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Bauhaus Design

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Der Begriff "Bauhaus" ist eine Anlehnung an die Bauhütten der Kathedralen aus dem Mittelalter. Dort wurden Kunst und Handwerk miteinander verbunden und gingen somit Hand in Hand. Diesem Prinzip folgte auch das 1919 gegründete "Staatliche Bauhaus Weimar". Seither gilt das Bauhaus in Deutschland als die bekannteste moderne Schule für Kunst, Design und Architektur.

Die Hoffnung, aus den Trümmern des Ersten Weltkrieges etwas Neues zu schaffen, war der Antrieb des Bauhauses. Gleichzeitig wuchs in der Bevölkerung das Bedürfnis nach praktischen und schnörkellosen Gegenständen. Funktionalismus und Minimalismus standen deshalb im Fokus der Kunstrichtung. Auch wenn das Bauhaus nur 24 Jahre bestand, beeinflusste es das Industriedesign des 20. Jahrhunderts gravierend.

Bauhaus Design Bauhausgebäude in Dessau StudySmarterAbbildung 1: Bauhausgebäude in DessauQuelle: deutsches-reiseradio.comgebaut 1925/26

Bauhaus Design – Geschichte des Bauhauses

Der Ursprung des Bauhauses geht ins späte 19. Jahrhundert zurück. Damals wurde die industrielle Fertigung skeptisch betrachtet, außerdem befürchtete die Bevölkerung, dass die gesellschaftliche Relevanz der Kunst verloren gehen könnte. Konzeptionell ging das Bauhaus aus dem Wunsch hervor, bildende und angewandte Kunst zu vereinen, die Technologisierung der Kreativität zu verhindern und die Kunstausbildung zu reformieren.

Beeinflusst wurde die Bauhaus-Idee von den künstlerischen Strömungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Dazu gehörten die "Arts and Crafts-Bewegung" aus England sowie der Jugendstil. Auch der russische Konstruktivismus und die Künstlergruppe "De Stijl" aus den Niederlanden dienten als Inspiration für das Bauhaus.

Um mehr darüber zu erfahren, schau Dir gerne die Erklärung zum "Jugendstil" an.

Das "Staatliche Bauhaus" entstand 1919 nach dem Ersten Weltkrieg in Weimar. Gegründet wurde die Kunstschule vom Architekten, Designer und Stadtplaner Walter Gropius.

Gropius galt zur damaligen Zeit als einer der bedeutendsten Vordenker der Kunst. Bekannt wurde er vor allem durch seine wagemutigen Architekturen und modernen Bauten. Bereits als Soldat an der Front brachte er Vorschläge zur Gründung einer modernen Lehrinstitution.

Gropius Idee hinter dem Bauhaus

Gropius Idee hinter dem Bauhaus war es, die Kunst aus der Industrialisierung herauszulösen und das Kunsthandwerk wiederzubeleben. Das Bauhaus sollte eine Arbeitsgemeinschaft sein, in der es keine Unterscheidung zwischen Künstler*innen und Handwerker*innen geben sollte.

Im Gegensatz zu der pompösen Gestaltung des 19. Jahrhunderts wollte Gropius eine neue "Baukunst" schaffen. Dabei sollten die sozialen und gesellschaftlichen Aspekte im Fokus stehen. Zusätzlich war es ihm wichtig, funktionale Wohnräume zu schaffen, die für so viele Menschen wie möglich zugänglich sein sollten.

Die Produkte und Wohnungen sollten preiswert, aber dennoch qualitativ hochwertig sein. Aufgrund der Ressourcenknappheit wurde dabei auf Minimalismus gesetzt. Daraus bildete sich schließlich der Grundstein für eine Formsprache, die in den folgenden Jahrzehnten das Industriedesign prägte.

Minimalismus folgt dem Bestreben, auf Überflüssiges zu verzichten. Eine Formsprache bezeichnet die künstlerische Form bzw. die Stilelemente eines Kunstwerks, eines Bauwerks, eines/einer Künstler*in oder einer Epoche.

Gropius stellte sich vor, dass das Bauhaus die Gesamtheit der künstlerischen Medien einschließen sollte. Dazu gehörten:

  • bildende Kunst
  • Industriedesign
  • Grafikdesign
  • Typografie
  • Innenarchitektur
  • Architektur

Am Bauhaus wurde die Architektur als Gesamtkunstwerk mit anderen Künsten kombiniert, um den Bau der Zukunft einzuleiten. So verkündete Walter Gropius das primäre Ziel der Schule im Gründungsmanifest von 1919:

Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau! [...] Architekten, Bildhauer, Maler, wir alle müssen zum Handwerk zurück! [...] Der Künstler ist eine Steigerung des Handwerkers.

Der Aufbau des Studiums

Beim Studium am Bauhaus handelte es sich um eine dreiteilige Lehre. Sie bestand aus:

  1. Vorlehre (Ein Probesemester und Grundausbildung)
  2. Werklehre (dreijährige Form- und Werklehre)
  3. Baulehre (unterschiedliche Dauer)

Alle Studierende mussten zunächst die Vorlehre, auch Vorkurs genannt, durchlaufen. Der Vorkurs, initiiert von Johannes Itten, diente dazu, gleiche Voraussetzungen für die weitere Ausbildung zu schaffen. Zudem konnten die Studierenden innerhalb des Vorkurses ihre Persönlichkeit und Kreativität erkunden, indem sie Einblicke in jede Kunstgattung bekamen. Später konnten sie sich innerhalb der Werklehre in einem dieser Bereiche spezialisieren. Dort wurde dann überwiegend in den Werkstätten gearbeitet.

Die Verantwortung der Werkstätten übernahmen die sogenannten "Meister". Zu diesen gehörten unter anderem Paul Klee und Oskar Schlemmer.

Alle drei Bereiche mussten erfolgreich durchlaufen werden. Zudem gab es ein Studium unter zwei Meistern:

  • Formmeister
  • Werkmeister

Zum Abschluss erhielten die Studierenden einen Meisterbrief, später wurde dieser durch ein Bauhaus-Diplom ersetzt.

Die Bauhaus-Künstler und Künstlerinnen

Bedeutende Künstler*innen, die Walter Gropius als Meister*innen für das Bauhaus gewinnen konnte, waren beispielsweise:

  • Lyonel Feininger (1919)
  • Johannes Itten (1919)
  • Paul Klee (1921)
  • Oskar Schlemmer (1921)
  • Wassily Kandinsky (1922)
  • László Moholy-Nagy (1923)

Bauhaus Design Die Meister auf dem Dach des Bauhausgebäudes StudySmarterAbbildung 2: Die Meister auf dem Dach des Bauhausgebäudes Quelle: bauhaus.devon links: Josef Albers. Hinnerk Scheper, Georg Muche, László Moholy-Nagy, Herbert Bayer, Joost Schmidt, Walter Gropius, Marcel Breuer, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Lyonel Feininger, Gunta Stölzl und Oskar Schlemmer

Mit der Gründung des Bauhauses öffnete sich auch für eine Vielzahl an Frauen die Möglichkeit, bisher verschlossene Berufsfelder kennenzulernen. Daraus resultierte, dass sich zu Beginn mehr Frauen als Männer am Bauhaus in Weimar einschrieben – 84 weibliche und 79 männliche Studierende.

Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum tauchten durch einige Publikationen viele der Bauhaus-Künstlerinnen an die Oberfläche der Geschichte des Bauhauses.

Zu den bedeutendsten Bauhaus-Künstlerinnen gehören:

  • Johanna Hummel
  • Marianne Brandt
  • Gunta Stölzl
  • Lilly Reich
  • Anni Albers
  • Irene Bayer
  • Alma Siedhoff-Buscher

Marianne Brandt, die wohl bekannteste Bauhaus-Absolventin, wurde Lehrerin der Metallwerkstatt. Heute verkörpern ihre Teekannen, Aschenbecher und Lampen ikonisch den Bauhaus-Stil.

Weiter unten findest Du unter den "Designklassikern des Bauhaus-Stils" das berühmte Kaffee- und Teeservice von Marianne Brandt.

Bauhaus Design Merkmale

Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Ressourcen sowie die Einnahmen der Menschen knapp. Deshalb strebten Künstler*innen und Handwerker*innen eine konsequente Reduktion der Produkte an, um eine Massenfertigung zu niedrigen Kosten zu ermöglichen. Ein Großteil der Gesellschaft sollte sich diese Produkte leisten können.

Der Fokus der Bauwerke lag daher auf Funktionalismus und Minimalismus. Sie sollten praktisch sein und einer schnörkellosen und formschönen Optik folgen. Überflüssige Verzierungen wurde dabei bewusst ausgelassen.

Der Bauhaus-Stil folgt dem Prinzip von Louis Sullivan:

form follows function.

Die Form ordnet sich der Funktion unter, oder anders ausgedrückt: Die Form entsteht aus der Funktion. So wurde beim Bauhaus-Stil vor allem mit einfachen, symmetrischen, geometrischen und klaren Formen gearbeitet. Zudem wurden, für die damalige Zeit, eher ungewöhnliche Materialien verwendet, wie zum Beispiel:

  • Beton
  • Stahl
  • Glas
  • Aluminium
  • Zement
  • Chrom
  • (Plexi-)Glas

Diese Materialien galten damals als ungewöhnlich, da

  • Beton üblicherweise für Gebäudefundamente, Brückenbau und Wasserleitungen,
  • Stahl hauptsächlich für Schmuck und Töpfe, später auch für Waffen,
  • und Glas überwiegend für Gefäße und Schmuck verwendet wurden.

Mit Stahl und Glas wurden, vor der Arbeit am Bauhaus, also eher kleinteilige Gegenstände hergestellt.

In Bezug auf die Farbigkeit wurde auf Primärfarben, sowie Schwarz und Weiß gesetzt.

Bei den Entwürfen wurde nicht nach konkreten Gestaltungsvorgaben gearbeitet. Vielmehr kristallisierten sich zwei grundlegende Ansätze beim Entwurfsprozess heraus:

  1. Produkte, die im Bauhaus-Stil gestaltet wurden, verknüpften die Bereiche Handwerk, Technik, Kunst und Industrie. Die Produkte waren handwerklich simpel, aber ästhetisch ansprechend gestaltet.

  2. Als "schön" wurden Gegenstände bezeichnet, die funktionierten. Die Ästhetik und die resultierende Form richteten sich also nach der Nützlichkeit des Endergebnisses.

Gropius Idee bestand darin, dass ein Objekt zugleich schön, zweckmäßig und für alle zugänglich sein sollte. Im Bauhaus wurde eine völlig neue Herangehensweise erforscht, bei der es nicht mehr nur um das künstlerische Einzelstück ging, sondern um funktionale Alltagsgegenstände. Dieser Stil wird auch als "Neue Sachlichkeit" bezeichnet.

Du möchtest mehr zum Thema "Neue Sachlichkeit" erfahren? Dann lies Dir gern die entsprechende Erklärung durch!

Die Design-Merkmale des Bauhaus-Stils

Den Bauhaus-Stil erkennst Du an seinen charakteristischen Design-Merkmalen. So weisen die Möblierungen sowie deren Oberflächenstrukturen geometrische Formen und Flächen (Quadrate, Rechtecke, Kreise oder Dreiecke) auf. Dazu gehören beispielsweise:

  • weiße oder schwarze Leder-Couches mit einem Stahlrohr-Gestell
  • flache Glastische
  • schnörkellose Schränke und Kommoden
  • Sideboards aus Holz mit Hochglanzoberfläche
  • Teppiche in geometrischen Formen

Auch in der Gestaltung der Wände zeigt sich der Bauhaus-Stil:

  • Die Wände werden meist in den Grundfarben (Primärfarben) Rot, Gelb, Blau oder in Schwarz-Weiß gestaltet.
  • Auch geometrische Muster, die mithilfe von Tapetenschablonen an die Wand gemalt werden, sind charakteristisch für den Bauhaus-Stil.

Bauhaus Design Merkmale – Tätigkeitsbereiche

Die Design-Merkmale des Bauhauses lassen sich in verschiedene künstlerische Tätigkeitsbereiche aufteilen, die im Bauhaus behandelt wurden. Dazu gehören die:

  • Malerei
  • Bildhauerei
  • Architektur
  • Innenarchitektur

Die Malerei am Bauhaus

Das Bauhaus verstand sich nicht als traditionelle Kunstschule. Dennoch gewannen die Gattungen der bildenden Kunst, wie z. B. die Malerei mit den Jahren auch für das Bauhaus an Bedeutung.

Die Bildende Kunst stellte am Bauhaus kein Lehrfach dar. Erst zum Wintersemester 1927/28 wurden freie Malklassen eingeführt. Der Inhalt und Aufbau des Unterrichts waren den Intentionen der Meister überlassen.

So zeigt sich in den Kunstwerken der Bauhaus-Künstler*innen wie Wassily Kandinsky, Paul Klee oder László Moholy-Nagy der typische Bauhaus-Stil.

Typischerweise findet sich in den Gemälden eine ausgewogene Komposition sowie eine klare Linienführung. Häufig treten ebenmäßige Flächen mit Formen auf, die sich überlappen. Dadurch wird eine Dimensionalität erzielt, die verschiedene Ebenen widerspiegelt.

Bauhaus Design Konstruktion Z I von László Moholy-Nagy StudySmarterAbbildung 3: Beispiel für ein Kunstwerk im Bauhaus-StilQuelle: open-archive.bauhaus.deLászló Moholy-Nagy: "Konstruktion Z I" (1922-1923)Öl über Bleistiftvorzeichnung auf Leinwand, 75,5 x 96,5 cm

Die Vielfalt der Kunstwerke, die am Bauhaus entstanden sind, erstreckt sich von spätexpressionistischen, über geometrisch-abstrakte, bis hin zu figürlichen und auch surrealen Arbeiten. Im Bereich der bildenden Künste kann also nicht von einer einheitlichen "Bauhaus-Malerei" oder einem einheitlichen "Bauhaus-Stil" gesprochen werden.

Bauhaus Design Bauhaustreppe StudySmarterAbbildung 4: BauhaustreppeQuelle: de.wikipedia.orgOskar Schlemmer "Bauhaustreppe" (1932)Öl auf Leinwand, 162 x 114 cm

Das Wort "avantgardistisch" lässt sich mit dem Begriff "revolutionär" verständlicher ausdrücken. Wird etwas als avantgardistisch bezeichnet, so folgt es einer neuen Idee.

Die Bauhaus-Skulpturen

Die Bauhaus-Künstler*innen schufen nicht nur Gemälde. Auch abstrakte Skulpturen, avantgardistische Collagen und moderne Plakate mit einer gewagten Typografie und auffälligen Farbblöcken gehörten zu ihren Kunstwerken.

Bei den Skulpturen im Bauhaus-Stil handelt es sich, im Gegensatz zu den programmatischen Bildhauerwerkstätten, überwiegend um freikünstlerische Arbeiten. Mit dem Umzug nach Dessau wurde unter der Leitung von Joost Schmidt ein plastischer Elementarunterricht eingeführt. Passend dazu wurde eine "plastische Werkstatt" eingerichtet.

Das Ziel des Unterrichts beschrieb der Studierende Heinz Loew wie folgt:

Erwecken, Entwickeln, Intensivieren des räumlichen Vorstellungsvermögens, des bewussten Erlebens räumlicher Sinneswahrnehmungen und Realisieren räumlicher Vorstellungen.

Die Skulpturen fanden in der Bühnengestaltung und im Modell- und Ausstellungsbau praktische Anwendung.

An der folgenden Skulptur des Künstlers Otto Werner werden die charakteristischen Bauhaus-Elemente erkennbar. Die Bauplastik folgt einem geometrischen Aufbau und ist minimalistisch gehalten.

Bauhaus Design Beispiel für eine Bauhaus-Skulptur StudySmarterAbbildung 5: Beispiel für eine Bauhaus-SkulpturQuelle: bauhaus.deOtto Werner: "Bauplastik" (1922)

Eine Bauplastik ist eine Bildhauer-Arbeit, die im Zusammenhang mit einem Bauwerk geschaffen wird.

Die Bauhaus-Architektur

Die Architektur im Bauhaus-Stil zeichnet sich durch harmonische, ausgewogene und geometrische Formen sowie der Betonung der Funktion aus. Dabei wird der Fokus auf modulares Bauen und offene Räumlichkeiten gesetzt.

Bauhaus Design Universität in Delhi im Bauhaus-Stil StudySmarterAbbildung 6: Universität in Delhi im Bauhaus-StilQuelle: tagesspiegel.deUniversität Delhi, Indiengebaut 1922

Folgende Merkmale der Bauhaus-Architektur lassen sich im vorangegangenen Bild wiederfinden:

  • würfelförmige, schlichte Architektur
  • Flachdach oder Satteldach, aber ohne einen Dachvorsprung
  • Bauhaus-Primärfarben: weiße Putzfassade, dunkel gehaltene Fenster und Farbflächen
  • große Glasflächen
  • gerade und klare Linien, Formen und Farben

Die Anwendungsbereiche der Bauhaus-Architekten erstreckten sich von der Entwicklung von Industrieanlagen bis hin zu kostengünstigen Wohnräumen. Dabei bestand das Ziel stets darin, ein modernes Gesamtkunstwerk zu schaffen.

Das Bauhaus engagierte sich für den sozialen Wohnungsbau. Dabei wurde mit genormten, möglichst großen Bauteilen gearbeitet und vermehrt auf Flachdächer gesetzt. Sie zeichneten sich zudem durch große Glasfronten aus. Noch heute sind Häuser mit einer kubischen, also würfelförmigen, Form sehr beliebt.

In Bezug auf die Architektur prägte der "Bauhaus-Trend" den "international style", auf Deutsch "internationalen Stil". Dieser Stil befasst sich mit einer schlichten und funktionalen Architektur.

In Tel Aviv, Israel, wurden zwischen 1937 bis 1950 fast 4.000 Gebäude von emigrierten Bauhaus-Architekten errichtet, die den Gestaltungsideen des Bauhauses entsprachen. Sie stellen die weltweit größte Ansammlung von Gebäuden im Bauhaus-Stil dar. 2008 wurde dort ein Bauhaus-Museum eröffnet.

Heute wird Tel Aviv auch als "Weiße Stadt" bezeichnet, da die meisten Gebäude eine weiße Fassade aufweisen.

Bauhaus Design Überblick über Tel Aviv, StudySmarterAbbildung 7: Überblick über Tel AvivQuelle: welt.de

Die Innenarchitektur im Bauhaus-Stil

Neben der Architektur prägte der Bauhaus-Stil auch die Innenarchitektur. Die Innenräume des Bauhaus-Stils sind für ihre Schlichtheit und Offenheit bekannt. Diese beiden Charakteristika entstehen durch die Verwendung von Primärfarben und geometrischen Formen. Darüber hinaus sind sie mit minimalistischen und funktionsorientierten Möbeln geschmückt.

Bauhaus Design Beispiel einer Bauhaus-Innenarchitektur StudySmarterAbbildung 8: Beispiel einer Bauhaus-InnenarchitekturQuelle: ambientedirect.com

Bauhaus-Stil Möbel

Walter Gropius verfolgte das Ziel, neue gestalterische Prinzipien zu entwickeln, nach denen Gebrauchsgüter – und somit auch Möbel – industriell massenhaft hergestellt werden konnten. Mit der Gründung der "Bauhaus GmbH" 1925 wurde dies möglich.

Ab dem Jahr 1925 begann die Tischlerei der Bauhaus-Schule mit der Entwicklung einfacher und kostengünstiger Möbel, die zudem leicht herzustellen waren. Wichtig war dabei, dass die Möbelstücke für jeden und jede erschwinglich, dabei aber qualitativ hochwertig waren. Zudem sollten Form und die jeweiligen Materialeigenschaften aufeinander abgestimmt sein. Bei der Entwicklung der Bauhaus-Möbel wurde zu neuen Materialien gegriffen, dazu gehörte z. B. Sperrholz.

Die Möblierungen im Bauhaus-Stil

  • waren multifunktional, klar und pragmatisch
  • konnten schnell und einfach demontiert werden
  • besaßen klare Linienführungen
  • bestanden aus wenigen Bauelementen
  • verzichteten auf Farbigkeit, zum Vorteil der Farben Schwarz, Weiß und Chrom.

Bauhaus Designklassiker

Mit der Zeit haben sich bestimmte Designklassiker, die mit dem Bauhaus-Stil assoziiert werden, herauskristallisiert.

Der Barcelona Lounge Chair

Zu einem der bekanntesten Designklassiker des Bauhauses gehört der Barcelona Lounge Chair, den Ludwig Mies van der Rohe zusammen mit Lilly Reich entworfen hat.

Bauhaus Design Barcelona Lounge Chair StudySmarterAbbildung 9: Barcelona Lounge ChairQuelle: bauhausberlin.comEntwurf von Mies van der Rohe und Lilly Reich: "Barcelona Lounge Chair" (Entwurf 1929)

Die Bauhaus-Leuchte

Ein weiteres bekanntes Beispiel für ein Designaccessoire des Bauhauses stellt die Bauhaus-Leuchte dar. Diese wurde in der Studentenzeit von Wilhelm Wagenfeld zusammen mit Carl Jacob Jucker entworfen.

Bauhaus Design Tischleuchte von Willhelm Wagenfeld StudySmarterAbbildung 10: TischleuchteQuelle: open.archieve-bauhaus.deEntwurf von Willhelm Wagenfeld und Carl Jacob Jucker: "Tischleuchte", Glasversion MT 9/ME 1 (1923-1924, Ausführung um 1927)

Der Sessel "Wassily"

Der Sessel "Wassily", der von Marcel Breuer entworfen wurde, zählt zu einem der bekanntesten Bauhaus-Designklassiker. Breuer machte sich Stahlrohre zunutze, um das Möbelstück zu entwerfen.

Bauhaus Design Stahlrohr-Armlehnsessel "Wassily" StudySmarterAbbildung 11: Stahlrohr-Armlehnsessel "Wassily"Quelle: open.archieve-bauhaus.deEntwurf von Marcel Breuer: "Wassily" (1925, diese Version 1926)

Das Teeservice von Marianne Brandt

Nur wenige Kaffee- und Teeservices sind wohl so bekannt, wie das der Bauhaus-Designerin Marianne Brandt. Es gilt heute als beliebter Klassiker der Bauhaus-Designs.

Bauhaus Design Kaffee- und Teeservice StudySmarterAbbildung 12: Kaffee- und TeeserviceQuelle: bauhauskooperation.deEntwurf von Marianne Brandt: "Kaffee- und Teeservice" Foto von Lucia Moholy (1924)

Die vorangegangene Fotografie stammt von Lucia Moholy. Sie gehörte zwar nie dem Bauhaus an, gewann jedoch durch zahlreiche revolutionäre Aufnahmen des Bauhauses an Bekanntheit.

Der Freischwinger-Stuhl

Da von dem Designer Ludwig Mies van der Rohe auf die Hinterbeine verzichtet wurde, galt der unten abgebildete Freischwinger-Stuhl als sehr revolutionär. Van der Rohe spiegelte mit dem Stuhl eine Reduktion auf das funktionale Wesentliche wider.

Bauhaus Design Freischwinger StudySmarterAbbildung 13: Freischwinger-StuhlQuelle: smow.comEntwurf Ludwig Mies van der Rohe: "Freischwinger" (1927)

Bauhaus Design - Das Wichtigste

  • Das "staatliche Bauhaus" wurde 1919 vom Architekten, Designer und Stadtplaner Walter Gropius als Kunstschule gegründet.
  • Gropius wollte eine neue "Baukunst" erschaffen, in der Kunst und Handwerk Hand in Hand gehen.
  • Aufgrund der Ressourcenknappheit wurde beim Bauhaus auf eine minimalistische und funktionale Formsprache gesetzt.
  • Die Designvorstellungen des Bauhaus-Stils prägte die Malerei, die Bildhauerei sowie die Architektur und die Innenarchitektur.
  • Merkmale des Bauhaus-Stils sind unter anderem geometrische, einfache Formen, die Verwendung von Primärfarben sowie Schwarz und Weiß und ein minimalistisches, funktionsorientiertes Design.
  • Der Bauhaus-Stil findet sich in den Gemälden von Bauhaus-Künstler*innen wie Wassily Kandinsky, Paul Klee oder László Moholy-Nagy sowie von Bauhaus-Designer*innen wie Marianne Brandt, Lilly Reich und Ludwig Mies van der Rohe wieder.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Bauhaus Design

Das Bauhaus ist die bekannteste moderne Schule für Kunst, Design und Architektur in Deutschland. Gegründet wurde sie im Jahr 1919 von Walter Gropius. Dieser folgte seinem Traum, eine neue Baukunst zu schaffen: Kunst und Handwerk sollten Hand in Hand gehen. Dabei setzte er zudem auf Minimalismus und Funktionalismus. 

Das Bauhaus selbst bestand von 1919 bis 1933. Die zugrundeliegende Idee beeinflusste massiv und nachhaltig das Industriedesign des 20. Jahrhunderts. Noch heute ist der Bauhausstil in Architekturen oder Inneneinrichtungen zu finden. 

Die Möblierungen des Bauhauses waren multifunktional, rational und einfach demontierbar. Ausgezeichnet werden die Möbelstücke zudem durch klare Linien und wenig Bauelemente. Auch der Verzicht auf die Farbigkeit, zugunsten der Farben Schwarz, Weiß und Chrom, ist charakteristisch für Bauhaus-Möbel. 

Das Bauhaus-Design zeichnet sich durch die Verwendung einfacher, symmetrischer Formen, ungewöhnlicher Materialien und Komplementärfarben aus. Produkte im Bauhaus-Stil vermischen dabei die Bereiche Handwerk, Technik, Kunst und Industrie. Die Ästhetik und Form der Stücke richtet sich nach der reinen Nützlichkeit des Ergebnisses – ganz nach dem Prinzip "form follows function". 

Finales Bauhaus Design Quiz

Frage

Fülle die Lücken.

Die Hoffnung, aus den 1) ... etwas Neues zu schaffen war der Antrieb des Bauhauses. In der Bevölkerung wuchs das Bedürfnis nach 2) ... und 3) ... Gegenständen. Auch, wenn das Bauhaus nur 24 Jahre bestand, beeinflusste es massiv das 4) ... des 20. Jahrhunderts.  

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Antwort

1) Trümmern  

2) praktischen  

3) schnörkellosen  

4) Industriedesign  


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Frage

Wann und von wem wurde das Bauhaus gegründet?

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Antwort

Das Bauhaus wurde 1919 vom Architekten, Designer und Stadtplaner Walter Gropius gegründet.

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Frage

Was sollte das Bauhaus darstellen?

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Antwort

Das Bauhaus sollte eine Arbeitsgemeinschaft darstellen, in der es keine Unterscheidung zwischen Künstlern und Handwerkern geben sollte. 

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Frage

Wahr oder Falsch?


Die Produkte und Wohnungen des Bauhauses sollten preiswert, aber dennoch qualitativ hochwertig sein. Aufgrund der Ressourcenknappheit setzte man auf Minimalismus der Formsprache. 

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Antwort

Wahr

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Frage

Am Bauhaus wurde die Architektur als Gesamtkunstwerk mit anderen Künsten kombiniert, um den Bau der Zukunft einzuleiten. So verkündete Walter Gropius das primäre Ziel der Schule im Gründungsmanifest von 1919:

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Antwort

"Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau!"

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Frage

Der Fokus der Bauwerke am Bauhaus lag auf ...

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Antwort

... Funktionalismus und Minimalismus, also auf praktischen, schnörkellosen und formschönen Dingen. Verzierungen oder Ähnliches wurden bewusst ausgeklammert.  

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Frage

Der Bauhaus-Stil basiert auf dem Sprichwort:

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Antwort

"Weniger ist mehr."

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Frage

Nenne 3 Merkmale des Bauhaus-Stils!

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Antwort

  • Es wurde vor allem mit einfachen, symmetrischen, geometrischen und klaren Formen gearbeitet. 
  • Es wurden, für die damalige Zeit, eher ungewöhnliche Materialien verwendet.  
  • In Sachen Farbigkeit setzte man auf Primärfarben.
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Frage

Wahr oder Falsch?


Bei dem Entwurfsprozessen arbeitete man am Bauhaus nach konkreten Gestaltungsvorgaben.

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Antwort

Wahr

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Frage

Welche zwei grundlegenden Ansätze beim Entwurfsprozess kristallisierten sich am Bauhaus heraus?

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Antwort

  1. Produkte, die im Bauhaus-Stil gestaltet sind, vereinigen die Bereiche Handwerk, Technik, Kunst und Industrie miteinander.
  2. Als "Schön" werden Dinge bezeichnet, die funktionieren. Die Ästhetik und die resultierende Form richtet sich also nach der reinen Nützlichkeit des Endergebnisses. 
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Frage

Wie wird der Bauhaus-Stil auch bezeichnet?

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Antwort

Der Bauhaus-Stil wird auch als "Neue Sachlichkeit" bezeichnet.

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Frage

Nenne stichwortartig 3 Merkmale der Bauhaus-Architektur.

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Antwort

  • würfelförmige, schlichte Architektur
  • Flachdach oder Satteldach, aber ohne einen Dachvorsprung
  • charakteristische Bauhaus-Primärfarben: weiße Putzfassade, dunkel gehaltene Fenster oder Farbflächen
  • große Glasflächen
  • minimalistische Formsprache
  • gerade und klare Linien, Formen und Farben
Frage anzeigen

Frage

Nenne mindestens 3 Design-Klassiker des Bauhauses. Vergesse die Namen der Bauhaus-Künstler*innen nicht!

Antwort anzeigen

Antwort

  • der Barcelona Lounge Chair von Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich
  • die Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jacob Jucker
  • der Sessel "Wassily" von Marcel Breuer
  • das Teeservice von Marianne Brandt
  • der Freischwinger-Stuhl von Ludwig Mies van der Rohe
Frage anzeigen
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