4.1 Arbeitsfelder Und Methoden Der Sozialen Arbeit at Fachhochschule Dresden | Flashcards & Summaries

Lernmaterialien für 4.1 Arbeitsfelder und Methoden der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Dresden

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Was sind normative und was sind nicht normative Übergänge?


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  • Normative Übergänge bezeichnen Ereignisse, die alle Kinder und Jugendlichen betreffen (z. B. der Schulanfang).
  • Nicht normative Übergänge betreffen einzelne Lebensverläufe (z. B. ein Umzug).

(vgl. Gartinger & Janssen, 2014, S.655)

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Was ist aus der Perspektive von Filipp das grundlegende Kennzeichen kritischer Lebensereignisse?

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„Bei aller Unterschiedlichkeit ist es die grundlegende Eigenschaft kritischer Lebensereignisse, dass sie das Person Umwelt Passungsgefüge attackieren, es in einen Zustand des Ungleichgewichts überführen, dass sie subjektive Theorien als die bislang unhinterfragten Gewissheiten erschüttern und dass sie heftige Emotionen auszulösen in der Lage sind und den Betroffenen nicht selten den Schlaf, den Appetit und die Lebenslust rauben. Die Botschaft, die solche Ereignisse transportieren, lautet in aller Regel, dass die Welt nicht mehr die ist, die sie einmal war, und dass auch die Betroffenen nicht mehr die sind, die sie einmal waren. Die bisherige Sicht der Dinge greift nicht mehr; die Person und ihre Umwelt sie passen nicht mehr zueinander

(Filipp & Aymanns , 2010, S. 13, Hvhg .MA)

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Nehmen Sie Stellung zu der Aussage, Resilienz ist ein Persönlichkeitsmerkmal und gleichzeitig eine variable Größe.


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Resilienz als Personenmerkmal

  • Überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal
  • Entwickelbare Fähigkeit in der Anpassung an zu bewältigende Situationen
    1. Nicht angeborenes Merkmal, sondern erworbene Kapazität im Verlauf der Entwicklung im Kontext der Kind Umwelt Interaktion
    2. Resilienz als dynamischer, transaktionaler Prozess zwischen Kind und Umwelt
  • Ergebnis der Anpassung an zu bewältigende Situationen
    • Aktive Rolle des Individuums im Resilienzprozess


Resilienz als variable Größe

  • Keine stabile Fähigkeit, sondern variiert über Zeit und Situationen hinweg
  • Resilienz und Verletzlichkeit können sich im Lebensverlauf abwechseln
    1. Z.B. Phasen von Übergänge (Kita Schule)
  • elastische Widerstandsfähigkeit
    1. Keine lebenslange Fähigkeit
    2. Es gilt nicht: Einmal erworben, immer da!
  • Kurzfristige Beeinträchtigungen resilienter Kinder möglich
    • Z.B. durch negative Lebensereignisse und umstände
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Wie würden Sie eine resiliente Person beschreiben? Woran könnten Sie erkennen, dass eine Person resilient ist?


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Resiliente Personen

  • bleiben bei Belastungen und Risiken gesund, während andere Menschen unter ähnlichen Bedingungen negative Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden erleiden
  • sind mit einem „Stehaufmännchen“ vergleichbar
  • erhalten eine normale Entwicklung trotz bestehender Risiken und Beeinträchtigungen aufrecht und
  • finden nach erlittenen Rückschlägen oder Traumata wieder zu einer normalen Funktionsfähigkeit zurück
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Welche theoretischen Gesundheitsmodelle liegen dem Resiienzkonzept zugrunde? Erklären Sie diese!


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Salutogenese nach Antonovsky 

  • Für ihn war Gesundheit nie ein Zustand, sondern immer ein Prozess.
  • Darin spricht er von einem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum. Menschen sind nicht einfach gesund oder krank, sondern mehr oder weniger gesund. Wo ein Mensch zwischen den beiden Polen "gesund" und "krank" zu verordnen ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
  • Die Einflussfaktoren, die sich auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken, können sowohl belastender oder risikoreicher als auch entlastender oder schützender Natur sein.  

 

Kohärenzgefühl

  • Antonovsky meint ein empfundenes Zugehörigkeitsgefühl und eine tiefe innere Zufriedenheit, sowohl mit sich selbst als auch mit anderen
  • Verstehbarkeit: Der Mensch muss in der Lage sein, Zusammenhänge zwischen den Geschehnissen, die das Leben für einen bereithält, herzustellen und diese auch zu verstehen
  • Bewältigbarkeit: Im zweiten Schritt ist die Fähigkeit erforderlich, mit diesen Geschehnissen umgehen zu können
  • Sinnhaftigkeit: Der Mensch sollte außerdem zu der Überzeugung gelangen, dass alle Geschehnisse einen Sinn haben. Dadurch fällt es den meisten in der Regel leichter, Geschehnisse zu akzeptieren


Die genannten Eigenschaften entwickelt jeder Mensch bis zu seinem 20. Lebensjahr. Je nachdem, wie stark diese dann ausgebildet sind, können Menschen unterschiedlich gut mit Krisen, wie zum Beispiel dem Tod eines nahen Angehörigen oder einer schweren Erkrankung, umgehen.

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Erklären Sie mindestens zwei Resilienzförderprogramme aus dem Bereich der kindlichen Bildung!


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  • Trainingsprogramm zur Veränderung maladaptiver Attributionsmuster
    1. Vordergrund des Trainings
      • Entwicklung realistischer Ursachenzuschreibung (Attributionen) und Kontrollüberzeugungen
      • Mobilisierung sozialer Unterstützung
    2. Kinder lernen anhand von Bildtafeln und Identifikationsgeschichten
      • Dass es internale (auf Fähigkeiten und Anstrengungen bezogene) und externale (auf Aufgabenschwierigkeiten, Glück und Zufall bezogene) Attributionen gibt
      • Dass Gedanken ursächlich für die Entstehung von Gefühlen sein können
      • Dass Gefühle in einer Situation von der Bewertung dieser Situation abhängig sind
      • Dass die günstigste Form der Bewältigung schwieriger Situationen darin besteht, sich Hilfe und Unterstützung zu holen
    3. Buddy System (Partnerarbeit, 2er Gruppen) mit günstigen (funktionalen) und ungünstigen (dysfunktionalen) Attributionsmustern
      • Für positive Modellwirkung
    4. Zielgruppe: Kinder im Grundschulalter
    5. Setting: 6 Wochen mit je 2 Unterrichtsstunden
    6. Methodik: Bildtafeln, Identifikationsgeschichten, Problemanalysen, Partnerarbeit

 

  • Programm „I can problem solve“ (ICPS) zur Verbesserung von Problemlösungsstrategien und sozialer Perspektivübernahme
    • Zielgruppe: Kinder im Alter von 4-6 Jahren
    • Setting: ca. 6-10 Kinder; 15 Sitzungen a 60 Minuten über 3 Wochen
    • Methodik: Rollenspiele, Problemanalysen, Spiele, Diskussion
    • Zielt darauf ab eigene Gefühle und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen, zu benennen und angemessen damit umzugehen
    • Probleme erkennen, Lösungsverhalten, Kompromisse suchen
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Was sind wesentliche Grundannahmen und Grundbegriffe des Paradigmas der Lebensbewältigung?


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  • Wenn Soziale Arbeit die Lebensbewältigung von Menschen verstehen und unterstützen möchte, müssen der gesellschaftliche Hintergrund und gleichzeitig die subjektive Erfahrung individueller Lebensbewältigung erschlossen werden.
  • Bewältigung aus gesellschaftlicher Perspektive: Freisetzung
  • Bewältigung im subjektiven Erleben: Handlungsfähigkeit

(vgl. Böhnisch, 2017, S. 25)

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Welches Spannungsfeld besteht nach Meinung von Lothar Böhnisch in biographischen Krisensituationen?


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„Sozialpädagogische Problemkontexte sind von den Klienten und Adressaten her dadurch typisch gekennzeichnet, dass Menschen unterschiedlicher Lebensalter versuchen, in biografischen Krisensituationen durchzukommen und dabei in die prekäre Spannung von Suche nach eigener Handlungsfähigkeit und sozialer Integration geraten. Die eigene Handlungsfähigkeit kann dabei auch im sozial desintegrativen Verhalten gesucht werden. Sozialpädagogik und Sozialarbeit haben also Hilfen dort zu leisten, wo biografische Handlungsfähigkeit und soziale Integration so bedroht sind, dass sie nicht mehr von den Betroffenen allein sozial verträglich hergestellt und ausbalanciert werden können.“

(Böhnisch, 2012a, S. 59)

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Nennen Sie mindestens 8 Resilienzressourcen! Erklären Sie mindestens 4 Resilienzressourcen ausführlich!


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  • Selbstwirksamkeitsüberzeugungen 
    1. subjektive Erwartungshaltung einer Person, aufgrund eigener Fähigkeiten an sie gestellte Anforderungen bewältigen zu können
    2. nicht relevant, wie viele und welche einzelnen Fähigkeiten ein Individuum besitzt, sondern wie stark die Person glaubt oder zweifelt, die Fähigkeiten in unterschiedlichen Situationen einsetzen zu können. (Bandura, 1977,1997)
  • Sicheres Bindungsverhalten 
  • Kreativität 
  • Kohärenzgefühl 
    1. siehe Salutogenese
  • Problemlösefähigkeit 
    1. Merkmale eines Problems:
      • unerwünschter Ausgangszustand, ein erwünschter Zielzustand und Barrieren, die zwischen dem Anfangs und Zielzustand stehen (Vgl . Dörner 1987, 10; Dörner u.a. 1994, 302; Duncker 1966, 1; Hussy 1998, 82f)
      • „die Mittel zum Erreichen eines Zieles unbekannt sind, oder die bekannten Mittel auf neue Weise zu kombinieren sind, [...] wenn über das angestrebte Ziel keine klaren Vorstellungen existieren“. (Dörner u.a. 1994; Kreuzig 1994, 303)
      • Problemlösen gilt als der Prozess, der bei der Bewältigung eines Problems angewandt wird.
    2. Problemlösesituationen sind gekennzeichnet vom Durchlaufen aufeinanderfolgender Phasen:
      • Unterschieden werden Situationsanalysen, die mit Konflikt und Zielanalysen einhergehen, sowie Umstrukturierungen, d. h. Veränderungen der Situation. (Vgl. Duncker 1966, 24 - 37)
  • Zielorientierung, Planungskompetenz 
  • Fähigkeit zur Selbstregulation 
  • optimistische, zuversichtliche Lebenseinstellung 
    1. Optimismus bringt uns dazu, Dinge anzugehen, die funktionieren können aber mit Risken behaftet sind.
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Was lässt sich aus diesen Annahmen für die Soziale Arbeit ableiten?


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  • Das „Umgehen“ der Menschen mit dieser Entwicklung kann als biographische Lebensbewältigung bzw. Streben nach psychosozialer Handlungsfähigkeit beschrieben werden: Das Leben ist kontingent, also unvorhersehbar geworden. Es geht nicht mehr um Anpassung oder Abweichung in Bezug auf Normen und Muster, sondern vor allem darum, biographisch handlungsfähig zu bleiben.
  • Das weiterhin bestehende soziale Integrationsbedürfnis ist wiederum Bezugspunkt biographisch- und bewältigungsorientierter Sozialer Arbeit.
  • Der soziale Raum der „Risikogesellschaft“ kann nun mit dem Bewältigungsparadigma vom Menschen her betrachtet werden. Die Interventionen Sozialer Arbeit müssen sich weniger auf Normen und Muster oder die Vermeidung von abweichendem Verhalten beziehen.
  • Die „Freisetzung“ belastet aber nicht nur die Ausgegrenzten und „Überflüssigen“, sondern erzeugt eine „Bewältigungsspannung“, die alle herausfordert, weil die biographischen Perspektiven permanent (ökonomisch) in Frage gestellt werden können: „…Biografien können so als Aufschichtungen von Bewältigungserfahrungen gesehen werden“ (S. 46).

(vgl. Böhnisch, 2012a, S. 44ff., bzgn. auf Beck, 1986; Graf, 1996; Enzensberger, 2000; vgl. Liedke & Wagner, 2016, S. 14f.)

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Stellen Sie eine Studie vor, die empirisch die Bedeutung von Resilienz beinhaltet


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Mannheimer Risikokinderstudie

  • „befasst sich mit den Chancen und Risiken von Kindern, deren gesunde Entwicklung durch frühe, bei Geburt bestehende organische und psychosoziale Belastungen gefährdet ist.“ (Wustmann 2004, S. 89)


Zielgruppe

  • Gruppe von Kindern wird in ihrer individuellen & familiären Entwicklung von der Geburt bis ins Ju-gendalter begleitet (362 Kinder aus zwei Frauenkliniken und sechs Kinderkliniken)


 

Ziele

  • breite Beschreibung der psychischen Entwicklung von Kindern mit unters. Risikobelastungen
  • prädikative Bedeutung früher biologischer und psychosozialer Risiken bestimmen
  • Modellierung eines Bedienungsgefüges von Risiko- und Schutzfaktoren
  • Analyse von pathogenen3 und salutogenetischen4 Prozessen und Mechanismen, die unters. Entwicklungsverläufen zugrunde liegen (Mutter-Kind-Beziehung als Mediator bzw. Moderator früher Risiken)
  • Erarbeitung von Vorschlägen zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung und Frühbehandlung von Entwicklungsstörungen bei Risikokindern


Ergebnisse

„Die Auswirkungen organischer und psychosozialer Risiken sind bis in das Grundschulalter (8 Jahre) unvermindert nachweisbar, Risikokinder weisen danach bis zu dreimal häufiger Entwick-lungsbeeinträchtigungen aus als unbelastete Kinder“ (Wustmann 2004, S. 91)

  • Entwicklungsergebnis abhängig von: Ausmaß der Risikobelastung, welcher Funktionsbereich betrachtet wird (kognitiv, motorisch, sozial-emotionale Entw.) und Entwicklungsphase
  • primär wird die durchschnittliche Entwicklung der Risikokinder als Gruppe dokumentiert → d.h. „resi-liente“ Einzelfälle (Kinder, die sich entgegen des ungünstigen Trends entwickeln) werden weniger betrachtet
  • Studie liefert Anhaltspunkte über Entwicklungszusammenhänge, Verlaufsbedingungen von Entwick-lungsstörungen im Kindesalter und zugrundeliegende Schutzprozesse
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Was bezeichnet Vygotskij als Grundgesetz der kulturellen Entwicklung? Was meint er damit?

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„Jede Funktion tritt in der kulturellen Entwicklung des Kindes zweimal, nämlich auf zwei Ebenen, in Erscheinung zunächst auf der gesellschaftlichen, dann auf der psychischen Ebene (also zunächst zwischenmenschlich als interpsychische, dann innerhalb des Kindes als intrapsychische Kategorie). Das gilt gleichermaßen für die willkürlich Aufmerksamkeit wie für das logische Gedächtnis, für die Begriffsbildung wie für die Entwicklung des Willens.“

(Vygotskij , 1992, S.236)

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Q:

Was sind normative und was sind nicht normative Übergänge?


A:
  • Normative Übergänge bezeichnen Ereignisse, die alle Kinder und Jugendlichen betreffen (z. B. der Schulanfang).
  • Nicht normative Übergänge betreffen einzelne Lebensverläufe (z. B. ein Umzug).

(vgl. Gartinger & Janssen, 2014, S.655)

Q:

Was ist aus der Perspektive von Filipp das grundlegende Kennzeichen kritischer Lebensereignisse?

A:

„Bei aller Unterschiedlichkeit ist es die grundlegende Eigenschaft kritischer Lebensereignisse, dass sie das Person Umwelt Passungsgefüge attackieren, es in einen Zustand des Ungleichgewichts überführen, dass sie subjektive Theorien als die bislang unhinterfragten Gewissheiten erschüttern und dass sie heftige Emotionen auszulösen in der Lage sind und den Betroffenen nicht selten den Schlaf, den Appetit und die Lebenslust rauben. Die Botschaft, die solche Ereignisse transportieren, lautet in aller Regel, dass die Welt nicht mehr die ist, die sie einmal war, und dass auch die Betroffenen nicht mehr die sind, die sie einmal waren. Die bisherige Sicht der Dinge greift nicht mehr; die Person und ihre Umwelt sie passen nicht mehr zueinander

(Filipp & Aymanns , 2010, S. 13, Hvhg .MA)

Q:


Nehmen Sie Stellung zu der Aussage, Resilienz ist ein Persönlichkeitsmerkmal und gleichzeitig eine variable Größe.


A:

Resilienz als Personenmerkmal

  • Überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal
  • Entwickelbare Fähigkeit in der Anpassung an zu bewältigende Situationen
    1. Nicht angeborenes Merkmal, sondern erworbene Kapazität im Verlauf der Entwicklung im Kontext der Kind Umwelt Interaktion
    2. Resilienz als dynamischer, transaktionaler Prozess zwischen Kind und Umwelt
  • Ergebnis der Anpassung an zu bewältigende Situationen
    • Aktive Rolle des Individuums im Resilienzprozess


Resilienz als variable Größe

  • Keine stabile Fähigkeit, sondern variiert über Zeit und Situationen hinweg
  • Resilienz und Verletzlichkeit können sich im Lebensverlauf abwechseln
    1. Z.B. Phasen von Übergänge (Kita Schule)
  • elastische Widerstandsfähigkeit
    1. Keine lebenslange Fähigkeit
    2. Es gilt nicht: Einmal erworben, immer da!
  • Kurzfristige Beeinträchtigungen resilienter Kinder möglich
    • Z.B. durch negative Lebensereignisse und umstände
Q:


Wie würden Sie eine resiliente Person beschreiben? Woran könnten Sie erkennen, dass eine Person resilient ist?


A:

Resiliente Personen

  • bleiben bei Belastungen und Risiken gesund, während andere Menschen unter ähnlichen Bedingungen negative Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden erleiden
  • sind mit einem „Stehaufmännchen“ vergleichbar
  • erhalten eine normale Entwicklung trotz bestehender Risiken und Beeinträchtigungen aufrecht und
  • finden nach erlittenen Rückschlägen oder Traumata wieder zu einer normalen Funktionsfähigkeit zurück
Q:


Welche theoretischen Gesundheitsmodelle liegen dem Resiienzkonzept zugrunde? Erklären Sie diese!


A:

Salutogenese nach Antonovsky 

  • Für ihn war Gesundheit nie ein Zustand, sondern immer ein Prozess.
  • Darin spricht er von einem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum. Menschen sind nicht einfach gesund oder krank, sondern mehr oder weniger gesund. Wo ein Mensch zwischen den beiden Polen "gesund" und "krank" zu verordnen ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
  • Die Einflussfaktoren, die sich auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken, können sowohl belastender oder risikoreicher als auch entlastender oder schützender Natur sein.  

 

Kohärenzgefühl

  • Antonovsky meint ein empfundenes Zugehörigkeitsgefühl und eine tiefe innere Zufriedenheit, sowohl mit sich selbst als auch mit anderen
  • Verstehbarkeit: Der Mensch muss in der Lage sein, Zusammenhänge zwischen den Geschehnissen, die das Leben für einen bereithält, herzustellen und diese auch zu verstehen
  • Bewältigbarkeit: Im zweiten Schritt ist die Fähigkeit erforderlich, mit diesen Geschehnissen umgehen zu können
  • Sinnhaftigkeit: Der Mensch sollte außerdem zu der Überzeugung gelangen, dass alle Geschehnisse einen Sinn haben. Dadurch fällt es den meisten in der Regel leichter, Geschehnisse zu akzeptieren


Die genannten Eigenschaften entwickelt jeder Mensch bis zu seinem 20. Lebensjahr. Je nachdem, wie stark diese dann ausgebildet sind, können Menschen unterschiedlich gut mit Krisen, wie zum Beispiel dem Tod eines nahen Angehörigen oder einer schweren Erkrankung, umgehen.

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Q:


Erklären Sie mindestens zwei Resilienzförderprogramme aus dem Bereich der kindlichen Bildung!


A:
  • Trainingsprogramm zur Veränderung maladaptiver Attributionsmuster
    1. Vordergrund des Trainings
      • Entwicklung realistischer Ursachenzuschreibung (Attributionen) und Kontrollüberzeugungen
      • Mobilisierung sozialer Unterstützung
    2. Kinder lernen anhand von Bildtafeln und Identifikationsgeschichten
      • Dass es internale (auf Fähigkeiten und Anstrengungen bezogene) und externale (auf Aufgabenschwierigkeiten, Glück und Zufall bezogene) Attributionen gibt
      • Dass Gedanken ursächlich für die Entstehung von Gefühlen sein können
      • Dass Gefühle in einer Situation von der Bewertung dieser Situation abhängig sind
      • Dass die günstigste Form der Bewältigung schwieriger Situationen darin besteht, sich Hilfe und Unterstützung zu holen
    3. Buddy System (Partnerarbeit, 2er Gruppen) mit günstigen (funktionalen) und ungünstigen (dysfunktionalen) Attributionsmustern
      • Für positive Modellwirkung
    4. Zielgruppe: Kinder im Grundschulalter
    5. Setting: 6 Wochen mit je 2 Unterrichtsstunden
    6. Methodik: Bildtafeln, Identifikationsgeschichten, Problemanalysen, Partnerarbeit

 

  • Programm „I can problem solve“ (ICPS) zur Verbesserung von Problemlösungsstrategien und sozialer Perspektivübernahme
    • Zielgruppe: Kinder im Alter von 4-6 Jahren
    • Setting: ca. 6-10 Kinder; 15 Sitzungen a 60 Minuten über 3 Wochen
    • Methodik: Rollenspiele, Problemanalysen, Spiele, Diskussion
    • Zielt darauf ab eigene Gefühle und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen, zu benennen und angemessen damit umzugehen
    • Probleme erkennen, Lösungsverhalten, Kompromisse suchen
Q:

Was sind wesentliche Grundannahmen und Grundbegriffe des Paradigmas der Lebensbewältigung?


A:
  • Wenn Soziale Arbeit die Lebensbewältigung von Menschen verstehen und unterstützen möchte, müssen der gesellschaftliche Hintergrund und gleichzeitig die subjektive Erfahrung individueller Lebensbewältigung erschlossen werden.
  • Bewältigung aus gesellschaftlicher Perspektive: Freisetzung
  • Bewältigung im subjektiven Erleben: Handlungsfähigkeit

(vgl. Böhnisch, 2017, S. 25)

Q:


Welches Spannungsfeld besteht nach Meinung von Lothar Böhnisch in biographischen Krisensituationen?


A:

„Sozialpädagogische Problemkontexte sind von den Klienten und Adressaten her dadurch typisch gekennzeichnet, dass Menschen unterschiedlicher Lebensalter versuchen, in biografischen Krisensituationen durchzukommen und dabei in die prekäre Spannung von Suche nach eigener Handlungsfähigkeit und sozialer Integration geraten. Die eigene Handlungsfähigkeit kann dabei auch im sozial desintegrativen Verhalten gesucht werden. Sozialpädagogik und Sozialarbeit haben also Hilfen dort zu leisten, wo biografische Handlungsfähigkeit und soziale Integration so bedroht sind, dass sie nicht mehr von den Betroffenen allein sozial verträglich hergestellt und ausbalanciert werden können.“

(Böhnisch, 2012a, S. 59)

Q:


Nennen Sie mindestens 8 Resilienzressourcen! Erklären Sie mindestens 4 Resilienzressourcen ausführlich!


A:
  • Selbstwirksamkeitsüberzeugungen 
    1. subjektive Erwartungshaltung einer Person, aufgrund eigener Fähigkeiten an sie gestellte Anforderungen bewältigen zu können
    2. nicht relevant, wie viele und welche einzelnen Fähigkeiten ein Individuum besitzt, sondern wie stark die Person glaubt oder zweifelt, die Fähigkeiten in unterschiedlichen Situationen einsetzen zu können. (Bandura, 1977,1997)
  • Sicheres Bindungsverhalten 
  • Kreativität 
  • Kohärenzgefühl 
    1. siehe Salutogenese
  • Problemlösefähigkeit 
    1. Merkmale eines Problems:
      • unerwünschter Ausgangszustand, ein erwünschter Zielzustand und Barrieren, die zwischen dem Anfangs und Zielzustand stehen (Vgl . Dörner 1987, 10; Dörner u.a. 1994, 302; Duncker 1966, 1; Hussy 1998, 82f)
      • „die Mittel zum Erreichen eines Zieles unbekannt sind, oder die bekannten Mittel auf neue Weise zu kombinieren sind, [...] wenn über das angestrebte Ziel keine klaren Vorstellungen existieren“. (Dörner u.a. 1994; Kreuzig 1994, 303)
      • Problemlösen gilt als der Prozess, der bei der Bewältigung eines Problems angewandt wird.
    2. Problemlösesituationen sind gekennzeichnet vom Durchlaufen aufeinanderfolgender Phasen:
      • Unterschieden werden Situationsanalysen, die mit Konflikt und Zielanalysen einhergehen, sowie Umstrukturierungen, d. h. Veränderungen der Situation. (Vgl. Duncker 1966, 24 - 37)
  • Zielorientierung, Planungskompetenz 
  • Fähigkeit zur Selbstregulation 
  • optimistische, zuversichtliche Lebenseinstellung 
    1. Optimismus bringt uns dazu, Dinge anzugehen, die funktionieren können aber mit Risken behaftet sind.
Q:

Was lässt sich aus diesen Annahmen für die Soziale Arbeit ableiten?


A:
  • Das „Umgehen“ der Menschen mit dieser Entwicklung kann als biographische Lebensbewältigung bzw. Streben nach psychosozialer Handlungsfähigkeit beschrieben werden: Das Leben ist kontingent, also unvorhersehbar geworden. Es geht nicht mehr um Anpassung oder Abweichung in Bezug auf Normen und Muster, sondern vor allem darum, biographisch handlungsfähig zu bleiben.
  • Das weiterhin bestehende soziale Integrationsbedürfnis ist wiederum Bezugspunkt biographisch- und bewältigungsorientierter Sozialer Arbeit.
  • Der soziale Raum der „Risikogesellschaft“ kann nun mit dem Bewältigungsparadigma vom Menschen her betrachtet werden. Die Interventionen Sozialer Arbeit müssen sich weniger auf Normen und Muster oder die Vermeidung von abweichendem Verhalten beziehen.
  • Die „Freisetzung“ belastet aber nicht nur die Ausgegrenzten und „Überflüssigen“, sondern erzeugt eine „Bewältigungsspannung“, die alle herausfordert, weil die biographischen Perspektiven permanent (ökonomisch) in Frage gestellt werden können: „…Biografien können so als Aufschichtungen von Bewältigungserfahrungen gesehen werden“ (S. 46).

(vgl. Böhnisch, 2012a, S. 44ff., bzgn. auf Beck, 1986; Graf, 1996; Enzensberger, 2000; vgl. Liedke & Wagner, 2016, S. 14f.)

Q:

Stellen Sie eine Studie vor, die empirisch die Bedeutung von Resilienz beinhaltet


A:

Mannheimer Risikokinderstudie

  • „befasst sich mit den Chancen und Risiken von Kindern, deren gesunde Entwicklung durch frühe, bei Geburt bestehende organische und psychosoziale Belastungen gefährdet ist.“ (Wustmann 2004, S. 89)


Zielgruppe

  • Gruppe von Kindern wird in ihrer individuellen & familiären Entwicklung von der Geburt bis ins Ju-gendalter begleitet (362 Kinder aus zwei Frauenkliniken und sechs Kinderkliniken)


 

Ziele

  • breite Beschreibung der psychischen Entwicklung von Kindern mit unters. Risikobelastungen
  • prädikative Bedeutung früher biologischer und psychosozialer Risiken bestimmen
  • Modellierung eines Bedienungsgefüges von Risiko- und Schutzfaktoren
  • Analyse von pathogenen3 und salutogenetischen4 Prozessen und Mechanismen, die unters. Entwicklungsverläufen zugrunde liegen (Mutter-Kind-Beziehung als Mediator bzw. Moderator früher Risiken)
  • Erarbeitung von Vorschlägen zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung und Frühbehandlung von Entwicklungsstörungen bei Risikokindern


Ergebnisse

„Die Auswirkungen organischer und psychosozialer Risiken sind bis in das Grundschulalter (8 Jahre) unvermindert nachweisbar, Risikokinder weisen danach bis zu dreimal häufiger Entwick-lungsbeeinträchtigungen aus als unbelastete Kinder“ (Wustmann 2004, S. 91)

  • Entwicklungsergebnis abhängig von: Ausmaß der Risikobelastung, welcher Funktionsbereich betrachtet wird (kognitiv, motorisch, sozial-emotionale Entw.) und Entwicklungsphase
  • primär wird die durchschnittliche Entwicklung der Risikokinder als Gruppe dokumentiert → d.h. „resi-liente“ Einzelfälle (Kinder, die sich entgegen des ungünstigen Trends entwickeln) werden weniger betrachtet
  • Studie liefert Anhaltspunkte über Entwicklungszusammenhänge, Verlaufsbedingungen von Entwick-lungsstörungen im Kindesalter und zugrundeliegende Schutzprozesse
Q:

Was bezeichnet Vygotskij als Grundgesetz der kulturellen Entwicklung? Was meint er damit?

A:

„Jede Funktion tritt in der kulturellen Entwicklung des Kindes zweimal, nämlich auf zwei Ebenen, in Erscheinung zunächst auf der gesellschaftlichen, dann auf der psychischen Ebene (also zunächst zwischenmenschlich als interpsychische, dann innerhalb des Kindes als intrapsychische Kategorie). Das gilt gleichermaßen für die willkürlich Aufmerksamkeit wie für das logische Gedächtnis, für die Begriffsbildung wie für die Entwicklung des Willens.“

(Vygotskij , 1992, S.236)

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