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Stadt und Land

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Stadt und Land

In diesem Artikel geht es um die Unterschiede zwischen Stadt und Land in Deutschland. Das Thema gehört zum Fach Geographie und erweitert den Themenbereich Deutschland.

Bevor wir dir erklären, was es mit der Stadt und dem Land in Deutschland auf sich hat, müssen wir erst einmal im Allgemeinen auf die Entwicklungen eingehen, die beobachtet werden können. Zwei wichtige Prozesse sind die Verstädterung und die Suburbanisierung.

Stadt und Land: Verstädterung als Entwicklungsprozess

Die Bevölkerungsverteilung von Menschen in der Stadt und auf dem Land unterscheidet sich sowohl zwischen Ländern als auch innerhalb eines Landes.

Unter der Bevölkerungsverteilung versteht man die Verteilung der Bevölkerung in städtischen oder ländlichen Regionen.

Eine Entwicklung, die sich in Deutschland erkennen lässt, ist die Verstädterung.

Verstädterung, auch Urbanisierung genannt, beschreibt die Abwanderung der Bevölkerung aus ländlichen Regionen in Städte. Dadurch vergrößern sich die Städte. Diese Entwicklung ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern ein fortlaufender Prozess, der auch weltweit beobachtet wird.

Seit dem Jahr 2007 leben erstmals in der Menschheitsgeschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land, nachdem sich vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Zuzug in die Städte in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesteigert hat.

Die folgende Abbildung zeigt die weltweite Verstädterung im Jahr 1950 und im Jahr 2010 im Vergleich.

Entwicklung der Bevölkerungsverteilung

Quelle: Abitur-Training Geographie 2 Bayern; STARK Verlag

Allgemein gehören der Prozess der Verstädterung beziehungsweise sein Pendant, die Landflucht, zu den Migrationsprozessen.

Stadt und Land: Push- und Pull-Faktoren

Grundsätzlich lassen sich als Ursachen für diese Wanderungsbewegung sowohl Push-Faktoren (Gründe, die die Menschen dazu bewegen, das Land zu verlassen) als auch Pull-Faktoren (Gründe, die die Menschen in die Stadt locken) unterscheiden.

Push-Faktoren:

  • Überbevölkerung aufgrund der hohen Geburtenraten,
  • geringe oder keine Verdienstmöglichkeiten auf dem Land,
  • Mangel an Boden und Kapital (häufig konzentriert in den Händen von Großgrundbesitzern),
  • Bodenerschöpfung und -erosion,
  • Naturkatastrophen wie z. B. Dürren und Überschwemmungen.

Pull-Faktoren:

  • Hoffnung auf bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten,
  • bessere und vielfältigere Ausbildungsmöglichkeiten,
  • bessere medizinische Versorgung,
  • soziale Aufstiegsmöglichkeiten, die auf dem Land aufgrund der starren, häufig religiös begründeten Hierarchien (z. B. Kastenwesen in Indien) kaum möglich sind,
  • leichter Zugang zu Konsumgütern und größeres Dienstleistungs-, Kultur- und Freizeitangebot.

Die hier aufgelisteten Faktoren gelten heute für den Verstädterungsprozess (Urbanisierung) in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

Stadt und Land: Industrieländer

Bis Mitte des letzten Jahrhunderts trafen die Push- und Pull-Faktoren auch für die heutigen Industrieländer zu. Besonders der Faktor Arbeit führt aber auch in Industrieländern noch immer zu einem weiteren Wachstum der städtischen Ballungsräume: Im primären Sektor werden durch den technischen Fortschritt immer noch Arbeitskräfte freigesetzt, während in den Städten, vor allem im Dienstleistungsbereich, weiterhin Arbeitsplätze geschaffen werden.

Allerdings bedingt die stagnierende oder schrumpfende Gesamtbevölkerung in den Industrieländern ein nur noch langsames Wachstum in dynamischen Ballungsräumen, während Städte im Strukturwandel sogar an Bevölkerung verlieren.

Stadt und Land: Suburbanisierung

Die hier aufgelisteten Faktoren gelten heute für den Verstädterungsprozess (Urbanisierung) in den Entwicklungs- und Schwellenländern.

  • Hoffnung auf bessere Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten,
  • bessere und vielfältigere Ausbildungsmöglichkeiten,
  • bessere medizinische Versorgung,
  • soziale Aufstiegsmöglichkeiten, die auf dem Land aufgrund der starren, häufig religiös begründeten Hierarchien (zum Beispiel Kastenwesen in Indien) kaum möglich sind,
  • leichter Zugang zu Konsumgütern und größeres Dienstleistungs-, Kultur- und Freizeitangebot.

Suburbanisierung: Ursachen und Folgen

In den Städten der Industrieländer kommt es zwar kaum noch zu einem Bevölkerungsanstieg, aber die verbesserte Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur erlaubt ein Wachstum der Städte in die Fläche sowie in ihr Umland. Diesen Prozess bezeichnet man als die Suburbanisierung.

Suburbanisierung (lat. Suburbium: ein außerhalb der Stadt gelegenes Gebiet) bezeichnet die Abwanderung der Bevölkerung und von Funktionen, wie die Industrie oder Dienstleistungen, aus der Kernstadt in das städtische Umland.

Stadt und Land: Ursachen für die Suburbanisierung

Die Ursachen für die Suburbanisierung sind zum einen der gestiegene Wohlstand und der damit einhergehende Wunsch nach einem Eigenheim im Grünen (z. B. USA, Europa) oder einer Eigentumswohnung in randstädtischen Großwohnanlagen (z. B. China). Aufgrund des Platzmangels sowie der teuren Grundstückspreise in den Kernstädten kann sich nur die Oberschicht hier niederlassen.

Zum anderen wandern auch Industriebetriebe und großflächige Einzelhandelsstandorte (Shopping-Malls) aus Platz- und Kostengründen an den infrastrukturtechnisch immer besser erschlossenen Stadtrand. Damit folgen sie den Konsumenten und Arbeitskräften, wodurch sich die Attraktivität des suburbanen Raums noch weiter erhöht.

Vorteile des städtischen Umlands sind unter anderem:

  • mehr Nähe zur Natur,
  • günstigere Grundstücke und
  • mehr Platz.

Stadt und Land: Folgen der Suburbanisierung

Folgen der Suburbanisierung sind unter anderem

  • flächenhaftes Wachstum der ursprünglich punktförmigen Stadt zu einem ausgedehnten Ballungsraum mit einer Vielzahl von Subzentren,
  • Zunahme des Verkehrsaufkommens und der Pendlerströme,
  • Verlust einkommensstarker Bevölkerungsgruppen in der Kernstadt.

Die dadurch gesunkenen Steuereinnahmen führen zusammen mit den Problemen, die sich aus einer Vielzahl von Verwaltungseinheiten ergeben, zu Schwierigkeiten bei der Stadt- und Raumplanung. Die Stadt München hat z. B. keine Verwaltungshoheit über die Landkreise und Gemeinden in ihrem Umland, in denen rund die Hälfte der Bevölkerung des Ballungsraumes München lebt.

Suburbanisierung wird v. a. von Familien mit Kindern vorangetrieben, während kinderlose, gut verdienende junge Erwachsene und wohlhabende Rentner häufig aus den Vororten in aufwendig renovierte Wohnungen im Stadtzentrum ziehen. Diesen Prozess, der eine Art Gegenbewegung zur Suburbanisierung darstellt, bezeichnet man als Gentrifikation.

Stadt und Land: Phasen der Verstädterung

Allgemein lassen sich fünf Phasen der fortschreitenden Verstädterung in Abhängigkeit vom jeweiligen Entwicklungsstand eines Landes zusammenfassen:

  1. In der Frühphase lebt der größte Teil der Bevölkerung auf dem Land und arbeitet in der Landwirtschaft. Auch das prozentuale Bevölkerungswachstum auf dem Land ist höher als in der Stadt, weil die Familien in der Stadt aus Platz- und Kostengründen weniger Kinder haben als die Familien auf dem Land.
  2. Durch die Zunahme von Handel und Industrie werden neue Arbeitsplätze geschaffen, Landflucht setzt ein und die Wachstumsraten der Stadt übertreffen den ländlichen Raum.
  3. Die ländliche Bevölkerung geht zurück und überaltert, weil die junge Bevölkerung abwandert und nicht mehr genug Kinder geboren werden.
  4. Die Einwohnerzahl kleinerer Städte im ländlichen Raum geht zurück, weil ihre Bedeutung als Versorgungszentrum für ein sich leerendes Umland abnimmt.
  5. Die Bevölkerung in Mittel- und Großstädten wandert als Folge der verbesserten Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur aus den dicht besiedelten Kernstädten in das Umland der Städte (Suburbanisierung). Es kommt zu einem Flächenwachstum der Ballungsräume, aber kaum noch zu einer Bevölkerungszunahme. Der Übergang zwischen städtischem und ländlichem Raum wird an den Grenzen der Ballungsräume (Stadtland) immer unschärfer.

Stadt und Land: Das Beispiel Deutschland

Deutschland ist eine urbanisierte Gesellschaft. Fast 80% der Bevölkerung leben in Städten oder in deren Ballungsräume. Dahingegen leben nur 15% in kleinen Dörfern mit weniger als 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Deutschland hat 4 Millionenstädte. Diese sind München, Berlin, Köln und Hamburg. Außerdem gibt es insgesamt 79 Großstädte in Deutschland.

Millionenstädte nennt man die Städte mit mehr als einer Million Einwohner. Großstädte sind Städte mit über 100.000 Einwohnern.

Das Stadt - Land - Gefälle in Deutschland

Deutschland hat eine föderale Struktur mit 16 Bundesländern und 16 Landeshauptstädten. Es gibt keine Metropole, die alle anderen Städte dominiert. Vielmehr gibt es eine Vielzahl an Agglomerationen, die über die komplette Bundesrepublik verteilt sind. Große Agglomerationsräume sind zum Beispiel München, Berlin oder das Rhein-Ruhr-Gebiet.

Ein föderales System ist ein politisches System, das beschreibt, wie ein Staat organisiert ist. In einem föderalen System schließen sich mehrere einzelne Gliedstaaten zu einem größeren Bundesstaat zusammen.

Durch die föderale Struktur ist das Gefälle zwischen Metropole und Land in Deutschland nicht ganz so groß wie in manch anderen Staaten. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Regionen und die Landflucht stellt ein massives Problem dar.

Vor allem junge und gebildete Menschen ziehen vom Land in die Stadt, da sie in Städten wie Berlin, München oder Hamburg eine Ausbildung oder Studium beginnen. Dies führt dazu, dass die ältere Bevölkerung auf dem Land zurückbleibt. Landflucht ist insbesondere im Osten der Bundesrepublik beobachtbar.

Die Landflucht ist der langandauernde Prozess, der die Abwanderung der Menschen aus ländlichen Regionen in die Stadt beschreibt.

In Brandenburg werden manche Landkreise in den nächsten 15 bis 20 Jahren bis zu einem Drittel ihrer Bevölkerung verlieren. In den von Landflucht betroffenen Regionen schließen auch hier in Deutschland die Arztpraxen, Geschäfte, Handwerksbetriebe und Banken. Kinder und Jugendliche müssen teilweise über eine Stunde in die nächstgrößere Stadt fahren, um die Schule oder den Kindergarten besuchen zu können. Diese Faktoren verschlechtern sukzessiv die Lebensqualität in den Regionen.

Durch den Wegzug gut ausgebildeter, junger Arbeitskräfte kommt es zu einem Braindrain in den besagten Regionen.

Braindrain beschreibt die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte ins Ausland und einem damit einhergehenden Arbeitskräftemangel in den Abwanderungsländern. Dieser Prozess findet jedoch nicht nur über Ländergrenzen hinweg statt, sondern kann auch - wie hier in Deutschland - zwischen Stadt- und Landregionen beobachtet werden.

Stadt und Land in Deutschland: Maßnahmen

In Deutschland gibt es einige Projekte, um die Lebensqualität auf dem Land wieder zu verbessern. Die Politik will mit einigen Maßnahmen das Stadt - Land - Gefälle verringern.

Ein Beispiel sind rollende Supermärkte. In manchen Regionen, wo Supermärkte und andere Geschäfte geschlossen haben, fahren regelmäßig Busse. Diese Busse sind so umgebaut, dass sie alle Produkte des täglichen Bedarfs dabei haben. Sie stoppen in den Dörfern, sodass die dortigen Bewohnerinnen und Bewohnern bei ihm einkaufen können, ohne einen weiten Weg in die nächstgrößere Stadt zurücklegen zu müssen.

Außerdem will man die ländlichen Regionen für junge Menschen und Familien attraktiver zu machen. Ländliche Gemeinden versuchen zum Beispiel Unternehmen anzuwerben und dadurch Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, sodass gut ausgebildete Menschen aufs Land ziehen.

Auch investieren Dörfer und Gemeinden auf dem Land häufig in Jugend- und Familienzentren, um Familien anzusprechen und als Wohnstandort attraktiver zu werden.

Stadt und Land in Deutschland: Klein- und Mittelstädte

Es gibt aber nicht nur die beiden Pole Dorf und Großstadt. Es gibt auch Klein- und Mittelstädte. In Klein- und Mittelstädten leben die meisten Menschen in Deutschland.

Kleinstädte haben unter 20.000 Einwohner'innen. Im Vergleich dazu haben Mittelstädte zwischen 20.000 und 100.000 Bewohner*innen.

Für viele Menschen in Deutschland vereinen Klein- und Mittelstädte die Vorteile einer Stadt mit dem Leben auf dem Land. Häufig haben junge Familien die finanziellen Mittel, um dort Eigentum zu kaufen, sodass sie dorthin ziehen. Für sie ist es reizvoll, ihre Einkäufe in der Innenstadt zu erledigen und ihre Kinder auf die nächstgelegene Schule zu schicken. Außerdem haben Klein- und Mittelstädte aufgrund ihrer Größe auch häufig Arbeitsplatze für gut ausgebildete junge Menschen zu bieten.

Die beliebtesten Mittelstädte, die zur Zeit durch viele neue Bildungs-, Kultur-, und Freizeitangebote neue Bewohner anlocken, sind im Süden Deutschlands zum Beispiel Fürth, Bamberg oder Passau, sowie im Osten Chemnitz, Magdeburg, Schwerin und Erfurt. Was diese Städte zudem lebenswert machen, sind die vergleichsweise günstigen Mieten, sowie moderne Jobangebote.

Stadt und Land - Das Wichtigste

  • Verstädterung und Suburbanisierung sind Entwicklungsprozesse.
  • Ein Land durchläuft im Rahmen seiner Entwicklung verschiedene Phasen der Verstädterung.
  • Deutschland ist eine urbanisierte Gesellschaft, da etwa 80% der Bevölkerung in Städten wohnen.
  • In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Agglomerationsräumen, die über das komplette Land verteilt sind.
  • Landflucht beschreibt die Abwanderung der Bevölkerung aus ländlichen Regionen in städtische Gebiete.
  • Landflucht und Braindrain stellen in Deutschland ein Problem dar, das durch verschiedene Gegenmaßnahmen versucht wird, zu lösen.
  • Die meisten Menschen in Deutschland leben in Klein- und Mittelstädten.
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