Lernen und Denken at RWTH Aachen

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Was versteht man unter Dreifach-Kontingenz?

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Was sagen uns Befunde zur Imitation über die Beziehung von Prozessen der Wahrnehmung und der motorischen Handlungssteuerung? 

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Diskutieren Sie bitte, inwiefern implizites Lernen wirklich unbewusst ist.

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Was bedeutet „Typikalität“ in der Begriffsbildungsforschung?

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Was ist mentales Training; bitte erläutern Sie Erklärungsansätze für die Wirkung.

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Welche zwei Bedeutungen hat der Begriff „mentales Training“?

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Diskutieren Sie bitte, inwieweit sich Imitation auf motorisches Verhalten oder Verhaltensziel-Erreichung bezieht.

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Nennen Sie bitte die 4 Prozesse (bzw. Komponenten) beim Beobachtungslernen nach Bandura.

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Beschreiben Sie bitte die sozial-kognitive Lerntheorie von Bandura

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Wie kann man den Effekt des mentalen Trainings empirisch nachweisen?

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Was ist response-outcome Lernen

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Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Verstärkern?

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Lernen und Denken

Was versteht man unter Dreifach-Kontingenz?

  • Jeder verstärkten Reaktion geht ein Reiz (bzw. eine Reizsituation oder ein „Kontext“) voraus ->  Diskriminativer Hinweisreiz (SD)
  • SD signalisiert die aktuellen Reaktions-Verstärkungs-Kontingenzen

SD  -> Response -> Outcome  

Diskriminativer Reiz (Getränkeautomat) -> Reaktion (Münze einwerfen) -> Konsequenz (Getränk erhalten)

Lernen und Denken

Was sagen uns Befunde zur Imitation über die Beziehung von Prozessen der Wahrnehmung und der motorischen Handlungssteuerung? 

„Spiegelneurone“ im prämotorischen Kortex sind aktiv sowohl bei der Ausführung von eigenen Handlungen als auch bei der Beobachtung von Handlungen anderer Personen 

Der ideomotorische Ansatz: sowohl beobachtete als auch vorgestellte Bewegungen können unterschwellige motorische Aktivierung auslösen → Prinzip der gemeinsamen Kodierung von Wahrnehmung und Handlung 

Befunde sagen, es gibt Verknüpfung zwischen Wahrnehmung und Handlung (auf der Ebene der kognitiven Verarbeitung/Handlungsplanung)

Lernen und Denken

Diskutieren Sie bitte, inwiefern implizites Lernen wirklich unbewusst ist.

Unbewusst: Wird aus einer Dissoziation zwischen indirekten und direkten Tests des Lernens abgeleitet

  • Erworbenes Wissen im Verhalten kann gemessen werden, aber nicht zu bewusstem, verbalisierbarem Wissen geführt werden
  • Keine klare theoretische Schlussfolgerung über den Bewusstheitsstatus möglich-> 2 Kriterien müssen erfüllt werden
    • Sensitivitätskriterium (ob direkte Tests auch unsicheres Wissen erfassen)
    • Informationskriterium (ob direkte Tests auch für das Verhalten relevante Wissen erfassen)

Lernen und Denken

Was bedeutet „Typikalität“ in der Begriffsbildungsforschung?

Nicht alle Exemplare einer Kategorie sind gleichermaßen typisch 

  • Wenn Pbn gebeten werden, Exemplare (z.B. Amsel, Huhn) dahingehend einzuschätzen, wie gut sie zu einer Kategorie (z.B. Vogel) passen, dann wird eine graduelle Typikalität erzeugt
  • Das Typikalitätsurteil sagt vorher, wie kurz die Reaktionszeit in Aufgaben zur Verifikation der  Zugehörigkeit zu einer Kategorie ist
    1. RT (Ist eine Amsel ein Vogel?) < RT (Ist ein Huhn ein Vogel?)

Lernen und Denken

Was ist mentales Training; bitte erläutern Sie Erklärungsansätze für die Wirkung.

Definition: Mentales Training ist „[…] das Sich-Vorstellen eines Bewegungsablaufs ohne tatsächliche motorische Ausführung.“

Motivationale Erklärung 

  • MT-Effekt ist ein unspezifischer Motivations-Effekt und kein Lerneffekt
  • Die MT-Gruppe bekommt typischerweise in der Trainingsphase mehr Aufmerksamkeit als die Kontrollgruppe, was im Post-Test zu höherer Motivation und Anstrengung führt

Gegen motivationale Erklärung spricht: 

  • MT-Effekt bei äquivalenten Kontrollgruppen
  • Motivation ist ein wichtiger Faktor, ist aber allein als Erklärung für den MT-Effekt unzureichend

Kognitive Erklärung I: Chunking

  • Die kognitive Erklärung nimmt an, dass MT solche Aspekte von Fertigkeiten erleichtert, die stark kognitiv vermittelt sind
  • Die Bewegungssequenz wird als Abfolge symbolischer Aufgabenkomponenten geübt, sodass effizienteChunksgebildet werden
  • Unterstützung durch Befund, dass kognitive Aufgaben stärker von MT profitieren als motorische Aufgaben
  • MT-Effekt tritt nicht nur in der frühen, stark kognitiv geprägten Phase des Lernens auf!
  • MT-Effekte manchmal auch bei motorischen Aufgaben ohne kognitive Komponente

Kognitive Erklärung II: Ideomotorische Vorstellungseffekte

  • Bewegungsvorstellung erzeugt kinästhetisches und zentrales Feedback -> Verfeinerung der beteiligten motorischen Programme
  • Vorgestellten Bewegungen führen zu unterschwelligen Muskelaktivierungen im EMG 
  • Bildgebende Verfahren: Überlappung im Hirnaktivierungsmuster für vorgestellte und ausgeführte Bewegungen
  • Prinzip der gemeinsamen Kodierung von Wahrnehmung und Handlung
    • Beobachtete Handlungen sind eigenen Handlungen ähnlich und können auf diese Art „ideomotorisch“ Imitationstendenzen auslösen
    • Vorgestellte Bewegungen lösen (ideomotorisch) unterschwellige motorische Aktivierung aus

->Alle Ansätze können jeweils Teilaspekte erklären

Lernen und Denken

Welche zwei Bedeutungen hat der Begriff „mentales Training“?

1. Allgemeine mentale Vorbereitung

Regulation des Aktivierungsniveaus 

  • Entspannungstechniken
  • Mentales „aufputschen“ (psyching-up)
  • Aufmerksamkeitsfokussierung

Emotionale Regulation 

  • Schaffen einer Erfolgserwartung (positive Selbstverbalisierung, self-talk)
  • Umgang mit negativen Gedanken (coping)

-> verbal vermittelte Techniken

2. Mentales Trainieren aufgabenspezifischer Inhalte und Abläufe

Mentales Üben der Aufgabe selbst, um kognitive oder motorische Fertigkeiten zu verbessern 

-> Mentales Training geschieht vor allem über motorische Vorstellungen und weniger über verbale Vermittlung

Lernen und Denken

Diskutieren Sie bitte, inwieweit sich Imitation auf motorisches Verhalten oder Verhaltensziel-Erreichung bezieht.

Studien zur Imitation von Fingerbewegungen legen nah, dass unmittelbare motorische Aktivierung stattfindet (kopieren) -> Bewegung selbst wird imitiert

Aber auch Befunde, die nahelegen, dass Zielkomponente erreicht werden soll, Studie zu Imitation bei Kindern -> Nicht Bewegung selbst, sondern Effekt (Taste drücken) steht im Vordergrund

Lernen und Denken

Nennen Sie bitte die 4 Prozesse (bzw. Komponenten) beim Beobachtungslernen nach Bandura.

  1. Aufmerksamkeitsprozesse
  2. Gedächtnisprozesse
  3. Motorische Reporduktionsprozesse
  4. Anreiz- und Motivationsprozesse

Lernen und Denken

Beschreiben Sie bitte die sozial-kognitive Lerntheorie von Bandura

Beobachtungslernen von komplexeren Handlungen eines Modells basiert auf dem Zusammenspiel von sozialen, kognitiven und motivationalen Faktoren

4 Prozesse beim Beobachtungslernen

  1. Aufmerksamkeitsprozesse
  2. Gedächtnisprozesse
  3. Motorische Reporduktionsprozesse
  4. Anreiz- und Motivationsprozesse

Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit von Imitation beeinflussen, z.B.:

  1. Verhalten des Modells ist eindeutig und auffällig (salient)
  2. Modell ist dem Beobachter ähnlich (Geschlecht, Alter, Status, etc.)
  3. Modell wird als positiv & beliebt wahrgenommen
  4. Modell ist mächtig und einflussreich, so dass es potentiell wichtig ist, Verhalten genau zu beobachten
  5. Modell wird unmittelbar verstärkt

Lernen und Denken

Wie kann man den Effekt des mentalen Trainings empirisch nachweisen?

Grundidee

  • Experimentalgruppe: Prä-Test, Intervention (Mentales Training), Post-Test
  • Kontrollgruppe mit äquivalenter Aufgabe (gleiche Aufmerksamkeit), Prä-Test und Post-Test
  • Differenzen vergleichen
  • Leistungsverbesserung ->Effekt von mentalem Training nachgewiesen

Zahlreiche Nullbefunde, aber Meta Analysen haben gezeigt:

  • Mentales Training ist wirksam
  • die Wirkung in kognitiven Aufgaben ist stärker als in motorischen Aufgaben 
  • Große Bedeutung von motivationalen Faktoren
  • Die Effekte des mentalen Trainings nehmen ab, wenn die Sitzungsdauer sehr lang ist

Studie von Isaac (1992) 

Untersuchung der Wirkung mentalen Trainings beim Trampolinspringen 

  • 3 unabhängige Variablen:
    • Probanden mit gutem/schlechten Vorstellungsvermögen
    • Anfänger/Fortgeschrittene
    • Mentales Training oder nicht
  • Abhängige Variabel:
    • 5 Punktrichter bewerteten die Leistung zu Beginn (Prä-Test) und Ende (Post-Test) -> Punktverbesserung gemessen

Ergebnisse:

  1. Mentales Training ist effektiv bei einer „real-life“ Sportart (Trampolinspringen)
  2. Ein gutes Vorstellungsvermögen ist generell günstig für diese Sportart
  3. Der Vorteil von MT ist besonders stark bei VPn mit gutem Vorstellungsvermögen und mit Vorerfahrung

Lernen und Denken

Was ist response-outcome Lernen

Kausallernen

  • Ein Verstärker (bzw. eine „Konsequenz“ oder ein „outcome“) folgt kontingent auf ein bestimmtes Verhalten

  • Menschen schließen auf eine kausale Beziehung zwischen Verhalten (Response) & Konsequenz (d.h. dass der Verstärker durch das Verhalten herbeigeführt wird)
    1. Menschen kann man direkt nach ihrem Urteil darüber fragen, ob sie glauben, dass ihr Verhalten einen Effekt verursacht
  • Tiere verhalten sich so, als ob sie eine Kausalbeziehung gelernt hätten
    1. Tiere kann man nicht nach Kausalbeziehungen zwischen Verhalten und Konsequenzen „fragen“, sondern dies nur indirekt aus ihrem Verhalten schließen

Lernen und Denken

Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Verstärkern?

Primäre Verstärker:

  • Reize, die ohne vorherige Lernvorgänge verstärkend wirken (z.B. Nahrung oder Schmerzreize)
  •  sind angeboren bzw. biologisch determinierte Verstärker

Sekundäre oder generalisierte Verstärker:

  • Ursprünglich neutrale Reize werden mit primären Verstärkern gepaart (Bsp: Geld als konditionierter Verstärker für die Möglichkeiten viele existenzielle Probleme zu lösen )

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