Teilkostenrechnung

Im BWL-Unterricht nehmen Kostenrechnungssysteme einen wichtigen Platz ein. Besondere Aufmerksamkeit gebührt hierbei der Teilkostenrechnung. Als spezielle Methode der Kostenrechnung ermöglicht sie ein differenziertes Kostenverständnis und trägt somit zur Verbesserung von Unternehmensentscheidungen bei. Der Aufbau dieses Artikels verfolgt eine schrittweise Annäherung an das Thema Teilkostenrechnung, indem definitorische Aspekte, Schemata und einfache Erklärungen als Grundlage dienen. Weitere vertiefende Informationen bis hin zu praxisbezogenen Anwendungsfällen ergänzen das Verständnis.

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Inhaltsangabe

    Einführung in die Teilkostenrechnung

    In der Betriebswirtschaftslehre, speziell in der Kosten- und Leistungsrechnung, spielt die Teilkostenrechnung eine bedeutende Rolle. Sie ermöglicht dir eine umfassende Analyse der Kostenstruktur eines Unternehmens, um fundierte unternehmerische Entscheidungen zu treffen.

    Bei der Teilkostenrechnung werden die Gesamtkosten eines Unternehmens in fixe und variable Kosten aufgeteilt. Während die fixen Kosten nicht von der Ausbringungsmenge abhängen, variieren die variablen Kosten mit der Höhe der Ausbringung.

    Teilkostenrechnung Definition

    Die Teilkostenrechnung ist eine kostenbezogene Entscheidungsrechnung, welche zur Planung, Steuerung und Kontrolle von Unternehmensprozessen eingesetzt wird. Sie unterscheidet sich von der Vollkostenrechnung dadurch, dass nicht alle Kosten verrechnet werden, sondern nur diejenigen Kosten, die direkt zugeordnet werden können.

    Ein Haushaltsgerätehersteller hat festgestellt, dass seine Produktionskosten pro Einheit sinken, wenn er mehr produziert. Diese Kosten, die mit steigender Produktionsmenge sinken, sind variable Kosten. Um diese variable Kosten zu bestimmen, setzt er die Teilkostenrechnung ein.

    Teilkostenrechnung Schema

    Das Schema der Teilkostenrechnung basiert auf der Unterscheidung von variablen und fixen Kosten. Es ist wichtig zu verstehen, dass nur variable Kosten durch die Ausbringung beeinflusst werden können. Folgende Tabelle gibt dir einen Überblick:

    Variable Kosten Verändern sich mit der Ausbringungsmenge
    Feste Kosten Verändern sich nicht mit der Ausbringungsmenge

    In der Praxis kann es schwierig sein, eine klare Trennung zwischen fixen und variablen Kosten vorzunehmen. Oftmals sind Kosten beides gleichzeitig, abhängig vom betrachteten Produktionsspektrum. Hier hilft die Betrachtung der sogenannten semi-variablen Kosten, die sich teilweise verändern und teilweise fix sind.

    Teilkostenrechnung einfach erklärt

    Die Teilkostenrechnung dient zur Ermittlung der Kosten, die sich bei einer Veränderung der Beschäftigung ändern. Es handelt sich um jene Kosten, die variieren, wenn die Produktionsmenge steigt oder sinkt. Unterteilt werden diese in variable und fixe Kosten:

    • Variable Kosten: Ändert sich mit der Produktionsmenge, z.B. Materialkosten
    • Feste Kosten: Ändert sich nicht mit der Produktionsmenge, z.B. Mieten oder Gehälter

    Die Teilkostenrechnung zielt darauf ab, die genaue Kostenstruktur des Unternehmens zu ermitteln und dadurch fundierte Entscheidungen in Bezug auf Preisgestaltung und Produktionsplanung zu ermöglichen.

    Ein Pizzabäcker verwendet die Teilkostenrechnung, um zu prüfen, ob es sich lohnt, eine bestimmte Pizzasorte weiter anzubieten. Er betrachtet die Kosten für die einzelnen Zutaten (variable Kosten), aber auch die Kosten für den Betrieb des Pizzaofens und das Personal (fixe Kosten). Er stellt fest, dass die variable Kosten für diese Pizza deutlich höher sind als für andere Sorten, daher macht er die Entscheidung, diese Sorte nicht mehr anzubieten.

    Teilkostenrechnung im Detail

    Im Detail betrachtet, bietet die Teilkostenrechnung als Werkzeug des Controllings eine Menge an Möglichkeiten für fundierte Unternehmensentscheidungen. Sie dient nicht nur zur Kostenkontrolle, sondern auch zur Preis-, Produktionsmengen- und Produktmixplanung.

    Unterschied Vollkosten- und Teilkostenrechnung

    Die Unterscheidung zwischen Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnung liegt im Wesentlichen in der Erfassung und Zuteilung der Kosten.

    Bei der Vollkostenrechnung werden sämtliche Kosten eines Unternehmens auf die hergestellten Produkte oder angebotenen Dienstleistungen verteilt. Das heißt, es werden sowohl direkte (Materialkosten, Personalkosten etc.) als auch indirekte Kosten (Verwaltungskosten, Abschreibungen etc.) auf die Kostenträger verrechnet.

    In Gegensatz dazu berücksichtigt die Teilkostenrechnung bei der Zuteilung auf die Produkte oder Dienstleistungen nur einen Teil der Kosten. Sie unterscheidet zwischen fixen und variablen Kosten, woraus ein differenzierteres Bild der Kostensituation entsteht.

    • Vollkostenrechnung: Alle Kosten (direkt und indirekt) werden auf die Kostenträger verteilt.
    • Teilkostenrechnung: Nur die variablen Kosten werden auf die Kostenträger verteilt. Die fixen Kosten werden als periodenbezogene Kosten behandelt.

    Teilkostenrechnung Formel

    Die Berechnung der Teilkosten besteht aus zwei Komponenten - den festen Kosten und den variablen Kosten. Um die Teilkosten zu ermitteln, werden die variablen Kosten der jeweiligen Kostenträger summiert und die fixen Kosten separat berechnet. Die Formel sieht in der Regel wie folgt aus:

    Für die Teilkosten \(\text{TK}\) gilt beispielsweise: \(\text{TK} = \text{Fixkosten pro Periode} + (\text{variable Kosten pro Einheit} \times \text{Produktionsmenge})\).

    Teilkostenrechnung Beispiel

    Nehmen wir an, ein Schuhhersteller produziert Sportschuhe. Die fixen Kosten, beispielsweise für die Miete der Produktionshalle, summieren sich auf 10.000 Euro monatlich. Für jede produzierte Einheit fallen zusätzliche variable Kosten von 20 Euro an. Würde der Schuhhersteller 500 Paar Schuhe in einem Monat produzieren, ließe sich das so berechnen:

    Die monatlichen Teilkosten würden in diesem Fall also lauten: \(\text{TK} = 10000 + (20 \times 500) = 20000 \, \text{Euro}\).

    Dadurch erhält der Schuhhersteller eine detaillierte Aufschlüsselung seiner Kosten und kann diese Informationen für weitere Geschäftsentscheidungen verwenden.

    Anwendung und Vertiefung der Teilkostenrechnung

    Die Teilkostenrechnung ermöglicht dir eine detaillierte und umfassende Kostenanalyse. Sie hat vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in der Unternehmenspraxis. Anhand von Schlüsselindikatoren wie dem Deckungsbeitrag oder der Kalkulation, können Entscheidungen hinsichtlich Produktportfolios, Preisgestaltung und weiteren strategischen Aspekten getroffen werden. Dabei solltest du jedoch immer auch die Vor- und Nachteile dieses Ansatzes im Blick behalten.

    Teilkostenrechnung Deckungsbeitrag

    Ein zentraler Begriff in Verbindung mit der Teilkostenrechnung ist der Deckungsbeitrag. Er stellt das Ergebnis der Teilkostenrechnung dar und gibt an, wie viel Umsatz nach Abzug der variablen Kosten verbleibt, um die fixen Kosten zu decken.

    Generell gilt: \(\text{Deckungsbeitrag} = \text{Umsatzerlöse} - \text{variable Kosten}\).

    Der Deckungsbeitrag liefert wertvolle Informationen für zahlreiche betriebswirtschaftliche Entscheidungen. So kannst du etwa den Erfolg einzelner Produkte oder Produktgruppen beurteilen und Rückschlüsse auf die Ertragsfähigkeit ziehen. Produkte mit hoher Deckungsbeitragsspanne tragen besonders stark zur Deckung der fixen Kosten bei.

    Zum Beispiel, bei der Produktion eines Fahrrads verkaufst du jedes Fahrrad zu 200 Euro und die Materialkosten für jedes Fahrrad belaufen sich auf 50 Euro. Das würde einen Deckungsbeitrag pro Fahrrad von 150 Euro ergeben (\(200 - 50 = 150\)). Hierbei sind die Fixkosten noch nicht berücksichtigt.

    Teilkostenrechnung Kalkulation

    Auch bei der Kalkulation von Preisen und Angeboten ist die Teilkostenrechnung ein unverzichtbares Werkzeug. Denn sie ermöglicht dir, die minimalen Preise zu ermitteln, die du zur Deckung deiner Kosten verlangen musst.

    Die Kalkulation mit der Teilkostenrechnung kann beispielsweise nach der Formel \( Kalkulationspreis = \text{variable Kosten pro Stück} + (fixe Kosten / Absatzmenge) \) durchgeführt werden.

    Bei der Berechnung der Preise werden in der Regel auch Gewinnzuschläge berücksichtigt. Die Teilkostenrechnung erlaubt es dir, einen Preis zu bestimmen, der sowohl die variablen und fixen Kosten deckt, als auch einen gewünschten Gewinnzuschlag gewährleistet.

    Bei Fahrrädern mit variable Kosten von 50 Euro pro Stück und monatlichen Fixkosten von 1000 Euro, wenn 40 Fahrräder im Monat verkauft werden, würde der Kalkulationspreis also \(50 + (1000 / 40) = 75\) Euro betragen.

    Vor- und Nachteile Teilkostenrechnung

    Die Teilkostenrechnung bietet sowohl Vor- als auch Nachteile. Hier sind einige der wichtigsten Punkte:

    • Die Teilkostenrechnung kann flexibel auf unterschiedliche Unternehmenssituationen und -ziele angepasst werden.
    • Sie liefert genaue Informationen über die Kosten, die durch eine Stückzahlveränderung beeinflusst werden. Damit erhöht sie die Transparenz der Kostenstruktur und ermöglicht eine genauere Erfolgskontrolle.
    • Auf der anderen Seite ist die Teilkostenrechnung komplizierter und aufwendiger als eine Vollkostenrechnung.
    • Ein weiterer Nachteil der Teilkostenrechnung ist, dass sie zu Fehlinterpretationen führen kann, wenn die fixen Kosten in der Kalkulation vernachlässigt werden.

    Teilkostenrechnung Anwendung

    Die Teilkostenrechnung findet breite Anwendung in der Unternehmenspraxis. Mit ihrer Hilfe lassen sich beispielsweise Preise kalkulieren, Produkte bewerten und Produktionsmengen planen. Sie kann sowohl auf unternehmensweite als auch auf kleinere, abteilungsbezogene oder produktspezifische Entscheidungsprobleme angewendet werden.

    So kann die Teilkostenrechnung beispielsweise bei der Bewertung von Investitionsprojekten und der Budgetplanung, bei der Planung von Produktionsmengen und der Preisgestaltung, bei der Gestaltung des Produktprogramms und der Marktsegmentierung, bei der Bewertung von Outsourcing-Alternativen und vielen weiteren Unternehmensentscheidungen nützlich sein.

    Mit Hilfe der Teilkostenrechnung können diverse betriebswirtschaftliche Kennzahlen ermittelt werden, darunter der Break Even Point, der Deckungsbeitrag oder der Gewinnschwellenwert. Diese Kennzahlen geben detaillierte Einblicke in die Rentabilität einzelner Produkte oder Produktgruppen und tragen zur Optimierung der Preisgestaltung, Produktionsplanung und anderer betrieblicher Entscheidungen bei.

    Teilkostenrechnung - Das Wichtigste

    • Definition von Teilkostenrechnung: Kostenbezogene Entscheidungsrechnung, die zur Planung, Steuerung und Kontrolle von Unternehmensprozessen eingesetzt wird. Unterscheidung in fixe und variable Kosten.
    • Unterschied Teilkosten- und Vollkostenrechnung: Bei der Vollkostenrechnung werden alle Kosten auf die Produkte verteilt, bei der Teilkostenrechnung nur die variablen Kosten.
    • Teilkostenrechnung Schema: Unterscheidung in fixe und variable Kosten. Fixe Kosten sind unabhängig von der Ausbringungsmenge, variable Kosten verändern sich mit der Ausbringungsmenge.
    • Teilkostenrechnung Formel: Teilkosten (TK) = Fixkosten pro Periode + (variable Kosten pro Einheit x Produktionsmenge)
    • Deckungsbeitrag in der Teilkostenrechnung: Umsatzerlöse - variable Kosten. Gibt an, wie viel Umsatz nach Abzug der variablen Kosten verbleibt, um die fixen Kosten zu decken.
    • Vor- und Nachteile der Teilkostenrechnung: Flexibel anpassbar und genaue Information über die Kostenstruktur, aber komplizierter als Vollkostenrechnung und kann zu Fehlinterpretationen führen.
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    Häufig gestellte Fragen zum Thema Teilkostenrechnung
    Wann macht man eine Teilkostenrechnung?
    Eine Teilkostenrechnung wird durchgeführt, um kurzfristige, operative Entscheidungen zu unterstützen. Sie kommt zum Einsatz, wenn es darum geht, Entscheidungen über Produktionsmengen, Preise, Verkaufsmengen oder andere betriebswirtschaftliche Fragen basierend auf variablen Kosten zu treffen.
    Was ist die Teilkostenrechnung?
    Die Teilkostenrechnung ist ein Verfahren der Kostenrechnung, bei dem nur teilweise Kosten zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. Im Gegensatz zur Vollkostenrechnung werden hierbei nur die variablen oder direkten Kosten erfasst und den Kostenträgern zugeordnet.

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