Kognitivismus

Der Alltag des Menschen ist voller Möglichkeiten, Neues zu entdecken und dadurch etwas zu lernen. Aber wie funktioniert das Lernen eigentlich? Eine Theorie, die versucht, den Vorgang des Lernens zu erklären, ist der Kognitivismus.

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Inhaltsangabe

    Kognitivismus Psychologie – Definition

    Der Kognitivismus ist eine der drei bekanntesten Lerntheorien. Lerntheorie sind Modelle, durch die das Lernen und Lernvorgänge beschrieben und psychologisch erklärt werden sollen. Sie gehören zu den Hauptströmungen der Psychologie.

    Zu den drei bekanntesten Lerntheorien gehören:

    Einen Überblick über alle drei Lerntheorien und Lerntheorien im Allgemeinen findest Du in der Erklärung "Lerntheorien". Klick Dich rein und viel Spaß beim Lernen!

    Das Wort Kognition stammt von dem lateinischen Wort cognoscere (lateinisch für: "kennenlernen", "erkennen") ab. Das bedeutet so viel wie "alle Prozesse, die mit dem Erkennen und Lernen im Zusammenhang stehen". Der Kognitivismus versucht vor allem die Aufnahme und die Verarbeitung von Informationen zu erklären.

    Kognitivismus bezeichnet eine Lerntheorie, bei der es um die individuelle Informationsverarbeitung geht.

    Menschen nehmen Informationen aus ihrer Umwelt (Reize) wahr, die dann im Gehirn verarbeitet und abgespeichert werden. Dieser Vorgang wird kognitiver Prozess genannt. Wenn Informationen aufgenommen und verarbeitet wurden, folgt anschließend eine Reaktion oder ein Verhalten des Menschen.

    Dementsprechend konzentriert sich der Kognitivismus in der Psychologie auf das Innere im Menschen und dessen Gedankengänge.

    Zwei weitere Lerntheorien sind der Behaviorismus und Konstruktivismus.

    Die Lerntheorie des Behaviorismus stammt aus Amerika und der bekannteste Vertreter der behavioristischen Theorie ist der Psychologe B. F. Skinner. Der Behaviorismus beschäftigt sich damit, wie Menschen und Tiere auf unterschiedliche Umwelteinflüsse (Reize) reagieren. Die Lerntheorie fokussiert sich nur auf das Verhalten, das von außen sichtbar als Reaktion gewertet werden kann. Beim Behaviorismus wird also ein Mensch oder ein Tier einem Reiz ausgesetzt und es wird sich daraufhin die Reaktion angeschaut. Alles, was zwischen dem Moment der Reizaufnahme und der Reaktion im Gehirn stattfindet, wird nicht beachtet.

    Beim Konstruktivismus geht es hauptsächlich um das Innere des Menschen und dessen persönliches Empfinden. Beim Konstruktivismus wird der Lernprozess so gestaltet, dass aus einem Reiz aus der objektiven Realität ein eigener individueller Sinneseindruck entsteht, der eine eigene subjektive Realität formt. Dementsprechend kann nach dem Konstruktivismus nicht jedes Wissen einfach jedem Menschen angeeignet werden, sondern muss von jeder Person individuell neu konstruiert und gelernt werden.

    Die ausführlicheren Erklärungen zum "Behaviorismus" und "Konstruktivismus" helfen Dir, tiefer in das Thema einzusteigen.

    Kognitivismus – Lerntheorie

    Der Kognitivismus untersucht als Teil der Lernpsychologie die individuelle Informationsverarbeitung. Im Kognitivismus gibt es zwei verschiedene Lernmodelle, die die Informationsverarbeitung zu erklären versuchten:

    Kognitivismus – Lernen am Modell

    Das Lernen am Modell wurde von Albert Bandura entdeckt und wird häufig auch Modelllernen genannt. Ein typisches Beispiel für das Modelllernen ist das Fahrrad fahren, da das meistens von den Eltern abgeschaut wird. Jedoch können nicht nur die Eltern als Modell angesehen werden. Oft sind auch Leitbilder wie Stars oder Lehrer*innen ein Vorbild für Menschen.

    Beim Lernen am Modell wird zunächst eine Person (das Modell) beobachtet und anschließend versucht der/die Lernende die Verhaltensweisen des Modells nachzumachen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, deren Folgen in der Tabelle erklärt werden.

    Person sieht eine neue VerhaltensweisePerson sieht eine schon bekannte Verhaltensweise
    Die Person merkt sich die Verhaltensweise, erlernt sie und führt sie schließlich aus.Die Person beobachtet die darauffolgenden Konsequenzen und entscheidet dann, ob sie das Verhalten nachahmen möchte oder nicht.

    Außerdem gibt es vier Effekte, die bei dem Modelllernen auftreten können. Schaue Dir die vier Effekte in der folgenden Tabelle genauer an:

    EffektErklärungBeispiel
    modellierender EffektEine Person lernt etwas komplett Neues. Du siehst jeden Tag auf Instagram, wie Dein Idol sich schminkt und lernst dadurch, wie Schminke richtig aufgetragen wird.
    enthemmender EffektEine Person kennt etwas bereits und macht es jetzt öfter, weil das Modell erfolgreich dabei war. Dein Modell zeigt, wie es verschiedene Acrylfarben perfekt auf einer Leinwand verwenden kann. Du wendest den Tipp jetzt auch immer wieder an, da Du bei Deinem Modell gesehen hast, dass es funktioniert.
    hemmender EffektEine Person kennt etwas bereits und macht es jetzt weniger, weil das Modell erfolglos dabei war. Dein Idol hat viele auffallend bunte Kleider kombiniert, jedoch kam das bei den Fans nicht gut an. Du kombinierst eigentlich auch gerne bunte Kleidung, doch lässt das nun lieber sein, weil es ja nicht gut ankommt.
    auslösender EffektEine Person kennt etwas bereits und macht es aber jetzt erst, weil das Modell es auch macht. Dein Modell trägt jeden Tag künstliche Wimpern und wendet viele aufwendige Make-up-Techniken an. Du kannst das auch, machst es aber eigentlich nur gelegentlich und nicht jeden Tag. Nachdem Dein Idol das jetzt aber tut, schminkst Du Dich auch täglich sehr aufwendig.

    Kognitivismus – Lernen durch Einsicht

    Das Lernen durch Einsicht ist eine Lernmethode, bei der es ein Problem gibt, das gelöst werden muss. Um auf einen passenden Lösungsweg zu kommen, muss zunächst das Problem gründlich überdacht werden. Wenn das getan ist, findet ein sogenanntes "Aha-Erlebnis" statt. Kurz gesagt läuft das Lernen durch Einsicht in sechs Phasen ab:

    1. Auftauchen des Problems
    2. Probierverhalten
    3. Umstrukturierung
    4. Einsicht und Lösung
    5. Anwendung
    6. Übertragung

    Wie die einzelnen Phasen ablaufen, zeigt das folgende Beispiel:

    Phase 1: Anna möchte gerne an die Süßigkeiten herankommen, die ganz oben im Regal stehen. Leider ist sie zu klein und kann die Süßigkeiten nicht erreichen.

    Phase 2: Anna versucht durch Springen, an die Süßigkeiten heranzukommen.

    Phase 3: Sie merkt, dass sie die Süßigkeiten durch Springen nicht erreichen kann, sondern, dass sie etwas benötigt, um sich daraufzustellen. Sie überlegt, was am besten dafür geeignet sein könnte. Ein Stuhl? Ein Karton? Oder eine Leiter?

    Phase 4: Anna kommt zu dem Schluss, dass eine Leiter die beste Lösung ist.

    Phase 5: Sie versucht, die Süßigkeiten mithilfe einer Leiter zu erreichen. Es gelingt!

    Phase 6: Anna überträgt diese Erkenntnis auf andere Situationen. Als sie das nächste Mal einen Ball, den sie beim Fußballspielen in den Baum geschossen hat, nicht erreichen kann, holt sie sich gleich eine Leiter.

    Kognitivismus – Beispiel

    Kognitives Lernen kann in vielen verschiedenen Situationen angewendet werden. Egal, ob in der Schule, der Arbeit oder im Sozialleben. Doch wie genau kann sich kognitives Lernen zeigen? Hier findest Du zwei Beispiele:

    Ein Kind nimmt in den ersten Tagen im Kindergarten bei jedem Spiel den anderen Kindern die Spielsachen weg, um sie selbst zu haben. Ein anderes Kind fängt an zu weinen, weil seine Spielsachen nun nicht mehr bei ihm sind. Das Kind bekommt Ärger von der Erzieherin und die anderen Kinder wollen nicht mehr mit ihm spielen. Dadurch sieht es ein, dass es nicht allen Kindern die Spielsachen einfach so wegnehmen kann und macht das in Zukunft weniger. Dies ist das Lernen durch Einsicht.

    Wenn Kinder in der Schule schreiben lernen, klappt das am besten, indem sie die Formen der Buchstaben zunächst nachmalen. Es wird meistens an der Tafel und mithilfe von Arbeitsblättern geübt. Dies ist das Lernen am Modell.

    Kognitiver Spracherwerb

    Spracherwerb beschreibt den vom Kind nicht gesteuerten Prozess, sich Sprache anzueignen. Nach dem Kognitivismus erfolgt der Spracherwerb durch aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt mithilfe von kognitiven Fähigkeiten (z. B. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Lern-/Problemlösefähigkeit), die durch bestimmte Erfahrungen mit der Umwelt weiterentwickelt werden. Die aktive Auseinandersetzung eines Kindes mit dessen Umwelt findet zum Beispiel im Kindergarten statt:

    Sophias große Schwester hat lange, blonde Haare. Dieses Aussehen bringt Sophia dadurch mit Mädchen in Verbindung. Als Sophia in den Kindergarten kommt, lernt sie dort viele andere Kinder kennen. Manche haben kurze blonde Haare, manche lange blonde Haare und wieder andere haben ganz unterschiedliche Haarfarben. Manche davon sind Mädchen, manche Jungs. Durch Beobachtung und aktive Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt, lernt Sophia, dass die Begriffe "Mädchen" und "Junge" nicht nur von der Haarfarbe und Haarlänge abhängig sind.

    Infolge dieser Auseinandersetzung mit der Umwelt lernt das Kind sein Wissen zu erweitern und einzuordnen. Die kognitive Entwicklung (also die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten) spielt also eine große Rolle bei der allgemeinen kindlichen Entwicklung.

    Als Begründer dieser Theorie gilt der Schweizer Psychologe Jean Piaget. Die ausführlichere Erklärung zu "Theorie der kognitiven Entwicklung nach Piaget" hilft Dir, tiefer in dieses Thema einzusteigen.

    Der Schweizer Entwicklungspsychologe und Begründer der kognitiven Entwicklungstheorie Jean Piaget betrachtet die Sprachentwicklung als einen Teilprozess der kognitiven Entwicklung. In welche Stufen diese Prozesse eingeteilt sind, siehst Du in der folgenden Tabelle:

    Stufen der kognitiven Entwicklung AlterBeschreibung
    sensomotorische Stufebis etwa 2. Lebensjahr
    • Babys experimentieren mit dem eigenen Körper und den Sinnen
    • erster sprachlicher Kontakt bereits im Mutterleib
    • während der ersten Monate nur Weinen als Kommunikation
    • später noch Lächeln und Gebrabbel
    • erste Worte ca. ab zwölf Monaten
    • Kenntnis der Objektpermanenz (Erkenntnis, dass Objekt/Mensch auch dann noch existiert, wenn es gerade nicht sehen ist)
    präoperationale Stufebis etwa 7. Lebensjahr
    • Kontakt zu Gleichaltrigen (Kindergarten, Schule)
    • egozentrisches Denken, das auf eigene Erfahrungen bezogen und noch nicht logisch ist
    • Gegenständen werden oft menschliche Gefühle zugeordnet
    • Kinder sprechen oft von sich selbst in dritter Person
    Stufe konkreter Operationenbis etwa 12. Lebensjahr
    • Kinder beginnen teilweise logisches Denken anzuwenden
    • noch kein rationales Denken
    • Kategorisierung von Gedanken (Einordnen der Gedanken in bestimmte Gruppen, z.B. positiv und negativ)
    • Assimilation: Einfügen von neuen Informationen aus der Umwelt in das vorhandene Wissensschema (z. B. lernt ein Kind als erstes Tier einen Hund kennen und nennt diese "Wau-Waus". Das Kind geht nun davon aus, dass alle Lebewesen mit vier Beinen "Wau-Waus" sind).
    Stufe formaler Operationenbis circa 14./15. Lebensjahr
    • logisches Denken
    • abstraktes Denken
    • Kinder können Hypothesen aufstellen und hypothetisch denken
    • Akkommodation: Veränderung des Wissensschemas durch die Umwelt (z. B. sieht ein Kind auf einer Weide ein vierbeiniges Tier – einen Esel. Dieser macht "Ia". Durch Akkommodation folgert das Kind: "Ias" können keine "Wau-Waus" sein. Also sind nicht alle Vierbeiner "Wau-Waus".)

    Wenn Du noch mehr über das Erlernen und die Entwicklung von Sprache erfahren möchtest, lies Dir doch mal die Erklärung "Sprachentwicklung" durch.

    Kognitivismus – Vertreter

    Seit circa 1950 entwickelten sich die Theorien des Kognitivismus. Die Theorien wurden von vielen verschiedenen Vertretern über die Jahre erforscht und hauptsächlich von Entwicklungspsychologen entwickelt. Vier davon werden nun genauer vorgestellt.

    Jean Piaget – Vertreter des Kognitivismus

    Wie bereits genannt, war Jean Piaget (1896 bis 1980) einer der wichtigsten Vertreter der kognitivistischen Lerntheorie und steuerte das Entwicklungsstufenmodell bei:

    • Er entwickelte unter anderem Modelle zum kindlichen Spracherwerb, zur kindlichen Entwicklung und zur kindlichen Entwicklung von Moral.
    • Ebenso gründete er 1943 die Schweizerische Gesellschaft für Psychologie. Er starb 1980 in der Schweiz.

    Eine weitere Theorie von Piaget befasst sich mit der kindlichen Moral. Wenn Du zu der Theorie mehr erfahren willst, dann schau Dir die Erklärungen "Jean Piaget" und "Stufen der kindlichen Moral nach Piaget" an.

    Edward Tolman – Vertreter des Kognitivismus

    Der US-Amerikaner Edward Tolman (1886 bis 1959) war ein Psychologe und Professor. Sein Beitrag zum Kognitivismus bestand vor allem aus dem folgenden:

    • Er forschte mit kognitiven Ansätzen.
    • Dazu führte er auch diverse Experimente durch.
    • Sein berühmtestes Experiment war ein Labyrinth mit Ratten, bei dem es darum ging, ob es die Tiere schaffen, kognitive Landkarten zu erstellen und ihren Weg im Labyrinth zu finden.

    Das Erstellen einer kognitiven Landkarte bedeutet, dass ein Lernprozess stattfindet und sie eine räumliche Darstellung der Umgebung abspeichern, also innerlich eine Karte des Labyrinths erstellen.

    Kurt Lewin – Vertreter des Kognitivismus

    Kurt Lewin (1890 bis 1947) war ein polnischer Sozialpsychologe, der durch seine Werke ebenfalls einiges zum Kognitivismus beigetragen hat:

    • Eine seiner bekanntesten Studien ist die Feldtheorie, die zur psychologischen und sozialwissenschaftlichen Forschung gehört.
    • Die Feldtheorie sieht das Verhalten des Menschen als Feldhandlungen an. Das sind Handlungen, bei denen die handelnde Person innerhalb der Feldkräfte (also der vom Umfeld ausgehenden Kräfte) reagiert.
    • Die aktuelle Lage vor dem Verhalten wird stets als subjektiv wahrgenommen.
    • Das konkrete Verhalten wird als ein Resultat aus anziehenden und abstoßenden Feldkräften, die auf den Menschen einwirken, betrachtet.

    Um die Feldtheorie besser zu verstehen, hilft Dir folgendes Beispiel:

    Ein Mensch hat abhängig von der Tageszeit entweder Hunger oder keinen Hunger. Das Gefühl Hunger (oder keinen Hunger) zu haben ist dabei die Feldkraft. Hat der Mensch Hunger, dann führt das dazu, dass Energie freigesetzt wird. Dem bestehenden Bedürfnis Hunger wird ein Wert verliehen. Es kommt zu körperlichen Symptomen wie Magenknurren. Das Essen erhält also in der konkreten Situation einen positiven Wert, da es zur Bedürfnisbefriedung dient.

    Bei starkem Hunger kann dann auch Essen, das eine Person eigentlich nicht so gerne isst, einen höheren positiven Wert erhalten. Dieser Wert entspricht der anziehenden Feldkraft. Durch den Bewertungsprozess richtet der Mensch seine Wahrnehmung diesbezüglich aus. Alles, was Nahrung betrifft, wird stärker wahrgenommen. Alle Anstrengungen (Feldhandlungen) richten sich in Richtung der Bedürfnisbefriedigung aus.

    Hat der Menschen keinen Hunger (ist er also satt), kommt es nicht zu der Bedürfnisausrichtung und alles, was mit Essen zusammenhängt, wird deutlich weniger wahrgenommen als im Hungerzustand. Die Art, wie die Situation wahrgenommen und bewertet wird, zählt zum Lernprozess und somit zum Kognitivismus.

    Mehr über das Leben und die Arbeit Lewins erfährst Du in der Erklärung "Kurt Lewin".

    Jerome Bruner – Vertreter des Kognitivismus

    Jerome Bruner (1915 bis 2016) war ein US-amerikanischer Psychologe, der seine Theorie auf Jean Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung aufbaute:

    • In Bruners Theorie soll das Lernen durch Entdecken möglich sein.
    • So ist er der Meinung, dass durch neue Herausforderungen und Aufgaben am zuverlässigsten gelernt werden kann.

    Seine Theorie umfasst drei Stufen des kognitiven Lernens:

    • enaktiv: Erfassen von Sachverhalten durch die eigenen Handlungen
    • ikonisch: Erfassen von Sachverhalten durch visuelle Eindrücke/Bilder
    • symbolisch: Erfassen von Sachverhalten durch Symbole (z. B. Texte oder Zeichen)

    Kognitivistische Lerntheorie – Vor- und Nachteile

    Natürlich gibt es auch bei der kognitivistischen Lerntheorie wie bei jeder Lerntheorie verschiedene Vor- und Nachteile. In der folgenden Tabelle lernst Du, wie gut oder schlecht diese Lerntheorie bestimmte Lernprozesse erklärt:

    VorteileNachteile
    • Der Lehrende kann den Lernprozess kontrollieren.
    • Die Lerntheorie eignet sich als allgemeine Art zur Wissensvermittlung.
    • Der Kognitivismus deckt Bereiche ab, die der Behaviorismus nicht abdecken kann.
    • Das Gelernte kann schneller wieder vergessen werden, da es oft auf Beobachtungen und nicht auf eigenen Erfahrungen beruht.
    • Der Kognitivismus verfügt über viele unterschiedliche Theorien der diversen Vertreter.
    • Die Lerntheorie ist oft zu subjektiv.

    Es gibt also sowohl positive als auch negative Aspekte der kognitivistischen Lerntheorie. Das zeigt Dir auch das folgende Beispiel:

    Der Vorteil der allgemeinen Art der Wissensvermittlung im Kognitivismus besteht, da viele dieser Lernsituationen im Alltag stattfinden und so nebenher Wissen vermittelt. Beispielsweise schauen sich Kinder Tischmanieren bei den Eltern ab, wie das Essen mit Messer und Gabel.

    Ein Nachteil des Kognitivismus ist, dass das Gelernte schnell vergessen werden kann. Dies geschieht beispielsweise beim Lernen am Modell. Die Kinder merken sich zwar, dass Eltern das Rad ohne Stützräder fahren können, vergessen allerdings das Verhalten, das dafür notwendig ist.

    Kognitivismus – Das Wichtigste

    • Der Kognitivismus ist eine Lerntheorie, wie auch der Behaviorismus und der Konstruktivismus. Unter Kognitivismus versteht man eine Lerntheorie, bei der es um die individuelle Informationsverarbeitung geht.
    • Wichtige Lernmodelle des Kognitivismus sind Lernen am Modell und Lernen durch Einsicht.
    • Ein bekannter Vertreter des Kognitivismus war Jean Piaget. Er beschäftigte sich mit dem kognitiven Spracherwerb von Kindern.
      • Der Kognitivismus begründet den Spracherwerb über kognitive Prozesse.
      • Spracherwerb erfolgt hierbei anhand von kognitiven Fähigkeiten, die durch bestimmte Erfahrungen mit der Umwelt weiterentwickelt werden.
    • Weitere wichtige Vertreter des Kognitivismus waren Edward Tolman, Kurt Lewin und Jerome Bruner.

    Nachweise

    1. Grundwissen Psychologie - Sekundarstufe II (2022). Cornelsen Verlag GmbH.
    2. Joachim Funke (2006). Handbuch der Allgemeinen Psychologie – Kognition. Hogrefe.
    3. Hans-Werner Bierhoff, Dieter Frey (2016). Selbst und soziale Kognition. Hogrefe.
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Kognitivismus

    Was versteht man unter Kognitivismus?

    Unter Kognitivismus versteht man eine Lerntheorie, die sich mit der individuellen Informationsverarbeitung beschäftigt. 

    Was sind die kognitiven Lerntheorien?

    Kognitiven Lerntheorien sind das Lernen am Modell und Lernen durch Einsicht. 

    Was versteht man unter Konstruktivismus?

    Unter Konstruktivismus versteht man eine Lerntheorie, bei der es um die individuelle Informationsverarbeitung geht. 

    Was wird beim Kognitivismus untersucht?

    Beim Kognitivismus wird das Innere im Menschen untersucht, also die individuelle Informationsverarbeitung und der individuelle Lernprozess. 

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    Wie viele Stufen beinhaltet das Entwicklungsstufenmodell von Jean Piaget?

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