Alexander von Humboldt

Es gibt einen Wissenschaftler, der die Geographie in eine neue Richtung lenkte. Seine Lebensgeschichte beinhaltet die Begegnungen mit Krokodilen und Jaguaren, die Beisteigung für Vulkanen und eine revolutionäre Erkenntnis. Wer war dieser Mensch, der für die Wissenschaft sein Leben riskierte?

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Inhaltsangabe

    Wer war Alexander von Humboldt?

    Alexander von Humboldt war ein deutscher Geograph, Naturforscher und Entdecker. Humboldt wurde 1769 in Berlin als Adelssohn geboren und wuchs im Schloss Tegel auf. Zwar lernte er neben seiner Muttersprache Deutsch auch Französisch, allerdings lag ihm das Erlernen von Sprachen nicht. Dafür wurde schon früh seine Leidenschaft für Naturwissenschaften entfacht, die ihn später auf seinen Forschungsreisen begleitete. Zu Alexander von Humboldts Entdeckungen auf diesen Reisen gehören die Klima- und Vegetationszonen, wodurch er heute als Begründer der Biogeographie bezeichnet wird.

    Die Lehre der Biogeographie ist eine Mischung aus Biologie und Geographie. Deswegen verbindet sie Klima- und Vegetationszonen mit den Pflanzen und Tieren, die dort beheimatet sind.

    Humboldts soziales Umfeld war ebenfalls mit Genies gefüllt: Sein älterer Bruder Wilhelm von Humboldt war ein einflussreicher Geistes- und Bildungswissenschaftler. Alexander von Humboldt war zudem mit den Dichtern Goethe und Schiller befreundet. Sein Einfluss endete auch nicht mit seinem Tod im Jahr 1859. Da er all sein Wissen präzise in einem 30-bändigen Werk festgehalten hatte, waren seine Erkenntnisse auch für andere Forscher zugänglich. So sei Humboldts Arbeit eine große Inspiration für Charles Darwin bei der Entwicklung der Evolutionstheorie gewesen.

    Überdies engagierte Alexander von Humboldt sich gegen die Sklavenhaltung und setzte sich für die Verbreitung seines Wissens in der allgemeinen Bevölkerung ein. Zum Zeitpunkt seines Lebens gab es nämlich noch starke Klassenunterschiede in Europa, sodass der ärmere Teil der Bevölkerung nicht einmal lesen lernte. Um dem entgegenzuwirken, hielt er öffentliche Vorträge, die alle sozialen Stände interessierten und bildeten.

    Alexander von Humboldt – Forschungsreisen

    In jungen Jahren war Humboldt als Bergwerk-Experte tätig. Nachdem er jedoch eine große Summe Geld geerbt hatte, begann er mit seinen Forschungsreisen. Dafür benötigte er zwei Jahre an Vorbereitungszeit, in der er sich mit Botanikern, Zoologen und Astronomen austauschte und viele wichtige Instrumente zur Forschung anschaffte. Humboldts Reisen führten ihn durch

    • Nordspanien und Teneriffa,
    • den Norden von Südamerika, durch Peru und das damalige Neu-Granada,
    • Mittelamerika,
    • Neuspanien, wo heute Mexiko und der Westen der USA liegt,
    • Washington und Philadelphia in den USA,
    • Russland, wobei er bis zur chinesischen Grenze und das Kaspische Meer gelangte.

    Während seiner langen Reisen entdeckte Humboldt viele für Europäer noch unbekannte Tier- und Pflanzenarten. Heutzutage sind schätzungsweise 300 Tiere und 100 Pflanzen nach ihm benannt. Es wird davon ausgegangen, dass nach keinem anderen Menschen so viele Orte und Arten benannt wurden. Dabei hat er aber nicht alles selbst entdeckt: als Dank für seine Leistungen benannten einige Forscher ihre Entdeckungen zu seinen Ehren.

    Obwohl Alexander von Humboldt zum Beispiel nie in Neuseeland war, gibt es dort den nach ihm benannten Mount Humboldt.

    Alexander von Humboldt – Expedition Amerika

    Zwischen 1799 und 1804 reiste Humboldt mit dem französischen Naturforscher Aimé Bonpland durch Amerika. Er erhielt dafür Unterstützung von der spanischen Krone, was ihm auch dabei half, durch die von Spanien kolonisierten Gebiete in Amerika zu reisen.

    Spanien

    Somit war sein erster Aufenthalt in Nordspanien, von wo er mit seinem Reisegefährten Bonpland am 5. Juni 1799 in See stach. Auf der kanarischen Insel Teneriffa machte er einen Halt und bestieg den Vulkan Teide als Vorbereitung für die Vulkanbesteigungen in Amerika. Dort unterschied er zum ersten Mal zwischen den Pflanzen in verschiedenen Gebieten der Erde, was den Grundstein zu seiner Erkenntnis der Vegetationszonen in Höhenmetern legte. Er schrieb dies in seinem Tableau Physique nieder:

    Das Tableau Physique von Alexander von Humboldt ist die älteste Niederschrift von tropischer Bergvegetation auf unterschiedlichen Höhenmetern.

    Venezuela

    Als Erstes erreichte Alexander von Humboldts Schiff das heutige Venezuela, welches damals noch als Neu-Granada bekannt war. Humboldt verbrachte dort ein Jahr und sah zum ersten Mal in seinem Leben den Umgang von Sklaven mit eigenen Augen. Er war erschüttert davon, dass die Menschen wie Vieh verkauft wurden und entwickelte dadurch eine klare Ablehnung gegen den Sklavenhandel.

    In Venezuela gibt es heutzutage einen nach Humboldt benannten Berg. Es ist der zweitgrößte Berg in Venezuela, den Humboldt manchmal in seinen Niederschriften erwähnt hat. Obwohl er den Berg nie bestiegen hat, benannte der Erstbesteiger den Berg zu Humboldts Ehren.

    Kolumbien

    Später reiste er in das heutige Kolumbien, um dort den Austausch mit einem erfahrenem Forscher zu suchen. Dafür musste er jedoch 75 Tage einen Fluss entlang reisen. Neben Aimé Bonpland begleiteten ihn dabei ein Steuermann und vier Einheimische in einem Einbaumboot. Das ist ein ausgehöhlten Baumstamm, der als Boot benutzt wird. Diese Flussfahrt war der gefährlichste Teil seiner Reisen, da die Reisegruppe dort den bekannten und gefürchteten Krokodilen und Jaguaren begegnet ist.

    Ecuador und die Entdeckung der Klimazonen

    Anschließend reiste er weiter in das heutige Ecuador, wo er den 5.917 Meter hohen, inaktiven Vulkan Chimorazo bestieg. Damals galt dieser als höchster Berg der Welt. Humboldt und seine Gruppe gelangten zu einer Höhe von etwa 4750 Metern, als eine Felsspalte den weiteren Weg nach oben unmöglich machte.

    Dort hatte Humboldt die Erkenntnis, dass alle Lebewesen der Erde - wozu auch Pflanzen zählen - miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen. Diese Erkenntnis war revolutionär und Humboldt war darauf bedacht, dass diese Information weitverbreitet wird. Auch heute werden Alexander von Humboldts Zitate zu dem Thema wiederholt. Eins davon lautet wie folgt:

    Im Grunde kehrt alles Große der Welt auch im Kleinen wieder, wenn man es nur erkennen will.

    In dem Zusammenhang mit dieser Erkenntnis entdeckte Humboldt auch die Klimazonen der Erde.

    Die Klimazonen sind die unterschiedlichen Gebiete der Erde, in denen verschiedene klimatische Bedingungen herrschen.

    Die Klimazonen orientieren sich nach den Breitengraden der Erde, sind aber trotzdem durch andere Bedingungen wie Wind und Meeresströmungen beeinflusst.

    In der Erklärung zu den Klimazonen findest du alle wichtigen Informationen zum Thema!

    Peru und der Humboldtstrom

    Sein nächster Stopp war Peru, wo er durch seine astronomischen Kenntnisse den genauen Längengrad von der peruanischen Hauptstadt Lima berechnen konnte, wodurch die Weltkarten der damaligen Zeit angepasst werden mussten. Ebenso entdeckte er eine kalte Meeresströmung im Pazifik, die nach ihm benannt wurde: den Humboldtstrom.

    Der Humboldtstrom ist eine Strömung von kaltem Meerwasser aus der Antarktis entlang der Westküste Südamerikas.

    Der Humboldtstrom kühlt nicht nur das Meer vor der Westküste Südamerikas ab, sondern lässt auch die Temperaturen der Luft in diesen Gebieten sinken.

    Wenn dich Humboldts Reise durch Südamerika interessiert hat, kannst du in einer anderen Erklärung über diesen Kontinent mehr nachlesen!

    An der Küste des Humboldtstroms leben die Humboldt Pinguine, die ebenfalls nach Alexander von Humboldt benannt sind. Es ist wohl die bekannteste Tierart, die seinen Namen trägt.

    Mexiko

    Nach diesen großen Entdeckungen, die ihn sowohl in Amerika als auch Europa zu einer Berühmtheit machten, reiste er nach Mexiko Stadt, in der er ein ganzes Jahr verbrachte. Er erkundete dort bestehendes Wissen in Bibliotheken und reiste gelegentlich in die Bergwerke Mexikos, von denen er einen Bericht erstellte, der die Arbeitsbedingungen der indigenen Bevölkerung kritisiert.

    In Mexiko gibt es eine kleine, kugelförmige Kaktus-Art, die auch nach Alexander von Humboldt benannt ist.

    USA

    Als letzten Stopp seiner langen Forschungstour reiste Humboldt mit dem Schiff in die Vereinigten Staaten. Während der Fahrt traf das Schiff auf einen so starken Orkan, dass Humboldt dachte, er könnte diese Reise nicht überleben. In seinem Reisetagebuch schriebt er, dass er selbst überrascht sei, wieder einmal eine so große Gefahr überlebt zu haben.

    In den USA angekommen traf er mehrfach den damaligen Präsidenten Thomas Jefferson und berichtete ihm von seinen Erkenntnissen aus Mexiko. Alexander Humboldt und der Präsident blieben auch nach Humboldts Rückkehr nach Europa im Briefkontakt. Nach anstrengenden und gefährlichen vier Reisejahren kam Humboldt im Jahre 1804 wohlbehalten in Europa an und schrieb anschließend all seine Erkenntnisse nieder, um das Wissen festzuhalten und zu verbreiten.

    Langfristig hielt es ihn aber nicht in Europa, da er seine Russland-Expedition schon bald plante...

    Alexander von Humboldt – Reiseroute durch Russland

    Im Jahre 1829 im Alter von 60 Jahren trat Alexander von Humboldt seine nächste Reise an: im Auftrage des Finanzministers von Russland erkundete er das Land, um Minen mit wertvollen Rohstoffen zu finden. Diese Reise musste er im Gegensatz zu seiner Amerika-Expedition nicht aus eigener Tasche bezahlen und reiste außerdem gemütlicher und weniger gefährlich. Da die russische Regierung sehr auf Humboldts Sicherheit achtete, musste er seinen Entdeckergeist stark einschränken und geriet immer wieder mit den Polizisten und Wachleuten aneinander.

    Seine Expedition war trotz der Unstimmigkeiten erfolgreich: Obwohl bis dahin außerhalb der Tropen noch nie Diamanten gefunden worden, gelang es Humboldt, eine Diamantenmine im Uralgebirge Russlands zu entdecken.

    Alexander von Humboldt – Das Wichtigste

    • Alexander von Humboldt war ein Naturforscher und Entdecker und lebte zwischen 1796 und 1859

    • er reiste 4 Jahre durch Amerika, entdeckte die dort die kalte Meeresströmung "Humboldtstrom", die Vegetationszonen und den Zusammenhang von allen Pflanzen und Lebewesen in der Natur

    • durch die Entdeckung der Zusammenhänge in der Natur gilt er als Gründer der Biogeographie, die die Lehren von Biologie und Geographie vereint

    • Anschließend erkundete er Russland nach Rohstoffen und fand als erster Mensch Diamantminen außerhalb der Tropen


    Nachweise

    1. goethe.de: Zehn Fakten zu Alexander von Humboldt (05.06.2022)
    2. humboldt-fundation.de: Der Humboldt-Code (05.06.2022)
    3. planet-wissen.de: Alexander von Humboldt (05.06.2022)
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Alexander von Humboldt

    Was hat Alexander von Humboldt entdeckt? 

    Humboldt entdeckte die Vegetationszonen von Bergen, die Klimazonen der Erde und den Humboldtstrom, was eine kalte Meeresströmung vor Südamerika ist.

    Welche Sprachen sprach Alexander von Humboldt? 

    Humboldts Muttersprache war Deutsch, außerdem sprach er Französisch.

    Was erforschte Alexander von Humboldt?

    Alexander von Humboldt erforschte alle Teile der Natur, seinem Interesse war keine Grenzen gesetzt.

    Wo war Alexander von Humboldt überall? 

    Humboldt war in Spanien, der kanarischen Insel Teneriffa, im Norden von Südamerika, Mittelamerika, in den Vereinigten Staaten und Russland.

    Wer war Humboldt? 

    Alexander von Humboldt war ein deutscher Geograph, Naturforscher und Entdecker. Humboldt wurde 1769 in Berlin geboren. In jungen Jahren war Humboldt als Bergwerk-Experte tätig. Zwischen 1799 und 1804 reiste Humboldt mit dem französischen Naturforscher Aimé Bonpland durch Amerika. 

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