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Workaholic – wenn Arbeit zum Leben wird

Nur noch einen kurzen Blick in die Arbeit-Mails, nur noch dieses Projekt schnell zu Ende bringen, nur noch bis zur nächsten Beförderung weiter ackern… In der Zeit von Hustle Culture, dauerhafter Vernetzung und jobbedingter Unsicherheit haben wir uns bestimmt alle schon einmal erwischt, wie wir spät abends noch an den Job denken, obwohl wir seit Stunden mit dem Arbeitstag abgeschlossen haben. Manchmal ist das auch okay, aber für immer mehr Menschen nimmt die Arbeit überhand und sie können sich nicht mehr davon lösen. Wenn es sich nicht mehr anfühlt, als ob du arbeitest, um zu leben, sondern als ob du lebst, um zu arbeiten, hast du ein Problem – du bist ein Workaholic. Aber nicht so schnell, lies hier über die Bedeutung, Symptome und Ursachen des Workaholismus (also der Arbeitssucht) und schätze dich danach selbst ein.

Workaholic StudySmarter Magazine

Workaholic Definition

Ein Workaholic ist jemand, der zwanghaft übermäßig hart und lange arbeitet.

Betonung auf zwanghaft: Wenn du lange und hart arbeitest, macht dich das nicht automatisch zum Workaholic. Wenn du aber das Gefühl hast, du müsstest so viel arbeiten und du kannst damit nicht aufhören, dann ist es an der Zeit, das Arbeitsverhalten und das Verhältnis, das du zur Arbeit hast, ernsthaft zu hinterfragen.

Workaholic Bedeutung

Wer ein Workaholic (oder auch Arbeitstier) ist, vernachlässigt alle Aspekte des Lebens, die nicht direkt mit der Arbeit verbunden sind: das Sozialleben, die körperliche Gesundheit, als auch die psychische Gesundheit.

Der Missbrauch von Substanzen (Alkohol, Tabletten, Nikotin, Koffein) ist bei Workaholics erhöht. Ebenso sind Betroffene oftmals depressiv, haben Angstzustände oder Suizidgedanken.

Entgegen dem ursprünglichen Ziel – bei der Arbeit hervorstechen – führt Arbeitssucht also eher zu Problemen, die weit über die Arbeitssphäre hinaus gehen.

Workaholic Gegenteil

Das Gegenteil eines Workaholics ist der umgangssprachliche Faulpelz. Folgende Attribute treffen auf ihn zu:

  • die Arbeit ist ein nötiges Übel, das murrend hingenommen wird
  • es wird nur der nötigste Aufwand (wenn überhaupt) betrieben
  • Überstunden wird diese Person niemals in Erwägung ziehen
  • Freizeit, Hobbys und das soziale Umfeld haben eine höhere Priorität als die Arbeit

Im direkten Gegensatz hört sich ein Faulpelz vielleicht wie ein Nichtstuer an, an sich lebt er aber wahrscheinlich das langfristig gesündere Leben.

Aktuell findet ein Anstieg der sogenannten „Quiet Quitters“ statt – Menschen, die den vorgegebenen Arbeitsaufwand bewältigen, aber kein bisschen mehr. Von Zeitungen und Vorgesetzten würden diese Menschen auch Faulpelze genannt werden, tatsächlich geht es aber um eine gesündere Work-Life-Balance.

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Workaholic Burnout

Wer immer Vollgas gibt, wird eher früher als später mit einem leeren Tank dastehen. So ähnlich geht es Menschen, die Burnout erfahren.

Burnout ist ein Krankheitsbild, das durch chronischen Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Diese drei Charakteristika kennzeichnen Burnout:

  • Energiemangel und Erschöpfung
  • zunehmende mentale Distanz zur Arbeit oder negative Gefühle bzw. eine generelle Abneigung in Bezug auf die eigene Arbeit
  • verminderte Effizienz im Beruf

Wer also ein Workaholic ist, ist auf dem besten Weg auch einen Burnout zu bekommen.

 

Workaholic Selbsttest

Wenn du denkst, dass du oder eine Person, die du kennst, ein Workaholic sein könnte, lies dir die folgenden Aussagen durch und notiere dir, wie viele davon zutreffen:

  • Ich habe Hobbys, denen ich regelmäßig und unabhängig von meiner Arbeit nachgehe.
  • Ich nehme mir Zeit für Entspannung.
  • Bei der Arbeit konzentriere ich mich auf das, was ich zu tun habe. Es geht mir nicht darum, mich von meinem privaten Leben abzulenken.
  • Ich habe einen Rückzugsort, an dem ich mich wohlfühle, der nicht bei der Arbeit ist.
  • Ich schlafe regelmäßig und ausreichend viel.
  • Mein Wert liegt nicht in der Leistung, die ich bei der Arbeit abliefere.
  • Ich priorisiere mein soziales Leben und nehme Einladungen von Freundinnen und Freunden, der Familie oder einem romantischen Partner wahr.
  • Sobald die Arbeitszeit vorbei ist, schalte ich alle Benachrichtigungen für die Arbeit auf stumm.
  • Ich arbeite die vorgegebene Arbeitszeit, vereinzelt Überstunden und generell nicht mehr.
  • Ich arbeite ähnlich viel wie meine Kolleginnen und Kollegen und habe nicht den Anspruch, von allen am meisten zu arbeiten.
  • Wenn ich mich mental oder körperlich ausgelaugt fühle, gehe ich nicht zur Arbeit.
  • Ich freue mich darauf, meine Urlaubstage als solche zu nutzen.
  • Ich freue mich über Erfolge auf der Arbeit und erkenne an, wenn ich gute Arbeit geleistet habe.

Wenn mehr als acht Aussagen nicht zutreffen, kann es sich lohnen, sich professionelle Hilfe zu holen, die evaluieren kann, ob du oder eine dir bekannte Person unter Workaholismus leidet.

Workaholic Symptome

Symptome für Workaholics sind die folgenden:

  • verzogene Wahrnehmung: der Aufwand bei der Arbeit wird nicht als zu hoch eingestuft, obwohl er es offensichtlich ist
  • Freunde, Freundinnen und die Familie werden aufgeschoben
  • romantische Beziehung werden entweder gar nicht erst eingegangen oder rücken in den Hintergrund, falls schon vorhanden
  • physische Gesundheit wird vernachlässigt
  • psychische Gesundheit ist keine Priorität
  • Hobbys werden links liegen gelassen
  • alles, was zuvor Freude und Erfüllung brachte, hat auf einmal keinen Wert mehr
  • Erholung findet nicht mehr ausreichend statt
  • außerhalb der Arbeit treten Entzugssymptome auf

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Workaholic Ursachen

Ursachen dafür, dass Menschen Workaholics werden, sind vielzählig. Es kann sein, dass die betroffene Person ihr Leben lang unter Perfektionismus litt und dieser sich auch auf die Arbeit ausgeweitet hat.

Ebenfalls kann es sein, dass jemand zum Workaholic wird, weil ein anderer Teil des Lebens kompensiert oder vergessen werden möchte. Deshalb wird sich in der Arbeit begraben, sodass keine Zeit bleibt, über Persönliches nachzudenken.

Arbeit scheint eine kontrollierbare Beschäftigung zu sein, deshalb kann sie für jemanden, der das Gefühl hat, anderswo im Leben zu wenig Kontrolle ausüben zu können, ein Weg sein, Kontrolle zurückzuerlangen.

Was Menschen in die Arbeitssucht treibt, ist nicht eine Charaktereigenschaft oder ein ausschlaggebender Moment. Die tatsächliche Ursache muss im persönlichen Gespräch mit dem Individuum festgestellt werden.

 

Workaholic – was tun

Wenn du in diesem Artikel dich selbst oder eine dir bekannte Person wiedererkannt hast, verspürst du wahrscheinlich das Bedürfnis, etwas zu ändern.

Dieses Bedürfnis ist der Anfang einer lebenswichtigen Änderung und nur Selbstliebe, Willensstärke und ein unterstützendes Umfeld können jemanden aus der Arbeitssucht herausholen.

Folgende Schritte und Tipps können dabei helfen, die Arbeitssucht anzugehen:

  • Arbeit reduzieren und sich an die vorgegebenen Arbeitszeiten halten; Pausen wahrnehmen
  • Hobbys und Freizeit so ernst nehmen, wie die Arbeit
  • an Perfektionismus arbeiten und sich Fehler verzeihen
  • Achtsamkeits- und Entspannungsübungen regelmäßig nachgehen
  • eine Person ins Vertrauen ziehen – über Probleme reden, hilft dabei, sie zu lösen

Die Arbeit kann ein erfüllender Teil des Lebens sein, aber das ist auch, was sie bleiben sollte: Ein Teil des Lebens. Wer Arbeit zum alleinigen Lebensinhalt macht, verpasst so viele Facetten des Lebens, die es lebenswert machen.

Wenn du oder jemand, den du kennst unter Arbeitssucht leidet, unternimm bitte die nötigen Schritte, um Hilfe wahrzunehmen.

Workaholic: Häufige Fragen und Antworten

Was ist ein Workaholiker?

Ein Workaholiker ist jemand, der zwanghaft übermäßig hart und lange arbeitet.

Was sind Anzeichen für einen Workaholic?

Anzeichen für einen Workaholic sind z. B. - Vernachlässigung der psychischen und physischen Gesundheit - andauernde Überstunden und scheinbar keine Trennung der Arbeits- und Privatwelt - Perfektionismus - mangelnde Erholung und Wahrnehmung der eigenen Hobbys

Ist Workaholic eine Krankheit?

Workaholic ist keine anerkannte Diagnose laut Internationaler Klassifikation der Krankheiten, jedoch sind die Symptome, die einen Workaholic ausmachen, durchaus ernstzunehmen. Workaholics können schnell einen Burnout bekommen, was wiederum laut WHO eine Krankheit ist.

Was passiert wenn man zu viel arbeitet?

Wenn man zu viel arbeitet, hat das auf alle anderen Lebensbereiche Einfluss: Das Sozialleben leidet, der Körper ist erschöpft. Tatsächlich haben Menschen, die täglich länger als acht Stunden arbeiten, ein erhöhtes Unfallrisiko und fallen durch häufig auftretende Erschöpfungszustände auf.