Krebsbiologie

Krebsbiologie ist ein faszinierendes Feld der Wissenschaft, das sich mit den Mechanismen befasst, durch die Zellen unkontrolliert wachsen und sich zu Tumoren entwickeln. Durch das Studium der genetischen Veränderungen und der molekularen Signalwege, die zu Krebs führen, arbeiten Forscher daran, neue Therapien und Diagnoseverfahren zu entwickeln. Wenn Du die Geheimnisse hinter der Krebsentstehung und -behandlung verstehen möchtest, bietet die Krebsbiologie spannende Einblicke und Hoffnung für zukünftige Fortschritte.

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Krebsbiologie

Krebsbiologie ist ein faszinierendes Feld der Wissenschaft, das sich mit den Mechanismen befasst, durch die Zellen unkontrolliert wachsen und sich zu Tumoren entwickeln. Durch das Studium der genetischen Veränderungen und der molekularen Signalwege, die zu Krebs führen, arbeiten Forscher daran, neue Therapien und Diagnoseverfahren zu entwickeln. Wenn Du die Geheimnisse hinter der Krebsentstehung und -behandlung verstehen möchtest, bietet die Krebsbiologie spannende Einblicke und Hoffnung für zukünftige Fortschritte.

Einführung in die Krebsbiologie

Krebs ist eine der führenden Todesursachen weltweit und versteht man seine Biologie, öffnet sich ein Fenster zur Entwicklung neuer Therapien und Präventionsstrategien. In diesem Abschnitt wirst du eine fundierte Einführung in die komplexe Welt der Krebsbiologie erhalten.

Was ist Krebs? Eine Übersicht

Krebs entsteht, wenn Zellen im Körper beginnen, sich unkontrolliert zu teilen und sich normalen Wachstumsregulierungen widersetzen. Diese zügellose Zellteilung führt zur Bildung eines Tumors, der entweder benigne (nicht-krebsartig) oder maligne (krebsartig) sein kann. Maligne Tumore können in andere Körperteile eindringen und sich ausbreiten (Metastasieren), was Krebs besonders gefährlich macht.

Krebs: Eine Erkrankung, bei der Zellen im Körper unkontrolliert wachsen und die Fähigkeit erlangen, in benachbarte Gewebe und Organe einzudringen sowie sich auf entfernte Körperteile auszubreiten.

Beispiel: Brustkrebs entsteht, wenn Zellen in der Brust beginnen, sich unkontrolliert zu teilen und einen Tumor bilden. Dieser kann sich dann auf die Lymphknoten und andere Teile des Körpers ausbreiten.

Wusstest du, dass Rauchen das Risiko für viele Arten von Krebs erhöhen kann, darunter Lungen-, Mund- und Kehlkopfkrebs?

Grundlagen der Krebsbiologie verstehen

Um Krebs zu verstehen, ist es wichtig, einige Schlüsselmechanismen der Zellbiologie zu kennen. Krebs beginnt auf der grundlegendsten Ebene mit Veränderungen (Mutationen) in der DNA einer Zelle. Diese Mutationen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, wie z.B. UV-Strahlung, chemische Substanzen oder Viren. Nicht jede Mutation führt zu Krebs, aber bestimmte Mutationen können die Zelle veranlassen, sich unkontrolliert zu teilen.

Eine gesunde Lebensweise kann das Risiko für die Entwicklung von Krebs senken. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Tabakrauch und übermäßiger Sonneneinstrahlung.

Die Rolle des Zellzyklus in der Entstehung von Krebs

Der Zellzyklus ist der Prozess, durch den eine Zelle wächst, ihre DNA repliziert und sich in zwei Tochterzellen teilt. In jeder Phase des Zellzyklus gibt es strenge Kontrollmechanismen, die sicherstellen, dass die Zelle nur dann zur nächsten Phase übergeht, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Krebszellen haben Mechanismen entwickelt, um diese Kontrollen zu umgehen, was zu ihrer unkontrollierten Vermehrung führt.

Zellzyklus: Ein geordneter Satz von Phasen, den Zellen durchlaufen, um zu wachsen, ihre DNA zu replizieren und sich schließlich zu teilen.

Beispiel: In der G1-Phase des Zellzyklus überwacht die Zelle ihre Umgebung, um sicherzustellen, dass die Bedingungen für eine Teilung günstig sind. Krebszellen können Signale aussenden, die diese Sicherheitschecks umgehen, wodurch sie sich auch unter ungünstigen Bedingungen teilen.

Forscher:innen haben entdeckt, dass die Blockierung bestimmter Signalwege im Zellzyklus eine effektive Strategie zur Bekämpfung bestimmter Krebsarten sein kann. Zum Beispiel zielen einige neuere Krebstherapien darauf ab, Proteine zu blockieren, die für die Progression von Krebszellen durch den Zellzyklus entscheidend sind.

Zellzyklus und Krebs

Der Zellzyklus spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Krebs. Eine Fehlregulation dieses zyklischen Prozesses kann zur unkontrollierten Zellteilung führen, einem Merkmal von Krebserkrankungen. In diesem Abschnitt erfährst du, wie Krebs den Zellzyklus beeinflusst und warum die Regulierung des Zellzyklus für die Krebsentwicklung so wichtig ist.

Wie Krebs den Zellzyklus beeinflusst

Krebszellen nutzen Schwächen in der Zellzyklusregulation, um sich unkontrolliert zu vermehren. Sie können Checkpoints umgehen, die normalerweise das Zellwachstum kontrollieren und reparieren. Dies führt dazu, dass auch beschädigte Zellen, die normalerweise zerstört oder repariert würden, sich weiter teilen. Einige häufige Mechanismen, durch die Krebszellen den Zellzyklus beeinflussen, sind:

  • Aktivierung von Onkogenen, die das Zellwachstum fördern
  • Deaktivierung von Tumorsuppressorgenen, die das Zellwachstum hemmen
  • Veränderungen in Signalwegen, die für die Zellzykluskontrolle wichtig sind

Die Bedeutung der Zellzyklusregulation für die Krebsentwicklung

Die Regulation des Zellzyklus ist zentral für die Aufrechterhaltung der Zellhomöostase und -integrität. Störungen in diesem fein abgestimmten System können zur Entwicklung von Krebs führen. Eine effektive Zellzyklusregulation sorgt für:

  • Eine korrekte Zellteilung
  • Die Reparatur von DNA-Schäden
  • Die Eliminierung von Zellen, die sich nicht ordnungsgemäß teilen oder beschädigt sind

Durch das Verständnis der molekularen Mechanismen, die der Zellzyklusregulation zugrunde liegen, können neue therapeutische Ansätze entwickelt werden, um das Wachstum von Krebszellen gezielt zu hemmen.

Störungen im Zellzyklus: Der Weg zur Krankheit

Störungen im Zellzyklus sind direkt mit der Entwicklung vieler Krebsarten verknüpft. Diese Störungen ermöglichen es den Zellen, die sonstigen Stoppsignale zu ignorieren und sich unkontrolliert zu teilen. Zu den wichtigsten Störungen gehören:

Onkogene AktivierungFührt zur Förderung des Zellwachstums
Verlust der Funktion von TumorsuppressorgenenFührt zur Unfähigkeit, das Zellwachstum zu hemmen oder Fehler zu reparieren
Störungen in der DNA-ReparaturmechanismenFühren zur Anhäufung von Mutationen, die zur Krebsentwicklung beitragen können

Diese Veränderungen im Zellzyklus setzen einen Kreislauf in Gang, der zur Entstehung und dem Fortschreiten von Krebs führt.

Onkogene und Tumorsuppressorgene

Onkogene und Tumorsuppressorgene sind entscheidend für die Entstehung und Entwicklung von Krebs. Sie spielen gegenläufige Rollen im Zellzyklus und in der Zellteilung. Während Onkogene das Zellwachstum vorantreiben, wirken Tumorsuppressorgene diesem entgegen und halten das Zellwachstum unter Kontrolle.

Die Funktion von Onkogenen und Tumorsuppressorgenen

Onkogene sind Gene, die Zellen signalisieren, sich zu teilen. In ihrer normalen, nicht-mutierten Form werden diese Gene als Proto-Onkogene bezeichnet. Eine Mutation kann jedoch dazu führen, dass sie permanent aktiv werden, was zu unkontrolliertem Zellwachstum und Krebs führen kann.

Tumorsuppressorgene sind hingegen die ‘Bremsen’ des Zellwachstums. Sie regulieren den Zellzyklus, fördern die Reparatur von DNA-Schäden oder leiten den programmierten Zelltod ein, um der Entstehung von Krebs vorzubeugen. Wenn Tumorsuppressorgene aufgrund von Mutationen inaktiviert werden, verliert die Zelle die Fähigkeit, das Wachstum zu regulieren, was ebenfalls zur Krebsentwicklung beitragen kann.

Onkogen: Ein Gen, das, wenn es mutiert oder überexprimiert wird, das Potenzial hat, eine normale Zelle in eine Krebszelle umzuwandeln.Tumorsuppressorgen: Ein Gen, das das Zellwachstum hemmt und eine wichtige Rolle bei der Verhinderung der Krebsentstehung spielt.

Die Rolle von Onkogenen bei der Krebsentstehung

Onkogene treiben die Krebsentstehung voran, indem sie die Zellteilung und das Zellwachstum fördern. Die Aktivierung von Onkogenen kann durch verschiedene Mechanismen erfolgen, darunter:

  • Mutationen, die zu einer übermäßigen Aktivität des Gens führen
  • Erhöhung der Kopienzahl des Gens, was zu einer übermäßigen Produktion des Proteins führt
  • Strukturelle Veränderungen des Gens, die seine Funktion verändern

Diese Veränderungen stimulieren die Zelle konstant zur Teilung, was zu Tumoren und letztendlich zu Krebs führen kann.

Beispiel: Das HER2-Gen, ein bekanntes Onkogen, führt in mutierter oder überexprimierter Form zu einer aggressiven Form von Brustkrebs. Therapien, die sich gegen HER2 richten, sind ein Beispiel dafür, wie das Verständnis der Funktion von Onkogenen zur Entwicklung zielgerichteter Krebstherapien führen kann.

Wie Tumorsuppressorgene Krebs bekämpfen

Tumorsuppressorgene schützen die Zelle vor Krebs, indem sie das Zellwachstum regulieren und sicherstellen, dass Zellen mit DNA-Schäden repariert oder zerstört werden, bevor sie sich teilen können. Wenn diese Gene jedoch durch Mutationen inaktiviert werden, verliert die Zelle wichtige Kontrollmechanismen, was zu unkontrollierter Zellteilung und der Entstehung von Krebs führen kann.

Die Rolle von Tumorsuppressorgenen bei der Krebsbekämpfung ist vielseitig:

  • Sie halten den Zellzyklus an, um DNA-Schäden zu reparieren.
  • Sie initiieren den programmierten Zelltod, um beschädigte Zellen zu eliminieren.
  • Sie verhindern die unendliche Zellteilung, indem sie die Telomerlänge kontrollieren.

Eines der bekanntesten Tumorsuppressorgene ist das TP53-Gen, das für das p53-Protein codiert. Das p53-Protein wird oft als ‘Wächter des Genoms’ bezeichnet, weil es eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung der Krebsentstehung spielt. Mutationen im TP53-Gen sind bei vielen Krebsarten sehr verbreitet, was die zentrale Rolle dieses Gens bei der Krebsabwehr unterstreicht.

Viele moderne Krebstherapien zielen darauf ab, die Funktion von Tumorsuppressorgenen zu reaktivieren oder die Aktivität von Onkogenen zu blockieren. Dies unterstreicht die Bedeutung, die diese Gene bei der Krebsentwicklung haben.

Apoptose und Krebs

Die Apoptose, auch bekannt als programmierter Zelltod, ist ein entscheidender Prozess im menschlichen Körper, der beschädigte oder unnötige Zellen entfernt. Ihre Rolle bei der Prävention und der Entwicklung von Krebs ist von großem Interesse in der biomedizinischen Forschung.

Apoptose: Der programmierte Zelltod

Apoptose: Ein natürlicher Prozess, durch den Zellen sich selbst zum Tod führen, um Schäden im Organismus zu vermeiden. Dieser Prozess ist essentiell für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Gesundheit von Organismen.

Apoptose ist ein komplexer Mechanismus, der in den Zellen durch spezifische Signale ausgelöst wird. Diese Signale können sowohl intern (z.B. DNA-Schäden) als auch extern (z.B. Hormone) sein. Während der Apoptose schrumpft die Zelle, ihr Kern fragmentiert, und schließlich wird sie von umliegenden Immunzellen aufgenommen und abgebaut, ohne eine Entzündungsreaktion auszulösen.

Beispiel: Bei der Entwicklung von Fingern und Zehen im Mutterleib spielt die Apoptose eine wichtige Rolle, indem sie die Gewebestücke zwischen den werdenden Gliedmaßen entfernt und so die Trennung ermöglicht.

Die Verbindung zwischen Apoptose und Krebsverhinderung

Die effiziente Durchführung der Apoptose ist essentiell für die Krebsprävention. Krebszellen sind oft durch ihre Fähigkeit charakterisiert, dem apoptotischen Tod zu entkommen. Zahlreiche Mechanismen können diesem Phänomen zugrunde liegen, wie die Überexpression von anti-apoptotischen Proteinen oder die Unterexpression pro-apoptotischer Proteine. Die Aufrechterhaltung der Balance zwischen Zelltod und Zellüberleben ist somit kritisch, um die Entartung von Zellen und die Bildung von Tumoren zu verhindern.

Strategien zur Krebsbehandlung, die darauf abzielen, den Apoptosepfad zu reaktivieren, sind ein intensiv erforschtes Gebiet und bieten Hoffnung auf neue, effektive Therapien.

Tumortherapien, die Apoptose auslösen, können spezifisch Krebszellen eliminieren, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

Die Dysregulation der Apoptose im Kontext von Krebs

Die Dysregulation der Apoptose spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Krebserkrankungen. Krebszellen weisen häufig Mutationen in Genen auf, die für die Regulierung der Apoptose verantwortlich sind. Dies ermöglicht ihnen, den programmierten Zelltod zu umgehen und sich unkontrolliert zu vermehren. Beispiele für solche Gene sind:

  • p53: Ein Tumorsuppressorgen, das bei vielen Krebsarten mutiert ist und normalerweise die Zelle zur Apoptose führt, wenn DNA-Schäden irreparabel sind.
  • Bcl-2-Familie: Eine Gruppe von Genen, die das Überleben der Zelle fördern oder ihre Apoptose hemmen kann. Mutationen können zu einem Ungleichgewicht führen, das die Zellüberlebensrate erhöht.

Die Identifizierung und das Verständnis dieser Dysregulationen bieten entscheidende Ansätze für die Entwicklung von Zieltherapien, die die apoptotische Balance in Krebszellen wiederherstellen.

Ein spannendes Gebiet der Forschung ist die Untersuchung von sogenannten 'Apoptose-Sensitizern', Substanzen, die Krebszellen empfindlicher für Apoptose-Auslöser machen. Diese Strategie ermöglicht es, selbst bei solchen Krebszellen den Zelltod zu induzieren, die zuvor einen Widerstand gegenüber herkömmlichen Therapien aufwiesen.

Signaltransduktionswege in der Krebsbiologie

Signaltransduktionswege spielen eine zentrale Rolle in der Funktionsweise von Zellen und sind entscheidend für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze im Kampf gegen Krebs. Diese Wege übermitteln Signale von außen in das Innere der Zelle, die dann zu spezifischen Reaktionen führen.

Grundlagen der Signaltransduktion in der Zellbiologie

Signaltransduktion bezeichnet den Prozess, durch den Zellen externe Signale aufnehmen und in eine entsprechende Reaktion umwandeln. Dieser Prozess beginnt typischerweise mit der Bindung eines Signalmoleküls an einen Rezeptor auf der Zelloberfläche. Folgend werden intrazelluläre Signalkaskaden aktiviert, die schließlich in der Zellantwort resultieren.

Die Komplexität dieser Wege und ihre Kapazität, vielfältige zelluläre Antworten zu steuern, machen sie zu einem Schlüsselfaktor im Verständnis der Zellbiologie und der Krankheitsentwicklung, insbesondere bei Krebs.

Signaltransduktion: Ein zellulärer Prozess, durch den ein Signal von einem Molekül auf der Zelloberfläche in eine spezifische zelluläre Antwort umgewandelt wird.

Die Bedeutung von Signalwegen für das Krebswachstum

Krebs entsteht nicht nur durch unkontrollierte Zellteilung, sondern auch durch die Fehlfunktion von Signaltransduktionswegen. Mutationen in den Genen, die für Proteine dieser Signalwege codieren, können dazu führen, dass Zellen unkontrolliert wachsen und sich teilen, was zur Tumorbildung führt.

Verschiedene Signalwege, wie der PI3K/AKT/mTOR und der RAS/RAF/MEK/ERK-Weg, sind bei der Krebsentstehung besonders relevant. Ihre Dysregulation kann zu einer verstärkten Proliferation und zum Überleben der Krebszellen beitragen.

Beispiel: Der RAS/RAF/MEK/ERK-Signalweg ist in vielen Krebsarten fehlreguliert, was zu unkontrolliertem Zellwachstum führt. Mutationen im RAS-Gen sind eine der häufigsten Ursachen für diese Dysregulation.

Zielgerichtete Therapien und die Blockade von Signalwegen

Zur Bekämpfung von Krebs werden zunehmend zielgerichtete Therapien entwickelt, die sich gegen spezifische Komponenten der Signaltransduktionswege richten. Diese Therapien zielen darauf ab, die Übertragung von Wachstumssignalen innerhalb der Krebszellen zu blockieren, wodurch deren Wachstum und Ausbreitung gehemmt wird.

Zu den zielgerichteten Therapieansätzen gehören monoklonale Antikörper und kleine Molekülinhibitoren. Sie können beispielsweise darauf abzielen, die Aktivität von Tyrosinkinasen zu inhibieren, die für die Signalübertragung kritisch sind.

Ein bekanntes Beispiel für zielgerichtete Therapien ist der Einsatz von Trastuzumab (Herceptin) bei HER2-positivem Brustkrebs. HER2 ist ein Wachstumsfaktor-Rezeptor, dessen Überexpression bei etwa einem Fünftel aller Brustkrebspatientinnen zu beobachten ist. Trastuzumab richtet sich gegen den HER2-Rezeptor und verhindert somit das Wachstum der Krebszellen.

Die Entwicklung von Therapien, die gezielt Signalwege in Krebszellen blockieren, stellt einen vielversprechenden Ansatz in der modernen Krebsbehandlung dar.

Angiogenese bei Krebs

Angiogenese spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung und dem Wachstum von Krebs. Dieser Prozess, bei dem neue Blutgefäße aus bestehenden entstehen, ermöglicht es Tumoren, zu wachsen und sich im Körper auszubreiten. Erfahre hier, was Angiogenese ist, warum sie für Tumore wichtig ist, und welche Strategien zur Hemmung der Angiogenese in der Krebsbehandlung existieren.

Was ist Angiogenese und warum ist sie wichtig für Tumore?

Angiogenese bezeichnet die Bildung neuer Blutgefäße aus vorhandenen Gefäßen. Dieser Prozess ist entscheidend für das Wachstum und die Ausbreitung von Tumoren. Ohne neue Blutgefäße, die Sauerstoff und Nährstoffe liefern, können Tumore nicht über eine bestimmte Größe hinauswachsen oder metastasieren, d.h. sich auf andere Teile des Körpers ausbreiten.

Angiogenese: Der Prozess der Bildung neuer Blutgefäße aus bestehenden Gefäßen.

Der Prozess der Angiogenese in der Entwicklung von Krebs

Der Prozess der Angiogenese ist komplex und umfasst mehrere Schritte. Tumorzellen setzen Wachstumsfaktoren wie den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) frei, der die Bildung von neuen Blutgefäßen anregt. Diese neuen Gefäße versorgen den Tumor mit den notwendigen Nährstoffen und Sauerstoff und ermöglichen so sein Wachstum und seine Ausbreitung.

Das Mikromilieu des Tumors spielt dabei eine wesentliche Rolle. Es besteht aus Tumorzellen, umgebendem Gewebe und neu gebildeten Blutgefäßen. Die Kommunikation zwischen diesen Komponenten ist entscheidend für die Fortführung der Angiogenese.

Beispiel: Bei vielen Formen von soliden Tumoren kann die Konzentration von VEGF im Gewebe als ein Indikator für die Angiogeneseaktivität dienen.

Strategien zur Hemmung der Angiogenese in der Krebsbehandlung

Zur Behandlung von Krebs werden Strategien entwickelt, die speziell auf die Hemmung der Angiogenese abzielen. Diese Anti-Angiogenese-Therapien versuchen, das Wachstum neuer Blutgefäße zu blockieren, um die Versorgung des Tumors mit Nährstoffen und Sauerstoff zu unterbrechen. Zu den Ansätzen gehören die Blockade von Wachstumsfaktoren, wie VEGF, und die Verwendung von Medikamenten, die die Bildung neuer Blutgefäße hemmen.

Ein Beispiel für solche Medikamente sind Angiogeneseinhibitoren wie Bevacizumab (Avastin). Bevacizumab bindet an VEGF und verhindert dessen Interaktion mit seinen Rezeptoren auf den Oberflächen von Endothelzellen, was die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor effektiv unterdrückt. Die erfolgreiche Anwendung von Angiogeneseinhibitoren in der klinischen Praxis zeigt, wie wichtig das Verständnis der molekularen Grundlagen der Tumorangiogenese für die Entwicklung effektiver Krebstherapien ist.

Neben der direkten Hemmung von Wachstumsfaktoren wird auch an der Entwicklung von Impfstoffen gearbeitet, die das Immunsystem anregen, gegen die Angiogenese aktiv zu werden.

Krebsbiologie - Das Wichtigste

  • Krebs: Eine Erkrankung, bei der Zellen im Körper unkontrolliert wachsen und die Fähigkeit erlangen, in benachbarte Gewebe und Organe einzudringen sowie sich auf entfernte Körperteile auszubreiten.
  • Zellzyklus: Ein geordneter Satz von Phasen, den Zellen durchlaufen, um zu wachsen, ihre DNA zu replizieren und sich schließlich zu teilen.
  • Onkogen: Ein Gen, das, wenn es mutiert oder überexprimiert wird, das Potenzial hat, eine normale Zelle in eine Krebszelle umzuwandeln.
  • Tumorsuppressorgen: Ein Gen, das das Zellwachstum hemmt und eine wichtige Rolle bei der Verhinderung der Krebsentstehung spielt.
  • Apoptose: Ein natürlicher Prozess, durch den Zellen sich selbst zum Tod führen, um Schäden im Organismus zu vermeiden.
  • Signaltransduktion: Ein zellulärer Prozess, durch den ein Signal von einem Molekül auf der Zelloberfläche in eine spezifische zelluläre Antwort umgewandelt wird.
  • Angiogenese: Der Prozess der Bildung neuer Blutgefäße aus bestehenden Gefäßen, wichtig für das Wachstum und die Ausbreitung von Tumoren.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Krebsbiologie

Die Hauptursachen für die Entstehung von Krebs sind genetische Veränderungen (Mutationen), die durch verschiedene Faktoren wie Tabakkonsum, UV-Strahlung, bestimmte Viren, chemische Schadstoffe und auch durch erbliche Vorbelastungen verursacht werden können. Eine ungesunde Lebensweise und Umwelteinflüsse spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Krebs wird auf molekularer Ebene erforscht, indem Wissenschaftler die genetischen Mutationen, Signalwege und molekularen Mechanismen untersuchen, die zum unkontrollierten Wachstum von Krebszellen führen. Sie nutzen dabei Techniken wie Genomsequenzierung, Proteomik und zellbiologische Methoden, um die Komplexität der Krebsentstehung zu entschlüsseln.

Das Immunsystem erkennt und zerstört durch spezialisierte Zellen abnorme oder krebsartige Zellen. Es nutzt unter anderem T-Zellen zur Erkennung und Beseitigung dieser Zellen. Jedoch können Krebszellen Mechanismen entwickeln, um dem Immunsystem zu entkommen, was die Entwicklung von Immuntherapien zur Wiederherstellung der Immunantwort gegen Krebs motiviert hat.

Zu den aktuellen Therapiemethoden gegen Krebs gehören Chirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie, zielgerichtete Therapie, Immuntherapie und Hormontherapie. Fortschritte in der personalisierten Medizin und molekularen Diagnostik ermöglichen es zudem, Behandlungen stärker auf den einzelnen Patienten zuzuschneiden.

Genetische Veränderungen, auch Mutationen genannt, können die Funktion von Genen stören, die für die Kontrolle des Zellwachstums und der Zellteilung verantwortlich sind. Wenn solche Gene, beispielsweise Onkogene oder Tumorsuppressorgene, mutiert sind, kann dies zu unkontrolliertem Zellwachstum und damit zur Entwicklung von Krebs führen.

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Was ist Apoptose?

Was sind die zwei grundlegenden Mechanismen der Apoptose?

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