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14 Stunden am Tag mit bloßen Händen heiße Eisen schmieden... das klingt unvorstellbar für Dich? Doch ungefähr so mussten die Arbeiter während der Industrialisierung arbeiten. Die Gewinnmaximierung rückte immer mehr in den Fokus der Fabrikanten, aber darunter litt der Arbeiterschutz. Hier erfährst Du, wie der Arbeitstag während der Industrialisierung aussah.Der Pauperismus und die Landflucht führten dazu, dass ständig neue arbeitssuchende Menschen…
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Jetzt kostenlos anmelden14 Stunden am Tag mit bloßen Händen heiße Eisen schmieden... das klingt unvorstellbar für Dich? Doch ungefähr so mussten die Arbeiter während der Industrialisierung arbeiten. Die Gewinnmaximierung rückte immer mehr in den Fokus der Fabrikanten, aber darunter litt der Arbeiterschutz. Hier erfährst Du, wie der Arbeitstag während der Industrialisierung aussah.
Der Pauperismus und die Landflucht führten dazu, dass ständig neue arbeitssuchende Menschen in die Städte drängten. Da es aber nicht ausreichend Arbeitsplätze in der Industrie für alle Menschen gab, herrschte unter den Arbeitenden ein Konkurrenzkampf. Die Fabrikbesitzer profitierten von dieser Sachlage. Sie hatten gewissermaßen freie Auswahl, wen sie einstellten und konnten die Bedingungen der Arbeit bis zur Erschöpfungsgrenze ausdehnen, was die Arbeitsbedingungen zur Zeit der Industrialisierung katastrophal machte. Die Arbeitenden waren auf die Fabrikherren angewiesen.
Pauperismus beschreibt die Massenverarmung vor und während der Industrialisierung.
Wenn Du mehr Hintergründe zum Leben der Arbeiter während der Industrialisierung erfahren möchtest, schau mal in die Erklärung “Soziale Frage”.
In der Folge nutzten die Unternehmer die Arbeitenden aus, um ihren eigenen Gewinn zu maximieren, was für äußerst schlechte Arbeitsbedingungen zur Zeit der Industrialisierung sorgte. Fabrikbesitzer konnten die Arbeitszeit und Löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen mehr oder weniger frei bestimmen und setzen sie am Existenzminimum an.
Daraus ergab sich, dass Arbeitstage von 14 bis 16 Stunden und Arbeit am Sonntag an der Tagesordnung waren. Die Arbeitszeit wurde einzig vom Betrieb bestimmt. Noch in den 1860er-Jahren war eine Wochenarbeitszeit von 78 Stunden durchschnittlich. Auch die Arbeit am Wochenende war weitverbreitet. Urlaubstage waren eine Seltenheit.
Hinzu kam, dass die Arbeit in den Fabriken oft körperlich schwer und somit sehr anstrengend war. Tageslicht oder frische Luft fehlten in einer Fabrikhalle. Die Arbeitende waren einzig von der Willkür der Industrieherren abhängig. Zum Beispiel wurde ein Zuspätkommen von wenigen Minuten nur mit der Hälfte des Lohns bezahlt. Und es gab keinen Kündigungsschutz. Bei einer schlechteren Arbeitsleistung wurde der Lohn ebenfalls gekürzt. Das führte dazu, dass ältere Arbeiter und Arbeiterinnen, die körperlich nicht mehr fit waren, weniger als jüngere Arbeitende verdienten und von einer Altersarmut bedroht waren.
Zusätzlich konnten Unternehmer nach Belieben entlassen und einstellen. Dem Fabrikanten standen schließlich genügend arbeitssuchende Menschen bereit, mit denen sie kranke oder undisziplinierte Menschen ersetzen konnte.
Um den Profit zu maximieren, investierten die Unternehmer auch nicht langfristig in ihre Arbeiter und Arbeiterinnen. Es wurde in erster Linie in den Fortschritt der Maschinen investiert. So gab es meist keinen Arbeitsschutz im Umgang mit schweren Maschinen oder giftigen Substanzen. Die Arbeitsunfälle, jedoch, häuften sich. Ein Arbeitsunfall oder der Tod des Hauptverdieners der Familie bedeutete für diese großes Elend, da es keine Versicherungen oder Renten gab. Die meisten Arbeitsunfälle fanden im ersten Jahr der Arbeit statt, da die Arbeit mit Maschinen erlernt werden musste.
Arbeitende konnten ihren Lohn nur erhöhen, indem sie sich eine Arbeitsstelle mit besserer Bezahlung suchten. So war der Lohn in größeren Industriestandorten oder größeren Betrieben in der Regel höher. Auch bestimmte Industriesektoren boten ein höheres Gehalt. Die Metallverarbeitung und der Bergbau waren beispielsweise besser bezahlt als die Textilindustrie.
All diese Arbeitsumstände führten dazu, dass Industriearbeitende keine hohe Lebenserwartung hatten. Im Laufe der Industrialisierung gingen die Menschen jedoch gegen diese Missstände vor und formierten sich in Arbeiterbewegungen.
Das Ausmaß der Arbeitsunfälle und Krankheiten war bald so schlimm, dass man bestimmte Berufe anhand der Krankheitssymptome erkennen konnte. Je prekärer die Arbeitssituation, desto kürzer die Lebensdauer der Arbeitenden.
Bergarbeitende waren stark vom unzulässigen Arbeitsschutz betroffen. Durch das Einatmen des Staubs, der beim Abbau von Gesteinen entsteht, litten viele Bergarbeitende an einer “Staublunge”. Staublungen erschwerten das Atmen und führten zu häufigem Husten und Lungenerkrankungen, sodass die Lebenserwartung erheblich verkürzt war.
Menschen, die Farben herstellten, hatten ständigen Kontakt zu giftigen, ätzenden Substanzen. Dadurch hatten viele von ihnen verätze Haut und Atemwege.
Auch das Arbeiten in der Eisen- und Stahlindustrie bedeutete ein hohes Verletzungsrisiko. Da es keine Schutzkleidung gab, waren die Arbeitenden, die die Hochöfen bedienten, brennender Hitze ausgeliefert. Der Abstand zu glühenden Eisenstangen bestand nur aus einer Zange, sodass Verbrennungen auf der Haut keine Seltenheit waren.
Bei den meisten Fabriken kam eine ständige Lärmbelastung hinzu, die zusätzlichen Stress sowie Beschädigungen des Trommelfells mit sich führen konnten.
Kinderarbeit ist heute – jedenfalls in Deutschland – verboten. Da die Löhne der Männer jedoch oft nicht ausreichten, um die Familie zu versorgen, war es zur Zeit der Industrialisierung üblich, dass Frauen und Kinder ebenfalls hart arbeiten mussten. Die Arbeit von Frauen und Kindern war zwangsweise nötig, um die Familie zu ernähren.
Du musst bedenken, dass es für die Frauen der wohlhabenden Bürgerschicht unschicklich war zu arbeiten.
Vor allem Frauen waren in den Fabriken beliebt für ihre feinmotorischen Fähigkeiten. Allerdings bekamen Frauen nicht den gleichen Lohn ausgezahlt wie Männer.
Noch problematischer war der hohe Anteil von Kinderarbeitern zu Beginn der Industrialisierung. Kinder wurden natürlich nicht ansatzweise mit dem gleichen Lohn bezahlt wie erwachsenen Menschen. Trotzdem stellten sie einen beachtlichen Teil der Fabrikarbeitenden. Ein Beispiel waren die Baumwollspinnereien in Sachsen in den 1830er-Jahren: zu der Zeit bildeten Kinder unter 14 Jahren ein Drittel der Arbeitenden.
In Preußen reagierte der Staat auf die Kinderarbeit und schränkte sie ab 1839 ein. Allerdings war der Grund dafür nicht nur die schlechten Bedingungen, unter denen die Kinder arbeiten mussten. Vielmehr bestand die Angst, dass wenn so viele Kinder in jungen Jahren arbeiteten, nicht genug Soldaten für das Militär bereitstehen würden.
Da die Einschränkung der Kinderarbeit nicht überall eingehalten wurde, wurde 1845 die Preußische Gewerbeordnung eingeführt. Mit dieser Ordnung sollte die Polizei kontrollieren, dass junge Arbeitende, wie Lehrlinge, keine gesundheitlichen Schäden von der Arbeit in den Fabriken nahmen.
(..)
Die Arbeitenden wurden zusätzlich durch prekäre Wohnverhältnisse zur Zeit der Industrialisierung benachteiligt. Mehrere Faktoren führten zu den schlechten Lebensbedingungen:
Insgesamt war das Leben der Fabrikarbeitenden von einer strengen Hierarchie bestimmt. Ihre soziale Klasse bildete die Unterschicht, sodass sie im privaten Leben benachteiligt waren. Im Beruf waren die Arbeitenden den Fabrikanten untergeordnet. Diese konnten über den Arbeitsrhythmus der Fabrik entscheiden. Daraus ergaben sich streng getaktete Arbeitstage. Die Fabrikordnung bestimmte den Arbeitsablauf in der Industrialisierung.
Mit dem Einsetzen der Zweiten Industriellen Revolution verschärften sich die Arbeitsabläufe noch weiter durch den sogenannten Taylorismus. Der gesamte Arbeitstag in der Fabrik wurde von der Uhr bestimmt, und alle Arbeitenden hatten sich daranzuhalten. Der Arbeitsrhythmus und das Arbeitstempo waren von den Maschinen abhängig, um die Produktivität so hoch wie möglich zu halten.
Weitere Informationen hierzu findest Du im Artikel “Zweite Industrielle Revolution”!
Durch die Industrialisierung verschärften sich die Bedingungen der Arbeiter. Durch die Etablierung von Fabriken enstanden neue Strukturen. Das Leben der Arbeiter wurde fortan vom Fabrikrythmus getaktet. Lange und harte Arbeitstage standen an der Tagesordnung. Außerdem hatten die Arbeiter durch ihre geringen Löhne und den Bevölkerungsdruck nur überfüllte und unhygienische Unterkünfte zur Verfügung.
Die Arbeitsbedingungen im 19. Jahrhundert waren von langen Arbeitstagen mit wenig Rechten für die Arbeiter geprägt. Die Schichten dauerten bis zu 16 Stunden und der Lohn war so gering, dass Familien oft nicht ernährt werden konnten. Außerdem bestanden kaum Bemühungen zum ausreichenden Arbeitsschutz, sodass Verletzungen und frühe Tode sich häuften.
Ein Arbeitstag in den Kruppschen Fabriken hat 12 Stunden gedauert.
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