Strafrecht Besonderer Teil at Freie Universität Berlin | Flashcards & Summaries

Lernmaterialien für Strafrecht Besonderer Teil an der Freie Universität Berlin

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TESTE DEIN WISSEN

Wegnahme

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Der Bruch fremden und die Begründung neuen, nicht notwendigerweise tätereigenen Gewahrsams.


Die Wegnahme setzt Dreifaches voraus: 


  1. Fremder Gewahrsam bei Tatbeginn
  2. Neuer Gewahrsam des Täters oder eines Dritten
  3. Gewahrsamswechsel gegen oder ohne den Willen des ursprünglichen Inhabers (durch "Bruch")


Merke: Ist die Wegnahme zu verneinen, können die §§ 246, 253, 263 einschlägig sein.

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Sache

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Eine Sache ist jeder körperlicher Gegenstand (§ 90 BGB), ohne Rücksicht auf seinen Aggregatzustand. Dies beinhaltet auch Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten.


Merke: Elektrische Energie ist keine Sache im Sinne des § 242 StGB (vgl. § 248c StGB).


  • natürliche und künstliche Körperimplantate verlieren ihre Sachnatur, sobald sie in den Körper fest eingepflanzt werden
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Fremd

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Fremd ist jede Sache, die nicht im Alleineigentum des Täters steht und nicht herrenlos ist.


Verkürzte Formulierung: Eine Sache ist fremd, wenn sie zumindest im Miteigentum eines anderen steht.

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TESTE DEIN WISSEN

Beispiel: Alleinaktionär A entwendet seiner AG Waren ohne Kenntnis des Vorstandes und verbraucht sie für sich. Strafbarkeit des A?

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TESTE DEIN WISSEN

Die Eigentumsverhältnisse richten sich allein nach bürgerlichem Recht. Das sog. wirtschaftliche Eigentum ist deshalb auch im Verhältnis zwischen einer juristischen Person und ihrem alleinigen Gesellschafter unbeachtlich. A hat einen Diebstahl (bei fehlendem Überlassungsanspruch) begangen.

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Sind Teile des lebenden Körpers eine Sache?

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Teile des lebenden Körpers werden mit ihrer Trennung durch Unfall, Organspende oder Operation zu Sachen, sofern sie nicht von vornherein wieder in den Körper des Betroffenen eingefügt werden sollen (Beispiel: Eigenblutspende vor einer Operation).

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Ist eine Spermakonserve eine Sache?

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Nein. Eine Spermakonserve ist der Körpersphäre zuzurechnen, da sie zur Erhaltung der Fortpflanzungsfähigkeit ihres Spenders bestimmt ist und somit keine Sachqualität hat.


Anders wäre es, wenn es sich z.B. um eine anonyme Samenspende handelt.

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Sind herrenlose Sachen fremd?

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Nein. Herrenlose Sachen stehen in niemandes Eigentum. Herrenlos sind insbesondere Tiere in Freiheit (§ 960 BGB) sowie vom Eigentümer nach § 959 BGB derelinquierte Sachen.

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Ist der menschliche Leichnam eine Sache?

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Nach h.M. ist auch der Körper eines verstorbenen Menschen eine Sache. Der menschliche Leichnam gehört nicht zum Vermögen des Verstorbenen und wird deshalb nicht gemäß § 1922 I BGB Eigentum des Erben. Er ist daher zunächst verkehrsunfähig, d.h. herrenlos und wird nur nach § 168 StGB geschützt. 

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Beweglich

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Eine Sache ist beweglich, wenn sie rein tatsächlich - also unabhängig von der zivilrechtlichen Einordnung nach § 94 BGB - fortgeschafft werden kann.


Beispiel: gefällter Baum, gemähtes Gras, vom Grundstück getrenntes Fenster

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Gewahrsam

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Gewahrsam ist die tatsächliche Sachherrschaft (objektiver Bestandteil), getragen von einem Sachherrschaftswillen (subjektiver Bestandteil).


Merke: Entscheidend ist die Anschauung des täglichen Lebens, nicht das BGB, das auch den Besitz ohne tatsächliche Herrschaft kennt.

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Tabu der Körpersphäre

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Tabu der Körpersphäre: In Selbstbedienungs- oder Einkaufsläden wird Gewahrsam an Sachen schon begründet, wenn die Beute in die Kleidung oder in ein leicht zu transportierendes Behältnis gesteckt wird (Begründung der Gewahrsamsenklave durch verbringen der Sache in die körperliche Tabuzone).


Beispiel: Mit Unterziehen eines Kleidungsstücks in einem Klamottenladen verbringt man eine Sache in seine körperliche Tabuzone und damit in seine Gewahrsamsenklave, sodass grds. eine vollendete Wegnahme in solchen Fällen vorliegt.

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Prüfungsschema Diebstahl gem. § 242 StGB

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  1. Tatbestand
    1. Objektiver Tatbestand
      1. Tatobjekt: fremde bewegliche Sache
      2. Tathandlung: Wegnahme
    2. Subjektiver Tatbestand
      1. Vorsatz
      2. Zueignungsabsicht
      3. Rechtswidrigkeit der erstrebten Zueignung
      4. Vorsatz bzgl. der Rechtswidrigkeit der erstrebten Zueignung
  2. Rechtswidrigkeit
  3. Schuld
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Q:

Wegnahme

A:

Der Bruch fremden und die Begründung neuen, nicht notwendigerweise tätereigenen Gewahrsams.


Die Wegnahme setzt Dreifaches voraus: 


  1. Fremder Gewahrsam bei Tatbeginn
  2. Neuer Gewahrsam des Täters oder eines Dritten
  3. Gewahrsamswechsel gegen oder ohne den Willen des ursprünglichen Inhabers (durch "Bruch")


Merke: Ist die Wegnahme zu verneinen, können die §§ 246, 253, 263 einschlägig sein.

Q:

Sache

A:

Eine Sache ist jeder körperlicher Gegenstand (§ 90 BGB), ohne Rücksicht auf seinen Aggregatzustand. Dies beinhaltet auch Gase, Dämpfe, Flüssigkeiten.


Merke: Elektrische Energie ist keine Sache im Sinne des § 242 StGB (vgl. § 248c StGB).


  • natürliche und künstliche Körperimplantate verlieren ihre Sachnatur, sobald sie in den Körper fest eingepflanzt werden
Q:

Fremd

A:

Fremd ist jede Sache, die nicht im Alleineigentum des Täters steht und nicht herrenlos ist.


Verkürzte Formulierung: Eine Sache ist fremd, wenn sie zumindest im Miteigentum eines anderen steht.

Q:

Beispiel: Alleinaktionär A entwendet seiner AG Waren ohne Kenntnis des Vorstandes und verbraucht sie für sich. Strafbarkeit des A?

A:

Die Eigentumsverhältnisse richten sich allein nach bürgerlichem Recht. Das sog. wirtschaftliche Eigentum ist deshalb auch im Verhältnis zwischen einer juristischen Person und ihrem alleinigen Gesellschafter unbeachtlich. A hat einen Diebstahl (bei fehlendem Überlassungsanspruch) begangen.

Q:

Sind Teile des lebenden Körpers eine Sache?

A:

Teile des lebenden Körpers werden mit ihrer Trennung durch Unfall, Organspende oder Operation zu Sachen, sofern sie nicht von vornherein wieder in den Körper des Betroffenen eingefügt werden sollen (Beispiel: Eigenblutspende vor einer Operation).

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Q:

Ist eine Spermakonserve eine Sache?

A:

Nein. Eine Spermakonserve ist der Körpersphäre zuzurechnen, da sie zur Erhaltung der Fortpflanzungsfähigkeit ihres Spenders bestimmt ist und somit keine Sachqualität hat.


Anders wäre es, wenn es sich z.B. um eine anonyme Samenspende handelt.

Q:

Sind herrenlose Sachen fremd?

A:

Nein. Herrenlose Sachen stehen in niemandes Eigentum. Herrenlos sind insbesondere Tiere in Freiheit (§ 960 BGB) sowie vom Eigentümer nach § 959 BGB derelinquierte Sachen.

Q:

Ist der menschliche Leichnam eine Sache?

A:

Nach h.M. ist auch der Körper eines verstorbenen Menschen eine Sache. Der menschliche Leichnam gehört nicht zum Vermögen des Verstorbenen und wird deshalb nicht gemäß § 1922 I BGB Eigentum des Erben. Er ist daher zunächst verkehrsunfähig, d.h. herrenlos und wird nur nach § 168 StGB geschützt. 

Q:

Beweglich

A:

Eine Sache ist beweglich, wenn sie rein tatsächlich - also unabhängig von der zivilrechtlichen Einordnung nach § 94 BGB - fortgeschafft werden kann.


Beispiel: gefällter Baum, gemähtes Gras, vom Grundstück getrenntes Fenster

Q:

Gewahrsam

A:

Gewahrsam ist die tatsächliche Sachherrschaft (objektiver Bestandteil), getragen von einem Sachherrschaftswillen (subjektiver Bestandteil).


Merke: Entscheidend ist die Anschauung des täglichen Lebens, nicht das BGB, das auch den Besitz ohne tatsächliche Herrschaft kennt.

Q:

Tabu der Körpersphäre

A:

Tabu der Körpersphäre: In Selbstbedienungs- oder Einkaufsläden wird Gewahrsam an Sachen schon begründet, wenn die Beute in die Kleidung oder in ein leicht zu transportierendes Behältnis gesteckt wird (Begründung der Gewahrsamsenklave durch verbringen der Sache in die körperliche Tabuzone).


Beispiel: Mit Unterziehen eines Kleidungsstücks in einem Klamottenladen verbringt man eine Sache in seine körperliche Tabuzone und damit in seine Gewahrsamsenklave, sodass grds. eine vollendete Wegnahme in solchen Fällen vorliegt.

Q:

Prüfungsschema Diebstahl gem. § 242 StGB

A:
  1. Tatbestand
    1. Objektiver Tatbestand
      1. Tatobjekt: fremde bewegliche Sache
      2. Tathandlung: Wegnahme
    2. Subjektiver Tatbestand
      1. Vorsatz
      2. Zueignungsabsicht
      3. Rechtswidrigkeit der erstrebten Zueignung
      4. Vorsatz bzgl. der Rechtswidrigkeit der erstrebten Zueignung
  2. Rechtswidrigkeit
  3. Schuld
Strafrecht Besonderer Teil

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