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Albert Bandura

In diesem Artikel werden du tiefere Einblicke in das Leben und Werk des renommierten Psychologen Albert Bandura erhalten. Dabei steht zunächst seine akademische Laufbahn im Fokus, bevor du eine Einführung in seine einflussreiche sozial-kognitive Lerntheorie bekommst. Außerdem geben wir dir einen Überblick über Banduras bekanntestes Experiment, die Bobo-Puppen-Studie, sowie seine Aggressionstheorie. 

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In diesem Artikel werden du tiefere Einblicke in das Leben und Werk des renommierten Psychologen Albert Bandura erhalten. Dabei steht zunächst seine akademische Laufbahn im Fokus, bevor du eine Einführung in seine einflussreiche sozial-kognitive Lerntheorie bekommst. Außerdem geben wir dir einen Überblick über Banduras bekanntestes Experiment, die Bobo-Puppen-Studie, sowie seine Aggressionstheorie.

Abschließend stellen wir noch einige seiner wichtigsten Bücher und Texte vor und diskutieren die praktischen Anwendungen seiner Lerntheorie, insbesondere in Bezug auf Erziehung und positive Verhaltensveränderungen.

Albert Bandura Biografie: Werdegang und Lebenslauf

Albert Bandura gehört zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Psychologie. Seine bedeutenden Erkenntnisse und Forschungen haben das Verständnis von Lernprozessen sowie von Sozialisation wesentlich vorangebracht. Im Folgenden erhältst du einen Überblick über seinen Lebenslauf und wichtige berufliche Stationen.

Albert Banduras frühe Jahre und akademischer Hintergrund

Albert Bandura wurde am 4. Dezember 1925 in Mundare, Alberta, Kanada, geboren. Als Kind wuchs er in einer kleinen, landwirtschaftlich geprägten Gemeinschaft auf. Trotz beschränkter Bildungsmöglichkeiten in seiner Umgebung entwickelte Bandura bereits früh großes Interesse an verschiedenen Themen. Er starb am 21. Juni 2021 in Kalifornien.

Nach einem Studium an der University of British Columbia, während dessen er zufällig einen Kurs in Psychologie belegte und sein Interesse daran entdeckte, erwarb er 1949 seinen Bachelor-Abschluss in Psychologie. Danach wechselte er an die University of Iowa, um dort seinen Master (1951) und seinen Ph.D. (1952) in Klinischer Psychologie zu erlangen.

Experimenteller Ansatz: Ein wichtiges Ereignis während seiner Studienzeit an der University of Iowa war die Begegnung mit seinen Mentoren Kenneth W. und Mamie Phipps Clark, die seine Sicht auf experimentelle Psychologie und das Studium von Verhaltensursachen prägten.

Nach Abschluss seiner akademischen Ausbildung fand Bandura seine erste Anstellung als Dozent und Forscher an der Stanford University, wo er den Großteil seiner Karriere verbringen sollte.

Die beruflichen Meilensteine von Albert Bandura

Während seiner Zeit an der Stanford University entwickelte Albert Bandura einige seiner wichtigsten und einflussreichsten Theorien und Konzepte. Ein wesentlicher Teil seiner Forschungsarbeit befasste sich mit dem Studium von Lernprozessen und sozialer Beeinflussung.

Bobo-Doll-Experiment: Banduras bekanntestes Experiment, das Bobo-Doll-Experiment, fand in den 1960er Jahren statt. Dabei wurde Kindern gezeigt, wie ein Erwachsener eine aufblasbare Puppe namens Bobo gewalttätig behandelt. Das Experiment zeigte, dass Kinder das gesehene Verhalten übernehmen und es auf die Puppe anwenden – ein eindrucksvoller Beleg für das soziale Lernen durch Beobachtung und Nachahmung.

Anhand seiner Forschungsergebnisse entwickelte Bandura die Theorie des sozialen Lernens, die später in die Theorie der sozialen Kognition überging. Diese beruht auf der Annahme, dass Menschen nicht nur durch direkte Verstärkung, sondern auch durch Beobachtung und Nachahmung lernen.

In den 1970er Jahren beschäftigte sich Bandura intensiv mit dem Konzept der Selbstwirksamkeit, das besagt, dass die individuelle Überzeugung, in der Lage zu sein, eine bestimmte Handlung durchzuführen oder ein Ziel zu erreichen, maßgeblich für in der fortwährenden persönlichen und beruflichen Entwicklung ist.

Selbstwirksamkeit: Die individuelle Überzeugung von den eigenen Fähigkeiten und der Kontrolle über das eigene Verhalten. Selbstwirksame Menschen sind eher dazu bereit, neue Herausforderungen anzunehmen und mit Rückschlägen umzugehen.

Agentischer Ansatz: Banduras theoretische Ansätze, insbesondere zur Selbstwirksamkeit, gehören zum sogenannten „agentischen Ansatz“ in der Psychologie. Dieser unterstreicht die Fähigkeit von Individuen, aktiv Einfluss auf ihr eigenes Schicksal und ihre Entwicklung zu nehmen, anstatt nur passiv auf Umweltreize zu reagieren.

Albert Bandura erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen für seine bedeutenden Beiträge zur Psychologie. Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte er über 350 Fachartikel und Bücher, die ein breites Spektrum an Themen abdecken. Sein Einfluss erstreckt sich über traditionelle Disziplingrenzen hinweg und beeinflusst auch aktuelle Forschung in Bildung, Gesundheit, Politik und anderen Anwendungsbereichen der Psychologie.

Albert Bandura Theorie: Die sozial-kognitive Lerntheorie

Die sozial-kognitive Lerntheorie von Albert Bandura ist eine Weiterentwicklung der sozialen Lerntheorie und setzt sich aus verschiedenen Konzepten zusammen. Sie besagt, dass Menschen durch Beobachtung und Nachahmung lernen und nicht ausschließlich durch direkte Erfahrung oder Verstärkung. Die Theorie hat zahlreiche Anwendungen in verschiedenen Bereichen der Psychologie, wie zum Beispiel in der Pädagogik, Sozialarbeit, Klinischer Psychologie und Organisationspsychologie.

Lernen am Modell: Grundlagen und Anwendung

Ein zentrales Konzept der sozial-kognitiven Lerntheorie ist das Lernen am Modell, auch als Beobachtungslernen oder Modelllernen bekannt. Lernen am Modell bezieht sich auf den Prozess des Erlernens von Verhaltensweisen und Einstellungen durch das Beobachten der Handlungen und Konsequenzen anderer Personen (Modelle).

Ein klassisches Beispiel für Lernen am Modell ist das Erlernen von Tischmanieren bei Kindern. Sie beobachten, wie ihre Eltern und Geschwister bestimmte Verhaltensweisen bei Tisch zeigen, und eignen sich diese Verhaltensmuster anhand der Beobachtungen an.

Banduras sozial-kognitive Lerntheorie betont die Rolle von kognitiven Prozessen, die beim Lernen am Modell beteiligt sind. Beispielsweise müssen die Beobachter aufmerksam sein, das Verhalten der Modelle im Gedächtnis speichern, dieses später aus dem Gedächtnis abrufen und die beobachteten Verhaltensmuster imitierten.

Durch Lernen am Modell können Menschen also schnell und effizient neue Verhaltensweisen, Perspektiven und Strategien erlernen, ohne selbst die Erfahrungen oder Versuch-und-Irrtum-Prozesse durchlaufen zu müssen. Anwendungsmöglichkeiten des Lernens am Modell finden sich in vielen verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise:

  • Bildung und Pädagogik: Lehrer können Modelllernen nutzen, um Schülern bestimmte Verhaltensweisen oder Problemlösungsstrategien beizubringen.
  • Soziale Arbeit: Sozialarbeiter können Modelllernen verwenden, um soziale Kompetenzen oder Konfliktlösungsstrategien für hilfsbedürftige Menschen zu vermitteln.
  • Klinische Psychologie: Therapeuten können Modelllernen einsetzen, um Patienten dabei zu unterstützen, effektive Bewältigungsmechanismen für emotionale und Verhaltensprobleme zu entwickeln.
  • Organisationspsychologie: Führungskräfte können Modelllernen in der Mitarbeiterführung einsetzen, um positive Arbeitseinstellungen, Kommunikation und Teamarbeit zu fördern.

Die vier Prozesse der sozial-kognitiven Lerntheorie

Bandura identifizierte vier grundlegende Prozesse, die für das Lernen am Modell und die sozial-kognitive Lerntheorie insgesamt von Bedeutung sind. Diese vier Prozesse sind:

  1. Aufmerksamkeitsprozesse: Die Beobachter müssen auf das Verhalten der Modelle, die Umstände und die Konsequenzen achten. Aufmerksamkeit ist ein essentieller Faktor, da ohne Aufmerksamkeit keine Information im Gedächtnis gespeichert werden kann.
  2. Gedächtnisprozesse: Das beobachtete Verhalten muss im Gedächtnis gespeichert werden, um es später abrufen und imitieren zu können. Dies umfasst die Kodierung und das Behalten des beobachteten Verhaltens.
  3. Reproduktionsprozesse: Die Beobachter müssen in der Lage sein, das im Gedächtnis gespeicherte Verhalten selbst auszuführen. Dabei kann es zu Anpassungen und Veränderungen im Verhalten kommen, abhängig von den individuellen Fähigkeiten und Umständen.
  4. Motivationsprozesse: Damit die Beobachter das gelernte Verhalten auch tatsächlich zeigen, müssen sie motiviert sein. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die beobachteten Konsequenzen des Verhaltens beim Modell (Vikarische Verstärkung) sowie die Selbstwirksamkeitserwartung des Beobachters.

Vikarische Verstärkung: Beobachter können anhand der Konsequenzen des beobachteten Verhaltens beim Modell eine Vorstellung darüber entwickeln, welche Folgen das gezeigte Verhalten für sie selbst haben könnte. Positive Konsequenzen (Belohnungen) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Verhalten imitiert wird, während negative Konsequenzen (Bestrafungen) dazu führen, dass das beobachtete Verhalten eher vermieden wird.

Die vier Prozesse der sozial-kognitiven Lerntheorie verdeutlichen, dass Lernen am Modell nicht passiv stattfindet, sondern aktiv und auf kognitiver Ebene abläuft. Das Verständnis dieser Prozesse hilft dabei, effektive Lernsituationen zu gestalten und die Auswirkungen von Modelllernen auf die Entwicklung von Verhaltensweisen, Einstellungen und Überzeugungen besser zu verstehen.

Albert Bandura Experimente: Forschung und Erkenntnisse

Albert Bandura führte zahlreiche Experimente und Studien durch, um seine Theorien und Annahmen in der Psychologie zu untermauern. Insbesondere das bekannte Bobo-Puppen-Experiment und die Studien zur Selbstwirksamkeitserwartung haben maßgeblich zu seinem wissenschaftlichen Renommee beigetragen. Im Folgenden findest du eine detaillierte Erläuterung dieser beiden Forschungsbereiche.

Das bekannte Bobo-Puppen-Experiment

Das Bobo-Puppen-Experiment ist eines der bekanntesten und einflussreichsten Experimente in der Geschichte der Psychologie. Albert Bandura und seine Kollegen führten diese Studie in den 1960er Jahren durch, um den Einfluss von Modelllernen auf das aggressive Verhalten von Kindern zu untersuchen. Die Haupterkenntnis des Experiments ist, dass Kinder Gewaltverhalten erlernen können, indem sie es bei anderen beobachten.

Der Ablauf des Experiments war wie folgt:

  1. Kinder wurden in einem Raum mit verschiedenen Spielzeugen, einschließlich einer aufblasbaren "Bobo-Puppe", platziert.
  2. Ein Erwachsener trat als Modell auf und zeigte aggressives Verhalten gegenüber der Bobo-Puppe, zum Beispiel indem er sie schlug, trat oder auf sie einschlug.
  3. Die Kinder beobachteten das Verhalten des Erwachsenen, ohne selbst an der aggressiven Handlung teilzunehmen.
  4. Nachdem die Kinder das aggressive Verhalten des Modells beobachtet hatten, wurden sie in einen zweiten Raum gebracht, in dem ebenfalls eine Bobo-Puppe und andere Spielzeuge vorhanden waren.
  5. Die Forscher beobachteten das Verhalten der Kinder im zweiten Raum, insbesondere ob sie das zuvor gesehene aggressive Verhalten gegenüber der Bobo-Puppe reproduzierten.

Die Ergebnisse des Experiments zeigten, dass:

  • Kinder, die das aggressive Verhalten des Erwachsenen beobachtet hatten, eher dazu neigten, ähnliches aggressives Verhalten gegenüber der Bobo-Puppe zu zeigen.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder das aggressive Verhalten nachahmten, war größer, wenn das Modell positive Konsequenzen oder keine negativen Konsequenzen für das aggressive Verhalten erfuhren.
  • Die Geschlechtsrolle des Modells und des beobachtenden Kindes beeinflusste das Lernen und die Nachahmung von aggressivem Verhalten, wobei beispielsweise Jungen eher aggressive Verhaltensweisen von männlichen Modellen übernahmen.

Das Bobo-Puppen-Experiment lieferte wichtige Belege für Banduras Theorie des sozialen Lernens und zeigte, dass Beobachten und Nachahmen eine bedeutende Rolle bei der Übernahme von Verhaltensweisen spielen, insbesondere im Zusammenhang mit Aggression und Gewalt.

Studien zur Selbstwirksamkeitserwartung

Die Selbstwirksamkeitserwartung ist ein zentrales Konzept in Banduras Theorie der sozialen Kognition. Es bezieht sich auf die Überzeugung, dass man selbst in der Lage ist, eine bestimmte Handlung erfolgreich durchzuführen oder ein Ziel zu erreichen. Bandura führte verschiedene Studien durch, um die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung bei der Entwicklung von Persönlichkeit, Verhalten und Lebenserfolg zu untersuchen.

In einer Reihe von experimentellen Studien untersuchte Bandura, wie sich Selbstwirksamkeitserwartung auf die Überwindung von Hindernissen, die Erfüllung von Zielen und die Bewältigung von Stress auswirkt. Dabei zeigte sich, dass:

  • Individuen mit hohen Selbstwirksamkeitserwartungen eher dazu in der Lage sind, schwierige Herausforderungen anzugehen und erfolgreich zu bewältigen.
  • Individuen mit hohen Selbstwirksamkeitserwartungen sich stärker motiviert fühlen, an ihren Zielen festzuhalten, auch wenn sie auf Widerstände und Rückschläge stoßen.
  • Ein hohes Maß an Selbstwirksamkeitserwartung dazu beitragen kann, Stress und Angst besser zu bewältigen und eine allgemein positive psychische Gesundheit zu fördern.

Ein Beispiel für eine Studie zur Selbstwirksamkeitserwartung ist Banduras Untersuchung von Schülern, die in anspruchsvollen mathematischen Aufgaben konfrontiert wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass Schüler mit höheren Selbstwirksamkeitserwartungen in Mathematik bessere Leistungen erbrachten und weniger Angst vor der Bewältigung der schwierigen Aufgaben zeigten.

Die Studien zur Selbstwirksamkeitserwartung haben zu einem besseren Verständnis der psychologischen Prozesse geführt, die persönliches Wachstum, Motivation und persönliche Zielsetzung beeinflussen. Die Ergebnisse dieser Forschung sind bis heute relevant und haben Anwendungsbereich in einer Vielzahl von Feldern wie Bildung, Gesundheitswesen, Sozialarbeit und Organisationsmanagement gefunden.

Albert Bandura Aggressionstheorie: Ursachen und Einflüsse

Die Aggressionstheorie von Albert Bandura basiert auf seinem Verständnis des sozialen Lernens und der Beobachtung von Modellen. Laut Bandura können aggressive Verhaltensweisen in Menschen aufgrund von Beobachtungen und Imitationen von aggressiven Modellen in ihrer Umgebung entstehen. Die Theorie liefert wichtige Erkenntnisse über die Entstehung und Verbreitung von Aggression in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten sowie Ansätze zur Reduktion aggressiven Verhaltens.

Wie Aggression durch Lernen am Modell entsteht

Nach Banduras Aggressionstheorie können Menschen aggressive Verhaltensweisen erlernen, indem sie aggressives Verhalten in ihrer Umgebung beobachten und imitieren. Dieser Prozess beinhaltet sowohl kognitive als auch motivationale Faktoren:

  1. Aufmerksamkeit: Individuen müssen auf das aggressive Verhalten und die Konsequenzen dieses Verhaltens in ihrer Umgebung achten.
  2. Erinnerung: Das beobachtete aggressive Verhalten muss im Gedächtnis gespeichert werden, damit es später imitiert werden kann.
  3. Reproduktion: Individuen müssen in der Lage sein, das gespeicherte aggressive Verhalten auszuführen, was von ihren körperlichen und kognitiven Fähigkeiten abhängt.
  4. Motivation: Die Konsequenzen des beobachteten aggressiven Verhaltens der Modelle beeinflussen die Wahrscheinlichkeit, dass das Verhalten imitiert wird. Positive Konsequenzen (Belohnungen) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das aggressive Verhalten nachgeahmt wird, während negative Konsequenzen (Bestrafungen) dazu führen, dass das aggressive Verhalten eher vermieden wird.

Die Umgebung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Aggression durch Lernen am Modell. Beispiele für Einflussfaktoren sind:

  • Familie: Familienmitglieder, insbesondere Eltern und Geschwister, können als aggressive Modelle dienen, wenn sie gewalttätiges Verhalten zeigen.
  • Peers und Schulumfeld: Gleichaltrige können aggressive Verhaltensweisen vorführen, die von anderen Kindern und Jugendlichen nachgeahmt werden.
  • Medien: Aggressives Verhalten kann durch Filme, Fernsehsendungen, Videospiele und andere Medieninhalte dargestellt und glorifiziert werden, was zu Nachahmung führen kann.

Desensibilisierung: Eine weitere Erklärung für die Entstehung von Aggression durch Lernen am Modell ist, dass wiederholte Exposition gegenüber aggressiven Verhaltensweisen und Darstellungen von Gewalt in Medien und Umgebung zu einer Desensibilisierung führen kann. Das bedeutet, dass die emotionale Reaktion und das Erschrecken über Gewalt abnehmen, was wiederum die Hemmschwelle für aggressives Verhalten herabsetzt.

Umsetzung der Aggressionstheorie in der Praxis

Die Erkenntnisse aus Banduras Aggressionstheorie können dazu verwendet werden, aggressive Verhaltensweisen in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten zu reduzieren und zu verhindern. Hier sind einige praktische Strategien, die auf der Grundlage dieser Theorie entwickelt wurden:

  1. Förderung von positiven Modellen: Die Bereitstellung von positiven Modellen, die kooperatives und prosoziales Verhalten zeigen, kann dazu beitragen, dass Menschen weniger gewalttätige Verhaltensweisen erlernen und stattdessen auf Zusammenarbeit und Konfliktlösung setzen.
  2. Erziehung und Familieninterventionen: Eltern können durch Erziehungsberatung und Familieninterventionen lernen, wie sie aggressive Verhaltensweisen reduzieren und prosoziales Verhalten fördern können. Dies kann zum Beispiel durch den Einsatz von gewaltfreier Kommunikation und konstruktiven Konfliktbewältigungsstrategien geschehen.
  3. Schulinterventionen: Schulen können Programme einführen, die darauf abzielen, die Entwicklung von aggressiven Verhaltensweisen zu reduzieren und das soziale Miteinander der Schüler zu verbessern. Solche Programme könnten beispielsweise die Vermittlung von sozialen Kompetenzen, Empathieförderung und Präventionsmaßnahmen gegen Mobbing beinhalten.
  4. Medienregulierung: Die Regulierung von gewalttätigen Inhalten in Medien und das Angebot von alternativen, gewaltfreien Medienangeboten kann dazu beitragen, die Exposition gegenüber aggressiven Modellen zu reduzieren und somit das Lernen von aggressiven Verhaltensweisen zu vermindern.

Albert Bandura Bücher: Inspiration und Referenzen

Albert Bandura veröffentlichte während seiner langjährigen Karriere mehrere grundlegende Bücher, die sowohl auf seinen eigenen Forschungen als auch auf den Arbeiten anderer Wissenschaftler aufbauen. Diese Bücher haben in der akademischen Welt große Anerkennung gefunden und dienen als wichtige Referenzen für Forscher, Studenten und Praktiker in der Psychologie. Im Folgenden werden zwei seiner einflussreichsten Bücher vorgestellt: "Social Learning and Personality Development" und "Self-Efficacy: The Exercise of Control".

Social Learning and Personality Development

"Social Learning and Personality Development" ist ein Schlüsselwerk von Albert Bandura, das 1963 in Zusammenarbeit mit Richard H. Walters veröffentlicht wurde. Dieses Buch stellt die grundlegenden Prinzipien der sozialen Lerntheorie vor und legt den Schwerpunkt auf die Rolle des Beobachtungslernens bei der Entstehung von Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmalen. Das Buch hat einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung der sozial-kognitiven Lerntheorie gehabt.

In "Social Learning and Personality Development" werden folgende wichtige Aspekte behandelt:

  • Die theoretischen Grundlagen des sozialen Lernens, einschließlich der Kritik an behavioristischen Ansätzen, die ausschließlich auf direkter Verstärkung basieren.
  • Die Bedeutung von Modellen für das Lernen am Beispiel, einschließlich der kognitiven Prozesse, die beim Beobachten und Nachahmen von Modellen ablaufen.
  • Faktoren, die das Lernen am Modell beeinflussen, wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Reproduktion und Motivation.
  • Die Rolle des sozialen Lernens bei der Entwicklung von Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensmustern, wie Aggression, Empathie und Geschlechtsrollenverhalten.
  • Empirische Belege für die soziale Lerntheorie, einschließlich einer ausführlichen Diskussion des Bobo-Puppen-Experiments und anderer Forschungsarbeiten.

Self-Efficacy: The Exercise of Control

Das Buch "Self-Efficacy: The Exercise of Control" wurde 1997 von Albert Bandura veröffentlicht und konzentriert sich auf das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung, das eine zentrale Rolle in seiner Theorie der sozialen Kognition spielt. In diesem Werk vermittelt Bandura umfassendes Wissen über die Entstehung und Entwicklung von Selbstwirksamkeitserwartungen sowie deren Auswirkungen auf individuelles Verhalten, Zielerreichung und Lebenserfolg.

Einige der wichtigsten Aspekte, die in "Self-Efficacy: The Exercise of Control" behandelt werden, sind:

  • Die theoretischen Grundlagen der Selbstwirksamkeitserwartung und ihre Anwendungen in verschiedenen Bereichen der Psychologie, wie Erziehung, Gesundheit und Arbeitswelt.
  • Die Entstehung und Entwicklung von Selbstwirksamkeitserwartungen, einschließlich der Quellen der Selbstwirksamkeitsinformation, wie Erfolgserlebnisse, stellvertretende Erfahrungen, verbale Überzeugung und physiologische Zustände.
  • Die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung in der Motivation, Zielerreichung und Selbstregulation, einschließlich der Beziehung zwischen Selbstwirksamkeit, outcome expectations und Handlung.
  • Empirische Belege zur Wirksamkeit von Selbstwirksamkeitserwartungen, einschließlich Studien zu akademischem Erfolg, Arbeitsplatzleistung, Gesundheit und emotionalem Wohlbefinden.
  • Strategien zur Förderung von Selbstwirksamkeitserwartungen in verschiedenen Kontexten, wie Schule, Familie, Arbeitsplatz und therapeutischen Situationen.

Albert Bandura - Das Wichtigste

  • Albert Bandura gilt als einflussreiche Persönlichkeit in der Geschichte der Psychologie.
    • Geboren am 4. Dezember 1925 in Mundare, Alberta, Kanada.
    • Gestorben am 21. Juni 2021 in Kalifornien.
  • Seine bekannte sozial-kognitive Lerntheorie beschäftigt sich mit Lernprozessen durch Beobachtung und Nachahmung von Modellen in der Umgebung.
  • Das Bobo-Puppen-Experiment zeigte, dass Kinder Gewaltverhalten erlernen können, indem sie es bei anderen beobachten.
  • Bandura entwickelte das Konzept der Selbstwirksamkeit, das die individuelle Überzeugung beschreibt, in der Lage zu sein, eine bestimmte Handlung durchzuführen oder ein Ziel zu erreichen.
  • Die Aggressionstheorie von Bandura basiert auf seinem Verständnis des sozialen Lernens und der Beobachtung von Modellen, die aggressive Verhaltensweisen zeigen können.
  • Albert Bandura veröffentlichte mehrere einflussreiche Bücher, darunter "Social Learning and Personality Development" und "Self-Efficacy: The Exercise of Control".

Häufig gestellte Fragen zum Thema Albert Bandura

Albert Banduras "Lernen am Modell" besagt, dass Menschen neues Verhalten durch Beobachtung von Modellen erlernen, indem sie das Verhalten anderer imitieren und die Ergebnisse des beobachteten Verhaltens bewerten. Der Prozess basiert auf Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung, Motivation und Reproduktion des beobachteten Verhaltens.

Albert Bandura erforschte vor allem soziales Lernen, Selbstwirksamkeit und die Rolle von Beobachtung und Nachahmung bei der menschlichen Entwicklung. Seine bekannteste Studie ist das Bobo-Puppen-Experiment, das die Auswirkungen von beobachteter Aggression auf das Verhalten von Kindern untersuchte.

Die sozial-kognitive Theorie besagt, dass menschliches Verhalten und Lernen durch die Wechselwirkung von persönlichen Faktoren, Umweltbedingungen und individuellen Erfahrungen bestimmt werden. Die Theorie betont die Rolle von Beobachtung, Imitation und Selbstwirksamkeitserwartungen bei der Entwicklung von Kenntnissen und Verhaltensweisen.

Bandura vertritt ein Menschenbild, das die Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit betont. Er glaubt, dass Menschen fähig sind, ihr Verhalten und ihre Umwelt durch kognitive Prozesse aktiv zu beeinflussen und zu gestalten. Dabei spielen soziale Lernprozesse, Selbstreflexion und Selbstregulation eine entscheidende Rolle.

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Welches wichtige Experiment führte Albert Bandura in den 1960er Jahren durch und welches Phänomen wurde dadurch belegt?

Welche vier grundlegenden Prozesse identifizierte Bandura in seiner sozial-kognitiven Lerntheorie als wichtig für das Lernen am Modell?

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