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Im Chemieunterricht lernt man eine Vielzahl von Titrationsverfahren kennen. Viele kommen bei der traditionellen Titration oft aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn sich durch einen Farbindikator der Äquivalenzpunkt anzeigen lässt.
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Jetzt kostenlos anmeldenIm Chemieunterricht lernt man eine Vielzahl von Titrationsverfahren kennen. Viele kommen bei der traditionellen Titration oft aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn sich durch einen Farbindikator der Äquivalenzpunkt anzeigen lässt.
Noch interessanter werden chemische Versuche jedoch, wenn diese mit anderen Bereichen der Naturwissenschaften verknüpft werden und ein Transfer zwischen verschiedenen Fächern ermöglicht wird. Die Potentiometrie stellt einen solchen Transferversuch dar. Sie zählt zu der physikalisch-chemischen Methode der quantitativen Analyse. Bei dieser Methode spielen zum einen die chemische Reaktion, jedoch auch die physikalischen Vorgänge eine Rolle.
Die elektrochemische Analysemethode Potentiometrie ist ein Indikationsverfahren zur stromlosen Messung einer Potentialdifferenz (Spannung) in einer Probelösung. Vor allem für die Bestimmung der Ionenkonzentration in verschiedenen Elektrolytlösungen eignet sich die Potentiometrie. In der Medizin spielt dieses Verfahren eine wichtige Rolle, da die Körperflüssigkeiten des Menschen typische Elektrolytlösungen darstellen.
Bei den Messverfahren unterscheidet man zwischen zwei Varianten:
Die Direktpotentiometrie erfolgt stromlos, um eine Elektrodenreaktion und einen Stoffumsatz an den Elektroden zu verhindern. Das Verfahren der Direktpotentiometrie dient der Messung der Ionenkonzentration direkt aus dem Potential einer Elektrode. Es handelt sich dabei um eine ionenselektive Elektrode.
Mithilfe der Nernst-Gleichung kann aus dem gemessenen Potential der elektrochemischen Zelle die Konzentration eines bestimmten Stoffes errechnet werden.
Die potentiometrische Titration ist eine klassische Titration, bei der der Endpunkt durch die Potentiometrie bestimmt wird. Angewendet werden kann dieses Verfahren für verschiedene Arten der Titration. Dazu zählen beispielsweise:
Dieses Verfahren bietet einen Vorteil zur klassischen Titration, da die Endpunktbestimmung von trüben oder gefärbten Lösungen ermöglicht wird, bei denen der Umschlag eines Farbindikators nur schwer zu erkennen wäre. Die Reagenzlösung kann dabei manuell oder automatisch mit Hilfe einer Dosier-Bürette zugeführt werden.
Nach jeder Zugabe wird das neue Potential notiert. In der Auswertung stehen die Potentialänderungen in Abhängigkeit vom zugegebenen Volumen der Reagenzlösung. Dadurch kann der Äquivalenzpunkt, der sich um den Potentialsprung befindet, auf der Titrationskurve bestimmt werden.
Der Potentialsprung signalisiert bei der potentiometrischen Titration den Endpunkt der Titration. Grund dafür ist der Zusammenhang zwischen elektrochemischen Potential der zu messenden Ionen und deren Konzentration.
Da es sich bei der Potentiometrie um eine Art der Titration handelt, sind Ziel und Ablauf nahezu gleich. Ziel ist es, wie bei anderen Titrationsarten auch, eine bestimmte Konzentration zu ermitteln.
Für den Aufbau einer potentiometrischen Titration benötigst du neben der Bürette mit Maßlösung und dem Becherglas mit der Elektrolytlösung auch zwei Elektroden.
Die Bezugselektrode wird auch als Elektrode zweiter Art bezeichnet und verfügt über ein konstantes Potential, das von der Konzentration der Lösung nicht abhängig ist. Die Messelektrode ist eine ionenselektive Elektrode, die ein konzentrationsabhängiges Potential aufweist.
Durch Zuführen der Maßlösung wird die Probelösung neutralisiert, so dass sich das Potential der Messelektrode verändert. Die Änderung des Potentials wird durch stetige Messung der Spannung gegenüber dem konstanten Potential der Bezugselektrode ermittelt.
Abbildug 1: Aufbau einer potentiometrischen Messung
In der Potentiometrie werden drei Gruppen von Elektroden unterschieden.
Die Bezugselektroden weisen während der Versuchsdurchführung ein konstantes Potential auf. Dadurch können diese als sogenannter Bezugspunkt bei der späteren Auswertung dienen.
Die Standardwasserstoffelektrode oder Silber-Silberchlorid-Elektrode sind Beispiele für Bezugselektroden.
Das Potential der Indikatorenelektroden bzw. Messelektroden ist von der Änderung der Ionenkonzentration in der Maßlösung Lösung abhängig. Das bedeutet, ihr Potential verändert sich im Laufe der Titration.
Außerdem gibt es sogenannte Glaselektroden, bei denen das Potential abhängig vom pH-Wert und somit nur für Wasserstoffionen selektiv ist.
Eine Elektrode ist ein Leiter für Elektronen. Gemeinsam mit einer Gegenelektrode und einem Medium zwischen den beiden Elektroden entstehen Wechselwirkungen.
Bei elektrochemischen Elektroden bildet das Medium einen flüssigen oder festen Ionenleiter. Oxidations- und Reduktionsreaktionen oder eine äußere angelegte Spannung sorgen für die Erzeugung eines elektrochemischen Potentials. Je nach Abhängigkeit des Potentials von der Elektrolytkonzentration wird in vier Typen unterschieden:
Die Bezugselektrode wird auch als Referenzelektrode bezeichnet und verfügt über ein konstantes Potential. Diese Art von Elektrode besteht aus einer Elektroden-Lösung und zusätzlich einem Bodenkörper mit einem schwerlöslichen Salz. Primär hängt das Potential von der Aktivität der Metallionen ab. Diese Aktivität hängt wiederum von der Aktivität der Anionen der Elektrodenlösung ab. Wird die Konzentration der Anionen also konstant gehalten, so besitzt die Elektrode ebenfalls ein konstantes reproduzierbares Potential.
Ionenselektive Elektroden reagieren nur auf die Veränderung bestimmter Ionenarten in einer Elektrolytlösung.
Dazu zählen zum Beispiel Wasserstoffionen, Natriumionen, Calciumionen, Kaliumionen und Chloridionen.
Die Messelektrode verfügt über eine sogenannte Membran, die dafür sorgt, dass nur bestimmte Ionen eintreten und austreten können.
Die Glaselektrode ist die am häufigsten eingesetzte Membran-Elektrode. Glaselektroden finden aufgrund der pH-Abhängigkeit Anwendung in der Säure-Base-Titration und dienen dort als Messelektrode. Das bedeutet, durch die Veränderung des pH-Werts verändert sich auch das Potential der Glaselektrode.
Hinter einer kleinen dünnwandigen Glaskugel befindet sich eine Pufferlösung, die einen bestimmten pH-Wert aufweist.
Um herauszufinden, wann der Äquivalenzpunkt, also der Endpunkt, der Titration erreicht ist, werden während der Potentiometrie die Potentialänderungen und das zugegebene Volumen der Reagenzlösung notiert.
Um die Spannungsänderung zu bestimmen, wird die sogenannte Nernst-Gleichung benötigt, die später auch bei der Ermittlung des Äquivalenzpunktes eine Rolle spielt.
Die Nernst-Gleichung dient der Bestimmung einer Spannung zwischen zwei Halbzellen eines galvanischen Elements. Die Spannung ist dabei abhängig von der Konzentration der Reaktionspartner.
In Bezug auf die Potentiometrie soll mit Hilfe der Nernst-Gleichung die Abhängigkeit des Spannungsverlaufs der Messelektrode zur Konzentration der Elektrolytlösung ermittelt werden.
Die Nernst-Gleichung enthält eine Vielzahl von Faktoren:
Daraus ergibt sie die folgende Gleichung:
Da der Versuchsaufbau bei einer Potentiometrie aus einer Referenzelektrode mit konstantem Potential und einer Messelektrode besteht, kann der Spannungsverlauf einfach berechnet werden.
Voraussetzung dafür ist, dass die zu titrierende Substanz als Ion in der Probelösung vorliegt. Dabei reagiert die oxidierte Form (ox) mit den freibeweglichen Elektronen zur reduzierten Form (red) der Substanz.
Ist diese Voraussetzung erfüllt, kann das konstante Potential der Referenzelektrode ganz einfach von dem errechneten Potential der Messelektrode abgezogen werden.
Ausschlaggebend für die Bestimmung des Äquivalenzpunktes ist die verwendete Referenzelektrode. Auch hier ist die Nernst-Gleichung von Bedeutung, um den Äquivalenzpunkt zu identifizieren. Es ist ein Zusammenhang zwischen Spannungswert und Konzentration zu erkennen. Der Spannungswert ändert sich dann stark, wenn die Konzentrationen der oxidierten und reduzierten Form gleich sind.
Dies ist der sogenannte Potentialsprung und um diesen Bereich findest du auch den Äquivalenzpunkt.
Die Potentiometrie ist eine elektrochemische Analysemethode der quantitativen Analytik in der Chemie. Dabei wird mit Hilfe zweier Elektroden eine Potentialdifferenz gemessen. Dadurch kann die Ionenkonzentration der Elektrolytlösung berechnet werden.
Bei der elektrochemischen Analysemethode der Potentiometrie wird mit Hilfe zweier Elektroden eine Potentialdifferenz in einer Probelösung gemessen. Diese Potentialdifferenz wird als Spannung bezeichnet. Die sich durch das Zuführen einer Reagenzlösung ändernde Spannung wird im Verlaufe der Durchführung notiert, um abschließend den Äquivalenzpunkt des Versuchs zu ermitteln.
Der Potentialsprung beschreibt die sprunghafte Änderung der gemessenen Spannung. In diesem Bereich befindet sich bei der Titration auch der Äquivalenzpunkt.
Karteikarten in Potentiometrie15
Lerne jetztWelche Messverfahren gibt es in der Potentiometrie?
Was ist die Direktpotentiometrie?
Bei der Direktpotentiometrie handelt es sich um die stromlose Messung des Potentials aus einer Elektrode, um daraus die Ionenkonzentration zu gewinnen.
Was ist die potentiometrische Titration?
Eine Titrationsmethode bei der der Endpunkt durch die Potentiometrie bestimmt wird.
Wie viele Elektroden gibt es im Aufbau der Potentiometrie?
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Für welche Titrationen kann das Verfahren der Potentiometrie angewendet werden?
Welche zwei Typen der Elektroden gibt es bei der Potentiometrie?
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