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Abwehrmechanismen

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Psychologie

Wir verwenden Abwehrmechanismen, um uns selbst und unsere psychische Verfassung vor äußeren Einflüssen zu schützen, die uns schaden oder schaden könnten.

Abwehrmechanismen dienen der Regulierung von innerseelischen oder zwischenmenschlichen Konflikten, um der psychischen Verfassung einer Person Entlastung zu verschaffen.

Dieser Vorgang geschieht meist unterbewusst und regelmäßig. Welche Abwehrmechanismen hierbei angewandt werden, hängt von der Persönlichkeit und Reife eines Individuums ab. Auch davon, welcher Mechanismus für den jeweiligen Moment am wirksamsten ist. Außerdem haben psychische Erkrankungen Einfluss auf das Abwehrverhalten.

Der Hintergrund von Abwehrmechanismen

Der österreichische Psychologe und Arzt Sigmund Freud war davon überzeugt, dass Menschen permanent im Alltag Abwehrmechanismen einsetzen. Ein Abwehrmechanismus würde erst dann pathologisch, also extrem und krankhaft, wenn man sich zu sehr darauf fokussiert.

Laut dieser Theorie entstehen Krankheiten nicht zufällig, sondern aufgrund eines bestimmten Zwecks. In der Psychoanalyse geht man davon aus, dass ein erkrankter Mensch über seine Symptome etwas auszudrücken und zu bewirken versucht.

Durch eine Depression versucht unsere Psyche, laut Freud, die Trauer auf einen realen Objektverlust (zum Beispiel durch Tod einer zentralen Bezugsperson) auszudrücken. Sie stellt eine Art Selbstschutz dar. Der depressiven Reaktion liegt nach Freud jedoch nicht zwingend ein realer Objektverlust zugrunde, sondern kann auch durch eine Kränkung oder eine Enttäuschung ausgelöst werden.

Abwehrmechanismus Zweck

Meistens dienen Abwehrmechanismen als unbewusste Vorgänge, um Angst abzuwehren.

Je nach Stärke und Art des individuellen Abwehrmechanismus kann es zu Selbsttäuschungen und somit zu einer Verzerrung der Realität führen.

Ein Beispiel hierfür ist die selektive Wahrnehmung. Das heißt, wir nehmen nur das wahr, was wir wahrnehmen wollen. So ignoriert eine Person beispielsweise die Abneigung einer anderen Person ihr gegenüber, wenn sie diese Abneigung verletzt.

Abwehrmechanismen dienen dazu, schmerzhafte, bedrohliche oder inakzeptable Situationen, Impulse oder Affekt zu verhindern. Damit können diese Gefühle auf ein verträgliches Maß reduziert oder sogar vollständig aus dem Bewusstsein verdrängt werden.

Abwehrmechanismen können zum Beispiel dafür sorgen, dass wir auf einen Vorfall, welcher uns verletzt, mit Gleichgültigkeit reagieren, um keine Wut oder Trauer zu empfinden.

Abwehrmechanismen – Definitionen nach Freud

Freud definiert Abwehrmechanismen als eine Methode des "Ichs", den Bedürfnissen des "Es" entgegenzutreten, welche vom Gewissen (dem "Über-Ich") sonst abgelehnt werden.

Das "Es" (Triebe), das "Ich" (bewusstes Handeln) und das "Über-Ich" (Moralvorstellungen) sind Teile des Strukturmodells der Persönlichkeit von Sigmund Freud.

Alle drei Anteile dieses Modells sind für die Bildung der Persönlichkeit und des Handelns entscheidend.

Wenn du mehr über das Strukturmodell der Persönlichkeit erfahren willst, dann schau dir unseren Artikel zum Thema Triebe an.

Abwehrmechanismen und Verdrängung nach Freud

Freuds Definition der Verdrängung wird zum Großteil auch heute noch anerkannt.

Bedrohliche Sachverhalte werden zum Schutz von der bewussten Wahrnehmung ferngehalten.

Auch hier wird davon ausgegangen, dass Verdrängung ein häufig auftretender Prozess ist, welcher unbewusst stattfindet.

Genaueres zum Abwehrmechanismus der Verdrängung findest du in unserem Artikel "Konflikt und Verdrängung" auf StudySmarter.

Abwehrmechanismen Arten

In Freuds psychoanalytischer Theorie geht er von neun grundlegenden Abwehrmechanismen aus. Diese wurden im Laufe der Zeit jedoch ergänzt.

Abwehrmechanismen nach Freud

AbwehrmechanismusVerhaltensweisen
IdentifikationBei diesem Abwehrmechanismus identifiziert man sich mit einer stärkeren Persönlichkeit, um die eigenen Selbstzweifel zu überdecken.
ProjektionHier projiziert man das, was man an sich selbst ablehnt, auf andere Personen.

Unliebsame Eigenschaften an einem selbst werden in anderen Menschen erkannt, statt in einem selbst.

RationalisierungFehlverhalten wird mit vermeintlich rationalen Gründen entschuldigt.
ReaktionsbildungWerden bestimmte Wünsche nicht erfüllt, wandelt man seine Bedürfnisse und Empfindungen ins Gegenteil.
RegressionRückfall in frühere, eigentlich bereits abgeschlossene Entwicklungsphasen.
SublimationNicht erfüllbare Leistungen werden auf andere Leistungsbereiche des Lebens übertragen.
VerdrängungUnangenehme und schmerzhafte Empfindungen werden aus dem Bewusstsein verdrängt.
VerschiebungNegative Empfindungen werden nicht auf den Urheber dieser gerichtet, sondern auf ein Ersatzobjekt.
WiderstandVerdrängte Inhalte können ab und an versuchen, sich ihren Weg in das Bewusstsein zurückzukämpfen. Der Versuch, sich dagegen zu wehren, wird als Widerstand bezeichnet.

Weitere Abwehrmechanismen

Neben den von Freud entdeckten Abwehrmechanismen existieren noch weitere, die im Laufe der Zeit entdeckt wurden.

AbwehrmechanismusVerhaltensweisen
FixierungDas Festhalten und Fokussieren an und auf bestimmte Denk- oder Verhaltensweisen.
IntrojektionDas Aufgreifen von Moralvorstellungen und Einstellungen von Menschen, mit denen man sich als Kind identifiziert hat. Hier übernimmt man deren Vorstellungen und Meinungen, ohne diese weiter zu überprüfen.
Ungeschehen machenDies ist ebenfalls eine Art der Verdrängung. Man tut so, als ob bestimmte Dinge nie passiert wären oder bestimmte Personen sowie Empfindungen nie existiert hätten.
ReversionAffektive Bedeutungsinhalte, welche als untragbar empfunden werden, werden ins Gegenteil gewandelt.

Beispiele für Abwehrmechanismen

Im Folgenden findest du ein paar Beispiele für die einzelnen Arten der Abwehrmechanismen:

AbwehrmechanismusBeispiel
IdentifikationWenn Kinder oft von den Streitereien Ihrer Eltern betroffen sind, kann es sein, dass sie sich aus dem Bedürfnis nach Stärke und Sicherheit heraus beispielsweise mit einem Superhelden aus dem Fernsehen identifizieren.
ProjektionEin Schüler sucht bei einer schlechten Leistung, obwohl er selbst nicht genug gelernt hat, die Schuld für sein Versagen bei seinem Lehrer.
ReaktionsbildungEin Mann hegt starke Gefühle für eine Frau. Diese werden jedoch nicht erwidert. Das Gefühl der Ablehnung kann dafür sorgen, dass sich diese Zuneigung in Abneigung wandelt.
RegressionEin Einzelkind, welches ein Geschwisterchen bekommt und dadurch weniger Aufmerksamkeit erhält, verfällt in alte Entwicklungsphasen zurück, was sich zum Beispiel mit Daumenlutschen ausdrückt.
SublimationEine Person sehnt sich nach einer Beziehung, jedoch erfüllt sich dieser Wunsch nicht, weswegen sie nun ihre ganze Energie auf die Arbeit konzentriert.

Traumata

Ein Trauma ist eine sehr drastische Form eines Abwehrmechanismus. Doch was ist ein Trauma eigentlich genau?

Der Begriff Trauma (griech.: "Wunde") bezeichnet eine psychische Ausnahmesituation. Diese wird durch ein überwältigendes Erlebnis ausgelöst (z. B. Unfälle, Gewalttaten oder Kriege), das eine Bedrohung für das Leben oder die körperliche sowie geistige Unversehrtheit des Betroffenen oder einer nahestehenden Person darstellt.

Traumata zeigen sich zum Beispiel durch folgende Symptome:

  • Unruhe
  • Hyperaktivität
  • erhöhtes Erregungsniveau
  • Gereiztheit
  • körperliche Symptome wie Schweißausbruch, Rötungen, Blässe, Übelkeit, Kopfdruck, beschleunigte Herztätigkeit
  • teilweise oder vollständige Erinnerungslücken (Amnesie)

Wenn du mehr über Traumata lernen möchtest, lies dir doch die Erklärung "Konflikt und Verdrängung" durch!

Abwehrmechanismen - Das Wichtigste

  • Wir verwenden Abwehrmechanismen, um uns selbst und unsere psychische Verfassung vor äußeren Einflüssen zu schützen, welche uns schaden.
  • Abwehrmechanismen dienen dazu, schmerzhafte, bedrohliche oder inakzeptable Situationen, Impulse oder Affekte (etwa Angst, Wut oder Schuld) zu verhindern.
  • Sigmund Freud geht in seiner psychoanalytischen Theorie von neun grundlegenden Abwehrmechanismen aus. Diese wurden im Laufe der Zukunft ergänzt. Es gibt zum Beispiel: Identifikation, Projektion, Rationalisierung, Reaktionsbildung, Regression, Sublimation, Verdrängung, Widerstand und Verschiebung.
  • Der Begriff Trauma bezeichnet eine psychische Ausnahmesituation. Traumata sind die drastischste Form eines Abwehrmechanismus.

Abwehrmechanismen

Sigmund Freud geht in seiner psychoanalytischen Theorie von neun grundlegenden Abwehrmechanismen aus. Diese wurden im Laufe der Zukunft ergänzt.

Es gibt zum Beispiel:

Identifikation, Projektion, Rationalisierung, Reaktionsbildung, Regression, Sublimation, Verdrängung, Widerstand und Verschiebung.

Hier projiziert man das, was man an sich selbst ablehnt, auf andere Personen. Unliebsame Eigenschaften an einem selbst werden in anderen Menschen erkannt, statt in an sich selbst.

Sigmund Freud definiert Abwehrmechanismen als eine Methode des "Ichs", den Bedürfnissen des "Es" entgegenzutreten, welche vom Gewissen (dem "Über-Ich") sonst abgelehnt werden. 

Regression bedeutet Rückfall in frühere, eigentlich bereits abgeschlossene Entwicklungsphasen.

Finales Abwehrmechanismen Quiz

Frage

Wie viele Arten von Abwehrmechanismen gibt es?

Antwort anzeigen

Antwort

In Freuds psychoanalytischen Theorie geht er von neun grundlegenden Abwehrmechanismen aus. Diese wurden im Laufe der Zukunft jedoch ergänzt.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Begriff Trauma?


Antwort anzeigen

Antwort

Der Begriff Trauma (Plural Traumata) bezeichnet eine psychische Ausnahmesituation.

Frage anzeigen

Frage

Was sind die Ursachen eines Traumas?

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Antwort

Ursachen für ein Trauma ist ein überwältigendes Erlebnis (zum Beispiel Gewalttaten, Kriege), welches eine Bedrohung für das Leben oder die körperliche oder geistige Unversehrtheit des Betroffenen oder einer nahestehenden Person darstellt. 

Frage anzeigen

Frage

Wozu dienen Abwehrmechanismen?

Antwort anzeigen

Antwort

Abwehrmechanismen dienen der Regulierung von innerseelischen oder zwischenmenschlichen Konflikten um der psychischen Verfassung einer Person Entlastung zu verschaffen. 

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Identifikation?

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Antwort

Bei diesem Abwehrmechanismus identifiziert man sich mit einer stärkeren Persönlichkeit um die eigenen Selbstzweifel zu überdecken. 

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Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Projektion?

Antwort anzeigen

Antwort

Hier projiziert man das was man an sich selbst ablehnt auf andere Personen.    

Verachtenswerte Eigenschaften, welche wir an uns selbst nicht mögen, werden in  anderen Menschen erkannt, statt in uns selbst.

    

   

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Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Rationalisierung?

Antwort anzeigen

Antwort

Fehlverhalten wird mit vermeidlich rationalen Gründen entschuldigt.

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Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Reaktionsbildung?

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Antwort

Werden bestimmte Wünsche nicht erfüllt, wendet man seine Bedürfnisse und     Empfindungen ins Gegenteil.

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Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Regression?

Antwort anzeigen

Antwort

Rückfall in frühere, eigentlich bereits abgeschlossene, Entwicklungsphasen.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Sublimation?

Antwort anzeigen

Antwort

Nicht erfüllbare Leistungen werden auf andere Leistungsbereiche des Lebens übertragen.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Verdrängung?

Antwort anzeigen

Antwort

Unangenehme und schmerzhafte Empfindungen werden aus dem Bewusstsein verdrängt.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Verschiebung?

Antwort anzeigen

Antwort

Negative Empfindungen werden nicht auf den Urheber dieser gerichtet, sondern auf einen Ersatzobjekt. 

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus des Widerstands?

Antwort anzeigen

Antwort

Eine weitere Stufe der Verdrängung. Verdrängte Inhalte können ab und an versuchen sich ihren Weg in das Bewusstsein zurückzukämpfen.         


Der Versuch sich dagegen zu wehren bezeichnet man mit dem Begriff des     Widerstands.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Introjektion?

Antwort anzeigen

Antwort

Wir greifen die Moralvorstellungen und Einstellungen von Menschen auf mit denen wir uns als Kind identifiziert habe. Wir übernommen deren Vorstellungen und Meinungen ohne diese weiter zu überprüfen.

Frage anzeigen

Frage

Was bedeutet der Abwehrmechanismus der Reversion?

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Antwort

Affektive Bedeutungsinhalte, welche als untragbar empfunden werden, werden ins     Gegenteil gewandelt.

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