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Instanzenmodell Freud

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Instanzenmodell Freud

Das Instanzenmodell, auch Drei-Instanzen-Modell genannt, gehört zur Tiefenpsychologie. Die Tiefenpsychologie sieht das Individuum als ein mentales System. In der Tiefenpsychologie wird unter anderem das psychische System mit seinen unbewussten Prozessen, menschlichen Trieben und inneren Konflikten untersucht. Die Theorie besagt, dass psychische Probleme im Unbewussten liegen und bestimmte Inhalte durch Abwehrmechanismen zurückgehalten werden. Freuds Instanzenmodell spielt hier eine bedeutende Rolle.

Das Instanzenmodell ist der Versuch, Erklärungen für das Unbewusste des Menschen, sein Verhalten, seine Persönlichkeit und seine Entscheidungen zu finden. Es wird von Psychotherapeut*innen in der Psychoanalyse genutzt.

Zum Thema Psychoanalyse findest Du im Kapitel "Tiefenpsychologie" eine ausführliche Erklärung und kannst Dich so weiter einarbeiten. Und wenn Du mehr über Abwehrmechanismen lernen willst, dann lies Dich bei "Abwehrmechanismen" rein!

Die drei Instanzen von Sigmund Freud — einfach erklärt!

Das Instanzenmodell der menschlichen Psyche wurde von dem österreichischen Arzt Sigmund Freud im Jahr 1923 erarbeitet. Es ist ein Persönlichkeitsmodell und versucht somit, die komplette Persönlichkeit des Menschen darzustellen. Nach dem Instanzenmodell besteht die Persönlichkeit aus drei verschiedenen Persönlichkeitsanteilen (den Instanzen). Diese sind: das Über-Ich, Ich und das Es.

Über-Ich

Das Über-Ich repräsentiert die moralischen Prinzipien der Persönlichkeit. Das Über-Ich stellt somit die Autorität dar, die gesellschaftliche Regeln und moralische Erwägungen vertritt. Die Regeln aus der Außenwelt sind somit auch die Regeln des Über-Ichs. Zudem hat das Über-Ich die Funktion, das Innere (Gedanken und Triebe) mit festen Regeln (Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen) zu überwachen.

Das Über-Ich entwickelt sich im Prozess der Sozialisation (Anpassung an die Regeln der Gesellschaft), in den ersten vier bis sechs Lebensjahren. In dieser Zeit werden von den Eltern gelernte Werte, Regeln und Verbote von Kindern verinnerlicht.

Ich

Das Ich besitzt klare Überzeugungen und Einstellungen zur Umwelt und ist sehr realitätsnah. Diese Instanz vermittelt zwischen dem Über-Ich und dem Es und entwickelt sich während der Autonomiephase (Kind ist ca. zwei Jahre alt). Das Ich versucht das Es zu befriedigen, indem es nach Kompromisse strebt, ohne soziale Normen und moralische Werte zu verletzen. Gelingt das, trifft das Ich rationale Entscheidungen und sucht nach Erfolgserlebnissen. Kann das Ich das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen des Es und den Ansprüchen des Über-Ichs nicht erfolgreich halten und findet keine Lösung, so entsteht Angst.

Es

Sigmund Freud fand die Hauptantriebskraft menschlichen Verhaltens im Es. Er ging davon aus, dass das sexuelle Verlangen die wichtigste Triebkraft des Menschen ist. Im Es sind aber auch andere Grundbedürfnisse wie Hunger oder Schlafbedürfnis enthalten. Das Es ist der impulsgesteuerte und weitgehend unbewusste Teil der Persönlichkeit und strebt danach, bestehende Bedürfnisse und Triebe sofort zu befriedigen. Passiert in der Außenwelt etwas Unangenehmes, so möchte das Es dieses Unangenehme sofort beseitigen.

Merkmale von dem Instanzenmodell und dem Schichtenmodell von Freud

Freud nahm an, dass die Persönlichkeit des Menschen aus den genannten Instanzen besteht. Daneben hat er auch eine weitere Theorie entwickelt, das Schichtenmodell (auch bekannt als das Eisbergmodell). Um das übersichtlicher und verständlicher zu halten, zeigen Dir die folgenden Stichpunkte die Merkmale.

Instanzenmodell:

  • Über-Ich → Gewissen/Werte/Normen/Moral
  • Ich → bewusst entscheiden aufgrund der wahrgenommenen Realität, vermittelt zwischen Über-Ich & Es
  • Es → angeborene Bedürfnisse/Triebe (Sexualität, Essen, Schlafen)

Schichtenmodell:

  • unbewusst → (verdrängte/unangenehme Erinnerungen, unerlaubte Triebwünsche, beeinflussen Erleben/Verhalten)
  • vorbewusst → (für den Moment unbewusste Erinnerungen, können dem Bewusstsein wieder vollständig zugänglich gemacht werden)
  • bewusst → Gedanken/Vorstellungen/Wahrnehmungen, die dem Bewusstsein zugänglich sind

Wenn Du mehr über das "Eisbergmodell Freud" erfahren möchtest, dann lies Dich in die Erklärung rein!

Fallbeispiele für das Instanzenmodell von Freud

Das Drei-Instanzen-Modell lernst Du hier an zwei Fallbeispielen in der Praxis kennen lernen. In den Fallbeispielen wird beschrieben, wie sich die einzelnen Instanzen in diesem Falle verhalten würden. Die Außenwelt, also das Gesehene, spielt hier eine wichtige Rolle, denn alles, was um Dich herum passiert, hat einen Einfluss auf die Entwicklung der Persönlichkeit. Ein Beispiel ist:

Jonas schreibt am Montag eine wichtige Klausur, die für die Endnote im Abiturzeugnis relevant ist. Allerdings feiert sein Freund am Sonntag eine Party. Jonas weiß, dass er genug gelernt hat und geht zur Feier. Doch er ist länger als geplant bei seinem Freund und kann deshalb vor der Klausur nur wenig schlafen. An dem Montag steht er früh auf und merkt, dass er sehr müde und unkonzentriert ist. Am liebsten möchte er nicht zur Schule gehen und die Klausur nicht mitschreiben.

Die Instanzen nach Freud denken Folgendes:

Über-Ich: Das Über-Ich sagt und weiß, wozu Jonas in die Schule gehen und die Klausur schreiben sollte (um eine gute Note, einen guten Abschluss, einen Ausbildungsplatz, einen Job etc. zu bekommen)

Ich: Das Ich wägt zwischen dem Über-Ich und dem Es ab und trifft realitätsnah die Abwägung zwischen "Ich bin müde und will nicht" (Bedürfnis/Trieb) und "Es gehört sich aber und ich halte es für richtig" (gesellschaftliche Norm/Wert). Das Ich weiß, dass genug gelernt werden muss, um eine gute Klausur zu schreiben. Das Ich versucht dem Es zu vermitteln, dass Jonas zur Schule gehen sollte und in der Klausur gut abschneiden wird.

Es: Das Es möchte Zuhause sein, liegen blieben und weiter schlafen.

Ein anderes Beispiel ist:

Lina und Anita sind beste Freundinnen. Jedoch hat Anita Linas Geburtstag vergessen und ist deshalb nicht zur Feier gekommen. Anita entschuldigt sich mehrmals und besorgt deswegen auch ein besonderes Geschenk. Monate später hat Anita Geburtstag und lädt Lina ein. Anita erwähnt, dass es ihr sehr viel bedeuten würde, wenn Lina zum Geburtstag kommt. Lina denkt darüber nach, dass Anita auch nicht zu ihrem Geburtstag gekommen ist. Am liebsten möchte Lina nicht hingehen, damit Anita Linas Situation nachempfinden kann.

Die Instanzen nach Freud denken Folgendes:

Über-Ich: Das Über-Ich weiß, dass gute Freundinnen so etwas nicht tun. Es ist unmoralisch und deshalb möchte das Über-Ich gern zum Geburtstag gehen.

Ich: Das Ich weiß, dass Anita nicht mit Absicht Linas Geburtstag vergessen hat. Deshalb möchte das Ich doch gern zum Geburtstag gehen und das Ganze vergessen, denn gute Freundinnen sind immer füreinander da. Außerdem hat Anita sich entschuldigt und sogar ein tolles Geburtstagsgeschenk besorgt.

Es: Das Es möchte aus Prinzip nicht hingehen, damit Anita sich genauso fühlt, wie Lina sich an ihrem Geburtstag gefühlt hat (Rache).

Kritik am Drei-Instanzen-Modell von Freud

Zu jeder Theorie gibt es auch Kritik. So auch zum Drei-Instanzen-Modell von Freud. Die drei wichtigsten Punkte findest Du im Folgenden zusammengefasst. Im Laufe der Zeit sind auch andere Kritikpunkte entstanden, dennoch werden die genannten Punkte immer wieder aufgegriffen.

  • Psychologen/Psychologinnen kritisieren, dass das Drei-Instanzen-Modell von Freud so beschrieben wird, dass der Mensch Schlechtes in sich hat (z. B. angeborene Triebe, die immer befriedigt werden müssen) → Menschenbild wirkt negativ
  • Sigmund Freud arbeitete zwar viel an seiner Theorie, jedoch ist das ganze nicht empirisch → basiert nicht auf Erfahrung und Beobachtung = nicht wissenschaftlich genug
  • Kritiker/Kritikerinnen sagen, dass das Unbewusste überschätzt wird
  • Freud interpretiert statt analysiert

Instanzenmodell Freud - Das Wichtigste

  • Das Instanzenmodell ist ein Persönlichkeitsmodell der Tiefenpsychologie und wurde von Sigmund Freud erarbeitet.

  • Das Persönlichkeitsmodell besteht aus dem Über-Ich (ist moralisch, hält sich an die Regeln und möchte Fehler meiden), dem Ich (Realitätsprinzip und Vermittler zwischen Es und Über-Ich) und dem Es (Triebe und Bedürfnisse stehen hier im Fokus).

  • Die Außenwelt hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Instanz Über-Ich. Die Triebe des Es sind angeboren (Sexualtrieb, Hunger, Schlafbedürfnis) und das Ich wiederum entwickelt sich in der Autonomiephase durch die Vermittlung zwischen Über-ich und Es.

  • An dem Instanzenmodell wird unter anderem kritisiert, dass das Menschenbild negativ erscheint und es nicht empirisch untersucht wurde (eher Interpretation als Analyse).


Nachweise

  1. Grundwissen Psychologie - Sekundarstufe II (2022). Cornelsen Verlag GmbH

Häufig gestellte Fragen zum Thema Instanzenmodell Freud

Das Drei-Instanzen-Modell ist ein Persönlichkeitsmodell von Sigmund Freud. Es besteht aus dem Ich, Über-Ich und dem Es. Das Drei-Instanzen-Modell beschreibt drei verschiedene Ebenen der Persönlichkeit.

Das Instanzenmodell beschreibt die Instanzen Ich, Über-Ich und Es. Diese Instanzen beschreiben unterschiedliche Persönlichkeitsanteile. 

Das Über-Ich gehört zu den drei Instanzen des Instanzenmodells von Freud. Das Über-Ich repräsentiert die Normen und Werte aus der Gesellschaft.

Das Über-Ich ist größtenteils bewusst.

Finales Instanzenmodell Freud Quiz

Frage

Aus wie vielen Instanzen besteht das Instanzenmodell von Freud?

Antwort anzeigen

Antwort

Das Instanzenmodell besteht aus drei Instanzen.

Frage anzeigen

Frage

Wie heißen die Instanzen des Instanzenmodells?

Antwort anzeigen

Antwort

  • Ich
  • Über-Ich
  • Es

Frage anzeigen

Frage

Was repräsentiert das Ich vom Instanzenmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

  • bewusste Entscheidungen 
  • Vermittlung zwischen dem Über-Ich und dem Es

Frage anzeigen

Frage

Was repräsentiert das Über-Ich vom Instanzenmodell?


Antwort anzeigen

Antwort

  • Normen
  • Werte

Frage anzeigen

Frage

Was repräsentiert das Es vom Instanzenmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

  • den impulsgesteuerten und weitgehend unbewussten Teil unserer Persönlichkeit

  • Grundbedürfnisse

  • Triebe


Frage anzeigen

Frage

Aus was bestehen das Instanzenmodell und das Schichtenmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

Instanzenmodell:

  • Ich, Über-Ich und Es

Schichtenmodell:

  • unbewusst, vorbewusst und bewusst

Frage anzeigen

Frage

Was sagen Kritiker*innen zum Instanzenmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

  • schlechtes Menschenbild
  • nicht empirisch genug
  • eher Interpretation und nicht Analyse

Frage anzeigen

Frage

Welcher Theorie wird das Instanzenmodell zugeordnet

Antwort anzeigen

Antwort

Tiefenpsychologie

Frage anzeigen

Frage

Wer ist der Vermittler zwischen den zwei Instanzen vom Instanzenmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

Über-Ich

Frage anzeigen

Frage

Wer ist der Begründer vom Instanzenmodell?

Antwort anzeigen

Antwort

Burrhus Skinner

Frage anzeigen

Frage

Sind die Umwelteinflüsse auf das Instanzenmodell von großer Bedeutung?

Antwort anzeigen

Antwort

Ja, weil alle Entscheidung darauf basieren

Frage anzeigen

Frage

Wie wird das Instanzenmodell auch genannt?

Antwort anzeigen

Antwort

Drei-Instanzen-Modell

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