B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at FernUniversität in Hagen

Flashcards and summaries for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen

Arrow Arrow

It’s completely free

studysmarter schule studium
d

4.5 /5

studysmarter schule studium
d

4.8 /5

studysmarter schule studium
d

4.5 /5

studysmarter schule studium
d

4.8 /5

Study with flashcards and summaries for the course B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

6. Erläutern Sie Simmels Unterscheidung von quantitativem und qualitativem Individualismus.

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

2. Nennen und erläutern Sie die drei grundlegenden Probleme soziologischer Zeitdiagnosen nach Müller.

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

3. Nennen und erläutern Sie die Merkmale sozialer Tatbestände nach Durkheim.

This was only a preview of our StudySmarter flashcards.
Flascard Icon Flascard Icon

Millions of flashcards created by students

Flascard Icon Flascard Icon

Create your own flashcards as quick as possible

Flascard Icon Flascard Icon

Learning-Assistant with spaced repetition algorithm

Sign up for free!

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

5. Nennen und erläutern Sie die Prozesse gesellschaftlicher Differenzierung nach Simmel.

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

7. Erläutern Sie die folgenden Grundbegriffe Webers: Verhalten, Handeln, soziales Handeln.

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

8. Erläutern Sie Webers These von der Wahlverwandtschaft zwischen protestantischer Ethik und kapitalistischem Geist.



Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

1. Grenzen Sie im Sinne Becks die Erste Moderne von der Zweiten Moderne ab. Wenden Sie dabei die Kategorien Reichtum und Risiko an.

This was only a preview of our StudySmarter flashcards.
Flascard Icon Flascard Icon

Millions of flashcards created by students

Flascard Icon Flascard Icon

Create your own flashcards as quick as possible

Flascard Icon Flascard Icon

Learning-Assistant with spaced repetition algorithm

Sign up for free!

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

2. Erläutern Sie die folgenden drei Grundbegriffe von Schulzes Gegenwartsdiagnose: Entgrenzung, Innenorientierung, Erlebnismarkt.

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

3. Nennen und erläutern Sie die drei bürokratischen Prinzipien, die sich laut Ritzer hinter der McDonaldisierung verbergen.

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

4. Nennen und erläutern Sie die drei von Sennett unterschiedenen Arten von Unsicherheit.

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

1. Nennen und erläutern Sie die drei Funktionen soziologischer Zeitdiagnosen.

This was only a preview of our StudySmarter flashcards.
Flascard Icon Flascard Icon

Millions of flashcards created by students

Flascard Icon Flascard Icon

Create your own flashcards as quick as possible

Flascard Icon Flascard Icon

Learning-Assistant with spaced repetition algorithm

Sign up for free!

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

5. Nennen und erläutern Sie die drei Dimensionen der Machtanalytik Foucaults.

Your peers in the course B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen create and share summaries, flashcards, study plans and other learning materials with the intelligent StudySmarter learning app.

Get started now!

Flashcard Flashcard

Exemplary flashcards for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen on StudySmarter:

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

6. Erläutern Sie Simmels Unterscheidung von quantitativem und qualitativem Individualismus.

Der quantitative Individualismus entstammt dem Zeitalter der Aufklärung und beinhaltet die Idee der Freiheit des Menschen von der übermächtigen Kirche und Monarchie. Aus dem Kampf gegen die Gewalt der Mächtigen entstand das autonome Individuum und die Werte von Freiheit und Gleichheit, welche sich bis heute im Verständnis von Menschen- und Bürgerrechten wiederspiegeln.


Im qualitativen Individualismus wird die Gleichheit durch Ungleichheit oder Differenz ersetzt und die Freiheit durch das Anderssein geäußert. Der Mensch arbeitet demnach ein Leben lang an seiner Individualität und die Selbstverwirklichung wird zu seinem wichtigsten Anliegen.

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

2. Nennen und erläutern Sie die drei grundlegenden Probleme soziologischer Zeitdiagnosen nach Müller.

Problem der Adäquanz

Bei der Adäquanz stellt sich die Frage, ob der für die Charakterisierung eines Gegenstands verwendete Begriff angemessen ist, um diesen vollständig zu erfassen. Dabei besteht die Gefahr der Überdehnung und/oder der Unterbestimmung von Begriffen (Beispiel: Kapitalismus). Folgender Zusammenhang sorgt für eine weitere Verschärfung dieses Problems: Je differenzierter, komplexer und pluralistischer eine Gesellschaft wird, desto schwieriger wird es, die Struktur- und Entwicklungslinien einer Gesellschaft in einem Begriff unterzubringen.


Problem des Zeitgeistes und der Ideologie

Bei dem Problem des Zeitgeistes wird seitens der Konsumindustrie, den Medien und/oder der kommerziellen Sozialforschung eine Diagnose gestellt, die nicht auf einer umfassenden und sorgfältigen Analyse beruht. Durch diese "sensationellen" Ergebnisse sollen Trends abgestoßen werden, die zu Konsumverhalten anregen sollen und sich letztendlich empirisch Bewahrheiten. Ideologische Dauerbrenner wie beispielsweise der Kapitalismus sorgen dafür, dass gesellschaftliche Phänomene schnell weltanschaulich gefasst werden, obwohl die Beschreibung nicht der (weit komplexeren) Realität entspricht.

Bei beiden Problemen werden durch mangelhafte theoretische Begriffsbildung und unzureichende empirische Analysen gesellschaftliche Deutungen gemacht, die nicht der Realität entsprechen und unter Umständen ihre eigenen Trends hervorbringen.


Problem des Normativen

Das Problem des Normativen beschreibt das Problem der Werturteile in der Soziologie. Dabei ist umstritten, ob die empirisch-analytische Wissenschaft überhaupt zu hundert Prozent werturteilsfrei sein kann. Demnach bleibt auch bei der interpretativen Verdichtung von empirischen Erkenntnissen stets ein Rest von Spekulation.


Hier noch anfügen, dass möglichst detailliert gearbeitet werden muss

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

3. Nennen und erläutern Sie die Merkmale sozialer Tatbestände nach Durkheim.

Durkheim unterscheidet vier verschiedene analytische Merkmale von sozialen Tatbeständen (faits sociaux):

Äußerlichkeit beschreibt, dass es besondere Arten des Handelns, Denkens und Fühlens gibt, die außerhalb des individuellen Bewusstseins existieren. Soziale Tatbestände sind demnach dem Menschen nicht angeboren, sondern müssen ihm erst anerzogen werden. Sie sind weder organisch/ökologisch noch psychologisch zu erklären und stellen daher eine neue Gattung dar.


Zwang bezeichnet soziale Verbindlichkeiten wie Rechtsnormen, Moralgebote, Sitten oder Konventionen. Diese üben einen moralischen Druck auf das Individuum aus und beeinflussen dessen Verhalten (z.B. bei Sanktionen nach Regelverstoß). 


Allgemeinheit bedeutet, dass soziale Tatbestände, die im menschlichen Zusammenleben in einer Gesellschaft allgemein auftreten, nicht der Natur des Menschen entspringen, sondern historisch in dieser Gesellschaft gewachsen sind. Beispiele hierfür sind nach Durkheim soziale Strömungen wie kollektive Massenhysterien oder Tendenzen wie Geburten- oder Selbstmordraten.


Unabhängigkeit betont, dass soziale Tatbestände ein Eigenleben führen, welches losgelöst ist von individuellen Interpretationen. Ein Beispiel hierfür sind statistische Raten, die individuelle Besonderheiten neutralisieren und eine soziale Tendenz abbilden. (Das nochmal genau prüfen)

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

5. Nennen und erläutern Sie die Prozesse gesellschaftlicher Differenzierung nach Simmel.

Georg Simmel spaltet die Gesellschaft in drei Prozesse auf:

Arbeitsteilung 

Wie beispielsweise Marx sieht Simmel die Arbeitsteilung im Rahmen der Industrialisierung als wesentliches gesellschaftliches Entwicklungsmoment. Entgegen der düsteren Zeitdiagnose des deutschen Sozialismus birgt diese nach Simmel jedoch auch emanzipatorisches Potenzial, indem sie durch das "Prinzip der Kraftersparnis" den Wohlstand erhöht und gleichzeitig den Wettbewerb mildert.

Rollendifferenzierung
Durch den ausgedehnten Wirtschaftskreis und die damit einhergehende Vergrößerung der Gruppen erhöht sich auch die Chance des Einzelnen, eine eigene Individualität auszubilden. Denn in den wachsenden Gruppen bilden sich weitere kleinere Gruppen, was den Einzelnen dazu zwingt, verschiedene Rollenerwartungen zu koordinieren. Diese Position des Einzelnen auf dem Schnittpunkt verschiedener Kreise fördert letztendlich seine Individualität.

Funktionsdifferenzierung
Ein weiterer Effekt der Arbeitsteilung ist die wachsende Zahl von eigenständigen Funktionsbereichen wie die Wirtschaft, die Wissenschaft und das Recht. Diese "Gehäuse des schöpferischen Lebens" (Simmel 1918 bzw. 1987: 148) bilden wiederum eigene Werte und Normen heraus, mit denen die einzelnen Mitglieder dieser Gruppierungen wiederum die gesamte Gesellschaft beeinflussen.

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

7. Erläutern Sie die folgenden Grundbegriffe Webers: Verhalten, Handeln, soziales Handeln.

Weber versteht Soziologie als Handlungswissenschaft und versteht Handeln als "verständliches" Sich-verhalten. Handeln bedeutet in diesem Sinne, dass der oder die Handelnde mit ihrem Tun, Unterlassen oder Dulden einen Sinn verbinden. Soziales Handeln hingegen bezeichnet die Art des Handelns, welche sich an dem Handeln anderer orientiert.

Hier noch präziser werden – mal in dem Buch nachschauen (248)

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

8. Erläutern Sie Webers These von der Wahlverwandtschaft zwischen protestantischer Ethik und kapitalistischem Geist.



Nach Webers These hat die asketische Berufsethik des Protestantismus maßgeblich zur Entstehung des modernen kapitalistischen Wirtschaftssystems beigetragen. Grund für diese Annahme ist die empirische Beobachtung, dass das Unternehmertum und die gebildete Arbeiterschaft zum größten Teil aus Protestanten besteht. Weber argumentiert, dass die Reformation generell zu einer moralischen Aufwertung der Arbeit geführt hat und die puritanischen Tugenden die Vermehrung von Kapital ethisch rechtfertigen. Protestantische Glaubensrichtungen wie der Calvinismus legen asketisches Handeln nahe und begünstigen damit eine methodisch-rationale Lebensführung. Außerdem fördern sie den Individualismus, da es für den Gläubigen unmöglich ist, auf das Seelenheil im Jenseits Einfluss zu nehmen, wie es etwa im Katholizismus durch die Beichte möglich ist. Rastlose Berufsarbeit gilt hier als Mittel, die eigenen Ängste abzubauen und durch die eigene Tüchtigkeit zu den letztendlich glücklich Auserwählten Gottes zu gehören. Reichtum und triebhafter Lebensgenuss entsprechen nicht der asketischen Lebensführung, was dafür sorgt, dass der Fokus auf die Produktion gelegt wird und kulturelle Einflüsse als überflüssig gewertet werden.

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

1. Grenzen Sie im Sinne Becks die Erste Moderne von der Zweiten Moderne ab. Wenden Sie dabei die Kategorien Reichtum und Risiko an.

Beck versteht unter der ersten Moderne die Entwicklung zur Industriegesellschaft, welche durch eine einfache Modernisierung aus der Agrargesellschaft hervorgegangen ist. Hierbei stand im Fokus, den materiellen Mangel der Bürger zu beenden und die Abdeckung der Grundbedürfnisse zu sichern.  


Der anschließende Schritt zur zweiten Moderne bezeichnet die Entwicklung zur Risikogesellschaft, welche sich dadurch auszeichnet, dass der anhaltende wissenschaftlich-technische Fortschritt zunehmend zum Problem wird. 


In der Risikogesellschaft wird die Aneignung von Reichtum (Bildung, Einkommen und Konsumgütern etc.) als erstrebenswert angesehen, was zu einem generellen Überfluss führt. Dieser Überfluss führt wiederum zu sogenannten Modernisierungsrisiken, wie beispielsweise Umweltschäden oder Reaktorkatastrophen. Um diesen Problemen zu begegnen, setzt man in der Risikogesellschaft erneut auf Wissenschaft und Technik, was letztendlich zu einem Kreislauf der Risikoproduktion führt.

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

2. Erläutern Sie die folgenden drei Grundbegriffe von Schulzes Gegenwartsdiagnose: Entgrenzung, Innenorientierung, Erlebnismarkt.

Entgrenzung bezeichnet nach Schulze die Zunahme an Möglichkeiten, die sich für den Menschen aus einer Zunahme von Ressourcen (Zeit, Geld, Technik, Mobilität) und einer Vervielfachung von Waren- und Dienstleistungsangeboten ergeben. Der Mensch wird hierbei nicht mehr durch einen Ressourcenmangel begrenzt und kann bzw. muss sich zunehmend frei zwischen Waren und Situationen entscheiden.


Die Innenorientierung des Menschen entsteht durch die Abnahme der Außenorientierung, welche ihm durch den begrenzenden Ressourcenmangel auferlegt wurde. Ist der Mensch gezwungen, den Mangel auszugleichen, muss er sich nach außen orientieren und sich den gegebenen Anforderungen fügen. Hat der Mensch jedoch entgrenzte Möglichkeiten, kann er seine Ziele selbst setzen und sich an seinem inneren Befinden orientieren.


Der Erlebnismarkt ist der Ort, an dem nach Schulze die Nachfrage der innenorientierten Konsumenten auf das Angebot der außenorientierten Produzenten trifft. Hier bieten meist Korporationen den Konsumenten psychophysischen Effekte durch Erlebnisse und profitieren damit wirtschaftlich. Abgesehen davon dient der Erlebnismarkt aber auch als Möglichkeit der kollektiven Selbsterfahrung im Alltagsleben. Während sich Menschen früher für einen gemeinsamen Zweck, beispielsweise in sozialen Bewegungen, organisiert haben, dient der Erlebnismarkt dafür heute als Ersatz und schafft eine zweckfreie Zusammenkunft.


B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

3. Nennen und erläutern Sie die drei bürokratischen Prinzipien, die sich laut Ritzer hinter der McDonaldisierung verbergen.

Die drei bürokratischen Prinzipien der McDonaldisierung sind Effizienz, Berechenbarkeit und Vorhersagbarkeit. 


Berechenbarkeit und Effizienz, welche bei der Profitmaximierung und Expansion der Fast Food Kette McDonalds eine entscheidende Rolle spielen, haben sich nach Ritzer auch in allen anderen Bereichen der Gesellschaft verbreitet. Im Gegensatz zu früher werden Effizienzkriterien wie Zeit- oder Geldaufwand heute auch auf alle anderen Bereiche des Lebens angewendet (z. B. Liebes- und Familienbeziehungen). Dadurch wird der Mensch unter ständigen Leistungsdruck gestellt und "lebensweltliche" Entscheidungskriterien in den Hintergrund gedrängt. Was dem Menschen als persönliche Flexibilität und Gestaltungsraum offeriert wird, bedeutet eigentlich eine Unterwanderung alter Institutionen wie Familie, Kultur und Tradition, die letztendlich mehr kostet als einspart. 


Die Vorhersehbarkeit von Ereignissen durch immer mehr standardisierte Angebote schafft nach Ritzer eine zunehmende kulturelle Verarmung und die Verbreitung einer "Einheits"-Kultur. Demnach wollen Menschen immer weniger überrascht werden und bevorzugen eher eine rituelle Struktur der Sicherheit. Diese Entwicklung breitet sich ebenfalls auf verschiedene Bereiche der Gesellschaft aus, wie beispielsweise das Bildungssystem ("effiziente" Erfolgsmöglichkeiten) oder die Medizin (steigender Kostendruck). 

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

4. Nennen und erläutern Sie die drei von Sennett unterschiedenen Arten von Unsicherheit.

Unsicherheit wird nach Sennetts Zeitdiagnose dadurch erzeugt, dass Menschen im sogenannten flexiblen Kapitalismus zwar in flexibleren Netzwerken agieren, dadurch aber auch mit einer permanenten Unsicherheit über mögliche Veränderungen und Anforderungen konfrontiert werden.


Diese Unsicherheit unterteilt Sennett in drei Arten:


  • Mehrdeutige Seitwärtsbewegungen – an dem Beispiel der Vorwärtsbewegung eines Krebses beschreibt Sennett ein gefühltes berufliches Voranschreiten des Menschen, welches in Wahrheit jedoch eine Seitwärtsbewegung ist. Da Stellenkategorien immer gestaltloser werden, erkennt der Einzelne erst beim Antritt der nächsten Stelle, ob seine letzte Stelle ein wirklicher beruflicher Erfolg war oder nicht. Dies kann auch zu einem Kreislauf führen, indem beim Antritt der Stelle schon der nächste Wechsel anvisiert wird.

  • Aushalten retrospektiver Verluste – hierbei erkennt der Einzelne erst nach dem Antritt einer Stelle die wirklichen Arbeitsanforderungen und ist ggf. dazu gezwungen, die daraus entstehenden Unsicherheiten auszuhalten.

  • Unvorhersehbare Einkommensentwicklungen – dabei wirkt sich die Einkommensentwicklung im Laufe einer Karriere im flexiblen Kapitalismus auch oft negativ aus. Die berufliche Mobilität ist demnach häufig ein undurchschaubarer Zugang.



B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

1. Nennen und erläutern Sie die drei Funktionen soziologischer Zeitdiagnosen.

Die vier Funktionen soziologischer Zeitdiagnosen lauten wie folgt:


  • Die konstitutive Funktion
  • Die kognitive Funktion
  • Die expressive Funktion
  • Die evaluative Funktion 


Die konstitutive Funktion der soziologischen Zeitdiagnosen dient zur gesellschaftlichen Orientierung. Nach Max Weber tragen sie zur "denkenden Ordnung des Wirklichen" bei und bieten dadurch Orientierungswissen. Das Ziel hierbei ist es eine ontologische Sicherheit bei der Selbstbeschreibung von Gesellschaften zu erlangen. Fragen zur Charakterisierung hierbei lauten wie folgt: Wann lebst du? Wo lebst du? Wie lebst du? Als was lebst du? Die konstitutive Funktion hilft also dabei die Klassifikation der gesellschaftlichen Erfahrung durch eine anerkannte Begrifflichkeit anzuleiten.


Die kognitive Funktion verleiht der gesellschaftlichen Deutung eines Phänomens ihr wissenschaftliches Fundament. Dieses besteht nicht selten aus einer Gesellschaftstheorie und einer detaillierten historisch-empirischen Analyse, was dafür sorgt, dass die Zeitdiagnose  evidenzbasiert ist. Die kognitive Funktion ist das wichtigste Merkmal soziologischer Zeitdiagnosen.


Mit der expressiven Funktion wird der "Zeitgeist" erfasst und in die Begrifflichkeit eingebunden. Hierbei handelt es sich um eine emotional stimmige, intuitive und pointierte Einschätzung, die sich jedoch nicht auf alle Lebensbereiche der Gesellschaft anwenden lässt (Beispiel: Postmoderne).


Die evaluative Funktion dient dazu Epochen, Gesellschaften, Kulturen oder Charaktere zu beurteilen. Ziel ist eine Bestandsaufnahme der gesellschaftlichen Entwicklung, bei der als Maßstab meist ein Ideal zugrunde gelegt wird. Dieses Ideal entspricht jedoch oft nicht der Wirklichkeit, was schnell zu einer Krisenvermutung verleitet, welche wiederum eine gesellschaftliche Kurskorrektur suggeriert.


-Hier noch Grafik rein laden-

B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft

5. Nennen und erläutern Sie die drei Dimensionen der Machtanalytik Foucaults.

Die drei Dimensionen der Machtanalytik Foucaults sind:


Strategische Beziehungen

Strategische Beziehung sind nach Foucault Machtbeziehungen in einer Gesellschaft, in der Gruppen Macht ausüben, indem sie aufeinander einwirken. Diese strategischen Machtspiele, in denen die einen versuchen das Verhalten der anderen zu bestimmen, sind nach Foucault ein natürlicher Bestandteil von Gesellschaften. Die Machtbeziehungen einer Gesellschaft sind also nicht äußerlich und bilden keinen parasitären Fremdkörper. 


Herrschaftszustände

Herrschaftszustände entstehen nach Foucault dann, wenn Machtbeziehungen durch ökonomische, politische oder militärische Mittel so beeinflusst werden, dass alternative Handlungsmöglichkeiten und Freiheitsspielräume anderer Gruppen stark eingeschränkt werden. Dadurch entsteht eine Asymmetrie und die strategischen Beziehungen in der Gesellschaft werden blockiert. 


Regierungstechnologien

Diese dienen als Bindeglied zwischen den beiden genannten Zuständen und regeln das Zusammenspiel von strategischen Beziehungen und Herrschaftszuständen, ohne dass Ausbeutung und Unterwerfung entsteht. Sie systematisieren und stabilisieren Machtbeziehungen und helfen dabei Herrschaftszustände zu errichten und aufrechtzuerhalten.

Sign up for free to see all flashcards and summaries for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen

Singup Image Singup Image
Wave

Other courses from your degree program

For your degree program B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen there are already many courses on StudySmarter, waiting for you to join them. Get access to flashcards, summaries, and much more.

Back to FernUniversität in Hagen overview page

Verwaltung in der Gesellschaft

Grundlagen der Wissensgesellschaft

Grundstrukturen Recht

Grundstrukturen des Rechts

Demokratie & Gesellschaft

What is StudySmarter?

What is StudySmarter?

StudySmarter is an intelligent learning tool for students. With StudySmarter you can easily and efficiently create flashcards, summaries, mind maps, study plans and more. Create your own flashcards e.g. for B4 – Grundstrukturen der Gesellschaft at the FernUniversität in Hagen or access thousands of learning materials created by your fellow students. Whether at your own university or at other universities. Hundreds of thousands of students use StudySmarter to efficiently prepare for their exams. Available on the Web, Android & iOS. It’s completely free.

Awards

Best EdTech Startup in Europe

Awards
Awards

EUROPEAN YOUTH AWARD IN SMART LEARNING

Awards
Awards

BEST EDTECH STARTUP IN GERMANY

Awards
Awards

Best EdTech Startup in Europe

Awards
Awards

EUROPEAN YOUTH AWARD IN SMART LEARNING

Awards
Awards

BEST EDTECH STARTUP IN GERMANY

Awards
X

StudySmarter - The study app for students

StudySmarter

4.5 Stars 1100 Rating
Start now!
X

Good grades at university? No problem with StudySmarter!

89% of StudySmarter users achieve better grades at university.

50 Mio Flashcards & Summaries
Create your own content with Smart Tools
Individual Learning-Plan

Learn with over 1 million users on StudySmarter.

Already registered? Just go to Login