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AIDS

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Biologie

Vor COVID-19 war wahrscheinlich AIDS die bekannteste pandemische Viruserkrankung unserer Zeit. AIDS ist eigentlich ein Symptomkomplex, der die Anzeichen einer Krankheit umfasst, welche am Ende einer Infektion mit dem HI-Virus (humanes Immundefizienz-Virus) stehen. Seit 1981 gilt AIDS als eigenständiges Krankheitsbild.

Was versteht man unter AIDS?

AIDS ist die Abkürzung für acquired immune deficiency syndrom, was ins Deutsche übersetzt so viel bedeutet wie "erworbenes Immunschwächesyndrom". Diese Bezeichnung kommt daher, dass die Erkrankung von einer mangelnden Fähigkeit zur Erregerabwehr durch das Immunsystem erkrankter Personen gekennzeichnet ist.

Unbehandelt führt die sexuell übertragbare Krankheit AIDS zum Tod, was die hohe Anzahl an Todesfällen von über 35 Millionen Menschen weltweit erklärt. Die Todesursache ist jedoch nicht die Immunschwäche an sich, sondern Erkrankungen, gegen die sich der Körper ohne ein funktionierendes Immunsystem nicht ausreichend wehren kann. Dementsprechend sterben Betroffene an Krebs, Lungenentzündungen, Pilzinfektionen oder anderen Infektionskrankheiten.

Unterschied von AIDS und HIV

Die Begriffe AIDS und HIV sind nicht miteinander gleichzusetzen.

  • Unter AIDS versteht man die Erkrankung, die durch eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (kurz HIV) verursacht werden kann.
  • HIV bezeichnet lediglich das Virus und nicht die Krankheit. Entsprechend erkrankt auch nicht jeder HI-Virus-Infizierte an AIDS.

Geschichtliche Aspekte von AIDS

Nicht nur die medizinischen Hintergründe zu AIDS sind interessant, sondern auch ein Blick auf die Geschichte von AIDS lohnt sich.

Obwohl AIDS, gemessen an der Zahl der Neuinfektionen, seine Hochphase in den 80er Jahren hatte, geht man heute davon aus, dass das Virus schon in den 20er Jahren auftrat. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen fand bei HIV eine Übertragung vom Affen auf den Menschen statt. So soll nämlich das Virus auf einen Jäger übertragen worden sein, welcher sich aufgrund eines Schnittes an dem Blut seiner Beute ansteckte.

Als Pandemie relevant wurde das Virus allerdings erst in den 80er Jahren, nachdem zunächst insbesondere junge und eigentlich gesunde, homosexuelle Männer an AIDS erkrankten und letztendlich starben. Aber auch Drogenabhängige und Empfänger von Bluttransfusionen erlagen dieser Krankheit auffällig häufig.

Dass häufig homosexuelle Männer von AIDS betroffen waren, führte zu einer Stigmatisierung und Diskriminierung, die zum Teil noch bis heute besteht. Als Reaktion auf diese Ausgrenzung wurde die Rote Schleife ins Leben gerufen, die seitdem als Symbol für den Kampf gegen AIDS steht.

Durch zahlreiche Aufklärungskampagnen und neue medizinische Möglichkeiten sinkt die Anzahl an Neuinfektionen bereits seit einigen Jahren, aber dennoch ist AIDS auch heute noch von großer Bedeutung.

Epidemiologie von AIDS

Die Epidemiologie ist ein wissenschaftliches Gebiet, welches sich mit der Verbreitung von Krankheiten befasst.

HIV ist weltweit verbreitet und grundsätzlich kann sich auch jeder mit dem Virus infizieren, unabhängig von Herkunft, Sexualität und Geschlecht. Aufgrund der Präventionsmaßnahmen und Therapiemöglichkeiten in den westlichen Ländern sind aber heutzutage insbesondere Entwicklungsländer betroffen, vor allem im südostasiatischen Raum und Afrika. In Deutschland sind die Neuinfektionen mit circa 2000-3000 Fällen im Jahr relativ gering und auch Todesfälle treten nur noch verhältnismäßig selten auf.

Die circa 1,8 Millionen Todesfälle jährlich entstammen beinahe alle aus den Entwicklungsländern, was die Notwendigkeit einer Verbesserung der dortigen Präventions- und Therapiemaßnahmen deutlich macht.

Welcher Erreger ist verantwortlich für AIDS?

AIDS und das HI-Virus

Der Erreger von AIDS ist das humane Immundefizienz-Virus (kurz HIV). Genauer gesagt gibt es aber zwei verschiedene Typen: HIV-1 und HIV-2.

HIV-1 ist deutlich weiter verbreitet, während die Ausbreitung von HIV-2 weitestgehend auf Westafrika beschränkt ist. HI-Viren gehören zur Gattung der Lentiviren und dort zur Familie der Retroviren.

Wie die Bezeichnung “Humanes Immundefizienz-Virus” bereits erahnen lässt, gibt es nicht nur beim Menschen Immundefizienz-Viren. So ist ein weiterer wichtiger Vertreter das feline Immundefizienz-Virus (kurz FIV). FIV ist ebenfalls ein Retrovirus, von dem aber Katzen betroffen sind. Die aus der Infektion hervorgehende Krankheit wird umgangssprachlich auch als Katzen-AIDS bezeichnet.

Retroviren besitzen ein positivsträngiges RNA-Genom. Aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt, heißt retro rückwärts. Diese Bezeichnung kommt daher, dass das Virus einem genetischen Grundprinzip widerspricht. Denn normalerweise wird im Rahmen der Genexpression DNA in RNA umgeschrieben. Bei den Retroviren wird stattdessen das RNA-Genom in DNA umgewandelt.

Viren werden anhand ihres Erbguts und des Vorhandenseins einer Hülle in verschiedene Kategorien eingeteilt. Zum einen unterscheidet man Viren mit DNA-Erbgut von denen, deren Genom aus RNA besteht. Zum anderen lässt sich unterscheiden, ob das Erbgut einzelsträngig oder doppelsträngig vorliegt. Im Falle eines Einzelstranges können Viren dann weiterhin nach der Ausrichtung (Polarität) des Genoms eingeteilt werden. Wenn eine positive Polarität vorliegt, dann ist das Erbgut genauso ausgerichtet, wie die mRNA bei der Translation - nämlich in 5’-> 3’-Richtung. Im Falle eines negativen polaren Genoms entspricht die Ausrichtung nicht der mRNA.

Eine weitere Besonderheit von HIV ist, dass in einem Virion ein diploides Genom vorliegt. Das bedeutet, dass der Bauplan sozusagen doppelt vorhanden ist. Insgesamt besteht das Genom von HIV-1 aus neun verschiedenen Genen, die für die verschiedenen Virusproteine codieren. Das Pol-Gen beispielsweise liefert die Bauanleitung für die Enzyme des HI-Virus.

Außerdem besitzen die HI-Viren eine Hülle, die dadurch entsteht, dass das Virus seine Wirtszelle durch Knospung verlässt. Dazu schnürt die Wirtszelle ein Bläschen ab. Dieses besteht aus ihrer eigenen Membran und enthält das bei der Vermehrung entstandene Virion.

Da die Hülle also eigentlich von einem Wirt abstammt, kann sich das Virus besser vor dem Immunsystem verstecken. Außerdem werden Rezeptoren in der Hülle eingelagert, die dem Virus das Eindringen in die Wirtszelle ermöglichen. Allerdings sind behüllte Viren wie das HI-Virus durch die Lipidhülle in der Umwelt weniger resistent gegenüber äußeren Einflüssen.

Ein Virion ist ein einzelnes, vollständiges Viruspartikelchen.

Neben der Hülle besitzt ein HI-Virion auch eine innere Kapsel, welche man als Kapsid bezeichnet. Diese hält die anderen Bestandteile wie den Bauplan oder die Enzyme des Virus zusammen. Die Form des Kapsids erinnert an einen Kegel, weswegen man hierbei von einem konischen Kapsid spricht. Das Kapsid wird von einem Protein gebildet, welches man als Kapsid-Protein p24 bezeichnet.

Darüber hinaus beinhaltet das Kapsid auch diverse Enzyme, die das Virus zur Vermehrung in der Wirtszelle benötigt. Dazu zählt unter anderem die reverse Transkriptase, welche die Umwandlung der Virus-RNA in DNA katalysiert oder die Integrase, die für den Einbau des viralen Erbgutes in die Wirtszelle von zentraler Bedeutung ist.

Die Entdeckung der reversen Transkriptase in Retroviren legte den Grundstein für eine heute sehr wichtige Möglichkeit der medizinischen Diagnostik – der RT-PCR (reverse transcription polymerase chain reaction). Hierbei wird die RNA in DNA umgeschrieben und amplifiziert. Das ermöglicht beispielsweise den Nachweis von RNA-Viren im Blut, unter anderem auch SARS-CoV-2.

Insgesamt ist das HI-Virus mit ungefähr 100 Nanometern ziemlich groß, insbesondere wenn man es mit unbehüllten Viren wie dem Hepatitis A Virus (kurz HAV) vergleicht – dieses ist nur circa 30 Nanometer groß.

AIDS HIV Aufbau StudySmarterAbbildung 1: Vereinfachte Darstellung des Aufbaus eines HI-Virions; Quelle: StudySmarter

Entstehung von AIDS

Nachdem das Virus über die Schleimhäute in den Körper eingedrungen ist, gelangt der Erreger in die Langerhans-Zellen.

Bei den Langerhans-Zellen handelt es sich um antigenpräsentierende Zellen in der Haut und den Schleimhäuten. Als solche sind sie normalerweise dafür zuständig, die Krankheitserreger in einem als Phagozytose bezeichneten Prozess aufzufressen und die Überbleibsel (also die Antigene) im Lymphknoten anderer Zellen des Immunsystems zu präsentieren. Durch diese Interaktion mit T-Zellen wird eine Immunantwort in Gang gesetzt.

Die Viren benutzen die Langerhans-Zellen nun aber quasi als Taxi, um in die Lymphknoten zu gelangen. Denn dort befinden sich viele T-Zellen mit CD4-Rezeptor (auch CD4-Lymphozyten genannt) – und auf die hat es das Virus abgesehen. Durch Bindung eines Proteins auf der Hülle des Virus (gp120) an den CD4-Rezeptor und an einenKo-Rezeptor der T-Zellen kann das Virus die Zelle anschließend befallen und sich in ihr vermehren.

Dazu schleust das Virus seine RNA in die Zielzelle ein und das Enzym Reverse Transkriptase schreibt diese in DNA um. Ein anderes virales Enzym, die Integrase, baut das Erbgut schließlich in die DNA der Wirtszelle ein. Auf diese Weise kann das Virus über Jahre in den infizierten Zellen überdauern und sich vermehren.

Denn immer dann, wenn die T-Zelle aktiviert wird und es zur Genexpression kommt, entstehen nicht nur wirtseigene Proteine. Stattdessen werden auch Bestandteile des Virus hergestellt. Die Folge ist die Zerstörung der betroffenenen T-Zellen durch das Virus, aber auch durch andere Zellen des Immunsystems. Denn diese versuchen durch Beseitigung der infizierten T-Zellen das Virus zu eliminieren. Da die T-Zellen von zentraler Bedeutung für die adaptive Immunantwort sind, entsteht im weiteren Verlauf der Erkrankung mit sinkender T-Zell-Zahl die erworbene Immunschwäche AIDS.

Die Strategie des HI-Virus ist also besonders perfide: es schleust sich mithilfe von Zellen des Immunsystems in den Körper ein. Es verweilt anschließend versteckt in den Zellen – wie in einem trojanischen Pferd – und lässt diese Zellen dann auch noch seine Bestandteile synthetisieren.

Übertragung des HI-Virus

AIDS ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Aus diesem Grund wurde insbesondere mithilfe von "Safer Sex Kampagnen" ein wichtiger Beitrag gegen die Ausbreitung von HIV geleistet.

Der Begriff Safer Sex bezeichnet Vorkehrungen, die vor sexuell übertragbaren Erkrankungen wie AIDS schützen sollen.

Bei Kontakt von virushaltigen Körperflüssigkeiten wie Blut mit Schleimhäuten kann HIV übertragen werden. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist außerdem erhöht, wenn die Schleimhäute Verletzungen aufweisen. Insbesondere Sperma und Vaginalsekret stellen aufgrund einer hohen Viruskonzentration ein Risiko dar, weshalb die sexuelle Übertragung im Rahmen von ungeschütztem Geschlechtsverkehr bei AIDS von besonders großer Bedeutung ist.

Speichel und Tränenflüssigkeit stellen ein schädliches Millieu für die Viren dar: Daher findet beispielsweise beim Küssen keine Übertragung von HIV statt.

Neben der sexuellen Übertragung spielt bei HIV auch die Infektion über Spritzen, welche beispielsweise beim Drogenkonsum verwendet werden, eine wichtige Rolle. Eine Übertragung über Bluttransfusionen ist heutzutage in den westlichen Ländern aufgrund von hohen hygienischen Standards unwahrscheinlich.

Zudem ist es auch möglich, dass sich Säuglinge bei der Geburt oder durch das Stillen bei ihrer Mutter mit dem Virus infizieren. Deswegen sollte in der Regel die Geburt bei HIV-infizierten Müttern per Kaiserschnitt erfolgen und auf das Stillen verzichtet werden.

Krankheitsverlauf und Symptome bei AIDS

Die HIV-Infektion lässt sich in vier verschiedene Stadien unterteilen, wobei AIDS das Endstadium darstellt. Zu den Stadien gehören:

  1. die akute Infektion,
  2. die Latenzphase,
  3. der AIDS-related complex (kurz ACR),
  4. AIDS.

1. Stadium: Die akute Infektion

Das erste Stadium, die akute Infektion, tritt wenige Wochen (in der Regel nach zwei bis sechs Wochen) nach der Infektion auf und wird nicht immer bemerkt. Sie äußert sich – wenn überhaupt – meist mit milden, unspezifischen Symptomen. Dazu zählen unter anderem:

  • Fieber,

  • Müdigkeit,

  • Durchfall,

  • Hals- und Kopfschmerzen.

2. Stadium: Die Latenzphase

Die nachfolgende Phase, die Phase subklinischer Persistenz beziehungsweise die Latenzphase, stellt mit einer Dauer von durchschnittlich 10 Jahren die längste Phase der Erkrankung dar. In dieser Phase zeigen sich keine klinischen Symptome, weil das Immunsystem im Kampf gegen das Virus ein Gleichgewicht herstellen kann. Dennoch ist die Virusproduktion im Gange, wenn auch in verhältnismäßig geringen Ausmaßen. Dadurch werden kontinuierlich CD4-Helferzellen zerstört und Betroffene sind ansteckend.

3. Stadium: AIDS-related complex (ARC)

Symptome treten dann erneut mit Unterschreiten der für den Kampf gegen das Virus notwendigen Anzahl an T-Zellen auf. Das äußert sich in Form des AIDS-related complex (kurz ARC), welcher sich durch eine erhöhte Infektanfälligkeit, sowie Fieber oder ähnlichem zeigt.

4. Stadium: AIDS

Letztendlich manifestiert sich die endgültige Immunschwäche, das AIDS, welches sich durch Infektionen mit opportunistischen Pathogenen wie Pilzen und Bakterien äußert.

Opportunistische Pathogene sind Krankheitserreger, welche bei Individuen mit intaktem Immunsystem keine Erkrankung verursachen, aber bei einem geschwächten Immunsystem ihre Chance ergreifen und eine Infektion verursachen.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von AIDS-definierenden Erkrankungen. Sie kommen in der Regel spätestens ab einer CD4-Zellzahl unter 200/µl Blut vor. Zu ihnen zählt beispielsweise die Lungenentzündung durch den Schlauchpilz Pneumocystis jirovecii, aber auch die Infektion durch Toxoplasmen ist ein häufig auftretendes Problem in diesem Stadium. Sie stellt sich bei Erkrankten als zerebrale Toxoplasmose in Form einer Gehirnentzündung dar.

Auch entartete Zellen haben nun ein leichtes Spiel gegen das Immunsystem, weshalb es zu seltenen Krebsarten wie dem Kaposi-Sarkom kommt. Weitere AIDS-definierende Erkrankungen sind unter anderem:

  • Candidose,

  • Salmonellose,

  • Lymphome oder

  • Tuberkulose.

Letztendlich sind es derartige opportunistischen Infektionen und Krebsarten und nicht das HI-Virus selbst, die zum Tod führen.

AIDS Verlauf StudySmarterAbbildung 2: Grafische Darstellung des zeitlichen Verlaufs einer Infektion mit HIV, Quelle: StudySmarter

Diagnose AIDS

Um eine Infektion mit dem HI-Virus nachzuweisen, lassen sich verschiedene Methoden anwenden. Häufig erfolgen diese in einer Kombination.

ELISA Test

Eine Möglichkeit ist es, die Antikörper nachzuweisen, die als Reaktion auf die Infektion von den Immunzellen des Betroffenen gebildet werden. Da die Bildung der Antikörper allerdings etwas Zeit benötigt, sind diese nicht unmittelbar nach dem Kontakt nachweisbar. Als Antikörpernachweis wird ein ELISA Test durchgeführt. Ebenfalls mittels ELISA kann man das Kapsid-Protein p24 nachweisen.

ELISA steht kurz für enzyme linked immunosorbent assay und stellt eine Nachweismethode dar, die auf der Bindung von Antikörpern an die passenden Antigene beruht. Um die Bindung sichtbar zu machen, kommen gekoppelte Enzyme zum Einsatz, die bei positiver Bindung einen Farbumschlag verursachen.

RT-PCR

Eine andere Möglichkeit ist es, das Erbgut des Virus nachzuweisen. Dazu setzt man die bereits angesprochene RT-PCR ein, bei der die virale Nukleinsäure in DNA umgewandelt und vervielfältigt wird. Sie ist genauer und ermöglicht einen früheren Nachweis als der ELISA Test. Man kann RT-PCR außerdem benutzen, um den Therapieerfolg zu beurteilen. Dazu verwendet man eine quantitative RT-PCR, mithilfe derer man auch Aussagen über die Menge an Viren im Infizierten treffen kann.

Da serologische Untersuchungen wie der ELISA Test deutlich günstiger sind, kommt dieser in der Diagnostik in der Regel als Erstes zum Einsatz, welcher dann durch eine PCR bestätigt werden kann. Noch häufiger wird der ELISA Test durch ein anderes immunologisches Nachweisverfahren, den sogenannten Western Blot, bestätigt.

Ein positiver Nachweis von HIV muss aufgrund der gesetzlichen Meldepflicht an das Robert-Koch-Institut weitergeleitet werden. Die Meldung erfolgt dabei anonymisiert, also ohne Angabe des Namens der betroffenen Person.

Zur AIDS-Diagnose reicht ein positiver HIV-Nachweis allein allerdings nicht aus. Denn um die Diagnose AIDS zu stellen, muss außerdem eine AIDS-definierende Erkrankung vorliegen.

Maßnahmen gegen AIDS

Da gegen das HI-Virus kein Impfstoff existiert, spielen andere vorbeugende Maßnahmen eine große Rolle zur Bekämpfung von AIDS.

Prävention von AIDS

Besonders wichtig ist hierbei die Aufklärung über die Erkrankung, aber auch die Aufklärung über Infektionswege von HIV sowie die richtige Anwendung von Verhütungsmitteln. Das Bereitstellen von sauberen Spritzen in Drogeneinrichtungen ist gleichermaßen von Bedeutung.

Kommt es trotz Präventionsmaßnahmen zu einem Kontakt mit virushaltigen Sekreten (zum Beispiel im Rahmen von ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einer sich nicht in Therapie befindlichen, infizierten Person), so gibt es kurzfristig – das heißt bis spätestens 48 Stunden nach dem Risikokontakt – die Möglichkeit einer Postexpositionsprophylaxe (PEP). Hierbei werden unmittelbar nach dem Kontakt Medikamente über vier Wochen verabreicht, welche die Vermehrung des Virus verhindern können und die Wahrscheinlichkeit einer Infektion durch das Virus deutlich senken.

Neben der Postexpositionsprophylaxe gibt es auch die Möglichkeit einer Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Hierbei nimmt eine nicht infizierte Person vor dem Geschlechtsverkehr mit einer vermeintlich HIV-infizierten Person ein Medikament ein, um sich nicht anzustecken. Das Medikament verhindert, dass sich das Virus nach dem Eindringen in den Schleimhautzellen vermehren kann.

AIDS Therapie

Langfristig lässt sich eine Infektion mit HIV nicht rückgängig machen, weshalb die HIV-Infektion auch heute noch als unheilbar gilt. Dennoch ist ein positiver HIV-Nachweis heutzutage keineswegs mehr ein Todesurteil.Im Gegenteil –Betroffene können mit der richtigen Therapie ein normales Leben führen. Dazu nehmen die HIV-Erkrankten normalerweise ihr Leben lang täglich Tabletten ein, welche allgemein gut vertragen werden.

Die Medikamente haben dabei das Ziel, die Immunschwäche vorzubeugen, sodass es nicht zu opportunistischen Infektionen kommt – also AIDS bei den Betroffenen nicht ausbricht. Dazu wird eine Kombination mehrerer Wirkstoffe eingesetzt, die verschiedene Angriffspunkte aufweisen.

Zu den Angriffspunkten der Therapie zählt zum Beispiel das Eindringen des Virus in die Wirtszelle. Hier greifen sogenannte Entry-Inhibitoren ein. Auch das Verhindern der Integration des Virusgenoms in das Wirtsgenom durch Integrase-Inhibitoren stellt einen Angriffspunkt in der Therapie dar.

Eine weitere wichtige Wirkstoffgruppe sind außerdem die Reverse-Transkriptase-Hemmer, welche verhindern, dass das Erbgut des Virus in RNA umgeschrieben und in die Wirtszelle eingebaut werden kann. Zu den Vertretern dieser Wirkstoffgruppe gehören beispielsweise Emtricitabin oder das Lamivudin. Insgesamt wird auf diese Weise die Vermehrung der Viren reduziert.

Bei einer guten Therapie wird die Menge an Viren im Blut soweit gesenkt, dass sogar eine Übertragung des Erregers beim Geschlechtsverkehr verhindert und die Lebenserwartung auf ein durchschnittliches Alter erhöht wird.

Weil es sich bei HIV um ein Retrovirus handelt, spricht man bei der Therapie von einer antiretroviralen Therapie (kurz ART).

Neben den antiviralen Behandlungen können auch therapeutische Maßnahmen gegen jene Art von Infektionen gerichtet sein, die mit AIDS in Verbindung stehen. Hierbei spielen zum Beispiel Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Infekten oder Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen eine wichtige Rolle.

AIDS - Das Wichtigste

  • AIDS steht kurz für acquired immune deficiency syndrom.
  • AIDS ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch das HI-Virus hervorgerufen wird.
  • Die HIV-Infektion lässt sich in verschiedene Stadien einteilen: die akute Infektion, die Latenzphase, der AIDS-related complex und AIDS.
  • Zum Tod führen bei AIDS letztendlich Infektionen durch opportunistische Krankheitserreger, die durch das geschwächte Immunsystem ein leichtes Spiel haben.
  • AIDS lässt sich nicht heilen, aber durch eine Therapie kann der Ausbruch der Krankheit verhindert werden.

AIDS

AIDS ist nicht heilbar, da sich eine Infektion mit dem HI-Virus nicht rückgängig machen lässt. Allerdings kann man einen Ausbruch der Krankheit vorbeugen und AIDS mithilfe von Medikamenten behandeln.

Da HIV weltweit verbreitet ist, kommt auch AIDS auf der ganzen Welt vor. Am stärksten verbreitet ist HIV-1. HIV-2 hingegen kommt vor allem in Westafrika vor.

Bevor AIDS sich manifestiert, kommt es zunächst zu einer grundsätzlich erhöhten Infektanfälligkeit. Man bezeichnet diese Vorstufe auch als AIDS-related complex.

An AIDS erkrankte Personen sterben nicht an der Infektion mit HIV selbst, sondern an opportunistischen Infektionen und Tumoren, die durch die Immunschwäche herbeigeführt werden. Die Todesursachen sind zum Beispiel Krebs, Lungenentzündungen oder andere Infektionen.

Finales AIDS Quiz

Frage

Ist AIDS heilbar?


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Antwort

AIDS ist nicht heilbar, da sich eine Infektion mit dem HI-Virus nicht rückgängig machen lässt. Allerdings kann man einem Ausbruch der Krankheit vorbeugen und AIDS mithilfe von Medikamenten behandeln.

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Frage

Wo ist AIDS auf der Welt verbreitet?

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Antwort

Da HIV weltweit verbreitet ist, kommt auch AIDS auf der ganzen Welt vor. Am stärksten verbreitet ist HIV-1. HIV-2 hingegen kommt v.a. in Westafrika vor.

Frage anzeigen

Frage

Was sind die ersten Anzeichen von AIDS?


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Antwort

Bevor AIDS sich manifestiert, kommt es zunächst zu einer grundsätzlich erhöhten Infektanfälligkeit. Man bezeichnet diese Vorstufe auch als AIDS-related complex.

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Frage

Warum stirbt man an AIDS?


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Antwort

An AIDS erkrankte Personen sterben nicht an der Infektion mit HIV selbst, sondern an opportunistischen Infektionen und Tumoren, die durch die Immunschwäche herbeigeführt werden. Die Todesursachen sind letztlich z.B. Krebs oder Lungenentzündungen oder andere Infektionen.

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Frage

Wie heißt der Erreger, der für AIDS verantwortlich ist?

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Antwort

Der Erreger, der zu AIDS führt, ist das humane Immundefizienz-Virus (kurz HIV).

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Frage

Welche Erkrankung gehört nicht zu den AIDS-definierenden Erkrankungen?

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Antwort

Bandscheibenvorfall

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Frage

​Die Zerstörung welcher Zellen führt zu der Erkrankung AIDS?

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Antwort

Die Zerstörung der CD4-Lymphozyten (einem Typ von T-Zellen) durch HIV führt zu AIDS, da hierdurch das Immunsystem geschwächt wird. 

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Frage

Wie wird AIDS übertragen?

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Antwort

HIV, der Erreger von AIDS, wird übertragen, wenn Schleimhäute in Kontakt mit virushaltigen Sekreten kommen. Das kann beispielsweise der Fall sein bei


  • Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person,
  • der Geburt eines Babys durch eine HIV-positive Mutter,
  • oder bei der Benutzung kontaminierter Spritzen im Rahmen des Drogenmissbrauchs.
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Frage

Wie beugen Reverse-Transkriptase-Hemmer einem Ausbruch von AIDS vor?

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Antwort

Reverse-Transkriptase-Hemmer verhindern einen Ausbruch von AIDS, weil sie die Vermehrung von HIV unterbinden. Das passiert, indem die Wirkstoffe die Umwandlung der viralen RNA in DNA verhindern.

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Frage

Welche therapeutischen Maßnahmen kann man ergreifen, wenn AIDS bereits ausgebrochen ist?

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Antwort

Ist AIDS bereits ausgebrochen, muss gegen die opportunistischen Infektionen vorgegangen werden. Hierbei kommen insbesondere Antibiotika und Antimykotika zum Einsatz.

Frage anzeigen

Frage

Welche Stadien unterscheidet man bei AIDS?

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Antwort

Die HIV-Infektion lässt sich in vier verschiedene Stadien unterteilen, wobei AIDS das Endstadium darstellt. Zu den Stadien gehören:


  • die akute Infektion,

  • die Latenzphase,

  • der AIDS-related complex (kurz ACR),

  • und AIDS.

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Frage

Wobei steckt man sich mit AIDS an?

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Antwort

Beim Küssen einer HIV-positiven Person

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Frage

Welches Virus ist verantwortlich für das Katzen-AIDS?

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Antwort

HIV

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Frage

In welchen Regionen sterben auch heute noch viele Menschen an AIDS?

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Antwort

AIDS ist besonders in Entwicklungsländern noch ein großes Problem. Besonders in Afrika und Südostasien zieht diese Erkrankung noch immer viele Todesopfer nach sich.

Frage anzeigen

Frage

Wie diagnostiziert man AIDS?

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Antwort

Um AIDS zu diagnostizieren, muss zum einen ein bestätigt positiver HIV-Nachweis und zum anderen mindestens eine AIDS-definierende Erkrankung vorliegen.

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