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Erkrankungen der Nieren

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Erkrankungen der Nieren

Gesunde Menschen besitzen zwei Nieren, eine links und eine rechts im Bauch. Sie fungieren gewissermaßen als Kläranlage für das Blut und filtern alles heraus, was dem menschlichen Körper schaden könnte, etwa Gift und Schadstoffe und Rückstände von Medikamenten. Doch nicht bei allen Menschen sind die Nieren vollständig funktionsfähig, allein in Deutschland leiden über zwei Millionen Menschen an einer dauerhaft eingeschränkten Nierenfunktion.

Definition zu Nierenerkrankungen

Die Nieren sind ein überlebenswichtiges, paariges Organ. Sie reinigen das Blut und beeinflussen zudem verschiedene andere Körperfunktionen. Die Nieren können von unterschiedlichen Krankheiten betroffen sein, sodass sich ihre Funktion zum Teil stark einschränkt oder sie sogar gänzlich versagt. Für Erkrankungen der Nieren (Nephropathie) ist die Nephrologie zuständig, ein Teilgebiet der Inneren Medizin.

Zusätzlich ist auch der Fachbereich der Urologie für einige Krankheiten der Nieren verantwortlich.

Grundlagen zu den Nieren

Der menschliche Körper hat zwei Nieren, welche im oberen Bauch liegen. Sie sind 10 – 12 cm lang, etwa faustgroß, ca. 150 Gramm schwer und ähneln von ihrer Form her der einer Kidneybohne. Beide liegen im oberen Bauch, eine rechts und eine links von der Wirbelsäule.

Das englische Wort für Niere ist “Kidney“ – daher der Name der Kidneybohnen.

Aufgaben der Nieren

Die wichtigste Aufgabe der Nieren ist es, das Blut zu filtern und so den Urin zu bilden. Das gesamte Blut einer Person (5 – 6 Liter) fließt täglich etwa 300 Mal durch die Nieren. Dabei werden insbesondere Abfallstoffe, Gifte, aber auch Rückstände von Medikamenten herausgefiltert und an den Vorurin abgegeben. Gleichzeitig geben die Nieren Salze, Wasser und auch wichtige Nährstoffe wieder zurück in die Blutlaufbahn.

Zudem überwachen die Nieren auch den Sauerstoffgehalt des Blutes. Sinkt dieser, geben sie das Hormon Erythropoetin ab, welches dafür sorgt, dass sich mehr rote Blutkörperchen bilden und sich der Sauerstoffgehalt wieder erhöht. Ebenso gleichen die Nieren den Flüssigkeits- und Salzhaushalt aus und regeln den Blutdruck.

Genauere Informationen zu den Nieren findest Du im gleichnamigen Artikel auf StudySmarter!

Ursachen und Risikofaktoren von Nierenerkrankungen

Es gibt unterschiedliche Ursachen für die typischen Nierenerkrankungen. Zu den wichtigsten Ursachen zählen:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Regelmäßige bzw. dauerhaft Einnahme von Schmerzmitteln (oder anderen speziellen Arzneimitteln)
  • Angeborene Nierenerkrankungen (z. B. Zystennieren)
  • Vernarbungen und Tumore, welche den Harnabfluss stören (Urinabflusstörungen)
  • Drogenkonsum

Personen, die ein erhöhtes Risiko für eine chronische Nierenerkrankung besitzen, sollten sich, um dieser vorzubeugen, regelmäßig Sport ausüben und Übergewicht vermeiden.

Nierenerkrankungen und Diabetes

Diabetes gilt als eine der Hauptursachen für Nierenerkrankungen. Häufig kommt es nach einer jahrelang bestehenden Diabetes (meist nach 10 – 15 Jahren) zu einer diabetischen Nephropathie. Diese gilt als eine der Spätkomplikationen von Diabetes, von der etwa 40 % der Personen mit Diabetes betroffen sind.

Bei einer diabetischen Nephropathie handelt es sich nicht um ein klar definiertes Krankheitsbild, aber um eine Summe an verschiedenen Veränderungen der Nieren zum Beispiel:

  • Entzündungen
  • Erkrankungen des Filterapparates in den Nieren
  • Gefäßveränderungen

Chronisches Nierenversagen gilt dann als eine der Langzeitfolgen von Diabetes.

Nierenerkrankungen und der Bluthochdruck

Der Blutdruck und die Nieren stehen in engem Zusammenhang. Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Ursachen für Krankheiten der Nieren und zum Nierenversagen. Kommt es zu einer Schädigung der Nieren durch dauerhaften Bluthochdruck, spricht man von vaskulärer Nephropathie. Gleichzeitig kann eine Nierenerkrankung auch die Ursache eines Bluthochdrucks sein.

Besteht bei einer Person Bluthochdruck oder Diabetes, sind zum Teil zusätzliche Medikamente sehr sinnvoll, welche den Blutdruck bzw. den Blutzucker gut einstellen. So kann den Spätfolgen, etwa einer chronischen Nierenerkrankung, vorgebeugt werden.

Symptome von Nierenerkrankungen

Obwohl die Nieren jeden Tag überlebenswichtige Aufgaben erfüllen, zeigen sich Symptome von Nierenerkrankungen oftmals erst im späteren Verlauf und erschweren dadurch eine frühzeitige Diagnose.

Sind die Nieren ernsthaft erkrankt, hat dies meist Auswirkungen auf den gesamten Körper und alle Organe und es kommt zu Folgeerkrankungen. Häufig fällt eine Nierenerkrankung erst auf, wenn es bereits zu Folgeerkrankungen oder einem Nierenversagen gekommen ist.

Veränderungen im Urin gelten jedoch als frühe Warnzeichen für eine Erkrankung der Nieren. Ist die Urinmenge signifikant erhöht oder sehr viel niedriger als normalerweise, kommt es zu Veränderungen der Farbe des Urins oder tritt Blut im Urin (Hämaturie) auf, sollte medizinisches Fachpersonal aufgesucht werden.

Häufig fallen Funktionsstörungen der Nieren bei Routineuntersuchungen auf. Regelmäßige Check-ups sind deshalb von großer Wichtigkeit.

Diagnose von Nierenerkrankung

Die Diagnose von Nierenerkrankungen bzw. die nephrologische Diagnostik erfolgt insbesondere über die Untersuchung des Blutes und des Urins. Über bestimmte Kennwerte lässt sich so über die Nierenfunktion urteilen. Auch können über Blut- und Urinuntersuchungen andere Erkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Folgeerkrankungen von Nierenkrankheiten erkannt werden.

Aufschluss über die Funktion der Nieren gibt unter anderem der Kreatininwert im Blutserum (oder auch im Urin). Kreatinin ist ein Abbauprodukt von Kreatin und wird von den Nieren ausgeschieden. Wird ein hoher Kreatininwert vorgefunden, deutet dies auf eine Einschränkung der Nierenfunktion hin.

Bleiben trotz der Blutwerte noch offene Fragen, werden zusätzlich bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT), Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Nierenbiopsie (Gewebeprobe aus den Nieren) eingesetzt.

Es gibt noch weitere Spezialuntersuchungen, um spezifische Nierenerkrankungen zu diagnostizieren.

Früherkennung von Nierenerkrankungen

Liegt bereits eine Erkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus vor, welche ein erhöhtes Risiko für chronische Nierenerkrankungen darstellen, sollten die Nieren regelmäßig von einem Arzt oder einer Ärztin untersucht werden. So kann eine mögliche Nierenschwäche oder eine andere Erkrankung der Nieren früh festgestellt werden, was sich positiv auf die Behandlung auswirken kann.

Ab dem 35. Lebensjahr dürfe alle Personen, die gesetzlich krankenversichert sind, alle drei Jahre an eine kostenfreie Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen. Diese wird Check-up 35 genannt und soll erste Anzeichen für Nierenerkrankungen, aber auch Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufdecken.

Beispiele für häufige Nierenerkrankungen

Es gibt viele verschiedene Nierenerkrankungen, einige sind akut und einige chronisch, einige kommen häufiger vor und andere dagegen eher selten. Zu den häufigsten Erkrankungen der Nieren zählen unter anderem:

  • Nierenbeckenentzündungen
  • Nierensteine
  • Glomerulonephritis
  • Nierenzellkarzinom
  • Akutes Nierenversagen
  • Chronisches Nierenversagen

Es gibt noch viele weitere Erkrankungen der Nieren, unter anderem die Schrumpfniere, die Hufeisenniere und das Alport-Syndrom.

Nierenbeckenentzündung

Bei einer Nierenbeckenentzündung kommt es zu einer Entzündung des Nierenbeckens (Pyelonephritis). In den meisten Fällen ist diese die Folge einer aufsteigenden bakteriellen Infektion der Harnwege. Behandelt werden Nierenbeckenentzündungen meist mit Antibiotika.

Eine Nierenbeckenentzündung kann sowohl akut als auch chronisch sein und äußert sich, ebenso wie andere Nierenentzündungen, häufig durch keine Beschwerden oder sehr unspezifische Symptome wie Fieber. Regelmäßig kommt es bei Nierenbeckenentzündungen jedoch zu starken Schmerzen in der seitlichen Bauchregion (Flankenschmerzen).

Die seitliche Bauchregion wird auch als Flanke bezeichnet.

Besonders Schwangere sowie ältere Frauen und Frauen in den Wechseljahren sind besonders häufig von Nierenbeckenentzündungen betroffen. Begünstigt wird diese Art von Entzündung zudem durch Nierensteine.

Nierensteine

Nierensteine (Nephrolithen) sind kleine Ablagerungen, die meistens aus Mineralsalzen, etwa aus Kalzium, bestehen. Vorerst handelt es sich um noch kleinere Steine, den Nierengrieß. Wenn diese nicht im Urin gelöst und nicht ausgespült werden können, verklumpen sie sich zu den größeren Nierensteinen.

Nierengrieß kann häufig über den Urin ausgeschieden werden. Nierensteine sind dafür allerdings meistens zu groß und sorgen für Irritationen und vor allem auch Blockaden, primär im Harnleiter. Dies führt zu plötzlichen, fast unerträglichen Schmerzen (Nierenkoliken), meist im Rücken, in der Seite im Bereich der Nieren oder im Unterbauch.

Zusätzlich können weitere Symptome wie u. a. Erbrechen, Schüttelfrost, Übelkeit, Blut im Urin und Erbrechen auftreten.

Vor allem Personen, die nicht ausreichend Wasser trinken, sich zu eiweiß- und fettreich ernähren, viele Medikamente nehmen oder Menschen mit einer Harnwegsinfektion, haben ein besonders hohes Risiko, dass sich bei Ihnen Nierensteine bilden. Zudem erkranken Männer doppelt so häufig an Nierensteinen wie Frauen.

In seltenen Fällen können Nierensteine gesammelt mehr als 1 Kg schwer werden.

Glomerulonephritis

Bei Glomerulonephritis handelt es sich um entzündliche Krankheiten der Niere, bei denen die Glomeruli (Nierenfilterchen) betroffen sind. Unterschieden werden kann dabei in die primäre Glomerulonephritis – eine Autoimmunerkrankung, dessen Ursache noch nicht bekannt ist und in die sekundäre Glomerulonephritis, welche auf Vergiftungen, Medikamente oder Infektionen zurückzuführen ist.

Glomerulonephritis kann in nur kurzer Zeit und manchmal auch langsam über Jahre hinweg zu einem Verlust der Nierenfunktion führen. Die Erkrankung gilt als eine der Hauptursachen für ein chronisches, dialysepflichtiges Nierenversagen.

Diagnostiziert wird eine Glomerulonephritis durch eine Untersuchung von Blut und Urin im Labor und später gesichert mit einer Nieren-Biopsie.

Nierenzellkarzinom

Der häufigste bösartige Tumor der Nieren ist das Nierenzellkarzinom bzw. Nierenzellkrebs. Dieser entwickelt sich meistens aus den Zellen der Harnkanälchen.

Wird das Nierenzellkarzinom schnell erkannt, kann es in der Regel gut behandelt werden. Allerdings verursachen sie meistens in den frühen Stadien keine Beschwerden und werden so häufig erst spät und zufällig bei Ultraschalluntersuchungen entdeckt.

In späteren Stadien können Symptome wie Gewichtsverlust, Blut im Urin und Schmerzen auftreten.

Die Ursache für die Entstehung des Krebses ist nicht geklärt, allerdings gelten Übergewicht, Bluthochdruck und Nikotin Konsum als Risikofaktoren.

Akute Niereninsuffizienz

Bei einer akuten Niereninsuffizienz – auch akutes Nierenversagen – kommt es zu einem Abfall der Funktionsfähigkeit der Nieren in nur wenigen Stunden oder Tagen.

Meistens entwickelt sich ein akutes Nierenversagen im Alter, wenn die Nierenfunktion bereits eingeschränkt sind, durch Diabetes mellitus oder wenn es zu übermäßiger Ausscheidung von Eiweiß (Proteinurie) kommt.

Zu Beginn zeigen sich bei der akuten Niereninsuffizienz keine Symptome. Zu frühen Anzeichen gehören allerdings eine verminderte Ausscheidung von Flüssigkeit (Wasserretention), gleichzeitig Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme) und Bluthochdruck.

Im weiteren Verlauf können unter anderem folgende Symptome auftreten:

  • Müdigkeit

  • Juckreiz

  • Schlechte Konzentrationsfähigkeit

  • Übelkeit

Wird die akute Niereninsuffizienz rasch erkannt und eine Therapie schnell eingeleitet, dann kann sich das Nierenversagen wieder zurückbilden, ist also reversibel.

Neben der akuten Niereninsuffizienz gibt es auch eine chronische Niereninsuffizienz.

Chronische Nierenerkrankungen

Wenn die Nieren länger als 3 Monate nur eingeschränkt funktionieren bzw. arbeiten können oder aber sogar dauerhaft geschädigt sind, wird von einer chronischen Nierenerkrankung gesprochen.

Chronische Nierenerkrankungen verlaufen meist sehr langsam und anders als bei akuten Erkrankungen, kommt es in der Regel nicht zu eindeutigen und akuten Symptomen. Chronische Nierenerkrankungen bleiben deshalb häufig recht lange unentdeckt, sodass keine Therapie erfolgen kann und sie immer weiter fortschreiten.

Nach einer erfolgreichen Diagnose kann jedoch mit einer Behandlung begonnen und eine weitere Schwächung der Nieren kann meistens verlangsamt werden.

Chronische Erkrankungen der Nieren betreffen insbesondere ältere Personen und sind oft eine Folge von anderen Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus.

Jedes Jahr sterben etwa 10.000 Menschen in Deutschland an den Folgen einer chronischen Erkrankung der Nieren.

Chronische Niereninsuffizienz

Eine chronische Niereninsuffizienz – auch chronisches Nierenversagen – ist eine der häufigsten Nierenerkrankungen. Sie entwickelt sich über einen längeren Zeitraum – wobei nach und nach Nephrone ausfallen und die Funktion der Nieren immer weiter eingeschränkt wird.

In den Nephronen erfolgt die Bildung des Urins. In jeder Niere gibt es etwa 1 – 1,4 Millionen Nephrone. Im Artikel zu Nieren findest Du weitere Informationen zu den einzelnen Bestandteilen der Niere!

Zu Beginn der Erkrankung kommt es zu keinen Symptomen, eine chronische Niereninsuffizienz ist also vorerst asymptomatisch. Das liegt daran, dass häufig vorerst nur eine Niere betroffen ist und die Zweite weiterhin ihrer Aufgabe nachgeht. Schreitet eine chronischen Niereninsuffizienz jedoch weiter fort, wird die Funktion der Nieren immer weiter eingeschränkt und Gifte und Abfallstoffe sammeln sich im Organismus. Dies kann unter anderem zu folgenden Symptomen führen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Juckreiz
  • Beinödeme (Schwellungen an den Beinen)
  • Blässe
  • Abfall der Leistung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit
  • Schädigung von Gehirnfunktionen (Enzephalopathie)
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit
  • Luftnot

Erste Anzeichen eines chronischen Nierenversagens sind Wasseransammlungen in den Knöcheln, im Gesicht oder den Unterschenkeln. Auch schäumender Urin kann ein Warnzeichen sein.

Eine chronische Niereninsuffizienz ist nicht reversibel, sie kann also nicht rückgängig gemacht werden. Allerdings kann das weitere Fortschreiten mit dem Einsatz der Behandlung gestoppt werden, sodass die Beschwerden sich nicht weiter verschlimmern.

Die häufigste Ursache für eine chronische Niereninsuffizienz ist mit 30 – 40 % Diabetes mellitus und mit etwa 20 % Bluthochdruck.

Nach einer Diagnose ist deshalb die Einstellung des richtigen Blutdrucks notwendig. Zudem ist es für Patient*innen häufig hilfreich, auf salz- und eiweißreiche Lebensmittel zu verzichten.

Wenn die Behandlungen nicht helfen, droht ein terminales Nierenversagen (komplettes / völliges Nierenversagen). Dieses führt im Endstadium häufig zu einer lebensbedrohlichen Harnvergiftung, weil Gift- und Abfallstoffe vom Körper nicht mehr ausgeschieden werden können. Der Körper wird dadurch sehr anfällig für Krankheitserreger und betroffene Personen sterben meist an Folgeinfektionen. Um ein terminales Nierenversagen und so auch den Tod zu verhindern, kommen wenn möglich die Dialyse oder die Transplantation einer Niere zum Einsatz.

Genetische Nierenerkrankungen

Einige Nierenerkrankungen sind auf die Genetik zurückzuführen. Zu diesen zählen unter anderem polyzsystische Nierenerkrankungen und Morbus Addison.

Polyzystische Nierenerkrankung

Polyzystische Nierenerkrankungen (Zystennieren) umfassen eine Reihe an verschiedenen Krankheiten der Nieren, die alle Zsytennieren aufweisen. Der Großteil der polyzystischen Nierenerkrankungen ist erblich oder aber bedingt durch eine Mutation von bestimmten Genen.

Durch das veränderte Erbgut kommt es vermehrt zu einer Bildung von Epithelgewebe, aus welchem sich Zysten entwickeln.

Zystennieren können sowohl eine als auch beide Nieren betreffen und verlaufen oft chronisch. Häufig führen sie zu einem Nierenversagen.

Morbus Addison

Morbus Addison (Nebennierenunterfunktion, Nebenniereninsuffizienz oder Nebennierenschwäche) ist eine ungewöhnliche, aber schwere chronische Erkrankung der Nebennierenrinden, die zum Teil genetisch bedingt ist. Unbehandelt führt Morbus Addison zum Tod.

Die Unterfunktion führt dazu, dass die Hormonproduktion der Nebennierenrinde eingeschränkt ist und es zu einem Mangel an den dort produzierten Hormonen kommt. Dieser Hormonmangel löst dann unterschiedliche Beschwerden aus, zu denen unter anderem folgende zählen:

  • Ständige Müdigkeit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Niedriger Blutdruck
  • Braunfärbung der Haut
  • Schwitzen
  • Depressionen

Behandlung von Nierenerkrankungen

Je nach Art der Nierenerkrankung unterscheidet sich auch die Form der Therapie. Bei vielen Erkrankungen der Niere ist eine Veränderung der Lebensgewohnheiten und eine Umstellung der Ernährung sehr sinnvoll und hilfreich. Ferner werden von Ärzt*innen die notwendigen Medikamente verschrieben.

Damit die bereits erkrankten bzw. geschwächten Nieren nicht weiter belastet werden, muss auf einige Medikamente, etwa Ibuprofen, verzichtet werden. Dafür werden andere Schmerzmittel eingesetzt, welche die Nieren weniger belasten.

Reichen die Medikamente allein nicht aus bzw. sind die Nieren so sehr eingeschränkt, dass sie das Blut nicht mehr ausreichend selbstständig reinigen können, wird meist auf die Dialyse oder eine Nierentransplantation zurückgegriffen.

Dialyse

Bei der Dialyse (Blutwäsche) handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die harnpflichtigen Substanzen, aber auch das überschüssige Wasser und Gift aus dem Blut entfernt werden. Sie ist für jene Menschen notwendig, bei denen die natürlichen Nierenfunktionen stark eingeschränkt sind.

Allerdings ist die Dialyse kein Ersatz der natürlichen Funktion der Nieren, denn diese filtern das Blut 24 Stunden lang, jeden Tag. Eine Dialyse findet für die Betroffenen jedoch meist nur drei – viermal pro Woche, für jeweils etwa 4 – 5 Stunden statt.

Zwischen den Terminen zur Dialyse steigt dann der Gehalt an Wasser, Giften und Stoffwechselendprodukten im Blut bzw. im Körper. Diese können erst bei der nächsten Dialyse ausgeschieden werden und bis dahin zu Nebenwirkungen führen.

Die Dialyse wird auch als „Nierenersatztherapie“ bezeichnet.

Nierentransplantation

Bei einer Nierentransplantation wird einer Person, mit schwer kranken Nieren, eine Niere aus einer Organspende eingepflanzt.

Da auch eine Niere ausreichend ist, um das Blut zu reinigen, wird lediglich eine neue Niere transplantiert. Das bedeutet auch, dass die Spender*innen der Nieren sowohl tot als auch lebendig sein können. Häufig werden Lebendspenden besser von den Patient*innen vertragen.

Kommt es dazu, dass der Körper die neue Niere annimmt und nicht abstößt, weil er sie als fremd erkennt, dann können die Patient*innen mit ihrer neuen Niere mehrheitlich erneut eine sehr hohe Lebensqualität erreichen. Damit die Niere allerdings vom Immunsystem nicht abgestoßen wird, müssen täglich Medikamente eingenommen werden (Immunsuppressiva).

Immunsuppressiva unterdrücken das eigene Immunsystem und hindern es so daran, die neue Niere abzustoßen bzw. anzugreifen. Dennoch werden Spendernieren in den meisten Fällen, trotz der Immunsuppressiva, nach und nach vom Körper abgestoßen. Im Schnitt liegt die Lebensdauer einer Spenderniere bei 15 Jahren. Dann muss auf eine neue Spenderniere oder auf die Dialyse zurückgegriffen werden.

In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 2000 Spendernieren transplantiert – Nierentransplantationen machen in Deutschland so die Hälfte aller Organtransplantationen aus.

Erkrankungen der Niere - Das Wichtigste

  • Mit den Erkrankungen der Nieren beschäftigt sich die Nephrologie, ein Teilgebiet der Inneren Medizin und die Urologie.
  • Die wichtigste Aufgabe der Nieren ist es, das Blut zu filtern und so den Urin zu bilden.
  • Kommt es zu Erkrankungen bzw. Funktionsstörungen der Nieren, hat dies meist Auswirkungen auf den gesamten Körper.
  • Zu den wichtigsten Ursachen für Nierenerkrankungen zählen:
    • Bluthochdruck
    • Diabetes mellitus
    • regelmäßige bzw. dauerhaft Einnahme von Schmerzmitteln (oder anderen speziellen Arzneimitteln)
    • angeborene Nierenerkrankungen
  • Es gibt viele verschiedene Nierenerkrankungen, einige sind akut und einige chronisch, einige kommen häufiger vor und andere dagegen nur sporadisch.
  • Zu den häufigsten Erkrankungen der Nieren zählen unter anderem:
    • Nierenbeckenentzündungen
    • Nierensteine
    • Glomerulonephritis
    • Akutes Nierenversagen
    • Chronisches Nierenversagen
  • Allein in Deutschland leiden über zwei Millionen Menschen an einer dauerhaft eingeschränkten Nierenfunktion.

Nachweise

  1. Gesundheitsinformation.de: Chronische Nierenerkrankung. (08.07.2022)
  2. planet-wissen.de: Anatomie des Menschen. Nieren. (08.07.2022)
  3. bundesverband-niere.de: Chronische Nierenerkrankungen. (08.07.2022)
  4. gesund.bund.de: Chronische Nierenerkrankung. (08.07.2022)

Häufig gestellte Fragen zum Thema Erkrankungen der Nieren

Häufig kommt es bei Nierenerkrankungen vorerst nicht zu eindeutigen Symptomen, etwa Schmerzen. Sind die Nieren krank, hat dies jedoch meist Auswirkungen auf den gesamten Körper und alle Organe und es kommt zu Folgeerkrankungen. Häufig fällt erst durch diese Folgeerkrankungen oder wenn bereits ein Nierenversagen eingetreten ist auf, dass die Nieren erkrankt sind. Veränderungen im Urin gelten jedoch als frühe Warnzeichen für eine Erkrankung der Nieren. Ist die Urinmenge stark erhöht oder sehr viel niedriger als normalerweise, kommt es zu Veränderungen der Farbe des Urins oder tritt Blut im Urin auf, sollten Ärzt*innen aufgesucht werden.

Es gibt sehr viele verschiedene Erkrankungen der Nieren. Zu den häufigsten zählen chronisches und akutes Nierenversagen, Nierensteine und Nierenentzündungen.

Wenn die Nieren länger als 3 Monate nur eingeschränkt funktionieren bzw. arbeiten können oder dauerhaft geschädigt sind, wird von einer chronischen Nierenerkrankung gesprochen. Die häufigste chronische Nierenerkrankung ist eine chronische Niereninsuffizienz.

Für Nierenerkrankungen gibt es verschiedene Ursachen. Zu den wichtigsten gehören: 


  • Bluthochdruck 
  • Diabetes mellitus 
  • regelmäßige bzw. dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln (oder anderen speziellen Arzneimitteln) 
  • angeborene Nierenerkrankungen 
  • Vernarbungen und Tumore, welche den Harnabfluss stören

Finales Erkrankungen der Nieren Quiz

Frage

Was sind Nierensteine?

Antwort anzeigen

Antwort

Nierensteine (Nephrolithen) sind kleine Ablagerungen, die meistens aus Mineralsalzen, etwa aus Kalzium, bestehen. Vorerst handelt es sich um noch kleinere Steine, den Nierengrieß. Wenn diese nicht im Urin gelöst und nicht ausgespült werden können, verklumpen sie sich zu den größeren Nierensteinen.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Nierenbiopsie?

Antwort anzeigen

Antwort

Bei einer Nierenbiopsie wird eine Gewebeprobe aus der Niere entnommen und untersucht. Neben der Untersuchung des Blutes, sind Nierenbiopsien wichtig für die Diagnose von verschiedenen Erkrankungen der Nieren. 

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Spender*innennieren werden in Deutschland jedes Jahr transplantiert?

Antwort anzeigen

Antwort

mehr als 2000

Frage anzeigen

Frage

Wie viele Menschen in Deutschland haben eine dauerhaft eingeschränkte Nierenfunktion?

Antwort anzeigen

Antwort

über 2 Millionen

Frage anzeigen

Frage

In welchem Zusammenhang steht Bluthochdruck mit Erkrankungen der Niere?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Blutdruck und die Nieren stehen in engem Zusammenhang. Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Ursachen für Erkrankungen der Nieren und zum Nierenversagen. Kommt es zu einer Schädigung der Nieren durch dauerhaften Bluthochdruck, spricht man von vaskuläre Nephropathie. Gleichzeitig kann eine Nierenerkrankung auch die Ursache eines Bluthochdrucks sein. 

Frage anzeigen

Frage

Wie groß sind die Nieren?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Nieren sind etwa 10 – 12 cm lang, etwa faustgroß, 150 Gramm schwer und ähneln von ihrer Form den Kidneybohnen.

Frage anzeigen

Frage

Welche Aufgaben haben die Nieren?

Antwort anzeigen

Antwort

Die wichtigste Aufgabe der Nieren ist es, das Blut zu filtern und so den Urin zu bilden. Das gesamte Blut einer Person (5 – 6 Liter) fließt täglich etwa 300 Mal durch die Nieren. Dabei werden insbesondere Abfallstoffe, Gifte, aber auch Rückstände von Medikamenten herausgefiltert und an den Vorurin abgegeben. Gleichzeitig geben die Nieren Salze, Wasser und auch Nährstoffe wieder zurück in die Blutlaufbahn.


Zudem überwachen die Nieren auch den Sauerstoffgehalt des Blutes. Sinkt der Sauerstoffspiegel, geben sie das Hormon Erythropoetin ab, welches dafür sorgt, dass sich mehr rote Blutkörperchen bilden und sich der Sauerstoffgehalt wieder erhöht. 


Ebenso gleichen die Nieren den Flüssigkeits- und Salzhaushalt aus und regeln den Blutdruck. 


Frage anzeigen

Frage

Welche Ursachen gibt es für Nierenerkrankungen?

Antwort anzeigen

Antwort

Es gibt unterschiedliche Ursachen für unterschiedliche Nierenerkrankungen. Zu den wichtigsten zählen: 


  • Bluthochdruck 
  • Diabetes mellitus 
  • regelmäßige bzw. dauerhaft Einnahme von Schmerzmitteln (oder anderen speziellen Arzneimitteln) 
  • angeborene Nierenerkrankungen 
  • Vernarbungen und Tumore, welche den Harnabfluss stören 
Frage anzeigen

Frage

Warum müssen Personen nach einer gelungenen Nierentransplantation ein Leben lang Medikamente nehmen?

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Antwort

Nach einer Nierentransplantation müssen Personen täglich und ihr Leben lang Immunsuppressiva nehmen. Immunsuppressiva sind Medikamente, die das eigene Immunsystem unterdrücken und es so daran hindern, die neue Niere abzustoßen bzw. anzugreifen. 


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Frage

Was ist eine Dialyse?

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Antwort

Bei der Dialyse (Blutwäsche) handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die harnpflichtigen Substanzen, aber auch das überschüssige Wasser und Gift aus dem Blut entfernt werden. Sie ist für jene Menschen notwendig, bei denen die natürlichen Nierenfunktionen stark eingeschränkt sind.

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Frage

Was ist eine diabetische Nephropathie?

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Antwort

Bei einer diabetischen Nephropathie handelt es sich nicht um ein klar definiertes Krankheitsbild, aber um eine Summe an verschiedenen Veränderungen der Nieren als Langzeitfolge einer Diabeteserkrankung. Von dieser sind etwa 40 % der an Diabetes erkrankten Personen betroffen.

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Frage

Was ist der häufigste bösartige Tumor der Nieren?

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Antwort

Der häufigste bösartige Tumor der Nieren ist das Nierenzellkarzinom (Nierenzellkrebs).


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Frage

Wie können Nierenerkrankungen diagnostiziert werden?

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Antwort

Die Diagnose von Nierenerkrankungen bzw. die nephrologische Diagnostik erfolgt insbesondere über die Untersuchung des Blutes und des Urins. Bleiben trotz der Blut- und Urinwerte noch offene Fragen, werden zusätzlich bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT), Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Nierenbiopsie (Gewebeprobe aus den Nieren) eingesetzt.

Frage anzeigen

Frage

Was ist eine chronische Nierenerkrankung?

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Antwort

Wenn die Nieren länger als 3 Monate nur eingeschränkt funktionieren bzw. arbeiten können oder dauerhaft geschädigt sind, wird von einer chronischen Nierenerkrankung gesprochen. Die häufigste chronische Nierenerkrankung ist eine chronische Niereninsuffizienz. 


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Frage

Welche Symptome hat eine chronische Niereninsuffizienz? 

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Antwort

Zu Beginn der Erkrankung kommt es zu keinen Symptomen, sie ist also vorerst asymptomatisch. Schreitet eine chronische Niereninsuffizienz weiter fort, zeigen sich Symptome wie: 


  • Übelkeit und Erbrechen
  • Juckreiz 
  • Beinödeme (Schwellungen an den Beinen) 
  • Blässe 
  • Abfall der Leistung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit
  • Schädigung von Gehirnfunktionen (Enzephalopathie)
  • Durchfall 
  • Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit 
  • Luftnot 
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Frage

Was ist die häufigste Ursache für chronische Niereninsuffizienz?

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Antwort

Die häufigste Ursache für eine chronische Niereninsuffizienz ist mit 30 – 40 % Diabetes mellitus und mit etwa 20 % Bluthochdruck.

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