Industrialisierung England: Zusammenfassung | StudySmarter
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Industrialisierung England

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Geschichte

In diesem Artikel findest du alles wichtige zur Industrialisierung in England. In England startete die Industrielle Revolution, deshalb hilft dir dieser Artikel die Industrialisierung besser zu verstehen. Das Thema gehört zum Fach Geschichte und ergänzt das Kapitel Industrialisierung.


Abb1: Fabrik um 1880
Quelle: Flickr.com


Ursachen der Industrialisierung in England

Wenn du schon die Zusammenfassung zum Thema die Erste Industrielle Revolution gelesen hast, weißt du bereits, dass England das erste Land war, dass von der Industrialisierung erfasst wurde. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Technologischer Fortschritt durch Erfindungen - Spinnmaschine und Dampfmaschine
  • Bevölkerungswachstum durch mehr Arbeit und Lohn
  • Geographie des Landes, Insellage, großes Kohlevorkommen
  • Politische Stabilität, durch Frieden und erweiterte Freiheitsrechte
  • Unternehmerische Mentalität

Technologischer Fortschritt

Wird über die Industrialisierung gesprochen, steht meist der technische Fortschritt im Vordergrund. Die Erfindung der “Spinning Jenny” (Abb2) im Jahre 1765 revolutionierte die Textilherstellung in England, diese mündete später in der Fabrikproduktion. 



Abb2: Spinning Jenny
Quelle: Wikipedia.org


Auch die Dampfmaschine war eine Erfindung aus Großbritannien. James Watt hatte bestehende Konzepte weiter entwickelt, sodass er 1769 seine verbesserte Dampfmaschine patentieren lies. Die Dampfmaschine ist Basis vieler weiterer Erfindungen, die zur Industrialisierung bei trugen - besonders die Eisenbahn. 

1785 folgte der erste mechanische Webstuhl und bereits 1825 gab es die erste fahrplanmäßige Eisenbahnverbindung durch das Land. 


Bevölkerungswachstum

Mit der Entwicklung der Spinnmaschine war es plötzlich möglich, günstig und schnell Textilien herzustellen. In den Städten entstanden immer mehr Fabriken und so auch eine große Menge an Arbeitsplätzen. 


Die Aussicht auf Arbeit und Lohn zog immer mehr Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Städte. Mehr Arbeit und Lohn führten wiederum zu einem Bevölkerungswachstum, sodass in England mit Beginn der Industrialisierung auch ein größerer Absatzmarkt entstand. 


Die industrielle Herstellung von Textilien konnte auch die steigende Nachfrage nach Textilien durch ein erhöhtes Angebot befriedigen, welche durch das Bevölkerungswachstum entstanden ist. 


Also ergab sich in England eine Art Wechselwirkung aus Nachschub an Arbeitskräften, Absatzmarkt, und Produktion.

Geographische Lage

Die geographische Lage Englands wird häufig als eine der wichtigsten Vorteile gegenüber anderen Ländern genannt, und gilt als eine der Ursachen für die frühe Industrialisierung. 


Abb3.: Kohlevorkommen in England
Quelle: Wikimedia.org

 

Als Insel verfügte England über viele Hafenstädte, die den Austausch von Gütern im ganzen Land erleichterten. Sie ermöglichten aber auch den Import von Gütern aus anderen Ländern. 


Als Kolonialmacht hatte England die Möglichkeit günstig  Erz, Kohle und Baumwolle zu beschaffen. Dieser Überseehandel sorgte für enormes Wirtschaftswachstum in England. 


Ein weiterer Vorteil war, dass England eine eher flache Landschaft besaß. So war der Ausbau von effizienten Kanalsystemen (vor allem in der Stadt) möglich, was die allgemeine Hygiene verbesserte. Auch für weitreichende Bahnverbindungen war die flache Landschaft ideal. 



Es lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen Geographie und technischen Fortschritt ziehen. Weil England über ein großes Kohlevorkommen verfügte (braun markierte Regionen auf der Karte siehe Abb.3.), fokussierten sich die technischen Erfindungen auf den Industriezweig der Energiegewinnung. - Vor allem die Schwerindustrie (Produktion von Stahl) und der Bergbau (Dampfmaschinen erhöhten die Fördermengen).

Politische Stabilität

England befand sich in einer Friedensperiode. Außerdem war das politische System, im gegensatz zu anderen Ländern auf dem europäischen Kontinent, deutlich liberaler. Das bedeutet: Das Bürgertum besaß Freiheitsrechte und war eher unternehmerisch eingestellt. Das heißt auch die wirtschaftliche Entfaltung wurde begünstigt.


Zudem war England eine dominierende Seemacht. Dies trug erheblich zur Sicherung des Friedens bei. Insbesondere im Konflikt mit anderen Staaten. 

Wirtschaftliche Ausgangslage

Neben der allgemeinen, unternehmerischen Mentalität, die die wirtschaftliche Weiterentwicklung maßgeblich unterstützte, verfügte England über einen großen Binnenmarkt. In England gab es um 1780 - im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum- keine Zölle im Handel. Dieser freie Austausch von Gütern wird als Binnenmarkt bezeichnet.


Außerdem gab es ein geregeltes Steuersystem.


Folgen der Industrialisierung in England

Wie du wahrscheinlich bemerkt hast, hatte England wirklich eine ideale Ausgangssituation und sie schritt die Industrialisierung schnell voran. Doch was genau waren die Folgen? Wie veränderte sich England durch die Industrielle Revolution?

  • Bevölkerungswachstum = gesteigerte Nachfrage an Lebensmitteln
  • Landwirtschaft wird Kommerzialisiert
  • Schnelle Produktion führt zu Überschuss = England exportiert mehr Textilien
  • England treibt internationalen Handel voran zB.: Handelsverträge mit Frankreich 
  • Immer mehr Rohstoffe und Luxusgüter aus den Kolonien

Die Agrarrevolution

Du fragst dich- eine Revolution innerhalb einer Revolution, wie geht denn das? Nun, auch wenn die Begriffe auf den ersten Blick verwirrend scheinen, hängen sie eigentlich miteinander zusammen. 


Wie du schon gelesen hast, kam es durch die verbesserte Hygiene und mehr Arbeit und mehr Lohn in den Städten zu Bevölkerungswachstum. Zwar können mehr Menschen auch mehr arbeiten, sie benötigen aber auch mehr Nahrung und Lebensmittel. Die Bevölkerungsexplosion führte also zu einer gesteigerten Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten. 


Um diese Nachfrage schneller zu erfüllen mussten auch für die Landwirtschaft neue Maschinen entwickelt werden - diese Entwicklungen und Erfindungen nennt man “Agrarrevolution”.


Merkmale der Agrarrevolution sind: neue Anbaumethoden und die Kommerzialisierung der Landwirtschaft.

England als Exportmacht

Die neue Produktionsweisen führten dazu, dass der Preis für Textilien immer weiter sank. Schließlich konnten mit den Maschinen mehr Produkte schneller angefertigt, und somit effizienter hergestellt werden. 

Außerdem konnte England dann mehr Textilprodukte exportieren (Export: Lieferung von Gütern an andere Länder), wodurch die Textilproduktion in anderen Ländern abnahm, da die englische Ware durch die effizientere Produktion günstiger war. 

In Deutschland wurde der Import (Einführung von Gütern aus anderen Ländern) von englischen Textilien während der schlesischen Weberaufstände kritisiert. England entwickelte sich mit der Industriellen Revolution also schnell zur Exportmacht. 

Freihandel

England nutzte seine wirtschaftliche Situation um den internationalen Freihandel voranzutreiben. Während vor der Industrialisierung internationaler Handel eher als Bedrohung für den eigenen Markt gesehen wurde und eine protektionistische Haltung eingenommen wurde, überzeugte Adam Smith die Länder vom Vorteil des Freihandels (siehe Kapitalismus). Damit gab England 1849 seine Häfen auch für fremde Schiffe frei. 


Dadurch hatte England nun Zugriff auf günstigere Rohstoffe aus anderen Ländern, da diese dort in größerem Maß verfügbar waren. Gleichzeitig wurde England zur Exportmacht, da England anfangs ein Monopol in der Industrieware ausübte. 


Handelsverträge sicherten den fairen Wettbewerb zwischen den Industrienationen. Ein Beispiel ist der Cobden-Chevalier-Vertrag zwischen Großbritannien und Frankreich von 1860. 

Imperialismus zur Rohstoffversorgung

Ein weiterer Faktor der Englands Aufschwung in der Industrialisierung begünstigte war Englands Status als Kolonialmacht. Zur Zeit der Industrialisierung war England die größte Imperialmacht der Welt und besetzte viele Kolonien. Die Kolonien wurden von England ausgebeutet und die Rohstoffe nach England verschifft. Neben exotischen Waren, wie Zucker, die als Luxusgüter konsumiert wurden, wurden auch wertvolle Rohstoffe für die Industrialisierung aus den Kolonien erbeutet. 


Ein Beispiel ist Baumwolle. Baumwolle wurde für den Ausbau der Textilindustrie gegen Ende des 18. Jahrhunderts benötigt. Die Baumwolle wurde vor allem aus Nordamerika eingeführt, wo England noch vor der Amerikanischen Unabhängigkeit Kolonien hatte. Der starke Wachstum der Baumwollindustrie zu Beginn der Industriellen Revolution führte dazu, dass der Begriff “King Cotton” (Baumwollkönig) als Synonym für die starke Baumwollindustrie in England benutzt wurde. 

Das Wichtigste zur Industrialisierung auf einen Blick

  • England hatte günstige politische und wirtschaftliche Voraussetzungen für die Industrialisierung:
    • Technologischen Fortschritt
    • Bevölkerungswachstum
    • Geographische Lage
    • Politische Stabilität
    • Gute Wirtschaftliche Ausgangslage
  • Viele wichtige Erfindungen, wie die Spinning Jenny und die Dampfmaschine wurden in England erfunden.
  • Die Industrielle Revolution sicherte Englands Macht als Weltmacht.



FERTIG! Jetzt weißt du warum England als Pionierland der Industrialisierung gilt. Um mehr zum Thema Industrialisierung zu erfahren schau dir unsere Artikel, Übungsaufgaben und hilfreiche Literatur auf StudySmarter an.



Industrialisierung England - Das Wichtigste auf einen Blick

  • England hatte günstige politische und wirtschaftliche Voraussetzungen für die Industrialisierung:
    • Technologischen Fortschritt
    • Bevölkerungswachstum
    • Geographische Lage
    • Politische Stabilität
    • Gute Wirtschaftliche Ausgangslage
  • Viele wichtige Erfindungen, wie die Spinning Jenny und die Dampfmaschine wurden in England erfunden.
  • Die Industrielle Revolution sicherte Englands Macht als Weltmacht.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Industrialisierung England

In England bestaden gute Voraussetzungen für die Industrielle Revolution. Dazu gehörten der technologische Fortschritt das Bevölkerungswachstum, die günstige geographische Lage, die politische Stabilität und die stabile wirtschaftliche Ausgangslage.

Die Industrialisierung in England verlief von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung verlief mit einer Veränderung der Produktionsmechanismen, einem starken Bevölkerungswachstum, der Agrarrevolution und der Festigung Englands Wirtschaft in der Weltwirtschaft.

Die Industrielle Revolution begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhnderts in England. Meistens wird die Erfindung der Spinning Jenny im Jahr 1765 als Startdatum genannt.

England hatte besonders günstige Voraussetzungen für den Beginn der Industrialisierung. Dazu gehörten der technologische Fortschritt, das starke Bevölkerungswachstum, welches Arbeitskraft bereitstellte, die geographische Lage, da die Insel viele Hafenstädte hatte, die politische Stabilität und die bereits stabile Wirtschaft.

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