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Wilhelm II

Wilhelm II. war von 1888 bis 1918 der letzte Kaiser und König von Deutschland. Er war auch der letzte Kaiser von Österreich-Ungarn. Er war der Enkel von Queen Victoria von Großbritannien und der Sohn von Kaiser Friedrich III.

Wilhelm II. regierte während einer Zeit großer Veränderungen in Europa, einschließlich der Industrialisierung, des Wettbewerbs um die Kolonien und der zunehmenden Spannungen zwischen den Großmächten Europas. Er war auch ein wichtiger Akteur in den Ereignissen, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten.

Die traumatische Kindheit und Jugend von Wilhelm II

Wilhelm der Zweite wurde am 27. Januar 1859 geboren. Wilhelms Kindheit wird oft als sehr traumatisch bezeichnet. Seine Mutter ist die Tochter von der Britischen Monarchin Victoria. Sein Vater starb nur 99 Tage nach seiner Geburt und seine Mutter, die ihn sehr liebte, überwachte seine Erziehung sehr eng.

Wilhelms Geburt war schwer, sodass er nachhaltig gesundheitlich leidet. Sein linker Arm wird für immer gelähmt sein. Für sein Umfeld ist diese Behinderung eine große Schmach. Durch verschiedene Therapien versucht Wilhelms Mutter die Behinderung zu therapieren. Diese Therapien waren für Wilhelm eine große Belastung.

Wilhelm litt unter einer Krankheit, die als Bluterkrankheit bekannt ist, die ihn zeitlebens beeinträchtigte und von der er sich nie vollständig erholte.

Seine Mutter hielt ihn von der Öffentlichkeit fern und unterrichtete ihn zu Hause. Dies führte dazu, dass Wilhelm eine unzureichende Ausbildung hatte und sich schlecht auf öffentliche Auftritte vorbereitet fühlte.

Seine Mutter starb, als er 6 Jahre alt war und seine Erziehung wurde von seinem Großvater und seinem Onkel übernommen.

All diese Ereignisse und Umstände hatten einen großen Einfluss auf die Persönlichkeit und die Entscheidungen von Wilhelm II. später in seiner Herrschaft.

Das "Dreikaiser Jahr"

Das "Dreikaiserjahr" war eine historische Konstellation, die sich im Jahr 1888 zutrug, als drei kaiserliche Monarchen gleichzeitig auf den Thronen von Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland saßen. Es begann am 15. Juni 1888 mit der Thronbesteigung von Kaiser Wilhelm II von Deutschland, der nach dem Tod seines Vaters Friedrich III. den Thron bestieg. Am 21. November desselben Jahres starb der russische Zar Alexander III. und wurde von seinem Sohn Nikolai II. abgelöst. Und am 21. Dezember 1888 starb Kaiser Franz Joseph I von Österreich-Ungarn und wurde von seinem Neffen Franz Joseph II. abgelöst.

Diese historische Konstellation hatte keine direkten Auswirkungen auf die politischen Ereignisse jener Zeit, aber es gab einige Beziehungen und Interaktionen zwischen diesen drei Monarchen während ihrer Herrschaft. Wilhelm II. hatte enge Beziehungen zu Nikolai II. und das Deutsche Reich und Russland hatten eine enge Allianz, die als "Drittes Reich-Zweites Reich-Allianz" bekannt ist. Zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn bestand eine enge Verbindung, die als "Zweibund" bekannt ist.

Von Bismarck zu Wilhelm II.

Am 15. Juni 1888 betrat Wilhelm II. den Kaiserthron. Wilhelm wollte im Gegensatz zu seinen Vorgängern alleine regieren.

Der Wechsel markierte eine wichtige Zäsur in der deutschen Geschichte. Bismarck, der als "der eiserne Kanzler" bekannt war, hatte eine führende Rolle bei der Schaffung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 gespielt und hatte während seiner Regierungszeit eine starke und autoritäre Regierung geführt.

Im Gegensatz dazu hatte Wilhelm II. eine völlig andere Vision für Deutschland. Er war ein Befürworter einer starken Marine und einer imperialen Außenpolitik, und er wollte Deutschland als Weltmacht etablieren. Er war auch ein Befürworter einer liberaleren Innenpolitik und wollte die Macht des Kanzlers beschränken.

Wilhelms Regentschaft fällt in die Zeit des Hochimperialismus. Er wollte, dass Deutschland eine Weltpolitik betreibt, die den Einfluss Deutschlands vergrößert. Deutschland später in den Erwerb von Kolonien eingestiegen. Bismarck wollte in seiner Außenpolitik ausgleichend wirken, um einen zwei Fronten zu verhindern. Dabei war sein Hauptziel Frankreich zu isolieren, dass nach der Reichsgründung als Aggressor gesehen wurde. Am Ende führte Wilhelms neuer Kurs dazu, dass Deutschland isoliert war.

Der Konflikt zwischen Wilhelm und Bismarck eskalierte und Bismarck wurde 1890 entlassen. Ohne die Führung von Bismarck und mit einer unsicheren Außenpolitik bewegte sich Deutschland in eine unsichere Politische Situation, die schließlich im Ersten Weltkrieg mündete.

Die Außenpolitik unter Wilhelm II - eine Timeline

Die Außenpolitik unter Kaiser Wilhelm II. hatte eine Vielzahl von Wendepunkten und Entwicklungen. Hier ist eine Timeline einiger wichtiger Ereignisse:

  • 1887: Deutschland unterzeichnet einen Gegenschlag-Vertrag mit Russland, der später als "Rückversicherungsvertrag" bekannt wurde.
  • 1888: Wilhelm II. besteigt den Thron und beginnt schnell, seine Vision einer starken Marine und imperialen Außenpolitik umzusetzen.
  • 1890: Entlassung von Kanzler Bismarck, der für seine liberale Außenpolitik bekannt war.
  • 1890: Helgoland-Sansibar-Vertrag
  • 1891: Gründung der "Allianz" zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien.
  • 1898: Deutschland unterstützt die Forderungen Österreich-Ungarns nach einer Annexion Bosniens und Herzegowinas.
  • 1904: Bündnisvertrag zwischen Frankreich und Großbritannien, bekannt als "Entente Cordiale"
  • 1904: Deutschland unterstützt die japanische Seite im Russisch-Japanischen Krieg und stärkt damit seine Beziehungen zu Japan.
  • 1907: Gründung der "Triple Entente" zwischen Frankreich, Russland und dem Vereinigten Königreich, was Deutschland und seine Allianzen in Europa unter Druck setzt.
  • 1914: Ausbruch des Ersten Weltkriegs

1892: Rückversicherungsvertrag mit Russland

Der Rückversicherungsvertrag war ein geheimes Abkommen, das am 18. Juni 1887 zwischen Deutschland und Russland unter Kaiser Wilhelm II unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag hatte zum Ziel, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern und eine gemeinsame Front gegen mögliche Bedrohungen von außen zu bilden.

1890: Helgoland-Sansibar-Vertrag

Der Helgoland-Sansibar-Vertrag war ein Abkommen, das am 1. Juli 1890 zwischen dem Deutschen Reich und dem Vereinigten Königreich abgeschlossen wurde. Durch den Vertrag wurden die Sansibar-Inseln, eine britische Kolonie in Ostafrika, an Deutschland abgetreten, im Tausch gegen die Insel Helgoland, die vor der Küste Schleswig-Holsteins lag und zuvor deutsche Besitzung war.

Der Vertrag hatte einige Auswirkungen auf die Außenpolitik Deutschlands. Es ermöglichte Deutschland, eine wichtige Stellung in Ostafrika zu erlangen und seine imperialen Ambitionen im Ausland auszubauen. Es hatte auch eine militärische Bedeutung, da es Deutschland ermöglichte, einen strategischen Stützpunkt in der Region zu erlangen.

Jedoch brachte der Vertrag dem Vereinigten Königreich die Insel Helgoland als strategischen Stützpunkt im Norden. Es gab auch eine Entspannung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien, die zuvor angespannt waren, da die beiden Länder in Wettbewerb um Kolonien und Einfluss in Afrika und Asien standen.

Russland erlangt durch den Vertrag jedoch den Eindruck, dass es einen Kurswechsel in der deutschen Außenpolitik gibt.

1890: Bismarcks Rücktritt

Bismarck Rücktritt Kaiser Wilhelm Deutsches Kaiserreich Karikatur StudySmarterAbb1.: Der Lotse geht von Board - Karikatur aus dem Punch Magazine zu Bismarcks Rücktritt

1891: Dreikaiserbund

Die Allianz von 1891, auch als "Dreikaiserbund" bekannt, war ein Bündnis zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien, das am 18. Juni 1891 unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag hatte zum Ziel, die Beziehungen zwischen den drei Ländern zu verbessern und eine gemeinsame Front gegen mögliche Bedrohungen von außen zu bilden.

Die Allianz sah vor, dass im Falle eines Angriffs auf eines der drei Länder, die anderen beiden Länder neutral bleiben würden, es sei denn, der Angriff erfolgte von Frankreich oder Russland. Es war jedoch keine militärische Allianz und es gab keine Verpflichtung, einander im Krieg zu unterstützen.

Die Allianz hatte Auswirkungen auf die Außenpolitik Deutschlands und seine Beziehungen zu anderen europäischen Ländern.

1894: Französisch-Russische Allianz

Der Annäherungsprozesses zwischen Frankreich und Russland, der als "Französisch-Russische Allianz" bekannt ist und die zwischen 1891 und 1894 stattfand, war eine Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch das Deutsche Reich und seine imperialen Ambitionen in Europa und der Welt.

Die Allianz zwischen Frankreich und Russland hatte Auswirkungen auf die Außenpolitik Deutschlands und seine Beziehungen zu seinen europäischen Nachbarn. Es führte zu einer Verschiebung der Balance der Macht in Europa und setzte Deutschland unter Druck, seine Beziehungen zu anderen Ländern zu verbessern.

Es führte auch zur Gründung der Triple Entente, bestehend aus Frankreich, Russland und dem Vereinigten Königreich, die sich gegen Deutschland und seine Allianzen wandte und eine große Bedrohung für Deutschland und seine imperialen Ambitionen darstellte.

1904: Entente Cordiale unter Wilhelm II

Die Entente Cordiale war ein Abkommen, das am 8. April 1904 zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich unterzeichnet wurde. Dieser Vertrag hatte zum Ziel, die langjährigen Spannungen und Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern beizulegen und die Beziehungen zu verbessern.

Der Vertrag regelte eine Reihe von territorialen und kolonialen Streitigkeiten, die die Beziehungen belastet hatten, wie zum Beispiel die Ansprüche Frankreichs auf Ägypten und die Ansprüche des Vereinigten Königreichs auf die Fidschi-Inseln.

Die Entente Cordiale hatte Auswirkungen auf die Außenpolitik Deutschlands und seine Beziehungen zu Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Es führte auch zur Gründung der Triple Entente, bestehend aus Frankreich, Russland und dem Vereinigten Königreich, die sich gegen Deutschland und seine Allianzen wandte und eine große Bedrohung für Deutschland und seine imperialen Ambitionen darstellte.

1907: Gründung Triple Entente

Die Triple Entente war eine Allianz zwischen Frankreich, Russland und Großbritannien, die 1907 gegründet wurde.

Die Triple Entente wurde während des Ersten Weltkriegs aktiv und trug dazu bei, die Kriegsanstrengungen der Alliierten zu koordinieren.

Die Triple Entente war jedoch nur ein informeller Zusammenschluss zwischen den drei Großmächten, da bei dem Bündnis keine bindenden Verpflichtungen beschlossen wurden. Durch militärische Absprachen der Bündnispartner entstand dabei im Deutschen Reich der Eindruck von feindlicher Einkreisung durch die Frontstellung Frankreichs, Großbritanniens und Russlands, und damit die außenpolitische Isolation Deutschlands. Erst mit dem Pakt von London 1914, wurde die Triple Entente zu einem Militärbündnis.

Der Weg in den Ersten Weltkrieg: Überblick

  • Die Entlassung Bismarcks führt zu einer außenpolitischen Wende —-> Politik der Satuiertheit wird mit einer imperialistischen Weltmachtspolitik ersetzt
  • Die neue Politik hat den Zerfall des Bismarckschen Bündnissystem zufolge (1894 russisch-französischer Zweibund, 1904 Entente cordiale, 1907 Russland und England)—-> Deutschland wird immer mehr isoliert
  • Zahlreiche Krisen: Pulverfass Balkan, Imperialismus und Weltpolitik, Nationalismus in weiten Bevölkerungskreisen—-> Rüstungswettlauf—-> die deutsche Flottenpolitik belastet das Verhältnis zu England
  • Schleifenplan versucht einen raschen Durchbruch an der Westfront—> scheitert Hölle von Verdun
  • An der Ostfront kann sich die deutsche Armee behaupten —> Revolution 1917
  • Der Kriegseintritt der USA 1917 führt zur Niederlage Deutschlands—> 1918 (Novemberrevolution)
  • Der Erste Weltkrieg ist ein Akt der europäischen Selbstzerstörung markiert das Ende der Europa bestimmten Geschichte

Das Ende der Monarchie und des Ersten Weltkrieges

Beginnt Ende September 1918. Hier hat die oberste Heeresleitung Hindenburg-Ludendorf empfohlen Waffenstillstandsverhandlungen einzuleiten. Am 29.9.1918 wurden dann Waffenstillstandsverhandlungen eingeleitet. Der Waffenstillstand war ein großer Schock für die deutsche Bevölkerung, da die Entwicklungen an der Front von dem Oberkommando zensiert wurden.

Das Oberkommando propagierte einen Sieg bis kurz vor der Kapitulation. Damit möchte das Oberkommando eine liberale und republikanische Regierung verhindern. In der letzten Phase des Krieges war Wilhelm nicht mehr in die wichtigen Entscheidung des Krieges involviert.

Nach dem der Krieg verloren war drängen Länder, wie die USA darauf, dass der Kaiser abdankt. Am 9. November verkündete der damalige Kanzler, Max von Baden, den Rücktritt des Kaisers Wilhelm des zweiten. Diese Ankündigung erfolgte ohne Absprache mit dem Kaiser. Er floh daraufhin in die Niederlande, die ihm Asyl angeboten haben. Kaiser Wilhelm verbrachte den Rest seines Lebens im Exil. Er verstarb am 4. Juni 1941.

Wilhelm II - Das Wichtigste

  • Wilhelm II. war von 1888 bis 1918 der letzte Kaiser und König von Deutschland und Österreich-Ungarn.

  • Er regierte während einer Zeit großer Veränderungen in Europa und war ein wichtiger Akteur in den Ereignissen, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten.

  • Das "Dreikaiser Jahr" war eine historische Konstellation, die sich im Jahr 1888 zutrug, als drei kaiserliche Monarchen gleichzeitig auf den Thronen von Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland saßen.

  • Imperialismus bezeichnet die Phase von 1880 bis 1914

  • Die Weltmächte kämpfen, um die Aufteilung der Welt >> Aufrüstung führt zum Ersten Weltkrieg

Häufig gestellte Fragen zum Thema Wilhelm II

Kaiser Wilhelm II von Deutschland starb am 4. Dezember 1941 im Alter von 82 Jahren in Huis Doorn, Niederlande, an den Folgen eines Schlaganfalls. Er war im Exil, nachdem er während des Ersten Weltkriegs abgedankt hatte. 

Kaiser Wilhelm II. trat am 9. November 1918 von seinem Amt zurück, am Ende des Ersten Weltkriegs. 

Kaiser Wilhelm II. Absetzung erfolgte hauptsächlich wegen des verlorenen Krieges und der politischen Unruhen in Deutschland. Die Niederlage Deutschlands und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Probleme, die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Krieg und die militärische Niederlage führten zu einer Revolution in Deutschland im November 1918. Die politischen Führer und einige Mitglieder des Militärs forderten die Abdankung des Kaisers, um ein Ende des Krieges und eine Neuordnung des Landes zu ermöglichen. Er trat schließlich am 9. November 1918 zurück. 

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