Pathologie at Fachhochschule Kärnten | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Pathologie an der Fachhochschule Kärnten

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Pathologie Kurs an der Fachhochschule Kärnten zu.

TESTE DEIN WISSEN
Was bedeutet Gefrierschnittdiagnostik? Erklären Sie!
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TESTE DEIN WISSEN
  • Bei Patienten, die gerade operiert werden, wird eine Probe entnommen und ich möchte noch während der Operation wissen um welche Pathologie es sich handelt.
  • Diagnose des Schnitts hat Auswirkung auf weiteres Handeln des operierenden Arztes, d.h. es könnte noch während der OP ein weiterer Eingriff gemacht werden und erspart damit dem Patienten einen weiteren Eingriff.
  • Man entscheidet ob ein tumor z.B gut- oder bösartig ist.
  • Viele Ärzte wissen dies schon, fragen dann aber nach der Radikalität, d.h. wie gefährlich ist er? Wollen feingeweblich wissen, ob sie den ganzen tumor entfernt haben oder nicht (Anhaltspunkt für die Chirurgen) .
    Der Tumor wird topografisch eingeteilt damit man sagen kann wo eventuell noch etwas herausgenommen werden muss.
  • Nicht immer kann eine Diagnose eindeutig gestellt werden, dann wird eher
  • konservativ gehandelt (noch ein weiterer eingriff, andere Hilfsmittel).
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TESTE DEIN WISSEN
Begriffe Ätiologie, Disposition, Pathogenese?
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TESTE DEIN WISSEN
  • Ätiologie = Die Lehre von den auslösenden Ursachen einer Krankheit. Eingeteilt in exogene Ursachen (Exogene = äußere Einflüsse (wie lebt jemand? – Bewegung, Stress, Rauchen)) und endogene Ursachen (Endogene = innerliche, genetischen Voraussetzungen mit denen wir geboren werden (genetische Infos für bestimmte Krankheiten z.B angeborene Erkrankungen)) sowie in monokausale Ursachen (Monokausal = nur ein Faktor löst es aus) und polykausale Ursachen (Polykausal = mehrere Faktoren spielen zusammen).
  • Pathogenese: Vorgänge, die für die Entstehung, Verlauf und Folgezustände maßgeblich sind. Kausal: Gendefekte => pathologisches Genprodukt (Zystische Fibrose) Formal: Man beschreibt die formalen Veränderungen einer Krankheit, ohne die Kausalfaktoren zu kennen (chronisch entzündliche Darmerkrankung)
  • Disposition: Anfälligkeit eine Krankheit zu bekommen
            Endogen oder Exogener Natur
             Anfälligkeit kann sich auch ändern (Resistenzen,        Immunität)
            Tetraparese: Erhöhte Anfälligkeit für HWI => Tumorrisiko
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TESTE DEIN WISSEN
Welche Obduktionsarten kennen Sie? Geben sie Beispiele.
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TESTE DEIN WISSEN
Was ist die Obduktion: 
  • Eröffnung einer Leiche zum Zweck der ärztlichen Untersuchung von Organen und Geweben
  • Letze ärztliche Handlung am Menschen (Todesursache bzw rechliche Fragen werden geklärt)
Gerichtiliche Obduktion
  • Bei Verdacht auf Fremdverschulden (auch Suizid und SIDS), ärztlichen Fehlverhalten
  • Wird vom Gerichtsmediziner (nicht Pathologen!!) durchgeführt
Klinische Obduktion
  • Vom Pathologen duchgeführt
  • Meist bei Patienten, die im Krankenhaus versterben
  • Gründe: Qualitätssicherung, neue Therapien oder neue OP-Technik (werden beurteilt, wie sie gewirkt haben), Todesursache
Sanitätsbehördliche Obduktion
  • Verstorbene, die zu Hause gefunden werden, oder bei öffentlichem Interesse
  • Vom Gesundheitsamt
  • Polizei und STA müssen Fremdverschulden ausschließen (Sonst gerichliche Obduktion)
Forschung und Lehre
  • Neue Terapieoptionen, neue Krankheiten oder Medizinstudenten
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TESTE DEIN WISSEN
Was sind sichere Todeszeichen? Gibt es unsichere?
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TESTE DEIN WISSEN
Was ist der Tod?
  • Erlöschen sämtlicher lebenswichtiger Funktionsabläufe
  • Klinisch Tod: Herzkreislauf/Atemstillstand => Reanimierbar
  • Hirntod: Komatös (Stoffwechsel bleibt aufrecht)
  • Biologischer Tod: Stoffwechsel ist aus => Sichere Todeszeichen
Sichere Todeszeichen:
  • Verletzungen, die mit dem Leben nicht mehr vereinbar sind
Totenflecken (Livores):
  • wegdrückbar (frisch Tod) (noch intravaskulär)
  • nicht wegdrückbar (länger Tod) (Blut im Gewebe)
  • Bei Verfärbungen => Vergiftungen (Cyanid, CO)
Totenstarre (Rigor Mortis):
  • Vom Kiefergelenk ausbreitend (3-5h nach Tod)
  • Bei Hitze schnellere Ausbreitung
  • Nysten-Regel => Setzt sich fußwärts fort
  • Löst sich 2-3 Tag abh. von Umgebungstemperatur
  • Starre kann gebrochen werden
Fäulnis/Verwesung, Mumifikation
  • Durch zelleigene Enzyme oder Bakterien
  • Charakteristische Hautveränderungen
  • Fäulnisblasen
  • Abh. von Umgebungstemperatur
  • Mumifikation funktioniert durch Wasserentzug
Unsichere Todeszeichen: Vita Reducta => Scheintod
  • Atemstillstand, Bewusstlosigkeit (Koma) Pulslosikeit, Areflexie (keine Reflexe), Abkühlen des Körpers (Algor mortis), Herztöne nicht wahrnehmbar.
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TESTE DEIN WISSEN
Was bedeutet Atrophie? (welche Arten, Beispiele!)
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TESTE DEIN WISSEN
Verkleinerung eines vorher normal groß entwickelten Organs durch: verminderte Zellorganellen und Mitose, vermehrter Abbau von Zellorganellen und Zellabbau.

  • Einfache Atrophie: Zellen bleiben an der Zahl gleich und schrumpfen nur
  • Numerische Atrophie: Zellzahl nimmt ab
  • Physiologisch: Thymusatrophie, Menopausale Atrophie, Altersatrophie
  • Pathologisch: Ischämie, Inaktivität (Muskel-, Knochenabbau), Druckeinwirkung, hormonelle Einwirkung, Entzündungen, Kachexie (Tumor) Hungersatophie
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TESTE DEIN WISSEN
Was bedeutet Hypertrophie?
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TESTE DEIN WISSEN
Vermehrung von Gewebsmasse auf geänderten Bedingungen
- Zunahme Zellorganellen führt zur Volumenzunahme der Zellen
- Skelettmuskel- / Herzmuskelhypertrophie
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TESTE DEIN WISSEN
Was bedeutet Metaplasie?
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TESTE DEIN WISSEN
Speziell differenziertes Gewebe wird durch ein ebenso speziell differenziertes Gewebe ersetzt, welches aber minderwertiger ist und nicht ortsständig; langfristige Änderung des Mikromileus verantwortlich (z.B. chron. Entzündungen, hormonelle Einwirkungen, inhalative Noxen), DD Heterotopie (Bildung von Gewebe oder Körperteilen an atypischer Stelle (z. B. von Knorpelgewebe im Hoden)

- intestinale Metaplasie (in der Speiseröhre bei Refluxerkrankungen), metaplastische Knochenneubildung (z.B. Myositis ossificans), plattenepitheliale Metaplasie (Luftwege, Cervix...)
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TESTE DEIN WISSEN
Unterschied zw. Apoptose und Nekrose? Welche Nekrosearten gibt es?


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TESTE DEIN WISSEN
Apoptose (Zelltod): genetisch programmierter Zelltod, charakteristische Morphologie, typische Veränderung an Zelle, keine Immunantwort, extrazelluläre Signale, intrazelluläre Signale (Mitochondrienpermeabilität, p53, Defekte Repairmechanismen...)

Nekrose (Gewebstod): nicht genetisch bedingt, intravitaler Zelltod, charakteristische Morphologie, Immunantwort, Hypoxie (Ischämie), physikalische und chemische Reize, Infektionen, immunologische Vorgänge....

Arten:
- Koagulationsnekrose: eiweißreiches Gewebe, häufig mit Durchblutungsstörungen, Eiweißdenaturierung, Gewebe konsistenzvermehrt, hämorrhagischer Randsaum

- Kolliquationsnekrose: eiweißarmes Gewebe, Gewebe verflüssigt sich, Entstehung von Pseudozysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume), Hirninfarkte, Fettgewebsnekrosen in der Mamma, Nekrosen der Subkutis

- Fettgewebsnekrosen: enzymatisch (Pancreatitis), traumatisch (Knochenfrakturen), DD oft neoplastische Veränderung, histologisch gekennzeichnet durch Makrophagen und Schaumzellen

- Käsige Nekrose: krümelig-brüchige/ mattweise Masse, charakteristisch für TBC (aber nicht spezifisch), Granulome/ Kavernen entstehen, Nachweis von Tuberkelbakt. (PCR)

- Fibrinoide Nekrose: im Bindegewebe und glatter Muskulatur, aus Fibrin, nekrotischen Material, Blut, deg. Kollagenfasern, primäre Gelenksentzündung

- Hämorrhagische Nekrose: Blutung im nekrotischen Gewebe, Zeichen einer ausgeprägten Gewebsschädigung, Nieren-, Dünndarm-, Lungeninfarkt

- Gangrän: ischämische Infarkte im Bereich der Extremitäten, Nekrosen sekundär durch anaerobe Keime besiedelt, typ. Morphologie, Geruch!
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TESTE DEIN WISSEN
Phasen der Wundheilung? Welche Faktoren stören die Wundheilung?
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TESTE DEIN WISSEN
  • Exsudative Phase -> Gewebsdefekt wird durch Fibrin und Blut (= Blutkoagel) ausgefüllt

  • Resorbtive Phase ->Abbauphase durch Einsprossen von Gefäßen, Makrophagen, Granulozyten

  • Reparative Phase -> Fibroblastenproliferate, mit kapillarreichen BGW (= Granulationsgewebe), BGE Neubildung und füllen des Substanzdefektes

  • Restitutio ad integrum (völlige Wiederherstellung der normalen Körperfunktion) oder Reparatio (Gewebsschaden wird durch Narben- oder Granulationsgewebe ersetzt)

  • Defektheilung (Reparatio)
    • Großes Hämatom
    • Verschmutzte Wunden (wenn nicht gereinigt)
    • Infektionen
    • Unzureichende Ruhigstellung
    • Eiweißmangel, C2-Abusus
    • Durchblutungsstörungen (Ischämie, Diabetes mellitus)
    • Vitamin-C-Mangel (wichtig für Kollagenbiosynthese)
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TESTE DEIN WISSEN
Welche Arten von Noxen kennen Sie?
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TESTE DEIN WISSEN
= exogene Krankheitsursache

Hypoxie:
  • Störung der oxidativen Energiegewinnung
  • Hypoxämische Hypoxidose: mangelhafte Sauerstoffsättigung im arteriellen Blut
  • Ischämische Hypoxidose: lokalisierte (relative oder absolute Ischämie) und generalisierte Ischämie (Schock)
  • Hisotoxische Hypoxidose: Störung der Atmungskettenenzyme (Cyanidvergiftungen)

Physikalische Noxen:
  • Direkte Gewalteinwirkung gegen das Gewebe
Hitzeeinwirkung:
  •  Alteration führt zu Entzündung und hitzebedingt Eiweißdenaturierung
  • Lokale Einwirkungen: Verbrennungen I bis IV Grades
  • Allgemeinveränderungen: kritisch sind 2. und 3. Gradige Verbrennung ab ca 25-30% der Körperoberfläche (Kinder schon ab 10%)
Kälteeinwirkung:
  • Lokale Einwirkung kann zu Nekrose führen
  • Erfrierungen 1. – 4. Grades
  • Begünstigt durch Inaktivität
  • CAVE: als Spätschäden kann es zu persistierenden Durchblutungsstörungen kommen
Elektrischer Strom:
  • Vermehrte Kontraktion der Skelett- und Herzmuskulatur
  • Rhythmopathien des Herzens
  • Lokale Schädigung meist nur an Ein- und Austrittsstellen (Strommarken -> mittig Nekrose mit erhabenen Randsaum)
  • Hochspannungsunfälle führen meistens zu tiefgreifenden Veränderungen bis Verkohlungen
Strahlung:
  • Strahlenempfindlichkeit abhängig von der Zellteilungsfrequenz
  • Radiosensibles Gewebe (lymphatisches Gewebe) hat hohe Mitosefrequenz
  • Radioresistentes Gewebe (Muskulatur, Gliazellen) hat postpartal keine Zellteilung mehr
  • Spätschäden: Strahlenvaskulopathie (Intimfibrose der Gefäßwand) und vor allem mutagene Wirkung (zB Sekundärtumor nach Strahlentherapie)

Chemische Noxen:
  • Säuren und Lagen führen zu Nekrosen
  • Organische Gifte (Amatadin-Knollenblätterpilz), Botulinumtoxin
  • Lösungsmittel: Benzol, Xylol
  • Insektizide & Herbizide
  • Gasförmige Stoffe wie Ozon, CO
  • Anorganische Stäube (Asbest, Feinstaub, …)
  • Schwermetalle (Blei, Quecksilber)

Belebte Ursachen:

Viren:
  • DNA oder RNA-Viren
  • Keine eigenen Replikationssysteme
  • Integrieren ihre genetische Information in die Wirtzelle
  • Sind zytopathogen (zellschädigend, es kommt zu Lyse)
  • Können den Apoptosemechanismus hemmen (Tumorentstehung, HPV, HTLV, EBV)
  • Führen zu typischen lichtoptischen Veränderungen
  • zB: Hepatitis-/ Herpes-/ Influenza-/ Enteroviren
Bakterien:
  • Haben eigenes Replikationssystem, müssen nicht in Zellen eindringen
  • Können sich im EZR vermehren
  • DNA oder RNA als genetische Info, Biomembran
  • Produzieren Exo- und Endotoxine -> überschwemmen Organismus
  • Durch Gramfärbung und Bakterienkultur kultiviert
  • zB: Clostridien, Mykobakterien, Enterobakterien, Pseudomonas
Pilze:
  • Wenige für Menschen pathogen (erhöhtes Risiko bei immunsupprimierten und alten Menschen)
  • Vermehren sich im Gewebe durch Pilzsprossen oder Ausbildung von Hyphen
  • Führen zu akuten oder chronischen Entzündungen
  • Oberflächliche oder tiefe Mykosen
  • zB: Sprosspilze (Soor, Kryptokokkose), Schimmelpilze (Aspergillose), Pneumocystis jirovecii
Parasiten:
  • zB: Trichomonaden, Amöben (Amöbenruhr), Plasmodien (Malaria), Toxoplasmose, Helminthen (Spulwürmer, Ascariden, Bandwürmer)
Prionen

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TESTE DEIN WISSEN
Wie kann man Entzündungen vom zeitlichen Verlauf unterteilen? (Erklärung und Beispiele)
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TESTE DEIN WISSEN
  • Entzündung = intravitale Reaktion von vaskularisiertem Gewebe auf eine Gewebsschädigung
  • Komplexe Reaktion des gefäßführenden BGW, der Blutzellen und des Blutplasmas
  • Ziel der Entzündung ist, die schädigende Ursache (Noxen) zu bekämpfen

Unterteilung:
Perakute Entzündungen
  • fulminante Entzündung die zu Organversagen/Tod führen kann
  • tritt sehr plötzlich und stark auf
  • Therapie oft verspätet
Akute Entzündungen
  • heilt aus
  • von vergleichbar kurzer Zeitdauer
  • haben mehr oder minder einen klar bestimmbaren Ausgangspunkt
  • Bsp akute Bronchitis, Gastritis
Subakute-subchronische Entzündungen
  • Mittelmaß zwischen akut und chronisch
  • Subakut = relativ plötzlich austretend (Krankheitsverlauf nur bedingt typisch für akutes Krankheitsbild)
  • Subchronisch = langsam entwickelnd/lange dauernd (aber kürzer als chronische)
Chronische Entzündungen
  • primäre oder sekundär (bei sekundär geht akut in chronisch über)
  • immer wieder kehrende akute (rezidivierend)
  • hat symptomärmeren Verlauf
  • entwickelt sich langsam und schleichend
  • Bsp chronische Bronchitis, Gastritis, Hepatitis
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TESTE DEIN WISSEN
Erklären Sie die Aufgaben eines Pathologen(in)
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  • Histologische Diagnostik: sämtliche Organregionen werden histologisch untersucht. Das Material sind Gewebeproben oder Operationspräparate. Eine Sonderform ist der intraoperative Schnellschnitt oder Gefrierschnitt.

  • Zytodiagnostik: Diagnose von einzelnen Zellen oder Zellgruppen. Dazu gehört die Exfoliativzytologie (PAP-Abstrich, Harnzytologie, etc.) und die Punktionszytologie (Knoten, Lungentumore, etc.)

  • Makroskopie: Beschreibung der Operationspräparate mit freiem Auge, hier findet auch die topographische Zuordnung statt für die Orientierung.

  • Obduktion: Eröffnung einer Leiche zum Zweck der ärztlichen Untersuchung von Organen und Geweben. Dienen zur Abklärung der Todesursache und rechtlichen Fragen. Gerichtliche, klinische, sanitätsbehördliche Obduktion sowie Forschung und Lehre.

  • Molekulare Diagnostik: erbliche/genetisch bedingte Tumorerkrankungen erkennen mit dem Hauptaugenmerk auf Mutationen in Tumoren (wichtig für personalisierte Medizin). Untersuchungen sind PCR, Immundiagnostik und FISH.
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  • 7967 Karteikarten
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  • 5 Lernmaterialien

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Q:
Was bedeutet Gefrierschnittdiagnostik? Erklären Sie!
A:
  • Bei Patienten, die gerade operiert werden, wird eine Probe entnommen und ich möchte noch während der Operation wissen um welche Pathologie es sich handelt.
  • Diagnose des Schnitts hat Auswirkung auf weiteres Handeln des operierenden Arztes, d.h. es könnte noch während der OP ein weiterer Eingriff gemacht werden und erspart damit dem Patienten einen weiteren Eingriff.
  • Man entscheidet ob ein tumor z.B gut- oder bösartig ist.
  • Viele Ärzte wissen dies schon, fragen dann aber nach der Radikalität, d.h. wie gefährlich ist er? Wollen feingeweblich wissen, ob sie den ganzen tumor entfernt haben oder nicht (Anhaltspunkt für die Chirurgen) .
    Der Tumor wird topografisch eingeteilt damit man sagen kann wo eventuell noch etwas herausgenommen werden muss.
  • Nicht immer kann eine Diagnose eindeutig gestellt werden, dann wird eher
  • konservativ gehandelt (noch ein weiterer eingriff, andere Hilfsmittel).
Q:
Begriffe Ätiologie, Disposition, Pathogenese?
A:
  • Ätiologie = Die Lehre von den auslösenden Ursachen einer Krankheit. Eingeteilt in exogene Ursachen (Exogene = äußere Einflüsse (wie lebt jemand? – Bewegung, Stress, Rauchen)) und endogene Ursachen (Endogene = innerliche, genetischen Voraussetzungen mit denen wir geboren werden (genetische Infos für bestimmte Krankheiten z.B angeborene Erkrankungen)) sowie in monokausale Ursachen (Monokausal = nur ein Faktor löst es aus) und polykausale Ursachen (Polykausal = mehrere Faktoren spielen zusammen).
  • Pathogenese: Vorgänge, die für die Entstehung, Verlauf und Folgezustände maßgeblich sind. Kausal: Gendefekte => pathologisches Genprodukt (Zystische Fibrose) Formal: Man beschreibt die formalen Veränderungen einer Krankheit, ohne die Kausalfaktoren zu kennen (chronisch entzündliche Darmerkrankung)
  • Disposition: Anfälligkeit eine Krankheit zu bekommen
            Endogen oder Exogener Natur
             Anfälligkeit kann sich auch ändern (Resistenzen,        Immunität)
            Tetraparese: Erhöhte Anfälligkeit für HWI => Tumorrisiko
Q:
Welche Obduktionsarten kennen Sie? Geben sie Beispiele.
A:
Was ist die Obduktion: 
  • Eröffnung einer Leiche zum Zweck der ärztlichen Untersuchung von Organen und Geweben
  • Letze ärztliche Handlung am Menschen (Todesursache bzw rechliche Fragen werden geklärt)
Gerichtiliche Obduktion
  • Bei Verdacht auf Fremdverschulden (auch Suizid und SIDS), ärztlichen Fehlverhalten
  • Wird vom Gerichtsmediziner (nicht Pathologen!!) durchgeführt
Klinische Obduktion
  • Vom Pathologen duchgeführt
  • Meist bei Patienten, die im Krankenhaus versterben
  • Gründe: Qualitätssicherung, neue Therapien oder neue OP-Technik (werden beurteilt, wie sie gewirkt haben), Todesursache
Sanitätsbehördliche Obduktion
  • Verstorbene, die zu Hause gefunden werden, oder bei öffentlichem Interesse
  • Vom Gesundheitsamt
  • Polizei und STA müssen Fremdverschulden ausschließen (Sonst gerichliche Obduktion)
Forschung und Lehre
  • Neue Terapieoptionen, neue Krankheiten oder Medizinstudenten
Q:
Was sind sichere Todeszeichen? Gibt es unsichere?
A:
Was ist der Tod?
  • Erlöschen sämtlicher lebenswichtiger Funktionsabläufe
  • Klinisch Tod: Herzkreislauf/Atemstillstand => Reanimierbar
  • Hirntod: Komatös (Stoffwechsel bleibt aufrecht)
  • Biologischer Tod: Stoffwechsel ist aus => Sichere Todeszeichen
Sichere Todeszeichen:
  • Verletzungen, die mit dem Leben nicht mehr vereinbar sind
Totenflecken (Livores):
  • wegdrückbar (frisch Tod) (noch intravaskulär)
  • nicht wegdrückbar (länger Tod) (Blut im Gewebe)
  • Bei Verfärbungen => Vergiftungen (Cyanid, CO)
Totenstarre (Rigor Mortis):
  • Vom Kiefergelenk ausbreitend (3-5h nach Tod)
  • Bei Hitze schnellere Ausbreitung
  • Nysten-Regel => Setzt sich fußwärts fort
  • Löst sich 2-3 Tag abh. von Umgebungstemperatur
  • Starre kann gebrochen werden
Fäulnis/Verwesung, Mumifikation
  • Durch zelleigene Enzyme oder Bakterien
  • Charakteristische Hautveränderungen
  • Fäulnisblasen
  • Abh. von Umgebungstemperatur
  • Mumifikation funktioniert durch Wasserentzug
Unsichere Todeszeichen: Vita Reducta => Scheintod
  • Atemstillstand, Bewusstlosigkeit (Koma) Pulslosikeit, Areflexie (keine Reflexe), Abkühlen des Körpers (Algor mortis), Herztöne nicht wahrnehmbar.
Q:
Was bedeutet Atrophie? (welche Arten, Beispiele!)
A:
Verkleinerung eines vorher normal groß entwickelten Organs durch: verminderte Zellorganellen und Mitose, vermehrter Abbau von Zellorganellen und Zellabbau.

  • Einfache Atrophie: Zellen bleiben an der Zahl gleich und schrumpfen nur
  • Numerische Atrophie: Zellzahl nimmt ab
  • Physiologisch: Thymusatrophie, Menopausale Atrophie, Altersatrophie
  • Pathologisch: Ischämie, Inaktivität (Muskel-, Knochenabbau), Druckeinwirkung, hormonelle Einwirkung, Entzündungen, Kachexie (Tumor) Hungersatophie
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Q:
Was bedeutet Hypertrophie?
A:
Vermehrung von Gewebsmasse auf geänderten Bedingungen
- Zunahme Zellorganellen führt zur Volumenzunahme der Zellen
- Skelettmuskel- / Herzmuskelhypertrophie
Q:
Was bedeutet Metaplasie?
A:
Speziell differenziertes Gewebe wird durch ein ebenso speziell differenziertes Gewebe ersetzt, welches aber minderwertiger ist und nicht ortsständig; langfristige Änderung des Mikromileus verantwortlich (z.B. chron. Entzündungen, hormonelle Einwirkungen, inhalative Noxen), DD Heterotopie (Bildung von Gewebe oder Körperteilen an atypischer Stelle (z. B. von Knorpelgewebe im Hoden)

- intestinale Metaplasie (in der Speiseröhre bei Refluxerkrankungen), metaplastische Knochenneubildung (z.B. Myositis ossificans), plattenepitheliale Metaplasie (Luftwege, Cervix...)
Q:
Unterschied zw. Apoptose und Nekrose? Welche Nekrosearten gibt es?


A:
Apoptose (Zelltod): genetisch programmierter Zelltod, charakteristische Morphologie, typische Veränderung an Zelle, keine Immunantwort, extrazelluläre Signale, intrazelluläre Signale (Mitochondrienpermeabilität, p53, Defekte Repairmechanismen...)

Nekrose (Gewebstod): nicht genetisch bedingt, intravitaler Zelltod, charakteristische Morphologie, Immunantwort, Hypoxie (Ischämie), physikalische und chemische Reize, Infektionen, immunologische Vorgänge....

Arten:
- Koagulationsnekrose: eiweißreiches Gewebe, häufig mit Durchblutungsstörungen, Eiweißdenaturierung, Gewebe konsistenzvermehrt, hämorrhagischer Randsaum

- Kolliquationsnekrose: eiweißarmes Gewebe, Gewebe verflüssigt sich, Entstehung von Pseudozysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume), Hirninfarkte, Fettgewebsnekrosen in der Mamma, Nekrosen der Subkutis

- Fettgewebsnekrosen: enzymatisch (Pancreatitis), traumatisch (Knochenfrakturen), DD oft neoplastische Veränderung, histologisch gekennzeichnet durch Makrophagen und Schaumzellen

- Käsige Nekrose: krümelig-brüchige/ mattweise Masse, charakteristisch für TBC (aber nicht spezifisch), Granulome/ Kavernen entstehen, Nachweis von Tuberkelbakt. (PCR)

- Fibrinoide Nekrose: im Bindegewebe und glatter Muskulatur, aus Fibrin, nekrotischen Material, Blut, deg. Kollagenfasern, primäre Gelenksentzündung

- Hämorrhagische Nekrose: Blutung im nekrotischen Gewebe, Zeichen einer ausgeprägten Gewebsschädigung, Nieren-, Dünndarm-, Lungeninfarkt

- Gangrän: ischämische Infarkte im Bereich der Extremitäten, Nekrosen sekundär durch anaerobe Keime besiedelt, typ. Morphologie, Geruch!
Q:
Phasen der Wundheilung? Welche Faktoren stören die Wundheilung?
A:
  • Exsudative Phase -> Gewebsdefekt wird durch Fibrin und Blut (= Blutkoagel) ausgefüllt

  • Resorbtive Phase ->Abbauphase durch Einsprossen von Gefäßen, Makrophagen, Granulozyten

  • Reparative Phase -> Fibroblastenproliferate, mit kapillarreichen BGW (= Granulationsgewebe), BGE Neubildung und füllen des Substanzdefektes

  • Restitutio ad integrum (völlige Wiederherstellung der normalen Körperfunktion) oder Reparatio (Gewebsschaden wird durch Narben- oder Granulationsgewebe ersetzt)

  • Defektheilung (Reparatio)
    • Großes Hämatom
    • Verschmutzte Wunden (wenn nicht gereinigt)
    • Infektionen
    • Unzureichende Ruhigstellung
    • Eiweißmangel, C2-Abusus
    • Durchblutungsstörungen (Ischämie, Diabetes mellitus)
    • Vitamin-C-Mangel (wichtig für Kollagenbiosynthese)
Q:
Welche Arten von Noxen kennen Sie?
A:
= exogene Krankheitsursache

Hypoxie:
  • Störung der oxidativen Energiegewinnung
  • Hypoxämische Hypoxidose: mangelhafte Sauerstoffsättigung im arteriellen Blut
  • Ischämische Hypoxidose: lokalisierte (relative oder absolute Ischämie) und generalisierte Ischämie (Schock)
  • Hisotoxische Hypoxidose: Störung der Atmungskettenenzyme (Cyanidvergiftungen)

Physikalische Noxen:
  • Direkte Gewalteinwirkung gegen das Gewebe
Hitzeeinwirkung:
  •  Alteration führt zu Entzündung und hitzebedingt Eiweißdenaturierung
  • Lokale Einwirkungen: Verbrennungen I bis IV Grades
  • Allgemeinveränderungen: kritisch sind 2. und 3. Gradige Verbrennung ab ca 25-30% der Körperoberfläche (Kinder schon ab 10%)
Kälteeinwirkung:
  • Lokale Einwirkung kann zu Nekrose führen
  • Erfrierungen 1. – 4. Grades
  • Begünstigt durch Inaktivität
  • CAVE: als Spätschäden kann es zu persistierenden Durchblutungsstörungen kommen
Elektrischer Strom:
  • Vermehrte Kontraktion der Skelett- und Herzmuskulatur
  • Rhythmopathien des Herzens
  • Lokale Schädigung meist nur an Ein- und Austrittsstellen (Strommarken -> mittig Nekrose mit erhabenen Randsaum)
  • Hochspannungsunfälle führen meistens zu tiefgreifenden Veränderungen bis Verkohlungen
Strahlung:
  • Strahlenempfindlichkeit abhängig von der Zellteilungsfrequenz
  • Radiosensibles Gewebe (lymphatisches Gewebe) hat hohe Mitosefrequenz
  • Radioresistentes Gewebe (Muskulatur, Gliazellen) hat postpartal keine Zellteilung mehr
  • Spätschäden: Strahlenvaskulopathie (Intimfibrose der Gefäßwand) und vor allem mutagene Wirkung (zB Sekundärtumor nach Strahlentherapie)

Chemische Noxen:
  • Säuren und Lagen führen zu Nekrosen
  • Organische Gifte (Amatadin-Knollenblätterpilz), Botulinumtoxin
  • Lösungsmittel: Benzol, Xylol
  • Insektizide & Herbizide
  • Gasförmige Stoffe wie Ozon, CO
  • Anorganische Stäube (Asbest, Feinstaub, …)
  • Schwermetalle (Blei, Quecksilber)

Belebte Ursachen:

Viren:
  • DNA oder RNA-Viren
  • Keine eigenen Replikationssysteme
  • Integrieren ihre genetische Information in die Wirtzelle
  • Sind zytopathogen (zellschädigend, es kommt zu Lyse)
  • Können den Apoptosemechanismus hemmen (Tumorentstehung, HPV, HTLV, EBV)
  • Führen zu typischen lichtoptischen Veränderungen
  • zB: Hepatitis-/ Herpes-/ Influenza-/ Enteroviren
Bakterien:
  • Haben eigenes Replikationssystem, müssen nicht in Zellen eindringen
  • Können sich im EZR vermehren
  • DNA oder RNA als genetische Info, Biomembran
  • Produzieren Exo- und Endotoxine -> überschwemmen Organismus
  • Durch Gramfärbung und Bakterienkultur kultiviert
  • zB: Clostridien, Mykobakterien, Enterobakterien, Pseudomonas
Pilze:
  • Wenige für Menschen pathogen (erhöhtes Risiko bei immunsupprimierten und alten Menschen)
  • Vermehren sich im Gewebe durch Pilzsprossen oder Ausbildung von Hyphen
  • Führen zu akuten oder chronischen Entzündungen
  • Oberflächliche oder tiefe Mykosen
  • zB: Sprosspilze (Soor, Kryptokokkose), Schimmelpilze (Aspergillose), Pneumocystis jirovecii
Parasiten:
  • zB: Trichomonaden, Amöben (Amöbenruhr), Plasmodien (Malaria), Toxoplasmose, Helminthen (Spulwürmer, Ascariden, Bandwürmer)
Prionen

Q:
Wie kann man Entzündungen vom zeitlichen Verlauf unterteilen? (Erklärung und Beispiele)
A:
  • Entzündung = intravitale Reaktion von vaskularisiertem Gewebe auf eine Gewebsschädigung
  • Komplexe Reaktion des gefäßführenden BGW, der Blutzellen und des Blutplasmas
  • Ziel der Entzündung ist, die schädigende Ursache (Noxen) zu bekämpfen

Unterteilung:
Perakute Entzündungen
  • fulminante Entzündung die zu Organversagen/Tod führen kann
  • tritt sehr plötzlich und stark auf
  • Therapie oft verspätet
Akute Entzündungen
  • heilt aus
  • von vergleichbar kurzer Zeitdauer
  • haben mehr oder minder einen klar bestimmbaren Ausgangspunkt
  • Bsp akute Bronchitis, Gastritis
Subakute-subchronische Entzündungen
  • Mittelmaß zwischen akut und chronisch
  • Subakut = relativ plötzlich austretend (Krankheitsverlauf nur bedingt typisch für akutes Krankheitsbild)
  • Subchronisch = langsam entwickelnd/lange dauernd (aber kürzer als chronische)
Chronische Entzündungen
  • primäre oder sekundär (bei sekundär geht akut in chronisch über)
  • immer wieder kehrende akute (rezidivierend)
  • hat symptomärmeren Verlauf
  • entwickelt sich langsam und schleichend
  • Bsp chronische Bronchitis, Gastritis, Hepatitis
Q:
Erklären Sie die Aufgaben eines Pathologen(in)
A:
  • Histologische Diagnostik: sämtliche Organregionen werden histologisch untersucht. Das Material sind Gewebeproben oder Operationspräparate. Eine Sonderform ist der intraoperative Schnellschnitt oder Gefrierschnitt.

  • Zytodiagnostik: Diagnose von einzelnen Zellen oder Zellgruppen. Dazu gehört die Exfoliativzytologie (PAP-Abstrich, Harnzytologie, etc.) und die Punktionszytologie (Knoten, Lungentumore, etc.)

  • Makroskopie: Beschreibung der Operationspräparate mit freiem Auge, hier findet auch die topographische Zuordnung statt für die Orientierung.

  • Obduktion: Eröffnung einer Leiche zum Zweck der ärztlichen Untersuchung von Organen und Geweben. Dienen zur Abklärung der Todesursache und rechtlichen Fragen. Gerichtliche, klinische, sanitätsbehördliche Obduktion sowie Forschung und Lehre.

  • Molekulare Diagnostik: erbliche/genetisch bedingte Tumorerkrankungen erkennen mit dem Hauptaugenmerk auf Mutationen in Tumoren (wichtig für personalisierte Medizin). Untersuchungen sind PCR, Immundiagnostik und FISH.
Pathologie

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