Tempel

In der Welt der Klassischen Antike spielten die römischen Tempel eine unumstrittene Rolle als religiöse, politische und soziale Institutionen. Diese gewaltigen Bauten dienten nicht nur als Heimstätten der Götter, sondern waren auch lebhafte kulturelle Zentren, in denen sich das Leben der Menschen von Rom bis hin zu weit entfernten Provinzen wie Deutschland und Portugal abspielte. Der folgende Artikel bietet eine detaillierte Untersuchung verschiedener Tempel, einschließlich spezifischer Beispiele wie der Apollo Sosianus und der Tempel des Julius Caesar, sowie einem Blick auf den Zustand und die Verteilung römischer Tempel in Deutschland und Portugal. Lass dich von den architektonischen Meisterwerken faszinieren und tauche ein in die Geschichte und Bedeutung der Tempel in der römischen Antike.

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Inhaltsangabe

    Einführung in die römischen Tempel der Antike

    Die römische Antike ist geprägt von einer tief verwurzelten Religiosität, die sich in vielfältigen kultischen Praktiken und Bauwerken zeigt. Ein zentrales Element dieser religiösen Kultur sind die Tempel. Sie zählen zu den mächtigsten und eindrucksvollsten Zeugnissen der römischen Antike und spielen auch im Kontext des Lateinstudiums eine wichtige Rolle. In diesem Artikel willst du mehr über diesen bedeutenden Baustil und seine Implikationen in Kultur, Gesellschaft und Religion der römischen Antike lernen.

    Strukturelle Merkmale der römischen Tempel

    Als Tempel bezeichnen wir ein heiliges Gebäude, das als Kultstätte für eine oder mehrere Gottheiten genutzt wurde. Wie alle römischen Bauwerke zeichnen sie sich durch eine klare Struktur und geordnete Symmetrie aus.

    Ein römischer Tempel besteht hauptsächlich aus der Cella, einem von der Aussenwelt meist abgeschotteten Raum, und dem Vorhof, dem Portikus. Die Tempelanlage war oft umgeben von einer Mauer oder einer Säulenhalle, der sogenannten Peristase. Die Cella beherbergte die Kultstatue der entsprechenden Gottheit.

    Das Pantheon in Rom ist eines der bekanntesten Beispiele für römische Tempel. Mit seiner großflächigen Kuppel und dem prächtigen Inneren diente es als Huldigungsstätte für alle bekannten Götter und beeindruckt noch heute durch seine Architektur.

    Römische Tempel gliedern sich in unterschiedliche Typen, markiert durch verschiedene architektonische Merkmale. Diese unterscheiden sich zum Teil stark voneinander, da sie von unterschiedlichen Einflüssen geprägt sind.
    1. Etruskischer Tempel Geprägt durch den Einfluss der benachbarten Etrusker. Charakterisiert durch eine hohe Plattform und eine dreigeteilte Cella.
    2. Griechischer Tempel Übernommen aus der griechischen Architektur. Hier erfolgt die Einführung der Säulenordnungen und der frontalen Ausrichtung.
    3. Römischer Tempel Vereint Elemente der oben genannten Typen und entwickelt sie weiter. Typisch ist die hohe Plattform mit einer Freitreppe zur Frontseite.

    Tempel als kulturelles Zentrum in der Römischen Antike

    Tempel waren aber nicht nur Orte der Verehrung, sondern fungierten auch als zentrale Orte des sozialen und politischen Lebens. Sie wurden häufig als Treffpunkt genutzt, um Geschäfte abzuschließen, politische Debatten zu führen oder Feierlichkeiten auszurichten.

    Sie wurden dadurch zu wichtigen Orten der öffentlichen Repräsentation und der Selbstdarstellung. Sie dienten auch als Orte der Asylgewährung und der Schatzbewahrung und schafften somit Raum für vielfältige Aktivitäten.

    Funktion und Bedeutung der römischen Tempel

    Die Tempel spielten eine wichtige Rolle im religiösen Leben der Römer. Sie dienten als Orte des Gebets und der Götterverehrung. Die Römer glaubten, dass die Götter in den Tempeln anwesend waren und so entstand eine direkte Verbindung zwischen den Menschen und ihren Gottheiten.

    Die Verehrung der Götter wurde nicht nur durch Gebete und Opfergaben zum Ausdruck gebracht, sondern auch durch verschiedene religiöse Riten und Feste. Tempel waren daher Schauplatz zahlreicher kultischer Handlungen und religiöser Feste, die das Jahr der Römer strukturierten. Die Tempel dienten auch als Orte für Gelübde und Weihegaben, die in Form von Statuen, Reliefs oder Inschriften der Gottheit dargeboten wurden.

    Aber auch über den religiösen Kontext hinaus hatten Tempel eine immense Bedeutung. Sie waren Zeichen des römischen Imperiums, Ausdruck von Macht, Prestige und Repräsentation. Sie symbolisierten die Verbindung von Kultus und Staat und stellten die religiöse Anerkennung und Akzeptanz durch die Bürger dar. In deinem Studium der lateinischen Sprache und Kultur sind die römischen Tempel daher nicht nur als architektonische Denkmäler von Interesse, sondern auch als Orte, die einen tiefen Einblick in die römische Gesellschaft und ihre Glaubenswelt ermöglichen.

    Tempel des Apollo Sosianus: Eine detaillierte Studie

    Der Tempel des Apollo Sosianus ist ein bemerkenswertes Beispiel für römische Tempelarchitektur und Kultur. Ursprünglich von Publius Sosius errichtet und später von Augustus erneuert, steht der Tempel heute mitten in Rom und zeugt vom damaligen Gesellschaftsleben und Glauben.

    Architektur des Tempels des Apollo Sosianus

    Die Architektur des Tempels des Apollo Sosianus ist durch seine stilistische Komplexität und Schönheit bemerkenswert. Wie das Pantheon, war auch dieses Heiligtum ein Beispiel der korinthischen Ordnung, eine der drei klassischen Säulenordnungen, gekennzeichnet durch ihren üppigen, floralem Schmuck und Voluten-Kapitellen. Die Struktur dieses Tempels verfolgt das traditionelle Konzept eines römischen Tempels, mit einer angehobenen Plattform oder dem Podium, auf der die Cella und das Pronaos, der Vorhof, standen. Das Podium, auf dem der Tempel steht, misst ungefähr 45 x 25 Meter. Die Cella selbst war von einem Peristyl, einer von Säulen getragenen Halle, umgeben.
    Säulen Der Tempel hatte elf Säulen auf der langen und sechs auf der kurzen Seite. Jede Säule war etwa 12,5 Meter hoch.
    Kuppeldach Trotz seiner traditionellen Form, hatte der Tempel wahrscheinlich eine halbkuppelförmige Apsis, eine architektonische Besonderheit, die viel Licht hereinließ.
    Schmuck Der Tempel war extrem dekoriert, mit reich verzierten Kapitellen und Friesen, die Szenen aus der Mythologie darstellten.

    Die Geschichte und Mythologie des Tempel des Apollo Sosianus

    Die Geschichte des Apollo Sosianus Tempels ist eng verbunden mit den historischen Ereignissen seiner Zeit und den Mythen der griechischen und römischen Götterwelt. Erstmalig wurde der Tempel 433 v.Chr. vom römischen Konsul Gnaeus Julius erbaut und Apollo Medicus (Apollo der Heiler) geweiht, in der Hoffnung, eine verheerende Pest zu beenden. Im Jahr 34 v.Chr. wurde der Tempel von P. Sosius renoviert und bekam dabei seinen heutigen Namen - Apollo Sosianus. Die Wahl, den Tempel Apollo, dem Gott der Kunst, Medizin und Orakel, zu widmen, ist ein Hinweis auf die wichtige Rolle, die dieser Gott in der römischen Gesellschaft spielte.

    Tempel des Apollo Sosianus in der römischen Gesellschaft

    In der römischen Gesellschaft war der Tempel ein bedeutendes Zentrum sowohl für religiöse als auch für politische und kulturelle Aktivitäten.

    Als Ort der Verehrung für Apollo, dem Gott der Heilung, stand der Tempel symbolisch für die Hoffnung der Römer auf Gesundheit und Schutz. Er war Schauplatz für rituelle Opfer, Gebete und Feste zu Ehren des Gottes.

    Ein solches Fest war das jährliche Ludi Apollinares, ein großes Festival mit Sportveranstaltungen und theatralischen Aufführungen, das im Juli zu Ehren von Apollo abgehalten wurde.

    Aber der Tempel war nicht nur ein Ort des Gottesdienstes: Er diente auch als Treffpunkt für die Senatoren, war Austragungsort politischer Versammlungen und Feierlichkeiten und wurde als Ort für öffentliche Verkündigungen genutzt.

    Der Tempel war auch berühmt für seine Bibliothek und Sammlung von Kunstwerken, was ihn zu einem wichtigen kulturellen Zentrum machte.

    Insgesamt zeigt der Tempel des Apollo Sosianus die vielfältigen Funktionen, die Tempel in der römischen Gesellschaft einnahmen - sie waren Orte der Verehrung, des Lernens, der Politik und des gesellschaftlichen Lebens.

    Römischer Tempel in Deutschland: Verbreitungs- und Erhaltungszustand

    Während der Zeit des Römischen Reiches war ein großer Teil des heutigen Deutschlands unter römischer Kontrolle. Folglich finden sich zahlreiche Überreste von römischen Bauten in Deutschland, einschließlich Tempeln. Die meisten dieser Tempel sind heute nur noch in Form von Ruinen erhalten oder wurden durch archäologische Ausgrabungen freigelegt und untersucht.

    Beispiele für römische Tempel in Deutschland

    Deutschland beherbergt eine Anzahl bedeutender römischer Tempel, von denen einige national und sogar international bekannt sind. Zum Beispiel:
    • Der Tempelbezirk auf dem Martberg in Pommern: Dieser Tempel war wahrscheinlich dem keltischen Gott Lenus Mars geweiht und umfasst mehrere kleinere Heiligtümer und ein Theater. Er ist ein Beweis für die Vermischung von römischen und keltischen Glaubenspraktiken in der damaligen Zeit.
    • Die Tempelanlage in Waldgirmes: Diese Tempelanlage gehört zu einer der wenigen römischen Ausgrabungsstätten in Deutschland, die nicht durch später erbaute Gebäude überdeckt sind. Sie bezeugt die Präsenz römischer Kultur in Mitteleuropa.
    • Die Römische Tempelanlage auf der Donnersberg: Hierbei handelt es sich um einen der größten Tempelbezirke im Hinterland der germanischen Provinzen. Die Stätte beherbergte Tempel, Heilige Bezirke und möglicherweise auch Theater.
    Alle diese Tempel bieten aufschlussreiche Einblicke in die religiösen Praktiken und Vorstellungen, die während der römischen Zeit in Deutschland vorherrschend waren.

    Archäologische Forschung an römischen Tempeln in Deutschland

    In Deutschland wird die archäologische Forschung an römischen Tempeln durch zahlreiche Universitäten, Museen und Forschungseinrichtungen durchgeführt. Die Forschung konzentriert sich dabei auf die Erforschung der architektonischen Merkmale, der kultischen Praktiken und der soziokulturellen Bedeutung dieser Tempel. In der Archäologie wird eine Vielzahl von Techniken und Methoden genutzt, um die Vergangenheit zu erforschen. Dazu gehören unter anderem:
    • Grundlegende Ausgrabungstechniken, um die physischen Überreste der Tempel freizulegen und zu dokumentieren.
    • Geophysikalische Untersuchungen, wie beispielsweise Bodenradar, um unterirdische Strukturen erkennen zu können.
    • Die Paläobotanik, die auf die Untersuchung pflanzlicher Überreste aus der Vergangenheit abzielt und wichtige Hinweise auf das Umfeld und die Nutzung der Tempel liefern kann.
    Mithilfe dieser Methoden gelingt es, ein detailliertes Bild von den römischen Tempeln in Deutschland zu zeichnen und ihre Bedeutung sowohl in religiöser als auch in sozialer und politischer Hinsicht besser zu verstehen.

    Der kulturelle Einfluss von römischen Tempeln in Deutschland

    Die römischen Tempel in Deutschland haben bis heute einen beträchtlichen Einfluss auf die deutsche Kultur und Geschichte. Sie zeugen von der langen Geschichte des Landes und der engen Verbindung zu seinen römischen Wurzeln. Diese Tempel dienten nicht nur als Orte der Gottesverehrung, sondern auch als zentrale Orte des sozialen und politischen Lebens. So waren sie Orte der Bildung, in denen die römische Sprache, Literatur, Philosophie und Kunst gelehrt wurden. Darüber hinaus spielten sie eine wichtige Rolle bei der Etablierung und dem Ausbau der römischen Herrschaft in Deutschland. Auch heute noch haben diese Tempel einen Einfluss auf die deutsche Kultur. Sie ziehen jedes Jahr Tausende von Menschen an, die die Ruinen besichtigen, um mehr über ihre Geschichte und Kultur zu erfahren. Durch ihre Erhaltung und Ausstellung tragen sie dazu bei, die Geschichte der römischen Besetzung in Deutschland lebendig zu halten und die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden.

    Der römische Tempel des Julius Caesar: Ein historischer Überblick

    In Rom, inmitten des Forums Romanum, liegt der Tempel des Divus Julius, auch bekannt als der Tempel des Julius Caesar. Dieser Tempel ist nicht nur ein Symbol der Verehrung Caesars, sondern auch ein bedeutendes Denkmal der römischen Geschichte.

    Die Bedeutung des Tempels des Julius Caesar

    Die Bedeutung des Tempels des Divus Julius in Rom kann nicht genug betont werden. Es ist nicht nur der erste Tempel, der ausdrücklich einem römischen Bürger geweiht wurde, er repräsentiert auch einen Wendepunkt in der römischen Geschichte und Kultur.

    Julius Caesar war einer der bedeutendsten politischen Führer Roms, der eine Ära reformatorischer Veränderungen einleitete und durch seine Errungenschaften die Grundlage für das spätere Römische Reich schuf. Nach seiner Ermordung im Jahr 44 v.Chr. wurde er vom römischen Senat posthum zum Gott erhoben, ein Akt, der als Aptheosis bezeichnet wird.

    Zum Gedenken an Caesar und um seine Vergöttlichung zu bekräftigen, errichtete sein Adoptivsohn und Nachfolger, der spätere Kaiser Augustus, den Tempel. Dieser Tempel ist auch der Ort, an dem Caesar verbrannt wurde, was ihm zusätzliche Bedeutung und religiöse Macht verleiht.

    Der Tempel des Julius Caesar wurde somit zu einem wichtigen religiösen und politischen Symbol der römischen Gesellschaft und bildet einen Höhepunkt des Kults um Caesar. Er stellt einen Trend hin zur Vergöttlichung herrschender Machthaber und ihres bleibenden Einflusses auf Gesellschaft, Politik und Religion dar.

    Bauliche Merkmale des Tempels des Julius Caesar

    In Bezug auf die Architektur folgt der Tempel des Divus Julius den traditionellen Formen eines römischen Tempels. Er wurde auf einem hohenPodium errichtet, hatte eine Treppe an der Vorderseite, eine tiefe Portikus und eine Cella, die von weißen Marmorsäulen getragen wurde.
    Säulen Trotz seiner Zerstörung im Laufe der Zeit geht man davon aus, dass der Tempel eine Front von sechs korinthischen Säulen hatte, die durch Architrave und einen Fries unterstützt wurden.
    Podium Ungefähr 3,5 Meter hoher Podium gab den Passanten die Möglichkeit, die Statue von Caesar zu sehen, die vermutlich im Inneren der Cella aufgestellt war.
    Steinmaterial Der Tempel wurde hauptsächlich aus weißem Marmor errichtet, was ihm ein majestätisches Aussehen verlieh und seine Göttlichkeit betonte.

    Es war auch ein Ort mit vielen Statuen und Denkmälern, einschließlich der berühmten Statue von Caesar selbst, die von einem Stern auf dem Kopf gekrönt wurde, um seine Göttlichkeit zu symbolisieren.

    Tempel des Julius Caesar: Eine Zeitschiene

    Im Jahr 44 v.Chr., kurz nach Caesars Ermordung, wurde der Ort seiner Verbrennung zu einem improvisierten Altar umfunktioniert. Zwei Jahre später wurde an dieser Stelle mit dem Bau des Tempels des Divus Julius begonnen. Die Fertigstellung des Tempels erfolgte schließlich im Jahr 29 v.Chr. durch Augustus. Im Laufe der Jahrhunderte hat der Tempel mehrere Renovierungen und Umbauten erfahren. Trotz der Zerstörungen und der natürlichen Erosion sind Teile des ursprünglichen Designs und der Struktur des Tempels erhalten geblieben. Heute ist der Tempel des Divus Julius eines der Highlight des archäologischen Parks des Forums Romanum. Die Überreste des Tempels und die Erinnerung an Julius Caesar ziehen sowohl Historiker als auch Besucher aus aller Welt an.

    Der römische Tempel des Saturn: Ein Zentralstück der Römischen Antike

    Als eine der ältesten sakralen Stätten Roms, repräsentiert der Tempel des Saturn nicht nur den Gott Saturn, sondern auch das goldene Zeitalter der römischen Antike. Im Herzen des Forums Romanum gelegen, bleibt dieser Tempel trotz der Vergänglichkeit der Jahrhunderte ein bedeutendes Monument der Geschichte Roms.

    Die Struktur und Details des römischen Tempels des Saturn

    Der Tempel des Saturn präsentiert sich mit seiner markanten Architektur als beeindruckende Präsenz im Stadtzentrum von Rom. In seiner Endform war der Tempel ein echter Erkennungsmerkmal des römischen Forums.

    Im Einklang mit der traditionellen römischen Tempelarchitektur, wurde der Tempel des Saturn auf einem hohen Podium gebaut. Das Auffälligste an dieser Struktur sind die acht überlebenden, massiven monolithischen Säulen an der vorderen Fassade.

    Unabhängig von verschiedenen Wiederaufbau- und Renovierungsphasen behielt der Tempel immer seine ursprünglichen Merkmale. Er beinhaltete ein tief in das Podium eingelassenes Heiligtum (Cella), das durch mächtige Säulen gestützt wurde.
    Lage Der Tempel des Saturn liegt am Fuße des Kapitols in Rom und dominiert das westliche Ende des Forums Romanum.
    Baustil Der Tempelstil war eher stark und massiv als wie bei den meisten römischen Tempeln üblich, elegant und fein gearbeitet.
    Baumaterialien Die originalen Elemente des Tempels, das Podium und die Säulen, waren aus Travertin gebaut, während die spätere Cella und der Oberbau aus weißem Marmor bestanden.

    Kulturelle und religiöse Rolle des römischen Tempels des Saturn

    Der Saturntempel war mehr als nur ein sakraler Ort für Verehrungsrituale. Er hatte auch eine zentrale Bedeutung in der römischen Gesellschaft und Kultur.

    Religiös gesehen, war der Tempel des Saturn der Ort, an dem die Römer den Jahresbeginn feierten. Die jährlichen Feierlichkeiten, bekannt als Saturnalien, waren eine Zeit der Freude, des Lachens und der Geschenke.

    Die Saturnalien wurden oft als "Karneval der Römer" bezeichnet, da sie eine Periode der Ausgelassenheit und des Feierns darstellten. Während dieser Zeit wurden soziale Normen und Hierarchien aufgehoben und jedem, ungeachtet seiner sozialen Stellung, erlaubt, an den Festlichkeiten teilzunehmen.

    Darüber hinaus hatte der Saturntempel auch eine wichtige politische Funktion. Er diente als staatliche Schatzkammer, in der die römische Republik ihre Gold- und Silberreserven lagerte. Dies machte den Tempel zu einem wichtigen politischen und ökonomischen Zentrum.

    Römischer Tempel des Saturn: Geschichte und Ereignisse

    Die historische Bedeutung des Saturntempels spiegelt sich in seiner langen und ereignisreichen Geschichte wider. Laut Überlieferungen wurde der Tempel erstmals um 498 v.Chr. erbaut und nach einer Serie von Bränden mehrfach wiederaufgebaut und renoviert.
    Tempelbau Der ersten Tempel wurde von Teilquinius Superbus, dem letzten römischen König errichtet. Dieser Tempel wurde im 4. Jahrhundert v.Chr. durch einen Brand zerstört.
    Wiederaufbau Bereits 42 v.Chr. wurde mit dem Wiederaufbau des zweiten Tempels begonnen, der jedoch erst im 4. Jahrhundert n.Chr. beendet wurde.
    Erhaltungszustand Trotz wiederholter Brände und Plünderungen hat der Tempel eine bemerkenswerte Anzahl von archäologischen Relikten bewahrt, die uns heute zur Verfügung stehen.
    Der Tempel des Saturn bietet einen lebendigen Blick auf Roms changierende Geschichte. Von seiner Gründung bis zu seiner heutigen Ruinenform ist seine Präsenz auf dem Forum Romanum ein lebendiges Monument der römischen Zivilisation.

    Römischer Tempel in Evora: Portugals Zeuge der Römischen Antike

    Die südwestliche Ecke der iberischen Halbinsel könnte auf den ersten Blick als unwahrscheinlicher Ort für den Erhalt des römischen Erbes erscheinen. Aber in der Tat, die portugiesische Stadt Evora beherbergt eine der am besten erhaltenen römischen Tempel in der gesamten Iberischen Halbinsel, ein lebendiges Zeugnis der weitreichenden Ausdehnung des Römischen Reiches.

    Das architektonische Vermächtnis des römischen Tempels in Evora

    Der in Evora gelegene römische Tempel, oft irrtümlich als Tempel der Diana bezeichnet, ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Portugals und repräsentiert deutlich die imposante Präsenz und den künstlerischen Reichtum des Römischen Imperiums. Mit seinem klaren korinthischen Stil und der Erhabenheit seiner Struktur präsentiert sich der Tempel als klassisches Beispiel römischer Architektur. Er steht auf einem mächtigen dreistufigen Podium und seine einst flügelartige Struktur ist durch die noch stehenden Granitsäulen erkennbar, die einen reichen oberen Teil aus Marmor stützen.

    Der Granit für die Säulen und das Marmor für den entablatur wurden wahrscheinlich aus nahegelegenen Steinbrüchen gewonnen, was den Reichtum der regionalen Ressourcen unterstreicht und zeigt, wie die Römer ihre Umgebung optimal nutzten.

    Die Bautechniken der Römer und ihre Liebe zum Detail können leicht in den akribisch geschnitzten Kapitellen beobachtet werden. Die vierzehn korinthischen Kapitelle, die das überlebt haben, sind mit Akanthusblättern verziert und beeindrucken durch ihr feines handwerkliches Geschick.

    Die Rolle des römischen Tempels in Evora in der Antike

    Trotz seiner Bezeichnung als Tempel ist nicht definitiv bekannt, welcher Gottheit der römische Tempel in Evora gewidmet war. Einige Theorien schlagen vor, dass er möglicherweise dem Kaiser Kult gewidmet war, der eine wichtige Rolle in der Integration der Provinzen im Römischen Reich spielte.

    Im Kontext des Römischen Reiches war der Kaiserkult ein Mittel zur Förderung der Loyalität und der Identifikation mit dem römischen Staat. Tempel wie dieser in Evora dienten sowohl religiösen als auch politischen Zwecken, indem sie die göttliche Unterstützung für die römische Herrschaft symbolisierten.

    Darüber hinaus war der Tempel auch ein bedeutendes städtisches Zentrum. Er dominierte das Forum, den zentralen öffentlichen Platz der damaligen Stadt, und diente als Ort für kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten.

    Die Geschichte und Restaurierung des römischen Tempels in Evora

    Im Laufe der Jahrhunderte hat der römische Tempel in Evora eine Reihe von Veränderungen und Adaptionen erfahren. Nach dem Fall des Römischen Reiches und während des Mittelalters, wurde der Tempel in ein Turmhaus umgewandelt und sogar als Schlachthof genutzt.

    Die Struktur des Tempels blieb jedoch bemerkenswert gut erhalten, nicht zuletzt dank der Bemühungen im 19. und 20. Jahrhundert, die den Tempel von den umliegenden mittelalterlichen Gebäuden befreiten und eine Reihe von Restaurierungsarbeiten durchführten. Heute steht der Tempel als nationales Denkmal unter dem Schutz des portugiesischen Instituts für architektonisches Erbe.

    Der römische Tempel in Evora ist sicherlich ein unwiderruflicher Beweis für die Größe und den Einfluss des Römischen Reiches auf der iberischen Halbinsel und bleibt als symbolträchtiges Zeitzeugnis bis heute bestehen. Er veranschaulicht den beeindruckenden architektonischen und künstlerischen Reichtum der Römer und ist ein interessantes Beispiel dafür, wie alte Monumente weiterhin die Identität und das Kulturerbe moderner Städte prägen.

    Tempel - Das Wichtigste

    • Tempel des Apollo sosianus: Korinthische Ordnung, angehobene Plattform (Podium), Cella, Pronaos, üppige Verzierung, bis heute in Rom erhalten.
    • Römischer Tempel Deutschland: Zahlreiche Überreste, Beispiele sind Tempelbezirk auf dem Martberg in Pommern, Tempelanlage in Waldgirmes, Römische Tempelanlage auf der Donnersberg.
    • Archäologische Forschung an römischen Tempeln: Anwendung verschiedener Techniken und Methoden wie Ausgrabungstechniken, geophysikalische Untersuchungen, Paläobotanik.
    • Römische Tempel: Zentrale Orte des sozialen und politischen Lebens, Orte der Bildung, Einfluss auf deutsche Kultur und Geschichte sichtbar auch heute noch.
    • Tempel des Julius Caesar: Erstes Heiligtum für einen römischen Bürger, repräsentativ für Wendepunkt in römischer Geschichte und Kultur, errichtet von Kaiser Augustus, Ort der Verbrennung von Julius Caesar, wichtiger religiöser und politischer Symbol der römischen Gesellschaft.
    • Römischer Tempel des Saturn: Einer der ältesten sakralen Stätten Roms, repräsentiert den Gott Saturn und das goldene Zeitalter der römischen Antike, auffällige Architektur mit hohen Podium und mächtigen Säulen, Standort für Jahresbeginn und Saturnalien Feierlichkeiten.
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    Häufig gestellte Fragen zum Thema Tempel
    Was ist ein Tempel?
    Ein Tempel ist ein Heiligtum oder heiliger Ort, der speziell für religiöse Riten und Zeremonien gewidmet ist. Im Kontext der lateinischen Religion bezeichnet er besonders ein Gebäude, das für die Verehrung von Göttern errichtet wurde.
    Welche berühmten römischen Tempel gibt es?
    Zu den berühmten römischen Tempeln zählen unter anderem der Pantheon, der Tempel der Vesta, der Tempel des Saturn, der Tempel des Jupiter Optimus Maximus auf dem Kapitol und der Tempel des Castor und Pollux auf dem Forum Romanum.
    Was bedeutet ein Tempel?
    Ein Tempel ist ein heiliges Gebäude, das für religiöse Rituale und Anbetung bestimmt ist. In der römischen Antike diente es als Ort für die Verehrung von Göttern oder Gott. Oft wurde ein Tempel auch als monumentaler Ausdruck von Macht und Pracht errichtet.

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