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Utopia and Dystopia

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Englisch

Das Schlaraffenland. Ein Land voller Leckereien. Dort kannst Du den ganzen Tag faulenzen und Dir den Bauch vollschlagen. Klingt toll, oder?

Vielleicht kennst Du auch die Romanserie "Die Tribute von Panem" von Suzanne Collins. Die Romane spielen in Panem, einer Diktatur, in der die Bevölkerung in ärmlichen Verhältnissen leben muss, während die Regierung und die Oberschicht in dekadentem Luxus leben. Jedes Jahr müssen 24 Jugendliche in den sogenannten Hungerspielen auf den Tod gegeneinander in einer großen Arena kämpfen. Es kann dabei nur eine/einen Gewinner*in geben. Die restlichen Jugendlichen müssen sterben.

Du fragst dich jetzt sicher, was diese beiden Welten miteinander zu tun haben. Die Antwort ist: auf den ersten Blick nicht allzu viel. Das Schlaraffenland ist eine sogenannte Utopia (deutsch: "Utopie"), während Panem eine Dystopia (deutsch: "Dystopie") beschreibt.

Utopia Definition

Eine Utopie ist ein fiktiver Entwurf einer perfekten Gesellschaft.

Das Wort Utopie stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich aus den Wörtern für "nicht" und tópos für "Ort", gemeinsam "Nicht-Ort" ab. Eine Utopie beschreibt also etwas, das an keinem Ort zu finden ist. Sie beschreibt also eine Art nicht umsetzbare Wunschidee eines idealen Ortes.

Der Begriff Utopie wurde zum ersten Mal im Jahr 1516 vom englischen Autor Thomas More in seinem Roman "Utopia" verwendet. Der Roman beschreibt ein fiktives Inselreich mit einer utopischen Gesellschaftsstruktur. Weitere Informationen zu dem Roman findest du weiter unten im Artikel, unter der Überschrift "Utopian and Dystopian Literatur".

Merkmale einer Utopie

In einer Utopie wirkt alles perfekt. Aber wie erzielen utopische Werke diesen Effekt?

  • Menschen leben in Frieden und Harmonie miteinander und handeln solidarisch.
  • Es gibt keinen Hunger, keinen Krieg, keine Unterdrückung.
  • Die Menschenrechte und die Freiheit eines jeden werden bewahrt.
  • Medizininische und technologische Fortschritte beeinflussen das Leben positiv (z. B. werden alle Krankheiten durch ein neu erfundenes Mittel ausgerottet).
  • Die Gesellschaft beruht auf Uniformität, z. B. im Aussehen und Verhalten der einzelnen Personen.

Uniformität bedeutet Einheitlichkeit oder Gleichförmigkeit. In einer uniformen Gesellschaft kleiden sich die Menschen z. B. ähnlich oder glauben an die gleichen Dinge.

Dir fällt bestimmt auf, dass das alles zu schön klingt, um wahr zu sein. Das ist typisch für Utopien. Wenn etwas als "utopisch" beschrieben wird, bedeutet das, dass es so gut wie unmöglich umsetzbar ist. Auf dieser Welt kann es sowas nicht geben. Die Umsetzung utopischer Ideen kann es höchstens in der Zukunft geben.

Utopia Vokabeln

Damit Du für Diskussionen über Utopien gewappnet bist, brauchst Du natürlich ein paar Vokabeln:

EnglischDeutsch
utopiaUtopie
utopian societyGesellschaft einer Utopie
to coexist harmoniouslyin Harmonie zusammenleben
unrealistic and impracticalunrealistisch und schwer umsetzbar
personal freedomFreiheit der Person
to be satisfiedzufrieden sein
world peaceWeltfrieden
absence of sufferingFehlen von Leid
stabilityStabilität

Utopia – Beispiele aus der Literatur

Neben dem bereits angesprochenen Märchen vom Schlaraffenland gibt es in der Literatur einige Werke, die sich mit Utopien beschäftigen. Es gibt einige englischsprachige Beispiele, die Du vielleicht schon aus dem Unterricht kennst, wie z. B. "Utopia" von Thomas More, "Looking Backward: 2000–1887" von Edward Bellamy und "Island" von Thomas Huxley.

"Utopia" – Thomas More

Der Engländer Thomas More war der erste, der denn Begriff "Utopia" verwendet hat. Sein gleichnamiges Buch aus dem Jahr 1516 gilt heute als Klassiker der Weltliteratur.

"Utopia" beinhaltet den fiktiven Bericht eines Seefahrers über die Insel Utopia, auf der es die ideale Gesellschaft gibt. Auf Abbildung 1 findest Du eine Karte der Insel. Auf Utopia sind alle Menschen gleich. Unter ihnen gibt es keinen Neid, keine Machtgier und keinen Stolz. Privateigentum und Geldwirtschaft wurden abgeschafft, da sie als Ursache allen Übels angesehen werden. Die Bürger*innen von Utopia ziehen ihre Zufriedenheit aus der Pflichterfüllung. Es macht sie glücklich, sich dem gesellschaftlichen Interesse unterzuordnen und ihr Können dem Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen.

"Utopia" zeigt Mores Idealvorstellung eines sozialen Staates und kritisiert den europäischen Adel. Der Seefahrer beanstandet vor allem, dass der Adel sich nicht um das Gemeinwohl kümmert, was zu Krieg und Armut führt.

Utopia and Dystopia Illustration der Insel Utopia StudySmarterAbbildung 1: Illustration der Insel Utopia aus dem Werk von Thomas More, Quelle: wikipedia.org

"Looking Backward: 2000–1887" – Edward Bellamy

"Looking Backward: 2000–1887" ist ein im Jahr 1888 erschienener utopischer Roman des amerikanischen Science-Fiction-Autors und Journalisten Edward Bellamy. Der Potagonist des Romans, Julian West, fällt nach einer medizinischen Behandlung in einen tiefen Schlaf, aus dem er erst 113 Jahre später, im Jahr 2000, wieder aufwacht.

In der Zwischenzeit hat sich in den USA eine utopische Gesellschaftsform entwickelt. Alle Menschen leben in einer gleichberechtigten Gesellschaft. Jede/Jeder wird gemäß seiner/ihrer Fähigkeiten ausgebildet und trägt mit seiner Arbeit zum Gemeinwohl bei. Ausbeutung und Privateigentum gibt es nicht mehr. Niemand muss hungern oder in Armut leben und Jede/Jeder Bürger*in hat die Möglichkeit, sich individuell weiterzubilden. Für von Natur aus weniger Intelligente gibt es spezielle Förderungsprogramme, damit alle Menschen die Chance haben, den gleichen Bildungsstand zu erreichen.

Durch technologische Fortschritte konnte das Leben der Bevölkerung einfacher gemacht werden. Dabei hat Bellamy sogar einige mittlerweile existierende Dinge vorausgesagt: Es gibt moderne Unterhaltungsmedien, saubere Luft und sogar Kreditkarten. Ebenso wird für individuelle Förderung im Bildungsbereich gesorgt.

"Island" – Aldous Huxley

"Island" (auf Deutsch: "Eiland") ist ein Roman des britischen Autors Aldous Huxley und ist im Jahre 1962 erschienen. In "Island" landet ein absichtlich schiffbrüchiger englischer Journalist auf der paradiesischen Insel Para.

Zunächst möchte der Protagonist die Königin der Insel davon überzeugen, das große Ölvorkommen, das es auf der Insel gibt, aufzugeben. Im Laufe des Werks lernt er jedoch die Lebensweise der Bewohner*innen von Pala kennen, die auf Frieden, täglicher Meditation und Mitgefühl beruht. Das Bildungssystem der Insel vereint Wissenschaft, Kunst und Selbstkontrolltechniken mit der persönlichen Suche nach Selbstverwirklichung eines/einer jeden Bürger*in.

Die auf Pala existierende utopische Gesellschaft steht in einem direktem Kontrast zur westlichen, zivilisierten Welt, in der es hauptsächlich um den größten finanziellen Wachstum geht.

"Island" wird oft als Gegenstück zu Huxleys berühmter Dystopie "Brave New World" betrachtet. Eine Zusammenfassung des Romans findest du weiter unten in dieser Erklärung.

Dystopia Definition

Nachdem Du gelernt hast, was eine Utopie ist, erfährst Du als nächstes alles zum Thema Dystopia (auf Deutsch: "Dystopie").

Eine Dystopie ist ein fiktiver Entwurf einer Gesellschaft, die sich zum Schlechten entwickelt hat. Das Wort Dystopie stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich aus den Wörtern dys für "schlecht" und tópos für "Ort" ab. Eine Dystopie beschreibt also einen schlechten Ort und findet, wie eine Utopie, meistens in der Zukunft statt.

Die Dystopie entstand als Gegenbegriff zur Utopie. Schon bevor das Wort Dystopie selbst zum ersten Mal gebraucht wurde, gab es Literatur mit dystopischen Eigenschaften. Häufig wollen die Autor*innen von Dystopien auf bedenkliche Entwicklungen in der gegenwärtigen Gesellschaft hinweisen und vor den Folgen warnen, die diese Entwicklungen in der Zukunft haben.

Dystopia Merkmale

In einer Dystopie wird eine erschreckende und nicht wünschenswerte Gesellschaft beschrieben. Diese Gesellschaft kann folgende Merkmale aufweisen:

  • Verlust von Privatsphäre (technologische Fortschritte werden zur Überwachung eingesetzt)
  • Zerstörung und schlechte Lebensbedingungen (z. B. nukleare Katastrophen, Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Hunger)
  • Versuch, den Schein einer eigentlich "perfekten Welt" aufrechtzuerhalten (z. B. durch Propaganda, technischen Fortschritt, Verbreitung von philosophischen/religiösen Ideologien, Verehrung von Herrschern)
  • Verlust von Individualität und Freiheit
  • Kein freier Zugriff zu Informationen
  • Dehumanisierung (z. B. durch Zunahme von Gewalt, Verlust zwischenmenschlicher Beziehungen)
  • Ein politisches System mit Unterdrückung der Bürger, z. B. mit
    • einer kleinen Herrscherklasse (strenge Hierarchien, auch Fraktionen- oder Kastensystem)
    • Autoritarismus (Form einer Diktatur)
    • Totalitarismus (autoritäre Herrscher versuchen die Gesellschaft gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen)

Dehumanisierung bedeutet Entmenschlichung. Menschen können z. B. dehumanisiert werden, indem sie in menschenunwürdigen Zuständen leben müssen, ihrer Menschenrechte beraubt werden oder Opfer schwerer Gewalt werden.

Charakteristisch für dystopische Werke ist auch ein/eine Held*in, die/der sich durch bestimmte Eigenschaften von den anderen Mitgliedern der Gesellschaft unterscheidet. Ein/eine dystopischer/dystopische Protagonist*in:

  • hinterfragt das System.
  • rebelliert und versucht zu entkommen.
  • weist die Leser*innen auf die Nachteile des Systems hin.

Dystopia Vokabeln

Auch für Diskussionen zum Thema Dystopie brauchst Du die passenden Vokabeln:

EnglischDeutsch
dystopiaDystopie
nuclear destructionnukleare Zerstörung (nach einer Atomkatastrophe)
pollutionVerschmutzung
seemingly perfectscheinbar perfekt
surveillanceÜberwachung
worship of leadersVerehrung von Anführern
philosophical/religious controlphilosophische/religiöse Kontrolle der Menschen
mass entertainment (in order to avoid critical thinking)Massenunterhaltung (zur Vermeidung von kritischem Denken)
ruling classHerrscherklasse
totalitarianism, totalitarianTotalitarismus, totalitär
authoritarianism, authoritarianAutoritarismus, autoritär
oppressiveunterdrückend
dehumanizationDehumanisation, Entmenschlichung
deindividationDeindividuation

Die Deindividuation beschreibt den Vorgang, bei dem eine Person ihre Hemmungen verliert, weil sie sich in einer Gruppe befindet. In solchen Situationen verhalten sich Menschen oft ganz anders, als sie es normalerweise tun. Vielleicht warst Du schonmal bei einem großen Fußballspiel. Die Fans schreien oft, singen Fanlieder und springen auf und ab. Das würden sie nicht tun, wenn sie allein im Stadion stehen würden.

Dystopie – Beispiele aus der Literatur

In der englischsprachigen Literatur gibt es viele Werke, die sich mit dystopischen Gesellschaften und Zukunftsbildern beschäftigen. Dazu gehören z. B. "Brave New World" von Aldous Huxley, "1984" von George Orwell und "The Hunger Games" von Suzanne Collins.

"Brave New World" – Aldous Huxley

Der Roman "Brave New World" (auf Deutsch: "Schöne neue Welt") von Aldous Huxley stammt aus dem Jahr 1932 und spielt im Jahr 2540 n. Chr. In "Brave New World" lebt die Gesellschaft nach einem Krieg in einem totalitären Weltstaat, der von zehn sogenannten Controllern regiert wird.

Sämtliche Individualität und private Beziehungen werden aus der Gesellschaft verbannt. Menschen entstehen nicht mehr auf natürlichem Wege, sondern werden in Brutzentren gezüchtet und in Kasten eingeteilt. Jede Kaste hat dabei eine eigene Funktion und Arbeit. Diese Sozialstruktur wird gewährleistet, indem allen Mitgliedern der Gesellschaft die Droge Soma verabreicht wird, die für dauerhafte Ablenkung sorgt.

In der Gesellschaft von "Brave New World" gibt es keine:

  • Kriege
  • Unzufriedenheit
  • Armut
  • Krankheiten
  • Religion

Der Versuch, eine perfekte Welt ohne Leid zu erschaffen, hat aber auch dazu geführt, dass sämtliche Individualität der Menschen verloren ging. "Brave New World" verdeutlicht letztendlich, dass der vermeintliche technische und gesellschaftliche Fortschritt Menschen nicht nur dehumanisiert, sondern auch die Entstehung totalitärer Staaten fördert.

Mehr über den Roman von Aldous Huxleys Roman findest Du in der Erklärung "Brave New World".

"1984" – George Orwell

"1984" ist ein im Jahr 1949 erschienener Roman des englischen Schriftstellers George Orwell. Wie der Name bereits sagt, spielt der "1984" im Jahr 1984. Handlungsort ist ein totalitärer Überwachungsstaat, der von einer einzigen Partei, der Sozialistischen Partei Englands, kontrolliert wird.

In einem totalitären Überwachungsstaat wird die Bevölkerung von dem Machthaber (meistens einem Diktator) dauerhaft überwacht. Die Bürger*innen haben kein Privatleben und keine Freiheit, ihr Leben selbst zu gestalten. Auch die Gedanken und die Gefühle der Bürger*innen werden beeinflusst.

In der Diktatur gibt es eine Gedankenpolizei, die mithilfe von Teleschirmen jedes Mitglied der Gesellschaft rund um die Uhr überwacht. Auf diesen Teleschirmen ist eine Person zu sehen, die Big Brother genannt wird. Er ist der Diktator des in "1984" beschriebenen Überwachungsstaates und kontrolliert zusammen mit seiner Party das komplette Leben seiner Einwohner*innen. Revolutionäre Ideen und Gedanken sind strengstens verboten und werden sofort bestraft.

Der Protagonist Winston Smith versucht zusammen mit seiner Geliebten Julia gegen die Unterdrückung des Staates zu rebellieren. Dieser Versuch scheitert und die beiden werden gefoltert, bis ihr Wille gebrochen ist und ihre Liebe zueinander verschwunden ist.

"1984" beschreibt die Gefahren eines totalitären Staates und zeigt, mit welchen Mitteln ein Staat seine Bevölkerung unterdrücken kann.

Wenn Du mehr über den Roman von George Orwell erfahren willst, schau Dir die Erklärung "1984" an.

"The Hunger Games" – Suzanne Collins

"The Hunger Games" (auf Deutsch: "Die Tribute von Panem") ist ein Jugendroman der amerikanischen Autorin Suzanne Collins aus dem Jahr 2008.

"The Hunger Games" spielt in der Zukunft, die allerdings nicht genauer definiert ist. Aus einem von Krieg und Naturkatastrophen zerstörten Nordamerika ist Panem entstanden: Ein Staat aus 13 Distrikten und dem diktatorisch regierenden Kapitol.

Die Unterdrückung der Bürger*innen durch das Kapitol endet schließlich in einem Aufstand der Distrikte, den sie jedoch verlieren. Als Strafe werden die Distrikte von da an nicht nur wie zuvor bereits ausgebeutet, sie müssen auch an den sogenannten Hungerspielen teilnehmen.

Für die Hungerspiele werden aus jedem Distrikt je ein Junge und ein Mädchen als Tribute ausgelost, die sich in einer Arena bis zum Tod bekämpfen müssen. Die Spiele werden dabei als öffentliches Spektakel behandelt, das im Fernsehen übertragen wird. Wer übrig bleibt, wird schließlich zum/zur Sieger*in gekürt.

Die Protagonistin Katniss Everdeen lässt sich freiwillig als Tribut aufstellen, um ihre kleine Schwester zu retten. Nach und nach wird sie so zum Symbol des Widerstands. Der dystopische Charakter von "The Hunger Games" ist anhand vieler Merkmale erkennbar:

  • Die Gesellschaft lebt in einem totalitären Regime.
  • Sämtliche Freiheiten der Bürger*innen werden eingeschränkt.
  • Ausbeutung und Unterdrückung der Bürger*innen
  • Die Ermordung von Kindern gilt als Unterhaltung für die Oberschicht im Kapitol.

"The Hunger Games" wurde 2012 verfilmt. Alles Wissenswerte zu dem Film findest Du in der Erklärung "The Hunger Games".

Utopia and Dystopia – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Auf den ersten Blick scheinen Utopien und Dystopien sehr gegensätzlich zu sein, oder? Doch die Unterscheidung ist nicht immer einfach. Zwar sind die grundsätzlichen Ideen von Utopie und Dystopie, wie oben beschrieben, gegensätzlich, aber in der Literatur scheinen sie häufig zu verschwimmen.

Besonders bei Dystopien wird das deutlich, denn hier versucht das System oft, das Bild einer perfekten Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig gibt es in vielen Dystopien auch durchaus positive Entwicklungen, die die Welt verbessern könnten: Technik, Medikamente und neue Ressourcen.

Andersherum verursacht diese utopische Welt vielleicht aber auch Misstrauen bei dir. Kann Perfektion vielleicht sogar ein Makel sein und die Menschen unter Druck setzen? Als Beispiel dafür gilt Dave Eggers' Roman "The Circle".

"The Circle" – Dave Eggers, 2013

Der Roman behandelt einen gigantischen Internet-Konzern, der durch seine fortschrittlichen technischen Entwicklungen nach und nach in jeden Lebensbereich der Protagonistin und der restlichen Gesellschaft eindringt.

Vorrangig wird dieses Werk als Dystopie betrachtet, denn der Konzern übernimmt immer mehr die Kontrolle. Niemand lebt noch unbeobachtet und es wird großer Druck ausgeübt, in den sozialen Medien aktiv zu sein.

Trotzdem gibt es Anlass zur Frage, ob die Welt von "The Circle" nicht auch Teile einer Utopie in sich trägt. Der Konzern bemüht sich immer, das Leben der Menschen zu vereinfachen.

Du siehst also: Es ist nicht alles schwarz und weiß. Was auf den ersten Blick nach einer perfekten Lösung für eine Gesellschaft erscheint, ist vielleicht bei genauerer Betrachtung ein Überwachungsstaat. Genauso könnte ein autoritäres System im Gegenzug vielleicht Sicherheit bieten. Genau diese Grauzone macht das Thema "Utopia and Dystopia" perfekt für jede Diskussion!

Utopie und Dystopie – Pro und Contra

Damit Du für die nächste Diskussion auch wirklich bestens gewappnet bist, findest Du hier ein paar Argumente aufgelistet, die Du in einer Diskussion verwenden kannst:

ProContra
Utopie
  • friedliches Leben
  • allgemeine Zufriedenheit
  • Freiheit der Personen
  • Einhaltung der Menschenrechte
  • neue Technologien, Medikamente
  • innovative Entwicklungen
  • unrealistisch
  • Kann wirklich jede/jeder zufrieden und glücklich sein?
  • Kann jede/jeder einzelne immer gleich behandelt werden?
Dystopie
  • weniger Gewalt und Kriminalität
  • keine/keiner muss versuchen besonders herauszustechen
  • keine Sorgen um Berufswahl
  • wichtige Entscheidungen werden abgenommen
  • Zerstörung, Schrecken und Angst
  • Unzufriedenheit
  • keine Freiheit der Person
  • keine Individualität
  • keine Privatsphäre
  • schlechte Lebensbedingungen

Utopia and Dystopia – Diskussionsthemen

Utopien und Dystopien beschäftigen sich mit unterschiedlichen Visionen der Zukunft. Egal ob diese eher utopisch oder dystopisch aussehen wird oder wie eine Mischung aus beidem: sie wird auf jeden Fall Veränderungen mit sich bringen. Gerade die Arbeitswelt wird sich wahrscheinlich stark verändern.

Einige spannende Themen, auf denen Du eine Diskussion über das Arbeiten in der Zukunft aufbauen kannst, sind z. B. neue vs. alte Berufe, Trends in der Businesswelt, die Bewältigung des Arbeitsalltags und wie es aussieht, in der Zukunft Karriere zu machen.

Neue vs. alte Berufe

Stell Dir eine utopische Zukunft vor. Es gibt zahlreiche technische Neuerungen, der medizinische Fortschritt hat alle möglichen Krankheiten ausgerottet und Roboter übernehmen unangenehme Aufgaben. Was bedeutet das für die Arbeitswelt? Welche Berufe werden verschwinden, welche neue werden entstehen? Und wie wirkt sich das auf die Berufswahl aus?

Alte Berufe

Viele Berufe werden wegfallen, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Wieso sollten Busfahrer*innen eingestellt werden, wenn es selbstfahrende Busse gibt? Es wird vielleicht auch weniger Krankenhauspersonal benötigt, weil Roboter mit künstlicher Intelligenz mittlerweile in der Lage sind, Kranke zu pflegen und umsorgen oder weil es weniger Kranke gibt.

Das klingt erstmal natürlich gut, gleichzeitig bedeutet das jedoch auch, dass viele Berufe wegfallen. Viele Menschen könnten arbeitslos werden, weil ihre Fähigkeiten entweder nicht mehr gebraucht werden, oder kostengünstiger von Maschinen übernommen werden können. Eine vermeintliche Utopie kann also ganz schnell zur Dystopie werden.

Neue Berufe

Die fortschreitende Digitalisierung fordert natürlich aber auch neue Berufe. Künstliche Intelligenz und Roboter müssen programmiert und gewartet werden. Dafür werden Spezialist*innen wie z. B. Maschinenbauer*innen und spezielle Ingenieur*innen gebraucht. Dadurch, dass fast jede Branche auf Computer und Technik angewiesen ist, werden außerdem immer mehr IT-Spezialist*innen benötigt. Insbesondere Fachinformatiker*innen und Programmierer*innen sind heute schon sehr gefragt.

Vielleicht werden auch bald ganz spezielle Berufe nötig, wie z. B. Roboterberater*innen, die Dir die besten Roboter empfehlen. Sicherlich hast Du auch schon von 3D-Druckern gehört. Möglicherweise kannst Du dich bald zur/zum 3D-Handwerker*in ausbilden lassen. Was fest steht, ist, dass neue Technologien eine große Rolle in der Berufsauswahl der Zukunft spielen werden.

Trends in der Businesswelt

Auch in der Businesswelt wird sich in der Zukunft einiges ändern. Durch das Internet wurden bereits viele Dinge digitalisiert. Immer mehr Bereiche des Lebens finden mittlerweile schon im Internet statt, auch in der Businesswelt.

Anstatt dich in einem Lexikon über die Themen Utopie und Dystopie zu informieren, befindest Du dich gerade auf einer online Wissensplattform. Du musst nicht mehr in Bibliotheken gehen, um ein Buch über ein ganz spezifisches Thema auszuleihen, sondern kannst alles bequem von zu Hause über das Internet erfahren. Wenn Du z. B. töpfern lernen möchtest, musst Du nicht mehr zwingend einen Töpferkurs belegen, sondern kannst Dir einfach die notwendigen Materialien im Internet bestellen und Dir Lernvideos anschauen, die Dir genau erklären, was Du tun musst.

Die Digitalisierung wirkt sich damit natürlich auch auf die Arbeitnehmer*innen aus. Immer mehr Menschen arbeiten nicht mehr in einem physischen Büro, sondern aus dem Home-Office. Durch das Internet können sie trotzdem mit ihren Kolleg*innen im Kontakt bleiben, sparen aber Zeit und Geld, weil sie keinen langen Arbeitsweg mehr haben.

Die voranschreitende Digitalisierung hat natürlich viele Vorteile. Du musst viel weniger das Haus verlassen und kannst all deine Aufgaben bequem von zu Hause aus erledigen und Dir kosten- und zeitsparend neue Fähigkeiten aneignen. Klingt utopisch, oder? Doch natürlich hat die voranschreitende Digitalisierung auch Nachteile. Du bist weniger draußen, hast weniger menschlichen Kontakt und sitzt viel mehr vor Bildschirmen, als früher.

Die Veränderungen in der Businesswelt haben somit viele Vor- und Nachteile. Ein perfektes Thema für die nächste Diskussion!

Bewältigung des Arbeitsalltags

Neben der Digitalisierung verändert sich auch der zwischenmenschliche Umgang am Arbeitsplatz. Unternehmen werden sich immer bewusster, dass Erfolg und Gewinn nicht alles ist, sondern auch auf die körperliche und mentale Gesundheit der Arbeitnehmer*innen geachtet werden muss.

Früher herrschten in der Arbeitswelt schon fast dystopische Verhältnisse. Der Erfolg der Firma/des Unternehmens stand an erster Stelle. Überstunden und Stress waren an der Tagesordnung in vielen Berufen. Vielleicht hast Du auch schonmal das Vorurteil gehört, dass früher viel härter gearbeitet wurde als heute und junge Menschen keine gute Arbeitsmoral mehr haben. Aber ist die Arbeitsmoral wirklich schlechter als früher?

Der Unterschied zu früher ist, dass Unternehmen erkannt haben, dass nur glückliche Arbeitnehmer*innen auch gute Arbeit leisten. Heutzutage wird viel mehr Wert auf anständige Arbeitsbedingungen gelegt. Stress und Druck sollen möglichst vermieden werden. Viele Unternehmen bieten z. B. Yoga am Arbeitsplatz oder Meditationen an, damit die Arbeitnehmer*innen sich zwischendurch immer mal wieder entspannen können.

Was hältst Du von solchen Maßnahmen? Hältst Du es für wichtig, dich an deinem Arbeitsplatz wohlzufühlen? Oder ist für dich Erfolg am Arbeitsplatz immer noch das wichtigste Ziel? Diskutiere gerne im Unterricht mit deinen Mitschüler*innen über dieses spannende Thema!

Karriere machen

Sicherlich beschäftigst Du dich häufig mit der Frage, welche Karriere zu dir passt. Die Arbeitswelt der Zukunft bietet dir mehr Möglichkeiten, als je zuvor! Es gibt nicht nur viele neue und spannende Berufsbilder, die die Digitalisierung und der technologische Fortschritt mit sich bringen, sondern auch viel mehr Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten als früher.

Deine Eltern und Großeltern haben früher wahrscheinlich einen bestimmten Beruf erlernt oder studiert, um einen ganz bestimmten Beruf ergreifen zu können. Heute gibt es für fast jede/jeden die Möglichkeit, sich weiterzubilden, um vernünftig bezahlte und verantwortungsvolle Positionen zu bekommen. Außerdem ist es mittlerweile normal, seinen Beruf später noch einmal zu ändern. Viele Branchen erlauben auch Quereinsteiger*innen, Karriere zu machen.

Egal ob Du dich für einen alten, klassischen Beruf entscheidest, oder Weltraumtouristenführer*in wirst, sollte Dir jedoch bewusst sein, dass Erfolg nicht alles ist. Achte auf deine physische und mentale Gesundheit und lass dich nicht von Misserfolgen entmutigen. Ein neuer Job oder die Übernahme von unvertrauten Aufgaben sind immer eine Herausforderung und da sind Fehler unvermeidbar. Aus Misserfolgen lernst Du und sie helfen Dir, die gleichen Fehler in der Zukunft zu vermeiden.

Utopia and Dystopia – Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Utopie ist ein fiktiver Entwurf einer perfekten Gesellschaft.
  • Merkmale einer Utopie: Frieden, Harmonie, medizinische und technische Fortschritte, nur in der Zukunft umsetzbar, daher unrealistisch.
  • Eine Dystopie ist ein fiktiver Entwurf einer Gesellschaft, die sich zum Schlechten entwickelt hat.
  • Merkmale einer Dystopie: Überwachung, Propaganda, Dehumanisierung, Unterdrückung, autoritärer/totalitärer Staat, Verlust von Freiheit und Individualität
  • Beispiele für Utopien aus der englischspr. Literatur: "Utopia" von Thomas More und "Island" von Aldous Huxley
  • Beispiele für Dystopien aus der englischspr. Literatur: "Brave New World" von Aldous Huxley und "1984" von George Orwell
  • Spannende Diskussionsthemen: Neue vs. alte Berufe, Trends in der Businesswelt, Bewältigung des Arbeitsalltags, Karriere machen in der Zukunft

Utopia and Dystopia

Das deutsche Wort für Dystopia ist Dystopie.

Eine Dystopie ist ein fiktiver Entwurf einer Gesellschaft, die sich zum Schlechten entwickelt hat. Das Wort Dystopie stammt aus dem Altgriechischen und leitet sich aus den Wörtern dys für "schlecht" und tópos für "Ort" ab. Eine Dystopie beschreibt also einen schlechten Ort und findet, wie eine Utopie, meistens in der Zukunft statt. 

Utopia heißt auf Deutsch Utopie. Das Wort Utopie stammt aus dem Algriechischen und leitet sich aus den Wörtern für "nicht" und tópos für "Ort", gemeinsam "Nicht-Ort" ab. Eine Utopie beschreibt also etwas, das an keinem Ort zu finden ist.  Sie beschreibt also eine Art nicht umsetzbare Wunschidee eines idealen Ortes. 

Frieden, Harmonie, medizinische und technische Fortschritte 

Überwachung, Propaganda, Dehumanisierung, Unterdrückung, autoritärer/totalitärer Staat, Verlust von Freiheit und Individualität 

Finales Utopia and Dystopia Quiz

Frage

Was ist eine Utopie?

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Antwort

  • ein fiktiver Entwurf einer perfekten Gesellschaft oder Lebensform
  •  in der Realität kaum realisierbar
  • entsprechende Werke beziehen sich meist auf einen Zeitraum in der Zukunft
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Frage

Woher kommt der Begriff "Utopia"?

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Antwort

  • er wurde zum ersten Mal 1516 vom englischen Autor Thomas More in seinem Roman "Utopia" verwendet
  • er kommt aus dem Griechischen "ou topos", was "kein Ort" bedeutet
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Frage

Was sind die wichtigsten Charakteristika einer Utopie?

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Antwort

  • Frieden, Zufriedenheit
  • Freiheit
  • kein Hunger, keine Unterdrückung, Einhaltung der Menschenrechte
  • positive neue Entwicklungen
  • häufig schwer realisierbar
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Frage

Übersetze: Freiheit der Person

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Antwort

personal freedom

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Frage

Übersetze: unrealistisch und schwer umsetzbar

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Antwort

unrealistic and impractical

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Frage

Nenne Beispiele für utopische Werke.

Antwort anzeigen

Antwort

  • "Utopia" - Thomas More, 1516
  • "Looking Backward" - Edward Bellamy, 1888 
  • "Island" - Aldous Huxley, 1962
Frage anzeigen

Frage

Was ist eine Dystopie?

Antwort anzeigen

Antwort

  • ein fiktives Konzept einer Gesellschaftsordnung, die sich zum Schlechten entwickelt hat
  • spielt häufig in der Zukunft
Frage anzeigen

Frage

Was sind die wichtigsten Charakteristika einer Dystopie?

Antwort anzeigen

Antwort

  • spielt meist nach Revolution, Krieg, Naturkatastrophe o.ä.
  • Überwachung, Unterdrückung (durch z.B. Totalitarismus)
  • Zerstörung
  • Dehumanisierung
  • es gibt einen Protagonisten/Helden, der das System hinterfragt
Frage anzeigen

Frage

Übersetze: scheinbar perfekt

Antwort anzeigen

Antwort

seemingly perfect

Frage anzeigen

Frage

Übersetze: Verschmutzung

Antwort anzeigen

Antwort

pollution

Frage anzeigen

Frage

Übersetze: Überwachung

Antwort anzeigen

Antwort

surveillance

Frage anzeigen

Frage

Übersetze: Verehrung von Anführern

Antwort anzeigen

Antwort

worship of leaders

Frage anzeigen

Frage

Übersetze: Herrscherklasse

Antwort anzeigen

Antwort

ruling class

Frage anzeigen

Frage

Übersetze: Totalitarismus, totalitär

Antwort anzeigen

Antwort

totalitarianism, totalitarian

Frage anzeigen

Frage

Nenne Beispiele für dystopische Werke.

Antwort anzeigen

Antwort

  • "The Handmaid's Tail" -  Margaret Atwood, 1885
  • "Brave New World" - Aldous Huxley, 1932
  • "1984" - George Orwell, 1949
  • "The Hunger Games" - Suzanne Collins, 2008
  • "The Circle" - Dave Eggers, 2013
Frage anzeigen

Frage

Kommen Dystopie und Utopie in der Literatur immer getrennt vor?

Antwort anzeigen

Antwort

Nein, denn häufig gibt es auch zwischen einer schlechten und einer perfekten Welt Überschneidungen.

Frage anzeigen

Frage

Welches Werk ist eine Utopie?

Antwort anzeigen

Antwort

"Island" - Aldous Huxley, 1962

Frage anzeigen

Frage

Was ist der größte Trend in der Businesswelt?

Antwort anzeigen

Antwort

Digitalisierung

Frage anzeigen
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