Achsenmächte

Während des Zweiten Weltkriegs bildeten sich zwei Seiten, die sich gegenüberstanden. Auf der einen Seite gab es die Alliierten und auf der anderen die Achsenmächte. Wer die Achsenmächte waren und welche Ziele sie verfolgten, erfährst Du in dieser Erklärung. 

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Inhaltsangabe

    Achsenmächte Zweiter Weltkrieg

    Deutschland und seine Verbündeten wurden im Zweiten Weltkrieg als "Achsenmächte" bezeichnete. Dieser Ausdruck geht auf die Mächte der "Achse Berlin-Rom", also dem Bündnis zwischen Adolf Hitler und dem italienischen Diktator Benito Mussolini, zurück.

    Später etablierte sich der Begriff als Bezeichnung für das Bündnis zwischen dem Deutschen Reich, dem Königreich Italien und dem Kaiserreich Japan.

    Zu Mussolini findest Du auch eine entsprechende Erklärung.

    Achse Berlin-Rom

    Die Ausgangslage für die Entstehung der "Achse Berlin-Rom" war, dass Deutschland durch den Versailler Vertrag und Hitlers Politik größtenteils außenpolitisch isoliert war.

    Doch Hitler und Mussolini kamen sich im Zuge des spanischen Bürgerkrieges näher. Denn beide Diktatoren unterstützen 1936 den faschistischen Francisco Franco bei seinem Militärputsch in Spanien. Nach dem gemeinsamen Auftreten in Spanien sprach Mussolini erstmals in einer Rede am 01. November 1936 von der "Achse Berlin-Rom".

    Zu dieser Zeit wurde allerdings nicht bekannt gegeben, dass Hitler und Mussolini bereits im Oktober 1936 einen geheimen Freundschaftsvertrag ausgehandelt hatten.

    Der Freundschaftsvertrag ergab sich, nachdem Deutschland Italiens Angriff im Äthiopienkrieg (1935) völkerrechtlich verteidigt hatte. Alle anderen Staaten sahen den Krieg als unrechtmäßig an.

    Fortan wurde von der "Achse Berlin-Rom" gesprochen. Den Begriff "Achse" nutzte Mussolini in seiner Rede, um zum Ausdruck zu bringen, dass sich die anderen Länder Europas um die Achse zwischen Deutschland und Italien drehen würden.

    Jedoch handelte es sich eher um eine lose Annäherung ohne formale Bestimmungen. Hitler und Mussolini verfolgten beide eine antikommunistische Haltung und strebten nach einer Gebietserweiterung.

    Zweiter Weltkrieg Verlauf Hitler und Mussolini StudySmarterAbb. 1: Hitler (rechts) und Mussolini (links)

    Mit der Unterzeichnung des Stahlpakts verfestigte sich die Kooperation Italiens und Nazi-Deutschlands. Der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop und der italienische Außenminister Galeazzo Ciano schlossen den Pakt am 22. Mai 1939 in Berlin.

    Dadurch bestand zwischen den beiden Ländern ein Militärbündnis. Der Vertrag sah eine uneingeschränkte gegenseitige Unterstützung im Kriegsfall vor, welche auch bei einem Angriffskrieg einer der beiden Nationen gelten sollte.

    Allerdings ergab sich dadurch nicht automatisch eine Kooperation. Vielmehr war das Bündnis von einem Konkurrenzverhalten geprägt.

    Bereits im Jahr 1939 kam es zur ersten Komplikation des Stahlpakts. Mussolini soll Hitler gewarnt haben, dass Italien bis 1942 benötigen würde, um sich für den Kriegsfall aufzurüsten. Somit war Italien nicht in der Lage, den deutschen Angriff auf Polen zu unterstützen. Stattdessen deklarierte Mussolini, Italien sei "nicht-kriegführend".

    Achse Berlin-Rom-Tokio

    Mit der Zeit schloss sich auch Japan dem militärischen Bündnis an.

    Seit dem 25. November 1936 bestand schon ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Kaiserreich Japan. Dieser Vertrag, der Antikominternpakt, richtete sich gegen die Kommunistische Internationale, also den internationalen Zusammenschluss kommunistischer Parteien. Deutschland und Japan wollten sich hauptsächlich durch Informationen im Kampf gegen die Kommunisten unterstützen.

    Es gab aber auch ein geheimes Zusatzabkommen, welches besagte, dass die beiden Staaten sich gegenüber neutral bleiben würden, sollte einer von beiden angegriffen werden. Zusätzlich schworen sie Verträgen und einer Zusammenarbeit mit der Sowjetunion ab.

    Am 6. November 1937 schloss sich Italien dem Antikominternpakt an und 1939 trat auch Spanien dem Antikominternpakt bei.

    Auch hier wurde ein Militärbündnis angestrebt, jedoch konnte es zunächst nicht realisiert werden. Denn vor allem Japan und das Deutsche Reich schienen unterschiedliche Ziele zu verfolgen. So sah Japan den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt als Vertragsbruch an.

    Obwohl der Antikominternpakt nach Hitlers Vertrag mit Stalin an Bedeutung verlor, schlossen sich weitere Staaten dem Pakt an, nachdem Deutschland den Krieg 1941 auf die Sowjetunion ausgeweitet hatte. Diese Staaten waren Rumänien, Finnland, Kroatien, Bulgarien, Dänemark, Ninjang-China und die Slowakei.

    Ninjang-China nennt man die von Japan gesteuerte Neuorganisierte Regierung der Republik Chinas zwischen 1940 und 1945.

    Dreimächtepakt

    Japans Abneigung gegenüber Deutschland änderte sich mit dem Verlauf des Pazifikkrieges.

    In der Erklärung zum "Pazifikkrieg" findest Du weitere wichtige Informationen!

    Bereits vor dem Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion befand sich Japan in einem Grenzkonflikt mit der Sowjetunion im Hinblick auf Mandschukuo. Nachdem Japan nicht, wie erhofft, sein Gebiet ausbauen konnte, richtete sich der Fokus nach Süden. Somit wurde der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg, der sich seit 1937 ereignete, intensiviert.

    Durch diese Konflikte verfeindete sich Japan mit der Sowjetunion, den USA und Großbritannien.

    Sowohl die USA, als auch Großbritannien sahen ihren Einfluss in China und der Pazifikregion durch Japans Expansionsbestrebungen bedroht.

    Somit war Japan auf Unterstützung angewiesen. Wie Japan fürchtete auch Deutschland das Eingreifen der USA in den Krieg. Deshalb wurde ein neuer Pakt verhandelt, der gegenseitigen Schutz bieten sollte. Dieser Pakt, der Dreimächtepakt, wurde am 27. September 1940 vereinbart und war weniger auf die Verhältnisse mit der Sowjetunion ausgelegt.

    Der Dreimächtepakt kann als Erweiterung des Antikominternpaktes zwischen Italien, Deutschland und Japan gesehen werden. Sie hofften, die USA durch ihr Bündnis abzuschrecken und so am Kriegseintritt zu hindern. Deshalb drohten sie damit, den Krieg auf den Pazifikraum auszuweiten. Zusätzlich sollte Großbritannien, welches indirekt von den USA unterstützt wurde, dadurch entmutigt werden.

    Auf dem Plakat sind Kinder zu sehen, die die damaligen Flaggen der Achsenmächte zeigen. Die Kinder sind stereotypisch für die jeweiligen Länder dargestellt. Über den Kindern sieht man die drei Herrscher der Nationen: links Adolf Hitler, in der Mitte Kaiser Hirohito und rechts Benito Mussolini.

    Auch die ideologischen Ziele wurden mit dem Dreimächtepakt gefestigt. Denn die drei Staaten strebten eine Aufteilung der Welt unter sich an. Italien sollte der Mittelmeerraum zustehen, Deutschland beanspruchte Osteuropa für sich und Japans Interessengebiet lag in Ostasien. Der Wortlaut des Paktes verdeutlicht die ideologischen Interessen:

    Die Regierungen von Deutschland, Italien und Japan sehen es als eine Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden an, dass jede Nation der Welt den ihr gebührenden Raum erhält. Sie haben deshalb beschlossen, bei ihren Bestrebungen im großasiatischen Raum und in den europäischen Gebieten Seite an Seite zu stehen und zusammenzuarbeiten, wobei es ihr vornehmstes Ziel ist, eine neue Ordnung der Dinge zu schaffen und aufrechtzuerhalten, die geeignet ist, Gedeihen und Wohlfahrt der dortigen Völker zu fördern.

    Der hier angegebene Wortlaut des Dreimächtepakts stammt aus dem Reichsgesetzblatt (Teil II, 1940, S. 280). Im Reichsgesetzblatt wurden Gesetze, Beschlüsse und Verträge des Reiches amtlich dokumentiert und veröffentlicht.

    Der Beitritt der Sowjetunion in den Pakt wurde nicht ausgeschlossen. In diesem Fall wäre der Sowjetunion die Region um Indien, Persien und Afghanistan als Einflussgebiet zugeteilt worden.

    Im Pakt selbst wurde die Betonung auf Weltfrieden gesetzt. Allen Ländern, die die gleichen Ziele verfolgten, sollte ermöglicht werden, sich mit den drei Mächten für Frieden zu engagieren. Japan, Deutschland und Italien gestanden einander freie Hand bei der Schaffung einer neuen Ordnung in ihren Interessengebieten zu. Des Weiteren sicherten sie sich gegenseitige Unterstützung zu, sollte eine der drei Nationen von einem bisher unbeteiligten Land angegriffen werden.

    Im November 1940 traten Ungarn, Rumänien und die Slowakei dem Dreimächtepakt bei. Bulgarien und Jugoslawien folgten im März 1941. Auch der Unabhängige Staat Kroatien schloss sich im Juni 1941 an.

    Ursprünglich wurde der Dreimächtepakt für zehn Jahre geschlossen. Italien blieb jedoch nur bis zu Mussolinis Sturz im Juli 1943 Teil des Dreimächtepakts. Danach schloss sich das Königreich Italien durch einen Waffenstillstand mit den Alliierten diesen an. Gleichzeitig bedeutete die Anbindung an die Alliierten aber auch eine Kriegserklärung ans Deutsche Reich.

    Verbündete Deutschlands im Zweiten Weltkrieg

    Über die "Achse" hinaus hatte Deutschland noch weitere Verbündete im Zweiten Weltkrieg. Dazu gehörten: Ungarn, Rumänien, Kroatien, Bulgarien, Slowakei und Finnland. Diese werden zusammenfassend als Achsenmächte – im Gegensatz zu den Alliierten – bezeichnet.

    Zweiter Weltkrieg Alliierte und Achsenmächte – beteiligte Länder

    Hier findest Du eine Liste mit den Hauptbeteiligten des Zweiten Weltkriegs:

    AlliierteAchsenmächte
    HauptbeteiligteVereinigtes Königreich von GroßbritannienSowjetunionUSARepublik ChinaDeutsches ReichKönigreich ItalienKaiserreich Japan
    VerbündeteDritte Französische RepublikZweite Polnische RepublikCommonwealth Staaten (Australien, Kanada, Neuseeland, Indien, Südafrikanische Union)Königreich UngarnKönigreich RumänienKönigreich BulgarienKönigreich JugoslawienUnabhängiger Staat KroatienSlowakische RepublikRepublik Finnland
    Abhängige oder kontrollierte Länder und Länder des Allied Forces ActKönigreich BelgienTschechoslowakische RepublikKönigreich der NiederlandeKönigreich NorwegenGroßherzogtum LuxemburgKönigreich GriechenlandKönigreich JugoslawienKönigreich BelgienKönigreich DänemarkVichy-Regime (Frankreich)Italienische Sozialrepublik (ab September 1943)MandschukuoKönigreich ThailandNanjing-ChinaProvisorische Regierung des Freien IndienKönigreich AlbanienKönigreich Äthiopien

    Wunderst Du Dich, warum einige Länder auf beiden Seiten aufgelistet sind? Einige Staaten agierten aus Exilregierungen heraus und durch Partisanengruppen gegen ihre Besatzer. Zusätzlich erlaubte Großbritannien es den Exilregierungen durch den Allied Forces Act ihre Truppen auf britischem Gebiet zu stationieren.

    Achsenmächte - Das Wichtigste

    • Der Begriff "Achsenmächte" bezeichnete das militärische Bündnis zwischen Deutschland, Italien und Japan während des Zweiten Weltkriegs.
    • Mussolini bezeichnete das Verhältnis zwischen Italien und Deutschland als "Achse", um die sich der Rest Europas drehen würde.
    • Die drei Länder schlossen sich 1936/1937 im Antikominternpakt zusammen und wollten den Kommunismus bekämpfen.
    • Mit dem Dreimächtepakt vom 27. September 1940 sicherten sie sich militärische Unterstützung zu.
    • Die Achsenmächte strebten die Aufteilung der Welt an.

    Nachweise

    1. Abb. 1 - "Hitler and Mussolini" Parts of Eva Braun's Photo Albums, ca. 1913 - ca. 1944, seized by the U.S. government on wikimedia.org licensed under Public Domain
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Achsenmächte

    Warum trat Japan in den Zweiten Weltkrieg ein?

    Japan war durch sein militärisches Bündnis mit Italien und Deutschland, dem Dreimächtepakt, in den Zweiten Weltkrieg als verbündetes Land verwickelt. Zusätzlich kämpfte Japan im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg in der Pazifikregion gegen China. Dieser Konflikt weitete sich in den Pazifikkrieg gegen die USA aus.

    Wer waren die Verbündeten von Deutschland im 2 Weltkrieg?

    Die Hauptverbündeten Deutschlands im Zweiten Weltkrieg waren Japan und Italien. Weitere Verbündete waren Ungarn, Rumänien, Kroatien, Bulgarien, Slowakei und Finnland.

    Welche Bündnisse gab es im 2 Weltkrieg?

    Im Zweiten Weltkrieg gab es das Bündnis der Alliierten und der Achsenmächte.

    Woher kommt der Begriff Achsenmächte?

    Der Begriff "Achsenmächte" leitet sich von einer Rede Benito Mussolinis ab. Dieser bezeichnete die Beziehung zwischen Rom und Berlin als eine "Achse" um die sich die anderen europäischen Staaten drehen würden.

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