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Stasi

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Geschichte

Stell dir vor, der Staat lässt dich permanent beobachten und weiß, mit wem du telefonierst, wann du das Haus verlässt, was du einkaufst... Ungefähr so war das Leben für viele DDR-Bürger*innen, die von der Stasi überwacht wurden.

Die Stasi, ausgeschrieben Ministerium für Staatssicherheit (auch MfS), war der Nachrichtendienst und eine Geheimpolizei der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

In der Praxis fungierte das MfS aber als Überwachungsapparat der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), um die Bürger*innen der DDR zu kontrollieren und politische Gegner zu identifizieren. Die Stasi wurde auch als "Schild und Schwert der Partei" bezeichnet.

Feind der Stasi war der ideologische Feind der DDR: Der Klassenfeind.

Der Begriff "Klassenfeind" war aus dem Kommunismus abgeleitet und meinte eigentlich eine Person die sich gegen die Arbeiterklasse und sozialistische Ideologie der SED stellte. Die Stasi benutze den Begriff allerdings eher als Sammelbegriff für alle Personen, die eine Gefahr für den Staat darstellten.

Stasi Emblem des MfS StudySmarterAbbildung 1: Emblem des Ministeriums für StaatssicherheitQuelle: wikipedia.org

Stasi Erklärung

Die Stasi wurde inspiriert vom sowjetischen Ministerium für Staatssicherheit, das bereits in der sowjetischen Besatzungszone nachrichtendienstliche Abteilungen eingerichtet hatte. Nachdem 1946 die SED gegründet wurde, etablierte sie die "Deutsche Verwaltung des Inneren" mit dem "K5 Referat" (kurz K5). Das K5 war mit "Straftaten anderer Art" beauftragt und überwachte den reibungslosen "Aufbau der Demokratie" in der sowjetischen Besatzungszone.

Kurz nach der Gründung der DDR, sprach sich das Politbüro der SED für die Gründung eines Ministeriums für Staatssicherheit aus. Am 8. Februar 1950 wurde schließlich das "Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit" von der Volkskammer beschlossen. Dieses trat am 21. Februar 1950 in Kraft.

Der erste Leiter, beziehungsweise Minister, des Ministeriums für Staatssicherheit war Wilhelm Zaisser. Dieser behielt sein Amt allerdings nur bis 1953, da dem MfS vorgeworfen wurde, den Aufstand vom 17. Juni nicht frühzeitig erkannt und präveniert zu haben. Daraufhin wurde dem MfS auch kurzfristig der Ministeriumsstatus enthoben und es wurde zwischen 1953 und 1955 zum Staatssekretariat herabgestuft. Nach Zaisser war Ernst Wollweber bis 1957 Leiter des MfS.

Am 24. November 1955 wurde das MfS um die Hauptverwaltung Aufklärung ergänzt, die den Nachrichtendienst fürs Ausland darstellte.

Da die DDR in ihren jungen Jahren mit Republikflucht zu tun hatte, war die Stasi zunächst mit dem Aufhalten der Flüchtigen beschäftigt. Auch sorgten die ideologischen Differenzen zwischen Ost und West, und vor allem zwischen DDR und BRD, dafür, dass die Stasi westliche Geheimdienste aufspürte und verfolgte.

Nachdem die Fluchtbewegungen mit dem Mauerbau eingedämmt wurden, wurde es zur Hauptaufgabe der Stasi sämtlichen Gefahren für die Stabilität der DDR vorzubeugen.

Von 1957 bis 1989 leitete Erich Mielke die Stasi.

Mielkes Amtszeit als Minister des MfS endete am 7. November 1989, als der Ministerrat der DDR zurücktreten musste.

Stasi Arbeitsweisen

Wie bereits erwähnt war die Stasi hauptsächlich die Geheimpolizei der DDR, sie überwachte und unterdrückte deren Bevölkerung. Dabei genoss das MfS jegliche Freiheiten und wurde von der SED angeleitet, beziehungsweise unterstützt. Zu den Aufgaben im Inland gehörten:

  • Kontrolle regimefeindlicher Organisationen und Personen
  • Überwachung der DDR-Bürger*innen
  • Sicherung der Staatssicherheit
  • Aufklärung und Prävention von Republikflucht
  • Kontrolle über andere DDR-Organe, wie der Volkspolizei, Ministerien, Unternehmen, Verkehrssystem, et cetera
  • Personenschutz von Parteifunktionären
  • Ermittlungen und Verschleierung im Zusammenhang mit Todesfällen an der Berliner Mauer

Deutlich wird, dass die Stasi, also auch die DDR, Bürgerrechte und Freiheitsrechte regelrecht missachtete.

Mitunter beteiligte oder beauftragte die Stasi auch Morde an (hauptsächlich im Ausland lebenden) Regimegegnern.

Zusätzlich agierte das MfS mit der Hauptverwaltung Aufklärung auch als Auslandsnachrichtendienst. Dabei übernahm es typische Spionagetätigkeiten und Spionageabwehr im eigenen Land. Auch verbreitete der Auslandsdienst des MfS gezielt Informationen über die DDR im Ausland im Sinne der SED.

Stasi Organisation

Die Stasi war hierarchisch in die Verwaltungsgliederung der DDR geordnet. Die Zentrale war das MfS-Amt in Berlin- Lichtenberg. Dann gab es die Bezirksverwaltungen, denen Kreisdienststellen untergeordnet waren. Hinzu kamen Objektdienststellen, die für bestimmte Betriebe zuständig waren.

Außerdem war die Stasi und deren Dienststellen in verschiedene Aufgabenbereiche unterteilt, zum Beispiel Telefonüberwachung, Spionageabwehr, und Bekämpfung von Flucht.

Stasi Methoden

Die Methoden der Stasi gelten als umstritten und besonders brutal. Das MfS schreckte nicht vor Folter und gezwungenen Geständnissen zurück. Zusätzlich wurden psychologische Methoden angewandt, um Verdächtige oder Opfer zu einem Geständnis zu bewegen, beziehungsweise sie soweit zu verunsichern, dass keine Gefahr mehr von ihnen ausging.

Da sich die DDR vermehrt nach internationaler Anerkennung unter der Ära Honeckers sehnte, agierte die Stasi vor allem verdeckt. Durch den Grundlagenvertrag 1972 und die KSZE-Schlussakte 1973, legte die DDR offiziellen Wert auf die Menschenrechte. Deshalb setze die Stasi auf subtile Methoden, die wenig Aufmerksamkeit auf sich zogen. Strafverfolgungen wurden wenn möglich vermieden und sogenannte Zersetzungen wurden durchgeführt.

Die Zersetzung war eine psychologische Methode der Stasi, um "feindlich-negative-Personen" von einer Handlung abzuhalten.

Im Umgang mit politische und oppositionelle Gegnern, welche von der Stasi auch "feindlich-negative Personen" genannt wurden, wurde zunächst in OVs und OPKs unterschieden.

Eine OPK, Operative Personenkontrolle, wurde durchgeführt, wenn bei einer Person ein Verdacht zu einer Straftat oder regimekritischem Verhalten bestand. Dabei wurden alle möglichen Mittel zur Informationsbeschaffung eingesetzt, wie zum Beispiel die Deutsche Volkspolizei, berufliche Akten der Person, aber auch Einsicht in persönliche Briefe. Auch Abhören gehörte zu den Stasi-Methoden. Wenn die OPK den Verdacht verstärkte, wurde der OV, Operative Vorgang eingeläutet.

Stasi "Das Leben der Anderen" Abhören StudySmarterAbbildung 2: Stasi-Mitarbeiter beim Abhören im Film "Das Leben der Anderen". Quelle: bpb.de

Dieser bestand aus einer Reihe von "Maßnahmeplänen", bei denen verstärkt auf "Inoffizielle Mitarbeiter" (IM) und "Politisch-Operatives-Zusammenwirken" mit anderen Behörden gesetzt wurde. Der OV war darauf ausgelegt die Ermittlungen gegen die verdächtige Person auszuweiten. Dabei wurden auch Familienbeziehungen und der Bekanntenkreis geprüft. Das Ergebnis des OV legte den weiteren Verlauf der Ermittlungen fest.

Blieb der OV erfolglos, wurden die Ermittlungen eingestellt. Wenn der OV jedoch den Verdacht bestätigte, konnten offizielle Ermittlungen der Volkspolizei umgesetzt werden.

Um bei den Ermittlungen Geständnisse zu erzielen, machte die Stasi auch von Foltermethoden gebrauch. Dazu gehörten sowohl körperliche Folter, als auch psychische Methoden. Die Verdächtigen wurden unter Druck gesetzt und ständig verunsichert und isoliert. So wurden oftmals auch Geständnisse gemacht, von Taten die gar nicht begangen wurden.

Es kam aber auch vor, dass anstelle von offiziellen Ermittlungen eine Zersetzung erfolgte. Die Zersetzung wurde eingeleitet, wenn eine Inhaftierung der verdächtigen Person als unvorteilhaft angesehen wurde. Dies war zum Beispiel der Fall, wenn die Stasi das Umfeld der/des Verdächtigen nicht stören wollte oder sich erhoffte noch mehr kompromittierende Informationen über die Person zu erlangen.

Kompromittieren bedeutet jemanden bloßzustellen.

Die Zersetzung wurde seit 1976 durch die "Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer Vorgänge" geregelt. Zersetzungsmaßnahmen fanden im Geheimen statt und bestanden im Prinzip darin, die "feindlich-negative Person" so zu manipulieren, dass keine Gefahr mehr von ihr ausging.

Dazu wurde die Person vor allem psychischem Druck ausgesetzt, ohne dass sie wusste, dass die Stasi dafür verantwortlich war. Die Person wurde soweit wie möglich von ihrem Umfeld isoliert und daran gehindert oppositionelle Pläne zu verfolgen.

Zersetzungsmaßnahmen beinhalteten die Schädigung des öffentlichen Rufs einer "feindlich-negativen Person" durch wahre, aber auch unwahre Belege, solange diese Belege nicht widerlegt werden konnten.

Das konnte zum Beispiel die Verbreitung von Fremdgeh-Gerüchten sein.

Zusätzlich wurden der Person Hindernisse in den Weg gelegt, wie Berufsverbote. Durch die andauernden Misserfolge sollte der Person das Selbstvertrauen genommen werden. Sie sollte demotiviert werden und sich gegen andere Personen aus ihrem Umfeld richten, indem sie diese für Gerüchte verantwortlich machte.

Die Maßnahmen der Zersetzung bezogen sich dabei sogar auf psychologische Erkenntnisse der "Operativen Psychologie", die an der Juristischen Hochschule des MfS gelehrt wurde.

Die Stasi ging also vor allem taktisch subtil vor. Öffentliche und offizielle Ermittlungen wurden vermieden, um keine Aufmerksamkeit zu erlangen und so möglichst viele Informationen über verdächtige Personen zu erlangen. Viele Personen, die von einer "Zersetzung" betroffen waren, erfuhren erst nach Auflösung der DDR, dass ihr Leben vom MfS manipuliert wurde.

Inoffizielle Mitarbeiter

Wie der Name sagt, waren Inoffizielle Mitarbeiter (IM) jene Mitarbeiter der Stasi, die nicht offiziell angestellt waren. Sie übermittelten dem MfS Informationen, meist aus ihrem Umfeld, oder manipulierten auf Anordnung der Stasi hin ihr Umfeld. Dabei agierten die IMs verdeckt, also unerkannt.

Auch im nationalsozialistischen Deutschland gab es diese Art der Informationssammlung. Bürger die die Gestapo informierten wurden V-Mann genannt, weshalb die DDR sich bewusst von diesem Begriff distanzierte.

Alternativ wurden IMs anfangs auch Geheime Informatoren (GI) genannt.

IMs konnten auf verschiedene Weise geworben werden. Entweder kam jemand als IM in Frage, da er Treue zur SED durch die richtigen ideologischen Eigenschaften zeigte, oder jemand zeigte besonderes Interesse als IM tätig zu werden, beziehungsweise erhoffte sich eigene Vorteile dadurch. Finanzielle Vergütung spielte bei den IMs keine Rolle.

Wenn eine Person als IM geworben wurde, musste diese ihre Treue beweisen, indem sie selbst Geheimnisse oder intime Informationen von sich preisgab.

Manchmal versuchte die Stasi auch, eine verdächtige Person als Inoffiziellen Mitarbeiter zu gewinnen, um so noch mehr oppositionelle Personen oder Organisationen zu identifizieren. Dabei wurde der IM meist unter Druck gesetzt und zur Mitarbeit gezwungen.

Die letzte Strategie der Werbung wurde vor allem angewendet, um möglichst viele Infiltranten in regimekritische Organisationen einzuschleusen. Zu den regimekritischen Organisationen gehörten nach SED-Vorstellung auch viele kirchliche und künstlerische Gruppen. Religion gehörte nicht zur kommunistischen Ideologie der DDR und es wurde befürchtet, dass ein starker Glaube der Ideologie im Wege stehen könnte. Auch galten Künstler tendenziell als "negativ-feindlich", da die Kunst ein Ausdrucksmittel für Kritik ist.

Teilweise warb das MfS gezielt Personen als IMs aus dem persönlichen Umfeld einer "feindlich-negativen Person" an, um diese zu überwachen.

Die Werbung wurde mit der Verpflichtung zur Tätigkeit als IM beendet. Dabei verfasste der IM-Kandidat meist eine handschriftliche Erklärung in der er/sie sich zur Geheimhaltung bekannte, einen Decknamen nannte und unterschrieb.

Bisweilen waren bis zu 24% der DDR-Bevölkerung als IM aktiv.

Zu den Aufgaben eines IM gehörte es Berichte über das eigene Umfeld oder bestimmte Personen zu verfassen. Das bedeutet, dass ein IM auch seine Familie und Freunde bespitzelt hat.

Es gab verschiedene Arten der Inoffiziellen Mitarbeiter:

  • Inoffizielle Mitarbeiter mit besonderen Aufgaben (IMA) agierten offensiv und manipulierten einflussreiche Journalisten um gezielte Informationen zu verbreiten.
  • Inoffizielle Mitarbeiter der Abwehr mit Feindverbindung oder zur unmittelbaren Bearbeitung im Verdacht der Feindtätigkeit stehender Personen (IMB) wurden eingesetzt um Informationen über eine bestimmte Person, zu der sie bereits engen Kontakt hatten, zu sammeln, zum Beispiel im Rahmen eines OV.
  • Inoffizielle Mitarbeiter im besonderen Einsatz (IME) hatten, wie der Name sagt, besondere Aufgaben, die meist die Beobachtung und Analyse in ihrem beruflichen Umfeld betraf.
  • Inoffizielle Mitarbeiter zur politisch-operativen Durchdringung und Sicherung des Verantwortungsbereiches (IMS) waren in ihrer Tätigkeit damit beauftragt, die innere Sicherheit zu überwachen und Gefahren zu identifizieren.
  • Führungs-IMs (FIM) verteilten Aufgaben an bis zu fünf untergestellte IMs.
  • Gesellschaftliche Mitarbeiter für Sicherheit (GMS) waren Personen in Führungspositionen, zum Beispiel in der Wirtschaft und Verwaltung. Sie waren eigentlich keine IMs, dennoch sammelten sie Informationen als besonders loyale Mitarbeiter.

Stasi Mitarbeiter

Offiziell bestand das MfS nur aus hauptamtlichen Mitarbeitern*innen. Diese wurde stets gezielt von der Stasi angeworben. Bevor eine Person in Frage kam, wurde ihr Hintergrund genau beleuchtet, um sicherzustellen, dass der/die Kandidat*in regimetreu war. Bei Antritt des Berufs mussten hauptamtliche Mitarbeiter*innen den Fahneneide (Eid auf die DDR- und MfS-Fahne) leisten und eine Verpflichtungserklärung unterschreiben.

Stasi-Mitarbeiter*innen konnten Offiziere, Soldaten auf Zeit im Wehrdienstverhältnis, Offiziere im besonderen Einsatz, Zivilbeschäftigte und Hauptamtliche Inoffizielle Mitarbeiter sein.

Hauptamtliche Inoffizielle Mitarbeiter*innen sammelten hauptberuflich Informationen über ihr Umfeld. Oftmals wurde ihnen dafür ein Scheinarbeitsplatz inszeniert.

Bei Missachtung der Erklärung drohten Stasi-Mitarbeitern harte Strafen – sogar die Todesstrafe.

Die Stasi hatte eine sehr hohe Dichte an Mitarbeiter*innen: Auf 180 Bürger*innen kam ein*e hauptamtliche*r Mitarbeiter*in. Damit war das MfS die größte Geheimpolizei der Welt gemessen am Bürger-Mitarbeiter-Verhältnis.

Stasi-Anwärter*innen wurden an der Juristischen Hochschule des MfS ausgebildet.

Auflösung der Stasi

Zum Ende der DDR wurde das MfS am 18. November 1989 in Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) umbenannt. Im Dezember folgte die Besetzung von AfNS-Bezirksstellen durch Bürger*innen, die die Vernichtung von Stasi-Unterlagen verhindern wollten.

Die bekannteste Besetzung erfolgte durch den Sturm auf die Stasi-Zentrale in Berlin, wie du weiter unten im Artikel nachlesen kannst

Es folgte die Gruppierung von Bürgerwachen und -komitees, die die Auflösung des AfNS, also der Stasi, einleiteten und mit der Aufarbeitung der Stasi-Gräuel begannen. Verzweifelte Versuche, das AfNS mit den Nachrichtendiensten der BRD zu verschmelzen scheiterten. Zum Ende der DDR wurde daraufhin ein "Sonderausschuss zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit" noch von der Volkskammer der DDR eingerichtet. Joachim Gauck wurde zum Leiter des Sonderausschusses.

Schließlich wurden bis zum 31. März 1990 fast alle Stasi-Mitarbeiter*innen entlassen. Aus dem Sonderausschuss "Auflösung des MfS" wurde später die Behörde des "Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik".

Stasi Bedeutung

Zur Zeit der DDR war die Stasi mit das wichtigste Instrument für die Aufrechterhaltung der SED-Kontrolle. Die DDR-Bevölkerung bekam nicht viel von der Stasi in der Öffentlichkeit mit. Stattdessen entstand der Eindruck, dass alles was man tat von der Stasi gegen einen genutzt werden könnte. Es ging dem MfS vor allem darum den Staat ideologisch zu kontrollieren und den Bürger*innen psychologische Angst einzuprägen, sodass sie sich nicht gegen die SED-Regierung stimmten.

Bedeutung bis heute

Die Vernichtung der Stasi-Unterlagen wurde durch die DDR-Bürger*innen verhindert. Dadurch bietet die Stasi eine einzigartige Möglichkeit der Akteneinsicht und Forschung. Aus privatem Interesse haben die ehemaligen Bürger der DDR die Chance zu erfahren, was die DDR über sie gedacht hat. Für die Wissenschaft eröffnet der Erhalt der Stasi Akten die Gelegenheit die Arbeitsweisen des Geheimdienstes nachzuvollziehen.

Sturm auf die Stasi-Zentrale

Am 15. Januar 1990 stürmten noch-DDR-Bürger*innen die Stasi-Zentrale in der Normannenstraße in Berlin-Lichtenberg. Das Ministerium für Staatssicherheit hatte geplant, sämtliche Unterlagen zu vernichten, da es dabei war aufgelöst zu werden. Aufgrund der friedlichen Revolution forderten Bürgerbewegungen die Sicherstellung ihrer Akten.

Stasi Akten einsehen

Alle Menschen, über die das Ministerium für Staatssicherheit eine Akte geführt hat, haben seit 1992 das Recht ihre Akte anzugucken. Schätzungsweise haben circa zwei bis drei Millionen Menschen ihre Akte bereits eingesehen.

Bis zum 16. Juni 2021 gab es einen "Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik". Dieser leitete die Bundesbehörde die damit beauftragt war die Stasi-Akten zu erforschen und zu verwalten. Die Behörde, beziehungsweise das Amt des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für Stasi-Unterlagen, wurde am 3. Oktober 1990 gegründet und basierte auf dem Stasi-Unterlagen-Gesetz.

Der lange Name der Behörde wird oft mit Gauck-Behörde abgekürzt, da Joachim Gauck (ehemaliger Bundespräsident) der erste Beauftragte der Behörde war. Gauck hatte seit der Leitung des Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit mit den Stasi-Unterlagen zu tun.

Das Stasi-Unterlagen-Gesetz wurde am 14. November 1991 verfasst und trat am 29. Dezember des selben Jahres in Kraft. Das Gesetzt befasst sich mit sämtlichen Regelungen die die Verwendung der Stasi-Unterlagen betrifft. Demnach müssen die Unterlagen zum Beispiel archiviert werden. Das Gesetz ist einzigartig, da es erstmals Bürgern ermöglicht ihre Akten einzusehen, die eine Geheimpolizei über sie erstellt hat.

Am 2. Januar 1992 begann die Einsicht in persönlichen Akten.

Nach Gauck folgte Marianne Birthler im Jahr 2000 als Beauftragte und im Jahr 2011 Roland Jahn.

Nach Auflösung der Behörde wurden die Akten am 17. Juni 2021 an das Bundesarchiv überstellt. Zuvor musste jedoch der Datenschutz des Bundesarchivs angepasst werden und Regelungen zum Zugang der Täterunterlagen getroffen werden.

Die Stasi hat nicht nur Informationen über DDR-Bürger gesammelt. Auch Akten über BRD-Bürger und Menschen anderer Staaten wurden angelegt.

Einsicht in persönliche Akten

Das Einsehen in die persönliche Akte ist oft mit Neugierde verbunden. Ehemalige DDR-Bürger*innen wollen herausfinden, was das Mfs, beziehungsweise die SED, alles über sie wusste. Allerdings geht die Gewissheit nicht immer mit Erleichterung einher. Viele Menschen, die ihre Akte eingesehen habe, waren schockiert, als ihnen bewusst wurde, wie viel die Stasi über sie in Erfahrung gebracht hatte.

Enttäuschender beschreiben Akteneinseher allerdings die Art und Weise, wie die Stasi intime Informationen über sie erlangte. Einige ehemalige DDR-Bürger*innen erfuhren erst beim Einsehen der Akten, dass ihre Freunde oder Familienangehörige sie bespitzelt, oder sogar verraten haben. Im Nachhinein ist das ein enormer Vertrauensverlust, der auch nach Auflösung der DDR noch zu Familienproblemen geführt hat.

Auch war die Einsicht in die Akten erst der endgültige Beweis, dass die Stasi ihre Feinde durch die Zersetzung psychologisch untergrub.

1977 hatte Jürgen Fuchs, welcher von der DDR ins Exil geschickt wurde, im westdeutschen Spiegel über die psychologische Macht der Stasi durch "Operative Psychologie" beschrieben. Daraufhin bezeichnete die Stasi Fuchs erfolgreich als paranoid, weshalb die westdeutschen Medien ihm nicht mehr glaubten und des Verfolgungswahns beschuldigten. Erst mit Einsicht in Fuchs Unterlagen konnte seine Geschichte bestätigt werden. Dadurch zeigt sich, dass die Stasi auch über die DDR-Grenzen hinweg genug Einfluss hatte, um die DDR so darzustellen, wie die SED es wollte.

Kritik an der Behörde

2007 wurde ein Gutachten über die Behörde erstellt, indem dem, beziehungsweise der Bundesbeauftragten vorgeworfen wurde ehemalige Stasimitarbeiter und Inoffizielle Mitarbeiter zu beschäftigen. Insbesondere unter Gaucks Leitung sollen viele Stasimitarbeiter eingestellt gewesen sein, die dadurch die Möglichkeit hatten Akten zu vernichten oder zu verändern.

Stasi Gefängnis Berlin

Stasi Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen StudySmarterAbbildung 3: Ehemaliges Stasi Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. Quelle: wikipedia.org

Neben den Akten, haben auch Gedenkstätten an die Stasi noch heute Bedeutung. Dort wird über die Methoden des MfS informiert und an den Terror an der Bevölkerung erinnert.

Eine der bekanntesten Gedenkstätten ist die ehemalige Untersuchungshaftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen. Das Gefängnis war früher die zentrale Untersuchungshaftanstalt des MfS. Politische Gegner wurden dort festgehalten und gefoltert.

Bereits 1992 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und seit 1994 ist es eine Gedenkstätte. Ehemalige Häftlinge führen die Besucher durch das Gefängnis und berichten dabei über ihre Erfahrungen.

Stasi - Das Wichtigste

  • Die Stasi, Ministerium für Staatssicherheit, war die Geheimpolizei und nachrichtendienstliche Behörde der DDR.
  • Die Stasi kontrollierte und überwachte die Bevölkerung und garantierte die Sicherheit und Integrität der DDR.
  • Die Methoden der Stasi reichten von Folter bis hin zu psychologischer Manipulation, wie Zersetzung der Verdächtigen, beziehungsweise Opfer.
  • Der Erhalt der Stasi-Akten bietet die einzigartige Möglichkeit der Akteneinsicht für ehemalige Betroffene und die Forschung.

Stasi

Die Stasi wurde als Geheimdienst gegründet, dessen Aufgabe es war vor allem politische Straftaten zu untersuchen.

Stasi is die umgangssprachliche Abkürzung für das Ministerium für Staatssicherheit, das in der DDR agierte.

Die Stasi, abgeleitet von Ministerium für Staatssicherheit, war ein geheimer Nachrichtendienst der als Kontrollmechanismus der SED agierte und die Bürger der DDR polizeilich überwachte um politische Straftaten zu ermitteln.

In der DDR hatten nur jene Bürger eine Stasi-Akte, die von der Stasi verdächtigt wurden, eine Gefahr für den Staat zu sein. Demnach hatte nicht jeder Bürger der DDR eine Stasi-Akte.

Finales Stasi Quiz

Frage

Seit wann kann man seine Stasi Akte einsehen?

Antwort anzeigen

Antwort

2. Januar 1992

Frage anzeigen

Frage

Worauf basiert die Stasi-Akteneinsicht?

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Antwort

Die Einsicht der Stasi Akten basiert auf dem Stasi-Unterlagen-Gesetz.

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Frage

Wann trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz in Kraft?

Antwort anzeigen

Antwort

29. Dezember 1991

Frage anzeigen

Frage

Wer war der erste Beauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR?

Antwort anzeigen

Antwort

Joachim Gauck

Frage anzeigen

Frage

Wann fand der Sturm auf die Stasi-Zentrale statt?

Antwort anzeigen

Antwort

15. Januar 1990

Frage anzeigen

Frage

Warum stürmten Bürger die Stasi-Zentrale Anfang 1990?

Antwort anzeigen

Antwort

Sie wollten die Vernichtung ihrer Akten verhindern.

Frage anzeigen

Frage

Wann wurde die Stasi gegründet?

Antwort anzeigen

Antwort

21. Februar 1950

Frage anzeigen

Frage

Der richtige Name der Stasi ist:

Antwort anzeigen

Antwort

Ministerium für Staatssicherheit

Frage anzeigen

Frage

Wer leitete die Stasi die längste Zeit?

Antwort anzeigen

Antwort

Erich Mielke

Frage anzeigen

Frage

Von wann bis wann war Mielke Minister für Staatssicherheit?

Antwort anzeigen

Antwort

1957 bis 1989

Frage anzeigen

Frage

Welche Methode wandte die Stasi an, wenn eine Inhaftierung unvorteilhaft war?

Antwort anzeigen

Antwort

Zersetzung

Frage anzeigen

Frage

Wofür steht OV?

Antwort anzeigen

Antwort

Operativer Vorgang

Frage anzeigen

Frage

Wofür steht OV?

Antwort anzeigen

Antwort

Operativer Vorgang

Frage anzeigen

Frage

Offiziell bestand das MfS nur aus hauptamlichen Mitarbeiter*innen.

Antwort anzeigen

Antwort

Richtig

Frage anzeigen

Frage

IM steht für:

Antwort anzeigen

Antwort

Inoffizieller Mitarbeiter

Frage anzeigen

Frage

Zu den Aufgaben der Stasi gehörten:

Antwort anzeigen

Antwort

Zum Beispiel: 

  • Überwachung der Bevölkerung
  • Kontrolle anderer Organe
  • Prävention der Republikflucht
Frage anzeigen

Frage

Auf welcher Psychologie beruhten die Zersetzungsmaßnahmen?

Antwort anzeigen

Antwort

Operative Psychologie

Frage anzeigen

Frage

Seit Juni 2021 befinden sich die Stasi-Akten im:

Antwort anzeigen

Antwort

Bundesarchiv

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