Deutscher Krieg: Zusammenfassung | StudySmarter
StudySmarter - Die all-in-one Lernapp.
4.8 • +11k Ratings
Mehr als 5 Millionen Downloads
Free

Deutscher Krieg

Save Speichern
Print Drucken
Edit Bearbeiten
Melde dich an und nutze alle Funktionen. Jetzt anmelden
X
Du hast bereits eine Erklärung angesehen Melde dich kostenfrei an und greife auf diese und tausende Erklärungen zu
Geschichte

In dieser Zusammenfassung lernst du alles, was du über den Deutschen Krieg (14. Juni 1866-23. August 1866) wissen musst. Dir wird erklärt, wie es zu dem Krieg kam, was ihn auszeichnete und was seine Folgen waren. 


Der Deutsche Krieg ergänzt das Thema des Deutschen Kaiserreichs und wird im Fach Geschichte unterrichtet.


Bevor es los geht, kannst du dir hier schon einmal einen Überblick über die wichtigsten Punkte zum Deutschen Krieg bekommen:


  • Der Deutsche Krieg dauerte vom 1. Juni 1866 bis zum 23. August 1866.
  • Er wurde durch Konflikte zwischen Österreich und Preußen ausgelöst.
  • Preußen gewann die entscheidende Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866.
  • Preußen annektierte norddeutsche Staaten und Städte und gründete den Bundesstaat "Norddeutscher Bund".
  • Österreich wird somit gänzlich verdrängt und wendet sich Ungarn zu.



Was war der Deutsche Krieg überhaupt?


Der Deutsche Kriegauch deutsch-deutscher Krieg oder Preußisch-Österreichischer Krieg genannt, war eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Preußen und Österreich, die vom 14. Juni 1866 bis zum 23. August 1866 dauerte. Losgetreten wurde der Krieg von Otto von Bismarck, der aufgrund preußisch-österreichischer Rivalitäten seine Truppen ins österreichische Holstein einmarschieren ließ. Preußen gewann den Krieg und es wurde der Friedensvertrag von Prag (Prager Frieden) geschlossen. Der Deutsche Krieg wird später auch als Zweiter Einigungskrieg betitelt.



Vorgeschichte


Um zu verstehen, wieso es überhaupt zum Deutschen Krieg kam, muss sich vor allem die Vorgeschichte genau angesehen werden. Die wichtigsten Punkte findest du dazu im Folgenden einfach und übersichtlich zusammengefasst.


Der Deutsche Bund


Eine wichtige Rolle spielt das Stichwort "Deutscher Bund". Dabei handelte es sich um einen Staatenbund, der 1815 von souveränen Fürsten und freien Städten Deutschlands geschlossen wurde. Mit von der Partie waren dabei auch Könige von Preußen, der Kaiser Österreichs, sowie die Könige Dänemarks (hinsichtlich Holsteins) und der Niederlande (hinsichtlich Luxemburgs).


Die Aufgabe des Deutschen Bundes war, vereinfacht gesagt, die Wahrung der Sicherheit, nach innen und nach außen. Es bestand nämlich das Abkommen, dass sobald ein deutscher Staat angegriffen werden sollte, die anderen deutschen Staaten zur Hilfe kommen mussten. Auch, wenn es innenpolitische Unruhen gab sollten die anderen Mitglieder des Deutschen Bundes einschreiten.


Der Deutsche Bund wurde als Folge des Deutschen Krieges 1866 aufgelöst.

Wichtig hierbei ist zu wissen, dass Deutschland zu dieser Zeit noch gar nicht ein einziger fester Staat war, sondern aus mehreren – davon waren Preußen und Österreich die beiden größten.


Abb. 1: Der Deutsche Bund 1815-1866, Quelle: wikimedia.org 

Destruktive Politik gegenüber Österreich


Wie bereits erwähnt waren Preußen und Österreich die beiden größten Mächte des Deutschen Bundes, dies sorgte für Konkurrenzverhalten zwischen den beiden Staaten. Dies wird auch als Preußisch - Österreichischer Dualismus bezeichnet.

Der Ministerpräsident von Preußen war Otto von Bismarck, der natürlich versuchen wollte den Dualismus für Preußen zu entscheiden. Sein Ziel war es daher Österreich zu schwächen


Bismarck versuchte Österreich Preußen unterzuordnen indem er sogenannte Destruktive Politik gegen den Staat betrieb. 

Destruktiv bedeutet zerstörend.

Preußen sorgte zum einen dafür, dass Österreich wirtschaftlich ausgeschlossen wurde, indem es verhinderte, dass Österreich dem deutschen Zollverein beitrat. Zum anderen stellte sich Bismarck Reformen in den Weg, die Österreich vornehmen wollte, um den Deutschen Bund zu stärken.


Wieso wollte Bismarck diese Reformen aber verhindern? Ganz einfach, sie hätten wahrscheinlich dazu geführt, dass aus dem Deutschen Bund ein geeinigter Bundesstaat wird, was ebenfalls bedeutet hätte, dass Österreich Teil des Bundesstaates gewesen wäre – das wollte Bismarck nicht. Er wollte zwar auch einen Bundesstaat errichten, nur eben nicht mit Österreich.


Deutsch-Dänischer Krieg


Zum Deutsch-Dänischen Krieg findest du hier auf StudySmarter auch einen eigenen Artikel, da er aber eine wichtige Rolle für den Deutschen Krieg spielt, kriegst du hier natürlich auch noch einmal eine kurze Zusammenfassung.


Der Deutsch-Dänische Krieg begann am 1. Februar 1864 und endete am 30. Oktober 1964. Er wurde ausgelöst durch Dänemarks Versuch Schleswig in das dänische Königreich einzugliedern. Damit brach Dänemark internationale Verträge, da die Herzogtümer Schleswig und Holstein eigentlich über Sonderrechte verfügten. Am 1. Februar 1864 marschierten Preußen und Österreich gemeinsam ins dänische Königreich ein.


Die beiden Staaten konnten einen eindeutigen Sieg über Dänemark erzielen und konnten nun die Gebiete Schleswig und Holstein untereinander aufteilen. Geregelt durch die Konvention von Gastein erhielt Preußen das Herzogtum Schleswig und Österreich das Herzogtum Holstein. Das war für Österreich ungünstig, da Holstein komplett von preußischen Gebieten umgeben war.


Abb. 2: Otto von Bismarck, Quelle: learnattack.de 

 

Der Deutsche Krieg


So, jetzt weißt du das Wichtigste, was du über die Vorgeschichte des Deutschen Krieges wissen musst. Jetzt bleiben aber noch die Fragen offen, wie es überhaupt zum Krieg zwischen Österreich und Preußen kam und wie dieser überhaupt ablief.


Der Ausbruch des Deutschen Krieges


Obwohl Preußen und Österreich Seite an Seite gegen Dänemark gekämpft hatten, änderte sich an der angespannten Stimmung zwischen den beiden größten Staaten des Deutschen Bundes nichts. Der preußische Ministerpräsident Bismarck wollte den Preußisch - Österreichischen Dualismus lösen – und zwar militärisch.


Das bereitete Bismarck im Vorfeld durch geheime Verhandlungen mit angrenzenden Ländern vor. Frankreich stimmte bereits im September 1865 zu neutral zu bleiben, Italien erklärte sich im April 1866 dazu bereit auf preußischer Seite zu kämpfen, falls ein Krieg ausbrechen sollte und Russlands Beziehung zu Preußen war ohnehin sehr gut.


Nun, da er diese Vorbereitungen auf außenpolitischer Ebene getroffen hatte, begann Bismarck bei einer Versammlung im Bundestag des Deutschen Bundes, Österreich zu provozieren. Die Situation eskalierte, als sich Österreich am 1. Juni 1866 im Bundestag über die ungünstige Situation mit Holstein beschwerte. Bismarck sah dies als Bruch der Konvention von Gastein, da in dieser die Verwaltung ja geregelt wurde.


Daraufhin ließ Bismarck am 9. Juni 1866 preußische Truppen in Holstein einmarschieren. Als Reaktion stellte Österreich einen Bundesexekutionsantrag im Deutschen Bund, um militärisch gegen Preußen vorgehen zu dürfen. Diesem wurde am 14. Juni 1866 mehrheitlich zugestimmt – Preußen trat daraufhin aus dem Deutschen Bund aus und der Preußisch - Österreichische Krieg hatte somit offiziell begonnen. 


Der Deutsche Bund ernannte auf seiner Seite Karl Theodor Maximilian August Prinz von Bayern zum Bundesfeldherrn. Karl von Bayern war dadurch nicht bloß Oberbefehlshaber der bayerischen Armee, sondern auch der restlichen süddeutschen Gebiete. Diese wurden als Westdeutsche Armee bezeichnet.

Eine Bundesexekution ist das Recht eines Bundes, innerhalb eines Staatenbundes / Bundesstaats, militärisch gegen Mitgliedsstaaten oder einzelne Mitglieder vorzugehen, falls sich diese nicht an die gesetzten bundesstaatlichen Pflichten halten.


Der Kriegsverlauf


Die Dauer des Krieges lag insgesamt bei nicht einmal zweieinhalb Monaten. Vom 14. Juni 1866 bis zum 23. August 1866 lieferten sich preußische und österreichische Truppen mehrere Gefechte. Das einzige mal, dass Österreich als Sieger hervorgehen konnte, war bei der Schlacht von Trautenau in Böhmen am 27. und 28. Juni 1866.


Ansonsten war Preußen den Österreichern überlegen, vor allem da man auf preußischer Seite über modernere Gewehre verfügte, die sich von hinten nachladen ließen, statt von vorne. Dies ersparte deutlich Zeit. Auch zahlenmäßig stand Preußen besser dar als Österreich. Preußen und seine Verbündeten kamen auf 500.000 Soldaten. Italien, welches sich dazu bereit erklärt hatte im Kriegsfall ebenfalls gegen Österreich zu kämpfen, steuerte weitere 300.000 Soldaten bei. Der Deutsche Bund, nun von Österreich dominiert, verfügte dagegen "bloß" über 600.000 Soldaten. Österreich musste seine Truppen also an zwei Fronten verteilen – einmal gegen Preußen und auch noch im Süden gegen Italien. Dies war ein wichtiger Faktor, der am Ende zur Niederlage Österreichs beitrug. 


Die Schlacht bei Königgrätz


Die entscheidende Schlacht des Deutschen Krieges fand bei Königgrätz (Tschechien) am 3. Juli 1866 statt. 

Sachsen und Österreich kämpften gemeinsam gegen Preußen, erlitten allerdings schwere Niederlagen und verloren dadurch 

den Deutschen Krieg. Über 400.000 Soldaten bekriegten sich in der Schlacht bei Königgrätz.


Auf Seite Österreichs und Sachsen verzeichnete man:Auf Seite Preußens verzeichnete man:
- 5.658 Tote
- 7.410 Vermisste
- 7.574 Verwundete
- 22.170 Gefangene
- 1.929 Tote
- 276 Vermisste
- 6.948 Verwundete

 
Abb. 3: Gemälde der Schlacht bei Königgrätz von Georg Bleibtreu, Quelle: wikimedia.org

 

Obwohl mit der Schlacht bei Königgrätz der Preußisch - Österreichische Krieg eigentlich entschieden war, kam es danach noch zu kleineren Schlachten. Die letzte Schlacht fand am 26. Juli im Mainfeldzug bei Uettingen statt, hier siegte Preußen über die Bayerische Armee. Auch im finalen Gefecht des Deutschen Krieges, bei Seybothenreuth im Landkreis Bayreuth, gelang Preußen erneut der Sieg über die Bayerische Armee.


Waffenstillstand und Friedensbeschluss


Ab dem 22. Juli 1866 herrschte offiziell Waffenruhe zwischen Österreich und Preußen und ab dem 26. Juli Waffenstillstand. Dieser Waffenstillstand zwischen Österreich und Preußen wird auch als Vorfrieden von Nikolsburg bezeichnet. Zwischen Preußen und einigen andere Bundesstaaten kam es jedoch erst später zum endgültigen Waffenstillstand – das Königreich Bayern stimmt ihm beispielsweise erst am 28. Juli zu, das Großherzogtum Baden beschließt den Waffenstillstand sogar erst am 3. August 1866.


Von einer Waffenruhe ist die Rede, wenn die Kampfhandlungen nur für einen kurzen Zeitraum eingestellt werden – zum Beispiel um Verwundete zu bergen. Ein Waffenstillstand liegt hingegen vor, wenn die Kampfhandlungen für einen längeren Zeitraum gestoppt werden. Dazu kommen meist noch genau ausgehandelte Bedingungen sowie eine vereinbare Demarkationslinie (vereinbarte, vorläufige Grenze).

 

 Am 23. August 1866 wurde dann schließlich der Prager Frieden zwischen Österreich und Preußen geschlossen und damit das offizielle Ende des Deutschen Krieges markiert. In diesem wurde unter anderem festgehalten, dass Preußen die Vorherrschaftsstellung in Norddeutschland besaß und Österreich auf seine Herrschaft in Holstein verzichten musste. Außerdem musste Österreich eine Entschädigung von 20 Millionen Talern zahlen. Insgesamt kann von einem humanen Frieden gesprochen werden, da Österreich keine anderen Gebiete an Preußen abtreten musste.



Folgen des Deutschen Krieges


Für die deutschen Staaten, die auf Seite Österreichs gekämpft hatten, waren vor allem Gebietsverluste Folge des Krieges. Preußen annektierte zum 1. Oktober 1866  Hannover, Nassau, Hessen-Kassel und die Freie Stadt Frankfurt. Außerdem musste Hessen-Darmstadt Hessen-Homburg sowie das Hessische Hinterland an Preußen abtreten. Bayern musste das Bezirksamt Gersfeld in der Rhön, das Bezirksamt Orb und die Exklave Kaulsdorf in Thüringen Preußen überlassen.

 

Eine Exklave ist ein Staatsgebiet, welches völlig von fremden Staatsgebiet umgeben ist.

Durch die neu gewonnenen Gebiete war es Preußen nun möglich die Verbindung zwischen seiner östlichen und westlichen Provinz zu schließen. Preußen formte nun den Norddeutschen Bund. Dieser hatte sogar eine eigene Verfassung und war so organisiert, dass er als Bundesstaat galt. Außerdem schließt Preußen mit den süddeutschen Staaten das sogenannte Schutz- und Trutzbündnis, das besagt, dass sie dem Norddeutschen Bund im Kriegsfall zur Hilfe kommen müssen und umgekehrt. Des Weiteren erneuert Preußen den Deutschen Zollverein, um so den Handel zwischen dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten zu optimieren.


Italien gewann durch den Krieg das Gebiet Venetiens und Österreich vereinte sich 1867 mit Ungarn, wodurch die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn entstand.


Der Deutsche Krieg legte also einen wesentlichen Grundstein für die Einigung Deutschlands.



Klasse! Jetzt weißt du alles, was du über den Deutschen Krieg wissen musst.


Deutscher Krieg - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ministerpräsident von Preußen, Otto von Bismarck, führt destruktive Politik gegen Österreich, weil er es schwächen möchte, damit Preußen der stärkste Staat des Deutschen Bundes ist.

  • Als Ergebnis des Deutsch-Dänischen Kriegs erhält Preußen Schleswig und Österreich Holstein.

  • Österreich bemängelt dies im Bundestag des Deutschen Bundes und Bismarck nutzt dies, um einen Krieg mit Österreich zu beginnen.

  • Preußen tritt aus dem Deutschen Bund aus.

  • Der Preußisch - Österreichische Krieg beginnt offiziell am 14. Juni 1866, als der Deutsche Bund eine Bundesexekution gegen Preußen erlaubt.

  • Österreich muss an zwei Fronten kämpfen (Italien und Preußen) und ist auch waffentechnisch unterlegen.

  • Am 3. Juli 1866 verliert es in der entscheidenden Schlacht bei Königgrätz gegen Preußen.

  • Am 23. August 1866 wird der Prager Frieden geschlossen.

  • Preußen annektiert norddeutsche Gebiete und gründet den Norddeutschen Bund, dieser ist ein Bundesstaat.

  • Preußen schließt außerdem ein Schutz- und Trutzbündnis mit süddeutschen Staaten und erneuert den Deutschen Zollverein.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Deutscher Krieg

Otto von Bismarck wollte den Konflikt zwischen Preußen und Österreich, den es im Rahmen des Deutschen Bundes gab, militärisch lösen. Österreich hatte als Ergebnis des Deutsch-Dänischen Krieges Holstein bekommen, welches komplett von preußischen Gebieten umgeben war. Als Österreich dann im Bundestag des Deutschen Bundes darlegte, dass es damit unzufrieden war, sah Bismarck dies als Grund einen Krieg zu beginnen. Er ließ also daraufhin preußische Truppen in Holstein einmarschieren und trat aus dem Deutschen Bund aus.

Der Deutsche Krieg fand vom 1. Juni 1866 bis zum 23. August 1866 statt.

Der Deutsche Krieg von 1866 kann als Bruderkrieg bezeichnet werden, da es sich um einen Krieg deutscher Staaten, also eigentlich brüderlicher Staaten, gehandelt hat.

Otto von Bismarck ließ seine preußischen Truppen ins österreichische Holstein einmarschieren und trat aus dem Deutschen Bund aus.

60%

der Nutzer schaffen das Deutscher Krieg Quiz nicht! Kannst du es schaffen?

Quiz starten

Über 2 Millionen Menschen lernen besser mit StudySmarter

  • Tausende Karteikarten & Zusammenfassungen
  • Individueller Lernplan mit Smart Reminders
  • Übungsaufgaben mit Tipps, Lösungen & Cheat Sheets

Finde passende Lernmaterialien für deine Fächer

Hol dir jetzt die Mobile App

Die StudySmarter Mobile App wird von Apple & Google empfohlen.

Deutscher Krieg
Lerne mit der Web App

Alle Lernunterlagen an einem Ort mit unserer neuen Web App.

JETZT ANMELDEN Deutscher Krieg