Medientheorien und Medienkommunikation at Fachhochschule JOANNEUM

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Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus in
Bezug auf die physikalische Wirklichkeit

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Peter L. Berger/Thomas Luckmann (1966): „The Social Construction of Reality“

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Sozialkonstruktivismus: Begriffsbestimmung

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Das Wissen von der sozialen Wirklichkeit als Konstruktion (Erkenntnistheoretischer K.)

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Begriffsdefinition: Wissensgesellschaft

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Daniel Bell: Postindustrielle Gesellschaft

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Die soziale Wirklichkeit als soziale Konstruktion (ontologischer K.)

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Michel Foucault

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Foucault:
Human- und Gesellschaftswissenschaften

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Was folgt aus Foucaults Thesen?

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Wissen bei Foucault

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Die 3 Dimensionen des Konstruktivismus?

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Medientheorien und Medienkommunikation

Erkenntnistheoretischer Konstruktivismus in
Bezug auf die physikalische Wirklichkeit

• Wissen von unserer Wirklichkeit ist eine Konstruktion
• Erkenntnisprozesse sind von sozialen Umständen geprägt


➢ Wissenschaftliche Theorien seien daher stets als Aspekte der menschlichen Praxis zu begreifen.
➢ Wissenschaftliche Begriffe / Theorien sind keine Abbildungen der Wirklichkeit sondern Modelle, die wir auf die Wirklichkeit übertragen, um uns auf unterschiedliche Weise in ihr orientieren und sie bewältigen zu können.
➢ Es gibt oft verschiedene Instrumente, Modelle, Theorien, Wege, die sich zur
Ausführung einer bestimmt Aufgabe eignen und die Entscheidung für den einen oder anderen Weg ist willkürlich. (= geschichtlich oder sozial bestimmt)

Medientheorien und Medienkommunikation

Peter L. Berger/Thomas Luckmann (1966): „The Social Construction of Reality“

• Neuanfang in der Wissenssoziologie, in der untersucht werden
soll, wie Wissen entwickelt, vermittelt und bewahrt wird
➢ Analyse der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit
(Sozialkonstruktivismus)
• Wissen und Wirklichkeit des Menschen auf der Straße ohne
Ansehen der Gültigkeit
• verschiedenen Gesellschaften umfassen verschiedene
Wirklichkeiten, die durch verschiedene Vorgänge erzeugt
werden (= Ebenen der Sozialisation)

Medientheorien und Medienkommunikation

Sozialkonstruktivismus: Begriffsbestimmung

• Fokus: Den Wegen nachzuspüren, wie die soziale Wirklichkeit und
einzelne soziale Phänomene konstruiert und aufrecht erhalten werden
• Hauptfragestellungen:
• Wie erzeugen und institutionalisieren Menschen gesellschaftliche
Phänomene?
• Wie überführen sie diese durch die Weitergabe an neue
Generationen in Traditionen?
➢ Soziale Wirklichkeit wird als etwas Prozesshaftes angesehen, das
ständig durch das Handeln von Menschen und durch deren
Interpretationen produziert und reproduziert wird.

Medientheorien und Medienkommunikation

Das Wissen von der sozialen Wirklichkeit als Konstruktion (Erkenntnistheoretischer K.)

• Gesellschaft und somit auch die Gesellschaftswissenschaften
entwickeln sich in einem geschichtlichen Prozess ohne Abschluss
fort
➢ neue Phänomene, die neue Begriffe zu ihrer Beschreibung verlangen
➢ neue Perspektiven, aus denen sich Menschen und Gesellschaft beschreiben lassen
➢ Jede Generation schreibt ihre Geschichte / die Geschichte neu
➢ klassischen soziologischen Theorien sind zum Verständnis der industriellen Gesellschaft entwickelt worden
➢ Bedarf an neuen Theorien für die Postindustrielle Wissensgesellschaft

Medientheorien und Medienkommunikation

Begriffsdefinition: Wissensgesellschaft

Wissen =

  •  zentrale Produktivkraft oder Ressource der Gesellschaft
  • Triebfeder technologischer Innovation und wirtschaftlichem Wachstums
  • Grundlage gesellschaftlicher Konflikte und Disparitäten
  • der wichtigste Moment gesellschaftlicher Reproduktion und Entwicklung
  • Wissen als Grundlage sozialen, ökonomischen und medialen Zusammenlebens
    → gesellschaftlicher Strukturwandel seit den 1950er Jahren, der ähnlich
    bedeutsam ist wie der Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft
    im 19. Jahrhundert

Medientheorien und Medienkommunikation

Daniel Bell: Postindustrielle Gesellschaft

Industrielle Gesellschaft: Arbeit, Rohstoffe, Kapital


2 wesentliche Entwicklungen hin zur postindustriellen Gesellschaft:


- Zentrale Rolle des theoretischen Wissens für Fortschritt und Innovation (→Wachstum an Wissenschaft)
- Aufblühen einer Dienstleistungsökonomie (→ höhere Bildungsqualifikationen notwendig)

Medientheorien und Medienkommunikation

Die soziale Wirklichkeit als soziale Konstruktion (ontologischer K.)

• These: Die soziale Wirklichkeit selbst sei eine Konstruktion
➢ Die soziale Wirklichkeit ist zumindest teilweise vom Wissen der sozialen Akteur*innen und von ihrem eigenen Tun konstruiert.
➢ Wissen ist mit Praxis verwoben, und die menschliche Praxis ist eine wesentliche Komponente der sozialen Wirklichkeit.


• Wissen der gemeinen sozialen Akteur*innen – und nicht etwa das der Gesellschaftswissenschaftler*innen – konstruieren die Wirklichkeit (Bsp. Gottesdienst, Demonstration, Sportkampf)

Medientheorien und Medienkommunikation

Michel Foucault

• französischer Philosoph, Psychologe
und Soziologe
• Begründer der Diskursanalyse

Medientheorien und Medienkommunikation

Foucault:
Human- und Gesellschaftswissenschaften

• Klärung des Wesens des human- und gesellschaftswissenschaftlichen
Wissens und dessen Rolle in der Gesellschaft
• Genealogie des Wissens → Abstammung von anderen Arten des
Wissens und der Praxis im Fokus
• Hauptthese: Wissenschaftliches Wissen vom Menschen und von der Gesellschaft ist stets in einem Zusammenspiel mit unterschiedlichen Arten von Administrationsverfahren und Verwaltungsfunktionen entstanden, die
ihrerseits mit gesellschaftlichen und politischen Interessen verwoben
sind.

Medientheorien und Medienkommunikation

Was folgt aus Foucaults Thesen?

➢ Wissen vom Menschen und von der Gesellschaft lässt sich immer als eine Auskristallisierung von bestimmten Haltungen und Absichten ethischer, politischer und administrativer Art betrachten.
➢ Wissen und Macht stark aneinander gekoppelt
➢ Der konkrete Charakter des Wissens vom Menschen verändert sich in einem diskontinuierlichen Prozess im Laufe der Zeiten ständig.

Medientheorien und Medienkommunikation

Wissen bei Foucault

• Fokus auf Frage, was in der jeweiligen Gesellschaft als Wissen anerkannt wird ist wichtiger als die „wahre“ Erkenntnis
• (Human)wissenschaftliches Wissen ist kein Produkt gewisser anderer, klar definierter und eigenständiger Größen wie z.B. Klasseninteressen oder Machtinteressen, aus denen es sich ableiten ließe.
• Vielmehr leugnet Foucault, dass unsere humanwissenschaftliche Erkenntnis überhaupt eine Widerspiegelung oder Repräsentation einer unabhängig bestehenden Wirklichkeit sei.

Medientheorien und Medienkommunikation

Die 3 Dimensionen des Konstruktivismus?

1. Standpunkte:

  • erkenntnistheoretischer Konstruktivismus = unser Wissen von der Wirklichkeit ist eine Konstruktion
  • ontologischer Konstruktivismus = die Wirklichkeit selbst ist eine Konstruktion


2. Wirklichkeiten:

  • Physische Wirklichkeit
  • Gesellschaftliche und menschliche Wirklichkeit


3. Wer konstruiert?

  • WissenschaftlerInnen
  • Gewöhnliche Gesellschaftsmitglieder (soziale Gesellschaftsmitglieder)

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