Wahrburg Ernährung Des Gesunden at Fachhochschule Münster | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Wahrburg Ernährung des Gesunden an der Fachhochschule Münster

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TESTE DEIN WISSEN

subjektive Erfassung

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Ernährungserhebung (=E-anamnese)
    1. Erfassen durch Ernährungsgewohnheiten allgemein (z.B. Mahlzeitenverteilung), Art & Menge, Vorlieben/Aversionen, Diätverhalten
    2. Daraus ermittelten Daten wie Energie- & Nähstoffzufuhr, Beurteilung von Über- bzw. Unterversorgung im Vergleich zu entsprechenden Empfehlungen
  2. Ernährungsamnamnese
    1. Daten lassen keine Rückschlüsse zu, ob tatasächlich im Einzelfall Mangelzustand oder Überversorgung besteht
    2. Werden ünlicherweise mit Ernährungserhebungen durchgeführt; verschiedene direkte Methoden zur Verfügung
    3. Herrschender (Ernährungs-) Ist-Zustand wird beschrieben
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TESTE DEIN WISSEN

objektive Erfassung

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Anthropometrische Messung
    1. Messung Körpergewicht & -größe: Berechnung BMI zur Erkennung chronischer Unter- bzw- Überernährung
    2. Messung Hautfaltendicke: Bestimmung KFA
    3. Messung Taillen- & Hüftumfang + Berechnung WHR (Waist-hip-ratio): Bestimmung Körperfettverteilung
    4. Messung Armumfang: Rückschlüsse aus Skelettmuskelmasse
  2. Körperzusammensetzung
    1. Bioelektrische Impedenzanalyse (BIA); Prinzip:
      1. Hilfe Elektroden schwacher Wechselstrom zur Messung elektrischen Widerstandes duch Körper
      2. Aufgrund hoher Leitfähigkeit von Blut & Urin, mittleren Muskulatur & geringer Leitfähigkeit von Fett, Knochen & Luft lassen sich Wasser-, Fett- & aktive Körperzellanteil messen bzw. berechnen
    2. Radiologische Techniken (teuer, nur in Forschung)
  3. Klinisch-biochemische Daten
    1. In leicht zugängliche Körperflüssigkeiten Konzentrationen an Vit., Mineralstoffen, Spurenelementen o. Enzymaktivitäten messen
    2. Vorteil dieser Messgröße (=Biomarker):
      1. Ergebnisse nicht beeinflussbar
      2. Biomarker liefern meist zuverlässige Angaben über Nährstoffversorgung
    3. Nachteil:
      1. Arbeits- & kostenintensiv
    4. Biomarker vorsichtig zu interpretieren
      1. Einige Messgrößen geben unmittelbar vorangegangene Nährstoffaufnahme, andere langfristige Nst-versorgung wieder
      2. Best. Messgr. (z.B. Plasmakonz. Von Na, K, Ca, Mg) Werden durch Zufuhr geringfügig beeinflusst; werden über körpereigene Regulationsmechanismen in engen Bereich kontrolliert
        1. Aussage über aktuellen Versorgungsstatus daher nicht möglich
    5. Biomarker
      1. Im Urin: z.B. Jodausscheidung (hoher Wert = gute Versorgung)
      2. Im Blutserum/-plasma: zur Beurteilung Versorgung mit Vitamin C, E, B6, B12, Folsäure, ß-Carotin
      3. In Erythrocyten (Langzeitindikator). Beurteilung langfristiger Versorgung Folsäure, Vit. B1,2,6
      4. In Haaren & Nägeln: Spurenelementanalyse
    6. Fettgewebsbiospin: z.B. Tocopherol-Konzentration im Fettgewebe als Langzeitindikator für die Vitamin E Versorgung
    7. Leberbiopsien: wichtigste Speicherorgan vieler Nährstoffe; daher sehr zuverlässige Angaben langfristiger Nährstoffversorgung
    8. Funktionswerte: können auf unzureichende Nährstoffversorgung hinweisen
  4. Funktionstests
    1. Energie- & Nährstoffdefizite reduzieren Muskelkraft & Kondition
    2. Muskelfunktiontests reagieren efindlich auf Ernährungsmängel
    3. Wenig verbreitet aufgrund technischer Komplexität
  5. Körperliche Untersuchung
    1. Haut, Haare, Lippen, Zunge, Zahnfleisch, Zähne, Nägel, Augen, Schilddrüse, Skelettsystem, Nervensystem können Hinweise auf Unterversorgung mit Protein, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen liefern
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TESTE DEIN WISSEN

Wiegeprotokollmethode

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TESTE DEIN WISSEN
  • prospektiv direkte Methode
  • Vor jeder Mahlzeit alle zum Verzehr bestimmten LM einzeln gewogen & aufgeschrieben; Essensreste ebenfalls erfasst
  • Dauer: 3-7 Tage 
  • Vollständige Protokollierung der tatsächlichen Nahrungsaufnahme ist gewährleistet
  • Anwendung: nur klinische bzw. experimentelle Studien bzw. Untersuchungen an kleinen, motivierten Gruppen (Eignung)
  • Heute kaum noch Anwendung
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TESTE DEIN WISSEN

direkte Ernährungserhebungsmethoden

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Erfassen direkt laufenden (prospektiv) oder zurückliegenden (retroperspektiv) Verzehr bei Einzelpersonen
    1. Prospektiv: Verzehrprotokollmethoden (Wiegeprotokoll, Schätzprotokoll entweder offen o. geschlossen)
    2. Retroperspektiv: 24-h-Erinnerungsprotokoll, Verzehrhäufigkeits-Fragebogen, Ernährungsgeschichte
  2. Verbrauch (indirekt) = Menge der Nahrungsmittel, die Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie anbieten, die auf den Markt kommen und die die Verbraucher erwerben
  3. Verzehr (direkt) = das, was wirklich verzehrt wird
  4. Für oecotrophologische Einsatzfelder entscheidend!
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TESTE DEIN WISSEN

Anwendungsbereiche von Erhebungsmethoden

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Auf individueller Ebene zum Nutzen der Personen (Beratung, Therapie usw.)
    1. Unverzichtbares Rüstzeug für Oec.
  2. Auf Gruppenebene zu wissenschaftlichen Zwecken (v.a. epidemiologische Studien); hierbei unerlässliche Grundvoraussetzungen:
    1. Standardisierbarkeit: standardisierte Vorgehensweise, d.h. exakt gleiches Procedere bei allen Personen bei Erhebung & Auswertung
    2. Reproduzierbarkeit: Wiederholung der Erhebung muss zu denselben Ergebnissen führen
    3. Grundlage für Forschung (Ernährungsstudien)
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TESTE DEIN WISSEN

offenes Schätzprotokoll (dietary record)

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TESTE DEIN WISSEN
  • prospektiv direkte Methode
    1. Detaillierte Erhebung laufenden Verzehrs mittels Protokoll direkt nach Verzehr; differenziert nach Mahlzeiten, mit genauen Sorten- & Mengenangaben, Zubereitungsart etc.
    2. Verzehrmengen werden nicht abgewogen, sondern mittels haushaltsüblicher Maße geschätzt oder gezählt
    3. Erhebungszeitraum: 3-10 fortlaufende Tage (günstig: 7 Tage), üblich zumeist 3 Tage (2 Wochentage, 1 WE-Tag); längerem Zeitraum zunehmend Ermüdungserscheinungen 
    4. Zu Beginn der Erhebung Einweisung durch geschultes Erhebungspersonal 
  • Vorteile

    1. Valide Beurteilung der durchschnittlichen Ernährungsweise
    2. Befragter muss sich nicht auf Gedächtnis verlassen
    3. Lebensmittel- & Nährstoffmengen können berechnet werden
    4. Erfassung von Ernährungsgewohnheiten
    5. Golden Standard zur Ernährungsberatung und –therapie! 
  • Nachteile

    1. Hohes Maß an Kooperationsbereitschaft der Probanden erforderlich 
    2. Gefahr der Beeinflussung der Nahrungswahl 
    3. Gefahr „undereating“ u/o „underreporting“ 
      1. Undereating = zu wenig essen, da keine Lust zu dokumentieren
      2. Underreporting = Probanden geben in Verzehrserhebungen geringeren LM-verzehr an, als Wahrheit entspricht
    4. Sehr kosten- und zeitaufwendig 
    5. Nicht über längere Zeiträume möglich 
    6. Außer-Haus-Verzehr wird ungenau erfasst
    7. Nur kleine Stichproben möglich, daher für epidemiologische Studien weniger geeignet 
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TESTE DEIN WISSEN

24-h-Erinnerungsprotokoll

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TESTE DEIN WISSEN
  • retroperspektiv direkte Methode
    1. Mit strukturiertem Fragebogen werden Art & Menge der am Vortag verzehrten LM möglichst genau durch geschulten Interviewer erfasst
    2. Grundfrage: „Was haben Sie gestern gegessen?“ 
    3. Mengen werden mit haushaltsüblichen Maßen geschätzt, Schablone & Modelle können die Genauigkeit der Schätzung erhöhen
    4. Validität der Ergebnisse davon abhängig, wie gut sich Probanden erinnern können
  • Zum Interview

    1. Interviewte Person: Proband/Patient, ggf. auch Bezugsperson (Mutter, Erzieherin, Pflegekraft) 
    2. Vorgehen: beginnend mit dem gestrigen Frühstück; Chronologische Abfrage gesamten Tages
    3. Rückfragen des Interviewers: Zwischenmahlzeiten und Getränke, Konsum zwischendurch
      1. genaue Spezifikation der LM-Art/Zubereitung etc. 
      2. genaue Spezifikation der LM-Menge 
  • Vorteile

    1. Geringe Belastung des Befragten 
    2. Geringer Arbeitsaufwand 
    3. Nicht reaktives Erhebungsinstrument 
    4. Ein einziger Kontakt ausreichend
    5. Interviewer kann nachfragen 
    6. Berechnung der Energie- und Nährstoffzufuhr möglich 
    7. Geeignet zur Bewertung der Ernährung großer Personengruppen 
  •  

    Nachteile

    1. Ungeeignet für die Analyse der Durchschnittskost einer Person, bedingt durch hohe intraindividuelle Variabilität 
    2. Geschulte Interviewer notwendig 
    3. Potentieller Einfluss der Interviewer auf Antwortverhalten 
    4. Ungenauigkeiten durch mangelndes Erinnerungsvermögen möglich 
    5. Unter- bzw. Überschätzung der tatsächlichen Nahrungsaufnahme möglich 
    6. Aufnahme „gesunder LM“ wird möglicherweise überschätzt
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TESTE DEIN WISSEN

geschlossenes Protokoll

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TESTE DEIN WISSEN
  • prospektiv direkte Methode
    1. Laufender Verzehr wird durch Strichlisten in Protokoll mit vorgegebener LM-Liste (Item-Liste) erfasst
    2. Vorgabe von Standardportionsgrößen & LM 
    3. Sobald ein LM von der Liste verzehrt wird, werden ein oder mehrere Striche bei betreffenden LM gemacht; einzelnen Striche (Häufigkeiten) werden ausgezählt & mit der Portionsgröße (in g) multipliziert 
    4. Getränke werden ebenfalls erfasst 
    5. Zeitdauer: 3-10 Tage 
  • Vorteile

    1. Befragter muss sich nicht auf Gedächtnis verlassen
    2. Weniger belastend für Probanden als offenes Protokoll 
    3. Durchschnittliche Ernährungsweise kann beurteilt werden
    4. Größere Stichproben als beim offenen Protokoll möglich 
    5. Gefahr der Beeinflussung der Nahrungswahl geringer 
    6. Weniger aufwendige Auswertung 
  • Nachteile

    1. Angaben der Verzehrmengen durch vorgegebene Portionsgrößen häufig ungenauer 
    2. Verzehrte LM können in vorgegebenen Liste fehlen mit Folge, dass z.B. das betreffende LM gar nicht angegeben oder willkürlich vom Probanden ausgewählt wird
    3. Keine längeren Zeiträume möglich 
    4. Zur Ernährungsberatung schlechter geeignet als offenes Protokoll 
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TESTE DEIN WISSEN

Verzehrshäufigkeitsfragebogen (food frequency interview)

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TESTE DEIN WISSEN
  • retroperspektiv direkte Methode
  • Erfasst werden Verzehrhäufigkeiten von LM pro Tag/Woche/Monat, d.h. qualitative Angaben zur Ernährung.
  • Grundfrage: „Wie häufig essen Sie folgende LM?“ 
    1. Täglich o. fast täglich/mehrmals die Woche/…/nie
  • Verwendung Liste mit zielsetzungsgemäß ausgewählten LM-Items 
  • Frage nach der Verzehrhäufigkeit z.B. des letzten ½ Jahres 
  • FF-Interview eignet sich für langfristige Untersuchungen über Ernährungsgewohnheiten

Vorteile

  1. Relativ geringer Arbeitsaufwand 
  2. Ausfüllen Fragebogens kann durch Interviewer o. Probanden selbst („self-administered“) erfolgen 
  3. Beschreibt übliche Ernährungsweise 
  4. Nicht-reaktives Erhebungsinstrument 
  5. Gut standardisierbar 
  6. Einfache Durchführbarkeit & häufige Anwendung in großen epidemiologischen Studien 

Nachteile

  1. Erfordert genaue Erinnerung an vorangegangene Ernährung 
  2. Atypische LM werden nicht erfasst
  3. Tatsächliche Nahrungsaufnahme wird eher überschätzt
  4. Keine Nährwertberechnung möglich! 
  5. Keine Möglichkeit der Korrelation der Erhebungsdaten mit klinischen & biochemischen Befunden 

Variante

  1. Semi-quantitatives FF-Interview mit Erfassung von Verzehrmengen durch zusätzliche Fragen nach jeweiligen Portionsgröße (haushaltsübliche Maße oder Abbildungen bzw. Fotos von den Portionsgrößen) 
  2. damit auch Nährstoffberechnungen möglich 
  3. Häufigste Methoden bei ernährungs-epidemiologischen Studien
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TESTE DEIN WISSEN

Ernährungsgeschichte (diet hstory)

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TESTE DEIN WISSEN
  • retroperspektiv direkte Methode
  • Sehr umfassende Befragung der Nahrungsaufnahme über längere Zeitperiode (z.B. im letzten Jahr) nach standardisiertem Erhebungsplan + Angaben über Häufigkeit des durchschnittlichen Verzehrs einzelner LM 
  • übliche Portionsgrößen, Art, Sorte, Verarbeitung der LM 
  • Charakteristika der Ernährungsgewohnheiten (z.B. Mahlzeitenfrequenz, Besonderheiten der Ernährung am WE) 
  • Kombination aus 24-h-recall, Protokollmethode und FF-Interview 
  • Heute i. d. R. computergestützt (Bsp.: Diet History-Programm des RKI

Vorteile

  • Gutes Bild langfristiger Ernährungsgewohnheiten 
  • Erfassung von speziellen LM & Gesamt-LMaufnahme sowie Berechnung der Nährstoffzufuhr 
  • Geeignet, um Zusammenhänge zwischen der Ernährung & chronischen Erkrankungen (z.B. KHK, Krebs) untersuchen zu können

Nachteile

  • Gut geschulte Interviewer erforderlich (entfällt bei computergestützter Erfassung) 
  • Befragte müssen sehr kooperativ sein 
  • Gutes Erinnerungsvermögen nötig 
  • Positive Selektionsgefahr 
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TESTE DEIN WISSEN

indirekte Ernährungerhebungsmethoden

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Stützen auf Ernährungsdaten, die eigentlich für andere Zwecke gewonnen wurden (z.B.) Statistiken der NMproduktion)
  2. Beschreiben durchschnittliche Ernährungssituation der Bevölkerung oder Bevölkerungsgruppen
  3. Erfassen Verbrauch von Nm
  4. Einkommens- & Verbraucherstichproben (EVS); Agrarstatistiken/Nahrungsbilanzen
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TESTE DEIN WISSEN

Ziele von Ernährungserhebungen

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TESTE DEIN WISSEN
  • Versorgungsdaten einer Bevölkerung oder Bevölkerungsgruppe (z.B. Agrarstatistiken) 
  • Qualitative Analyse von Ernährungsgewohnheiten (z.B. Außer-Haus-Verzehr, Mahlzeitenfrequenz) 
  • Daten zur E-/Nst-Versorgung
    1. einer Bevölkerung (z.B. NVS) 
    2. einer definierten Zielgruppe (z.B. Patientengruppe) 
    3. einer Einzelperson 
  • Daten zur Beziehung zwischen Lebensmitteln/Nährstoffen und Gesundheit 
  • Unverzichtbare Grundlage für Ernährungsberatung u/o –therapie 
  • Compliance-Kontrolle 
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Q:

subjektive Erfassung

A:
  1. Ernährungserhebung (=E-anamnese)
    1. Erfassen durch Ernährungsgewohnheiten allgemein (z.B. Mahlzeitenverteilung), Art & Menge, Vorlieben/Aversionen, Diätverhalten
    2. Daraus ermittelten Daten wie Energie- & Nähstoffzufuhr, Beurteilung von Über- bzw. Unterversorgung im Vergleich zu entsprechenden Empfehlungen
  2. Ernährungsamnamnese
    1. Daten lassen keine Rückschlüsse zu, ob tatasächlich im Einzelfall Mangelzustand oder Überversorgung besteht
    2. Werden ünlicherweise mit Ernährungserhebungen durchgeführt; verschiedene direkte Methoden zur Verfügung
    3. Herrschender (Ernährungs-) Ist-Zustand wird beschrieben
Q:

objektive Erfassung

A:
  1. Anthropometrische Messung
    1. Messung Körpergewicht & -größe: Berechnung BMI zur Erkennung chronischer Unter- bzw- Überernährung
    2. Messung Hautfaltendicke: Bestimmung KFA
    3. Messung Taillen- & Hüftumfang + Berechnung WHR (Waist-hip-ratio): Bestimmung Körperfettverteilung
    4. Messung Armumfang: Rückschlüsse aus Skelettmuskelmasse
  2. Körperzusammensetzung
    1. Bioelektrische Impedenzanalyse (BIA); Prinzip:
      1. Hilfe Elektroden schwacher Wechselstrom zur Messung elektrischen Widerstandes duch Körper
      2. Aufgrund hoher Leitfähigkeit von Blut & Urin, mittleren Muskulatur & geringer Leitfähigkeit von Fett, Knochen & Luft lassen sich Wasser-, Fett- & aktive Körperzellanteil messen bzw. berechnen
    2. Radiologische Techniken (teuer, nur in Forschung)
  3. Klinisch-biochemische Daten
    1. In leicht zugängliche Körperflüssigkeiten Konzentrationen an Vit., Mineralstoffen, Spurenelementen o. Enzymaktivitäten messen
    2. Vorteil dieser Messgröße (=Biomarker):
      1. Ergebnisse nicht beeinflussbar
      2. Biomarker liefern meist zuverlässige Angaben über Nährstoffversorgung
    3. Nachteil:
      1. Arbeits- & kostenintensiv
    4. Biomarker vorsichtig zu interpretieren
      1. Einige Messgrößen geben unmittelbar vorangegangene Nährstoffaufnahme, andere langfristige Nst-versorgung wieder
      2. Best. Messgr. (z.B. Plasmakonz. Von Na, K, Ca, Mg) Werden durch Zufuhr geringfügig beeinflusst; werden über körpereigene Regulationsmechanismen in engen Bereich kontrolliert
        1. Aussage über aktuellen Versorgungsstatus daher nicht möglich
    5. Biomarker
      1. Im Urin: z.B. Jodausscheidung (hoher Wert = gute Versorgung)
      2. Im Blutserum/-plasma: zur Beurteilung Versorgung mit Vitamin C, E, B6, B12, Folsäure, ß-Carotin
      3. In Erythrocyten (Langzeitindikator). Beurteilung langfristiger Versorgung Folsäure, Vit. B1,2,6
      4. In Haaren & Nägeln: Spurenelementanalyse
    6. Fettgewebsbiospin: z.B. Tocopherol-Konzentration im Fettgewebe als Langzeitindikator für die Vitamin E Versorgung
    7. Leberbiopsien: wichtigste Speicherorgan vieler Nährstoffe; daher sehr zuverlässige Angaben langfristiger Nährstoffversorgung
    8. Funktionswerte: können auf unzureichende Nährstoffversorgung hinweisen
  4. Funktionstests
    1. Energie- & Nährstoffdefizite reduzieren Muskelkraft & Kondition
    2. Muskelfunktiontests reagieren efindlich auf Ernährungsmängel
    3. Wenig verbreitet aufgrund technischer Komplexität
  5. Körperliche Untersuchung
    1. Haut, Haare, Lippen, Zunge, Zahnfleisch, Zähne, Nägel, Augen, Schilddrüse, Skelettsystem, Nervensystem können Hinweise auf Unterversorgung mit Protein, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen liefern
Q:

Wiegeprotokollmethode

A:
  • prospektiv direkte Methode
  • Vor jeder Mahlzeit alle zum Verzehr bestimmten LM einzeln gewogen & aufgeschrieben; Essensreste ebenfalls erfasst
  • Dauer: 3-7 Tage 
  • Vollständige Protokollierung der tatsächlichen Nahrungsaufnahme ist gewährleistet
  • Anwendung: nur klinische bzw. experimentelle Studien bzw. Untersuchungen an kleinen, motivierten Gruppen (Eignung)
  • Heute kaum noch Anwendung
Q:

direkte Ernährungserhebungsmethoden

A:
  1. Erfassen direkt laufenden (prospektiv) oder zurückliegenden (retroperspektiv) Verzehr bei Einzelpersonen
    1. Prospektiv: Verzehrprotokollmethoden (Wiegeprotokoll, Schätzprotokoll entweder offen o. geschlossen)
    2. Retroperspektiv: 24-h-Erinnerungsprotokoll, Verzehrhäufigkeits-Fragebogen, Ernährungsgeschichte
  2. Verbrauch (indirekt) = Menge der Nahrungsmittel, die Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie anbieten, die auf den Markt kommen und die die Verbraucher erwerben
  3. Verzehr (direkt) = das, was wirklich verzehrt wird
  4. Für oecotrophologische Einsatzfelder entscheidend!
Q:

Anwendungsbereiche von Erhebungsmethoden

A:
  1. Auf individueller Ebene zum Nutzen der Personen (Beratung, Therapie usw.)
    1. Unverzichtbares Rüstzeug für Oec.
  2. Auf Gruppenebene zu wissenschaftlichen Zwecken (v.a. epidemiologische Studien); hierbei unerlässliche Grundvoraussetzungen:
    1. Standardisierbarkeit: standardisierte Vorgehensweise, d.h. exakt gleiches Procedere bei allen Personen bei Erhebung & Auswertung
    2. Reproduzierbarkeit: Wiederholung der Erhebung muss zu denselben Ergebnissen führen
    3. Grundlage für Forschung (Ernährungsstudien)
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Q:

offenes Schätzprotokoll (dietary record)

A:
  • prospektiv direkte Methode
    1. Detaillierte Erhebung laufenden Verzehrs mittels Protokoll direkt nach Verzehr; differenziert nach Mahlzeiten, mit genauen Sorten- & Mengenangaben, Zubereitungsart etc.
    2. Verzehrmengen werden nicht abgewogen, sondern mittels haushaltsüblicher Maße geschätzt oder gezählt
    3. Erhebungszeitraum: 3-10 fortlaufende Tage (günstig: 7 Tage), üblich zumeist 3 Tage (2 Wochentage, 1 WE-Tag); längerem Zeitraum zunehmend Ermüdungserscheinungen 
    4. Zu Beginn der Erhebung Einweisung durch geschultes Erhebungspersonal 
  • Vorteile

    1. Valide Beurteilung der durchschnittlichen Ernährungsweise
    2. Befragter muss sich nicht auf Gedächtnis verlassen
    3. Lebensmittel- & Nährstoffmengen können berechnet werden
    4. Erfassung von Ernährungsgewohnheiten
    5. Golden Standard zur Ernährungsberatung und –therapie! 
  • Nachteile

    1. Hohes Maß an Kooperationsbereitschaft der Probanden erforderlich 
    2. Gefahr der Beeinflussung der Nahrungswahl 
    3. Gefahr „undereating“ u/o „underreporting“ 
      1. Undereating = zu wenig essen, da keine Lust zu dokumentieren
      2. Underreporting = Probanden geben in Verzehrserhebungen geringeren LM-verzehr an, als Wahrheit entspricht
    4. Sehr kosten- und zeitaufwendig 
    5. Nicht über längere Zeiträume möglich 
    6. Außer-Haus-Verzehr wird ungenau erfasst
    7. Nur kleine Stichproben möglich, daher für epidemiologische Studien weniger geeignet 
Q:

24-h-Erinnerungsprotokoll

A:
  • retroperspektiv direkte Methode
    1. Mit strukturiertem Fragebogen werden Art & Menge der am Vortag verzehrten LM möglichst genau durch geschulten Interviewer erfasst
    2. Grundfrage: „Was haben Sie gestern gegessen?“ 
    3. Mengen werden mit haushaltsüblichen Maßen geschätzt, Schablone & Modelle können die Genauigkeit der Schätzung erhöhen
    4. Validität der Ergebnisse davon abhängig, wie gut sich Probanden erinnern können
  • Zum Interview

    1. Interviewte Person: Proband/Patient, ggf. auch Bezugsperson (Mutter, Erzieherin, Pflegekraft) 
    2. Vorgehen: beginnend mit dem gestrigen Frühstück; Chronologische Abfrage gesamten Tages
    3. Rückfragen des Interviewers: Zwischenmahlzeiten und Getränke, Konsum zwischendurch
      1. genaue Spezifikation der LM-Art/Zubereitung etc. 
      2. genaue Spezifikation der LM-Menge 
  • Vorteile

    1. Geringe Belastung des Befragten 
    2. Geringer Arbeitsaufwand 
    3. Nicht reaktives Erhebungsinstrument 
    4. Ein einziger Kontakt ausreichend
    5. Interviewer kann nachfragen 
    6. Berechnung der Energie- und Nährstoffzufuhr möglich 
    7. Geeignet zur Bewertung der Ernährung großer Personengruppen 
  •  

    Nachteile

    1. Ungeeignet für die Analyse der Durchschnittskost einer Person, bedingt durch hohe intraindividuelle Variabilität 
    2. Geschulte Interviewer notwendig 
    3. Potentieller Einfluss der Interviewer auf Antwortverhalten 
    4. Ungenauigkeiten durch mangelndes Erinnerungsvermögen möglich 
    5. Unter- bzw. Überschätzung der tatsächlichen Nahrungsaufnahme möglich 
    6. Aufnahme „gesunder LM“ wird möglicherweise überschätzt
Q:

geschlossenes Protokoll

A:
  • prospektiv direkte Methode
    1. Laufender Verzehr wird durch Strichlisten in Protokoll mit vorgegebener LM-Liste (Item-Liste) erfasst
    2. Vorgabe von Standardportionsgrößen & LM 
    3. Sobald ein LM von der Liste verzehrt wird, werden ein oder mehrere Striche bei betreffenden LM gemacht; einzelnen Striche (Häufigkeiten) werden ausgezählt & mit der Portionsgröße (in g) multipliziert 
    4. Getränke werden ebenfalls erfasst 
    5. Zeitdauer: 3-10 Tage 
  • Vorteile

    1. Befragter muss sich nicht auf Gedächtnis verlassen
    2. Weniger belastend für Probanden als offenes Protokoll 
    3. Durchschnittliche Ernährungsweise kann beurteilt werden
    4. Größere Stichproben als beim offenen Protokoll möglich 
    5. Gefahr der Beeinflussung der Nahrungswahl geringer 
    6. Weniger aufwendige Auswertung 
  • Nachteile

    1. Angaben der Verzehrmengen durch vorgegebene Portionsgrößen häufig ungenauer 
    2. Verzehrte LM können in vorgegebenen Liste fehlen mit Folge, dass z.B. das betreffende LM gar nicht angegeben oder willkürlich vom Probanden ausgewählt wird
    3. Keine längeren Zeiträume möglich 
    4. Zur Ernährungsberatung schlechter geeignet als offenes Protokoll 
Q:

Verzehrshäufigkeitsfragebogen (food frequency interview)

A:
  • retroperspektiv direkte Methode
  • Erfasst werden Verzehrhäufigkeiten von LM pro Tag/Woche/Monat, d.h. qualitative Angaben zur Ernährung.
  • Grundfrage: „Wie häufig essen Sie folgende LM?“ 
    1. Täglich o. fast täglich/mehrmals die Woche/…/nie
  • Verwendung Liste mit zielsetzungsgemäß ausgewählten LM-Items 
  • Frage nach der Verzehrhäufigkeit z.B. des letzten ½ Jahres 
  • FF-Interview eignet sich für langfristige Untersuchungen über Ernährungsgewohnheiten

Vorteile

  1. Relativ geringer Arbeitsaufwand 
  2. Ausfüllen Fragebogens kann durch Interviewer o. Probanden selbst („self-administered“) erfolgen 
  3. Beschreibt übliche Ernährungsweise 
  4. Nicht-reaktives Erhebungsinstrument 
  5. Gut standardisierbar 
  6. Einfache Durchführbarkeit & häufige Anwendung in großen epidemiologischen Studien 

Nachteile

  1. Erfordert genaue Erinnerung an vorangegangene Ernährung 
  2. Atypische LM werden nicht erfasst
  3. Tatsächliche Nahrungsaufnahme wird eher überschätzt
  4. Keine Nährwertberechnung möglich! 
  5. Keine Möglichkeit der Korrelation der Erhebungsdaten mit klinischen & biochemischen Befunden 

Variante

  1. Semi-quantitatives FF-Interview mit Erfassung von Verzehrmengen durch zusätzliche Fragen nach jeweiligen Portionsgröße (haushaltsübliche Maße oder Abbildungen bzw. Fotos von den Portionsgrößen) 
  2. damit auch Nährstoffberechnungen möglich 
  3. Häufigste Methoden bei ernährungs-epidemiologischen Studien
Q:

Ernährungsgeschichte (diet hstory)

A:
  • retroperspektiv direkte Methode
  • Sehr umfassende Befragung der Nahrungsaufnahme über längere Zeitperiode (z.B. im letzten Jahr) nach standardisiertem Erhebungsplan + Angaben über Häufigkeit des durchschnittlichen Verzehrs einzelner LM 
  • übliche Portionsgrößen, Art, Sorte, Verarbeitung der LM 
  • Charakteristika der Ernährungsgewohnheiten (z.B. Mahlzeitenfrequenz, Besonderheiten der Ernährung am WE) 
  • Kombination aus 24-h-recall, Protokollmethode und FF-Interview 
  • Heute i. d. R. computergestützt (Bsp.: Diet History-Programm des RKI

Vorteile

  • Gutes Bild langfristiger Ernährungsgewohnheiten 
  • Erfassung von speziellen LM & Gesamt-LMaufnahme sowie Berechnung der Nährstoffzufuhr 
  • Geeignet, um Zusammenhänge zwischen der Ernährung & chronischen Erkrankungen (z.B. KHK, Krebs) untersuchen zu können

Nachteile

  • Gut geschulte Interviewer erforderlich (entfällt bei computergestützter Erfassung) 
  • Befragte müssen sehr kooperativ sein 
  • Gutes Erinnerungsvermögen nötig 
  • Positive Selektionsgefahr 
Q:

indirekte Ernährungerhebungsmethoden

A:
  1. Stützen auf Ernährungsdaten, die eigentlich für andere Zwecke gewonnen wurden (z.B.) Statistiken der NMproduktion)
  2. Beschreiben durchschnittliche Ernährungssituation der Bevölkerung oder Bevölkerungsgruppen
  3. Erfassen Verbrauch von Nm
  4. Einkommens- & Verbraucherstichproben (EVS); Agrarstatistiken/Nahrungsbilanzen
Q:

Ziele von Ernährungserhebungen

A:
  • Versorgungsdaten einer Bevölkerung oder Bevölkerungsgruppe (z.B. Agrarstatistiken) 
  • Qualitative Analyse von Ernährungsgewohnheiten (z.B. Außer-Haus-Verzehr, Mahlzeitenfrequenz) 
  • Daten zur E-/Nst-Versorgung
    1. einer Bevölkerung (z.B. NVS) 
    2. einer definierten Zielgruppe (z.B. Patientengruppe) 
    3. einer Einzelperson 
  • Daten zur Beziehung zwischen Lebensmitteln/Nährstoffen und Gesundheit 
  • Unverzichtbare Grundlage für Ernährungsberatung u/o –therapie 
  • Compliance-Kontrolle 
Wahrburg Ernährung des Gesunden

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