Berufsethik at Universität Bochum | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Berufsethik an der Universität Bochum

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Formen und Wirkweisen von Rassismus

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- „Rassifizierung“ kennzeichnet sich durch vier Aspekte: 

- Naturalisierung

- Homogenisierung 

-Polarisierung

- Hierarchisierung


--> Rassismus lässt sich analytisch auf drei Ebenen beschreiben: strukturell, institutionell und individuell


Formen: Anti-Schwarzer Rassismus, Anti-Muslimischer Rassismus, Anti-Asiatischer Rassismus, Antisemitismus, Rassismus gegen Sinti*zze u. Rom*nja...

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Ethik 

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- Ethik als Theorie meint die wissenschaftliche Reflektion der Lebensführung. Damit ist die Ethik die Reflexionsinstanz von Ethos und Moral.


- Gelebte Sittlichkeit und geltende moralische Normen werden innerhalb der Ethik wissenschaftlich reflektiert und kritisch geprüft.

- Ethik als eigenständige Disziplin hinterfragt (seit Aristoteles) die Autorität des Herkömmlichen und gewinnt v. a. dann an Bedeutung, wenn gewohnte soziale und kulturelle Praktiken in Frage gestellt werden oder das Gewohnte keine Handlungsorientierung mehr bietet.


Aufgaben der Ethik:

--> deskriptive / beschreibende Ethik

--> hermeneutische / interpretierende Ethik

--> normative (begründende / präskriptive) Ethik



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Der Fall Alexander - mögliche ethische Problemhorizonte

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- (Therapeutisches) Handeln im Spannungsfeld von Autonomie und Fürsorge

- Recht auf Krankheit vs. Recht auf Heilung (z. B. bei fehlender Selbstbestimmungsfähigkeit)

- „Wohltätiger Zwang“ als fürsorgliches Handeln?

- Unterscheidung Individual- und Sozialethik

- Bedeutung relationaler Sphären (Familiensystem, Gesellschaft etc.)

- Verhältnis von Körper/Leib/Seele (und weitere anthropologische Grundfragen)

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Differenzierung zwischen Individual- und Sozialethik 

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- Individualethik behandelt ethische Grundfragen auf der interpersonellen Ebene (Ich-Du-Beziehungen). Es geht die Fragestellungen der individuellen Lebensführung und Entscheidungen (Bsp. Alexander: Wie kann eine verantwortbare Entscheidung seitens des/der Therapeut*in getroffen werden? Welches Verhalten der Mutter gegenüber Alexander ist ethisch vertretbar? Etc.)


- Sozialethik fokussiert demgegenüber die strukturelle und institutionelle Ebene. Sie ist Ethik der Institutionen und gesellschaftlichen Sozialgebilde (Bsp. Alexander: Wie muss die Institution der Psychiatrie gestaltet sein (Ausstattung, Personal, Atmosphäre, Leitbild etc.), damit ein ethisch verantwortbares Handeln im Angesicht psychisch devianter Menschen möglich ist? Wie geht Gesellschaft mit psychischer Devianz um? Etc.)

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ethisches Dilemma zwischen Verantwortung und Autonomie

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--> Klassische Kriterien ethischer Verantwortung in „helfenden“ Berufen nach Beauchamp/Childress:

- Achtung der Autonomie

- Nicht-Schaden

- Wohltun

- Gerechtigkeit der Ressourcenverteilung

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Pflichtenethik / Deontologische Ethik

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- Die Pflicht (oder ein als unbedingt geltendes Gebot) gilt unabhängig von konkreten Situaionen oder auch den konkreten Folgen der jeweiligen durch ein Prinzip legitimierten Handlungen.


- Das klassische neuzeitliche Beispiel ist die Pflichtethik Kants: Da die Einschätzung der Bedingungen und Folgen einer Handlung stets unsicher ist, gilt allein die Orientierung an einer als Pflicht erkannten universalen Regel, wie sie klassisch durch die unterschiedlichen Versionen des kategorischen Imperativs ausgedrückt wird.


--> Beispiel: So vertritt Kant z. B. eine unbedingte Wahrheitspflicht, auch wenn die konkrete Situa6on oder erwartbare, aber unsichere Folgen dieser Orien6erung problema6sch sein könnten, wie er es in seiner Widerlegung einer scheinbaren Legi6ma6on der Lüge aus Menschenliebe deutlich macht. Folgen sind eher zu vernachlässigen.


- Nach Kant haben alle sittlichen Begriffe in der Vernunft ihren Sitz und Ursprung. Endliche Vernunftwesen bedürfen dabei immer wieder der Orientierung an der Pflicht.


- Als Beurteilungskriterium, was ein pflichtgemäßes Handeln ausmacht, gilt nach Kant der kategorische Imperativ. Zwei Formeln dieses Imperativs seien hier benannt:


--> Grundformel:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde“


--> Selbstzweckformel:„Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“


--> Wichtig: Selbstgesetzgebung der menschlichen Vernunft nach Kant möglich; Respekt vor der Freiheit und Selbstbestimmung der Einzelnen

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Güterethik / Konsequentialismus

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- Dieser Ethiktyp ist allein an den Folgen/Ergebnissen einer Handlung orientiert. Klassisches Beispiel ist der Utilitarismus, der in seiner Grundstruktur Handlungen anhand des Maßstabes der Vermehrung von Glück oder Lust einer möglichst großen Zahl von Betroffenen bewertet.

- Im Kern legitimieren nach diesem Modell die guten Folgen ggf. auch problematische Handlungsweisen. Auch wenn sich der Utilitarismus auf Grund einer naheliegenden Kritik an einer solchen an Einzelhandlungen orientieren Folgebetrachtung in die Varianten eines Regel- und eines Präferenzutilitarismus ausdifferenziert hat, bleibt die konsequentialistische Ausrichtung dominant.

--> John Stuart Mill

--> Peter Singer

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Verantwortungsethiken 

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Verantwortungsethiken:


- Als möglicher Ausweg aus den Dilemmata von Pflicht-, Prinzipien-, Situations-, Folgen- oder Tugend-E. sind im 20. Jh. verschiedene Formen der Verantwortungs-E. entwickelt worden. Verantwortung mit dem sprachlichen Anklang an „Antwort geben“ nötigt zur Rechenschaft für Handlungen gegenüber Dritten, die als Dialogpartner anerkannt werden. (Anerkennung der/des Anderen als Grundprinzip)


--> Basisfrage: Wer ist für was, gegenüber wem, woraufhin, aus welchen Gründen ... verantwortlich?


--> Klassisch habe bereits 1919 Max Weber den Versuch einer Ausbalancierung von Gesinnungs- (Tugendethik) und Verantwortungs-E. vorgeschlagen. Integrationsmodell ohne „Reinheit“ des Ansatzes.

--> Max Weber

--> Dietrich Bonhoeffer

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Ethik und Recht --> Differenz und Zusammenhang 

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- Recht ist, was gilt, was uns in die Pflicht nimmt im Blick auf Handeln oder Unterlassen. Ein (über das Recht hinausgehendes) ethisch gutes Handeln kann erwartet oder erhofft werden, ohne Anspruch.


- Das Recht gilt für alle in gleicher Weise, ein Ethos ist eine persönliche Überzeugung, die unterschiedlich ausgeprägt sein, mit dem Recht nicht in Konflikt treten darf (sollte).


- Das Recht basiert auf ethischen Grundentscheidungen (Gerechtigkeits- Überlegungen), die in pluralistischen Gesellschaften im Sinn eines „overlapping consensus“ in ethischen Fragen gefunden werden.


- Veränderte ethische Einstellungen können auch zur Veränderung von Rechtsnormen führen.

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Ethik und Professionalität

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- Professionelles Handeln ist zunächst eine bestimmte „Kunstfertigkeit“, die jeweils spezifisch entwickelt und eingeübt werden muss. In den meisten Bereichen liegen den professionellen Standards bestimmte implizite Normen und/oder bestimmte Überlegungen zum Menschenbild zu Grunde. Das durch professionelle Standards geprägte Handeln ist zumeist nicht eindeutig (one best way), sondern lässt Spielraum für individuelle Entscheidungen offen. Hier kommt das Ethos des professionellen Handelns ins Spiel.

--> Professionelle Standards sind z.T. je nach Kultur unterschiedlich, sie ändern sich zudem unter dem Einfluss des Rechtssystems wie auch der ethischen Normen einer Gesellschaft.

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Beziehen Sie die drei Ethiktypen Pflichtenethik, Güterethik und Tugendethik auf das Fallbeispiel von Alexander

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Pflichtenethik: 

- Nach der Logik deontologischer Ethiken könnte etwa das Prinzip der Autonomie als Kriterium der Entscheidung gelten.

- Orientierung an der Autonomie ist eine prinzipiell argumentierende Form der Ethik. Die Selbstbestimmung des Menschen als Konsequenz seiner „Würde“ ist ein oberster Wert, der unbedingt gilt und nur unter größten Voraussetzungen teilweise aufgehoben werden kann.

- Die Stärke ist eine klare Ausrichtung an einem begründbaren Wert. Problematisch ist, dass dieser unbedingt gilt, d.h. mögliche besondere Situationen oder Folgen weitgehend unbeachtet bleiben.

- Im Falle Alexanders wäre demnach eine Zwangsanwendung ausgeschlossen, selbst wenn Alexander bei nicht erfolgender Fürsorge wahrscheinlich keine Genesung erfährt.


Güterethik: 

- Eine stark vom Gedanken der Fürsorge/Hilfe bestimmte Ethik fragt wesentlich nach einem (wahrscheinlichen) Ergebnis, d.h. nach den Folgen einer Handlung. Sie ist teleologisch angelegt.

- Eine Güterethik könnte im Falle Alexanders für eine Zwangsanwendung(Fixierung und Medikation) plädieren, da dadurch die wahrscheinliche Folge der Genesung eintritt, was nicht nur positive Folgen für Alexander, sondern auch für seine Familie und die (psychisch nicht erkrankte) Gesellschaft haben würde.


Tugendethik: 

- Eine Tugendethik könnte den Aspekt der entscheidenden Personen in den Fokus rücken.

- Sie fokussieren die notwendigen persönlichen Charaktereigenschaften und Haltungen der Einzelnen und verlangen nach einer möglichst guten (Charakter-)Bildung der Verantwortlichen.

- Durch eine solche Bildung können bestenfalls die Verantwortlichen situativ die richtigen Entscheidungen treffen.


Verantwortungsethik: 

- Die Verantwortungsethiken versuchen einen Mittelweg zu finden, indem neben Folgen (und Situationsbezug) auch die Orientierung an Werten und der Verantwortungsbezug gegenüber allen Betroffenen einbezogen wird. Verantwortungsethiken sind häufig von der Suche nach „Kompromissen“ geprägt.

- Bei Alexander wäre die Frage, ab welchem Grad von Selbstgefährdung eine (Zwangs-)Intervention zu verantworten ist. Dabei werden mögliche Folgen und eigene und gesellschaftliche Prinzipien abgewogen.

- Verantwortungsethiken haben nicht ein richtiges Prinzip/Vorgehen. Vielmehr wird jede Handlung neu verantwortet (im Wissen um die Komplexität der Situation/des Dilemmas).

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Was bringen internationale Vergleiche von Zwangsmaßnahmen?

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Literatur zum Thema „Internationaler Vergleich von Zwangsmaßnahmen“

Tilman Steinert et al.,
- Incidence of seclusion and restraint in psychiatric hospitals: a literature review and survey of international trends, in: Soc Psychiat Epidemiol 45 (2010), 889-897

Tilman Steinert et al.,
- The use of coercive interventions in mental health care in Germany and the Netherlands. A comparison of the developments in two neighboring countries, in: frontiers in Public Health, (2014/2), 1-10

André Nienaber,
- „Same procedure as...?“ Freiheitsbeschränkende Massnahmen im Vergleich, in: Psych Pflege (2012/18), 188-192

Seamus Cowman et al.,
- A descriptive survey study of violence management and priorities among psychiatric staff in mental health services, across seventeen european countries, in: BMC Health Services Research (2017/17), 1-10

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Q:

Formen und Wirkweisen von Rassismus

A:

- „Rassifizierung“ kennzeichnet sich durch vier Aspekte: 

- Naturalisierung

- Homogenisierung 

-Polarisierung

- Hierarchisierung


--> Rassismus lässt sich analytisch auf drei Ebenen beschreiben: strukturell, institutionell und individuell


Formen: Anti-Schwarzer Rassismus, Anti-Muslimischer Rassismus, Anti-Asiatischer Rassismus, Antisemitismus, Rassismus gegen Sinti*zze u. Rom*nja...

Q:

Ethik 

A:

- Ethik als Theorie meint die wissenschaftliche Reflektion der Lebensführung. Damit ist die Ethik die Reflexionsinstanz von Ethos und Moral.


- Gelebte Sittlichkeit und geltende moralische Normen werden innerhalb der Ethik wissenschaftlich reflektiert und kritisch geprüft.

- Ethik als eigenständige Disziplin hinterfragt (seit Aristoteles) die Autorität des Herkömmlichen und gewinnt v. a. dann an Bedeutung, wenn gewohnte soziale und kulturelle Praktiken in Frage gestellt werden oder das Gewohnte keine Handlungsorientierung mehr bietet.


Aufgaben der Ethik:

--> deskriptive / beschreibende Ethik

--> hermeneutische / interpretierende Ethik

--> normative (begründende / präskriptive) Ethik



Q:

Der Fall Alexander - mögliche ethische Problemhorizonte

A:

- (Therapeutisches) Handeln im Spannungsfeld von Autonomie und Fürsorge

- Recht auf Krankheit vs. Recht auf Heilung (z. B. bei fehlender Selbstbestimmungsfähigkeit)

- „Wohltätiger Zwang“ als fürsorgliches Handeln?

- Unterscheidung Individual- und Sozialethik

- Bedeutung relationaler Sphären (Familiensystem, Gesellschaft etc.)

- Verhältnis von Körper/Leib/Seele (und weitere anthropologische Grundfragen)

Q:

Differenzierung zwischen Individual- und Sozialethik 

A:

- Individualethik behandelt ethische Grundfragen auf der interpersonellen Ebene (Ich-Du-Beziehungen). Es geht die Fragestellungen der individuellen Lebensführung und Entscheidungen (Bsp. Alexander: Wie kann eine verantwortbare Entscheidung seitens des/der Therapeut*in getroffen werden? Welches Verhalten der Mutter gegenüber Alexander ist ethisch vertretbar? Etc.)


- Sozialethik fokussiert demgegenüber die strukturelle und institutionelle Ebene. Sie ist Ethik der Institutionen und gesellschaftlichen Sozialgebilde (Bsp. Alexander: Wie muss die Institution der Psychiatrie gestaltet sein (Ausstattung, Personal, Atmosphäre, Leitbild etc.), damit ein ethisch verantwortbares Handeln im Angesicht psychisch devianter Menschen möglich ist? Wie geht Gesellschaft mit psychischer Devianz um? Etc.)

Q:

ethisches Dilemma zwischen Verantwortung und Autonomie

A:

--> Klassische Kriterien ethischer Verantwortung in „helfenden“ Berufen nach Beauchamp/Childress:

- Achtung der Autonomie

- Nicht-Schaden

- Wohltun

- Gerechtigkeit der Ressourcenverteilung

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Q:

Pflichtenethik / Deontologische Ethik

A:

- Die Pflicht (oder ein als unbedingt geltendes Gebot) gilt unabhängig von konkreten Situaionen oder auch den konkreten Folgen der jeweiligen durch ein Prinzip legitimierten Handlungen.


- Das klassische neuzeitliche Beispiel ist die Pflichtethik Kants: Da die Einschätzung der Bedingungen und Folgen einer Handlung stets unsicher ist, gilt allein die Orientierung an einer als Pflicht erkannten universalen Regel, wie sie klassisch durch die unterschiedlichen Versionen des kategorischen Imperativs ausgedrückt wird.


--> Beispiel: So vertritt Kant z. B. eine unbedingte Wahrheitspflicht, auch wenn die konkrete Situa6on oder erwartbare, aber unsichere Folgen dieser Orien6erung problema6sch sein könnten, wie er es in seiner Widerlegung einer scheinbaren Legi6ma6on der Lüge aus Menschenliebe deutlich macht. Folgen sind eher zu vernachlässigen.


- Nach Kant haben alle sittlichen Begriffe in der Vernunft ihren Sitz und Ursprung. Endliche Vernunftwesen bedürfen dabei immer wieder der Orientierung an der Pflicht.


- Als Beurteilungskriterium, was ein pflichtgemäßes Handeln ausmacht, gilt nach Kant der kategorische Imperativ. Zwei Formeln dieses Imperativs seien hier benannt:


--> Grundformel:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde“


--> Selbstzweckformel:„Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“


--> Wichtig: Selbstgesetzgebung der menschlichen Vernunft nach Kant möglich; Respekt vor der Freiheit und Selbstbestimmung der Einzelnen

Q:

Güterethik / Konsequentialismus

A:

- Dieser Ethiktyp ist allein an den Folgen/Ergebnissen einer Handlung orientiert. Klassisches Beispiel ist der Utilitarismus, der in seiner Grundstruktur Handlungen anhand des Maßstabes der Vermehrung von Glück oder Lust einer möglichst großen Zahl von Betroffenen bewertet.

- Im Kern legitimieren nach diesem Modell die guten Folgen ggf. auch problematische Handlungsweisen. Auch wenn sich der Utilitarismus auf Grund einer naheliegenden Kritik an einer solchen an Einzelhandlungen orientieren Folgebetrachtung in die Varianten eines Regel- und eines Präferenzutilitarismus ausdifferenziert hat, bleibt die konsequentialistische Ausrichtung dominant.

--> John Stuart Mill

--> Peter Singer

Q:

Verantwortungsethiken 

A:

Verantwortungsethiken:


- Als möglicher Ausweg aus den Dilemmata von Pflicht-, Prinzipien-, Situations-, Folgen- oder Tugend-E. sind im 20. Jh. verschiedene Formen der Verantwortungs-E. entwickelt worden. Verantwortung mit dem sprachlichen Anklang an „Antwort geben“ nötigt zur Rechenschaft für Handlungen gegenüber Dritten, die als Dialogpartner anerkannt werden. (Anerkennung der/des Anderen als Grundprinzip)


--> Basisfrage: Wer ist für was, gegenüber wem, woraufhin, aus welchen Gründen ... verantwortlich?


--> Klassisch habe bereits 1919 Max Weber den Versuch einer Ausbalancierung von Gesinnungs- (Tugendethik) und Verantwortungs-E. vorgeschlagen. Integrationsmodell ohne „Reinheit“ des Ansatzes.

--> Max Weber

--> Dietrich Bonhoeffer

Q:

Ethik und Recht --> Differenz und Zusammenhang 

A:

- Recht ist, was gilt, was uns in die Pflicht nimmt im Blick auf Handeln oder Unterlassen. Ein (über das Recht hinausgehendes) ethisch gutes Handeln kann erwartet oder erhofft werden, ohne Anspruch.


- Das Recht gilt für alle in gleicher Weise, ein Ethos ist eine persönliche Überzeugung, die unterschiedlich ausgeprägt sein, mit dem Recht nicht in Konflikt treten darf (sollte).


- Das Recht basiert auf ethischen Grundentscheidungen (Gerechtigkeits- Überlegungen), die in pluralistischen Gesellschaften im Sinn eines „overlapping consensus“ in ethischen Fragen gefunden werden.


- Veränderte ethische Einstellungen können auch zur Veränderung von Rechtsnormen führen.

Q:

Ethik und Professionalität

A:

- Professionelles Handeln ist zunächst eine bestimmte „Kunstfertigkeit“, die jeweils spezifisch entwickelt und eingeübt werden muss. In den meisten Bereichen liegen den professionellen Standards bestimmte implizite Normen und/oder bestimmte Überlegungen zum Menschenbild zu Grunde. Das durch professionelle Standards geprägte Handeln ist zumeist nicht eindeutig (one best way), sondern lässt Spielraum für individuelle Entscheidungen offen. Hier kommt das Ethos des professionellen Handelns ins Spiel.

--> Professionelle Standards sind z.T. je nach Kultur unterschiedlich, sie ändern sich zudem unter dem Einfluss des Rechtssystems wie auch der ethischen Normen einer Gesellschaft.

Q:

Beziehen Sie die drei Ethiktypen Pflichtenethik, Güterethik und Tugendethik auf das Fallbeispiel von Alexander

A:

Pflichtenethik: 

- Nach der Logik deontologischer Ethiken könnte etwa das Prinzip der Autonomie als Kriterium der Entscheidung gelten.

- Orientierung an der Autonomie ist eine prinzipiell argumentierende Form der Ethik. Die Selbstbestimmung des Menschen als Konsequenz seiner „Würde“ ist ein oberster Wert, der unbedingt gilt und nur unter größten Voraussetzungen teilweise aufgehoben werden kann.

- Die Stärke ist eine klare Ausrichtung an einem begründbaren Wert. Problematisch ist, dass dieser unbedingt gilt, d.h. mögliche besondere Situationen oder Folgen weitgehend unbeachtet bleiben.

- Im Falle Alexanders wäre demnach eine Zwangsanwendung ausgeschlossen, selbst wenn Alexander bei nicht erfolgender Fürsorge wahrscheinlich keine Genesung erfährt.


Güterethik: 

- Eine stark vom Gedanken der Fürsorge/Hilfe bestimmte Ethik fragt wesentlich nach einem (wahrscheinlichen) Ergebnis, d.h. nach den Folgen einer Handlung. Sie ist teleologisch angelegt.

- Eine Güterethik könnte im Falle Alexanders für eine Zwangsanwendung(Fixierung und Medikation) plädieren, da dadurch die wahrscheinliche Folge der Genesung eintritt, was nicht nur positive Folgen für Alexander, sondern auch für seine Familie und die (psychisch nicht erkrankte) Gesellschaft haben würde.


Tugendethik: 

- Eine Tugendethik könnte den Aspekt der entscheidenden Personen in den Fokus rücken.

- Sie fokussieren die notwendigen persönlichen Charaktereigenschaften und Haltungen der Einzelnen und verlangen nach einer möglichst guten (Charakter-)Bildung der Verantwortlichen.

- Durch eine solche Bildung können bestenfalls die Verantwortlichen situativ die richtigen Entscheidungen treffen.


Verantwortungsethik: 

- Die Verantwortungsethiken versuchen einen Mittelweg zu finden, indem neben Folgen (und Situationsbezug) auch die Orientierung an Werten und der Verantwortungsbezug gegenüber allen Betroffenen einbezogen wird. Verantwortungsethiken sind häufig von der Suche nach „Kompromissen“ geprägt.

- Bei Alexander wäre die Frage, ab welchem Grad von Selbstgefährdung eine (Zwangs-)Intervention zu verantworten ist. Dabei werden mögliche Folgen und eigene und gesellschaftliche Prinzipien abgewogen.

- Verantwortungsethiken haben nicht ein richtiges Prinzip/Vorgehen. Vielmehr wird jede Handlung neu verantwortet (im Wissen um die Komplexität der Situation/des Dilemmas).

Q:

Was bringen internationale Vergleiche von Zwangsmaßnahmen?

A:

Literatur zum Thema „Internationaler Vergleich von Zwangsmaßnahmen“

Tilman Steinert et al.,
- Incidence of seclusion and restraint in psychiatric hospitals: a literature review and survey of international trends, in: Soc Psychiat Epidemiol 45 (2010), 889-897

Tilman Steinert et al.,
- The use of coercive interventions in mental health care in Germany and the Netherlands. A comparison of the developments in two neighboring countries, in: frontiers in Public Health, (2014/2), 1-10

André Nienaber,
- „Same procedure as...?“ Freiheitsbeschränkende Massnahmen im Vergleich, in: Psych Pflege (2012/18), 188-192

Seamus Cowman et al.,
- A descriptive survey study of violence management and priorities among psychiatric staff in mental health services, across seventeen european countries, in: BMC Health Services Research (2017/17), 1-10

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