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Kongokonferenz

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Geschichte

In diesem Artikel findest du eine Übersicht zu den wichtigsten Ereignissen der Kongokonferenz. Was die Kongokonferenz überhaupt war, weshalb sie einberufen wurde und was das Ergebnis der Kongokonferenz war, wird dir hier alles erklärt!


Dieser Artikel gehört zum Fach Geschichte und erweitert das Thema des Imperialismus.




Abb1: “Die westafrikanische Conferenz in Berlin,” Die Gartenlaube (1884)

via blackcentraleurope.com



Vorgeschichte zur Kongokonferenz

Schon zum Anfang des 19. Jahrhunderts hatten die europäischen Großmächte damit begonnen, Gebiete entlang der Küsten Afrikas für sich zu beanspruchen. Doch zu Beginn der 1880er Jahre entbrannte ein regelrechter Wettlauf um Afrika, als das Interesse Europas, Afrika zu kolonialisieren, stark zunahm. Alle europäischen Großmächte waren darauf bedacht, so viel Kolonialbesitz wie möglich zu erlangen. Sie beanspruchten Gebiete für sich, um den jeweils anderen Großmächten zuvorzukommen.


Das Gebiet des Kongos blieb lange von den Besitzansprüchen der Großmächte verschont, da der dichte Regenwald und das dort herrschende Tropenklima die Erforschung des Kongos erschwerten. Besonders Belgien war an diesem unbeanspruchten Gebiet interessiert. Der ehemalige König, Leopold I. hatte vergebens versucht, Kolonialgebiete für Belgien zu erlangen. Sein Nachfolger, König Leopold II. war jedoch der festen Überzeugung, Belgien könne nur mit Hilfe von Kolonialbesitz zur Großmacht aufsteigen. 


König Leopold II. gründete die Association Internationale du Congo (deutsch: Internationale Kongo-Gesellschaft), die der Erforschung des Kongos dienen sollte, und tat sich daraufhin mit Henry Morton Stanley zusammen. Stanley hatte als erster Europäer das Kongobecken, das weltweit zweitgrößte tropische Urwaldgebiet, erforscht. Unter dem Auftrag von Leopold II. reiste Stanley abermals nach Kongo und begann dort, im Namen des belgischen Königs Gebiete von den Einheimischen des Kongos abzukaufen und die imperialistischen Ziele von Leopold II. in die Tat umzusetzen. 


Doch auch Portugal und Großbritannien erhoben Gebietsansprüche auf Teile des Kongos. Das Konfliktpotential zwischen den Kolonialmächten stieg damit immer weiter an, wobei sich besonders Belgien mit seinen Plänen für den Kongo bedroht sah. Leopold II. konnte jedoch Deutschland und Frankreich auf seine Seite bringen. Er überzeugte die beiden Großmächte davon, dass gemeinsamer Handel in Afrika in ihrem Interesse sei.


Um ein Ausarten der Interessenkonflikte zu verhindern, trafen sich die Kolonialmächte zur Kongokonferenz.



Die Berliner Kongokonferenz

Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck lud die Kolonialmächte zur Kongokonferenz nach Berlin in die Reichskanzlei ein. Seine Absichten dabei waren, die Interessenkonflikte zu reduzieren und die wichtigen Seewege und Handelsrouten in Afrika offenzuhalten. Die Konferenz trat am 15. November 1884 zusammen und endete mit der Unterzeichnung der Kongoakte durch die beteiligten Staaten am 26. Februar 1885.


Die Teilnehmer der Konferenz waren unter anderem das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Portugal, Spanien und Schweden-Norwegen. Zur Kongokonferenz waren jedoch nicht nur die europäischen Großmächte nach Berlin geladen. Auch die USA, das Osmanischen Reich und Russland waren auf der Konferenz vertreten.


Die Kongokonferenz wurde einberufen, um die Regelungen der Handelsfreiheit an den Flüssen Kongo und Niger zu bestimmen. Tatsächlich wurde auf der Kongokonferenz aber der ganze Kontinent Afrika als Kolonialbesitz unter den europäischen Großmächten aufgeteilt. Die dabei gezogenen Grenzen und Gebietseinteilungen wurden völlig unabhängig von der ethnischen oder kulturellen Zugehörigkeit der einheimischen Bevölkerung des jeweiligen Gebietes entschieden. Kein einziger Afrikaner war auf der Kongokonferenz anwesend. 


Hinweis! Die Flüsse Kongo und Niger sind nach dem Nil die längsten Flüsse in Afrika. Dementsprechend waren sie auch von großer Bedeutung für die Handelsrouten der Großmächte!




Abb2: Kongokonferenz 1884 Karikatur

via welt.de



Beschlüsse der Kongokonferenz – Die Kongoakte

Die Kongoakte war die Schlussakte der Kongokonferenz. In ihr wurden alle Reglungen und Vereinbarungen, die auf der Konferenz beschlossen wurden, in insgesamt 38 Artikeln festgehalten und von den 14 anwesenden Staaten unterschrieben. Die wichtigsten Beschlüsse waren folgende:


  • Die an der Konferenz anwesenden Staaten erhielten die Handelsfreiheit im Einzugsgebiet des Kongos, sowie in anderen weitreichenden Teilen Afrikas.
  • Die Schifffahrt wurde auf den gesamten Flusslängen des Kongos und des Nigers freigegeben.
  • Der Sklavenhandel wurde offiziell auf internationaler Ebene verboten.
  • Das Kongobecken wurde als neutrales Gebiet im Falle von bewaffnetem Konflikten festgelegt.
  • Das Recht auf den Erwerb einer Kolonie sollte nur die Kolonialmacht haben, die diese Kolonie tatsächlich auch in Besitz nahm.


Kongo-Freistaat

Die Gründung des Kongo-Freistaates wurde zwar auf der Kongokonferenz beschlossen, jedoch wurde dies nicht in der Kongoakte festgehalten. Auch wenn Großbritannien, Frankreich und Portugal an dem mehr als zwei Millionen Quadratkilometer großen Gebiet des Kongobeckens interessiert waren, wurde es unter dem Namen Kongo-Freistaat als Privatbesitz der belgischen Krone übergeben. Der Kongo-Freistaat war damit keine Kolonie Belgiens, sondern persönliches Eigentum von Leopold II.


Das rohstoffreiche Gebiet des Kongos ging nicht an eine der Großmächte Europas, sondern an das, in der europäischen Kontinentalpolitik relativ unbedeutende Belgien, bzw. dessen König. Dabei diente der Kongo-Freistaat als Puffer zwischen den angrenzenden Kolonien, und sollte den Interessenkonflikt der verschiedenen Kolonialmächte entspannen. 


Das gesamte Gebiet des Kongo-Freistaates wurde als Freihandelszone erklärt und für ausländische Unternehmen geöffnet. Zudem musste König Leopold II. sich dazu verpflichten, im Wohle der kongolesischen Bevölkerung zu handeln. Trotzdem wurden unter brutalem Kolonialregime von Leopold II. schreckliche Kolonialverbrechen gegen die Bevölkerung des Kongos verübt.


Wenn du mehr über den Kongo unter belgischer Herrschaft erfahren möchtest, findest du weitere Informationen in unserem Artikel zu den Belgischen Kolonien!


Folgen der Kongokonferenz

Auf der Kongokonferenz wurde zum ersten Mal deutlich, welche wirtschaftlichen, juristischen und geografischen Probleme die Kolonialpolitik zur Hochphase des europäischen Imperialismus hatte, und versucht diese zu regeln. Die Kongokonferenz legte also sozusagen die Spielregeln zum Wettlauf um Afrika fest. 


Nur wenige Jahre nach der Kongokonferenz war ganz Afrika, nach etlichen Kriegen und Wehrversuchen der einheimischen Bevölkerung, offiziell in Kolonien der Großmächte aufgeteilt.


Abb3: Kolonien Afrikas 1914

via commons.wikimedia.org


Die Handelsreglungen der Kongokonferenz öffneten Zentralafrika der europäischen Wirtschaft. Europäische Ware konnte nun nach Afrika exportiert werden und schuf neue Absatzmärkte für die Industrie der Großmächte. Zudem war Afrika reich an Bodenschätzen und kostbaren Naturalien wie Elfenbein und Kautschuk, die in Europa sehr gefragt waren. 


Anstatt die Kolonien aber zu "zivilisieren", wurde die einheimische Bevölkerung und die Länder, in denen sie lebten, ausgebeutet. Einheimische Kulturen und Sprachen wurden durch die der Kolonialmächte verdrängt und es wurden unzählige Kolonialverbrechen gegen die Einheimischen begangen.



Glückwunsch!

Jetzt weißt du alles, was du über die Kongokonferenz wissen musst. Wenn du mehr über Imperialismus oder die Kolonien in Afrika erfahren möchtest, findest du auf StudySmarter noch weitere spannende Artikel zu diesem Thema!






Kongokonferenz - Das Wichtigste auf einen Blick


  • Beginn der 1880er Jahre: Beginn des Wettlaufs um Afrika
  • Interessenkonflikte um Gebiet des Kongos: Belgiens Bestrebungen, den Kongo zu kolonialisieren
  • Um Ausarten der Interessenkonflikte zu verhindern, trafen sich die Kolonialmächte zur Kongokonferenz
  • Kongokonferenz von Bismarck in Berlin einberufen: vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885
  • Vierzehn Teilnehmerstaaten
  • Kongokonferenz sollte Reglungen der Handelsfreiheit an den Flüssen Kongo und Niger zu bestimmen
  • Kongokonferenz wurde zur Aufteilung Afrikas in Kolonialgebiete der Großmächte genutzt
  • Wichtigste Beschlüsse der Kongoakte: Handelsfreiheit, Schifffahrt auf Kongo und Niger, Verbot des Sklavenhandels
  • Kongo-Freistaat als Privatbesitz des König Belgiens
  • Folgen der Kongokonferenz: Bestimmung der Regeln zum Wettlauf um Afrika – offizielle Aufteilung in Kolonialgebiete nur wenige Jahrzehnte nach der Kongokonferenz, Zentralafrika der europäischen Wirtschaft geöffnet, Ausbeutung der einheimischen Bevölkerungen

Häufig gestellte Fragen zum Thema Kongokonferenz

Auf der Kongokonferenz in Berlin, vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885.

Die Kongoakte war das Ergebnis der Kongokonferenz. In ihr stehen die dort gefassten Beschlüsse, u.a. die Handelsfreiheit, die Schifffahrt auf dem Kongo und dem Niger, der Verbot des Sklavenhandels.

Der Kongo-Freistaat wurde als Privatbesitz dem König Belgiens überlassen, was jedoch nicht in der Kongoakte stand.

Vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885.

Die vierzehn Teilnehmerstaaten der Kongokonferenz. Darunter vor allem die europäischen Kolonialmächte.

Finales Kongokonferenz Quiz

Frage

Wann fand die Kongokonferenz statt? 

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Antwort

Vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885.

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Frage

Wo wurde die Kongokonferenz gehalten? 

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Antwort

In Berlin in der Reichskanzlei.

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Frage

Wer berief die Kongokonferenz ein?

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Antwort

Der deutsche Reichskanzler, Otto von Bismarck.

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Frage

Wer nahm an der Kongokonferenz teil?

Antwort anzeigen

Antwort

Insgesamt nahmen Vertreter von 14 Staaten an der Kongokonferenz teil: das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden-Norwegen, die USA, das Osmanischen Reich und Russland.

Frage anzeigen

Frage

Weshalb wurde die offiziell Kongokonferenz einberufen?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Kongokonferenz wurde einberufen, um die Reglungen der Handelsfreiheit an den Flüssen Kongo und Niger zu bestimmen.

Frage anzeigen

Frage

Was beschlossen die europäischen Kolonialmächte inoffiziell auf der Kongokonferenz? 

Antwort anzeigen

Antwort

Die Kolonialmächte beschlossen die Aufteilung Afrikas in Kolonialgebiete.

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Frage

Wo wurden die Beschlüsse der Kongokonferenz festgehalten?

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Antwort

In der Kongoakte.

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Frage

Welche Beschlüsse wurden in der Kongoakte festgehalten?

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Antwort

  • Die an der Konferenz anwesenden Staaten erhielten die Handelsfreiheit im Einzugsgebiet des Kongos, sowie in anderen, weitreichenden Teilen Afrikas.
  • Die Schifffahrt wurde auf den gesamten Flusslängen des Kongos und des Nigers freigegeben.
  • Der Sklavenhandel wurde offiziell auf internationaler Ebene verboten.
  • Das Kongobecken wurde als neutrales Gebiet im Falle von bewaffneten Konflikten festgelegt.
  • Das Recht auf den Erwerb einer Kolonie sollte nur die Kolonialmacht haben, die diese Kolonie tatsächlich auch in Besitz nahm.
Frage anzeigen

Frage

Stand die Gründung des Kongofreistaates als Eigentum der belgischen Krone in der Kongoakte?

Antwort anzeigen

Antwort

Nein

Frage anzeigen

Frage

Was war die Besonderheit des Kongo-Freistaates?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Kongo-Freistaat wurde als Privatbesitz der belgischen Krone übergeben. Der Kongo-Freistaat war damit keine Kolonie Belgiens, sondern persönliches Eigentum von Leopold II.

Frage anzeigen

Frage

Welche Bedeutung hatte die Konferenz im Hinblick auf den Wettlauf um Afrika?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Kongokonferenz legte sozusagen die Spielregeln zum Wettlauf um Afrika fest.

Frage anzeigen

Frage

Welche Auswirkungen hatten die auf der Kongokonferenz beschlossenen Handelsreglungen auf Afrika?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Handelsreglungen der Kongokonferenz öffneten Zentralafrika der europäischen Wirtschaft. Europäische Ware konnte nun nach Afrika exportiert werden und schuf neue Absatzmärkte für die Industrie der Großmächte. Zudem war Afrika reich an Bodenschätzen und kostbaren Naturalien wie Elfenbein und Kautschuk, die in Europa sehr gefragt waren.

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Frage

Welche Auswirkungen hatte die Kongokonferenz auf die Völker Afrikas?

Antwort anzeigen

Antwort

Die einheimische Bevölkerung und die Länder, in denen sie lebten, wurden ausgebeutet. Einheimische Kulturen und Sprachen wurden durch die der Kolonialmächte verdrängt und es wurden unzählige Kolonialverbrechen gegen die Einheimischen begangen.

Frage anzeigen

Frage

Wieso wurde das Gebiet des Kongobeckens lange Zeit nicht von einer Großmacht beansprucht?

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Antwort

Der dichte Regenwald und das dort herrschende Tropenklima erschwerten die Erforschung des Kongos. 

Frage anzeigen
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