Gerhard Schröder

Der Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat die SPD zwischen 1998 und 2005 zweimal hintereinander in die Regierung geführt. 

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Inhaltsangabe

    Gerhard Schröder 2016 StudySmarterAbb. 1 - Gerhard Schröder

    Gerhard Schröder – Familie und Karriere

    Gerhard Fritz Kurt Schröder wurde am 07. April 1944 in Mossenberg in Nordrhein-Westfalen geboren. Er war das zweite Kind von Gunhild Lauterbach und Fritz Schröder. Bereits sechs Monate nach der Geburt fiel sein Vater im 2. Weltkrieg. Die Mutter heiratete später Paul Vosseler und bekam drei weitere Kinder: Lothar, Heiderose und Ilse. Schröder selbst beschrieb seine Familie und deren Lebensumstände als "die Ärmsten der Armen".

    Das Gehalt der Mutter, die als Reinigungskraft arbeitete, musste für sie, ihren neuen Mann, die Großeltern und die fünf Kinder ausreichen. Dies sorgte dafür, dass die Familie Schröder auf Sozialhilfe (damals: Fürsorge) angewiesen war und Schröder selbst nach einer hohen Karriere strebte.

    Gerhard Schröder – Ausbildung

    Im Jahr 1958 absolvierte Schröder die Volksschule in Talle und machte danach eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann in einem Porzellangeschäft. Jedoch hatte Schröder höhere berufliche Ambitionen und besuchte neben seiner Arbeit von 1962 bis 1964 die Abendschule, um die Mittlere Reife nachzuholen. Zwei Jahre später, im Jahr 1966, erlangte er am Westfalen-Kolleg in Bielefeld sein Abitur.

    In den darauffolgenden Jahren studierte er an der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaften, wo er 1971 das 1. Staatsexamen und 1976 am Landgericht Hannover das 2. Staatsexamen absolvierte. Am gleichen Landgericht erhielt er seine erste Anstellung als Rechtsanwalt. Diesen Beruf übte Schröder bis zu seiner Wahl als niedersächsischer Ministerpräsident im Jahr 1990 aus.

    Gerhard Schröder – Frau

    Im Jahr 1968 heiratete Gerhard Schröder Eva Schubach. Die Ehe wurde im Jahr 1972 geschieden und noch im gleichen Jahr heiratete er die Lehrerin Anne Taschenmacher. Diese Ehe hielt zwölf Jahre und wurde 1984 geschieden. Im selben Jahr folgte Schröders dritte Vermählung mit der ebenfalls politisch engagierten Hiltrud Schwetje. Diese Ehe wurde im Jahr 1997, nach dreizehn Jahren, geschieden.

    Die bislang längste Ehe Schröders war mit der Journalistin und Politikerin Doris Schröder-Köpf. Diese hielt von 1997 bis 2018 und in den Jahren 2004 und 2006 adoptierten die beiden zwei Kinder: Viktoria und Gregor Schröder.

    Seine fünfte Hochzeit feierte Gerhard Schröder mit der Südkoreanerin So-yeon Schröder-Kim im Jahr 2018. Die Wirtschaftsmanagerin und Dolmetscherin stammt gebürtig aus Seoul, wo auch die Hochzeit der beiden im Oktober 2018 stattfand.

    Gerhard Schröder Politik SPD

    Seine Anfänge in der SPD fand Schröder bereits mit 19 Jahren, im Jahr 1963. Der spätere Bundeskanzler und SPD Mitglied Helmut Schmidt stellte für ein bedeutendes Vorbild dar.

    Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (kurz SPD) ist mit ihren fast 420.000 Mitgliedern eine der größten Parteien in Deutschland. Im Jahr 1863 gründete sich bereits die erste sozialdemokratische Organisation, was die SPD zur ältesten Partei in Deutschland macht.

    Sie wird auch öfter als "Arbeiterpartei" bezeichnet, weil sie sich für gerechte Arbeitsverhältnisse einsetzt, wie etwa eine gleiche Bezahlung für alle oder verbesserte Arbeitsverträge.

    Zu den allgemeinen Grundsätzen der SPD gehören die Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

    Gerhard Schröder zeigte früh reges Engagement bei den Jusos, wo er im Jahr 1969 die Position des Vorsitzenden in Göttingen innehatte. Ab dem Jahr 1977 war er Mitglied des Vorstandes des SPD-Bezirks Hannover und von 1978 bis 1980 war er Bundesvorsitzender der Jusos. Diese Position musste er jedoch 1980 abgeben, da er die Altersgrenze überschritten hatte.

    Unter Jungsozialisten oder auch Jusos genannt, versteht man die Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten der SPD.

    Bis zur Vollendung des 35. Lebensjahrs ist man als SPD-Mitglied auch automatisches Mitglied der Jusos. Sie sind sozusagen die junge Generation der SPD.

    Trotz des Übertrittes von den Jusos in die Mutterpartei SPD hielt Schröder immer noch Verbindungen zu den Jusos und sorgte damit für eine Annäherung und stärkere Zusammenarbeit der beiden Gruppen.

    Innerhalb der nächsten Jahre hatte Gerhard Schröder verschiedene Positionen innerhalb der SPD inne. Unter anderem war er Mitglied des SPD-Parteirats (1979), Mitglied des Bundestags für die SPD (1980–1986), Vorsitzender des SPD-Bezirks Hannover (1983–1993) und ab 1998 Mitglied des SPD-Präsidiums.

    Im Jahr 1990 wurde Schröder ebenfalls zum Ministerpräsidenten von Niedersachsen gewählt und setzte sich unter anderem innerhalb dieses Amtes für die Modernisierung der Wirtschaft, die soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt ein.

    Im Jahr 1993 eröffnete Schröder seine Kanzlerkandidatur für das Jahr 1994, welche er jedoch gegen seinen Kontrahenten Rudolf Scharping verlor. Bis 1999 erhielt Schröder das Amt des wirtschaftspolitischen Sprechers der SPD. Mit dem Rücktritt des Parteichefs Oskar Lafontaine im Jahr 1999 wurde Schröder zum SPD-Vorsitzenden gewählt und blieb in dieser Position bis 2004.

    Gerhard Schröder Bundeskanzler

    Schon seit Schröders Eintritt in die Partei der Jusos war es sein Ziel, Bundeskanzler zu werden. Mit jedem weiteren Amt und Vorsitz, den er einnahm, kam er diesem Ziel näher und erreichte dies letztlich im Jahr 1998.

    Am 01. März 1998 konnte die SPD bei den Landtagswahlen in Niedersachsen einen klaren Sieg erzielen und noch am gleichen Abend wurde Schröder als Kanzlerkandidat der SPD verkündet. Das führte dazu, dass Gerhard Schröder am 2. Oktober 1998 vom Bundestag zum siebten deutschen Bundeskanzler gewählt wurde. Gleichzeitig wurde somit die 16-Jahre andauernde CDU-Regierung unter Helmut Kohl abgelöst. Das Amt des Bundeskanzlers hielt er bis 2005 inne.

    Gerhard Schröder Amtszeit

    Er bildete in seinen zwei Amtsperioden (1. Amtszeit: 1998–2002; 2. Amtszeit: 2002–2005) die Spitze der rot-grünen Bundesregierung mit dem Vizekanzler Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen). Schröder war der dritte sozialdemokratische Bundeskanzler in Deutschland, nach Willy Brandt und Helmut Schmidt. Seine gesamte Amtszeit betrug acht Jahre.

    Unter Rot-Grün (Koalition) versteht man eine Bundesregierungskoalition, bestehend aus einer sozialdemokratischen Partei (hier: SPD) und einer grünen Partei (hier: Bündnis 90/Die Grünen). Die Zusammenschließung der beiden Parteien und deren Wählerstimmen sorgen für eine absolute Mehrheit im Parlament.

    Die zweite Amtszeit begann Schröder mit seinem erneuten Antreten als Spitzendkandidat für die SPD zur Bundestagswahl 2002. Mit 38,5 % gelang es der SPD zum zweiten Mal in Folge als stärkste Partei aus der Wahl herauszugehen und es wurde erneut eine rot-grüne Regierung gebildet, mit Gerhard Schröder als Bundeskanzler.

    Gerhard Schröder – Politik der ruhigen Hand

    Während seiner ersten Amtsperiode bezeichnete Schröder seinen Regierungsstil als eine "Politik der ruhigen Hand". Damit war gemeint, dass Schröder nicht überstürzt auf Entwicklungen, in Bereichen wie beispielsweise der Wirtschaft, reagierte. Dies wurde von der Opposition als Untätigkeit bis hin zu "Faulheit" kritisiert. Ihrer Meinung nach wurde nicht schnell genug auf Veränderungen reagiert.

    Gerhard Schröder – Irak-Krieg

    Eines der wichtigsten außenpolitischen Ereignisse während Schröders Amtszeiten war der Irak-Krieg.

    Im Hinblick auf einen geplanten Angriff auf den Irak seitens der USA verkündete Gerhard Schröder bereits während seiner ersten Amtszeit im Sommer 2002, dass Deutschland sich nicht an einem Krieg gegen den Irak beteiligen würde. Unterstützung erhielt Schröder seitens der russischen und französischen Präsidenten Putin und Chirac.

    Mehrheitlich lehnte die europäische Bevölkerung den Krieg ab, dennoch gab es Befürworter des Kriegs von insgesamt acht europäischen Staats- und Regierungschefs. Dazu zählten: Spanien, Portugal, Italien, Großbritannien, Tschechien, Ungarn, Polen und Dänemark.

    Die Entscheidung Schröders, sich nicht an einem Krieg gegen den Irak zu beteiligen, sorgte für einen erheblichen Vorsprung gegenüber seinem Konkurrenten Dr. Edmund Stoiber (CSU) im Hinblick auf die anstehende Wahl.

    Am 20. März 2003 begann der von den USA initiierte Krieg gegen den Irak im Rahmen einer "Koalition der Willigen", was letztlich zum Sieg der USA gegen Saddam Hussein und sein Regime führte.

    Die Koalition der Willingen ist eine von den US-Amerikanern gegründete Organisation, die alle Staaten umfasste, die den Vereinigten Staaten ihre Unterstützung im Angriff gegen den Irak versprachen.

    Die genaue Anzahl der Mitgliedstaaten ist bis heute nicht bekannt, laut Aussagen der USA gehörten jedoch 43 Länder dazu (u. a. Afghanistan, Albanien, Bulgarien, Costa Rica, Dänemark, Großbritannien, Nicaragua, Niederland, Slowenien, Spanien, Südkorea, Thailand)

    Gerhard Schröder Agenda 2010

    Die Agenda 2010 war ein Reformprojekt der SPD und Grünen, welche am 14. März 2003 vorgestellt und am 01. Januar 2005 praktisch umgesetzt wurde. Das Ziel der Reform war es, Deutschland wieder international wettbewerbsfähig zu machen. Es sollte ein Umbau des Sozialstaates eingeleitet werden und neue Möglichkeiten für Wachstum und Beschäftigung im Hinblick auf die Wirtschaft entstehen.

    Dies sollte durch Kürzungen der Leistungen des Staates erreicht werden, was wiederum mehr Eigenleistung von Privatpersonen, sprich den Bürger*innen, verlangte.

    Einer der wichtigsten Punkte der Agenda 2010 war die Reform des Arbeitsmarkts und die damit einhergehende Einführung des Arbeitslosengeld II (auch Hartz IV genannt). Mit dieser Einführung wurden die vorherigen finanziellen Unterstützungen vom Staat (Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe) komplett abgeschafft.

    Die Ziele der Agenda 2010 lassen sich bereits in den Leitmotiven Schröders von seiner ersten Regierungserklärung im Jahr 1990 wiederfinden. Schon damals wollte er kulturelle Vielfalt, ökologische Vernunft, soziale Gerechtigkeit und die Modernisierung der Wirtschaft erreichen. Und dies konnte er letztlich mit der Agenda 2010 in seiner zweiten Amtsperiode in die Tat umsetzen.

    Gerhard Schröder – SPD Neuwahlen

    Die Agenda 2010 hatte viele Gegner, teilweise sogar innerhalb der eigenen Partei, aber vor allem in der Opposition und auch viele Bürger*innen protestierten dagegen. Auch die SPD verlor zu der Zeit an Beliebtheit. Im Mai 2005 erlitt die SPD bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen eine Wahlniederlage. Deshalb veranlasste Gerhard Schröder zusammen mit dem SPD Bundes- und Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering im Jahr 2005 Neuwahlen.

    Dies führte dazu, dass die SPD mit 34,2 % von der CDU/CSU mit 35,2 % geschlagen wurde und die rot-grüne Koalition somit ihre Mehrheit verlor. Die neue Koalition bestand aus CDU, CSU und SPD mit Angela Merkel als neue Bundeskanzlerin.

    Daraufhin zog sich Gerhard Schröder aus der aktiven Politik zurück und gab am 24. November 2005 auch sein Bundestagsmandat zurück. Nach seiner politischen Karriere wendete er sich wieder der Tätigkeit des Rechtsanwalts zu.

    Gerhard Schröder Lebenslauf

    • Gerhard Schröder Familie und Karriere: Gerhard Fritz Kurt Schröder wurde am 07. April 1944 in Mossenberg in Nordrhein-Westfalen als zweites Kind von Gunhild Lauterbach und Fritz Schröder geboren. Seit 1976 ist er voll ausgebildeter Rechtsanwalt.
    • Gerhard Schröder Frau: Er war verheiratet mit Eva Schubach, Anne Taschenmacher, Hiltrud Schwetje, Doris Schröder-Köpf und So-yeon Schröder-Kim.
    • Gerhard Schröder – SPD: Mitglied seit 1963.
    • Gerhard Schröder Politik: Ab dem Jahr 1977 war er Mitglied des Vorstandes des SPD-Bezirks Hannover und von 1978 bis 1980 war er Bundesvorsitzender der Jusos. Diese Position musste er jedoch 1980 abgeben, da er die Altersgrenze überschritten hatte.
    • Gerhard Schröder – Bundeskanzler: Schon seit Schröders Eintritt in die Partei der Jusos war es sein Ziel, Bundeskanzler zu werden. Mit jedem weiteren Amt und Vorsitz, den er einnahm, kam er diesem Ziel näher und erreichte dies letztlich im Jahr 1998.
    • Gerhard Schröder Amtszeit: Gerhard Schröder war deutscher Bundeskanzler von 1998 bis 2005.

    Nachweise

    1. Abb. 1 - Gerhard Schröder (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gerhard_Schr%C3%B6der_20160112_04.jpg) von Ashraf Tabatabaei unter der Lizenz von CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)
    Häufig gestellte Fragen zum Thema Gerhard Schröder

    Wer ist Gerhard Schröder?  

    Gerhard Schröder war der siebte deutsche Bundeskanzler und SPD-Politiker.

    Wann ist Gerhard Schröder geboren? 

    Gerhard Schröder wurde am 07. April 1944 geboren.

    Woher kommt Gerhard Schröder?  

    Gerhard Schröder wurde in Mossenberg in Nordrhein-Westfalen geboren.

    In welcher Partei ist Gerhard Schröder? 

    Gerhard Schröder ist Mitglied der SPD.

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