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Evolutionstheorie

Durch Evolutionstheorien können Aussagen zu bestimmten Entwicklungen im Evolutionsverlauf getroffen werden. Es gibt jedoch verschiedene Theorien, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. 

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Evolutionstheorie

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Durch Evolutionstheorien können Aussagen zu bestimmten Entwicklungen im Evolutionsverlauf getroffen werden. Es gibt jedoch verschiedene Theorien, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben.

Evolutionstheorie – Definition

Bei einer Evolutionstheorie handelt es sich um eine wissenschaftliche Beschreibung über die Veränderung und Entstehung biologischer Einheiten. Dabei geht es speziell um Aspekte wie die möglichen Ursachen einer Evolution, welchen Verlauf sie nahm und ob es überhaupt eine Evolution gegeben hat.

Evolutionstheorie – einfach erklärt

Einfach gesagt sollen Evolutionstheorien die Frage beantworten, wie sich die zahlreichen Arten der Lebewesen auf unserem Planeten entwickelt haben. Bei einer Theorie geht es grundsätzlich um eine wissenschaftlich begründete Aussage, die gewisse Sachverhalte klären soll. In diesem Fall sind die Theorien allesamt auf evolutionäre Vorgänge bezogen.

Entwicklung des Evolutionsgedankens

Im 18. und 19. Jahrhundert gingen Theologen und Biologen davon aus, dass ein einmaliger Schöpfungsakt für die Entstehung der Lebewesen und Menschen zuständig ist. Doch im Laufe der Zeit entstanden unabhängige Theorien, die die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der damaligen Zeit über die Evolution der Organismen berücksichtigten und einbezogen.

Evolutionstheorien im Vergleich

Über die Jahrhunderte sind verschiedene Evolutionstheorien begründet worden. Im Folgenden werden einige davon chronologisch vorgestellt:

Evolutionstheorie von Linné

Carl von Linné ging in seiner Erklärung der Evolution im 18. Jahrhundert noch von der biblischen Schöpfungsgeschichte aus. Er glaubte, dass der einmalige Schöpfungsakt Gottes für die Entwicklung der Lebewesen zuständig ist. Auch war er der Auffassung, dass es seit dem Schöpfungsakt keine Veränderungen der Lebewesen gab.

Fossilien spielten in Linnés Evolutionstheorie keine Rolle. Obwohl es zu seiner Zeit einige Befunde zur Evolution gab, glaubte er nicht daran und ging davon aus, dass die Lebewesen keine Nachkommen früherer Lebewesen sein können und zufällig entstanden sind.

Evolutionstheorie von Cuvier

Auch Georges Cuvier hielt in seiner Theorie an der Schöpfungsgeschichte und der Konstanz der Arten fest. Im Gegensatz zu Linné versuchte er die Fossilienfunde in seine Evolutionstheorie einzubeziehen. Er glaubte, dass im Laufe der Zeit immer wieder große Katastrophen auftraten, die einen Teil der Lebewesen vernichteten.

Nach seiner sogenannten Katastrophentheorie vermehrten sich daraufhin die übrig gebliebenen Organismen und breiteten sich weiter aus.

Cuviers Lehre wurde von seinen Schülern dahin gehend erweitert, dass sie nach großen Katastrophen eine Neuschöpfung von Arten annahmen.

Evolutionstheorie von Lamarck

Im Gegensatz zu Linné und Cuvier ging Jean Baptiste de Lamarck von der Entwicklung der Arten aus. Seiner Meinung nach haben sich alle Lebewesen ständig weiterentwickelt. Dadurch konnten sie sich den Umweltbedingungen anpassen.

Lamarck stellte drei Ursachen dar, die die Evolution der Lebewesen erklärt:

  1. Durch Gebrauch bzw. Nichtgebrauch von Organen entwickeln sich diese bzw. sie verkümmern. Durch den Gebrauch von bestimmten Organen werden diese weiterentwickelt. Wenn Organe nicht gebraucht werden, werden diese zurückgebildet.
  2. Die erworbenen Merkmale werden an die nächste Generation vererbt.
  3. Alle Lebewesen besitzen einen inneren Vervollkommnungstrieb, der sie dazu bewegt, sich optimal an neue Umweltbedingungen anzupassen.

In seiner Evolutionstheorie erklärt Lamarck, dass sich Lebewesen aktiv an ihre Umgebung anpassen. Dieser Prozess geschieht in kleinen Schritten über mehrere Generationen. Wenn bestimmte Organe benutzt bzw. nicht benutzt werden, werden diese verändert. Diese veränderten Merkmale werden an die Nachkommen vererbt.

Wenn Du mehr über seine Theorie erfahren möchtest, dann lies Dir gerne den Artikel "Evolutionstheorie Lamarck" durch.

Evolutionstheorie von Darwin

In seiner Evolutionstheorie (Selektionstheorie) geht Charles Darwin von einer zunehmenden passiven Angepasstheit der Lebewesen an die sich ändernden Umweltbedingungen aus. Die Gründe, warum sich die Lebewesen entwickeln, liegt in den besseren Überlebens- und Fortpflanzungsmöglichkeiten der besser angepassten Individuen. Diese können ihre angepassten Merkmale an die nächste Generation vererben.

Darwin gilt als Begründer der modernen Evolutionstheorie.

Selektionstheorie

Alle Beobachtungen, die Darwin machte, führten zur Formulierung seiner Selektionstheorie. Die Theorie von Darwin besteht aus mehreren Annahmen, wie Tierarten entstehen bzw. entstanden sind. Die wesentlichen Punkte seiner Theorie sind:

  1. Überproduktion von Nachkommen

    Alle Lebewesen erzeugen viele Nachkommen. Dadurch kommt es aber nicht immer zur Zunahme der Gesamtpopulation. Das liegt daran, dass es nicht alle Nachkommen bis zu einer Fortpflanzung schaffen. Die meisten Nachkommen fallen der natürlichen Selektion zum Opfer.Mit der natürlichen Selektion ist gemeint, dass sich gewisse Individuen besser durchsetzen können, als andere: Die an die Umwelt am besten angepassten Individuen setzen sich gegen die weniger gut angepassten besser durch.

  2. Variabilität

    Die Nachkommen sind nicht alle identisch. Sie unterscheiden sich in wenigen Merkmalen. Diese Unterschiede sind aufgrund der verschiedenen Gene und Genkombinationen möglich. Deswegen heißt es auch genetische Variabilität.

  3. Vererbung

    Im Laufe der Zeit treten bei den Individuen immer wieder Mutationen auf, die an die nächste Generation vererbt werden.

  4. Konkurrenz

    Um zu überleben, passen sich die Organismen besser an die neue Umwelt an. Die besser angepassten Organismen können sich durchsetzen, um für ihr Leben zu kämpfen (struggle for life, survival of the fittest). Sie haben eine höhere Überlebenschance. Die angepassten Merkmale werden entsprechend an die Nachkommen vererbt.

    So kann etwa eine Giraffe mit langem Hals besser an Nahrung in den hohen Bäumen herankommen als Giraffen mit einem verhältnismäßig kurzen Hals. Durch die bessere Überlebensfähigkeit der Anpassungen haben sie daher eher die Möglichkeit Nachkommen zu erzeugen.

  5. Selektion

    Durch die natürliche Selektion werden die Lebewesen an die neue Umweltbedingung immer besser angepasst. Das heißt, die Tiere, die durch ihre angepassten Merkmale höhere Überlebenschancen haben, vererben auch genau diese Merkmale weiter und die Tierarten selektieren sich somit aus.

  6. Artwandel

    Durch die Anpassung der Arten über einen längeren Zeitraum sind die Merkmalsveränderungen der Tiere irgendwann so groß, dass es zu einem Artwandel kommen kann.

Darwins Beobachtungen

Während einer fünfjährigen Forschungsreise konnte Darwin so viele biologische Beobachtungen machen und Materialien sammeln, dass er allein über 20 Jahre für deren Auswertung benötigte. Die entscheidenden Beobachtungen, die ihn schließlich auf den Gedanken seiner Evolutionslehre brachten, machte Darwin auf den Galapagosinseln.

Jede Insel der Insel-Gruppe beherbergt eine individuelle Tier- und Pflanzenwelt, die sich aufgrund der Entfernung ohne jegliche menschliche Eingriffe entwickeln konnte. Hierzu werden Dir nun Ausschnitte von Darwins Beobachtungen gezeigt:

Darwin interessierte sich unter anderem für die Riesenschildkröten. Er konnte beobachten, dass es auf jeder Insel der Insel-Gruppe eine jeweils andere Schildkrötenrasse gab. Sie unterschieden sich in Form und Farbe ihres Panzers.

Die Panzerformen haben sich wegen der verschiedenen Ernährungsformen durchgesetzt. Schildkröten, die sich überwiegend von Büschen ernähren, haben einen sattelförmigen Panzer. Schildkröten, sie sich dagegen überwiegend von Bodenbewuchs ernähren, besitzen einen kuppelförmigen Panzer.

Evolutionstheorie Galapagos-Riesenschildkröte StudySmarterAbbildung 1: Galapagos-RiesenschildkröteQuelle: wikipedia.org

Ein weiteres Beispiel zeigt, wie sich ebenfalls diejenigen morphologisch angepassten Individuen einer Art je nach Ernährungsweise besser durchsetzen konnten:

Darwin beschäftigte sich auch näher mit einer Gruppe von Finken, die es nirgendwo sonst auf der Welt gab. Die Finkengruppe bestand aus 13 verschiedenen Arten. Jede Art hatte sich auf eine bestimmte Ernährung spezialisiert:

Einige ernährten sich von Körnern (ihr Schnabel war entsprechend kurz und dick), andere ernährten sich von Blättern und andere erbeuteten Insekten. Eine bestimmte Art hatte sich darauf spezialisiert, mithilfe von Kakteenstacheln Insekten aus Ritzen hervorzuholen. Jede Finkenart besaß eine Schnabelform, die ihrer Ernährungsweise entsprechend war.

Wenn Du mehr über die Darwinfinken erfahren möchtest, dann lies Dir gerne den Artikel über Adaptive Radiaton.

Wer begründete die moderne Evolutionstheorie?

Die modernste aller Evolutionstheorien ist die synthetische Evolutionstheorie und wurde vor allem begründet von Ernst Mayr und Theodosius Dobzhansky. Die synthetische Evolutionstheorie gilt zudem als die am besten gesicherte Evolutionstheorie. Dabei stützt sich die Evolutionstheorie unter anderem auf Erkenntnissen von Charles Darwin. Wie genau die Merkmalsausprägungen an die Nachkommen vererbt werden, konnte Darwin jedoch nicht erklären. Hier greifen die Mendelschen Regeln nach Gregor Mendel.

Genpool

Eine Evolution kann erst dann auftreten, wenn sich die Allelhäufigkeiten im Genpool einer Population verändern. Allele sind vereinfacht gesagt für die Merkmalsausprägungen verantwortlich. Eine Population meint eine Gruppe von Lebewesen einer Art, die sich den Lebensraum teilen und sich somit miteinander fortpflanzen können.

Fünf Evolutionsfaktoren

Nach der synthetischen Evolutionstheorie ist eine Änderung von Allelhäufigkeiten von fünf Evolutionsfaktoren abhängig. Sie gelten deshalb als der zentrale Ausgangspunkt der Evolution:

  • Mutation: Es handelt sich um zufällige Veränderungen der Basensequenzen der DNA, wodurch neue Merkmalsausprägungen möglich sind.
  • Rekombination: Die Erbanlagen der Eltern werden neu kombiniert. Nachkommen haben somit individuelle, kombinierte Erbanlagen.
  • Selektion: Die Individuen mit den ungünstigen Merkmalsausprägungen können durch ihre geringere Überlebenschance nicht so viele Nachkommen zeugen und bringen dadurch ihr Erbgut weniger in den Genpool mit ein.
  • Gendrift: Eine durch Ereignisse bedingte zufällige Änderung des Genpools. Die Tiere haben eine bessere Überlebenschance, die durch ihre Merkmalsausprägungen besser an Ereignisse wie Naturkatastrophen angepasst sind. Sie geben entsprechend öfter ihr Erbgut weiter.
  • Isolation: Wenn Teile von Populationen durch äußere Umstände getrennt werden und dadurch kein Genaustausch mehr möglich ist.

Wenn Du mehr über die Evolutionsfaktoren erfahren möchtest, informiere Dich dazu im entsprechenden Artikel.

Evolutionstheorie - Das Wichtigste

  • Bei einer Evolutionstheorie handelt es sich um eine wissenschaftliche Beschreibung über die Veränderung und Entstehung von Arten.
  • Über die Jahrhunderte sind verschiedene Evolutionstheorien begründet worden:
    • Carl von Linné ging in seiner Erklärung der Evolution im 18. Jh. noch von der biblischen Schöpfungsgeschichte aus.
    • Im Gegensatz zu Linné und Cuvier ging Jean Baptiste de Lamarck von einer Entwicklung der Arten aus.
    • Darwin entwickelte die Selektionstheorie, bei der die Aspekte Variabilität, Vererbung, Konkurrenz, Selektion und Artwandel wesentliche Inhalte sind.
  • Die modernste aller Evolutionstheorien ist die synthetische Evolutionstheorie.
  • Nach der synthetischen Evolutionstheorie ist eine Änderung von Allelhäufigkeiten von fünf Evolutionsfaktoren abhängig.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Evolutionstheorie

Einfach erklärt möchten Evolutionstheorien die Frage beantworten, wie sich die zahlreichen Arten der Lebewesen auf unserem Planeten entwickelt haben. Dabei geht es speziell um Aspekte wie die möglichen Ursachen einer Evolution, welchen Verlauf sie nahm und ob es überhaupt eine Evolution gegeben hat.

Charles Darwin gilt als Begründer der modernen Evolutionstheorie. Auf seinen Kenntnissen beruht die heute gültige Evolutionstheorie.

Darwin machte auf den Galapagosinseln seine Entdeckungen zur Evolutionstheorie, da hier die Tiere frei von den Einflüssen der Menschen lebten. Alle seine Beobachtungen führten Darwin zur Formulierung seiner Selektionstheorie.

Hierunter versteht man das Prinzip, dass die Überlebenschancen von Tieren höher sind, die sich entsprechend besser an die Umwelt angepasst haben. Es geht nicht um den Stärksten in dem Sinne, sondern um den am besten Angepassten. Dadurch, dass sie die besseren Merkmale vererbt bekommen haben, können sie sich besser durchsetzen und länger leben.

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