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Arbeiterbewegung

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Geschichte

Im Zuge der Industrialisierung entstanden die Arbeiterbewegungen, die gegen die unfairen Arbeitsbedingungen gerichtet waren. Auch die soziale Frage sollte mit der Protestbewegung angesprochen werden. Hier findest du einen Überblick über die Geschichte der Arbeiterbewegung während der Industrialisierung und ihren verschiedenen Formen.

Da auch Frauen zunehmend arbeiteten, bildeten sich auch Frauenbewegungen, die dir hier auch erklärt werden.

Lies dir am besten unsere Artikel zu den Arbeitsbedingungen Industrialisierung und der Sozialen Frage durch!

Arbeiterbewegung Definition

Allgemein gesagt beschreibt die Arbeiterbewegung den Zusammenschluss von Arbeiter*innen, um dessen Situation zu verbessern. Dabei ging es hauptsächlich um die politischen Rechte, die soziale Lage und die wirtschaftliche Situation der Arbeiter*innen. Während der Industrialisierung mobilisierten sich Arbeiter*innen, um gegen ihre Ausbeutung vorzugehen.

Geschichte der Arbeiterbewegung

Schon vor der Industrialisierung gab es immer mal wieder Streiks von der arbeitenden Bevölkerung. Historiker*innen argumentieren jedoch, dass das entscheidende Merkmal von Arbeiterbewegungen der organisierte Protest ist. Somit lässt sich die Arbeiterbewegung zwischen die 1830er Jahre und 1848 datieren.

Arbeiterbewegung 19. Jahrhundert

In den 1830er Jahren wurden erste Organisationen der Arbeiter*innen im Ausland gegründet. 1848 schlossen sich Arbeiter im Zuge der Revolution von 1848/1849 in der Allgemeinen Arbeiterverbrüderung zusammen.

Wenn dich das Thema interessiert, schau dir doch die Artikel zu den Revolutionen 1848/1849 an.

Die Arbeiterbewegung machte mit Protesten, Streiks und Unruhen auf sich aufmerksam. Zu Beginn der Industrialisierung wurden diese Unruhen allerdings brutal niedergeschlagen.

Arbeiterbewegung Industrialisierung

Während der Industrialisierung waren die Arbeiter*innen der Willkür der Fabrikbesitzer ausgesetzt, die im Zuge des Kapitalismus ihren eigenen Gewinn maximieren wollten. Das äußerte sich in Form von katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter. Das Hauptproblem war der zu niedrige Lohn und die fehlende Absicherung.

Mehr dazu findest du in unserem Artikel Arbeitsbedingungen Industrialisierung.

Ziel der Arbeiterbewegung

Das Ziel der Arbeiterbewegungen war die Emanzipation der Arbeiterklasse und die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Mehr Rechte sollten ihnen helfen, sich gegen die Ausbeutung der Unternehmer zu wehren. Das übergeordnete Ziel war dementsprechend die Besserung der sozialen Lage der Arbeiter*innen, damit weniger Familien dem Elend ausgesetzt waren.

Diejenigen, die dem Marxismus folgten, wollten mit ihrer Bewegung den Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat beenden und die Arbeiterklasse befreien.

Mehr zum Klassenkampf zwischen der Arbeiterklasse (Proletariat) und der herrschenden Klasse (Bourgeoisie) findest du in unserem Artikel zum Klassenkampf!

Diese Punkte forderten die Arbeiter zur Verbesserung ihrer Situation:

  • Mindestlohn
  • 8-Stunden Tage
  • 5-Tage-Woche
  • Kündigungsschutz
  • Arbeitsschutz
  • Versicherungen (bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit)
  • Meinungsfreiheit und Mitspracherecht

Arbeiterbewegung Soziale Frage

Ein weiterer Grund für die Gründung der Arbeiterbewegung war die Soziale Frage, die sich im 19. Jahrhundert mit den misslichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der ärmeren Bevölkerung beschäftigte. Besonders die Industriearbeiter waren von diesen Bedingungen betroffen und litten darunter. Durch die Soziale Frage sollte die Politik angeregt werden, der Armut entgegenzuwirken. Somit stellt die Arbeiterbewegung auch eine Politisierung der Arbeiter*innen im Zuge der Sozialen Frage dar.

Mehr zur Sozialen Frage findest du im passenden Artikel!

Formen der Arbeiterbewegung

Die Arbeiterbewegung machte sich in verschiedenen Formen bemerkbar.

Genossenschaften

In England und Frankreich gab es die Genossenschaftsbewegung zuerst. Die Idee der Genossenschaftsbewegung war es, Verbände von Arbeitern zu schaffen, die dann wirtschaftliche und soziale Ziele bei den Unternehmen durchsetzen. Die Genossenschaften waren vor allem ein Mittel für Kleinproduzenten, sich im Markt durchzusetzen. Ein Beispiel ist der Raiffeisen-Verbund, 1877 von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der die Interessen der Landwirte stärkte. Grundlegend für die Genossenschaften waren Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung.

Gewerkschaften

Die Gründung von Gewerkschaften hatte eine ähnliche Funktion. Gewerkschaften sind Vereinigungen von Interessenvertretern von Arbeitern, um dessen wirtschaftliche und soziale Interessen zu fördern. Die Gewerkschaften arbeiteten weniger politisch als die Arbeiterbewegung, aber mehr auf beruflicher Ebene. Die Gewerkschaften ermöglichten einen Zusammenschluss der Arbeiter*innen, um bei Streiks geeinigt vor die Unternehmer zu treten.

Bereits seit der Revolution von 1848/1849 gab es Gewerkschaften im Bereich der Buchdrucker und Zigarrenarbeiter, die jedoch mit Scheitern der Revolution verboten wurden.

Die Hochindustrialisierung ließ die Gewerkschaften in Deutschland dann wieder aufleben. Allerdings erschwerte die Politik im Kaiserreich die Arbeit der Gewerkschaften durch Verbote der Koalitionsfreiheit. Dadurch wurden Streiks und Proteste erschwert.

Arbeitervereine

Außerdem äußerten Arbeiter*innen ihren Unmut in Arbeitervereinen. Die Arbeitervereine waren die Vorreiter der Arbeiterbewegung. Ab den 1830er Jahren wurden Arbeiterbildungsvereine gegründet, um den Bildungsstandard der Arbeiter*innen zu erhöhen. Gleichzeitig ermöglichten die Vereine aber auch Austausch zu politischen Themen und Geselligkeit.

Als die Soziale Frage ihren Höhepunkt erreichte, politisierten sich die Arbeitervereine immer mehr. Einer dieser Arbeitervereine war der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, der 1863 von Ferdinand Lassalle (Abbildung 1) gegründet wurde. Später, 1875, fusionierte der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands.

Seit 1890 nennt sich die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).

Arbeiterbewegung  Ferdinand Lassalle StudySmarter

Abbildung 1: Ferdinand Lassalle, Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins.

Quelle: dhm.de

Christliche Bewegung

Auch in der Kirche gab es Arbeiterbewegungen. Die christliche Arbeiterbewegung orientierte sich an der katholischen Soziallehre und lehnte die revolutionären Ansätze der sozialistischen Bewegungen ab. Hier gründeten sich auch christliche Gewerkschaften, die Wert auf einen Austausch mit den Arbeitgebern legten.

Sozialismus der Arbeiterbewegung

Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbreitete sich der Sozialismus unter den Arbeiter*innen. Der Sozialismus ist eine politische Richtung, die darauf abzielt, Güter gerecht in der Gesellschaft zu verteilen. Somit deckte sich der Sozialismus mit den Zielen der Arbeiter*innen. Mit Gründung der SPD hatten die Arbeiter*innen ihre eigene sozialistische Partei.

Erfolge der Arbeiterbewegung

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm sich der Reichskanzler Otto von Bismarck der Arbeiterbewegung an. Er fürchtete den Sozialismus als Bedrohung und setzte das Sozialistengesetz durch. Dennoch wollte er die große Masse der Arbeiter*innen als Unterstützer gewinnen und führte deshalb eine umfassende Sozialgesetzgebung durch. Dadurch hatten die Arbeiter bei bestimmten Bedingungen Anspruch auf eine Kranken-, Invaliditäts-, und Rentenversicherung.

Informationen zum Sozialistengesetz und zu Bismarcks Sozialgesetzgebung findest du auch bei StudySmarter.

Auch verringerte sich die tägliche Arbeitszeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die geforderten 8-Stunden-Tage etablierten sich jedoch erst 1918. Ab 1901 wurde die Sonntagsarbeit aufgehoben.

Frauenbewegung

Neben der allgemeinen Arbeiterbewegung formierten sich auch Frauen in Frauenbewegungen, um für mehr Rechte einzustehen.

Ziel der Frauenbewegung

Mit der Revolution von 1848/1849 fanden auch Frauenbewegungen Popularität. Die Frauenbewegungen brachten die Ungleichbehandlungen von Frauen in der industrialisierten Gesellschaft an die Tagesordnung.

Insbesondere Themen, wie die finanzielle Abhängigkeit vom Ehemann und das verweigerte Wahlrecht, bewegte die Aktivistinnen. Männer verfügten mehr oder weniger über eine Entscheidungsgewalt gegenüber ihren Ehefrauen. So stand Frauen kein eigenes Vermögen zu und der Mann dominierte die Gesellschaft. Hinzu kam, dass Frauen nur wenige Berufe im bürgerlichen Bereich ausüben durften, zum Beispiel den der Lehrerin. Die Frauen der Arbeiterklasse beklagten die deutlich niedrigeren Löhne, die sie im Vergleich zu männlichen Industriearbeitern ausgezahlt bekamen.

Deshalb verfolgte die Frauenbewegung die wirtschaftliche Unabhängigkeit und soziale Anerkennung von Frauen als Ziel.

Bund deutscher Frauenvereine

1865 wurde der Allgemeine Deutsche Frauenverein von Louise Otto-Peters und Auguste Schmidt gegründet. Bildung und mehr Berufsfreiheit für bürgerliche Frauen wurden angestrebt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbreiteten sich Frauenvereine im gesamten Kaiserreich, sodass 1894 der Bund Deutscher Frauenvereine als übergeordnete Organisation für die 34 etablierten Frauenvereine entstand. Bereits 1913 verzeichnete der Bund über 500.000 Mitglieder.

Auch wenn es bis zum Frauenwahlrecht noch eine Weile dauerte, durften Frauen, dank ihrer Bewegung, ab 1908 Parteien beitreten. Das wurde mit der Vereinsfreiheit für Frauen festgelegt.

Innerhalb des Bunds Deutscher Frauenbewegung gab es zwei Lager. Auf der einen Seite gab es die konservativen Anhängerinnen, die lediglich mehr Anerkennung der Frauen und Bildungschancen verfolgten. Auf der anderen Seite gab es diejenigen, die grundlegende gesellschaftliche Reformen forderten. Die Reformerinnen stellten die patriarchale Familienform in Frage und setzten sich für liberale Gesellschaftsformen ein. Das Verbot von Abtreibungen wollten sie zum Beispiel auch abschaffen.

Zu beachten ist auch, dass die Frauenvereine nach Klassen getrennt blieben. Die politischen und wirtschaftlichen Ziele von Frauen des Bürgertums und der Arbeiterklasse unterschieden sich für einen Zusammenschluss zu sehr.

Proletarische Frauenbewegung

Clara Zetkin gilt als eine Führungsperson der proletarischen Frauenbewegung. Sie nahm sich die Gewerkschaften und die sozialdemokratischen Ideen als Vorbild. Gerechte Löhne, Arbeitszeiten und Gleichstellung mit männlichen Arbeitern standen hier im Fokus der Emanzipation. August Bebel, ein sozialdemokratischer Politiker, betonte in seinem Buch "Die Frau und der Sozialismus" von 1879 die doppelte Bürde von Arbeiterinnen: Sie würden aufgrund ihres Geschlechtes und ihrer Klasse unterdrückt. Dennoch wurden die Frauen auch in der von Männern dominierten Welt des Sozialismus nicht akzeptiert.

Arbeiterbewegung Proletarische Frauenbewegung StudySmarterAbbildung 2: Büste von Clara Zetkin in Dresden. Quelle: wikipedia.org

Arbeiterbewegung - Das Wichtigste

  • Proteste und Aufstände gegen die Ausbeutung von Arbeitern entwickelten sich zur Arbeiterbewegung.
  • Die Arbeiterbewegung organisierte sich in Genossenschaften zum Arbeitsschutz, Gewerkschaften zur Interessenvertretung von Arbeitern und in Vereinen und Parteien.
  • Die Arbeiterbewegung war vom Sozialismus geleitet.
  • Frauenbewegungen forderten die Unabhängigkeit und Gleichstellung der Frauen.

Arbeiterbewegung

Während der Industrialisierung verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen immer weiter und die Arbeiter*innen wurden in die untersten Ränge der Gesellschaft verdrängt. Deshalb reagierten die Arbeiter*innen mit der Arbeiterbewegung auf ihre Ausbeutung, um ihre Situation zu verbessern.

Allgemein gesagt beschreibt die Arbeiterbewegung den Zusammenschluss von Arbeiter*innen, um ihre Situation zu verbessern. Dabei ging es hauptsächlich um die politischen Rechte, die soziale Lage und die wirtschaftliche Situation der Arbeiter*innen. Während der Industrialisierung mobilisierten sich Arbeiter*innen, um gegen ihre Ausbeutung vorzugehen.

Die Arbeiterbewegung begann in den 1830er Jahren und erreichte ihren ersten Höhepunkt mit der Revolution von 1848. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägte sich die Arbeiterbewegung weiter aus.

Bereits seit der Revolution von 1848/1849 gab es Gewerkschaften im Bereich der Buchdrucker und Zigarrenarbeiter, die jedoch mit Scheitern der Revolution verboten wurden. Die Hochindustrialisierung ließ die Gewerkschaften in Deutschland dann wieder aufleben. Allerdings erschwerte die Politik im Kaiserreich die Arbeit der Gewerkschaften durch Verbote der Koalitionsfreiheit. Dadurch wurden Streiks und Proteste erschwert.

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