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Jom Kippur Krieg

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Geschichte

Dieser Artikel handelt vom Jom-Kippur-Krieg. Du lernst, wann dieser Krieg zwischen welchen Kriegsparteien stattgefunden hat, warum er stattgefunden hat, welchen Ausgang er hatte und welche Folgen der Krieg nach sich zog. Dieser Artikel gehört zum Fach Geschichte und erweitert das Thema Nahostkonflikt.

Alle wichtigen Fakten zum Jom-Kippur-Krieg kurz zusammengefasst:

  • Ägypten und Syrien griffen Israel am Feiertag Jom Kippur am 06. Oktober 1973 an und eroberten die vorher von Israel besetzten Gebiete zurück.
  • Schon zwei Tage später hatten die israelischen Soldaten die gegnerischen Armeen gestoppt und Land zurückerobert, sie drängten danach auch noch viel weiter in das Land der Feinde vor als zuvor (nach dem Sechstagekrieg).
  • UN-Resolution 338 beendete den Krieg nach Unterzeichnung durch beide Kriegsparteien am 26. Oktober 1973.
  • Der Krieg löste erneut Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion aus.

Die Vorgeschichte des Jom-Kippur-Kriegs

Nach dem Sechstagekrieg 1967 zwischen Israel und Ägypten, Syrien und Jordanien hatte Israel große Gebiete erobert, darunter auch die Sinai Halbinsel und die Golanhöhen. Viele Teile davon war Israel bereit aufzugeben, um den Gaza-Streifen und Ost-Jerusalem zu behalten. Verhandlungen mit Ägypten und Syrien über die Besatzung durch Israel und Abzugsangebote scheiterten jedoch, weil die arabischen Länder einen bedingungslosen Rückzug forderten. So verhärteten sich die Fronten, die Besatzung in den Gebieten durch Israel blieb bestehen und zwischen Herbst 1967 und Sommer 1970 kam es immer wieder zu Kämpfen entlang des Suez-Kanals. Ägypten versuchte die israelische Armee zurückzudrängen. Israel hingegen wollte die Stärke seiner Armee beweisen und ihre strategische Position sichern.

Auf den Jom-Kippur-Krieg hatte sich die ägyptische Armee hart vorbereitet, so probten sie zum Beispiel modellartig die Überquerung des Suez-Kanals. Auch der Zeitpunkt des Angriffs war genau geplant: Israel war in seiner außenpolitischen Lage zunehmend isoliert, innenpolitisch bereitete man sich auf die Wahlen zur Knesset vor, außerdem hielt der höchste Feiertag der Juden, Jom Kippur, die Menschen im Haus.

Aufgrund der Überschneidung mit Jom Kippur wird der Krieg Jom-Kippur-Krieg genannt.

Knesset: Das Einkammerparlament Israels, welches für eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt wird.

Jom Kippur: Versöhnungsfest, der höchste jüdische Feiertag. An dem Tag soll geruht und über die eigene Beziehung zu Gott, zu seinen Mitmenschen und über das Leben nachgedacht werden.

Zeitgleich feierten die Muslime Ramadan, weshalb der Krieg von arabischer Seite auch als "Ramadan-Krieg" bezeichnet wird. Der israelische Geheimdienst meldete Truppenbewegungen an der ägyptischen und syrischen Grenze, jedoch ging niemand davon aus, dass dies einen Angriff bedeuten würde. Man dachte an die üblichen Herbstmanöver der Truppen.

Zusammenfassung des Kriegsverlaufs des Jom-Kippur-Kriegs

Jom-Kippur-Krieg schematische Darstellung Bar-Lev-Linie StudySmarterAbbildung 1: Karte Jom-Kippur-Krieg, Bar-Lev-Linie

Israel rechnete nicht mit einem Angriff. Die Ministerpräsidentin Golda Meir und der Verteidigungsminister Mosche Dayan verkalkulierten das militärische Risiko. So flogen am 6. Oktober 1973 240 ägyptische Flugzeuge über den Suez-Kanal und griffen israelische Stellungen an, während zeitgleich 2000 Geschütze an der gesamten Länge des Kanals das Feuer eröffneten und im Norden Israels 700 syrische Panzer auf die Golanhöhen zusteuerten.

Die Verteidigungsposten der israelischen Armee waren an beiden Fronten durch den Feiertag unterbesetzt, so dass die ägyptische Armee bis zum Abend sowohl den Suez-Kanal, als auch die als unüberwindbar geltende Bar-Lev-Linie durchquert hatte und 30 Kilometer ins Innere der Sinai Halbinsel - eines der von Israel seit dem Sechstagekrieg besetzten Gebiete - vordrangen. Währenddessen eroberte auch Syrien die Golanhöhen zurück, die ebenfalls von Israel besetzt wurden.

Der Erfolg der arabischen Armeen hielt jedoch nicht lange an, Israel konnte den Vormarsch der arabischen Truppen stoppen und das Land zurückerobern, so dass die Golanhöhen schon zwei Tage später, am8. Oktober 1973, wieder unter israelischer Besatzung standen. Israel hatte durch den Angriff einiges an Waffen und Militärausrüstung verloren, welche aber durch Lieferungen der USA ersetzt werden konnten. Aber auch Ägypten und Syrien hatten die Unterstützung einer Großmacht, sie wurden von der Sowjetunion mit Kriegsmaterial ausgestattet.

Israel blieb mit ihrer Eroberung von Land nicht an den alten Besatzungslinien stehen, sondern drang weiter in syrisches und ägyptisches Gebiet ein. Die israelische Luftwaffe bombardierte die syrische Hauptstadt Damaskus. In Ägypten überquerten die israelischen Truppen den Suezkanal und näherten sich Kairo.

Ende des Jom-Kippur-Kriegs

Auch wenn die Großmächte die Kriegsparteien mit Material unterstützten, waren sie eigentlich an einem Ende des Krieges interessiert. So unterstützten sie auch die am 22. Oktober 1973 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedete Resolution 338, in welcher der Waffenstillstand und Friedensverhandlungen für einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten gefordert wurden. Außerdem wurde in der Resolution gefordert, auch die Aufforderungen der Resolution 242, die als Reaktion auf den Sechstagekrieg verabschiedet wurde, zu erfüllen. Für Israel bedeutete das, aus den besetzten Gebieten abzuziehen, von den arabischen Staaten wurde gefordert, Israel als Staat anzuerkennen.

Resolution 338 vom 22. Oktober 1973:

Der Sicherheitsrat,

1. fordert alle an den gegenwärtigen Kampfhandlungen Beteiligten auf, sofort, spätestens 12 Stunden nach dem Zeitpunkt der Verabschiedung dieses Beschlusses, in den von ihnen jetzt besetzten Stellungen jedes Feuer einzustellen und jede militärische Aktivität zu beenden;

2. fordert die beteiligten Parteien auf, sofort nach Einstellung des Feuers damit zu beginnen, die Resolution 242 (1967) des Sicherheitsrats in allen ihren Teilen durchzuführen;

3. beschließt, dass sofort und gleichzeitig mit der Feuereinstellung Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien unter geeigneter Schirmherrschaft mit dem Ziel aufgenommen werden, einen gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten herzustellen.

(Quelle: UN Sicherheitsrat)

Jom-Kippur-Krieg Folgen

Am 26. Oktober 1973 endete der Krieg mit der Unterzeichnung der Resolution durch beide Kriegsparteien. Der Krieg kostete 2.700 Israelis und etwa 20.000 Syrern und Ägyptern das Leben. Israel legte die Waffen nach dem Stillstand allerdings nicht nieder, worauf sie vom UN-Sicherheitsrat erneut dazu aufgefordert wurden, den Waffenstillstand einzuhalten.

Die Sowjetunion forderte eine Intervention, kündigte an zur Not auch im Alleingang zu intervenieren, worauf die USA weltweit alle Militärbasen in Alarmbereitschaft versetzte, auch die mit Nuklearwaffen, obwohl es im Juni 1973 ein Abkommen der Großmächte zur Verhinderung eines Atomkriegs gab.

Die israelische Ministerpräsidentin trat mit dem Verteidigungsminister zurück. Es gab zu viele kritische Fragen, wie zum Beispiel, wie Ägypten und Syrien so ungestört diesen Krieg vorbereiten konnten, auf die Meir und Dayan keine Antwort geben konnten.

Am 28. Oktober 1973 nahmen Israel und Ägypten auf Druck der Amerikaner Verhandlungen auf, welche am 11. November des Jahres mit einem Waffenstillstandsabkommen als Ergebnis beendet wurden. 1982 gab Israel die Sinai Halbinsel an Ägypten zurück, nachdem der ägyptische Präsident im November 1977 für die Rückgewinnung der Sinai Halbinsel Frieden schließen und vor dem israelischen Parlament sprechen wollte. Nach seiner Rede vor dem israelischen Parlament, lud der US-Präsident Jimmy Carter Ägypten und Israel zu Friedensverhandlungen auf seinen Landsitz im US-amerikanischen Camp David ein. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel über das Camp David Abkommen.

Heutzutage ist umstritten, wie dramatisch die Situation zwischen den USA und der Sowjetunion wirklich war. Sicher ist: Weder die USA, noch die Sowjetunion wollten eine direkte Konfrontation riskieren.

Jom-Kippur-Krieg - Das Wichtigste auf einen Blick

  • Angriff von Ägypten und Syrien auf Israel am Feiertag Jom Kippur, dem 6. Oktober 1973
  • Verteidigungsposten Israels waren durch Feiertag unterbesetzt.
  • Dadurch gelang es Ägypten und Syrien die vorher von Israel besetzten Gebiete zurück zu erobern.
  • Zwei Tage später stoppten die israelischen Soldaten die gegnerischen Armeen jedoch bereits und eroberten das Land erneut zurück.
  • Israels Armee drängte danach auch noch viel weiter in das Land der Feinde vor als zuvor (nach dem Sechstagekrieg).
  • UN-Resolution 338 wurde am 22. Oktober 1973 vom UN-Sicherheitsrat beschlossen.
  • Beendet wurde der Krieg nach Unterzeichnung durch beide Kriegsparteien am 26. Oktober 1973.
  • Durch Israels Missachtung des Waffenstillstands gerieten die unterstützenden Großmächte aneinander.
  • Die Sowjetunion drohte mit einem Alleingang zu intervenieren.
  • USA lösten darauf weltweit in Militärbasen Alarmbereitschaft aus.
  • Der Krieg löste erneut Spannungen zwischen den USA und der Sowjetunion aus.

Jom Kippur Krieg

Der Jom-Kippur-Krieg begann am 06. Oktober 1973 und endete am 26. Oktober 1973.

Militärisch gewann Israel den Krieg. Aus den Kriegsfolgen jedoch gingen beide Kriegsparteien als Sieger hervor. Ägypten erhielt die Sinai Halbinsel zurück, Israel wurde von Ägypten als Staat anerkannt.

An Jom Kippur wird das Versöhnungsfest gefeiert, der höchste jüdische Feiertag. An dem Tag soll geruht und über die eigene Beziehung zu Gott, zu seinen Mitmenschen und über das Leben nachgedacht werden.

Finales Jom Kippur Krieg Quiz

Frage

Wann war der Jom-Kippur-Krieg?

Antwort anzeigen

Antwort

Der Jom-Kippur-Krieg begann am 06. Oktober 1973 und endete am 26. Oktober 1973. 


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Frage

Was ist Jom Kippur?

Antwort anzeigen

Antwort

Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag. Das Versöhnungsfest soll die Menschen zur Ruhe bringen und zum Nachdenken anregen.

Frage anzeigen

Frage

Was war der Auslöser des Jom-Kippur-Kriegs?

Antwort anzeigen

Antwort

Ägypten und Syrien wollten die von Israel besetzten Gebiete zurückerobern.

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Frage

Ägypten bereitete sich auf den Jom-Kippur-Krieg gut vor. Was trainierten die Soldaten zum Beispiel?

Antwort anzeigen

Antwort

Modellhaft trainierten sie das überqueren des Suez-Kanals.

Frage anzeigen

Frage

Wie wird der Jom Kippur Krieg von arabischer Seite auch genannt?

Antwort anzeigen

Antwort

Ramadan-Krieg, weil zu der Zeit des Krieges auch das Ramadan-Fest der Muslime stattfand.

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Frage

Welche Ziele griffen Ägypten und Syrien an?

Antwort anzeigen

Antwort

 Ägypten griff israelische Stellungen auf der Sinai Halbinsel an und Syrien rückte mit Panzern zu den Golanhöhen vor.

Frage anzeigen

Frage

Von welchen Großmächten wurden die Kriegsparteien unterstützt?

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Antwort

Israel wurde von den USA unterstützt, Ägypten und Syrien wurden von der Sowjetunion unterstützt.

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Frage

Wie unterstützten die Großmächte ihre Kriegsparteien?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch Lieferungen von Kriegsmaterial.

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Frage

Was ist die Bar-Lev-Linie?

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Antwort

Eine israelische Verteidigungslinie entlang der östlichen Seite des Suez-Kanals.

Frage anzeigen

Frage

Wie wurde der Jom-Kippur-Krieg gelöst?

Antwort anzeigen

Antwort

Durch die UN-Resolution 338

Frage anzeigen

Frage

Welche Forderungen formulierte der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 338?

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Antwort

Sofortiger Waffenstillstand, Erfüllung der Forderungen der Resolution 242 und Aufnahme von Friedensverhandlungen für einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten.

Frage anzeigen

Frage

Wann hatten beide Kriegsparteien die Resolution 338 unterschrieben und den Krieg damit beendet?

Antwort anzeigen

Antwort

26. Oktober 1973

Frage anzeigen

Frage

Wie reagierte die Sowjetunion darauf, dass Israel auch nach dem Waffenstillstand die Waffen nicht nieder legte?

Antwort anzeigen

Antwort

Sie forderten eine Intervention von der UN und drohten damit zur Not auch im Alleingang zu intervenieren.

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Frage

Wie reagierte die USA auf die Androhung der Sowjetunion, sie würde auch im Alleingang intervenieren, wenn Israel die Waffen nicht niederlegen würde?

Antwort anzeigen

Antwort

Die USA alarmierte alle Militärbasen, auch die mit Nuklearwaffen.

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Frage

Welche Konsequenzen zogen die Ministerpräsidentin und der Verteidigungsminister Israels nach dem Krieg?

Antwort anzeigen

Antwort

Sie traten zurück, da zu viele kritische Fragen nicht von ihnen beantwortet werden konnten.

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