Datenjournalismus

Datenjournalismus ist die Kunst, komplexe Daten verständlich und ansprechend für das breite Publikum aufzubereiten. Durch die Analyse großer Datensätze ermöglicht dieser Journalismuszweig tiefergehende Einblicke in gesellschaftliche Themen. Erinnere dich: Im Zentrum des Datenjournalismus stehen präzise Datenanalyse, klare visuelle Darstellungen und die Verpflichtung zur Objektivität.

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Inhaltsangabe

    Was ist Datenjournalismus?

    Datenjournalismus ist ein Bereich des Journalismus, der sich auf die Verarbeitung und Analyse von Datenmengen stützt, um Geschichten zu erzählen. Es ist eine Methode, die den traditionellen Journalismus mit der modernen Datenanalyse verbindet.

    Datenjournalismus Definition

    Datenjournalismus bezeichnet eine journalistische Praxis, bei der Daten im Mittelpunkt der Nachrichtenerstellung stehen. Durch die Sammlung, Filterung und Analyse großer Datenmengen werden komplexe Informationen verständlich aufbereitet und visualisiert.

    Datenjournalismus einfach erklärt

    Um Datenjournalismus besser zu verstehen, kann man ihn mit einem Puzzle vergleichen. Stell dir vor, du hast tausende von Teilen vor dir liegen und musst daraus ein Bild zusammensetzen. Im Datenjournalismus sind diese Teile Daten aus unterschiedlichsten Quellen. Deine Aufgabe ist es, diese Daten zu sammeln, zu ordnen und zu analysieren, um daraus eine verständliche und interessante Geschichte zu formen. Diese Geschichten können in Form von Artikeln, Infografiken oder interaktiven Webseiten präsentiert werden.

    Beispiel: Ein Datenjournalist untersucht die Entwicklung der Arbeitslosenquote in verschiedenen Regionen über die letzten zehn Jahre. Durch die Analyse der Daten können Trends erkannt und in einer interaktiven Karte dargestellt werden, die es den Lesern ermöglicht, die Veränderungen leicht zu verstehen und selbst zu erkunden.

    In der Praxis bedeutet Datenjournalismus oft, dass Journalisten Programmierkenntnisse oder zumindest ein gutes Verständnis für Softwaretools benötigen. Diese Fähigkeiten helfen ihnen, Daten zu sammeln (z.B. durch Web Scraping), diese zu reinigen (d.h. Fehler zu entfernen) und sie mit statistischen Methoden zu analysieren. Darüber hinaus spielt die Fähigkeit, Daten ansprechend zu visualisieren, eine zentrale Rolle. Denn eine gute Visualisierung macht komplexe Daten nicht nur zugänglich, sondern auch interessant.

    Datenjournalismus ermöglicht es, tiefergehende Einblicke zu gewinnen und Geschichten zu erzählen, die sonst verborgen bleiben würden.

    Techniken im Datenjournalismus

    Im Bereich des Datenjournalismus kommen verschiedene Techniken zum Einsatz, um Daten zu sammeln, zu analysieren und zu präsentieren. Diese Techniken machen komplexe Datenmengen greifbar und unterstützen Journalisten dabei, tiefgründige Geschichten zu erzählen.

    Datenjournalismus Techniken

    • Web Scraping: Eine Methode, um automatisch Daten von Webseiten zu sammeln. Dies ist besonders nützlich, um öffentlich zugängliche Daten zu erfassen, die nicht in einer leicht verarbeitbaren Form vorliegen.
    • Datenreinigung: Bevor Daten analysiert werden können, müssen sie oft bereinigt werden. Dies bedeutet, Duplikate zu entfernen, Fehler zu korrigieren und Formatierungen zu normalisieren.
    • Statistische Analyse: Die Verwendung statistischer Methoden hilft dabei, Muster und Trends in den Daten zu erkennen und zu verstehen.
    • Datenvisualisierung: Eine der wichtigsten Techniken im Datenjournalismus. Sie wandelt komplexe Datenmengen in verständliche Grafiken und Karten um, die es dem Publikum erlauben, Informationen schnell zu erfassen.

    Beispiel für Web Scraping: Angenommen, du möchtest einen Artikel über die Preisentwicklung von Mietwohnungen in verschiedenen Städten schreiben. Du könntest ein Web-Scraping-Tool verwenden, um Mietpreise von Immobilienwebsites zu sammeln. Anschließend könntest du diese Daten nutzen, um zu analysieren, in welchen Städten die Mieten besonders stark gestiegen sind.

    Datenjournalismus Methoden

    Neben Techniken basiert der Datenjournalismus auch auf bestimmten Methoden, um Daten zu erheben und zu interpretieren. Dazu gehören:

    • Öffentliche Datenquellen nutzen: Viele Regierungen und Organisationen stellen große Datenmengen öffentlich zur Verfügung. Solche Daten können eine wertvolle Ressource für journalistische Recherchen sein.
    • Befragungen und Umfragen: Eigene Umfragen und Befragungen durchzuführen, kann helfen, spezifische Daten zu erhalten, die sonst schwer zugänglich sind.
    • Zusammenarbeit mit Datenwissenschaftlern: Für komplexere Analysen ist die Zusammenarbeit mit Experten im Bereich der Datenwissenschaft nützlich, um tiefergehende Einblicke in die Daten zu gewinnen.

    Eine fortgeschrittene Methode im Datenjournalismus ist das maschinelle Lernen. Durch den Einsatz von Algorithmen können große Datenmengen analysiert werden, um Muster zu erkennen, die mit herkömmlichen Methoden nicht sichtbar wären. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für investigative Geschichten, erfordert jedoch ein fundiertes Verständnis der Technik oder eine enge Zusammenarbeit mit Fachleuten auf diesem Gebiet.

    Datenvisualisierung ist nicht nur ein Werkzeug zur Präsentation, sondern auch eine wichtige Technik, um während des Analyseprozesses Einblicke in Daten zu gewinnen.

    Beispiele für Datenjournalismus

    Datenjournalismus bietet eine breite Palette an Möglichkeiten, um komplexe Informationen und Daten auf eine Weise zu präsentieren, die sowohl informativ als auch leicht verständlich ist. Hier werden einige prägnante Beispiele und Projekte vorgestellt, die zeigen, wie Datenjournalismus genutzt werden kann, um tiefergehende Einsichten zu liefern und Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen.

    Datenjournalismus Beispiel

    Beispiel: Eines der bekanntesten Beispiele für Datenjournalismus ist das Projekt "The Panama Papers". Hier haben Journalisten Millionen von Dokumenten ausgewertet, die finanzielle Informationen über Offshore-Finanzplätze enthielten. Durch die Analyse der Daten konnten Verbindungen zwischen Politikern, Wirtschaftsbossen und anderen Persönlichkeiten mit Unternehmen in Steueroasen aufgedeckt werden. Dieses Projekt zeigte eindrucksvoll, wie durch die Analyse großer Datenmengen sogar globale politische Veränderungen angestoßen werden können.

    Datenjournalismus Projekte

    Es gibt eine Vielzahl an innovativen Datenjournalismus-Projekten, die unterschiedliche Themenbereiche abdecken. Diese Projekte nutzen Daten, um komplexe Sachverhalte zu visualisieren und damit ein breiteres Publikum zu erreichen.

    • Projekt "Migrant Files": Dieses Projekt visualisiert Migrationsbewegungen und die damit verbundenen Todesfälle. Es bringt Licht in die Herausforderungen und Gefahren, denen Migranten ausgesetzt sind, und unterstreicht die Notwendigkeit politischer Maßnahmen.
    • Projekt "Electionland": Hierbei geht es um die Überwachung und Berichterstattung von Problemen bei der Stimmabgabe während der US-Wahlen in Echtzeit. Dieses Projekt sammelte Daten von Wählern und nutzte sie, um über Störungen im Wahlablauf zu berichten.

    Ein weiterführendes Beispiel ist das Projekt "China’s Most Censored Day". Dabei wurde analysiert, welche Themen in China besonders stark zensiert werden. Durch die Untersuchung von Millionen Beiträgen auf den sozialen Medien konnte aufgezeigt werden, an welchen Tagen und bei welchen Ereignissen die Zensur besonders aktiv ist. Projekte wie diese demonstrieren, wie Daten genutzt werden können, um Einschränkungen der Pressefreiheit und andere gesellschaftliche Themen zu beleuchten.

    Viele Datenjournalismus-Projekte sind kollaborative Anstrengungen, die Experten aus Journalismus, Datenscience, Design und Softwareentwicklung zusammenbringen.

    Wie Du selbst Datenjournalismus betreiben kannst

    Dich interessiert Datenjournalismus und Du möchtest lernen, wie Du selbst in diesem spannenden Feld arbeiten kannst? Der Einstieg in den Datenjournalismus erfordert Neugier, eine Affinität für Zahlen und die Bereitschaft, neue Fähigkeiten zu erlernen. Im Folgenden erfährst Du, wie Du beginnen kannst.

    Einstieg in den Datenjournalismus

    Der Einstieg in den Datenjournalismus beginnt mit der Aneignung grundlegender Fähigkeiten in der Datenanalyse und -visualisierung sowie einem Verständnis dafür, wie Daten Geschichten erzählen können. Folgende Schritte sind empfehlenswert:

    • Familiarisiere Dich mit grundlegenden Konzepten der Statistik und Datenanalyse.
    • Erlange Grundkenntnisse in Programmiersprachen, die häufig in der Datenanalyse verwendet werden, wie Python oder R.
    • Übe Dich in der Nutzung von Tools zur Datenvisualisierung, um Deine Erkenntnisse anschaulich darstellen zu können.
    • Beginne mit kleineren Projekten, um Erfahrungen zu sammeln. Analyse und visualisiere Daten zu einem Thema, das Dich interessiert.

    Viele Online-Kurse und Tutorials können Dir dabei helfen, die notwendigen Fähigkeiten eigenständig zu erlernen.

    Tools und Ressourcen für Datenjournalisten

    Für die Arbeit im Datenjournalismus gibt es eine Vielzahl an Tools und Ressourcen, die es Dir ermöglichen, Daten zu sammeln, zu analysieren und zu visualisieren. Hier sind einige grundlegende Tools, die Du kennen solltest:

    Datenanalyse und -verarbeitung:

    • Excel/Google Sheets - Für die grundlegende Datenanalyse und -verarbeitung.
    • SQL - Zum Arbeiten mit relationalen Datenbanken.
    • Python/R - Programmiersprachen mit leistungsstarken Bibliotheken für statistische Analysen, maschinelles Lernen und Datenvisualisierung.
    Datenvisualisierung:
    • Tableau - Eine führende Software zur Datenvisualisierung.
    • PowerBI - Ein Business-Analytics-Service von Microsoft.
    • Datawrapper - Ein Werkzeug zur Erstellung von interaktiven Charts und Karten ohne Programmierkenntnisse.

    Die meisten dieser Tools bieten kostenlose Versionen oder Testzeiträume, die es Dir ermöglichen, sie auszuprobieren, bevor Du finanzielle Verpflichtungen eingehst.

    Neben der Beherrschung von Tools und Techniken ist es für aufstrebende Datenjournalisten wichtig, ein Netzwerk aufzubauen. Besuche Konferenzen, Workshops und Webinars, vernetze Dich online und offline mit Fachleuten aus dem Bereich. Mitgliedschaften in journalistischen Vereinigungen oder Organisationen können ebenfalls hilfreich sein, um aktuelle Entwicklungen im Feld des Datenjournalismus zu verfolgen und Unterstützung bei Deinen Projekten zu finden.Analyse von Datenquellen wie Regierungsdatenbanken, FOIA-Freigaben (Freedom of Information Act) und öffentlichen Datensätzen können auch ein guter Ausgangspunkt für eigene Projekte sein. Sei jedoch kritisch mit den Daten, die Du verwendest, und stelle sicher, dass sie aus zuverlässigen Quellen stammen.

    Datenjournalismus - Das Wichtigste

    • Datenjournalismus - Bereich des Journalismus, der sich mit der Verarbeitung und Analyse von Datenmengen beschäftigt, um Geschichten zu erzählen.
    • Datenjournalismus Definition - Eine journalistische Praxis, bei der Daten im Zentrum der Nachrichtenerstellung stehen und durch Sammlung, Filterung und Analyse verständlich visualisiert werden.
    • Techniken im Datenjournalismus - Dazu zählen Web Scraping, Datenreinigung, statistische Analyse und Datenvisualisierung.
    • Datenjournalismus Methoden - Nutzung öffentlicher Datenquellen, Durchführung von Befragungen und Umfragen, sowie die Zusammenarbeit mit Datenwissenschaftlern.
    • Beispielprojekte im Datenjournalismus - Das Aufdecken globaler Verbindungen in den Panama Papers, die Visualisierung von Migrationsbewegungen im Projekt Migrant Files und die Echtzeitberichterstattung von Wahlproblemen in Electionland.
    • Einstieg in den Datenjournalismus - Grundlegende Fähigkeiten in Statistik und Datenanalyse erlernen, Programmiersprachen wie Python oder R nutzen und mit visuellen Tools wie Tableau oder Datawrapper Daten darstellen.
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    Häufig gestellte Fragen zum Thema Datenjournalismus
    Was ist Datenjournalismus und wie funktioniert er?
    Datenjournalismus ist eine Form des Journalismus, bei der Datenanalysen genutzt werden, um Geschichten zu erzählen. Du sammelst Daten, analysierst sie und präsentierst die Ergebnisse visuell, um komplexe Informationen verständlich zu machen. Es verbindet journalistische Recherche mit datengestützten Erkenntnissen.
    Welche Werkzeuge und Software werden im Datenjournalismus häufig verwendet?
    Im Datenjournalismus werden häufig Werkzeuge und Software wie Google Tools (z.B. Google Sheets), Datenbankmanagementsysteme (z.B. MySQL), Visualisierungstools (z.B. Tableau, Datawrapper), Programmiersprachen (z.B. Python, R) und Scraping-Tools (z.B. Beautiful Soup) verwendet.
    Wie sammeln Datenjournalisten zuverlässige Daten für ihre Recherchen?
    Datenjournalisten sammeln zuverlässige Daten, indem sie auf amtliche Statistiken, Regierungsberichte, wissenschaftliche Studien zugreifen und Datenbanken von vertrauenswürdigen Organisationen nutzen. Zudem verwenden sie Werkzeuge zur Datenanalyse und prüfen die Informationen durch Kreuzvergleiche und Experteninterviews.
    Wie können Datenvisualisierungen im Datenjournalismus effektiv eingesetzt werden?
    Datenvisualisierungen können im Datenjournalismus effektiv eingesetzt werden, indem sie komplexe Informationen vereinfachen und intuitiv verständlich machen. Sie helfen Dir, Muster und Trends schnell zu erfassen und fördern ein besseres Verständnis des dargestellten Sachverhalts. Visualisierungen wie Grafiken, Karten oder Diagramme machen Daten greifbar und unterstützen die narrative Struktur der Berichterstattung.
    Welche ethischen Überlegungen sind beim Datenjournalismus zu beachten?
    Beim Datenjournalismus musst du die Privatsphäre und Datensicherheit respektieren, Quellen und Daten transparent machen, Genauigkeit gewährleisten und vermeiden, mit Daten Aussagen zu manipulieren. Ethikcodes, wie sie journalistische Verbände bereitstellen, sollten dabei beachtet werden.
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