft gegeben?“


Zusätzlich verspottet der Teufel Fausts Gefühle für Margarete und wirft ihm vor, es mit dem Mädchen nicht ernst zu meinen. Diese Provokationen bewirken, dass Faust letzten Endes nachgibt und sich selbst korrumpiert.


Mephistopheles: „Dann wird von ewiger Treu und Liebe, / Von einzig überallmächt`gem Triebe - / Wird das auch so von Herzen gehen?“

Faust: „Wer Recht behalten will und hat nur eine Zunge, / Behält`s gewiss. / Und komm, ich hab des Schwätzens Überdruss, / Denn du hast Recht, vorzüglich weil ich muss."



Faust 1, Szene 12: Garten

  • Beim Doppeldate spazieren die beiden Paare für sich durch Marthes Garten.
  • Mephisto muss sich dabei anstrengen, nicht auf Marthes Flirtversuche einzugehen.
  • Faust und Margarete kommen sich näher, wobei sie zugibt, für Faust schon bei ihrer ersten Begegnung Gefühle entwickelt zu haben.
  • Nachdem Faust ihr seine Gefühle gesteht, flieht sie in ein Gartenhäuschen.


Am Abend treffen sich die Pärchen in Marthens Garten. Dabei geht Faust mit Margarete spazieren, während sich Mephisto um Marthe kümmert. Dabei hat der Teufel alle Mühe, ihren Flirtversuchen auszuweichen.


Margarete erzählt Faust ihre Lebensgeschichte. Sie hat ihre kleine Schwester anstelle der kranken Mutter großgezogen, obwohl sie selbst noch ein Kind war. Dabei versucht sie ihn von ihren Qualitäten als Hausfrau zu überzeugen. Margarete beichtet Faust, dass er schon bei ihrem ersten Treffen vor der Kirche bleibenden Eindruck bei ihr hinterlassen habe. Sie nimmt sich eine Sternenblume und spielt „Er liebt mich, er liebt mich nicht.“


Faust ist von dem Mädchen hingerissen und gesteht ihr seine Gefühle. Margarete fühlt sich ein bisschen überfordert und flieht daraufhin ins Gartenhäuschen. Mephisto und Marthe beobachten das Geschehen aus der Distanz, wobei Mephisto der Meinung ist, Faust und Margarete seien füreinander bestimmt.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Das erste richtige Treffen zwischen Faust und Margarete


Marthe versucht aktiv, den Teufel zu verführen und steht dabei in krassem Kontrast zu Margarete, die eher als passiv schüchtern vor Faust auftritt. Dabei muss sich Mephisto alle Mühe geben, den Flirtversuchen der Gastgeberin auszuweichen.


Marthe: „Drum, werter Herr, beratet Euch in Zeiten. (…) Sagt grad, mein Herr, habt Ihr noch nichts gefunden? / Hat sich das Herz nicht irgendwo gebunden? (…) Ich wollte sagen: ward`s nie Ernst in Eurem Herzen?“


Margarete versucht Faust von ihren Qualitäten als Hausfrau und Mutter zu überzeugen. Sie ist für ihre 14 Jahre schon sehr selbstständig und erwachsen.


Margarete: „Wir haben keine Magd; muss kochen, fegen, stricken / Und nähn, und laufen früh und spat; / (…) Ich zog es [ihre Schwester] auf, und herzlich liebt` es mich.“


Durch das Blumen-Spiel gesteht Margarete Faust ihre Liebe. Dieser ist aber nicht zu einer richtigen Antwort fähig, sondern antwortet mit indirekten Phrasen.


Margarete: „Liebt mich – Nicht – Liebt mich – Nicht - / (Das letzte Blatt ausrupfend, mit holder Freude.) / Er liebt mich!“

Faust: „Lass diesen Händedruck dir sagen, / Was unaussprechlich ist: / Sich hinzugeben ganz und eine Wonne / Zu fühlen, die ewig sein muss!“



Faust 1, Szene 13: Ein Gartenhäuschen

  • Im Gartenhäuschen kommt es zu einer Liebesszene zwischen Margarete und Faust.
  • Mephisto unterbricht die beiden, woraufhin sich Faust und er von Margarete und Marthe verabschieden müssen.


Faust und Margarete geben sich im Gartenhäuschen ihrer Liebe hin und küssen sich. Plötzlich unterbricht Mephisto die beiden und möchte mit Faust den Garten verlassen.


Die beiden verabschieden sich von den Damen, auch weil Mephisto Fausts und Margaretes Zweisamkeit gestört hatte. Nach dem Abgang der beiden rätselt Margarete darüber, was Faust wohl an ihr so anziehend findet.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Die Liebesszene zwischen Faust und Margarete


Im Gartenhäuschen kommt es zu der einzigen Liebesszene zwischen Faust und Margarete. Dabei reizt Margarete Faust, indem sie vor ihm flüchtet, um ihn auf spielerische Weise ins Gartenhäuschen zu locken. Dieses erotische Spiel gefällt Faust.


Faust: „Ach Schelm, so neckst du mich!“


Als Mephisto die beiden trennen möchte, schaltet sich kurz Margaretes Gewissen ein, da sie Angst vor den Konsequenzen hat, die eine Liaison mit Faust mit sich bringen könnten.


Faust: „Darf ich Euch nicht geleiten?“

Margarete: „Die Mutter würde mich – Lebt wohl!“



Faust 1, Szene 14: Wald und Höhle

  • Faust hat sich im Wald in eine Höhle zurückgezogen und dankt dem Erdgeist für sein neu entfachtes Interesse an der Natur.
  • Gleichzeitig verflucht er seine wachsende Abhängigkeit von Mephisto.
  • Mephisto tritt auf und macht sich über die Naturverbundenheit Fausts lustig. Außerdem weist er darauf hin, dass Margarete voller Liebe auf Faust warten würde.
  • Faust gibt sich ganz seiner Sehnsucht nach Margarete hin, obwohl er weiß, dass seine Liebe sie zugrunde richten wird.


Nach dem Kuss hat sich Faust im Wald in eine Höhle zurückgezogen. Dort dankt er dem Erdgeist dafür, dass seine Verbundenheit zur Natur neu entfacht wurde und er sich nicht mehr so distanziert als Wissenschaftler mit ihr beschäftigen muss. Gleichzeitig zweifelt er aber auch an Mephisto und verflucht seine wachsende Abhängigkeit von dem Teufel.


Mephisto tritt hinzu und macht sich direkt über Faust lustig. Dabei wirft er ihm vor, sein altes Leben als Wissenschaftler nicht komplett abgelegt zu haben. Außerdem erinnert Mephisto ihn daran, dass Margarete gerade sehnsüchtig auf ihren Liebsten warte.


Faust möchte Mephisto vertreiben, gleichzeitig spürt er sein steigendes Verlangen nach dem Mädchen und merkt, wie seine Gedanken fast nur noch um sie kreisen. Er weiß ganz genau, dass seine Liebe Margarete zugrunde richten wird, entscheidet sich aber letztlich, seinem Verlangen nachzugehen.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Fausts endgültige Entscheidung


Faust freut sich über die neu entfachte Verbindung zur Natur, von der der Erdgeist im Studierzimmer gesprochen hatte. Diesen Genuss hat er höchstwahrscheinlich seiner Liebe gegenüber Gretchen zu verdanken. Gleichzeitig verflucht er seine wachsende Abhängigkeit von Mephisto.


Faust: „Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles, /Warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst / Dein Angesicht im Feuer zugewendet. / Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich, / Kraft sie zu fühlen, zu genießen.“

Faust: „Du gabst zu dieser Wonne, / Die mich den Göttern nah und näher bringt, / Mir den Gefährten, den ich schon nicht mehr / Entbehren kann, wenn er gleich, kalt und frech, / Mich vor mir selbst erniedrigt und zu Nichts, / Mit einem Worthauch, deine Gaben wandelt."


Seine innere Zerrissenheit zeugt auf der einen Seite von der Symbiose mit der Natur und der dadurch erfahrenen Erkenntnisse über die Welt. Gleichzeitig steigt sein sexuelles Verlangen nach Margarete. Mephisto greift in diesen Kampf ein, indem er Faust als Wissenschaftler verspottet und von Margaretes Sehnsucht nach Faust erzählt.


Faust: „Er facht in meiner Brust ein wildes Feuer / Nach jenem schönen Bild geschäftig an. / So taumel` ich von Begierde zu Genuss, / Und im Genuss verschmacht ich nach Begierde.

Mephistopheles: „Vom Kribskrabs der Imagination / Hab ich dich doch auf Zeiten lang kuriert; / (…) Dir steckt der Doktor noch im Leib. / (…) Dein Liebchen sitzt dadrinne, / Und alles wird ihr eng und trüb. / Du kommst ihr gar nicht aus dem Sinne, / Sie hat dich übermächtig lieb."


Faust kämpft zwar gegen sein inneres Verlangen nach Margarete an, da er weiß, dass seine Verbindung zu ihr das Mädchen in eine Katastrophe führen wird. Letzten Endes entscheidet er sich aber für die Rückkehr zu ihr. Diese Entscheidung begründet er mit dem schon unvermeidlichen Untergang.


Faust: „Der Unmensch ohne Zweck und Ruh? / Der wie ein Wassersturz von Fels zu Felsen brauste / Begierig wütend nach dem Abgrund zu. / (…) Und ich, der Gottverhasste, / Hatte nicht genug, / Dass ich die Felsen fasste / Und sie zu Trümmern schlug! / (…) Was muss geschehn, mag`s gleich geschehn! / Mag ihr Geschick auf mich zusammenstürzen / Und sie mit mir zugrunde gehn."



Faust 1, Szene 15: Gretchens Stube

  • Margarete spricht von ihrem Liebeskummer.


Margarete sitzt am Spinnrad und sinniert über die Unruhe in ihrem Herzen. Alle ihre Gedanken kreisen nur noch um Faust und sie möchte sich ihm vollkommen hingeben. Sie möchte ihn umarmen und küssen, bis sie daran vergehen soll.



Faust 1, Szene 16: Marthens Garten

  • In Marthens Garten möchte Margarete von Faust wissen, wie er zur Religion steht. Außerdem äußert sie ihm gegenüber ihre Abneigung gegen Mephisto.
  • Faust möchte mit Margarete unbedingt intim werden, sie hat aber Angst, da sie mit ihrer Mutter zusammenlebt. Die Mutter könnte die beiden Liebenden hören.
  • Deshalb überreicht ihr Faust ein Fläschchen mit einem Schlaftrank (das der Teufel besorgt hat), den Margarete ihrer Mutter einflößen soll.
  • Die Mutter stirbt an dem Medikament, während Faust und Margarete die Nacht zusammen verbringen.


Die beiden Verliebten treffen sich wieder in Marthens Garten, wo Margarete Faust über dessen Gedanken zur Religion befragt. Er antwortet ausweichend und meint, dass er nichts mit der traditionellen Religion anfangen kann. Jedoch gibt er keine eindeutige Aussage, da er merkt, wie wichtig Margarete der Glaube ist. Margarete akzeptiert zwar bis zu einem gewissen Grad seine Antwort, gleichzeitig äußert sie sich aber auch über Fausts Begleiter (Mephisto), der ihr unangenehm ist und auch irgendwo Angst macht.


Gemeinsam möchten sie sich ihrer Liebe hingeben, Margarete hat jedoch noch Bedenken, da sie mit ihrer Mutter zusammenlebt und Angst davor hat von ihr in flagranti erwischt zu werden. Daraufhin überreicht ihr Faust einen Schlaftrank, von dem Margarete ein paar Tropfen der Mutter einflößen soll, damit sie die Liebenden nicht bemerkt.


Der Trank stammt von Mephisto und die Mutter stirbt daran. Faust und Margarete verbringen die Nacht zusammen.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Die Gretchenfrage


Da sie schon befürchtet, dass Faust nicht religiös ist, fragt ihn Margarete direkt über seinen Glauben aus (Gretchenfrage). Margarete will sich dadurch Sicherheit verschaffen, da ihre Hingabe zu Faust eine mögliche Vermählung nach sich ziehen würde. Faust weicht aber der Frage aus, indem er eine vage Antwort gibt – Glaube sei für ihn als Wissenschaftler suspekt und unbedeutend. Margarete kann in Faust keinen Christen erkennen und gibt sich vorerst mit seiner Antwort ab.


Margarete: „Nun sag, wie hast du`s mit der Religion?

Faust: „Misshör mich nicht, du holdes Angesicht! / Wer darf ihn nennen? / Und wer bekennen: / Ich glaub ihn. / Wer empfinden / Und sich unterwinden / Zu sagen: ich glaub ihn nicht?“

Margarete: „Wenn man`s so hört, möcht`s leidlich scheinen, / Steht aber doch immer schief darum; / Denn du hast kein Christentum."


Margarete äußert Faust gegenüber auch ihren Missmut über Mephisto. Dieser ist ihr suspekt und unheimlich. Da Faust dessen wahre Identität verschleiern möchte, tut er ihre Angst als Lappalie ab.


Margarete: „Der Mensch, den du da bei dir hast, / Ist mir in tiefer innrer Seele verhasst; / Es hat mir in meinem Leben / So nichts einen Stich ins Herz gegeben, / Als des Menschen widrig Gesicht.“

Faust: „Liebe Puppe, fürcht ihn nicht! / (…) Es muss auch solche Käuze geben.“


Die Liebenden verabreden sich zu einem nächtlichen Treffen. Um die Mutter ahnungslos zu lassen, übergibt Faust Margarete einen Schlaftrunk (der von Mephisto stammt), den sie ihr verabreichen soll. Beide wissen jedoch nicht, dass es sich dabei um Gift handelt, an dem die Mutter sterben wird.


Margarete: „Ach wenn ich nur alleine schlief`! / Ich ließ` dir gern heut Nacht den Riegel offen; / Doch meine Mutter schläft nicht tief: / Und würden wir von ihr betroffen, / Ich wär gleich auf der Stelle tot!“

Faust: „Hier ist ein Fläschchen! Drei Tropfen nur / In ihren Trank umhüllen / Mit tiefem Schlaf gefällig die Natur.“



Faust 1, Szene 17: Am Brunnen

  • Margarete (nun von Goethe im Drama als Gretchen bezeichnet) trifft beim Wasserholen auf ihre Freundin Lieschen.
  • Lieschen erzählt ihr von Bärbelchen, die von einem Mann geschwängert und dann verlassen wurde.
  • Laut Lieschen soll Gretchen aber kein Mitleid empfinden, da Bärbelchen selbst schuld sei – sie habe die Geschenke des Mannes ohne Bedenken angenommen.
  • Auf dem Heimweg bereut Gretchen, dass sie sich Faust hingegeben hat.


Beim Wasserholen trifft Gretchen auf ihre Freundin Lieschen. Diese hat neuen Klatsch und erzählt Gretchen von der gemeinsamen Bekannten Bärbelchen. Bärbelchen wurde von einem Mann geschwängert, der sie daraufhin verlassen hatte.

Gretchen ist von dieser Entwicklung geschockt und bekundet ihr Mitleid mit der Armen. Lieschen stoppt sie jedoch und schimpft auf Bärbelchen. Diese habe sich ihr Schicksal selbst zuzuschreiben, da sie ungeniert auf das Werben und die Geschenke des Mannes eingegangen sei.


Auf dem Heimweg bereut Gretchen, dass sie in der Vergangenheit solche Mädchen verurteilt habe und nun selbst zu einer Sünderin geworden ist. Dem Zuschauer/Leser wird klar, dass Gretchen tatsächlich von Faust schwanger sein könnte.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Margaretes Verwandlung in Gretchen


Margarete wird nach der gemeinsamen Nacht mit Faust von Goethe nur noch als Gretchen bezeichnet. Dies soll ihre Naivität und auch ihren Sündenfall verdeutlichen, da sie sich auf Faust eingelassen hatte.


Gretchen erfährt von einer Bekannten, die von ihrem Freund geschwängert und dann verlassen wurde. Die anderen Mädchen lästern nun über sie, Gretchen hat aber Mitleid. Dies kommt daher, dass sich Gretchen mit der Alleingelassenen identifiziert und Angst hat, dass ihr das gleiche Schicksal blüht. Gleichzeitig nimmt sie aber Faust in Schutz, anstelle ihn zu verfluchen. Der Zuschauer/Leser wird damit auf eine mögliche Schwangerschaft Gretchens hingewiesen.


Gretchen: „Das arme Ding!“

Lieschen: „Bedauerst sie noch gar! / (…) Da mag sie denn sich ducken nun, / Im Sünderhemdchen Kirchbuß tun!“

Gretchen (nach Hause gehend): „Wie konnt ich sonst so tapfer schmälen, / Wenn tät ein armes Mägdlein fehlen! / (…) Und bin nun selbst der Sünde bloß! / Doch – alles was dazu mich trieb, / Gott! war so gut! ach war so lieb!“



Faust 1, Szene 18: Zwinger

  • In ihrer Not betet Gretchen zur Mater dolorosa um Vergebung und Schutz.


In der Mauerhöhle betet Gretchen an einem Andachtsbild der Mater dolorosa (Darstellung der Mutter Jesu in ihrer Trauer über den Sohn) um Vergebung. Sie soll Gretchen vor Schmach und sogar dem Tod beschützen, da sie ja aufgrund der Kreuzigung ihres Sohnes Jesus, Gretchens Leid nachvollziehen könne.



Faust 1, Szene 19: Nacht. Straße vor Gretchens Türe

  • Gretchens Bruder Valentin hat von Gretchens unehelichen Liebeleien erfahren und wartet vor der Haustür auf den Mann, der seiner Schwester die Unschuld geraubt hat. Den Täter möchte er mit dem Tod bestrafen.
  • Faust und Mephisto nähern sich Gretchens Haus und besprechen, wie sie den Kirchenschatz stehlen können.
  • Valentin tritt hervor und fordert Faust zum Fechtduell heraus.
  • Als Valentin während des Kampfes auf einmal die Hand erlahmt, nutzt Faust die Chance und ersticht den Soldaten. Beide fliehen vor dem drohenden Blutbann (Todesstrafe) aus der Stadt.
  • In seinen letzten Minuten verstößt Valentin seine hinzugekommene Schwester vor den herbeigeeilten Bürgern und beschimpft sie als Hure.


Valentin, Soldat und älterer Bruder von Gretchen, hat durch Gerüchte von den unehelichen Liebeleien seiner Schwester erfahren. Er ist wütend auf sie, da sie einst sein ganzer Stolz war und wartet vor ihrer Haustür auf den Mann, der sie geschwängert haben soll. Er ist fest entschlossen, den Täter mit dem Tod zu bestrafen.


Faust und Mephisto nähern sich dem Haus von Gretchen und besprechen, wie sie den Kirchenschatz stehlen sollen. Dabei erhofft sich Faust neue teure Geschenke für seine Angebetete. Mephisto bietet an, Gretchen auf eine weitere Nacht mit Faust musikalisch einzustimmen. Dazu packt er seine Zither aus und fängt an zu singen.


Plötzlich tritt Valentin aus der Dunkelheit hervor und zerschlägt die Zither in Mephistos Hand. Er fordert Faust zum Fechtduell heraus und die beiden kämpfen gegeneinander. Plötzlich erlahmt Valentin zu seinem eigenen Schreck die Hand (verursacht durch den Teufel) und Mephisto stachelt Faust an, zuzustechen. Faust ersticht Gretchens Bruder und muss mit Mephisto vor dem drohenden Blutbann (Hochgerichtsbarkeit – Todesstrafe) aus der Stadt fliehen.


Währenddessen sind einige der Bürger durch den verursachten Lärm herbeigeeilt – so auch Gretchen. Sie ist ganz aufgelöst über den sterbenden Bruder, doch Valentin nutzt seine letzten Minuten, um Gretchen der Unzucht zu beschuldigen und sie vor aller Augen als Hure zu beleidigen. Er stirbt nach eigener Aussage durch ihre Schuld, aber ehrenvoll als Soldat.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Gretchens Demütigung


Gretchens Bruder Valentin ist nach dem Tod der Mutter für seine Schwester verantwortlich. Er ist Soldat und steht dem Spott seiner Kameraden gegenüber, da Gretchens Affäre als Gesprächsthema mittlerweile bis an ihn herangekommen ist.


Valentin: „Sie ist die Zier vom ganzen Geschlecht! / Da saßen alle die Lober stumm. / Und nun! – ums Haar sich auszuraufen / Und an den Wänden hinauf zu laufen! - / Mit Stichelreden, Nasenrümpfen / Soll jeder Schurke mich beschimpfen!“


Den Schuldigen möchte Valentin im Kampf mit dem Tod strafen. Im Kampf mit Faust wird er aber (durch die Hilfe Mephistos) von diesem tödlich verwundet.


Valentin: „Nun soll es an Schädelspalten! / (…) Ich glaub der Teufel ficht! / Was ist denn das? Schon wird die Hand mir lahm.“

Mephistopheles (zu Faust): „Stoß zu!“

Valentin (fällt): “O weh!”


Der Kampf hat Gretchen und ein paar andere Bürger geweckt, die alle auf die Straße eilen. Valentin gibt seiner Schwester die Schuld an seinem Tod und ächtet Gretchen öffentlich. Er treibt sie auch indirekt in den Kindesmord, den er ihr vorhersagt.


Valentin: „Wenn erst die Schande wird geboren, / Wird sie heimlich zur Welt gebracht, / Und man zieht den Schleier der Nacht / Ihr über Kopf und Ohren; / (…) Dir soll das Herz im Leib verzagen, / Wenn sie dir in die Augen sehn! / Sollst keine goldne Kette mehr tragen! / In der Kirche nicht mehr am Altar stehn!“



Faust 1, Szene 20: Dom

  • Gretchen nimmt an einem Gottesdienst teil, bei dem ihr ein böser Geist erscheint.
  • Der Geist gibt ihr die Schuld am Tod der Mutter und des Bruders und bestätigt ihre Vermutung, schwanger zu sein.
  • Für Gretchen ist das alles zu viel und sie fällt in Ohnmacht.


In der Domkirche nimmt Gretchen an einem Gottesdienst teil. Ein böser Geist erscheint hinter ihr und beschuldigt das Mädchen der Sünde. Sie habe den Tod der eigenen Mutter und des Bruders herbeigeführt und ihre Unschuld aus Kindheitstagen dadurch komplett verloren.


Außerdem bestätigt der böse Geist ihre Vermutung, schwanger zu sein. Gretchen wird das alles zu viel und sie fällt in Ohnmacht.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Gretchens Verurteilung


Der böse Geist erinnert Gretchen während des Gottesdienstes an ihre dreifache Schuld. Sie sei am Tod der Mutter und des Bruders schuld und auch noch unverheiratet schwanger. Damit treibt er das Mädchen in den Wahnsinn.


Böser Geist: „Betst du für deiner Mutter Seele, die / Durch dich zur langen, langen Pein hinüberschlief? / Auf deiner Schwelle wessen Blut? / - Und unter deinem Herzen / Regt sich’s nicht quillend schon, / Und ängstet dich und sich / Mit ahnungsvoller Gegenwart?“


Der Chor singt „Dies irae“ von Thomas von Celano. In dem Lied geht es um das Jüngste Gericht und es werden bedrohliche Verse gesungen, die Gretchen auf sich bezieht. Die Kirche kennt keine Erlösung für die Sünderin, die bisher immer streng gläubig gelebt hat. Gretchen bricht ohnmächtig zusammen.



Faust 1, Szene 21: Walpurgisnacht

  • Im Harzgebirge führt Mephisto Faust während der Walpurgisnacht zu einem Hexentanz auf den Blocksberg.
  • Sie geraten in eine große Gruppe von Hexen, die mit ihren Besen auf dem Weg zur Bergspitze sind, da der Teufel höchstpersönlich dort erscheinen soll.
  • Mephisto überredet Faust, stattdessen an einem Tanz mit zwei Hexen teilzunehmen, wobei er als Kuppler auftreten möchte.
  • Beide ergehen sich im Tanz mit den zwei Hexen. Plötzlich wird Faust von einer Vision um Gretchens tödliches Schicksal heimgesucht.
  • Um ihn abzulenken, führt Mephisto Faust zu einer Theaterbühne, wo ein Stück aufgeführt werden soll.


Faust und Mephisto befinden sich tief im Harzgebirge, wo während der Walpurgisnacht ein Hexensabbat (festartiges Treffen von Hexen) stattfinden soll. Mephisto möchte Faust hinführen und auf dem Blocksberg geraten sie zunächst in eine Windsbraut (große Ansammlung von Hexen), die auf dem Weg zum Gipfel ist. Dort wird die Anwesenheit des Teufels höchstpersönlich erwartet.


Faust ist neugierig und möchte sich der Prozession anschließen. Mephisto lenkt seine Aufmerksamkeit aber auf einen Hexentanz und überredet ihn mit dem Argument, dort als Kuppler für Faust aufzutreten. Die beiden ergehen sich im Tanz mit zwei Hexen und singen dabei anzügliche Lieder.


Plötzlich wird Faust von einer Vision heimgesucht. Ein rotes Mäuschen springt seiner Tanzpartnerin aus dem Mund und ein blasses Kind, das ihn an Gretchen erinnert, erscheint vor seinen Augen. Das Kind mit toten Augen trägt ein rotes Schnürchen um den Hals, was eine Vorausdeutung auf Gretchens Hinrichtung sein soll.


Zur Ablenkung führt Mephisto Faust zu einer Bühne, auf der ein Theaterstück aufgeführt werden soll.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Der Hexensabbat


Die Walpurgisnacht ist die längste Szene der Tragödie und soll bildhaft Fausts triebhaftes Innenleben darstellen. Dabei wird Faust von Mephisto mit Sinnlichkeit und Sexualität gelockt.


Die Trödelhexe erinnert Faust an Margarete, indem sie Gegenstände anbietet, die eine fatale Rolle in Margaretes Leben gespielt haben.


Trödelhexe: „Kein Dolch ist hier, von dem nicht Blut geflossen, / Kein Kelch, aus dem sich nicht, in ganz gesunden Leib, / Verzehrend heißes Gift ergossen, / Kein Schmuck, der nicht ein liebenswürdig Weib / Verführt, kein Schwert das nicht den Bund gebrochen, / Nicht etwa hinterrücks den Gegenmann durchstochen."


Mephisto versucht Faust mit der Verführerin Lilith abzulenken, die als erste Frau Adams für wilde Leidenschaft steht. Dabei ergehen sich beide im Tanz mit zwei Hexen. Faust tanzt mit der jüngeren, während Mephisto sich mit einer alten Hexe gesellt – diese Paare parodieren die Gartenszene, in der Mephisto mit Marthe und Faust mit Gretchen zusammen waren. Dabei spürt Faust eine sexuelle Anregung im Bezug auf die Brüste der Hexe.


Faust: „Einst hatt ich einen schönen Traum; / Da sah ich einen Apfelbaum, / Zwei schöne Äpfel glänzten dran, / Sie reizten mich, ich stieg hinan.“


Faust bricht aber den Tanz ab, als ihm eine Vision von Gretchens Schicksal offenbart wird. Dies deutet den Kindsmord und Gretchens Hinrichtung an.


Faust: „Ach! mitten im Gesange sprang / Ein rotes Mäuschen ihr aus dem Munde. / (…) Ein blasses, schönes Kind allein und ferne stehen? / (…) Ich muss bekennen, dass mir deucht, / Dass sie dem guten Gretchen gleicht. / (…) Fürwahr es sind die Augen einer Toten, / Die eine liebende Hand nicht schloss. / (…) Wie sonderbar muss diesen schönen Hals / Ein einzig rotes Schnürchen schmücken, / Nicht breiter als ein Messerrücken!“



Faust 1, Szene 22: Walpurgisnachtstraum

  • In dem Theaterstück geht es um die anstehende goldene Hochzeit des Elfenkönigpaares Oberon und Titania.


Die goldene Hochzeit des Elfenkönigpaares Oberon und Titania steht an. Dabei treten alle möglichen Figuren auf, die eine Anspielung auf zeitgenössische Personen darstellen sollen (z.B. der Nordische Künstler als Goethe). Das Stück selbst ist eine Anspielung auf Shakespeares Werk „Ein Sommernachtstraum“.  


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Das Stück im Stück als retardierendes Moment


In dem Stück im Stück dominieren Künstler das Geschehen. Die Szene gilt als Intermezzo, da Faust eigentlich zu Gretchen zurückkehren sollte, um die Katastrophe zu verhindern. Stattdessen verweilt er jedoch mit Mephisto am Theater und schaut sich das Schauspiel an. Die Katastrophe wird herausgezögert.



Faust 1, Szene 23: Trüber Tag. Feld

  • Faust beschuldigt Mephisto, ihn über den weiteren Verlauf von Gretchens Schicksal komplett im Dunkeln gelassen zu haben.
  • Gretchen wurde verhaftet und in den Kerker geschmissen. Sie erwartet die Hinrichtung.
  • Mephisto macht sich über die Anschuldigungen lustig und appelliert an Fausts Gewissen, den Untergang Gretchens selbst ausgelöst zu haben.
  • Mephisto kann alles für die Flucht vorbereiten, Faust selbst muss aber Gretchen befreien.


Die Handlung setzt mit einem Streitgespräch zwischen Faust und Mephisto wieder ein. Faust macht Mephisto große Vorwürfe, ihn über den weiteren Verlauf von Gretchens Schicksal im Dunkeln gelassen zu haben. Er ist außer sich, da Gretchen gefangengenommen und zum Tode verurteilt wurde.


Mephisto lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und kontert die Anschuldigungen Fausts damit, dass nicht er, sondern Faust selbst den Untergang des Mädchens herbeigeführt habe. Er – Mephisto – habe nur Anweisungen ausgeführt. Faust befiehlt dem Teufel, Gretchen zu befreien, was Mephisto aber leider nicht bewerkstelligen kann.


Er erinnert Faust auch an den noch herrschenden Blutbann in der Stadt – dieser ist aber entschlossen, Gretchen aus dem Kerker zu befreien. Mephisto bietet Faust an, den Wächter einzuschläfern und Zauberpferde zur Flucht bereit zu stellen. Zusammen brechen sie zur Rettung Gretchens auf.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Fausts schlechtes Gewissen


Dies ist die einzige in Prosa verfasste Szene in dem Drama. Dadurch soll Fausts Verzweiflung und seine Erregung verdeutlicht werden. Goethe lässt hier seinen Protagonisten nach Manier der Stürmer und Dränger (Literaturepoche) handeln - seine Aussagen sind geprägt von einem starken Pathos und Fausts Emotionalität.


Faust: „Im Elend! Verzweifelnd! Erbärmlich auf der Erde lange verirrt und nun gefangen! Als Missetäterin im Kerker zu entsetzlichen Qualen eingesperrt das holde unselige Geschöpf! Bis dahin! dahin! – Verräterischer, nichtswürdiger Geist, und das hast du mir verheimlicht! – Steh nur, steh!“


Mephisto ist sich aber keiner Schuld bewusst. Er kontert Fausts Anschuldigungen und trifft ihn damit kalt. Faust kann nichts mehr erwidern, jedoch zeigen die Regieanweisungen sine Reaktion.


Mephistopheles: „Nun sind wir schon wieder an der Grenze unsres Witzes, da wo euch Menschen der Sinn überschnappt. Warum machst du Gemeinschaft mit uns, wenn du sie nicht durchführen kannst? Willst fliegen und bist vorm Schwindel nicht sicher? Drangen wir uns dir auf, oder du dich uns? (…) Wer war’s, der sie ins Verderben stürzte? Ich oder du?“ (Faust blickt wild umher.)



Faust 1, Szene 24: Nacht, offen Feld

  • Faust und Mephisto reiten auf schwarzen Pferden und passieren den Rabenstein, wo Hexen umherzuschwirren scheinen


Faust und Mephisto reiten auf schwarzen Pferden zur Stadt, um Gretchen aus dem Kerker zu befreien. Sie passieren den Rabenstein, den Platz an dem Gretchen am nächsten Tag hingerichtet werden soll. Faust bemerkt einige Gestalten, die um den Rabenstein versammelt sind – Mephisto nennt sie eine Hexenzunft – eine festliche Versammlung von Hexen.



Faust 1, Szene 25: Kerker

  • Gretchen wurde zum Tode verurteilt, da sie im Wahn das gemeinsame Kind von Faust in einem Brunnen ertränkt hatte.
  • Faust gelangt zu Gretchen und versucht sie aus dem Kerker zu befreien.
  • Gretchen ist überglücklich, Faust zu sehen, weigert sich jedoch zu fliehen, da sie sich ihrer Schuld bewusst ist.
  • Als Mephisto hinter Faust auftaucht, ergibt sich Gretchen vor Schreck ihrem Schicksal und bittet Gott um Vergebung.
  • Mephisto drängt Faust zur Flucht aus dem Gefängnis. Die beiden lassen Gretchen zurück.


Faust hat es bis zur Kerkertür von Gretchen geschafft und möchte seine Liebste befreien. Als er eintritt, ist sie jedoch außer sich und hält Faust zunächst für einen Henker. Sie kommt wieder zu sich und ist überglücklich. Sie fällt Faust um den Hals und möchte ihn küssen.


Gretchen merkt jedoch, dass Faust sich irgendwie verändert hat und nicht mehr der Mann ist, in den sie sich verliebt hatte. Der Leser erfährt, dass Gretchen in ihrem Wahn das gemeinsame Kind von ihr und Faust ertränkt hat und nun dadurch hingerichtet werden soll. Auch Gretchen ist sich ihrer Schuld bewusst und weigert sich, mit Faust zu fliehen.


Alle Überredungsversuche von Faust nützen nichts und als dann plötzlich Mephisto hinter ihm in den Kerker tritt und die beiden zur Flucht drängt, erschrickt Gretchen und übergibt ihre Seele Gott. Sie hat ihr Schicksal akzeptiert und Faust muss ohne sie fliehen. Mephisto sagt noch, Gretchen sei gerichtet, als eine Stimme von oben (Gott) ihn korrigiert – Gretchen sei nun gerettet. Der Teufel und Faust verschwinden aus dem Kerker. Gretchens Ruf nach ihrem Geliebten verhallt in der Ferne.


Schlüsselszenen und Deutungsansätze

Gretchens Erlösung


Gretchen ist im Kerker dem Wahnsinn verfallen. Sie singt über den von ihr begangenen Kindsmord und hält Faust bei seinem Eintritt zunächst für ihren Henker, was im übertragenen Sinne stimmt, da er für ihr Schicksal verantwortlich ist.


(Er [Faust] ergreift das Schloss. Es singt inwendig.) „Meine Mutter, die Hur, / Die mich umgebracht hat! / Mein Vater, der Schelm, / Der mich gessen hat!“

Margarete (auf den Knieen): „Wer hat dir Henker diese Macht / Über mich gegeben! / Du holst mich schon um Mitternacht. / Erbarme dich und lass mich leben!“


Als sie Faust wiedererkennt wähnt sich Gretchen zunächst kurz in Freiheit, spürt aber, dass Faust sie nicht mehr liebt. Dies bestätigt sie sich mit einem Kuss, der von Faust nicht erwidert wird. Der Regieanweisung nach ist sie auch – obwohl Faust sie zum ersten Mal in der Tragödie „Gretchen“ nennt – nicht mehr Gretchen, sondern Margarete.


Faust (laut): „Gretchen! Gretchen!“

Margarete: „Ich bin frei! Mir soll niemand wehren. / An seinen Hals will ich fliegen, / An seinem Busen liegen!“

Margarete: „O weh! deine Lippen sind kalt, / Sind stumm. / Wo ist dein Lieben / Geblieben? „Wer brachte mich drum?“ (Sie wendet sich von ihm)


Margarete findet aber wieder zu sich selbst, da sie sich ihrer Schuld wieder bewusst wird und das Urteil hinnehmen möchte. Da kann selbst Mephisto nichts mehr ausrichten und bleibt bei so einer standfesten Margarete machtlos.


Margarete: „Was steigt aus dem Boden herauf? / Der! der! Schick ihn fort! / Was will der an dem heiligen Ort?“


Margarete lehnt eine Flucht nun kategorisch ab und distanziert sich von Faust. Gleichzeitig lässt sie sich von Gott richten und findet auf diesem Weg Erlösung.


Margarete: „Gericht Gottes! Dir hab ich mich übergeben! / (…) Dein bin ich, Vater! Rette mich! / Ihr Engel! Ihr heiligen Scharen, / Lagert euch umher, mich zu bewahren! / Heinrich! Mir graut`s vor dir.“

Mephistopheles: „Sie ist gerichtet!“

Stimme (von oben): „Ist gerettet!“

Faust ist verzweifelt und muss in seiner tragischen Gestalt vom Ort fliehen.

Faust: „O wär ich nie geboren!“

Mehr zum Thema Interpretation literarischer Texte
60%

der Nutzer schaffen das Faust Zusammenfassung Quiz nicht! Kannst du es schaffen?

Quiz starten

Über 2 Millionen Menschen lernen besser mit StudySmarter

  • Tausende Karteikarten & Zusammenfassungen
  • Individueller Lernplan mit Smart Reminders
  • Übungsaufgaben mit Tipps, Lösungen & Cheat Sheets

Finde passende Lernmaterialien für deine Fächer

Hol dir jetzt die Mobile App

Die StudySmarter Mobile App wird von Apple & Google empfohlen.

Faust Zusammenfassung
Lerne mit der Web App

Alle Lernunterlagen an einem Ort mit unserer neuen Web App.

JETZT ANMELDEN Faust Zusammenfassung

Melde dich an für Notizen & Bearbeitung. 100% for free.