Inhaltsverzeichnis▼
- Was ist Lateinamerika?
- Länder und Sprachen
- Was ist der Unterschied zwischen Lateinamerika und Südamerika?
- Hispanoamerika, Iberoamerika und Lateinamerika im Vergleich
- Kolonialgeschichte und Unabhängigkeit
- Kultur und gemeinsame Prägung
- Die vier Teilregionen Lateinamerikas
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Was ist Lateinamerika?
Lateinamerika ist ein politisch-kultureller Begriff für die Teile Amerikas, in denen mehrheitlich romanische Sprachen gesprochen werden, vor allem Spanisch und Portugiesisch, teils auch Französisch. Dazu zählen Mexiko, Mittelamerika, die spanischsprachige Karibik und Südamerika, insgesamt rund 20 Länder.
Der Name geht auf die Sprachen der Region zurück: Spanisch, Portugiesisch und Französisch sind romanische Sprachen, die sich aus dem Latein der alten Römer entwickelt haben. Deshalb spricht man von "Latein"-Amerika, im Gegensatz zum englischsprachigen "Angloamerika" mit den USA und Kanada.
Wichtig ist: Lateinamerika ist kein geografischer, sondern ein kultureller Raum. Er wird nicht über die Lage auf der Landkarte definiert, sondern über eine gemeinsame Sprach- und Kulturgeschichte. Genau deshalb gehört zum Beispiel Mexiko dazu, obwohl es geografisch in Nordamerika liegt.
Nach Angaben der deutschsprachigen Wikipedia hat die Region eine Fläche von etwa 20 Millionen Quadratkilometern und rund 650 Millionen Einwohner (Stand 2019). Damit ist Lateinamerika ein wichtiger Wirtschafts- und Kulturraum, der in der Landeskunde des Spanischunterrichts eine zentrale Rolle spielt.
| Überblick | Lateinamerika |
|---|---|
| Art des Begriffs | politisch-kulturell, nicht rein geografisch |
| Region | Mexiko, Mittelamerika, Karibik, Südamerika |
| Länder | rund 20 |
| Hauptsprachen | Spanisch, Portugiesisch (Brasilien), teils Französisch |
| Einwohner | rund 650 Millionen (Stand 2019) |
| Fläche | etwa 20 Millionen km² |
Länder und Sprachen
Zu Lateinamerika gehören rund 20 Länder. In den meisten ist Spanisch die Amtssprache, in Brasilien Portugiesisch, in einzelnen Gebieten Französisch. Alle drei sind romanische Sprachen. Daneben werden über 400 indigene Sprachen gesprochen, ein Zeichen der großen kulturellen Vielfalt.
Die Bundeszentrale für politische Bildung zählt 19 spanischsprachige Staaten: Argentinien, Bolivien, Chile, Costa Rica, die Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela. Dazu kommt Brasilien als einziges portugiesischsprachiges Land. Zusammen ergibt das die häufig genannte Zahl von rund 20 Ländern.
Warum ist Spanisch so dominant? Der größte Teil der Region wurde ab dem 16. Jahrhundert von Spanien kolonisiert. Brasilien dagegen fiel an Portugal, weshalb dort bis heute Portugiesisch gesprochen wird. In wenigen Gebieten, etwa in Haiti, ist Französisch verbreitet; ob solche Gebiete zu Lateinamerika zählen, hängt von der jeweiligen Definition ab.
Man kann die Länder grob vier Teilregionen zuordnen: Nordamerika (Mexiko), Mittelamerika (von Guatemala bis Panama), die spanischsprachige Karibik (etwa Kuba und die Dominikanische Republik) sowie Südamerika (von Kolumbien bis Argentinien und Chile). Diese Einteilung hilft, den riesigen Raum zu ordnen und zeigt, dass Lateinamerika weit mehr umfasst als nur den südamerikanischen Kontinent.
Neben den Amtssprachen leben in Lateinamerika Hunderte indigener Völker mit eigenen Sprachen wie Quechua, Guaraní oder Nahuatl. In einigen Ländern sind diese Sprachen sogar offiziell anerkannt. Diese sprachliche Vielfalt macht deutlich, dass "Lateinamerika" nur die europäisch geprägten Sprachen betont, während die Region kulturell noch weit vielfältiger ist.
Was ist der Unterschied zwischen Lateinamerika und Südamerika?
Südamerika ist ein rein geografischer Begriff und meint alle Staaten südlich von Panama. Lateinamerika ist dagegen politisch-kulturell und schließt zusätzlich Mexiko, Mittelamerika und die spanischsprachige Karibik ein. Lateinamerika ist also weiter gefasst als Südamerika.
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, weil sie sich überschneiden: Ein großer Teil Südamerikas gehört auch zu Lateinamerika. Trotzdem sind sie nicht deckungsgleich. Südamerika ist ein Kontinent, den man auf der Landkarte klar abgrenzen kann. Lateinamerika hingegen ist über Sprache und Kultur definiert.
Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich: Mexiko liegt in Nordamerika, gehört aber sprachlich zu Lateinamerika. Umgekehrt liegen Guyana, Suriname und Französisch-Guayana in Südamerika, werden aber in der engen Definition nicht zu Lateinamerika gezählt, weil dort kein Spanisch oder Portugiesisch dominiert.
Für die Klausur hilft eine einfache Merkregel: Südamerika beantwortet die Frage "Wo liegt es?", Lateinamerika die Frage "Welche Sprache und Kultur prägen es?". Wer beide Begriffe sauber trennt, vermeidet einen der häufigsten Fehler in der Landeskunde.
| Merkmal | Lateinamerika | Südamerika |
|---|---|---|
| Art des Begriffs | politisch-kulturell | rein geografisch |
| Kriterium | romanische Sprache und Kultur | Lage südlich von Panama |
| Umfang | inkl. Mexiko, Mittelamerika, Karibik | nur der Kontinent Südamerika |
| Beispiel Grenzfall | Mexiko zählt dazu | Guyana zählt dazu, aber nicht zu Lateinamerika |
Hispanoamerika, Iberoamerika und Lateinamerika im Vergleich
Neben Lateinamerika gibt es zwei ähnliche Begriffe: Hispanoamerika umfasst nur die spanischsprachigen Länder, Iberoamerika bezieht sich auf die Herkunft von der Iberischen Halbinsel, also von Spanien und Portugal. Lateinamerika ist der weiteste und heute gebräuchlichste dieser Begriffe.
Der Unterschied liegt im Blickwinkel. Hispanoamerika betont allein das Spanische und lässt das portugiesischsprachige Brasilien außen vor. Iberoamerika stellt die koloniale Herkunft in den Vordergrund und fasst die von Spanien und Portugal geprägten Länder zusammen. Lateinamerika schließlich rückt die gemeinsame romanische Sprachwurzel in den Mittelpunkt und ist damit am umfassendsten.
Historisch waren "Hispanoamerika" und "Iberoamerika" die älteren Bezeichnungen. Der Begriff "Lateinamerika" wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts von südamerikanischen Intellektuellen geprägt. Sie suchten nach einem gemeinsamen Namen, der ihre Identität ausdrückte und sich zugleich von den ehemaligen Kolonialmächten und von den USA abgrenzte. Mit der Zeit setzte sich "Lateinamerika" durch und verdrängte die älteren Begriffe.
Hispanoamerika = nur Spanisch. Iberoamerika = von Spanien und Portugal geprägt. Lateinamerika = alle romanischen Sprachen, also Spanisch, Portugiesisch und teils Französisch. Vom engsten zum weitesten Begriff: Hispanoamerika, Iberoamerika, Lateinamerika.
Kolonialgeschichte und Unabhängigkeit
Die Geschichte Lateinamerikas ist geprägt von der spanischen und portugiesischen Eroberung ab 1492. Rund 300 Jahre lang standen die Gebiete unter Kolonialherrschaft. Anfang des 19. Jahrhunderts erkämpften sich die meisten Länder ihre Unabhängigkeit, unter anderem unter Führung von Simón Bolívar.
Mit der Ankunft von Christoph Kolumbus 1492 begann die europäische Eroberung des Kontinents. Spanien und Portugal teilten die Gebiete unter sich auf: Spanien beanspruchte den Großteil, Portugal das heutige Brasilien. In den folgenden Jahrhunderten prägten die Kolonialmächte Sprache, Religion und Verwaltung, oft mit Gewalt und auf Kosten der indigenen Bevölkerung, die durch Kriege und eingeschleppte Krankheiten stark dezimiert wurde.
Um 1800 wuchs der Wunsch nach Unabhängigkeit. Angeregt durch die Ideen der Französischen Revolution und den erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg der USA erhoben sich die Kolonien gegen die Mutterländer. In Südamerika spielte Simón Bolívar, genannt "El Libertador", eine zentrale Rolle: Unter seiner Führung erlangten Venezuela, Kolumbien und Ecuador bis 1822 ihre Unabhängigkeit.
Bis in die 1820er-Jahre endete die jahrhundertelange Kolonialherrschaft in weiten Teilen des Kontinents. Aus den ehemaligen Kolonien entstanden die selbstständigen Staaten, die heute Lateinamerika bilden. Der europäische Einfluss auf Sprache, Kultur und Gesellschaft blieb jedoch bis heute deutlich spürbar, ein Grund, warum die gemeinsame romanische Sprache das Land bis heute verbindet.
Kultur und gemeinsame Prägung
Was Lateinamerika verbindet, ist eine gemeinsame Sprach- und Kulturgeschichte: romanische Sprachen, eine überwiegend katholische Prägung und der Einfluss von indigenen, europäischen und afrikanischen Traditionen. Diese Mischung macht die Region kulturell besonders vielfältig.
Die Kolonialzeit hat tiefe Spuren hinterlassen. Mit den Europäern kamen nicht nur Spanisch und Portugiesisch, sondern auch das Christentum, das bis heute die meisten Länder prägt. Gleichzeitig überlebten viele indigene Traditionen, und durch die Verschleppung versklavter Menschen aus Afrika kamen weitere kulturelle Einflüsse hinzu. So entstand eine einzigartige Mischkultur.
Diese Vielfalt zeigt sich in Musik, Literatur, Küche und Festen. Autoren wie der chilenische Dichter Pablo Neruda oder der Kolumbianer Gabriel García Márquez machten die lateinamerikanische Literatur weltberühmt. In der Landeskunde des Spanischunterrichts geht es genau darum: die Sprache im Zusammenhang mit dieser reichen Kultur zu verstehen.
Trotz vieler Gemeinsamkeiten ist Lateinamerika keineswegs einheitlich. Zwischen dem tropischen Norden und dem gemäßigten Süden, zwischen Großstädten und ländlichen Regionen, bestehen große Unterschiede. Genau diese Spannung aus Verbindendem und Unterschiedlichem macht die Region für die Landeskunde so spannend.
Die vier Teilregionen Lateinamerikas
Lateinamerika lässt sich in vier Teilregionen gliedern: Mexiko im Norden, Mittelamerika von Guatemala bis Panama, die spanischsprachige Karibik und Südamerika von Kolumbien bis Argentinien. Diese Einteilung zeigt, dass der Raum weit über den südamerikanischen Kontinent hinausreicht.
Wer die rund 20 Länder ordnen will, denkt sie am besten in vier Blöcken. Mexiko liegt zwar geografisch in Nordamerika, gehört sprachlich aber klar dazu und ist mit über 120 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste spanischsprachige Land der Welt. Mittelamerika reicht von Guatemala über Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica bis Panama. Die spanischsprachige Karibik umfasst vor allem Kuba und die Dominikanische Republik. Südamerika bildet mit Ländern wie Kolumbien, Peru, Chile und Argentinien den größten Teil der Region.
Ein Sonderfall ist Brasilien. Es ist das flächen- und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas und zugleich das einzige, in dem Portugiesisch gesprochen wird. Die spanischsprachigen Länder gehen dagegen fast alle auf die Kolonialverwaltung Spaniens zurück, die in Vizekönigreiche gegliedert war. Aus diesen Verwaltungseinheiten entstanden nach der Unabhängigkeit im 19. Jahrhundert die heutigen Staaten.
Nicht jedes Land des Kontinents zählt automatisch dazu. Guyana, Suriname und Französisch-Guayana liegen zwar in Südamerika, werden in der engen Definition aber nicht zu Lateinamerika gerechnet, weil dort weder Spanisch noch Portugiesisch die prägende Sprache ist. Genau an solchen Grenzfällen wird sichtbar, dass Lateinamerika über Sprache und Kultur und nicht über die Lage auf der Landkarte definiert wird.
| Teilregion | Beispielländer | Vorherrschende Sprache |
|---|---|---|
| Mexiko (geografisch Nordamerika) | Mexiko | Spanisch |
| Mittelamerika | Guatemala, Costa Rica, Panama | Spanisch |
| Spanischsprachige Karibik | Kuba, Dominikanische Republik | Spanisch |
| Südamerika | Kolumbien, Peru, Argentinien; Brasilien | Spanisch; in Brasilien Portugiesisch |
Karteikarten zu Lateinamerika
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Fakten über Lateinamerika, von der Definition bis zur Unabhängigkeit, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Lateinamerika, das Wichtigste
Lateinamerika ist ein politisch-kultureller Begriff für die Teile Amerikas mit romanischen Sprachen. Es umfasst rund 20 Länder in Mexiko, Mittelamerika, der Karibik und Südamerika, in denen vor allem Spanisch und Portugiesisch gesprochen werden. Es ist weiter gefasst als Südamerika und wird oft mit Hispanoamerika und Iberoamerika verwechselt.
- Definition: kultureller Raum Amerikas mit romanischen Sprachen (Spanisch, Portugiesisch, teils Französisch).
- Länder: rund 20, von Mexiko bis Argentinien; Brasilien als einziges portugiesischsprachiges Land.
- Abgrenzung: mehr als Südamerika (geografisch), weiter als Hispanoamerika (nur spanischsprachig).
- Geschichte: Kolonialzeit ab 1492, Unabhängigkeit im frühen 19. Jahrhundert.
- Merke: Lateinamerika ist kein Kontinent, sondern ein Sprach- und Kulturraum.
- Größe: rund 650 Millionen Einwohner (Stand 2019) auf etwa 20 Millionen km².
Häufige Fragen zu Lateinamerika
Lateinamerika ist ein politisch-kultureller Begriff für die Teile Amerikas, in denen mehrheitlich romanische Sprachen gesprochen werden, vor allem Spanisch und Portugiesisch, teils Französisch. Dazu zählen Mexiko, Mittelamerika, die spanischsprachige Karibik und Südamerika, insgesamt rund 20 Länder.
Südamerika ist ein rein geografischer Begriff und meint alle Staaten südlich von Panama. Lateinamerika ist politisch-kulturell und schließt zusätzlich Mexiko, Mittelamerika und die spanischsprachige Karibik ein. Lateinamerika ist also weiter gefasst.
In der üblichen Definition gehören rund 20 Länder zu Lateinamerika: 19 spanischsprachige Staaten plus Brasilien als einziges portugiesischsprachiges Land. Zusammen leben dort rund 650 Millionen Menschen (Stand 2019).
In den meisten Ländern ist Spanisch die Amtssprache, in Brasilien Portugiesisch, in einigen Gebieten Französisch. Alle drei sind romanische Sprachen. Daneben werden über 400 indigene Sprachen gesprochen.
Ja. Mexiko liegt geografisch in Nordamerika, gehört aber kulturell und sprachlich zu Lateinamerika, weil dort Spanisch gesprochen wird. Das zeigt, dass Lateinamerika ein kultureller und kein rein geografischer Begriff ist.
Brasilien wurde ab 1500 von Portugal kolonisiert, während der Großteil des übrigen Lateinamerika unter spanische Herrschaft geriet. Deshalb ist Portugiesisch bis heute die Amtssprache Brasiliens, das damit das einzige portugiesischsprachige Land der Region ist.
Hispanoamerika umfasst nur die spanischsprachigen Länder Amerikas. Lateinamerika ist weiter und schließt auch das portugiesischsprachige Brasilien und teils französischsprachige Gebiete ein. Iberoamerika bezieht sich zusätzlich auf die Herkunft von der Iberischen Halbinsel.
Quellen
Dieser Überblick stützt sich auf ein Standard-Nachschlagewerk und zwei staatliche Fachquellen:
- Lateinamerika. Wikipedia. de.wikipedia.org
- Bundeszentrale für politische Bildung: Lateinamerika, Einleitung. bpb.de
- Auswärtiges Amt: Lateinamerika und die Karibik. auswaertiges-amt.de