Virologie at Universität Bochum | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Virologie an der Universität Bochum

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Virologie Kurs an der Universität Bochum zu.

TESTE DEIN WISSEN


Zytopathogener Effekt

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TESTE DEIN WISSEN

Intrazelluläre Ereignisse

  • Transkriptionsapparat (Blockade zellulärer Transkription)
  • Zelluläre RNA-Prozessierung (Transport zellulärer mRNA blockiert)
  • Translationsapparat (cap-dependent translation; IRES)
  • DNA-Synthese-Apparat (Interferenz mit zellulärer DNA-Synthese
  • Modifikation zellulärer Proteine (viral codierte Proteinkinasen und Proteasen)

Morphologische Veränderungen

  • Zytolytische Infektionen (Vakziniavirus)
  • Synzytienbildung (Masernvirus)
  • Immortalisierung
  • Plaque assay
    • Lytische Viren
    • Kristallviolett
    • PFU/ml
  • Focus assay
    • Nich-lytische Viren
    • Antikörper
    • FFU/mL
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Virus-induzierte Tumore

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TESTE DEIN WISSEN
  • Expression viraler Onkogene
  • Integration des viralen Genoms
    • Anschalten zellulärer Pro-oncogene
    • Abschalten zellulärer Tumorsuppressorgene
  • Lange Latenzzeiten
  • Viren erzeugen immunsupprimierendes Tumorumfeld
  • bis zu 15 % aller Tumore
  • Burkitt-Lymphom, Hodgkin-Lymphom → EBV

Tumor-induzierende Viren

  • Eppstein-Barr-Virus (EBV)
  • Hepatitis-B-Virus (HBV)
  • Hepatitis-C-Virus (HCV)
  • Humanens Papillomvirus (HPV)
  • Humanen T-lymphotropen Virus 1 (HTLV-1)
  • Humanes Herpesvirus 8 (HHV- 8, auch Kaposi-Sarkom- Herpesvirus, KSHV)
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Endemie – Epidemie - Pandemie

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Endemie

  • Auftreten einer Erkrankung in einer bestimmten Population bzw. bestimmten Region
  • Krankheitsursache ständig präsent
  • gewissen Anteil der dort lebenden Individuen erfasst
  • örtlich begrenzt + zeitlich unbegrenzt

Epidemie

  • Stark gehäuftes Auftreten einer Erkrankung in einer bestimmten Population bzw. bestimmten Region
  • über einen gewissen Zeitraum
  • örtlich begrenzt + zeitlich begrenzt

Pandemie

  • Auftreten einer Infektionserkrankung mit länderübergreifender, globaler Ausbreitung
  • örtlich unbegrenzt + zeitlich (un)begrenzt
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Atemwegsinfekte

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  • "Schnupfen"
    • oberen Atemwege wesentlich häufiger betroffen als die unteren
  • Bronchitis
    • Verschiedene Erreger (Viren, Bakterien, Pilze) können Atemwegsinfekte auslösen
  • Pneumonie
    • Bisher wurden über 200 verschiedene Virusarten identifiziert, die eine Atemwegsinfektion verursachen können
  • Symptome:
    • Rhinorrhoe
    • Husten
    • Halsschmerzen
    • Fieber
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Intrauterine und peripartale Infektionen

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intrauterin

  • Röteln
  • CMV
  • Parvovirus B19
  • Toxoplasmose
  • Syphilis
  • Listerien
  • SARS-CoV-2

perinatal

  • Herpes simplex
  • Varizella
  • Hepatitis B
  • HIV
  • S. agalactiae
  • N. gonorrhoeae
  • C. trachomatis
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HIV Variabilität

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TESTE DEIN WISSEN
  • Extrem hohe Produktionsrate neuer Viruspartikel (10^9 –10^10 pro Tag)
  • Fehlerhafte Reverse Transkriptase (kein Proofreading)
  • ‘Diploides‘ einzelsträngiges RNA Genom -> Rekombination
  • -> Quasispezies
  • -> Escape-Mutation (Immunevasion; Therapieresistenz)
  • aktuell ca. 30 Präparate zugelassen
  • mehr als 200 Resistenz-assoziierte Mutationen
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Resistenzbestimmung

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TESTE DEIN WISSEN
  • Sequenzierung von Protease, Reverse Transkriptase Integrase aus Plasma des Patienten (Sanger oder NGS)
  • Datenbankvergleich
  • Vorhersage der Sensitivität -> Anpassung der Therapie
    • z.B. RT: 67N+70R+215F+219Q: AZT-Resistenz
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Präexpositionsprophylaxe

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TESTE DEIN WISSEN
  • Personen "mit einem substanziellen HIV-Infektionsrisiko"
  • Kombinationspräparat
    • Emtricitabin (NRTI) + Tenofovirdisoproxil (NtRTI)
  • tägliche Einnahme
    • häufige Nebenwirkungen Durchfall und Übelkeit
    • Unterschiedliche Anreicherung in verschiedenen Schleimhäuten -> anlassbezogene PrEP
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Virale Hepatitiden

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  • Ikterus
  • acholischer Stuhl
  • Hepatitis -> Zirrhose -> HCC
  • erhöhte Transaminasen
  • fünf Hepatitis-Erreger bekannt: A, B, C, D, E
  • unterschiedlich schwere Leberentzündungen -> spontan ausheilen oder chronische Verläufe (mehrere Hundert Millionen Menschen betroffen)
  • In manchen Fällen versagt das infizierte Organ -> nur noch eine Transplantation helfen
  • Erreger sind nicht miteinander verwandt
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Steckbriefe

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HAV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis A-Virus (RNA, Picornaviridae, Hepatovirus)
  • Verbreitung: 
    • Weltweit
    • Prävalenz mit der sanitären und sozioökonomischen Gesamtsituation korreliert
  • Infektionsweg: Fäkal-orale Schmutz- und Schmierinfektionen
  • Inkubationszeit: Im Mittel 27 Tage (Bereich: 3 – 5 Wochen)
  • Krankheitsbild:
    • Je nach Alter der infizierten Person entwickelt sich ein ikterischer Verlauf
    • Fulminante und cholestatische Hepatitiden sind selten
  • Diagnostik:
    • Anti-HAV-IgM-Nachweis
    • HAV-RNA-Nachweis
  • Prophylaxe:
    • Hygienemaßnahmen
    • aktive Impfung
    • passive Immunisierung
  • Therapie: Es existiert keine spezifische antivirale Therapie

HBV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis B-Virus (DNA, Hepadnaviridae, Orthohepadnavirus)
  • Verbreitung: 
    • Weltweit
    • Hohe Endemie in Afrika, Ostasien, Ozeanien
  • Infektionsweg: Parenteral
  • Inkubationszeit: Im Mittel 60 – 90 Tage (Bereich: 45 – 180 Tage)
  • Krankheitsbild:
    • Variabel
    • Ikterus tritt nur in 30 – 50 % der Fälle auf
    • Fulminante Verläufe sind selten
    • in bis zu 10 % der Fälle Übergang in eine chronische Infektion
  • Diagnostik:
    • Abhängig von der Fragestellung 
    • zahlreiche serologische Marker 
    • HBV-DNA-Nachweis 
  • Prophylaxe:
    • Expositionsprophylaxe
    • aktive Impfung
    • passive Immunisierung
  • Therapie: Gabe von Interferon α bzw. Nukleos(t)idanaloga

HDV-Infektion

  • Erreger:
    • Hepatitis D-Virus (Genus: Deltavirus)
    • Subvirales Agens mit zirkulärer Minusstrang RNA, die für ein HD-Antigen, nicht aber für ein Hüllprotein kodiert (-> dieses wird vom HBV geliefert (HBsAg))
  • Verbreitung:
    • Weltweit
    • Häufungen in Populationen mit hohem HBsAg-Trägertum
  • Infektionsweg:
    • Parenteral als Koinfektion mit HBV
    • Superinfektion eines HBsAg-Trägers
  • Krankheitsbild:
    • bei Koinfektionen meist zweigipflig
    • bei Superinfektionen häufig schwere (fulminante) Verläufe mit hoher Chronifizierungsrate
  • Diagnostik:
    • anti-HDV-Nachweis
    • HDV RNA
  • Prophylaxe:
    • Impfung gegen HBV (keine spezifische HDV-Impfung)
    • Keine Impfung von HBsAg-Trägern möglich
  • Therapie:
    • Gabe von pegyliertem Interferon α (48 Wochen) führt in rund 25% der Fälle zu einem dauerhaften virologischen Ansprechen
    • Spezifisch wirksame Substanzen (Myrcludex-B, Lonarfarnib und REP 2139) befinden sich in der klinischen Erprobung
    • Seit 2021 Myrcludex-B als Hepcludex von der EMA zugelassen

HCV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis C-Virus (RNA, Flaviviridae, Hepacivirus)
  • Verbreitung:
    • Weltweit
    • Hohe Endemie in Nordafrika, Südostasien
  • Infektionsweg:
    • Parenteral
    • hauptsächlich i.v. Drogenabusus
  • Inkubationszeit: Im Mittel 2-26 Wochen
  • Krankheitsbild: chronische Hepatitis -> Zirrhose und hepatozellulärem Karzinom
  • Diagnostik
    • anti-HCV Antikörper mittels EIA
    • HCV-RNA
  • Prophylaxe: 
    • Expositionsprophylaxe
    • v.a. Tranfusionsprodukte
    • keine Impfung!
  • Therapie:
    • Kombination verschiedener DAA (direct acting antivirals)
    • erste und bislang einzige heilbare chronische Viruserkrankung!!

HEV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis E-Virus (RNA, Hepeviridae, Orthohepevirus)
  • Verbreitung:
    • Weltweit
    • Genotyp 1-2: Afrika, Südostasien
    • Genotype 3-4: Europa, Amerika, Asien
  • Infektionsweg: 
    • fäkal-oral
    • Zoonose
  • Inkubationszeit: Im Mittel 15-60 Tage
  • Krankheitsbild:
    • häufigster Erreger akuter viraler Hepatitiden
    • chronische Verläufe in Immunsupprimierten
    • hohe Morbidität und Mortalität bei Schwangeren
  • Diagnostik: 
    • anti-HEV Antikörper
    • HEV-RNA
  • Prophylaxe:
    • Meidung von nicht abgekochtem Wasser
    • kein Verzehr von unzureichend erhitztem Schweine oder Wildfleisch
  • Therapie:
    • keine spezifische
    • Ribavirin (off-label)
    • Impfstoff nur in China zugelassen
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Übertragbare, spongiforme Enzephalopathien (TSE - transmissible spongiform encephalopathy)

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  • Chronisch-progressive Infektionen des ZNS
  • Tödlich
  • Verlust von Neuronen (Löcher) mit Gliose
  • Amyloid
  • Diagnose: post mortem durch Pathologen
  • Beim Mensch: Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung (CJD)
  • Beim Schaf: Scrapie seit über 200 Jahren bekannt

Histopathologie der vCJD

  • Spongiforme Degeneration mit zentralen Plaques
  • PrP-Immunhistologie als Nachweis

Scrapie (1752)

  • vielen Teilen der Welt ->  vermutlich von Spanien nach ganz Europa, von England in restliche Welt
  • Schafe und Ziegen -> schwere neurologische Symptome, u.a. Kratzen an Zäunen (Scrape)
  • Inzidenz steigt mit Alter der Tiere, nicht jünger als 1,5 Jahre -> Inkubationszeit länger
  • Lämmer befallener Schafe häufiger befallen
  • Erreger kann im Weideland mindestens 3 Jahre überdauern
  • Genaue Übertragung unklar
  • Erreger als erstes in Tonsillen und Mesenterialen Lymphknoten nachweisbar -> orale Übertragung?

Erreger der Scrapie-Erkrankung

  • Zunächst „slow-virus“-Infektion vermutet
  • Extrem Hitze-stabil
  • Extrem Strahlen und UV-resistent -> DNase und RNase resistent
  • Sensitiv gegenüber Protein-denaturierenden Verfahren (SDS, Phenol)
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TESTE DEIN WISSEN


Koch’sche Postulate

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TESTE DEIN WISSEN
  • in allen Fällen bei einer bestimmten Krankheit nachweisen lassen
  • beim Gesunden immer fehlen muss
  • muss sich auf Nährböden oder in geeigneter Zellkultur züchten lassen in Form von Reinkultur
  • Gesunde Organismen -> Inokulierung des Erregers -> gleiche Krankheit entwickeln
  • Re-Isolierung des Erregers aus experimentell infizierten Organismen gelingen

Grenzen

  • Reservoire in Tieren für viele Viren (Fledermäuse, Stechmücken) -> aktive Replikation ohne Krankheit
  • Viele Viren lassen sich nur schwer oder gar nicht kultivieren (Papillomavirusen, HBV, HEV)
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  • 223652 Karteikarten
  • 4656 Studierende
  • 107 Lernmaterialien

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Q:


Zytopathogener Effekt

A:

Intrazelluläre Ereignisse

  • Transkriptionsapparat (Blockade zellulärer Transkription)
  • Zelluläre RNA-Prozessierung (Transport zellulärer mRNA blockiert)
  • Translationsapparat (cap-dependent translation; IRES)
  • DNA-Synthese-Apparat (Interferenz mit zellulärer DNA-Synthese
  • Modifikation zellulärer Proteine (viral codierte Proteinkinasen und Proteasen)

Morphologische Veränderungen

  • Zytolytische Infektionen (Vakziniavirus)
  • Synzytienbildung (Masernvirus)
  • Immortalisierung
  • Plaque assay
    • Lytische Viren
    • Kristallviolett
    • PFU/ml
  • Focus assay
    • Nich-lytische Viren
    • Antikörper
    • FFU/mL
Q:


Virus-induzierte Tumore

A:
  • Expression viraler Onkogene
  • Integration des viralen Genoms
    • Anschalten zellulärer Pro-oncogene
    • Abschalten zellulärer Tumorsuppressorgene
  • Lange Latenzzeiten
  • Viren erzeugen immunsupprimierendes Tumorumfeld
  • bis zu 15 % aller Tumore
  • Burkitt-Lymphom, Hodgkin-Lymphom → EBV

Tumor-induzierende Viren

  • Eppstein-Barr-Virus (EBV)
  • Hepatitis-B-Virus (HBV)
  • Hepatitis-C-Virus (HCV)
  • Humanens Papillomvirus (HPV)
  • Humanen T-lymphotropen Virus 1 (HTLV-1)
  • Humanes Herpesvirus 8 (HHV- 8, auch Kaposi-Sarkom- Herpesvirus, KSHV)
Q:


Endemie – Epidemie - Pandemie

A:

Endemie

  • Auftreten einer Erkrankung in einer bestimmten Population bzw. bestimmten Region
  • Krankheitsursache ständig präsent
  • gewissen Anteil der dort lebenden Individuen erfasst
  • örtlich begrenzt + zeitlich unbegrenzt

Epidemie

  • Stark gehäuftes Auftreten einer Erkrankung in einer bestimmten Population bzw. bestimmten Region
  • über einen gewissen Zeitraum
  • örtlich begrenzt + zeitlich begrenzt

Pandemie

  • Auftreten einer Infektionserkrankung mit länderübergreifender, globaler Ausbreitung
  • örtlich unbegrenzt + zeitlich (un)begrenzt
Q:


Atemwegsinfekte

A:
  • "Schnupfen"
    • oberen Atemwege wesentlich häufiger betroffen als die unteren
  • Bronchitis
    • Verschiedene Erreger (Viren, Bakterien, Pilze) können Atemwegsinfekte auslösen
  • Pneumonie
    • Bisher wurden über 200 verschiedene Virusarten identifiziert, die eine Atemwegsinfektion verursachen können
  • Symptome:
    • Rhinorrhoe
    • Husten
    • Halsschmerzen
    • Fieber
Q:


Intrauterine und peripartale Infektionen

A:

intrauterin

  • Röteln
  • CMV
  • Parvovirus B19
  • Toxoplasmose
  • Syphilis
  • Listerien
  • SARS-CoV-2

perinatal

  • Herpes simplex
  • Varizella
  • Hepatitis B
  • HIV
  • S. agalactiae
  • N. gonorrhoeae
  • C. trachomatis
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Q:


HIV Variabilität

A:
  • Extrem hohe Produktionsrate neuer Viruspartikel (10^9 –10^10 pro Tag)
  • Fehlerhafte Reverse Transkriptase (kein Proofreading)
  • ‘Diploides‘ einzelsträngiges RNA Genom -> Rekombination
  • -> Quasispezies
  • -> Escape-Mutation (Immunevasion; Therapieresistenz)
  • aktuell ca. 30 Präparate zugelassen
  • mehr als 200 Resistenz-assoziierte Mutationen
Q:


Resistenzbestimmung

A:
  • Sequenzierung von Protease, Reverse Transkriptase Integrase aus Plasma des Patienten (Sanger oder NGS)
  • Datenbankvergleich
  • Vorhersage der Sensitivität -> Anpassung der Therapie
    • z.B. RT: 67N+70R+215F+219Q: AZT-Resistenz
Q:


Präexpositionsprophylaxe

A:
  • Personen "mit einem substanziellen HIV-Infektionsrisiko"
  • Kombinationspräparat
    • Emtricitabin (NRTI) + Tenofovirdisoproxil (NtRTI)
  • tägliche Einnahme
    • häufige Nebenwirkungen Durchfall und Übelkeit
    • Unterschiedliche Anreicherung in verschiedenen Schleimhäuten -> anlassbezogene PrEP
Q:

Virale Hepatitiden

A:
  • Ikterus
  • acholischer Stuhl
  • Hepatitis -> Zirrhose -> HCC
  • erhöhte Transaminasen
  • fünf Hepatitis-Erreger bekannt: A, B, C, D, E
  • unterschiedlich schwere Leberentzündungen -> spontan ausheilen oder chronische Verläufe (mehrere Hundert Millionen Menschen betroffen)
  • In manchen Fällen versagt das infizierte Organ -> nur noch eine Transplantation helfen
  • Erreger sind nicht miteinander verwandt
Q:


Steckbriefe

A:

HAV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis A-Virus (RNA, Picornaviridae, Hepatovirus)
  • Verbreitung: 
    • Weltweit
    • Prävalenz mit der sanitären und sozioökonomischen Gesamtsituation korreliert
  • Infektionsweg: Fäkal-orale Schmutz- und Schmierinfektionen
  • Inkubationszeit: Im Mittel 27 Tage (Bereich: 3 – 5 Wochen)
  • Krankheitsbild:
    • Je nach Alter der infizierten Person entwickelt sich ein ikterischer Verlauf
    • Fulminante und cholestatische Hepatitiden sind selten
  • Diagnostik:
    • Anti-HAV-IgM-Nachweis
    • HAV-RNA-Nachweis
  • Prophylaxe:
    • Hygienemaßnahmen
    • aktive Impfung
    • passive Immunisierung
  • Therapie: Es existiert keine spezifische antivirale Therapie

HBV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis B-Virus (DNA, Hepadnaviridae, Orthohepadnavirus)
  • Verbreitung: 
    • Weltweit
    • Hohe Endemie in Afrika, Ostasien, Ozeanien
  • Infektionsweg: Parenteral
  • Inkubationszeit: Im Mittel 60 – 90 Tage (Bereich: 45 – 180 Tage)
  • Krankheitsbild:
    • Variabel
    • Ikterus tritt nur in 30 – 50 % der Fälle auf
    • Fulminante Verläufe sind selten
    • in bis zu 10 % der Fälle Übergang in eine chronische Infektion
  • Diagnostik:
    • Abhängig von der Fragestellung 
    • zahlreiche serologische Marker 
    • HBV-DNA-Nachweis 
  • Prophylaxe:
    • Expositionsprophylaxe
    • aktive Impfung
    • passive Immunisierung
  • Therapie: Gabe von Interferon α bzw. Nukleos(t)idanaloga

HDV-Infektion

  • Erreger:
    • Hepatitis D-Virus (Genus: Deltavirus)
    • Subvirales Agens mit zirkulärer Minusstrang RNA, die für ein HD-Antigen, nicht aber für ein Hüllprotein kodiert (-> dieses wird vom HBV geliefert (HBsAg))
  • Verbreitung:
    • Weltweit
    • Häufungen in Populationen mit hohem HBsAg-Trägertum
  • Infektionsweg:
    • Parenteral als Koinfektion mit HBV
    • Superinfektion eines HBsAg-Trägers
  • Krankheitsbild:
    • bei Koinfektionen meist zweigipflig
    • bei Superinfektionen häufig schwere (fulminante) Verläufe mit hoher Chronifizierungsrate
  • Diagnostik:
    • anti-HDV-Nachweis
    • HDV RNA
  • Prophylaxe:
    • Impfung gegen HBV (keine spezifische HDV-Impfung)
    • Keine Impfung von HBsAg-Trägern möglich
  • Therapie:
    • Gabe von pegyliertem Interferon α (48 Wochen) führt in rund 25% der Fälle zu einem dauerhaften virologischen Ansprechen
    • Spezifisch wirksame Substanzen (Myrcludex-B, Lonarfarnib und REP 2139) befinden sich in der klinischen Erprobung
    • Seit 2021 Myrcludex-B als Hepcludex von der EMA zugelassen

HCV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis C-Virus (RNA, Flaviviridae, Hepacivirus)
  • Verbreitung:
    • Weltweit
    • Hohe Endemie in Nordafrika, Südostasien
  • Infektionsweg:
    • Parenteral
    • hauptsächlich i.v. Drogenabusus
  • Inkubationszeit: Im Mittel 2-26 Wochen
  • Krankheitsbild: chronische Hepatitis -> Zirrhose und hepatozellulärem Karzinom
  • Diagnostik
    • anti-HCV Antikörper mittels EIA
    • HCV-RNA
  • Prophylaxe: 
    • Expositionsprophylaxe
    • v.a. Tranfusionsprodukte
    • keine Impfung!
  • Therapie:
    • Kombination verschiedener DAA (direct acting antivirals)
    • erste und bislang einzige heilbare chronische Viruserkrankung!!

HEV-Infektion

  • Erreger: Hepatitis E-Virus (RNA, Hepeviridae, Orthohepevirus)
  • Verbreitung:
    • Weltweit
    • Genotyp 1-2: Afrika, Südostasien
    • Genotype 3-4: Europa, Amerika, Asien
  • Infektionsweg: 
    • fäkal-oral
    • Zoonose
  • Inkubationszeit: Im Mittel 15-60 Tage
  • Krankheitsbild:
    • häufigster Erreger akuter viraler Hepatitiden
    • chronische Verläufe in Immunsupprimierten
    • hohe Morbidität und Mortalität bei Schwangeren
  • Diagnostik: 
    • anti-HEV Antikörper
    • HEV-RNA
  • Prophylaxe:
    • Meidung von nicht abgekochtem Wasser
    • kein Verzehr von unzureichend erhitztem Schweine oder Wildfleisch
  • Therapie:
    • keine spezifische
    • Ribavirin (off-label)
    • Impfstoff nur in China zugelassen
Q:


Übertragbare, spongiforme Enzephalopathien (TSE - transmissible spongiform encephalopathy)

A:
  • Chronisch-progressive Infektionen des ZNS
  • Tödlich
  • Verlust von Neuronen (Löcher) mit Gliose
  • Amyloid
  • Diagnose: post mortem durch Pathologen
  • Beim Mensch: Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung (CJD)
  • Beim Schaf: Scrapie seit über 200 Jahren bekannt

Histopathologie der vCJD

  • Spongiforme Degeneration mit zentralen Plaques
  • PrP-Immunhistologie als Nachweis

Scrapie (1752)

  • vielen Teilen der Welt ->  vermutlich von Spanien nach ganz Europa, von England in restliche Welt
  • Schafe und Ziegen -> schwere neurologische Symptome, u.a. Kratzen an Zäunen (Scrape)
  • Inzidenz steigt mit Alter der Tiere, nicht jünger als 1,5 Jahre -> Inkubationszeit länger
  • Lämmer befallener Schafe häufiger befallen
  • Erreger kann im Weideland mindestens 3 Jahre überdauern
  • Genaue Übertragung unklar
  • Erreger als erstes in Tonsillen und Mesenterialen Lymphknoten nachweisbar -> orale Übertragung?

Erreger der Scrapie-Erkrankung

  • Zunächst „slow-virus“-Infektion vermutet
  • Extrem Hitze-stabil
  • Extrem Strahlen und UV-resistent -> DNase und RNase resistent
  • Sensitiv gegenüber Protein-denaturierenden Verfahren (SDS, Phenol)
Q:


Koch’sche Postulate

A:
  • in allen Fällen bei einer bestimmten Krankheit nachweisen lassen
  • beim Gesunden immer fehlen muss
  • muss sich auf Nährböden oder in geeigneter Zellkultur züchten lassen in Form von Reinkultur
  • Gesunde Organismen -> Inokulierung des Erregers -> gleiche Krankheit entwickeln
  • Re-Isolierung des Erregers aus experimentell infizierten Organismen gelingen

Grenzen

  • Reservoire in Tieren für viele Viren (Fledermäuse, Stechmücken) -> aktive Replikation ohne Krankheit
  • Viele Viren lassen sich nur schwer oder gar nicht kultivieren (Papillomavirusen, HBV, HEV)
Virologie

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