MWF 11-13 at LMU München

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Was sind Grundannahmen des Third-Person-Effekts?

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Was sind die beiden Komponenten des Third-Person-Effekts und inwieweit sind sie empirisch belegt?

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Was sind Erkenntnisse aus Beispielstudien zum Third-Person-Effekt?
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Was sind theoretische Erklärungsmodelle für den Third Person Effekt?

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Was bedeutet "Second Level construction of reality"?

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Was kann über Wahrnehmungsphänomene in der Kommunikationswissenschaft gesagt werden?

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Welche Wahrnehmungsphänomene zeigen sich im Agenda -Setting?
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Was kann zusammenfassend  über den Third Person Effekt gesagt werden?

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Was die Ausgangsthese/-punkte des Agenda-Setting?

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Was waren die Ergebnisse der Pionierstudie zum Agenda-Setting von MCCombs&Show?

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Welche methodische Kritik kann an der Pionierstudie von MCComb aufgeführt werden?
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Was waren Ergebnisse und Kritik der 2. Pionierstudie von FUnkhouser (1972) zum Agenda-Setting?

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MWF 11-13

Was sind Grundannahmen des Third-Person-Effekts?
1. Menschen überschätzen dein Einfluss, den Massenmedien auf andere ausüben
2. Gleichzeitig unterschätzen sie die Wirkung der Medien auf sich selbst
3. Diese Differenz der Wahrnehmung ist der This Person Effekt
4. Third Person Effekt ist dabei nur ein Wahrnehmungsphänomen (Medien müssen auf andere nicht tatsächlich stärker wirken, entscheidend ist allein der Unterschied zwischen der Selbst- und der Fremdwahrnehmung) 

MWF 11-13

Was sind die beiden Komponenten des Third-Person-Effekts und inwieweit sind sie empirisch belegt?
1. Wahrnehmungskomponente: Differenz zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung wird über zwei unterschiedliche Fragen ermittelt ---> ist gut belegt (Durch einige Studien belegt)
2. Verhaltenskomponente: Unterschied zwischen selbst und Fremdwahrnehmung kann Konsequenzen für das eigene Verhalten haben (bspw. Politiker, die sich aus der Politik zurückziehen) --> uneinheitliche Ergebnisse 

MWF 11-13

Was sind Erkenntnisse aus Beispielstudien zum Third-Person-Effekt?
1. Differenz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung ist bei glaubwürdiger Quelle geringer
2. Studenten in Studie von Gunther et al. sahen sich selbst weniger negativ durch den Artikeln beeinflusst als andere

MWF 11-13

Was sind theoretische Erklärungsmodelle für den Third Person Effekt?
1.Optimistic Bias: Menschen gehen davon aus, dass sie selbst in Zukunft mehr positive Erfahrungen und weniger negative als andere machen --> strukturelle Ähnk. zu TP (Selbst- und Fremdeinschätzung), keine empirische Bestätigung
2. Self Enhancement: Menschen wollen positives Selbst erzeugen --> wollen nur von wünschbaren Medieninhalten beeinflusst werden; nicht ganz bestätigt
3. Impersonal Impact: Urteile lassen sich auf unterschiedlichen Ebenen fällen (sozial vs. persönlich), Zwischen den Urteilsebenen kann es zu Diskrepanzen kommen (wie beim T-P-Effekt)
4. Hostile Media Phenomenon: R. neben an, dass Medien in Konflikten verzerrt (gegen die eigene Meinung) berichten, Der Zusammenhang, ob Menschen, die Medien als feindselig betrachten auch von einer größeren Beeinflussung auf andere ausgehen ist bisher nicht bestätigt
5. Attributstheorie: Nicht wünschenswerte Handlungen beim anderen werden auf seine Persönlichkeit zurückgeführt (bei sich selbst nicht); fundamentaler Attributionsfehler,

--> keines dieser Modelle konnte bisher empirisch eindeutig belegt werden

MWF 11-13

Was bedeutet "Second Level construction of reality"?
1. es gibt verschiedene Formen von Wahrnehmungsphänomenen
- allgemein kognitiv: Verzerrungen individueller Wahrnehmung
1a: False consensus/Looking-Glass: wahrgenommene Konsonanz zwischen eigener und öffentlicher Meinung
1b: False uniqueness: wahrgenommene Dissonanz zwischen persönlicher und öffentlicher Meinung
1c: Optimistic bias :Überschätzung positiver Ereignisse
1d: Negativity bias: negative Informationen werden mehr gesichtet
- Medienbezogen: Verzerrungen im Bezug auf Medien(-inhalte)
2a: Hostile Media Phenomenon: Medien als verzerrt gegenüber der eigenen Meinung wahrgenommen
2b: Third Person Effekt
2c: Persuasive press inference: Menschen schätzen die öffentliche Meinung anhand des angenommenen Einflusses der Medien ein  

MWF 11-13

Was kann über Wahrnehmungsphänomene in der Kommunikationswissenschaft gesagt werden?
Wahrnehmungsphänomene:
1. spielen eine wichtige Rolle in anderen Theorien (Schweigeespirale, Agenda Setting) --> siehe Beispiel
2. Können inkonsistente Befunde erklären
3. können eine Brücke zwischen Mikro- und Makrophänomene herstellen
4. Sollten nicht isoliert, sondern im Kontext von tatsächlichen Medienwirkungen untersucht werden 

MWF 11-13

Welche Wahrnehmungsphänomene zeigen sich im Agenda -Setting?
1. “When asked for the public agenda, people may not report their own issue salience butrather their perception of the media agenda and/or of the agenda of other people“

--> Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Agenda
1. real media agenda (macro-level)
2. individually perceived media agenda (micro-level)
3. individually perceived public agenda (micro-level)
4. personal agenda of the individual (micro)
5. Public agenda (macro)

--> Agenden auf dem Level der Individuen sind immer mit Wahrnegumgsverzerrungen verbunden 

MWF 11-13

Was kann zusammenfassend  über den Third Person Effekt gesagt werden?
1. Der TP ist gut belegt, wenngleich seine Ursachen und seine Auswirkung auf das Verhalten relativ unklar sind
2. Thomas Theorem: if men define situation as real, they are real in their consequences
3. der TP verhindert keine Medienwirkungen 

MWF 11-13

Was die Ausgangsthese/-punkte des Agenda-Setting?
1. Massenmedien beeinflussen weniger unsere Einstellungen und Meinungen zu einem Thema als vielmehr über welche Themen wir überhaupt nachdenken(welchen Dingen wir Relevanz zuschreiben
2. Agenda = Tagesordnung --> Agenda-Setting --> Realität/Salienztransfer
3. Ansatz ist auf kognitive Effekte der Mediennutzung fokussiert: Aufmerksamkeit, Wissen, Problembewusstsein
4. Klassische Herangehensweise: Kombi aus IA (Massenmedien) und Befragung --> Medienagenda und Bevölerungsagenda vergleichen --> Rangkorrelation zur Ermittlung des Zusammenhangs 

MWF 11-13

Was waren die Ergebnisse der Pionierstudie zum Agenda-Setting von MCCombs&Show?
1. Hauptsächlich starke Zusammenhänge zwischen den Agenden der Medienangebote und der Bevölkerungagenda 

MWF 11-13

Welche methodische Kritik kann an der Pionierstudie von MCComb aufgeführt werden?
1. geringe Fallzahl
2. nur unentschlossene Wähler (daher evtl. Überschätzung des AS-Effekts)
3. grobe Themenkategorien
4. Querschnitssdesign (Kausalität kann nicht nachgewiesen werden, Journalisten könnten sich auch an Bevölkerung orientiert haben)
5. Einfluss von Drittvariablen (aus der Realität) nicht berücksichtigt
6. Auswertung im Aggregat: ökologischer Fehlschluss möglich, da keine Berücksichtigung der tatsächlichen Mediennutzung der Befragten (

MWF 11-13

Was waren Ergebnisse und Kritik der 2. Pionierstudie von FUnkhouser (1972) zum Agenda-Setting?
1. Ergebnis: hohe Korrelation zwischen Medienagenda und Bevölkerungsagenda (Querschnittsdesign)
2. Bei Analyse im Zeitverlauf: meist folge häufigere Nennung eines Themas durch die Bevölkerung auf einen Anstieg der Medienberichterstattung
3. statistische Indikatoren schienen dagegen geringeren Einfluss auf die Publikumsagenda zu haben; Berichterstattung entfernt sich teilweise von dieser Realität
4. Kritik: keine Erklärung für unterschiedliche AS-Setting-Effekte nach Thema 

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