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Schulstress – Was kann ich tun und wie werde ich ihn los?

Oje! Es geht wieder los: Vokabeltests, Klassenarbeiten, Hausaufgaben und dann hat man ja noch ein Privatleben. Wie soll das alles smooth zusammenlaufen? Vielleicht kennst du dieses Gefühl der Überlastung, in dem man so viel im Kopf hat, dass man eigentlich nichts mehr machen kann.

Gastbeitrag von DURCHBLICKT! zum Thema Schulstress, StudySmarter

Verantwortlich für diesen Artikel ist das Präventionsprogramm DURCHBLICKT! der BARMER Krankenkasse, das sich darauf konzentriert, die digitale Gesundheitskompetenz zu verbessern. Es richtet sich speziell an Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und Eltern, um sie im Umgang mit Gesundheitsinformationen online, insbesondere auf Social Media, zu schulen und zu unterstützen. Dabei arbeitet die Onlineredaktion von DURCHBLICKT! immer an aktuellen und verschiedenen Themen.

Stress im Schul-Alltag

Stress hatte ursprünglich eine positive Funktion. Er sollte uns in kritischen Situationen zu schnellen Entscheidungen und Reaktionen befähigen. Heute gibt es viele verschiedene Stressauslöser auch genannt Stressoren. Einer davon kann der Englisch-Vokabel-Test nächste Woche sein oder die Mathe-Klassenarbeit morgen. Muss man mit diesem Schulstress leben? Nein! Es gibt viele Möglichkeiten mit Stress umgehen zu lernen und ihn zu reduzieren.

 

Wie entsteht Stress überhaupt?

Bei Stress unterscheidet man zwischen Eustress und Disstress. Der Eustress ist positiver Stress. Diesen verspürst du zum Beispiel, wenn die Situation herausfordernd ist, du aber weißt, dass du es schaffen kannst. Das heißt, das kann dich motivieren und daran kannst du wachsen. Disstress ist der negative Stress. Dieser kann dich körperlich als auch mental belasten und dein Wohlbefinden reduzieren.

Übrigens in der Psychologie unterscheidet man zwischen innere (endogenen) und äußeren (exogenen) Stressauslösern, während man in der Biologie nur von äußeren Reizen spricht. Diese Reize können sich in Symptomen zeigen.

 

Mögliche Symptome von Schulstress

Lass uns zunächst mal schauen, wie die Symptome von Schulstress aussehen könnten. Viele Schülerinnen und Schüler klagen entweder über körperliche oder psychische Symptome.
Häufig zählen diese Beschwerden zu den körperlichen:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Essstörungen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Appetitlosigkeit.

Wichtig! Kläre deine Beschwerden immer mit einer medizinischen Fachkraft ab z. B. deinem Arzt oder deiner Ärztin. Wende dich auch an deine Eltern oder eine andere Vertrauensperson, wenn du nicht weißt, wie du eine medizinische Fachkraft kontaktieren kannst.

Psychische Symptome können so aussehen:

  • Angst
  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Aggressivität
  • depressive Verstimmungen
  • sozialer Rückzug

Auch hier wichtig: Kläre deine Beschwerden immer mit einer medizinischen Fachkraft ab z. B. dein Arzt oder deine Ärztin. Wende dich auch an deine Eltern oder eine andere Vertrauensperson. Bei der Nummer gegen Kummer findest du auch immer kostenlose Beratung von Jugendlichen 116 111.
Wenn du einen Chat bevorzugst, findest du beim krisenchat.de ein anonymer Chat, der immer erreichbar ist und Menschen, die dir helfen können.

 

Wo findest du zuverlässige Informationen über Gesundheit?

Damit du zuverlässige Informationen zum Umgang mit Schulstress findest, ist es erstmal wichtig, dass du weißt, wonach du suchen musst. Dafür kann es dir helfen, deine Fertigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen zu stärken. Damit du nämlich zuverlässige und passende Informationen findest, ist es wichtig, dass du diese sieben Skills hast und stärkst:

  • suchen und finden
  • erstellen und teilen
  • richtige Nutzung von mobilen Endgeräten (Smartphone, Tablet, Laptop etc.)
  • Schutz deiner personenbezogenen Daten
  • die Qualität von Gesundheitsinformationen bewerten
  • Bestimmung der Relevanz im Alltag
  • sicher online navigieren

Wenn du diese Skills gut beherrscht, findest du einfacher zuverlässige Gesundheitsinformationen, die dir helfen können, deinen Schulstress zu bewältigen.

Suchst du zum Beispiel nach „Bauchschmerzen“, erscheint in der bekannten Suchmaschine immer ein bestimmtes Ranking. Das hat aber oft nichts mit der Genauigkeit deiner Frage zu tun, sondern damit, dass bestimmte Stichwörter (Keywords) gekauft wurden, um dann bei deiner Suche ausgespuckt zu werden. Oft sind die ersten Treffer also Werbung oder gut optimierte Texte, die mit gekauften Keywords oben stehen. Deshalb lohnt es sich immer ein paar Seiten durchzuklicken, um zu schauen: ist diese Information zuverlässig? Wenn du Bauchschmerzen hast, hilft dir ein Artikel zu Kopfschmerzen wenig.

Häufig findest du zuverlässige Gesundheitsinformationen bei deiner Krankenkasse. Viele haben nämlich auch kostenfreie Artikel auf ihren Webseiten. Manche haben auch tolle Social-Media-Kanäle, wo du Infos noch leichter findest. Außerdem können dir auch medizinische Zeitschriften mit Redakteuren, Medizinjournalisten als zuverlässige Quelle dienen. In Wartezimmern liegen solche Zeitschriften hin und wieder aus. Natürlich gibt es sie auch digital. In Apotheken kannst du nach solchen Zeitschriften fragen.

 

Was kannst du bei Schulstress also tun?

Ein wichtiger Tipp: Erkenne, was dich stresst! Hierzu kannst du verschiedene Übungen machen, um deine persönlichen Stressoren (Stressauslöser) zu identifizieren. Stress wird meist subjektiv empfunden.

Vielleicht stresst es deine Freundin, wenn sie für Mathe, Englisch lernen muss und gleichzeitig am Wochenende noch ein Fußballturnier hat. Deinen Kumpel stresst es vielleicht, dass er nicht weiß, ob er zu dieser Geburtstagsparty gehen soll oder nicht. Jeden stresst etwas anders und in anderem Ausmaß. Darum ist es sinnvoll zu schauen, welche Dinge dich im Alltag stressen.

Lass uns also schauen, wie du diese Stressoren identifizieren kannst:

  • Achtsamkeit: Vielleicht hast du diesen Begriff schon gehört. Bei Achtsamkeit geht es darum, den aktuellen Moment bewusst wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten, nur zu beobachten. Übungen sind zum Beispiel Yoga oder Meditation. Eine tolle Übung heißt 5-4-3-2-1. Die geht so:
    • 5. Zähle in Gedanken oder laut 5 Dinge auf, die du gerade siehst.
    • 4. Zähle in Gedanken oder laut 4 Dinge auf, die du gerade hörst.
    • 3. Zähle in Gedanken oder laut 3 Dinge auf, die du gerade spürst. (zum Beispiel den Boden, das Sofa etc.)
    • 2. Zähle in Gedanken oder laut 2 Dinge auf, die du gerade riechst.
    • 1. Zähle in Gedanken oder laut 1 Ding auf, dass du gerade schmeckst.
  • Gesund leben: eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und genug Schlaf sind eine wichtige Basis, um den täglichen Stressoren die Stirn bieten zu können.
  • Individuelle Stressoren erkennen: Schreib dir auf, was dich stresst. Wenn du das weißt und dir bewusst machst, kannst du eher darüber nachdenken, wie du diesen Stress in der Gegenwart und in Zukunft reduzieren kannst.
  • Entspannungspausen: Nimm dir bewusst Zeit für Entspannungsphasen in deinem Alltag. Wasgibt dir Kraft? Was macht dir Spaß?

Schulstress bei Jugendlichen ist leider ein Thema, das du nicht allein lösen kannst. Aber! Du kannst für dich schauen, welche Methoden du nutzen kannst, um deine körperliche und mentale Gesundheit zu stärken. Und wer weiß, vielleicht gibt es in naher Zukunft irgendwann mal neue Schulfächer wie Gesundheit in der Schule oder Achtsamkeit als Unterrichtsfach?

 

Weitere Artikel und Infos findest du hier:

Quellen:
Sarah Schömbs, Wie lerne ich meinen Stress kennen? [Letzter Stand: 28.11.2023]
Bindrum, Victoria, Wie kann ich Stressfaktoren erkennen und reduzieren? [Letzter Stand: 28.11.2023]
Malteser, Stress: Wie er entsteht und wie du ihn vermeidest [Letzter Stand: 28.11.2023]
Ennenbach, M. (2017). Achtsamkeit bedeutet Einsicht in unsere körperlichen, emotionalen und gedanklichen Vorgänge. In: Inspiration in 108 Leitsätzen. Springer, Berlin, Heidelberg.