Rote Armee Fraktion (RAF): Ziele & Mitglieder | StudySmarter
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Rote Armee Fraktion (RAF)

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Geschichte

Willkommen zum Fach Geschichte! In diesem Artikel erklären wir dir was die Rote Armee Fraktion, auch RAF genannt, war. Wir gehen auf die Geschichte der Gruppierung ein, welche Ziele sie hatte und welche Auswirkungen die Aktionen der RAF bis heute haben.  

Dieser Artikel gehört zum Fach Geschichte und erweitert das Thema Geteiltes Deutschland.



Was war die Rote Armee Fraktion?

Die Rote Armee Fraktion, oder auch kurz RAF, war eine linksextremistische terroristische Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde ca. 1969/1970 gegründet. Die Gruppe war verantwortlich für ca. 33 Morde an Führungskräften aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Die Rote Armee Fraktion war überdies auch schuld an dem Tod mehrere Fahrer*innen, Polizist*innen, Zollbeamt*innen und amerikanischen Soldat*innen. 

Sie entführten den damaligen Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Hanns Martin Schleyer. Außerdem, waren sie verantwortlich für mehrere Geiselnahmen, Banküberfälle und Sprengstoffattentate mit über 200 Verletzten.

Ziele der Rote Armee Fraktion

Die Mitglieder dieser Gruppe wollten das ganze Regierungssystem in Deutschland abschaffen. Ihre Ziele wollten sie mit Gewalt durchsetzen. Sie stellten die Existenz des bürgerlichen Staates in Frage. Außerdem protestierten sie gegen den Kapitalismus. Um dies umzusetzen, eröffneten sie auch bewaffnete Kämpfe. 


Mitglieder der RAF

Berndt Andreas Baader

Berndt Andreas Baader (*6. Mai 1943 in München; + 18. Oktober 1977 in Stuttgart-Stammheim) war ein deutscher Terrorist. Baader gilt als Mitbegründer und eines der führenden Mitglieder der ersten Generation der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion. Er gilt als eine zentrale Figur der RAF.

Am 2. April 1968 beteiligt er sich zusammen mit Ensslin an Brandanschlägen auf zwei Kaufhäuser in Frankfurt. Nach ihren eigenen Aussagen zu urteilen wollten sie gegen die Gleichgültigkeit der Bundesrepublik im Bezug auf den Vietnamkrieg protestieren.


Quelle: Haus der Geschichte

Gudrun Ensslin

Gudrun Ensslin wurde 1940 geboren. Ensslin ist eine deutsche Terroristin und ebenfalls eines der führenden Mitglieder der linksradikalen Roten Armee Fraktion. Beteiligt war sie an Sprengstoffanschlägen, Banküberfällen und Morden. Sie war mit Baaders am 2. April 1968 beteiligt an Brandanschlägen auf zwei Kaufhäuser in Frankfurt. Sie war gegen die Gleichgültigkeit der Bundesrepublik im Bezug auf den  Vietnamkrieg. Sie protestierte gegen die Ermordung und der Bombardierung des Landes. Sie wurde 1972 verhaftet und kam ins Hochsicherheitsgefängnis in Stuttgart-Stammheim. Einige Anhänger der RAF versuchten eine Freilassung der inhaftierten RAF-Mitglieder zu erpressen.  Als dies nicht gelang, beging Ensslin schließlich am 18. Oktober 1977 in ihrer Gefängniszelle Selbstmord.


Quelle: Haus der Geschichte

Holger Meins

Holger Meins war ein deutscher Terrorist der Rote Armee Fraktion. Er war der frühere Filmemacher und starb 1974 in der Haft an den Folgen des Hungerstreiks. Er arbeitete an der Untergrund-Zeitung Agit 883 mit und setzte in deren Ausgabe 62 den Abdruck des RAF-Gründungsaufrufes durch. Er ist bekannt für seine Gestaltung eines Plakats unter dem Titel ,,Freiheit für alle Gefangenen''. 


Quelle: Südwestrundfunk

Jan-Carl Raspe

Jan-Carl Raspe (*24. Juli 1944 in Tirol, + 18. Oktober 1977 in Stuttgart-Stammheim) war ein deutscher Terrorist. Er war ebenfalls einer der führenden Mitglieder der ersten Generation der Rote Armee Fraktion. Beteiligt war er an fünf Bombenanschlägen mit vier Todesopfern. 1972 wurde Raspe verhaftet und zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. 1977 starb er in der Haft durch Selbstmord.

Quelle: Welt.de 

Ulrike Meinhof 

Ulrike Meinhof (1934-1976). Am 14. Mai 1970 beteiligte sie sich an der gewaltsamen Befreiung des Terroristen Andreas Baader aus dem Gefängnis. Sie galt als Vorbereiterin und Planerin der Aktion. Bei dieser wurden drei Menschen zum Teil schwer verletzt.  Am 29. November 1970 wurde sie wegen Mordversuchs bei der Baader-Befreiung zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Sie wurde in den Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stuttgart-Stammheim verlegt. Am 9. Mai 1976 wurde sie erhängt in ihrer Zelle aufgefunden. Laut Angaben der Gefängnisleitung beging sie Selbstmord.

Quelle: Haus der Geschichte

Birgit Elisabeth Hogefeld

Birgit Elisabeth Hogefeld war eine ehemalige Terroristin. Als Mitglied der Rote Armee Fraktion galt sie als einer der Leitfiguren der dritten Generation der RAF. Ab ca. 1985 war sie dann an verschiedenen Anschlägen beteiligt. 1993 wurde sie verhaftet und 1996 wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 2011 wurde sie als letztes inhaftiertes RAF- Mitglied auf Bewährung entlassen. 


Quelle: Welt.de 

Wolfgang Werner Grams

Wolfgang Werner Grams (*6. März 1953 in Wiesbaden, + 27. Juni 1993 in Lübeck) war ebenfalls ein terroristisches Mitglied der Vereinigung Rote Armee Fraktion. Er gehörte der Kommandoebene der dritten RAF-Generation an. Bei dem Versuch seiner Festnahme durch die Polizei wurde er angeschossen und starb nach mehrfach gerichtlich überprüften Ermittlungen durch Suizid. 



Quelle: Alchetron


Vorgeschichte der RAF-Gründung

Bei der Demonstration gegen den Besuch des Schah von Persien kam es am 02.06.1967 in West-Berlin zu einer Auseinandersetzung zwischen den Demonstranten, Schah-treuen Persern und der Polizei. Bei einer Schießerei zwischen Polizei und den Demonstranten erschoss der damalige Polizist Karl-Heinz den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras verbrachte nur einen Tag in Untersuchungs-Haft und wurde wegen Notwehr freigesprochen. Die Demonstranten hingegen mussten wegen weit geringerer Vergehen für einige Monate ins Gefängnis.


Dieses Datum wurde letztendlich zum Wendepunkt für die bis dahin friedliche Studentenbewegung. Diese sahen sich ab dem Zeitpunkt in ihrem Misstrauen gegenüber dem Staat und seinen Repräsentanten bestätigt. Sie empfanden es als ungerecht, dass der Polizist nach nur einem Tag U-Haft entlassen wurde. Die Demonstranten hingegen, die gegen den Vietnamkrieg und der Gleichgültigkeit der Bundesrepublik demonstrierten, wurden härter bestraft.  Dieser Funke des Protest sprang von Berlin auf andere Städte und Universitäten über. 


Ab diesem Zeitpunkt gab es eine große Veränderung der Studentenbewegung. Zu Beginn demonstrierten sie friedlich, merkten aber schnell, dass sie damit wenig erreichten. Die Mitglieder der RAF griffen daher zu terroristischen Maßnahmen, um ihre politischen Überzeugungen nach außen zu tragen und um diese durchzusetzen: Morde, Brandanschläge und Entführungen eingeschlossen. 

Die Geschichte der Rote Armee Fraktion

Am 28.04.1977 wurde Baaders zu lebenslanger Haft wegen vierfachen Mordes und Mordversuchen verurteilt.
Mit der ,,Offensive 77'' erreichte der Terror der Roten Armee Fraktion im Jahr 1977 seinen Höhepunkt:

Die Mitglieder der RAF verübten einen Mordanschlag auf den Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Bei einem misslungenen Entführungsversuch im Juli erschossen sie außerdem den Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto. Anfang September desselben Jahres entführen die Mitglieder den Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer. Die Mitglieder der RAF forderten die Freilassung von elf inhaftierten RAF-Mitglieder. Unter anderem auch Baader.  


Diese Geschehnisse, während der 44 Tage andauernden Entführung Schleyers, welche mit seiner Ermordung endet, werden als der ,,Deutsche Herbst'' bezeichnet. Der ,,Deutsche Herbst'' zählt zur größten innenpolitischen Herausforderung in der Geschichte der alten Bundesrepublik. Die Rote Armee Fraktion gründete sich, nach der Befreiung von Andreas Baader aus der Haft und löste sich 1998 selbst auf.


Der Begriff Offensive 77 wurde von der RAF und den Medien im Zusammenhang mit den Terroranschlägen der Mitglieder ab 1977 benutzt. Mit der Offensive 77 sieht die RAF in den Angriffen eine Aktionsfreiheit, mit der sie den Staat ,,weich klopfen''.

Chronologie der Geschichte

ZeitEreignis
1968
  • Proteste gegen den Vietnamkrieg
  • Baader, Ensslin und zwei weitere wurden wegen Brandstiftung zu 3 Jahren Haft verurteilt --> sie wollten ein Zeichen gegen die Gleichgültigkeit gegenüber den Morden in Vietnam setzen
1970
  • Gründung der RAF und erste Aktionen
  • es erscheint in der Subkultur-Zeitschrift Agit 883 die erste öffentliche Erklärung der RAF unter dem Titel: ,,Die Rote Armee aufbauen''
  • sie überfallen Banken und stehlen Dokumente 
1971
  • es kommt zur Fahndung nach RAF-Mitgliedern
  • Schusswechsel mit Polizei, Tote auf beiden Seiten
  • RAF sieht sich als Teil (Fraktion) eines weltweiten Kampes gegen US-Imperialismus und seine westdeutschen Unterstützer
  • das Konzept ,,Stadtguerilla'' erscheint mit dem Logo der Rote Armee Fraktion

Quelle: Wikipedia


1972
  • als Reaktion auf die Ausweitung des amerikanischen Bombenkriegs in Vietnam verübt die RAF bei ihrer ,,Mai-Offensive'' Anschläge auf US-Einrichtungen in Frankfurt und Heidelberg
  • Attentat auf das Springer-Hochhaus (Hamburg), Polizeirevier (Augsburg), Landeskriminalamt (München)
  • Baader, Meins, Raspe, Ensslin, Meinhof und weitere RAF-Mitglieder wurden festgenommen
1973-1974
  • aus den Unterstützern der RAF, bildet sich eine zweite RAF-Generation
  • deren Ziel war die Befreiung ihrer Idole Baader, Meinhof und Ensslin
1975 
  • die zweite Generation entführt den CDU-Vorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten Peter Lorenz
  • sie verlangten die Freilassung der inhaftierten Gesinnungsgenossen
  • ihre Forderung wurde erfüllt und Lorenz unversehrt freigelassen
1976 
  • Ulrike Meinhof wurde in ihrer Zelle erhängt aufgefunden
1977
  • der Deutsche Herbst
1982-1998
  • dritte Generation der RAF
  • nach der Zerschlagung der zweiten Generation der RAF organisieren sich neue Mitglieder als dritte Generation der RAF
1992
  • die RAF erklärt, sie werde keine Mord-Anschläge auf Repräsentanten von Staat und Wirtschaft mehr verüben
  • das Mitglied Hogefeld wurde festgenommen und Grams beging bei der Schießerei Selbstmord
1998
  • am 20. April 1998 verkündete die RAF in einem Schreiben an verschiedene Presseagenturen ihre Auflösung


Konzept der Stadtguerilla

Das Konzept der Stadtguerilla war mit militanten Mitteln aus dem Untergrund oder mit Illegalität gegen bestimmte politische Entscheidungen Widerstand zu leisten. Außerdem versuchen sie mit diesen Mitteln gegen die herrschende Regierung zu kämpfen und ihre eigenen politischen Konzepte und Ziele durchzusetzen.

Die Mittel der Stadtguerilla war sehr vielfältig. Sie arbeiten in der Öffentlichkeit, an der Verbreitung von Flugschriften, Sabotageakten und anderen gewaltsamen Anschlägen.
Die Gruppe galt als terroristische Vereinigung und war in seiner Planung und Umsetzung terroristischer Aktionen ein großer Einfluss auf die RAF.

Opfer der Rote Armee Fraktion

Zu den wohl bekanntesten Opfern zählen, wie bereits erwähnt,  der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, der Generalbundesanwalt Siegfried Buback und der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen. Die Rote Armee Fraktion hat in den Jahren 1971-1993 ca. 34 Menschen in Deutschland ermordet. Besonders das Jahr 1997,  auch genannt ,,Deutscher Herbst'' ragt dabei hervor. In diesem Jahr wurden 10 Menschen von der RAF getötet. 

Die Rote Armee Fraktion heute

Vor etwa knapp einem Jahrzehnt hörte die Rote Armee Fraktion auf zu existieren. Jedoch ist die Aufarbeitung jener Zeit heute immer noch nicht ganz abgeschlossen. Die Angehörigen der Opfer fordern immer noch eine Aufklärung der Verbrechen. Ehemalige Terroristen der Roten Armee Fraktion sorgen mit ihrem Wunsch nach Begnadigung oder vorzeitiger Haftentlassung für starke öffentliche Debatten. 


Alles Wichtige auf einem Blick zur Rote Armee Fraktion

  • Die Rote Armee Fraktion oder auch kurz RAF war eine linksextremistische terroristische Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland
  • Sie wurde ca. 1969/1970 gegründet
  • Die Gruppe war verantwortlich für ca. 33 Morde an Führungskräften aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung und Politik
  • Die Rote Armee Fraktion war überdies auch schuld an dem Tod derer Fahrer*innen, Polizist*innen, Zollbeamt*innen und amerikanischen Soldat*innen
  • Sie entführten den damaligen Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Hanns Martin Schleyer, waren verantwortlich für mehrere Geiselnahmen, Banküberfälle und Sprengstoffattentate mit über 200 Verletzten
  • Mitglieder der RAF sind unter anderem: Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Holger Meins, Jan-Carl Raspe, Ulrike Meinhof, Birgit Elisabeth Hogefeld, Wolfgang Werner Grams
  • Die Rote Armee Fraktion gründete sich nach der Befreiung von Andreas Baader aus der Haft und löste sich 1998 selbst auf


Häufig gestellte Fragen zum Thema Rote Armee Fraktion (RAF)

Die Mitglieder der RAF sahen sich als revolutionäre Kommunisten und bezogen sich auf die Rote Arme, welche nach der Oktoberrevolution in der Sowjetunion gegründet worden war.

  • Protestierten gegen den Kapitalismus
  • stellten die Existenz des bürgerlichen Staates in Frage

RAF bedeutet Rote Armee Fraktion.

Die RAF ist eine linksextremistische terroristische Vereinigung in der Bundesrepublik Deutschland. Misstrauisch gegenüber dem Staat versuchten sie ihre Ziele durch Entführungen, Attentate usw. zu erreichen. 

Ihre Ziele waren die Abschaffung des ganzen Regierungssystem in Deutschland.

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