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Dialektische Erörterung

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Deutsch

Eine Erörterung ist ein Aufsatz, in dem man sich mit einem Thema, einem Problem oder einer Fragestellung kritisch auseinandersetzt. Dabei werden mithilfe von Pro- und Kontra-Argumenten verschiedene Positionen gegeneinander abgewogen. Aus dem Ergebnis der Abwägung.

Typen von Erörterungen

Grundsätzlich kann man zwischen verschiedenen Typen von Erörterungen unterscheiden. Einerseits gibt es die textgebundene Erörterung, bei ihr dient ein bestimmter Text als Grundlage. Auf der anderen Seite lässt sich zwischen linearer- und antithetischer Erörterung unterscheiden.

Lineare Erörterungen verlaufen hinsichtlich der Positionierung zwischen Pro- und Kontra-Argumenten einseitig. Das heißt, dass Autor*innen sich entweder für die eine oder andere Position entscheiden. Eine antithetische Erörterung verläuft hingegen in zwei gegensätzliche Denkrichtungen und wird deswegen auch als dialektische Erörterung bezeichnet. Entscheidend ist, dass eben keine uneingeschränkte Positionierung stattfindet, sondern das Beste aus beiden Positionen zu einer differenzierten Gesamtposition zusammengefügt wird.

Dialektik bezeichnet eine philosophische Methode, bei der zwar eine Ausgangsposition eingenommen wird, aber direkt darauf in Frage gestellt wird. Ziel ist es, das beste aus beiden Positionen zu filtern und auf diese Weise eine höhere Erkenntnisebene zu erreichen.

Das Merkmal "dialektisch" vermag bereits sehr genau zu beschreiben, nach welcher Regel eine dialektische Erörterung aufgebaut ist. Eine dialektische Erörterung enthält zwei Positionen (Pro und Kontra). Dialektisch vorzugehen bedeutet nun, dass Du Dich am Ende Deiner Erörterung nicht für eine der Positionen entscheidest. Stattdessen nimmst Du abwechselnd Pro- und Kontra-Positionen ein.

Indem beide Seiten abwechselnd vertreten werden, festigt sich idealerweise eine Haltung, die durch Kombination der wesentlichen Vorzüge beider Positionen eine vermittelnde und differenzierte Gesamterkenntnis ergibt. Zulässig ist nichtsdestoweniger, dass im Zuge der Argumentation bzw. Abwägung eine der beiden Positionen ein wenig stärker favorisiert wird. Entscheidend ist nur, dass beide Positionen in der zusammengefassten Gesamterkenntnis Einzug erhalten.

Dialektische Erörterungen gehören zudem zum Typ der freien Erörterungen. Das bedeutet, dass ihnen eine offene Fragestellung zugrunde liegen muss.

Um zu erkennen, ob es sich um eine offene- oder geschlossene Fragestellung handelt, kannst Du untersuchen, ob sich die Erörterungsfrage mit ja oder nein beantworten lässt. Wäre dies nicht möglich, dann würde es sich um eine offene Fragestellung handeln. In diesen Fällen ist die dialektische Erörterung zu wählen.

Der Aufbau einer dialektischen Erörterung

Du hast bei der Strukturierung Deiner dialektischen Erörterung mehrere Aufbaumöglichkeiten:

Eine Möglichkeit wäre das sogenannte Sanduhr-Prinzip:

  • Im ersten Schritt verfasst Du eine Einleitung, in der Du kurz zur eigentlichen Thematik hinführst. Hilfreich ist es dabei, wenn Du zum Beispiel ein Zitat oder eine Statistik benutzt, um die praktische Relevanz des zu erörternden Gegenstands zu illustrieren.
  • Im Hauptteil beginnst Du mit der Position, die Du weniger oder überhaupt nicht vertrittst.
  • Diese These unterstützt Du dann mit Argumenten. Sortiere die Argumente immer in "fallender" Reihenfolge: Das hieße, dass Du mit dem stärksten Argument starten und mit dem schwächsten aufhören würdest.
  • Nachdem Du die für Dich weniger überzeugende Position (angefangen mit dem stärksten und endend mit dem schwächsten Argument für diese Position) dargestellt hast, erreichst Du den sogenannten "Drehpunkt". Du wechselst als nun zu der Position, die Dich etwas mehr überzeugt.
  • Diese These wird nun auch mit Argumenten gestützt. Die Reihenfolge der Argumente-Aufzählung ist jetzt genau andersrum: Du startest mit dem schwächsten Argument und steigerst Dich dann bis zu dem stärksten Argument für die Position. Das wichtigste Argument erwähnst Du also erst ganz zum Schluss.
  • Im Schlussteil wägst Du nun die verschiedenen Argumente gegeneinander ab und kannst aus beiden Positionen die stichhaltigsten Aspekte sammeln und sinnhaft zusammenführen, so dass eine neue Erkenntnis, eine neue Positionierung entsteht, die aber Anleihen aus den ursprünglich gegenteiligen Pro- und Kontra-Lagern enthält (Synthese). Gelingt dies, dann ist das Resultat eine vermittelnde, fusionierte Gesamterkenntnis.

Abbildung 1: Das Sanduhr-PrinzipQuelle: https://www.kapiert.de/deutsch/klasse-9-10/schreiben/eroertern/die-dialektische-eroerterung/

Ein weiteres Prinzip ist das Reißverschluss-Prinzip. Dabei erfolgt der Aufbau folgendermaßen:

  • Als erstes kommt auch hier die Einleitung.
  • Anschließend stellst Du die beiden Thesen gegenüber.
  • Du stützt nun die Thesen, indem Du die für sie sprechenden Argumente abwechselnd gegenüberstellst.
  • Deine Argumentation endet mit dem wichtigsten Argument.
  • In der Synthese, also in Deinem Schlussteil, wägst Du die Argumente noch einmal gegeneinander ab und kommst zu einem begründeten Fazit.

Abbildung 2: Reißverschluss-PrinzipQuelle: https://www.kapiert.de/deutsch/klasse-9-10/schreiben/eroertern/die-dialektische-eroerterung/

Die dialektische Erörterung schreiben – Schritt für Schritt

  • In der Einleitung ist es wichtig, dass Du zur Thematik der Erörterung hinleitest. Die Art und Weise wie Du das machst bleibt Dir überlassen. Es kann helfen einen sogenannten "Aufhänger" zu benutzen, um Interesse bei den Leser*innen zu wecken.
  • Ein "Aufhänger" kann ein Zitat, eine kontroverse Meinung, ein wissenschaftlicher Fakt oder auch eine persönliche Erfahrung sein.
  • In dem Einleitungssatz sollten alle wichtigen Elemente enthalten sein: das Thema Deines Aufsatzes, der Stellenwert dieses Themas, Dein "Aufhänger" und eine direkte Überleitung zum Hauptteil Deiner dialektischen Erörterung.
  • Überlege Dir nach welchem Prinzip Du Deine Argumente strukturieren willst – dem Sanduhr- oder dem Reißverschluss-Prinzip.
  • Überlege Dir auch welcher Standpunkt Deine bevorzugte Perspektive ist, um die Argumente der richtigen Wichtigkeit nach zu ordnen.

Der Aufbau der Argumente hat einen psychologischen Hintergrund: Zuerst oder vor allem zuletzt genannte Informationen prägen sich besonders gut in unserem Gehirn ein. Wenn Du also mit der Gegenposition beginnst und den Aufsatz mit Deiner bevorzugten Position beendest, sind die zuletzt genannten Argumente präsenter. So kannst Du allein mit der Struktur in gewisser Weise die Gegenposition überlagern.

  • Trotzdem ist eine wohl überlegte Ordnung der Argumente nicht allein ausschlaggebend für eine überzeugende Erörterung.
  • Natürlich sollten Deine Argumente auch inhaltlich stark sein und mit Erfahrungen, Beispielen, Studien oder Expertenmeinungen unterstützt werden.
  • In der Synthese solltest Du einen Kompromiss der beiden gegensätzlichen Positionen finden. Du solltest nicht versuchen, um jeden Preis Argumente durchzusetzen. Stattdessen solltest Du Zugeständnisse auf der Pro- und Kontra-Seite machen, um zu einem balancierten und vor allem differenzierten Ergebnis zu kommen.
  • Achte darauf keine zuvor genannten Argumente zu wiederholen. Die Synthese bildet etwas Eigenständiges und geht lediglich aus den Argumenten des Hauptteils hervor.
  • In den Schlussteil gehört auch Deine eigene Meinung zum Thema. Da hier jedoch kein Schwerpunkt liegt, sollte diese nicht allzu umfangreich werden.
  • Du kannst außerdem einen Ausblick auf die Thematik geben, zum Beispiel wie sich das Thema in Zukunft entwickeln könnte.

Formulierungshilfen für die dialektische Erörterung

Nachfolgend findest Du einige nützliche Begriffe, die für eine sprachlich abwechslungsreiche Gestaltung Deiner Erörterung nützlich sein können.

Überleiten von Argumenten

  • wegen
  • deshalb
  • infolgedessen
  • dazu kommt noch, dass..
  • weiterhin
  • eine Folge davon
  • das hat die Auswirkung, dass..
  • das liegt daran
  • ein weiteres Argument dafür ist…
  • unter Umständen
  • außerdem
  • ferner
  • zusätzlich
  • noch ein weiteres
  • ebenso
  • wie sich schon aus dem zuletzt genannten Argument ergibt
  • wenn man das zuletzt Gesagte bedenkt
  • im Zusammenhang mit
  • anders als

Steigerungen

  • noch bedeutender
  • wichtiger
  • weitaus schwieriger
  • schwerer wiegt
  • bedenklicher ist
  • klarer erkennbar ist Folgendes
  • überzeugender erscheint mir
  • vielleicht von etwas mehr/ weniger Gewicht als die zuvor ausgeführten Grunde
  • aber dennoch von Bedeutung ist

Gegensätze

  • während, bisher
  • kommen wir nun zu
  • war bisher die Rede von … soll jetzt
  • es gibt noch andere Gesichtspunkte
  • ein anderer Blickwinkel
  • im Gegensatz dazu

Dialektische Erörterung - Das Wichtigste

  • Eine Erörterung ist ein Aufsatz, in dem man sich mit einem Thema, einem Problem oder einer Fragestellung kritisch auseinandersetzt. Dabei werden mithilfe von Pro- und Kontra-Argumenten verschiedene Positionen gegeneinander abgewogen, so dass am Ende des Prozesses eine differenzierte und systematisch durchdachte Haltung entsteht.
  • Grundsätzlich kann man zwischen verschiedenen Typen von Erörterungen unterscheiden: Einerseits gibt es die textgebundene Erörterung und andererseits lineare und dialektische Erörterungen.
  • Dialektik bezeichnet eine philosophische Methode, bei der die Ausgangsposition zunächst eingenommen, aber direkt darauf in Frage gestellt wird. Ziel ist es das beste aus beiden Positionen zu filtern und auf diese Weise eine höherwertige Erkenntnisebene zu erreichen.
  • Eine dialektische Erörterung enthält eine Pro- und eine Kontra-Position. Entscheidend ist, dass nicht nur eine der Positionen vertreten werden soll, sondern beide. Indem beide Seiten abwechselnd vertreten werden festigt sich idealerweise eine Haltung, die durch Kombination der wesentlichen Vorzüge beider Richtungen eine vermittelnde, hochwertige Gesamterkenntnis ergibt.

Dialektische Erörterung

Das Merkmal "dialektisch" vermag bereits sehr genau zu beschreiben, nach welcher Regel eine dialektische Erörterung aufgebaut ist. Sie enthält zwei Positionen (Pro und Kontra). Dialektisch vorzugehen bedeutet nun, dass Du im Ergebnis nicht für eine der Positionen entscheidest. Stattdessen nimmst Du abwechselnd Pro- und Kontra-Positionen ein. Indem beide Seiten abwechselnd vertreten werden, festigt sich idealerweise eine Haltung, die durch Kombination der wesentlichen Vorzüge beider Positionen eine vermittelnde und differenzierte Gesamterkenntnis ergibt.


Lineare Erörterungen eigenen sich, wenn sich die zu diskutierende These oder Fragestellung mit "Ja" oder "Nein" beantworten lässt, da bei ihr nur für eine der Positionen am Ende das Fazit prägt.

Dialektische Erörterungen hingegen eigenen sich entsprechend bei Thesen oder Fragestellungen, die sich nicht mit "Ja" oder "Nein" beantworten lassen, also bei sogenannten offenen Fragen zum Beispiel.

Das Sanduhrprinzip beschreibt ein mögliches, strukturelles Vorgehen, beim Verfassen einer dialektischen Erörterung. Sanduhrprinzip ist dabei bildlich zu verstehen: Es wird mit zuerst die für Dich weniger überzeugende Position dargestellt. Dafür stellst du alle Argumente dieser Position vor- angefangen mit dem Stärksten und endend mit dem Schwächsten.

Dann erreichst du den sogenannten Drehpunkt. Er kennzeichnet den Punkt, an dem Du die in deinen Augen schwächere Position vollständig dargestellt hast und dich in der Folge der stärkeren Position zuwenden kannst. Beim Vortrag der zu ihr gehörenden Argumente ist zu beachten, dass du jetzt umgekehrt vorgehst und mit dem schwächsten Argument beginnst. 

Am Ende fusionierst du die wichtigsten Aspekte beider Positionen und gelangst zu einer Synthese.

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