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Verdrängung Psychologie

Verdrängung Psychologie

Minderwertigkeitsgefühle können ebenfalls verdrängt werden. Wir versuchen, uns mit dem Aspekt unseres Selbst, bei dem wir Minderwertigkeit empfinden, gar nicht mehr auseinanderzusetzen. Sind wir zum Beispiel unzufrieden mit unserer Leistung in der Schule, setzen wir uns nicht mehr weiter damit auseinander und konzentrieren uns zum Beispiel mehr auf unsere Leistungen im Sport.

Verdrängungsmechanismen

Bei dem Abwehrmechanismus der Verdrängung möchte sich die Psyche vor einer Bedrohung ihrer Integrität und Gesundheit schützen, beispielsweise vor inneren Trieben oder Erlebnissen, die dem Selbstbild oder den Vorstellungen der Gesellschaft widersprechen. Diese werden dann, teilweise unbeabsichtigt, in das Unterbewusstsein verdrängt. Sie können aber weiterhin auf indirekte Weise das Verhalten beeinflussen.

Ein Mann ist heimlich in die Freundin seines besten Freundes verliebt. Da er seinen besten Freund nicht schaden möchte, verdrängt seine Psyche die Gefühle zu der Frau, sodass der Mann diese Gefühle selbst nicht mehr wahrnimmt. Jedoch äußert sich ihre noch unbewusste Existenz durch sich wiederholende Träume, in denen die Frau mit ihm zusammen ist.

Verdrängung Psychologie Beispiel

Wenn erlebte sexuelle Übergriffe nicht aktiv verarbeitet werden können, weil das Kind noch jung ist, sich der Missbrauch wiederholt, Hilfe nicht vorhanden ist oder keine altersgemäße Stressverarbeitung möglich ist, dann wird das Erlebte meist aus der Erinnerung und dem Bewusstsein verdrängt.

Welche Verdrängungsmuster die Folge dieses Konfliktes seien können, findest du in der folgenden Tabelle.

Verdrängungsmuster
Ablauf
Umdeutung der Realität und Gedächtnisverlust
Aufgrund der Hoffnungslosigkeit einer Situation wird die Realität umgedeutet und die Person sucht nach Erklärungen, die den Täter von Schuld befreien. Opfer leugnen hier oft die erlebte Gewalt und die eigene Verletzung. Dies kann dazu führen, dass Betroffene oft in sogenannten maladaptiven (also unangepassten) Tagträumen leben und die Phantasie von der Wirklichkeit nicht mehr genügend unterscheiden können.
Störung des Identitätsgefühls
Kann man den Missbrauch nicht vor sich selbst leugnen, wird subjektiv nach einem Sinn dafür gesucht. Beispielweise bei dem Missbrauch von einem Elternteil: "Es sind meine Eltern, deshalb können sie keine schlechten Menschen sein. Sie lieben mich. Also muss es an mir liegen!" Dies führt zu dem scheinbaren Paradox, dass auch misshandelte und missbrauchte Kinder enge Bindung an ihre Bezugspersonen suchen. Personen mit einer Störung des Identitätsgefühls identifizieren sich mit dem Täter, geben sich selbst die Schuld und rechtfertigen dessen Verhalten. So vermindern sie ihre Gefühle von Ohnmacht und Angst. Als Folge nehmen sie sich selbst nicht als eigenständige Wesen wahr.
Störungen der Gefühlsregulierung
Missbrauchten Menschen, besonders Kindern und Jugendlichen, fällt es oft schwer, ihre Gefühle zu kontrollieren. Sie misstrauen anderen, haben eine sehr niedrige Frustrationstoleranz. Und es kann manchmal zu unvorhersehbaren Wutanfällen kommen oder sie richten ihre Wut gegen sich selbst (Haare ausreißen, Verbrennungen zufügen, Haut ritzen). In der frühen Kindheit entwickeln wir die Steuerung unserer Erregungen und Empfindungen, zum Beispiel Hunger, Müdigkeit etc., dadurch, dass unsere Eltern diese regulieren und steuern. Diese äußere Steuerung geht im Laufe des Aufwachsens in eine innere und eigene Steuerung über. Ein Kind, das früh traumatisiert wurde, kann keine innere Steuerung aufbauen und hat dadurch keine Selbstwirksamkeit erlebt. Somit entwickelt es keine Selbstkontrolle.

Verdrängung auflösen – Traumatherapie

Um ein Trauma bzw. eine Verdrängung aufzulösen wird oft eine Traumatherapie angewandt.

Eine Traumatherapie ist eine spezielle Art von Therapie für Menschen, die aufgrund eines katastrophalen Erlebnisses in ihrem Leben unter einem Trauma leiden.

Du findest auf StudySmarter einen ausführlichen Artikel zur Posttraumatischen Belastungsstörung und deren Therapie.

Stabilisation

  • Zunächst muss der/die Patient*in stabilisiert, also emotional unterstützt und entlastet werden.
  • Der/die Patient*in muss sich bei dem/der behandelnden Therapeuten*in wohlfühlen und ihm vertrauen.
  • Um seinem/r Patienten*in nicht zu schaden, ihn/sie nicht zu überfordern oder zu verletzen, muss sich der/die Therapeut*in langsam an das Erlebnis herantasten.
  • Dazu gibt es verschiedene Techniken, die eingesetzt werden. Eine Technik ist es, dass sich der/die Betroffene in seinen/ihren Gedanken an einen sicheren Ort begibt, an dem er/sie sich vor Gefahren beschützt fühlt. Hier kann der/die Patient*in dann noch innere Helfer in die Vorstellung einbauen, die ihn und seine verletzlichen Anteile beschützen.

Traumabearbeitung

Um ein Trauma verarbeiten zu können, wird vor allem die kognitive Verhaltenstherapie empfohlen. In dieser wird sich aktiv mit dem Erlebnis auseinandergesetzt, indem man vor allem mit den aus dem Trauma entstandenen Ängsten konfrontiert wird. Denn eine Vermeidung der angstbesetzten Situationen verstärkt diese Angst und sie wird chronisch. Durch die Konfrontation soll erkannt werden, dass die ursprünglichen Befürchtungen nicht (mehr) eintreten. Ein wichtiger Bestandteil sind auch Techniken, mit denen Betroffene ihre Angst kontrollieren können, zum Beispiel Atemtechniken oder Gedankenstopps.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine in Deutschland kassenärztlich anerkannte Form der Psychotherapie. Du findest zu Ablauf und Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie einen ausführlichen Artikel auf StudySmarter.

Im Zusammenhang mit einem Trauma beschreiben viele Vergewaltigungsopfer häufig Schuldgefühle und ein Gefühl, dass sie selbst verantwortlich für das sind, was ihnen widerfahren ist. Hier ist es wichtig, diese destruktiven Gedanken zu verändern und die Schuldgefühle abzulegen.

Eine Technik zur Traumakonfrontation ist das EMDR:Häufig wird das EMDR (= Eye Movement Desensitization and Reprocessing, also: Augenbewegungs-Desensibilisierung und Wiederverarbeitung) Verfahren eingesetzt. In der EMDR-Traumatherapie werden Betroffene mithilfe der Augenbewegung desensibilisiert, um das traumatische Erlebnis zu verarbeiten.

Die Betroffenen sollen sich hierzu emotional in das traumatische Erlebnis begeben. Der/die Therapeut*in bewegt währenddessen seine/ihre Hand abwechselnd rasch nach links und nach rechts, der Betroffene mit ihrem Blick folgen sollen. Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis die Angst nachlässt. Die Augenbewegung, die bei dieser Technik stattfindet, ähnelt der im REM-Schlaf, der Schlafphase, in der Menschen sehr lebendige Träume haben und erlebte Situationen verarbeiten. So soll diese Augenbewegung den Patienten erleichtern, Erinnerungen abzurufen und zu verarbeiten.

Integration

Das Ziel der Traumatherapie ist, dass Betroffene nicht mehr an immer wieder plötzlich auftretenden, unangenehmen Erinnerungen leiden. Sie sollen sich diesen Gedanken und Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert fühlen, sondern die Kontrolle über ihre Gefühle, Gedanken und Handlungen zurückgewinnen.

In der Therapie sollen Patienten ihre belastenden Erinnerungen bewusst hervorrufen, um dadurch die Kontrolle über sie zu erlangen. Diese traumatischen Erlebnisse werden dann so lange bearbeitet, bis sie zu einem Teil der Lebensgeschichte und somit der Vergangenheit werden. Damit will man erreichen, dass das Erlebnis nicht mehr als ständige Bedrohung in der Gegenwart wahrgenommen wird. Eine Behandlung ist dann erfolgreich, wenn die Betroffenen das Trauma der Vergangenheit hinter sich lassen und somit ihre Gegenwart und Zukunft aktiv gestalten können.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Verdrängung Psychologie

Verdrängung bezeichnet einen Abwehrmechanismus, welcher dazu dient unangenehme und schmerzhafte Empfindungen aus dem Bewusstsein fernzuhalten.

Nach der Definition von Freud versteht man unter Abwehrmechanismen eine Methode des „Ichs“. Hierbei tritt das „Ich“ den Bedürfnissen des „Es“ entgegen, welche vom Gewissen (dem „Über-Ich“) sonst abgelehnt werden. 

In Freuds psychoanalytischen Theorie geht er von neun grundlegenden Abwehrmechanismen aus. Diese wurden im Laufe der Zeit jedoch ergänzt.

Es gibt zum Beispiel:

Identifikation, Projektion, Rationalisierung, Reaktionsbildung, Regression, Sublimation, Verdrängung, Widerstand und Verschiebung.

Abwehrmechanismen treten dann auf wenn wir durch Regulierung von innerseelischen oder zwischenmenschlichen Konflikten unserer psychischen Verfassung versuchen Entlastung zu verschaffen. 

Finales Verdrängung Psychologie Quiz

Frage

Vervollständige den Satz: 

Der Vorgang der Verdrängung beschreibt die Regulierung von innerseelischen oder zwischenmenschlichen Konflikten, um der psychischen Verfassung einer Person...


Antwort anzeigen

Antwort

... Entlastung zu verschaffen.


Frage anzeigen

Frage

Mit welchen drei Schritten löst man Verdrängungen?


Antwort anzeigen

Antwort

  1. erkennen und annehmen, dass ein Erlebnis existiert, das verdrängt wird
  2. sich mit dem Erlebnis konfrontieren und auseinandersetzen
  3. das Erlebnis verarbeiten / therapieren 
        


Frage anzeigen

Frage

Was bezeichnet der Begriff Trauma?

Antwort anzeigen

Antwort

eine psychische Ausnahmesituation.

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Frage

Was sind die Symptome eines Traumas?

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Antwort

  • Unruhe
  • Hyperaktivität

  • erhöhtes Erregungsniveau

  • Gereiztheit

  • körperliche Symptome wie Schweißausbruch, Rötungen, Blässe, Übelkeit, Kopfdruck, beschleunigte Herztätigkeit

  • teilweise oder vollständige Erinnerungslücken (Amnesie)

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Frage

Wie behandelt man ein Trauma? 

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Antwort

Mit der Traumatherapie.

Frage anzeigen

Frage

Um welches Verdrängungsmuster handelt es sich, wenn eine Situation umgedeutet wird?


Antwort anzeigen

Antwort

Umdeutung der Realität 

Frage anzeigen

Frage

Welche Aussage trifft zu?

Personen mit einer Störung des Identitätsgefühls...

Antwort anzeigen

Antwort

... identifizieren sich mit den Täter*innen, geben sich selbst die Schuld und rechtfertigen deren Verhalten.

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Frage

Wie läuft die Stabilisation bei der Traumatherapie ab?

Antwort anzeigen

Antwort

Der/Die Patient*in begibt sich in seinen/ihren Gedanken an einen sicheren Ort begibt. An diesem Ort soll er/sie sich vor Gefahren beschützt fühlen.

Frage anzeigen

Frage

Welche Form der Therapie wird bei der Traumabearbeitung empfohlen?

Antwort anzeigen

Antwort

die kognitive Verhaltenstherapie

Frage anzeigen

Frage

Wie läuft die Integration bei einer Traumatherapie ab?

Antwort anzeigen

Antwort

In der Therapie soll der/die Patient*in seine/ihre belastenden Erinnerungen bewusst hervorrufen, um dadurch die Kontrolle über sie erlangen.

Frage anzeigen

Frage

Vervollständige den Satz: Ein Konflikt beschreibt es, wenn Interessen, Zielsetzungen oder Wertvorstellungen von Personen...

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Antwort

... miteinander nicht vereinbar sind und diese Parteien aufeinandertreffen

Frage anzeigen

Frage

Vervollständige den Satz: 

Bei der EMDR Technik soll der/die Patient*in sich emotional in das traumatische Erlebnis begeben. Der/Die Therapeut*in bewegt währenddessen seine/ihre Hand abwechselnd rasch nach links und nach rechts. Dabei soll... 

Antwort anzeigen

Antwort

... der/die Patient*in mit seinem/ihrem Blick der Hand des/der Therapeut*in folgen. Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis die Angst nachlässt.

Frage anzeigen

Frage

Welcher anderen Augenbewegung ähnelt die Augenbewegung, die bei der EMDR Technik stattfindet?

Antwort anzeigen

Antwort

der Augenbewegung im REM-Schlaf

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