Kapp-Putsch Ursachen und Ziele
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Kapp-Putsch

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Geschichte

Der Kapp-Putsch war ein Putschversuch der Oberheeresleitung, der 1920 die Weimarer Republik bedrohte. Was genau geschah, erfährst du im folgenden Artikel. Der Kapp-Putsch ist Teil des Fachs Geschichte und ist ein Unterthema der Weimarer Republik.



Was ist der Kapp-Putsch?


Der Kapp-Putsch sorgte vom 13.-17.03.1920 in der Weimarer Republik für große politische Unruhen. Der Putschversuch ging von den Offizieren, Soldaten und Freikorps aus. Sie wollten sich gegen ihre Entlassung wehren. Man nennt den Putschversuch auch Kapp-Lüttwitz-Putsch, da er unter der Führung von General Lüttwitz und Wolfgang Kapp geleitet wurde.


Wolfgang Kapp


Wolfgang Kapp war ein hoher preußischer Beamter und ein Mitglied des extrem rechten Alldeutschen Vereins. Außerdem war er einer der Begründer der nationalsozialistischen Deutschen Vaterlandpartei.



Ursachen Kapp-Putsch



Nach dem ersten Weltkrieg war Deutschland sehr geschwächt. Der Versailler Vertrag wurde als Demütigung aufgefasst und bedeutete die Niederlage Deutschlands.


  • Im Versailler Vertrag wurde, unter anderem, eine Reduzierung der Heeresstärke für Deutschland beschlossen. Hierbei sollte die Reichswehr auf 100.000 Mann reduziert werden. Obwohl schon viele Soldaten entlassen worden waren, mussten weitere 200.000 Soldaten entlassen werden, um den Bestimmungen des Versailler Vertrags zu genügen.
  • Bedroht davon waren vor allem Freikorpssoldaten. Es stand eine Auflösung des Freikorps bevor.
  • Außerdem herrschte eine massive Welle rechtsgerichteter Propaganda. Die rechtsextremen Parteien waren ebenfalls mit der neuen Regierung unzufrieden.


So traf die Unzufriedenheit der Soldaten mit den Umsturzplänen von nationalkonservativen Kreisen aufeinander und die Zusammenarbeit führte zum Kapp-Putsch.



Auslöser


Der finale Auslöser für den Putschversuch war das Urteil des Erzberger-Prozess. Der Erzberger-Prozess war ein von Kreisen von dem ehemaligen Vizekanzler Helfferich provozierter Prozess gegen den Reichsfinanzminister Erzberger, der von Januar bis März 1920 anhielt. Das Resultat war die Desavouierung Erzbergers, weil ihm Verknüpfungen politischer und privater Interessen nachgewiesen werden konnten. Daraufhin musste er zurücktreten, welches für politische Unruhen sorgte.



Ziel Kapp-Putsch


Mit dem Kapp-Putsch versuchte die Oberheeresleitung kurzzeitig die Regierung zu übernehmen. Dabei forderten sie Kapp an Stelle des Reichskanzler. Ziel dabei war es die Reduzierung der Heeresstärke und die Auflösung des Freikorps zu verhindern, sowie auch die Herrschaftsform der Republik zu schwächen.



Ablauf Kapp-Putsch


Einen Tag nach der Urteilsverkündung im Erzberger-Prozess besetzten Soldaten der Brigade Ehrhardt und andere Freikorps unter der Führung des Generals von Lüttwitz Berlin und zwingen die Regierung zur Flucht. Die Putschisten rufen Wolfgang Kapp als Kanzler aus.


Der Putschversuch offenbarte eindeutig die Rolle und Stellung der offiziellen Reichswehr. Der Chef des Generalstabs setzt gegen den Reichswehrminister Noske (SPD) und den Chef der Heeresleitung den Verzicht auf den Einsatz regulärer Truppen durch. Das bedeutet so viel wie "Truppe schießt nicht auf Truppe". Die Reichswehr lässt sich gegen Aufstände von links ein, verweigert sich bei der ersten Bedrohung von rechts.


Der Putschversuch scheiterte jedoch nach wenigen Tagen, aufgrund des passiven Widerstands der Verwaltung. Sie weigerten sich, Kapps Anordnungen auszuführen. Außerdem scheiterte der Putschversuch an dem von den Gewerkschaften, den sozialdemokratischen Regierungsmitgliedern, sogleich ausgerufenen Generalstreik.


Generalstreik


Durch den Erfolg des Generalstreik waren die Gewerkschaften ermutigt, Druck auf die Regierung auszuüben. Sie verlangten zum Einen mehr Sozialisierung der Wirtschaft, sowie auch generell größeren Einfluss der Gewerkschaften in der Wirtschafts- und Sozialpolitik.  Des Weiteren forderten sie den Rücktritt Noskes.


Im Ruhrgebiet führt der Generalstreik zu einem Aufstand, bei dem mehrere Zehntausende Arbeiter sich bewaffnen und die "Rote Armee", welche kurz darauf das komplette Ruhrgebiet kontrolliert. Dieser Aufstand wird aber mithilfe der Reichswehr und Freikorps unterdrückt.



Folgen Kapp-Putsch


Der Kapp-Putsch sorgte für einige politische Veränderungen. Das Kabinett Bauer trat zurück und es gab eine Neubildung der Regierung unter Hermann Müller (SPD). Außerdem wurde Noske wird von Otto Geßler (DDP) abgelöst und General Reinhardt tritt ebenfalls zurück. Dieser wird von von Seekt abgelöst.


Die Reichstagswahlen wurden verschoben. Sie sollten ursprünglich im Herbst stattfinden, wurden aber auf den 06.06.1920 vorgezogen. Dies sorgte für Stimmenverlust bei der SPD und die Bildung einer bürgerlichen Koalition.


Republik ohne Republikaner


Der Putschversuch zeigte die überwiegende Unzufriedenheit mit dem politischen System der Weimarer Republik. Die Deutschen waren dem Kaiserreich zugeneigt.


Eine monarchistsiche, antirepublikanische Einstellung bleibt und ist besonders in der höheren Beamtenschaft vorzufinden.


Vor allem im Offizierskorps ist die Mehrheit rechtskonservativ bzw. monarchistisch eingestellt. Die Reichswehr bildet einen "Staat im Staat", da die Begrenzung der Armee auf 100.000 Mann kaum personelle Veränderungen im Offizierskorps mit sich bringt.


Die Justiz bleibt ein obrigkeitsstaatlicher Fremdkörper. Die Sympathie der Richter gilt den Rechten, dessen Vergehen ( u.a. pol. Mord und Hochverrat), mild geahndet werden.


Auch in den Schulen, besonders Gymnasien und Universitäten, findet man eine eher konservative Einstellung. Obwohl eine demokratische Erziehung wichtig für das Bestehen einer Republik ist, findet diese an den meisten Schulen nicht statt. Stattdessen gewinnt eine nationalsozialistische Richtung in der Studentenschaft bis 1931 die Oberhand.


Weimarer Republik wird in den folgenden Jahren weiterhin durch zahlreiche terroristische Anschläge belastet.



Kapp-Putsch - Alles Wichtige auf einen Blick:


  • Die Reichswehr sollte aufgrund des Versailler Vertrag reduziert werden.
  • Daraufhin folgte ein Putschversuch der Offiziere, Soldaten und Freikorps gegen ihre Entlassung. Der Kapp-Putsch lief unter der Führung von General Lüttwitz und Kapp.
  • Soldaten besetzten Berlin und zwangen die Regierung zu flüchten. Sie versuchten kurzzeitig die Regierung zu übernehmen und forderten Kapp als Reichskanzler.
  • Die Gewerkschaften riefen einen Generalstreik auf und die Berliner Verwaltung verweigerte eine Kooperation mit den Putschisten.
  • Der Putschversuch scheiterte, jedoch zeigte er die Unzufriedenheit mit dem politischen System in Deutschland.

Kapp-Putsch - Das Wichtigste auf einen Blick

- Auslöser war die geplante Reduzierung des Heeres und Auflösung des Freikorps durch den Versailler Vertrag

- Kapp und Lüttwitz führten den Putsch an

- Kapp sollte Reichskanzler werden

- Erzberger-Prozess war direkter Auslöser

- Widerstand der Verwaltung und Generalstreik der Gewerkschaften beendeten den Putsch


Häufig gestellte Fragen zum Thema Kapp-Putsch

Die Reduzierung des Heeres und Auflösung des Freikorps aufgrund des Versailler Vertarges verärgerten die Soldaten und Offiziere. Außerdem entwickelten sich rechtsextreme politische Bewegungen, die das Regime stürzen wollten.

Als Mitgründer der nationalsozialistischen Deutschen Vaterlandpartei war Kapp mit der neuen Regierung unzufrieden. Daher wollte er das Regime ersetzen und als Reichskanzler agieren.

Der Kapp Lüttwitz Putsch begann in Berlin durch die Besetzung der Brigade durch Soldaten.

Bereits nach 4 Tagen endete der Putsch Versuch. Die Verwaltung folgte den Anweisungen von Kapp nicht. Außerdem lehnten sich die sozialdemokratischen Gewerkschaften zeitgleich auf, um mehr politische Mitsprache einzufordern. Dadurch endete der Putsch erfolglos.

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