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Persönliches Regiment

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Persönliches Regiment

In diesem Artikel lernst du alles, was du über das Persönliche Regiment von Kaiser Wilhelm II. wissen musst. Du erfährst du, wer Wilhelm II. überhaupt war, was ein Persönliches Regiment überhaupt ist und was die Früh- und Hochphase des Persönlichen Regiments des letzten Deutschen Kaisers ausmachten.

Das Thema "Persönliches Regiment" gehört zur Thematik Deutsches Kaiserreich und wird ich Fach Geschichte unterrichtet.

Bevor es mit der Zusammenfassung losgeht, findest du hier schon einmal einen Überblick über die wichtigsten Punkte:

  • Das Persönliche Regiment war der Erste Abschnitt der Regierung Kaiser Wilhelm II.
  • Es begann mit der Entlassung Otto von Bismarcks (1890) und endete mit der Entlassung des Reichskanzlers Bernhard von Bülow (1909).
  • Es wird in eine Früh- (1890-1900) und eine Hochphase (1900-1909) gegliedert.
  • Die Frühphase des Persönlichen Regiments ist durch den "Neuen Kurs" gekennzeichnet.
  • In der Hochphase ist Bernhard von Bülow Reichskanzler, als er entlassen wird beendet Kaiser Wilhelm II. sein Persönliches Regiment.

Was bedeutet "Persönliches Regiment" überhaupt?

Ein Persönliches Regiment beschreibt, wenn ein Monarch die Staatsführung selbst übernimmt und nicht einem Kanzler als Regierungschef überlässt. Neben Charles I. von England (1600-1649) ist Kaiser Wilhelm II. eines der prominentesten Beispiele für das persönliche Regiment.

Wer war Kaiser Wilhelm II.?

Kaiser Wilhelm II. wurde am 27. Januar 1859 in Berlin geboren und hieß mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen. Er war Sohn Kaiser Friedrich III. und Enkel Kaiser Wilhelm I. sowie der englischen Königin Victoria. Wilhelm II. regierte von 1888-1918 als letzter deutscher Kaiser. Er war bekannt für seine Abneigung gegenüber der konstitutionellen Monarchie und seinen sprunghaften Regierungsstil, der vor allem durch Prunksucht gekennzeichnet war.

Seine 30-jährige Regierungsperiode wird auch als Wilhelminismus bezeichnet.

Von einer konstitutionellen Monarchie ist die Rede, wenn der Monarch nicht die alleinige Entscheidungsgewalt trägt, sondern diese durch eine Verfassung (Konstitution) geregelt und eingeschränkt wird.

Wenn du noch mehr über Wilhelm II. erfahren willst, dann lies dir gerne die Zusammenfassung über ihn, hier auf StudySmarter durch.

Abb. 1: Kaiser Wilhelm II., 1902, Quelle: T. H. Voigt, wikimedia.org

Geschichtswissenschaftlicher Kontext

Besonders populär wurde die These, dass es sich bei der Anfangsphase Kaiser Wilhelms II. Regierung um ein Persönliches Regiment handelt, durch den britischen Historiker John Röhl. Durch seine Arbeiten zur Wilhelminischen Zeit und zu Kaiser Wilhelm II. selbst, gilt er als führender Kritiker und Experte auf diesem Gebiet.

Röhl sorgte für ein Umdenken in der Geschichtswissenschaft, da er Wilhelm II. außerdem für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verantwortlich macht. Zuvor hatte man Kaiser Wilhelm II. eher als "schwachen Herrscher" mit nur wenig politischem Einfluss angesehen. Natürlich sorgten diese Thesen Röhls für Kontroversen. So gibt es beispielsweise auch die Ansicht, dass Wilhelm bloß eine Marionette der Regierungsschicht gewesen sei.

Röhls Thesen sind aber für die heutige Sicht auf die Geschichte auf keinen Fall zu vernachlässigen.

Die Phasen des Persönlichen Regiments

So! Jetzt, da du dieses ganze Vorwissen gesammelt hast, ist es nun an der Zeit sich anzusehen, was überhaupt zu Zeit des Persönlichen Regiments Kaiser Wilhelm II. ablief.

Im Großen und Ganzen kann gesagt werden, dass mit dem Persönlichen Regiments des letzten deutschen Kaisers vor allem sein besonders starkes Einmischen in die Innen- und Außenpolitik gemeint ist. Denn dies wurde als besonders unangemessen angesehen, da es sich dabei um Aufgaben des Reichskanzlers handelte. Der Reichskanzler war im Kaiserreich eine enorm wichtige politische Figur, da alle Entscheidungen und Handlungen des Kaisers vom Reichskanzler gegengezeichnet werden mussten.

Das wilhelminische Persönliche Regiment lässt sich in eine Früh- und eine Hochphase gliedern. Diese werden dir im Folgenden erklärt.

Frühphase (1890-1900)

Die Frühphase des Persönlichen Regiments dauerte von 1890 bis 1900. Sie beginnt mit der Entlassung Otto von Bismarcks (1815-1898). Dieser war 28 Jahre lang preußischer Ministerpräsident und 19 Jahre lang Kanzler des deutschen Reiches gewesen. Bevor der Kaiser Bernhard von Bülow (1849-1929) im Jahr 1900 als Reichskanzler einsetzte, wurde diese Stelle nach Bismarck von Leo von Caprivi (1831-1899) und Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingfürst (1819-1901) besetzt.

Von Caprivi hatte das Amt von 1890-1894 inne und Hohenlohe-Schillingfürst von 1894-1900. Beide schafften es jedoch nicht sich gegen den willensstarken Kaiser durchzusetzen. Was darin resultierte, dass Wilhelm II. die Innen- und Außenpolitik maßgeblich beeinflusste. Die Tatenlosigkeit der beiden Reichskanzler wird zumeist auf ihr hohes Alter beziehungsweise ihre mangelnde politische Erfahrung zurückgeführt.

Der "Neue Kurs" in Deutschland

Der Neue Kurs bezeichnet die politische Neuorientierung des Deutschen Kaiserreichs nach der Entlassung Otto von Bismarcks. Besonders die Regierungszeit Leo von Caprivis (1890-1894) ist damit gemeint.

Auf innenpolitischer Ebene versuchten Wilhelm II. und v. Caprivi die Schäden, die v. Bismarcks Politik hinterlassen hatte, zu beseitigen. Vor allem ging es dabei um die Rückgängigmachung der sozialen Spaltung, die vor allem durch die Industrialisierung angefeuert wurde. Auch die Etablierung einer Arbeiterschutzversicherung sorgte nun dafür, dass Mindestalter und Arbeitszeiten zumindest für Frauen und Kinder geregelt waren. Außerdem sollten die Gruppen, die von v. Bismarcks Politik der Spaltung und Konfrontation ausgeschlossen worden waren, wieder in die Gesellschaft integriert werden.

Auf außenpolitischer Ebene spielte besonders der Handel eine entscheidende Rolle im Kontext des Neuen Kurses. Im Jahr 1982 drohten Handelsverträge mit Frankreich und weiteren Staaten auszulaufen. Dies hätte höhere Zölle und im schlimmsten Fall sogar Handelskriege zur Folge haben können. Um das zu vermeiden schloss man zwischen 1891 und 1893 langfristige Handelsverträge mit Belgien, Italien, Österreich-Ungarn, Serbien, Spanien, der Schweiz, Rumänien und Russland ab.

↳ Der Ausbau des Handels schaffte wesentlich mehr neue Arbeitsplätze, als die Landwirtschaft und wirkte sich positiv auf den Export deutscher Güter aus.

Neben der eifrig vorangetriebenen Handelspolitik waren vor allem noch das Flottenbauprogramm sowie die Nichterneuerung des Rückversicherungsvertrages mit Russland einschneidende Handlungen Kaiser Wilhelm II. in der Frühphase seines Persönlichen Regimes.

Abb. 2: Kaiser Wilhelm II. auf der SMS "Geier", 1984, Quelle: wikimedia.org

Flottenbauprogramm

Durch den nun ausgebauten deutschen Handel sah es Kaiser Wilhelm II. als notwendig an, eine stärkere Flotte zu besitzen. Als Folge dessen wurde die kaiserliche Marine ab 1897 auf Grundlage der Flottengesetze deutlich vergrößert. Dies sorgte für ein Wettrüsten mit der britischen Marine. Admiral von Tirpitz (1849-1930) hatte das Ziel eine sogenannte Risikoflotte zu bauen, also eine Flotte, die für England zum Risiko werden würde, sollte es zum Angriff kommen.

Dieser exzessive Ausbau der kaiserlichen Marine sollte sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges als große Fehlinvestition entpuppen.

Der Rückversicherungsvertrag mit Russland

Am 18. Juni 1887 wurde zwischen Russland und dem Deutschen Reich ein geheimes Neutralitätsabkommen geschlossen – den Rückversicherungsvertrag. Dieses Abkommen wurde von v. Bismarck und dem russischen Außenminister Nikolai Karlowitsch de Giers unterzeichnet und war auf drei Jahre befristet.

Als Russland 1890 den Rückversicherungsvertrag erneuern will, weigert sich Kaiser Wilhelm II. Er ist der Ansicht, dass das Deutsche Reich sich lieber durch Aufrüstung absichern sollte. Dies führt dazu, dass das Deutsche Kaiserreich zwischen 1890 und 1893 eine Phase der "Höchstrüstung" erfährt.

Russland stand nun ohne internationalen Partner dar und das Verhältnis zum Deutschen Kaiserreich kühlte zunehmend ab. Als Folge dessen wandte sich Russland an Frankreich und schloss mit ihm eine Militärkonvention (1892) sowie ein festes Bündnis (1894). Damit war das geschehen, wovor Otto von Bismarck sich gefürchtet hatte: Das Deutsche Reich befand sich nun in einer Zweifrontenlage. Damit waren die Grundlagen der Mächteblöcke für den Ersten Weltkrieg gelegt.

Abb. 3: Kaiser Wilhelm II. mit v. Bülow und Politiker v. Valentini, 1908, Quelle: wikimedia.org

Hochphase (1900-1909)

Jetzt weißt du das Wesentliche über die Frühphase des Persönlichen Regiments Kaiser Wilhelm II. Doch was genau machte nun die Hochphase des Persönlichen Regiments aus?

Im Jahr 1900 wird Graf Bernhard von Bülow am 17. Oktober zum Reichskanzler ernannt. Dies markiert den Beginn der Hochphase des Persönlichen Regiments Kaiser Wilhelm II. Im Vergleich zu seinen Vorgängern war er noch recht jung (50 Jahre) und hatte einen politisch festen Stand sowie hohes Ansehen in elitären Kreisen. Bülow soll die Wünsche und Forderungen Kaiser Wilhelm II. ohne Widersprüche ausgeführt haben.

Diese Zusammenarbeit von Reichskanzler v. Bülow und Kaiser Wilhelm II. erwies sich allerdings nicht als sonderlich erfolgsbringend und mündete zu guter Letzt in der Entlassung Bülows und dem Ende Kaiser Wilhelm II. Persönlichem Regiments. Wie kam es aber genau dazu?

1908 kam es zur sogenannten "Daily-Telegraph-Affäre". Bei dieser wurde ein persönliches Gespräch zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem britischen General Edward Montagu-Stuart-Wortley veröffentlicht, welches für Empörung und einen deutschen Staatsskandal sorgte.

Der britische General hatte mehrere Gespräche zwischen ihm und dem deutschen Kaiser zu einem künstlichen Interview zusammengefasst und der Zeitung, dem Daily-Telegraph, zugeschickt. Dieser schickte das Interview Kaiser Wilhelm II. zu, um es von ihm bestätigen und zur Veröffentlichung freigeben zu lassen.Diese Aufgabe wäre für gewöhnlich an v. Bülow gefallen, dieser war aber im Urlaub und ließ es ungelesen an seinen Pressechef weiterleiten, der allerdings auch im Urlaub war. So kam es dazu, dass ein unterer Beamter des Auswärtigen Amtes den Artikel schließlich autorisierte.

Dann scheiterte auch noch das Flottenabkommen mit England, wobei es um das oben bereits genannte Aufrüsten der jeweiligen Marinen ging. All diese Vorkommnisse sorgten schließlich zur Entlassung v. Bülows und somit zum Ende des Persönlichen Regiments Kaiser Wilhelm II.

Cool! Jetzt weißt du alles, was du über das Persönliche Regiment von Kaiser Wilhelm II. wissen musst!

Persönliches Regiment - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Persönliches Regiment bezeichnet die Situation, in welcher ein Monarch die Staatsführung nicht mit Kanzlern als Regierungschefs teilt, sondern für sich selbst beansprucht.
  • Kaiser Wilhelm II. Persönliches Regiment dauerte von 1890 bis 1909.
  • Als Anfangspunkt des Persönlichen Regiments gilt die Entlassung Otto von Bismarcks (1900).
  • Den Endpunkt markiert die Entlassung Bernhard von Bülows (1909).
  • In der Geschichtswissenschaft wurde die These aufgestellt, dass Kaiser Wilhelm II. durch seine Handlungen in seinem Persönlichen Regiment einer der Hauptauslöser des Ersten Weltkrieges war.
  • Das Persönliche Regiment Kaiser Wilhelm II. wird in eine Früh- und eine Hochphase geteilt.
  • Die Frühphase dauerte von 1890 bis 1900 und ist durch den "Neuen Kurs" gekennzeichnet.
  • Die Hochphase dauerte von 1900 bis 1909. In dieser findet die "Daily-Telegraph-Affäre" statt und das Flottenabkommen mit England zerbricht.
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