Temperatursensor

In der Welt der Ingenieurwissenschaften spielt die präzise Temperaturmessung eine entscheidende Rolle. Hier kommt der Temperatursensor ins Spiel, denn er erfasst und überwacht Temperaturveränderungen in Umgebungen, Materialien, Gasen und Flüssigkeiten. Dieser Online Artikel deckt von den Grundlagen und verschiedenen Arten von Temperatursensoren bis hin zu ihrer Rolle in der Messtechnik ab. Damit erhältst du einen umfassenden Einblick in das Thema Temperatursensor und seine Anwendung.

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Inhaltsverzeichnis
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    Temperatursensor: Definition und Grundlagen

    Im Bereich der Ingenieurwissenschaften ist der Temperatursensor ein unverzichtbares Werkzeug, verwendet in verschiedenen Szenarien wie zum Beispiel in der Raumfahrt, Industrielle Überwachung, Medizinische Geräte und auch im alltäglichen Gebrauch wie in Haushaltsgeräten.

    Was bedeutet der Begriff 'Temperatursensor'?

    Der Temperatursensor ist ein Gerät, das zur Erkennung von Temperaturänderungen eingesetzt wird. Er wandelt physikalische Temperatur in ein messbares Signal um, das dann zur Überwachung oder Steuerung von Temperaturumgebungen verwendet wird. Häufig werden dazu Widerstandsthermometer, Thermoelemente und Halbleitersensoren eingesetzt.

    Temperatursensor: Ein Instrument, das Temperaturänderungen erkennt und in ein lesbares, messbares Signal umwandelt.

    Ein Beispiel für einen Temperatursensor ist ein Thermoelement in deinem Haushaltsofen. Es überwacht kontinuierlich die Temperatur im Ofen und stellt sicher, dass sie auf dem eingestellten Niveau bleibt.

    Grundlagen zu Temperatursensoren

    Temperatursensoren arbeiten auf der Grundlage von Thermoelementen, Widerstandsthermometern oder Halbleitersensoren. Sie messen die Temperatur durch Vergleich einer physikalischen Eigenschaft wie Widerstand oder Spannung mit der Temperatur. Die gemessenen Daten werden dann über ein Signalausgang an eine Steuerungseinheit weitergegeben, die sie verarbeitet und entsprechend reagiert.
    Thermoelemente Erzeugen eine Spannung entsprechend mit Temperaturänderungen
    Widerstandsthermometer Messen Temperaturänderungen über Widerstandsänderungen
    Halbleitersensoren Betriebsabhängig von Stromspannungscharakteristiken, ändern sich mit der Temperatur

    Widerstandsthermometer: Ein Temperatursensor, der den Widerstandsunterschied in einem Metall feststellt und daraus die Temperatur berechnet.

    Thermoelemente sind aufgrund ihrer Robustheit und Fähigkeit, extrem hohe Temperaturen zu messen, in industriellen Anwendungen weit verbreitet. Sie werden aus zwei unterschiedlichen Metallen hergestellt, die an einem Ende verbunden sind. Wenn das verbundene Ende erwärmt wird, entsteht eine elektrische Spannung, die dann gemessen wird.

    Verständnis von Temperatursensoren

    Temperatursensoren spielen eine wesentliche Rolle in zahlreichen Anwendungsgebieten. Verständnis von Temperatursensoren impliziert Kenntnisse über die verschiedenen Arten von Sensoren, ihre Funktionalitäten und ihre korrekte Verwendung. Außerdem sind die korrekte Installation und Kalibrierung von entscheidender Bedeutung für genaue Messungen. Bei Verwendung von Temperatursensoren ist es wichtig, die physikalischen Gesetze zu beachten, auf denen sie basieren, um ihre Genauigkeit und Effizienz zu optimieren. So basiert beispielsweise ein Thermoelement auf dem Seebeck-Effekt.

    Seebeck-Effekt: Dies ist das Phänomen, dass eine Temperaturdifferenz zwischen zwei unterschiedlichen Metallen oder Halbleitern eine elektrische Spannung erzeugt.

    Für eine korrekte Interpretation der durch Temperatursensoren erfassten Daten muss man in der Lage sein, die gemessenen physikalischen Parameter, wie z.B. Widerstand oder Spannung, in Temperaturwerte umzurechnen. Normalerweise wird diese Umrechnung durch eine Funktion oder Gleichung ermöglicht, die als Kalibrierfunktion bekannt ist und von der Art des verwendeten Sensors abhängt. Für ein Widerstandsthermometer wäre diese Funktion beispielsweise durch die Callendar-Van Dusen-Gleichung gegeben: \[ Pt100: R(T) = R0[1+ A*T+B*T^2+C(T-100)*T^3] \]

    Beispiel für die Anwendung eines Temperatursensors: In Heizkörper-Thermostaten im Haushalt wird meist ein bimetallischer Streifen als Temperatursensor eingesetzt. Der bimetallische Streifen biegt sich unter Temperatureinfluss. Diese mechanische Bewegung wird genutzt, um einen Kontakt zu öffnen oder zu schließen und so die Heizung zu steuern.

    Arten von Temperatursensoren: Thermoelemente und Thermistor

    Im Bereich der Temperatursensoren gibt es viele verschiedene Typen, die je nach Anwendungsfall genutzt werden. Besonders hervorzuheben sind die beiden gängigsten Arten: Thermoelemente und Thermistoren. Diese weisen charakteristische Eigenschaften auf und eignen sich für unterschiedliche Einsatzbereiche.

    Thermoelement: Funktionsweise und Einsatzgebiete

    Thermoelemente sind eine der am weitesten verbreiteten Arten von Temperatursensoren. Sie basieren auf dem Effekt, dass zwei verschiedene Metalle oder Legierungen, die an zwei Stellen miteinander verbunden sind, eine Thermospannung erzeugen, wenn die Verbindungsstellen unterschiedlich temperiert sind. Dieses Prinzip ist als Seebeck-Effekt bekannt.

    Seebeck-Effekt: Phänomen, bei dem eine Temperaturdifferenz zwischen zwei unterschiedlichen Metallen oder Halbleitern eine elektrische Spannung erzeugt.

    Die Spannung, die durch den Seebeck-Effekt in einem Thermoelement erzeugt wird, kann gemessen werden und steht in direktem Zusammenhang mit der Temperaturdifferenz. Der Zusammenhang zwischen der Thermospannung \(V\) und der Temperaturdifferenz \(\Delta T\) kann durch die Gleichung \(V = S \cdot \Delta T\) beschrieben werden, wobei \(S\) den sogenannten Seebeck-Koeffizienten darstellt. Thermoelemente sind aufgrund ihrer Einfachheit, ihrer Robustheit und ihrer geringen Größe sehr weit verbreitet und werden in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt.
    • Industrieanwendungen: In der Prozesskontrolle und -überwachung werden Thermoelemente zur Messung hoher Temperaturen eingesetzt.
    • Wissenschaftliche Anwendungen: Bei thermischen Analysen und in der Hochtemperaturphysik kommt das Thermoelement häufig zum Einsatz.
    • Allgemeine Anwendungen: In Haushaltsgeräten wie Öfen und Kühlschränken mit Temperaturregelung werden oft Thermoelemente verwendet.

    Ein Beispiel für die Anwendung eines Thermoelements ist das Thermoelement in deinem Grill. Es überwacht kontinuierlich die Temperatur und sorgt dafür, dass die gewünschte Gartemperatur eingehalten wird.

    Thermistor: Funktionsweise und Einsatzgebiete

    Ein Thermistor ist ein spezieller Widerstand, dessen Widerstandswert mit der Temperatur variiert. Dieser Temperatursensor besteht aus Halbleitermaterialien, die eine hohe Temperaturabhängigkeit haben. Es gibt zwei Arten von Thermistoren: PTC (Positive Temperature Coefficient), bei denen der Widerstand mit steigender Temperatur zunimmt, und NTC (Negative Temperature Coefficient), bei denen der Widerstand mit steigender Temperatur abnimmt.

    Thermistor: Ein Temperatursensor aus Halbleitermaterial, dessen Widerstand deutlich mit der Temperatur variiert.

    Die Temperaturabhängigkeit des Widerstands eines Thermistors wird i.d.R. mit der Betz'schen Gleichung beschrieben: \[ R(T) = R_0 \cdot e^{\frac{B}{T}} \] Wo \(R_0\) der Widerstand bei einer Referenztemperatur ist, \(B\) ist die Materialkonstante und \(T\) ist die absolute Temperatur. Thermistoren sind sehr genaue und schnelle Temperatursensoren. Sie decken allerdings meist nur einen kleinen Temperaturbereich ab. Beachte jedoch, dass sie sich durch ihren nicht-linearen Temperatur-Widerstands-Verlauf nicht für alle Anwendungen eignen. Einsatzgebiete von Thermistoren sind:
    • Schaltungsschutz: PTC-Thermistoren werden oft als Übertemperatursicherung verwendet.
    • Temperaturmessung: NTC-Thermistoren dienen der genauen Temperaturmessung in Wetterstationen, Klimaanlagen und Haushaltsgeräten.

    Ein praktisches Beispiel für den Einsatz von Thermistoren ist das elektronische Thermometer. Es misst mit einem NTC-Thermistor sehr genau und schnell die Temperatur unter deiner Zunge.

    Bau und Funktionsweise von Temperatursensoren

    Wie funktioniert ein Temperatursensor?

    Temperatursensor ist ein Oberbegriff, der eine Gruppe von Geräten beschreibt, die unter Verwendung verschiedener Prinzipien funktionieren, jedoch das gleiche Ziel verfolgen: die Umwandlung von Temperatur in ein messbares Signal. Eine der häufigsten Arten von Temperatursensoren sind die so genannten Thermoelemente. Diese Sensoren nutzen den Seebeck-Effekt, bei dem verschiedene Materialien, meist Metalle, eine elektrische Spannung erzeugen, wenn sie unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt sind. Die Höhe dieser Spannung ist ein direkter Indikator für die Temperaturdifferenz zwischen den beiden Materialien.

    Seebeck-Effekt: Phänomen, bei dem eine Temperaturdifferenz zwischen zwei unterschiedlichen Metallen oder Halbleitern eine elektrische Spannung erzeugt.

    Eine andere Art von Temperatursensoren, die so genannten Widerstandsthermometer, arbeiten auf der Grundlage des Prinzips, dass sich der elektrische Widerstand von Materialien mit der Temperatur ändert. Die Änderung ist bei Metallen in der Regel linear, so dass der Widerstand eines Widerstandsthermometers ein genaues Maß für die Temperatur ist. Die Beziehung zwischen der Temperatur \(T\) und dem Widerstand \(R\) im Falle eines Platin-Widerstandsthermometers kann mit der Callendar-Van Dusen-Gleichung gegeben sein: \[ R(T) = R0[1+ A*T+B*T^2+C*(T-100)*T^3] \] Wobei \(R0\) der Widerstand bei 0°C ist und A, B, C Materialkonstanten sind. Außerdem existieren Halbleiter-basierte Temperatursensoren, sogenannte Thermistoren. Ihre Funktionsweise basiert auf der Tatsache, dass der elektrische Widerstand von Halbleitern stark temperaturabhängig ist. Besonders NTC-Thermistoren, deren Widerstand mit steigender Temperatur abnimmt, werden häufig eingesetzt.

    Die Wahl des richtigen Temperatursensors hängt von vielen Faktoren ab, darunter die benötigte Genauigkeit, der Temperaturbereich, die Umgebungsbedingungen und natürlich auch der Kostenfaktor. Während Thermoelemente recht kostengünstig sind und ein breites Temperaturspektrum abdecken können, bieten Widerstandsthermometer und insbesondere Platin-Widerstandsthermometer eine sehr hohe Genauigkeit und Stabilität.

    Bau von Temperatursensoren: Ein einfacher Experte

    Der Bau von Temperatursensoren folgt in der Regel einem ähnlichen Muster, unabhängig von der Art des Sensors. Im Inneren jedes Temperatursensors befindet sich ein sogenanntes "sensitives Element", das die eigentliche Temperaturmessung durchführt und dessen Eigenschaften sich mit der Temperatur verändern. Im Falle von Thermoelementen besteht dieses sensitive Element aus zwei verschiedenen Metallen, die an einer Stelle miteinander verbunden sind. Diese Verbindung wird als "Messstelle" bezeichnet. Die andere Seite des Thermoelements, an der die beiden Metalle getrennt bleiben, wird als "Referenzstelle" bezeichnet. Der Unterschied in der thermoelektrischen Spannung zwischen Mess- und Referenzstelle ist ein Maß für die Temperaturdifferenz. In einem Widerstandsthermometer besteht das sensitive Element aus einem Metalldraht, in der Regel Platin, der auf ein Trägermaterial aufgebracht ist, um eine stabile mechanische Konstruktion zu gewährleisten. Durch Anlegen einer konstanten Spannung an den Draht lässt sich der Widerstand des Metalls bestimmen, der dann ein direktes Maß für die Temperatur ist. Bei einem Thermistor besteht das sensitive Element aus einem Halbleitermaterial, das entweder in Form eines Widerstands oder in Form einer Diode vorliegen kann. Thermistoren sind besonders für ihre hohe Sensitivität bekannt und können daher auch kleinste Temperaturänderungen sehr genau messen.

    Beispiel für den Einsatz von Temperatursensoren

    Im Alltag begegnen wir Temperatursensoren in zahlreichen Geräten, die uns oft gar nicht bewusst sind. Ein gutes Beispiel dafür ist der Haushaltskühlschrank. In einem Kühlschrank befindet sich ein Temperatursensor, der kontinuierlich die Innentemperatur überwacht. Übersteigt diese einen bestimmten Wert, schaltet der Sensor das Kühlsystem ein, um die Temperatur wieder zu senken. Unterhalb eines bestimmten Wertes wird das Kühlsystem wieder abgeschaltet.

    Ein weiteres Alltagsbeispiel ist die Heizungssteuerung in Wohnungen und Häusern. Hier wird durch Temperatursensoren in den einzelnen Räumen oder an den Heizkörpern die Temperatur erfasst und an eine zentrale Steuerungseinheit übermittelt. Diese reguliert über Ventile die Wärmemenge, die an den jeweiligen Heizkörper abgegeben wird, und hält so die Raumtemperatur konstant.

    Die genaue Kenntnis der Funktionsweise und des Aufbaus von Temperatursensoren ist somit nicht nur für Ingenieure und Wissenschaftler von Bedeutung, sondern hilft auch im Alltag, die uns umgebenden Geräte besser zu verstehen und zu bedienen.

    Arduino und Raspberry Pi Temperatursensor

    Diese beiden Mikrocontroller-Plattformen, Arduino und Raspberry Pi, sind beliebt für Prototypen und kleinere Projekte. Sie haben verschiedene Schnittstellen und Bibliotheken, die die Interaktion mit Temperatursensoren ermöglichen. Unter Berücksichtigung der vorherigen Theorie, lass uns nun auf die Umsetzung mit diesen speziellen Plattformen eingehen.

    Arduino Temperatursensor: Technik und Anwendung

    Die Arduino-Plattform ist zur Entwicklung flexibler, günstiger und einfach zu bedienender Mikrocontroller-Boards bekannt. Arduino-Boards können mit vielen verschiedenen Temperatursensoren arbeiten, wie z.B. Thermistoren, digitale Temperatursensoren und sogar Infrarot-Temperatursensoren. Einige der bekanntesten sind der TMP36-Temperatursensor und der DHT11. Der erste ist ein einfacher, linearer Temperatursensor, der eine Ausgangsspannung erzeugt, die direkt proportional zur Umgebungstemperatur in Celsius ist. Das Ausgangssignal des TMP36 ist analog, daher muss es über den Analog-zu-Digital-Wandler (ADC) des Arduino eingelesen und dann in eine Temperatur umgewandelt werden. Als Analogsensor arbeitet der TMP36 ohne spezielle Software oder Treiber. Eine typische Schaltung, um die Temperatur mit einem TMP36 und einem Arduino zu messen, würde folgendermaßen aussehen:
    Pin Spreadsheet
    TMP36 GND → Arduino GND
    TMP36 Vcc → Arduino 5V
    TMP36 Vout → Arduino A0
    Um die Spannung in eine Temperatur umzurechnen, kann die folgende Formel verwendet werden, die sich aus dem Datenblatt des TMP36 ergibt: \[ T(°C) = \left(\frac{V_{out}}{10mV/°C}\right) - 50°C \] Wo \(V_{out}\) die vom ADC gelesene Spannungswert ist.

    Raspberry Pi Temperatursensor: Technik und Anwendung

    Im Gegensatz zu Arduino ist Raspberry Pi ein voll ausgestatteter Computer mit einem Linux-basierten Betriebssystem. Außerdem bietet die Plattform verschiedene GPIO-Pins (General Purpose Input/Output), die zum Anschluss von Temperatursensoren verwendet werden können. Ein populärer Temperatursensor für Raspberry Pi ist der DS18B20, ein digitaler Temperatursensor, der eine hohe Messgenauigkeit bietet. Da der DS18B20 ein digitaler Sensor ist, ermöglicht er eine hohe Genauigkeit und Fehlererkennung durch eingebaute Fehlerkontrollcodes. Zum Anschluss eines DS18B20 an einen Raspberry Pi sind nur wenige Komponenten erforderlich. Hier eine beispielhafte Konfiguration:
    Pin Spreadsheet
    DS18B20 GND (Pin 1) → Raspberry Pi GND (P1-06)
    DS18B20 Vdd (Pin 3) → Raspberry Pi 3.3V (P1-01)
    DS18B20 DQ (Pin 2) → Raspberry Pi GPIO4 (P1-07)
    Über die 1-Wire-Schnittstelle werden Datenströme zwischen dem Raspberry Pi und dem DS18B20 ausgetauscht. Der Sensor sendet digitale Signale, die das Auslesen der Temperaturinformation ohne analoge Konvertierung ermöglichen. Die Programmierung hierfür kann entweder durch Schreiben von Shell-Scripts oder durch Verwendung von Python erfolgen, was auf dem Raspberry Pi weit verbreitet ist. Ein generelles Verständnis und die Fähigkeit, Temperatursensoren einzusetzen, ist eine wichtige Grundlage für viele industrielle, wissenschaftliche und auch private Anwendungsbereiche.

    Temperatursensoren in der Messtechnik

    Rolle von Temperatursensoren in der Messtechnik

    In der Messtechnik spielt die Erhebung von Temperaturdaten eine zentrale Rolle. Denn Temperatur kann Einfluss auf verschiedene physikalische Eigenschaften von Materialien haben, etwa Leitfähigkeit, Widerstand und mechanische Eigenschaften. Deshalb sind Temperatursensoren essenzielle Messgeräte in zahlreichen industriellen, wissenschaftlichen und technischen Anwendungen. Wir haben bereits besprochen, dass Temperatursensoren auf verschiedene Weise funktionieren können. In der Messtechnik suchen Ingenieure nach Sensoren, die besonders präzise und zuverlässig sind, oft mit einer Genauigkeit von Bruchteilen eines Grades. Dazu gehören beispielsweise Platin-Widerstandsthermometer und Thermoelemente. Außerdem ist die Beständigkeit des Sensors unter verschiedenen Bedingungen - etwa extremen Temperaturen, Feuchtigkeit oder Druck - oftmals ein entscheidendes Auswahlkriterium. Ein Sensor, der seine Genauigkeit unter unerwünschten Einflüssen beibehält, trägt zu zuverlässigeren Messungen bei.

    Genauigkeit: Die Fähigkeit eines Messinstruments, einen Wert anzugeben, der nahe an dem wahren Wert liegt, der gemessen wird.

    Zudem sind die Ansprechzeit (d.h. wie schnell reagiert ein Temperatursensor auf Temperaturänderungen), die Langzeitstabilität (d.h. behält der Sensor seine Eigenschaften auch über einen langen Zeitraum bei) sowie Faktoren wie Größe und Kosten wichtige Kriterien bei der Auswahl von Temperatursensoren in der Messtechnik.

    Temperatursensoren: Von der Theorie zur Praxis in der Messtechnik

    Die Praxisanwendung von Temperatursensoren in der Messtechnik erfordert eine tiefe Kenntnis der Theorie hinter der Funktionsweise des Sensors, sowie der möglichen Störfaktoren, die die Messgenauigkeit beeinflussen könnten. Nehmen wir als Beispiel ein Thermoelement. Wie bereits besprochen, erzeugt ein Thermoelement eine Spannung entsprechend der Temperaturdifferenz zwischen zwei verschiedenen Metallen. Um den exakten Temperaturwert zu erhalten, muss dieses Signal durch eine elektronische Schaltung, oft ein sogenannter "Signal Conditioner", verarbeitet werden. Der Signal Conditioner konvertiert das Thermospannungssignal in eine übliche elektronische Spannung, die dann weiter analysiert oder in ein digitales Signal für Datenverarbeitungssysteme umgewandelt werden kann. Aber wie kann die Genauigkeit dieser Messung in der Praxis sichergestellt werden? Erstens gibt es spezielle Referenzmaterialien, sogenannte "Kalibrierstandards", die verwendet werden, um die Genauigkeit eines Sensors zu überprüfen. Oft sind das genau definierte Temperaturpunkte, wie z.B. der Schmelzpunkt von Eis bei 0°C oder der Siedepunkt von Wasser bei 100°C. Zweitens können Temperatursensoren auch kalibriert werden, um Fehler zu korrigieren. Die Kalibrierung ist ein Verfahren, bei dem der Sensor mit einer bekannten Temperaturquelle verglichen und die Messung justiert wird. Der praktische Einsatz von Temperatursensoren in der Messtechnik ist ein komplexes Thema, das weit über einfache Temperaturmessungen hinausgeht. Es erfordert eine gründliche Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen und Kenntnisse über die Möglichkeiten zur Optimierung von Sensoren und Messsystemen.

    Ein konkretes Beispiel für die Verwendung von Temperatursensoren in der Messtechnik findet sich in der Lebensmittelindustrie. Hier ist die ständige Überwachung der Temperatur während der Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln von großer Bedeutung, um die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel zu gewährleisten. Dazu werden Temperatursensoren verwendet, die Daten in Echtzeit liefern und so sicherstellen, dass die erforderlichen Temperaturbedingungen eingehalten werden.

    Temperatursensor - Das Wichtigste

    • Seebeck-Effekt: Phänomen, bei dem eine Temperaturdifferenz zwischen zwei unterschiedlichen Metallen oder Halbleitern eine elektrische Spannung erzeugt.
    • Kalibrierfunktion: Funktion oder Gleichung, die genutzt wird, um physikalische Parameter, wie Widerstand oder Spannung, die durch Temperatursensoren erfasst wurden, in Temperaturwerte umzurechnen.
    • Thermoelement: Ein Typ von Temperatursensor, das den Seebeck-Effekt nutzt, um eine Thermospannung zu erzeugen; diese steht in direktem Zusammenhang mit der Temperaturdifferenz.
    • Thermistor: Ein Typ von Temperatursensor, der aus Halbleitermaterial besteht und dessen Widerstand mit der Temperatur variiert.
    • Callendar-Van Dusen-Gleichung: Gleichung, die die Beziehung zwischen Widerstand und Temperatur bei einem Widerstandsthermometer, speziell bei einem Platin-Widerstandsthermometer (Pt100), beschreibt.
    • Arduino und Raspberry Pi: Mikrocontroller-Plattformen, die beliebt sind für DIY-Projekte und Prototyping, einschließlich der Interaktion mit Temperatursensoren.
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    Häufig gestellte Fragen zum Thema Temperatursensor
    Was ist ein Temperatursensor?
    Ein Temperatursensor ist ein Gerät, das Temperaturänderungen misst und in Daten umwandelt, die von einem Computer oder einem anderen Überwachungssystem interpretiert werden können. Er wird in zahlreichen Branchen und Geräten verwendet, wie zum Beispiel in Klimaanlagen, Autos, Kühlschränken und Laborequipment.
    Welche Temperatursensoren gibt es?
    Es gibt eine Vielzahl von Temperatursensoren, darunter Thermoelemente, Widerstandsthermometer (RTD), Thermistoren, Infrarotsensoren, Halbleitersensoren, Bimetallsensoren und digitale Temperatursensoren.
    Wo werden Temperatursensoren eingesetzt?
    Temperatursensoren werden in vielen verschiedenen Branchen und Anwendungen eingesetzt, darunter in der Gebäudetechnik zur Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, in der Industrie zur Überwachung von Maschinen und Prozessen, in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zur Überwachung von Temperaturen und in der Medizintechnik.

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