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Paarungssysteme

Paarungssysteme spielen im Tierreich eine wichtige Rolle dabei, wie ihre Gene bestmöglich weitergegeben werden können und der Nachwuchs gesichert ist. Es werden je nach Tierart verschiedene Formen der Paarung gewählt. 

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Paarungssysteme spielen im Tierreich eine wichtige Rolle dabei, wie ihre Gene bestmöglich weitergegeben werden können und der Nachwuchs gesichert ist. Es werden je nach Tierart verschiedene Formen der Paarung gewählt.

Paarungssysteme Biologie: Definition

Paarungssysteme beschreiben die Art und Dauer des Zusammenlebens in einer Partnerschaft bei Lebewesen. Dabei kann zwischen einer Monogamie, Polygamie und Promiskuität unterschieden werden.

Paarungssysteme Biologie: Erklärung

Das partnerschaftliche Zusammenleben kann bei Tieren sehr unterschiedlich sein. Einfluss dabei haben unter anderem begrenzende Faktoren wie die Anzahl der zur Verfügung stehenden Fortpflanzungspartner oder das Nahrungsangebot. Paarungssysteme werden in Monogamie, bei der Polygamie zusätzlich in Polyandrie und Polygynie und in Promiskuität unterteilt.

Monogamie

Pflanzen sich Paare in einer Monogamie fort, so haben sie entweder für eine Fortpflanzungsperiode oder eine lebenslange feste Bindung zueinander. Hier handelt es sich also um eine exklusive Bindung zwischen zwei Individuen einer Art. Charakteristisch bei einer Monogamie ist die aufwendige Aufzucht ihres Nachwuchses.

Tiere leben meist dann in einer monogamischen Partnerschaft, wenn sie weit verstreut leben. So haben die Männchen einen größeren Nutzen davon, da sie bei der Distanz nicht ständig ein neues Weibchen suchen müssen. Ein weiterer Grund kann darin bestehen, dass die Weibchen und ihre Jungen vom Männchen beschützt werden müssen.

Polygamie

Eine Polygamie ist vereinfacht gesagt das Gegenteil einer Monogamie. Hier haben Tiere zu mehreren Tieren ihrer Art sexuellen Kontakt innerhalb einer Fortpflanzungsperiode. Bei einer Polygamie wird nochmals zwischen einer Polyandrie und einer Polygynie unterschieden.

Polyandrie

Die Polyandrie kann auch als "Vielmännerei" bezeichnet werden. Wenn sich Tiere in Form einer Polyandrie fortpflanzen, dann paart sich ein Weibchen mit mehreren Männchen entweder gleichzeitig oder nacheinander. Die Männchen paaren sich jedoch nur mit einem bestimmten Weibchen. Charakteristisch für eine Polyandrie ist meist eine Jungenaufzucht der Männchen.

Polygynie

Die Polygynie kann auch als "Vielweiberei" bezeichnet werden. Wenn sich Tiere in Form einer Polygynie fortpflanzen, dann paart sich ein Männchen mit mehreren Weibchen ebenfalls gleichzeitig oder nacheinander. Weibchen paaren sich nur mit einem bestimmten Männchen. Charakteristisch bei einer Polygynie ist die Haremsbildung, bei der die Weibchen von ihren Männchen einerseits begattet und andererseits versorgt und beschützt werden.

Promiskuität

Eine weitere Form eines Paarungssystems ist die Promiskuität – oder auch Polygynandrie genannt. Dabei paaren sich die Weibchen und Männchen mit mehreren Partnern. Charakteristisch für eine Promiskuität ist die Brutpflege von Weibchen und Männchen.

Vorteil einer Promiskuität ist die gegebene Sicherheit für die Weibchen, dass sie letztendlich befruchtet werden. Dadurch wird insgesamt eine breite Nachkommenschaft sichergestellt und damit einhergehend auch der Erhalt der männlichen Gene.

Paarungssysteme Biologie: Beispiele

Du bekommst nun konkrete Beispiele aufgezeigt, wie Tiere in verschiedenen Paarungssystemen miteinander leben können:

Monogamie für eine Brutsaison

Ein Beispiel für die Monogamie sind Weißstörche, da die Paare gemeinsam ein Nest aufbauen, in welchem sie ihre Nachkommen aufziehen und füttern. Allerdings wird bei Störchen häufig auch von einer "Saisonehe" gesprochen, da sie sich meist nur während einer Brutsaison treu sind. Wenn ein Storchen-Weibchen in der darauffolgenden Saison ein neues geeignetes Männchen findet, paart es sich mit diesem.

Monogamie ein leben lang

Ein weiteres Beispiel für in Monogamie lebende Paare sind Höckerschwäne. Sie binden sich ein Leben lang. Wenn Höckerschwäne Nachwuchs bekommen, bilden sie mit den Jungen bis zur nächsten Balz einen Familienverband.

Paarungssysteme Monogamie StudySmarter

Abbildung 1: Höckerschwanenfamilie
Wenn du mehr über das Thema Familienverband wissen möchtest, dann lies dir doch gerne den separaten Artikel dazu durch!

Polyandrie bei Blatthühnchen

Mit Ausnahme der Zwergblatthühnchen leben alle sieben weiteren Arten der Blatthühnchen in einer polyandrischen Partnerschaft. Hier paaren sich die dominanten Weibchen jeweils mit mehreren Männchen. Um die Brut und Aufzucht der Jungen kümmern sich anschließend die Männchen. Das Weibchen wacht über die Reviergrenzen. Das Zwergblatthühnchen dagegen lebt in saisonaler Monogamie und es sind beide Partner an der Brut beteiligt.

Paarungssysteme Polyandrie StudySmarter

Abbildung 2: Blaustirn-Blatthühnchen

Polygyne Partnerschaft bei See-Elefanten

Ein Beispiel für polygyn-lebende Tiere sind die Nördlichen See-Elefanten. Hier treffen sich bei der Paarung die Tiere in den Kolonien an Paarungsstränden. Dort finden Kämpfe um die Rangordnung statt. Die dominanten Bullen paaren sich dann mit mehreren Weibchen. Es gibt allerdings keinen festen Harem bei den Bullen, da sich die Weibchen frei bewegen können. Es handelt sich hier also um saisonale Harems.

Promiskuität Beispiele: Kuckuck

Die weiblichen Kuckucke werden von den Männchen mit einem Kuckucksruf gelockt. Es handelt sich dabei also um ein Balzverhalten. Es wurde bisher beobachtet, dass sich Paare nur für einen Tag bilden. Insgesamt paaren sich während der Brutzeit mehrere Weibchen und Männchen gleichzeitig in ihrem jeweiligen Revier. Das Weibchen legt von Ende April bis Mitte Juli im Schnitt 9 Eier - es kann aber auch bis zu 25 Eier legen.

Paarungssysteme der Primaten

Auch bei den Primaten wird prinzipiell zwischen Monogamie, Polygamie und Promiskuität unterschieden.

Paarungssysteme Affen

Bei Affen kommen auch die verschiedenen Paarungssysteme vor. Das heißt, dass die jeweiligen Affenarten verschiedene Formen der Paarung anwenden. Gorillas zum Beispiel leben polygyn, während Schimpansen eine promiskuitive Paarung bevorzugen.

Bei Schimpansen konnte nachgewiesen werden, dass sie teilweise Infantizid begehen. Das bedeutet, dass sie die Jungen eines Weibchen umbringen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die eigenen Kinder. Ihr Ziel ist, das Weibchen möglichst schnell wieder empfangsbereit zu machen, damit sie ihre eigenen Gene weitergeben können.

Wenn du mehr über Infantizid erfahren möchtest, dann lies dir doch gerne den Artikel dazu durch!

Paarungssystem Mensch

Auch beim Menschen können verschiedene Formen von Ehe vorkommen. Hier sind Monogamie (= Einehe) und Polygamie (= Vielehe) weit verbreitet. Jedoch wird bei den Menschen grundsätzlich die Monogamie vorgezogen. Es wird teilweise davon ausgegangen, dass dies einen Selektionsvorteil mit sich bringen kann.

Paarungssysteme Evolution

Die Evolution spielt bei Paarungssystemen eine große Rolle, da für die Weitergabe von bestimmten Genmerkmalen verschiedene Faktoren mitwirken. Die Leitmotive der Weibchen sowie der Männchen bestimmen maßgeblich, wie und warum gewisse Gene weitervererbt werden. Dir werden nun die jeweiligen Leitmotive aufgezeigt:

Leitmotive der Weibchen

Ein wesentliches Leitmotiv, das sich im Laufe der Evolution bei den Weibchen gebildet hat, ist die Qualität in Bezug auf das Finden eines optimalen Partners. Das liegt daran, dass sie sich aufgrund der geringen Masse an Eizellen nicht leisten können, den Nachwuchs aufgrund eines "schlechten" Partners zu verlieren. Der Fortpflanzungserfolg muss also möglichst hoch sein.

Entscheidungskriterien der Weibchen für die Paarung mit einem bestimmten Männchen sind daher sein Balzverhalten und Gesundheitszustand. Eine ausdauernde Balz gilt als Zeichen der Dominanz und Stärke.

Zum Balzverhalten zählen alle Verhaltensweisen, die während der Balz (Begattungsvorspiel) vollzogen werden. Ziel ist es paarungsbereite Weibchen für sich zu gewinnen, um sich mit ihnen paaren zu können. Hierzu werden die verschiedensten Strategien angewandt: über die Abgabe von Geruchsstoffen bis zum Singen.

Leitmotive der Männchen

Das wesentliche Leitmotiv, das sich während der Evolution bei den Männchen entwickelt hat, ist die Quantität. Das liegt daran, dass sie sich mit möglichst vielen Weibchen paaren möchten. Das liegt daran, dass ein Männchen die Weibchen seiner Art schneller befruchten kann, als ihre jeweiligen neuen Eizellen gereift sind. Umso öfter sich das Männchen also mit einem Weibchen paart, umso gesicherter ist die Weitergabe seines Erbgutes.

Hierzu haben die Männchen auch Strategien entwickelt, wie sie eine erfolgreiche Befruchtung beim Weibchen sicherstellen können. Einerseits achten sie auf eine besonders gute Nahrungsbeschaffung und Verteidigung ihrer Reviere gegen Rivalen. Andererseits begleiten und bewachen sie ständig das Weibchen und haben teilweise sogar eine spezielle Technik entwickelt, mit der sie das Sperma eines Rivalen aus dem Weibchen wieder entfernen können.

Paarungssysteme Vor- und Nachteile

Jedes Paarungssystem hat seine jeweiligen Vor- und Nachteile. Zuerst werden dir die jeweiligen Vorteile, dann die jeweiligen Nachteile aufgezeigt:

Vorteile:

  • Ein Vorteil der Monogamie stellt die gemeinsame Nahrungssuche dar. So kann das Weibchen besser ernährt werden und demzufolge mehr Eier legen. Da sich außerdem beide um den Nachwuchs kümmern erhöhen sie dessen Überlebenschancen und sie sind besser vor Rivalen geschützt.
  • Die Weibchen haben bei einer Polyandrie einen hohen Fortpflanzungserfolg
  • Bei der Polygynie kann das Männchen möglichst viel Erbgut an möglichst viele Weibchen abgeben, es steigert somit seinen Fortpflanzungserfolg

  • Bei der Promiskuität ist der Vorteil gegeben, dass das Weibchen ziemlich sicher befruchtet wird.

Nachteile:

  • Bei einer Monogamie können die Männchen ihr Erbgut nicht so effektiv weitergeben, wie sie es eigentlich könnten. Da sie zeitgleich mehr Eier befruchten könnten, als sie ein einziges Weibchen in dieser Zeit produziert, ist es für die Männchen von Nachteil.
  • Bei der Polyandrie haben die Männchen einen verhältnismäßig niedrigen Fortpflanzungserfolg, da sie sich jeweils nur mit einem Weibchen paaren. Sie könnten während der Betreibung der Brutpflege ihre Gene auch an andere Weibchen verteilen.

  • Bei der Polygynie müssen sich die Männchen untereinander ständig gegeneinander behaupten und sie können sich nicht um den Nachwuchs kümmern
  • Bei der Promiskuität müssen sich die Männchen ständig gegen andere Männchen durchsetzen

Paarungssysteme – Das Wichtigste

  • Paarungssysteme beschreiben die Art und Dauer des Zusammenlebens in einer Partnerschaft bei Lebewesen
  • dabei kann zwischen einer Monogamie, Polygamie und Promiskuität unterschieden werden
    • pflanzen sich Paare in einer Monogamie fort, haben sie entweder für eine Fortpflanzungsperiode oder eine lebenslange feste Bindung zueinander
    • wenn sich Tiere in Form einer Polyandrie fortpflanzen, dann paart sich ein Weibchen mit mehreren Männchen entweder gleichzeitig oder nacheinander
    • wenn sich Tiere in Form einer Polygynie fortpflanzen, dann paart sich ein Männchen mit mehreren Weibchen ebenfalls gleichzeitig oder nacheinander
    • bei einer Promiskuität paaren sich die Weibchen und Männchen mit mehreren Partnern
  • bei Schimpansen konnte nachgewiesen werden, dass sie teilweise Infantizid begehen, um das Weibchen paarungsbereit zu machen
  • das Leitmotiv bei den Weibchen ist die Qualität in Bezug auf das Finden eines optimalen Partners
  • das Leitmotiv bei den Männchen ist die Quantität, da sie sich mit möglichst vielen Weibchen paaren möchten

Nachweise

  1. Abb. 1: Bild von Susanne Jutzeler, Schweiz, auf Pixabay
  2. Abb. 2: Bild von minka2507 auf Pixabay

Häufig gestellte Fragen zum Thema Paarungssysteme

Ein Paarungssystem meint die Art und Dauer des Zusammenlebens in einer Partnerschaft bei Lebewesen. Dabei kann zwischen einer Monogamie, Polygamie und Promiskuität unterschieden werden.

Ein Harem ist eine dauerhafte Bindung zwischen einem Männchen und mehreren Weibchen. Er tritt bei einer Polygynie auf.

Wenn sich Tiere polygyn fortpflanzen, dann paart sich ein Männchen mit mehreren Weibchen ebenfalls gleichzeitig oder nacheinander. Weibchen paaren sich nur mit einem bestimmten Männchen.

Bei der Brutpflege handelt es sich um die Betreuung und Bebrütung der Eier bzw. der Jungtiere. Hierzu gehört auch beispielsweise das Reinigen des Nestes bzw. der Jungtiere selbst, das Schützen vor zu starker Sonneneinstrahlung, die Versorgung mit Wasser, Wärme und Nahrung sowie die Führung und Anleitung der Jungtiere.

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