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Außenpolitik Weimarer Republik

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Geschichte

Die Weimarer Republik ist Bestandteil des Fachs Geschichte und kennzeichnet die deutsche Geschichte von 1918 bis 1933. Im Folgenden schauen wir uns die Weimarer Außenpolitik unter Stresemann an.



Hauptziel Weimarer Außenpolitik


Nach dem ersten Weltkrieg war Deutschland durch den Versailler Vertrag sehr geschädigt. Vor allem war die Weimarer Republik durch die Reparationszahlungen finanziell beeinträchtigt. 


Deswegen war das Hauptziel der deutschen Außenpolitik die Revision der Versailler Vertragsbestimmungen. Dies wollte man mit einem Ausgleich von Erfüllungs- und Revisionspolitik umsetzen. 


Erfüllungs- und Revisionspolitik


Die Erfüllungspolitik bestand darin, die Vertragsbestimmungen soweit es ging zu erfüllen und damit die Grenzen der Leistungsfähigkeit offen zu zeigen. Die Revisionspolitik hingegen war der Kampf gegen den Versailler Vertrag. Jedoch wollte die Regierung Deutschlands die mit friedlichen Mitteln und Verhandlungen lösen.


Probleme der Außenpolitik


Die Weimarer Republik hatte jedoch Schwierigkeiten ihre außenpolitischen Ziele durchzusetzen. Sie hatten aufgrund der Niederlage nach dem ersten Weltkrieg keine Machtmittel mehr und ebenfalls fehlte Deutschland die Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den Großmächten, weshalb keine aktive Außenpolitik möglich war. 



Vertrag von Rapallo


Deutschland schloss am 16.04.1922 mit der Sowjetunion den Vertrag von Rapallo. Dieser galt als Eigeninitiative der deutschen Außenpolitik und hatte drei grundlegende Gründe bzw. geteilte Interessen der beiden Staaten.


  1. wirtschaftliche Interessen
  2. anti-polnische Revisionspolitik
  3. starre Haltung der Westmächte


Bestimmungen des Vertrags von Rapallo


  • Verzicht auf gegenseitige Kriegsentschädigungen
  • Aufnahme politischer und vor allem wirtschaftlicher Beziehungen, die den bilateralen Handel befördern sollten. Somit wollte Deutschland ihren außenpolitischen Handlungsspielraum zurückgewinnen. 
  • geheime militärische Kooperation, bei der deutsche Soldaten in Russland an schweren Waffen ausgebildet wurden


Folgen


Der Vertrag wurde jedoch von den Großmächten als Bedrohung aufgefasst. Der Höhepunkt dieser Spannungen war die Ruhrbesetzung 1923. Auf längere Sicht hatte die westliche Politik aber eine Kursänderung. Sie verfolgten eine Annäherung an Deutschland, um eine Ostorientierung Deutschlands zu verhindern. 



Die Ära Stresemann


1923 wurde Gustav Stresemann unter Reichskanzler Wilhelm Marx, Außenminister der Weimarer Republik. Sein Ziel war es vor allem den Versailler Vertrag zu revidieren und die deutsche Großmachtstellung wiederzugewinnen.


Verständigungs- und Vertragspolitik


Er entwickelte dafür ein Konzept der Verständigungspolitik und der Vertragspolitik. Dies war eine Politik, welche auf Aussöhnung, Frieden und Sicherheit basierte. Denn nach dem ersten Weltkrieg wollte man keinen Krieg mehr führen und strebte ein friedliches Zusammenleben an. 



Der Dawes-Plan


Die Expertenkommission unter der Leitung des amerikanischen Finanzpolitikers Charles Dawes beschließt am 16.08.1924 den Dawes-Plan. Dieser bestimmte die Höhe der Reparationszahlungen, nachdem Deutschland durch den Ruhrkampf erneut in Zahlungsverzögerung gerät. 


Bestimmungen des Dawes-Plan


  • Stabilisierung der deutschen Wirtschaft, um Reparationszahlungen zu ermöglichen
  • Erhöhung der jährlichen Zahlungen von 1 Mrd. auf 2,5 Mrd. Reichsmark durch wirtschaftliche Stabilisierung
  • Garantie durch Verpfändung der Reiseinnahmen + Schuldverschreibungen für die Industrie
  • Reichsbahn unter alliierter Kontrolle
  • Frankreich und Belgien sichern Räumung des Ruhrgebiets innerhalb Jahresfrist zu


Folgen


Durch den Dawes-Plan gab es eine Neuregelung der Reparationsfrage, die Deutschland etwas entlastete. Die mit dem Dawes-Plan verbundenen ausländischen Kredite und Investitionen führten in der Weimarer Republik zu einer Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs. Ebenfalls sorgte dies für politische Entspannung zwischen den Großmächten, da er das Ende der Ruhrbesetzung Frankreichs einleitete. 



Die Locarno-Verträge


Die Locarno-Verträge kennzeichnen einen wichtigen Durchbruch der deutschen Außenpolitik. Die Verträge wurden am 16.10.11925 zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland, sowie den Garantiemächten England und Italien beschlossen.


Bestimmungen der Locarno-Verträge


  • Anerkennung der Grenzen zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland, !! aber: die Grenzfrage im Osten blieb offen (sorgte bis nach dem 2.WK für "Zündstoff)
  • Nichtangriffspakt
  • Verpflichtung zur Übertragung der Streitschlichtung an Schiedsgerichte (Schiedsverträge zwischen Deutschland und Polen, Frankreich, Belgien + Tschechoslowakei)


Folgen


Durch die Bestimmungen der Locarno-Verträge wurde Deutschland wieder als gleichberechtigter Partner in Europa anerkannt. Sie sorgten für eine Stabilisierung der westlichen Verhältnisse und für eine Friedenssicherung in Europa. Zudem wurde 1926 der Friedensnobelpreis für die deutsch-französische Verständigungspolitik an Aristide Briand und Gustav Stresemann verliehen.


Wichtig zu wissen ist aber auch, dass die Locarno-Verträge keine komplette Abkehr von der Rapallo-Politik waren.



Berliner Vertrag


Dies zeigt sich auch am 24.04.1926 in dem Berliner Vertrag. Dieser war ein Vertrag zwischen Deutschland und der Sowjetunion, der den Rapallo-Vertrag erneut bestätigte und die Neutralität Deutschlands gegenüber Russland im Falle eines Angriffs zusicherte.



Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund


Der Höhepunkt der deutschen Außenpolitik unter Stresemann war die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund am 08.09.1926. Damit hatte Stresemann sein Ziel der Wiedergewinnung der deutschen Großmachtstellung erreicht. Deutschland hatte nun wieder internationale Anerkennung und außenpolitisches Selbstbewusstsein. Zudem war dadurch eine erneute Friedenssicherung entstanden. 



Briand-Kellogg-Pakt


1928 wurde der Briand-Kellogg-Pakt beschlossen. Dieser war der Grundstein zur Ächtung des Krieges in Form eines völkerrechtlichen Vertrags . Die 15 Unterzeichnerstaaten, darunter waren neben den USA und Deutschland etwa Australien, Italien und Indien, verpflichteten sich, auf den Krieg als Mittel zur Lösung internationaler Streitfälle zu verzichten. Bis Ende 1929 sind diesem 55 Nationen beigetreten. 



Young-Plan


Der Young-Plan war eine erneute Überprüfung der Reparationsfrage im August 1929. 


Bestimmungen des Young-Plans


  • von Deutschland zu erbringende Jahresleistungen wurden gesenkt
  • bis 1988 muss Deutschland die Jahresleistungen erbringen (Belastung nachfolgender Generationen = Nährboden für rechte Propaganda)
  • Aufhebung ausländischer Kontrollinstanzen (Dawes-Plan)


Der Vertrag wurde allerdings im Zuge der Weltwirtschaftskrise auf der Konferenz von Lausanne im Juli 1932 wieder aufgehoben.



Außenpolitik Weimarer Republik - Alles Wichtige auf einen Blick


  • Deutschland hatte durch die Niederlage des ersten Weltkrieges und durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags nur keine Machmittel oder Durchsetzungsfähigkeit → geringer außenpolitischen Einfluss
  • Ziel: Revision der Versailler Vertragsbestimmungen durch Erfüllungs- und Revisionspolitik



JahrTitelInhalt
1922
Vertrag von Rapallo
  • DE und UdSSR
  • Zusammenarbeit aufgrund gleicher Interessen
1923
"Ära Stresemann"
  • Verständigungs- und Vertragspolitik zur Revision des Versailler Vertrags und Wiedergewinnung der deutschen Großmachtstellung
1924
Dawes-Plan
  • Neuregelung der Reparationsfrage sorgt für politische Entspannung
1925
Locarno-Verträge
  • Frankreich, Belgien, Deutschland und Garantiemächte (England und Italien)
  • sorgte für die Gleichberechtigung Deutschlands in Europa
  • stabilisierte die westlichen Verhältnisse / Friedenssicherung in Europa
1926Berliner Vertrag
  • DE und UdSSR
  • Bestätigung des Rapallo-Vertrags
08.09.1926
Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund
  • Höhepunkt der deutschen Außenpolitik unter Stresemann
  • internationale Anerkennung, außenpolitisches Selbstbewussten, Friedenssicherung



Außenpolitik Weimarer Republik - Das Wichtigste auf einen Blick

- Zunächst Revisions- und Erfüllungspolitik, dann Vertrags- und Verständerungspolitik

- Rapallo Vertrag wichtig für deutsch-russisches Verhältnis

- Außenpolitik von Reparationszahlungen gekennzeichnet

- Vertrag von Locarno zur Grenzfestlegung und Entspannung zwischen den Großmächten

- Eintritt in den Völkerpunkt markiert Deutschlands außenpolitische Erholung

Häufig gestellte Fragen zum Thema Außenpolitik Weimarer Republik

Die Außenpolitik der Weimarer Republik war gehemmt durch Deutschlands geschwächte Position nach dem Versailler Vertrag. Dadurch wurde Deutschland von den anderen europäischen Großmächten zunächst nicht ernst genommen. Dennoch hatte die Außenpolitik der Weimarer Republik insofern Erfolg, als dass die Weimarer Republik 1926 in den Völkerbund aufgenommen wurde.

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