3.2. Grundlagen Der Soziologie Und Sozialpsychologie at Fachhochschule Dresden | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für 3.2. Grundlagen der Soziologie und Sozialpsychologie an der Fachhochschule Dresden

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TESTE DEIN WISSEN

Warum gab es bereits in der Evolution altruistisches Verhalten?


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TESTE DEIN WISSEN

Altruismus

Verhalten, das ohne Erwartung extrinsischer Belohnung ausgeführt wird, um anderen Menschen einen Nutzen zu bringen, wird ausschließlich aufgrund empathischer Motivation ausgeführt.


Hilfeverhalten

Handlungen mit denen die Absicht verfolgt wird, anderen einen Nutzen zu bieten oder ihr Wohlbefinden zu verbessern.


Verweis auf die Evolution

Evolution des Verhaltens – Anpassung bei Vögeln und Säugetieren, in dem sie eine emotionale Bindung zu ihren Jungen aufbauen (Brutpflege betreiben und damit Überleben der Art sichern)

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Welche Methoden eigenen sich zur Messung von aggressivem Verhalten?


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Selbstberichte

  • Aggressionsfragebogen (siehe kommendes Seminar)
  • Problem: Aggression ist sozial unerwünschtes Verhalten – Wahrheitsgehalt hinterfragen


Alternative: Fremdberichte

  • Auskünfte von Dritten (Eltern, Lehrern, Mitschülern)
  • Einschätzungen durch Peers (Bezugspersonen gleichen Alters)
  • Validieren von Selbstbeschreibungen und
  • Aufdecken von Unterschieden in der Wahrnehmung zwischen Handelnden und Beobachtern


Archivdaten

  • Kriminalstatistiken
    1. Geben Aufschluss über Verbreitung bestimmter Formen von Aggressionen (Partnergewalt, sexueller Kindesmissbrauch, Mord)
  • Zeitungsberichte
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Welche Bedingungen fördern altruistisches Verhalten?


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Altruistisches Verhalten

  • Verhalten beruht nicht immer auf Gesichtspunkten zur Verbesserung der eigenen Fitness
  • Gesamtfitness
    1. Weitergabe der Gene eines Individuums an nachfolgende Generationen
    2. Berücksichtigung, dass Hilfe gegenüber Verwandten zur Zielerreichung beiträgt
  • Verwandtschaft
    1. Anteil gemeinsamer Gene vorhanden
    2. Weitergabe von Genen als Ziel, daher altruistisches Verhalten unter Verwandten höher (hier auch Abstufungen im Verwandtschaftsgrad)
  • Beispiele
    1. Kindesmisshandlungen in Familien häufiger durch einen Stiefelternteil


Reziproker Altruismus

Eine Theorie, die zur Klärung der Frage entwickelt wurde, warum sich Beispiele für Altruismus gegenüber Fremden finden lassen. Die Annahme lautet, dass sich die Hilfe für Nichtverwandte entwickelt hat, weil/sofern die Kosten dafür, dass man einen anderen hilft, durch die Wahrscheinlichkeit aufgewogen werden, dass wir dadurch wiederum einen Nutzen haben.

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Wie lassen sich Vorurteile zwischen Gruppen abbauen?

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1. Kontakthypothese

  • Definition Kontakthypothese (contact hypothesis): Intergruppenkontakt wird Vorurteile abbauen, wenn er (1) das Potenzial zum Anknüpfen von Bekanntschaften birgt, (2) unter Bedingungen gleichen Status abläuft, (3) Kooperation in Richtung auf ein gemeinsames Ziel beinhaltet und (4) in einem unterstützenden normativen Klima stattfindet. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 548)
  • Phasen:
    • Bekanntschaft
    • Personen mit gleichem Status
    • Gemeinsames Ziel

Gesetze helfen, weil sie Unterstützung seitens der Behörden darstellen, um Vorurteile abzubauen und durch Einhalten von Normen Akzeptanz schaffen


2. Reduzierung von Intergruppenangst (Empathie und Förderung affektiver Bindungen)

  • Definition Intergruppenangst (Intergroup anxiety): Ein negativer affektiver Zustand, der empfunden wird, wenn man einen zukünftigen Kontakt mit einem Mitglied der Fremdgruppe erwartet oder einen entsprechenden Kontakt aktuell erlebt; er beruht darauf, dass man negative Konsequenzen für die eigene Person während des Intergruppenkontakts erwartet. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 556)
  • Kontakt führt zum Angstabbau, Empathie und affektiven Bindungen

 


3. Neueinschätzung der Eigengruppe

  • Definition Neueinschätzung der Eigengruppe (Ingroup reappralsal): Erkenntnis, dass die Normen, Bräuche und Lebensstile der Eigengruppe nicht schon an sich denen von Fremdgruppen überlegen sind. Es wird angenommen, dass dieser Prozess der Generalisierung positiver Kontakteffekte auf andere Fremdgruppen zugrunde liegt. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 556)


4. Hypothese des erweiterten Kontakts

  • Definition Hypothese des erweiterten Kontakts (extended contact hypothesis): Das bloße Wissen, dass ein Mitglied der Eigengruppe eine enge Beziehung zu einem Mitglied der Fremdgruppe hat, kann die Einstellungen gegenüber der Fremdgruppe verbessern. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 560)
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TESTE DEIN WISSEN

Erklären Sie die Faktoren, die eine Ehe-/eheähnliche Beziehung aufrechterhalten und stabilisieren.


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Zufriedenheit

  • Verhältnis von Belohnungen und Kosten
  • Belohnung: Haus, Auto, Unterstützung, Liebe
  • Kosten: Ungebundenheit, Konflikte, Belastungen durch Arbeiten im


Haushalt

  • Alternativen
  • Erwartungen und Vorerfahrungen beeinflussen die Möglichkeit von Alternativen
  • Andere mögliche Partner
  • Verfügbarkeit von Ressourcen (eigenes Auto, eigenes Einkommen, Freunde)


Investitionen

  • Dauer der Beziehung
  • Gemeinsame Freunde
  • Gemeinsame Kinder


Festlegung

  • Absicht, Beziehung aufrecht zu erhalten und psychisch gebunden zu fühlen
  • Akkomodation: Anpassung an Verhalten des Partners (konstruktives Reagieren auf destruktives Verhalten des anderen)
  • Versöhnlichkeit: versöhnliches Reagieren anstatt Vergeltungsmaßnahmen bei verletzendem Verhalten des Partners
  • Opferbereitschaft: Handlungen kommunizieren die Festlegung (Partner macht Dinge für den anderen, d.h. der andere hat den Vorteil, nicht der handelnde Partner)
  • Abwertung von Alternativen
  • Konzentration auf positive Aspekte der Beziehung
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Warum bauen wir Beziehungen zu anderen auf?


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Bedeutung von engeren Beziehungen

  • Psychisches und physisches Wohlbefinden
  • Sozial Unterstützung
  • Folgen von sozialem Ausschluss
  • Zugehörigkeit als Bedürfnis (Sicherung von Überleben während der Evolution)
  • Bindung
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Was ist Sozialer Wandel und welche Perspektiven gibt es?

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Sozialer Wandel

Langfristige Vorgänge gesamtgesellschaftlichen Strukturwandels

  • langer Prozess
  • meist erst im Nachgang als Sozialer Wandel betrachtbar
  • Meist nur retrospektiv als soz. Wandel einzuordnen
  • Soziale Prozesse - Veränderungsvorgänge von begrenzter Reichweite – können Auslöser für sozialen Wandel sein


Biologistische-evolutionistische Perspektive 

„Soziale“ Evolution, d.h. Fortschritt aufgrund „natürlicher“ Gesetzmäßigkeiten

Politisch-materialistische Perspektive 

Gesellschaftliche Entwicklung als Folge von Konflikten

Perspektive der begrenzten Planbarkeit

Intentionale Handlungen können nicht-intendierte Folgen haben

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Was sind die Vorteile interpersoneller enger Beziehungen?


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Psychisches und physisches Wohlbefinden

  • Menschen sind in positiverer Stimmung, wenn sie unter anderen Leuten sind
  • Leben ist unter Freunden und Familie angenehmer
  • Größeres soziales Netz führt zu mehr Glücksgefühlen
  • Alleinsein: stärke negative Gefühle, mehr depressive Gefühle (Selbstherabsetzung)
  • Liebesbeziehung trägt zum Wohlbefinden bei (bei Frauen stärker mit Qualität der Beziehung verknüpft)
  • Gesundheit: vor allem bei Männern tragen eheliche Partnerschaften zum Überleben bei (Mangel an sozialer Integration hat Auswirkungen auf Sterblichkeit)
  • Fehlen enger Beziehungen v.a. Risikofaktor für Herzerkrankungen (vergleichbar mit Rauchen)


Sozial Unterstützung (Eingehen eines Partners auf die Bedürfnisse des Anderen)

  • Emotionale Unterstützung (z.B. Beruhigen)
  • Instrumentelle Unterstützung (z.B. praktische Hilfe)
  • Puffer gegen Stress (Stressempfinden hängt mit Gesundheit zusammen)
    1. Mehr körperliche Stress-Symptome bei Personen mit weniger wahrgenommener sozialer Unterstützung (z.B. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gewichtsveränderungen)
  • Angstreduktion
  • Informationsaustausch (soziale Vergleiche zur Bestimmung der Angemessenheit des eigenen Befindens)
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Welche personalen und situativen Bedingungsfaktoren erklären aggressives Verhalten?

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Personale Bedingungsfaktoren


Aggressivität als Persönlichkeitseigenschaft

  • dispositionale, d. h. über die Zeit und über verschiedene Situationen hinweg stabile Unterschiede zwischen Personen in Bezug auf ihre Neigung zu aggressivem Verhalten (manche Personen lassen sich leicht ärgern und schnell „auf die Palme bringen“, andere zeigen kaum aggressives Verhalten)
  • Als mehrdimensionales Konstrukt verstanden, bestehend aus vier Komponenten: körperliche Aggression, verbale Aggression, Ärger und Feindseligkeit (siehe Fragebogen im kommenden Seminar)


Feindseliger Attributionsstil

  • Tendenz, mehrdeutiges Verhalten einer anderen Person als Ausdruck einer feindseligen Absicht zu interpretieren
  • Z.B. wenn fraglich ist, ob eine Person einen Schaden aus Versehen oder absichtlich verursacht hat, tendieren Personen mit einem feindseligen Attributionsstil dazu, eine feindselige Absicht zu unterstellen, statt das Verhalten des Handelnden auf ein Versehen oder auf Achtlosigkeit zurückzuführen
  • Messung anhand kurzer Filmszenen mit uneindeutiger Absichtsdarstellung
  • Individuelle Unterschiede in der Aggressionsneigung als Ergebnis einer schematischen und verfestigten Art der Informationsverarbeitung (feindseliger Charakter sozialer Interaktionen und geringe Schwelle für aggressive Reaktionen)


Geschlechtsunterschiede

  • Annahme: Männer aggressiver als Frauen
  • Kriminalstatistiken: Täter im Verhältnis 8:1 für die Männer
  • Meta-Analysen: Belege für höhere Werte physischer und verbaler Aggression bei Jungen und Männern (mittlere Effektstärken)
  • Verbale Aggression bei Männern geringer als bei Frauen
  • Körperliche Aggression bei Männern höher
  • Allgemeingültige Muster über Kulturkreise hinweg
  • Betonung situativer Faktoren: Männer höhere unprovozierte Aggressionen, geringere Geschlechtsunterschiede bei provozierter Aggression
  • Indirekte Aggression: kein eindeutiges Bild, jedoch Hinweise, dass Frauen darin den Männern überlegen sind (mehr nutzen)


Situative Bedingungsfaktoren


Alkohol

  • Begünstigt aggressives Verhalten (große Rolle bei Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt (auch gegenüber von Kindern), sexueller Aggression und Partnergewalt, Gewalt zwischen Gruppen, Krawalle, Vandalismus)
  • 80% aller Personen, die Gewalttat begingen, hatten zuvor Alkohol getrunken (epidemiologische Studie von Murdoch et al., 1990)
  • Kausaler Effekt von Alkohol auf aggressives Verhalten in experimentellen Studien nachgewiesen
  • Individuelle Unterschiede vorhanden (einige Personen reagieren stark auf Alkohol, andere kaum beeinflusst)
  • Erklärung: Aufmerksamkeitshypothese
    1. Alkohol wirkt indirekt über eine Einschränkung der Informationsverarbeitungskapazität, verringert die Aufmerksamkeitskapazität und verhindert so eine umfassende Einschätzung der situativen Hinweisreize
    2. „Alkohol-Kurzsichtigkeit“: nur die hervorstechendsten Reize beachtet, beeinträchtigt auch das Bewusstsein für soziale Normen, die aggressives Verhalten hemmen


Hitze/Hohe Temperatur

  • Hitze-Hypothese sagt vorher, dass die Auftretenswahrscheinlichkeit von Aggression mit steigenden Temperaturen zunimmt (Anderson, 2001)
  • Ansatz geografischer Regionen
    1. Archivdaten: in heißeren Klimazonen ist die Häufigkeit von Gewaltdelikten höher
    2. Auch kommen als Erklärungen hierfür unterschiedliche regionale Traditionen in Betracht
  • Zeitspannenansatz (Vergleich von Jahreszeiten)
    1. Häufigkeit von Gewaltverbrechen in den Sommermonaten höher als während der Winterzeit und in Jahren mit heißen Sommern höher ist als in Jahren mit kühleren Sommern (Anderson, 2001)
    2. Erklärung durch Lebensgewohnheiten (im Sommer mehr draußen), aber auch Auftretenswahrscheinlichkeit für häusliche Gewalt im Sommer höher
  • Laborexperimente
    1. Uneinheitliches Bild
  • Erklärung über Allgemeines Aggressions-Modell (Hitze erzeugt unangenehme Gefühle)


Gewalt in Medien

  • Befunde aus drei Quellen: experimentelle Studien, korrelative Studien, Längsschnittstudien
  • Überblick von Anderson et al. (2003, S. 81, aus knapp 300 Einzelstudien): „Die Forschung zu Gewalt in Film und Fernsehen, in Videospielen und in Musik kommt zu dem eindeutigen Befund, dass Gewalt in den Medien die Wahrscheinlichkeit aggressiven und gewaltsamen Verhaltens sowohl kurzfristig als auch langfristig erhöht.“
  • Für Mädchen kein Zusammenhang zwischen Fernsehgewaltkonsum und Aggression
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Warum stellt Aggression ein soziales Problem dar? Erklären Sie zwei Formen interpersoneller Gewalt!


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1. Partnergewalt

  • Einsatz oder Androhung körperlicher Gewalt eines Partners gegenüber dem anderen Partner innerhalb einer Paarbeziehung
  • Partnergewalt weltweit gravierendes Problem
  • Frage, ob Männer und Frauen in gleichem oder unterschiedlichem Maße Partnergewalt zeigen
    • 2 Datenquellen:
      • offizielle Zahlen aus Kriminalstatistiken und Umfragen zur Kriminalitätsbelastung
      • Forschungsstudien, in denen mithilfe von Selbstberichte des Täterhandelns und der Opfererfahrung (z.B. der Conflict Tactics Scales , Straus et al., 1996) erhoben werden
    • Offizielle Statistiken zeigen
      • Frauen öfter Opfer von Partnergewalt als Männer und auch einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt
      • Ungleichverteilung der Geschlechter für drei Formen der Partnergewalt (einfache Körperverletzung, schwere Körperverletzung und Raub)

 

  • Selbstberichte zeigen anderes Bild
    • Conflict Tactics Scales:
      • Körperliche Aggressionen (Schlagen, Klapsen, Gegenstände werfen, usw., sowie den Grad der erlittenen Verletzungen)
      • Psychologische Aggression (definiert als Kommunikation mit dem Ziel der psychologischen Verletzung des Partners, wie z. B. Beleidigungen, Beschimpfungen)
      • sexuelle Aggression sowie
      • Aushandlung im Sinne nicht aggressiver Bewältigungsstrategien bei Beziehungskonflikten
    • Frauen berichteten mehr körperliche Aggression gegenüber einem Beziehungspartner als Männer
    • Dagegen führte das aggressive Verhalten von Männern eher zu Verletzungen als das von Frauen, womit zumindest zum Teil die höhere Prominenz von Männern als Täter von Partnergewalt in offiziellen Statistiken erklärbar ist
  • Partnergewalt ein mehrdimensionales Phänomen
  • drei Formen der Partnergewalt:
    • (1) zwanghaft kontrollierende Gewalt als stabiles Verhalten in einer Paarbeziehung, das häufiger von Männern gezeigt wird als von Frauen
    • (2) gewaltsamer Widerstand als Reaktion auf zwanghaft kontrollierende Partnergewalt, der häufiger von Frauen gezeigt wird als von Männern, und
    • (3) situative Partnergewalt, die aus einem akuten Partnerschaftskonflikt entsteht und weitgehend gleichverteilt über beide Geschlechter auftritt

 

2. Sexuelle Aggression

  • umfasst unterschiedliche erzwungene sexuelle Aktivitäten,
    • wie Geschlechtsverkehr, Oralsex, Küssen und sexuelle Berührungen
  • unter Einsatz verschiedener aggressiver Strategien
    • etwa der Androhung oder Anwendung körperlicher Gewalt
    • des Ausnutzens der Unfähigkeit des Opfers sich zu wehren
    • der Verwendung von verbalem Druck.
    • auch ungewollte sexuelle Aufmerksamkeit
    • sexuelle Belästigung
    • Nachstellen ( stalking ) und
    • obszöne Telefonanrufe
  • Mehrzahl sexueller Übergriffe von Tätern begangen, die die Opfer vorher kannten, also Bekannte oder Partner
  • Stereotyp der „echten Vergewaltigung“ (wonach Vergewaltigung ein gewalttätiger Überraschungsangriff in einer dunklen Seitenstraße) eher die Ausnahme
  • Erfahrung von Missbrauch in der Kindheit einflussreicher biografischer Risikofaktor sexueller Aggression sowohl für Männer als auch für Frauen nachgewiesen
  • Situativer Risikofaktor: Konsum von Alkohol
  • Folgen: schwerwiegenden Konsequenzen für die Opfer
    • Posttraumatische Belastungsstörung (Erleben des Übergriffes in Träumen, Bildern und wiederkehrenden belastenden Erinnerungen, Versuche Hinweisreize zu vermeiden, Empfinden einer allgemeinen emotionalen Taubheit)
    • sexuelle Übergriffe durch Partner und Bekannte für das Opfer nicht weniger traumatisierend als Übergriffe durch Fremde
    • Reaktionen der sozialen Umwelt: dem Opfer eine Mitschuld an der Tat zuzuschreiben

 

  • Bestimmte Merkmale des Opfers fördern die Zuschreibung einer Mitschuld oft verbunden mit einer entsprechend geringeren Verantwortungszuschreibung an den Täter
    • geringer sozialer Status
    • eine große Anzahl von Sexualpartnern
    • sowie Verhaltensweisen vor der Tat, die die weiblichen Rollenvorschriften verletzen
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Warum bilden Menschen Gruppen?

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1. Evolutionärer Vorteil:

  • Effektiver Umgang mit Feinden und Raubtieren
  • Zusammenarbeit in Bereichen (Kindererziehung, Ackerbau, Jagd)
  • Höhere Überlebenschancen des Einzelnen aufgrund Prädisposition zur Gruppenbildung
  • Prädisposition des Menschen, positive, starke und stabile Beziehungen zu anderen aufzubauen und aufrechtzuerhalten (Bedürfnis nach Zugehörigkeit)

 

2. Gruppen helfen uns, unsere Welt zu verstehen

  • Theorie des sozialen Vergleichs (Festinger, 1954)
    1. Menschen suchen zutreffende Sicht der Welt
    2. 2 Wege:
      • Überprüfen der Überzeugungen an der „physikalischen Realität“
      • oder an der „sozialen Realität“
    3. Nach anderen Personen richten sich Menschen vor allem bei Überzeugungen, die nicht an der physikalischen Realität überprüft werden können (z. B. bei Vorlieben)
  • Theorie der sozialen Identität (Tajfel & Turner, 1979, 1986) und Selbstkategorisierungstheorie (Turner et al., 1987)
    1. Menschen definieren sich selbst und andere zum Teil im Sinne der Gruppenzugehörigkeit
    2. es hilft, die Unsicherheit zu reduzieren und unserer Welt einen Sinn zu geben, wenn man sich selbst und andere als Mitglieder von Gruppen ansieht

 

3. Vorteile verschaffen

  • Theorie des sozialen Austauschs (Thibaut & Kelley,1959)
    1. soziale Beziehungen (auch die innerhalb von Gruppen) tragen dazu bei, die Bedürfnisse von Individuen zu befriedigen
    2. Austauschprozesse in sozialen Beziehungen
      • Austausch materieller Güter (z. B. leiht man sich Werkzeug aus oder verkauft einen Wagen) oder
      • interpersonelle Hilfe (man hilft z. B. einem Freund beim Umzug), aber auch
      • psychologische „Güter“ wie Liebe, Freundschaft oder Zustimmung
    3. Gruppe: weil sie den sozialen Austausch zum gegenseitigen Vorteil fördern
    4. Kosten und Nutzen in sozialen Beziehungen,
    5. Betrachtung der Beziehung als Gewinn, solange Nutzen überwiegen
    6. Unzufriedenheit mit Kosten-Nutzen-Verhältnis oder bessere Alternativen kann zum Austritt aus der Gruppe führen
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Welche Ursachen gibt es für Sozialen Wandel?

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Exogene Faktoren

  • Von außen auf eine Gesellschaft einwirkende Einflüsse (z.B. Krieg, Naturkatastrophen, Kolonialisierung)


Endogene Faktoren

  • Einflüsse, die innerhalb der Gesellschaft bzw. aus ihr heraus zu Veränderungsprozessen führen (Bürgerkrieg)


Endogene und exogene Faktoren sind häufig miteinanderverflochten.

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Q:

Warum gab es bereits in der Evolution altruistisches Verhalten?


A:

Altruismus

Verhalten, das ohne Erwartung extrinsischer Belohnung ausgeführt wird, um anderen Menschen einen Nutzen zu bringen, wird ausschließlich aufgrund empathischer Motivation ausgeführt.


Hilfeverhalten

Handlungen mit denen die Absicht verfolgt wird, anderen einen Nutzen zu bieten oder ihr Wohlbefinden zu verbessern.


Verweis auf die Evolution

Evolution des Verhaltens – Anpassung bei Vögeln und Säugetieren, in dem sie eine emotionale Bindung zu ihren Jungen aufbauen (Brutpflege betreiben und damit Überleben der Art sichern)

Q:

Welche Methoden eigenen sich zur Messung von aggressivem Verhalten?


A:

Selbstberichte

  • Aggressionsfragebogen (siehe kommendes Seminar)
  • Problem: Aggression ist sozial unerwünschtes Verhalten – Wahrheitsgehalt hinterfragen


Alternative: Fremdberichte

  • Auskünfte von Dritten (Eltern, Lehrern, Mitschülern)
  • Einschätzungen durch Peers (Bezugspersonen gleichen Alters)
  • Validieren von Selbstbeschreibungen und
  • Aufdecken von Unterschieden in der Wahrnehmung zwischen Handelnden und Beobachtern


Archivdaten

  • Kriminalstatistiken
    1. Geben Aufschluss über Verbreitung bestimmter Formen von Aggressionen (Partnergewalt, sexueller Kindesmissbrauch, Mord)
  • Zeitungsberichte
Q:

Welche Bedingungen fördern altruistisches Verhalten?


A:

Altruistisches Verhalten

  • Verhalten beruht nicht immer auf Gesichtspunkten zur Verbesserung der eigenen Fitness
  • Gesamtfitness
    1. Weitergabe der Gene eines Individuums an nachfolgende Generationen
    2. Berücksichtigung, dass Hilfe gegenüber Verwandten zur Zielerreichung beiträgt
  • Verwandtschaft
    1. Anteil gemeinsamer Gene vorhanden
    2. Weitergabe von Genen als Ziel, daher altruistisches Verhalten unter Verwandten höher (hier auch Abstufungen im Verwandtschaftsgrad)
  • Beispiele
    1. Kindesmisshandlungen in Familien häufiger durch einen Stiefelternteil


Reziproker Altruismus

Eine Theorie, die zur Klärung der Frage entwickelt wurde, warum sich Beispiele für Altruismus gegenüber Fremden finden lassen. Die Annahme lautet, dass sich die Hilfe für Nichtverwandte entwickelt hat, weil/sofern die Kosten dafür, dass man einen anderen hilft, durch die Wahrscheinlichkeit aufgewogen werden, dass wir dadurch wiederum einen Nutzen haben.

Q:

Wie lassen sich Vorurteile zwischen Gruppen abbauen?

A:

1. Kontakthypothese

  • Definition Kontakthypothese (contact hypothesis): Intergruppenkontakt wird Vorurteile abbauen, wenn er (1) das Potenzial zum Anknüpfen von Bekanntschaften birgt, (2) unter Bedingungen gleichen Status abläuft, (3) Kooperation in Richtung auf ein gemeinsames Ziel beinhaltet und (4) in einem unterstützenden normativen Klima stattfindet. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 548)
  • Phasen:
    • Bekanntschaft
    • Personen mit gleichem Status
    • Gemeinsames Ziel

Gesetze helfen, weil sie Unterstützung seitens der Behörden darstellen, um Vorurteile abzubauen und durch Einhalten von Normen Akzeptanz schaffen


2. Reduzierung von Intergruppenangst (Empathie und Förderung affektiver Bindungen)

  • Definition Intergruppenangst (Intergroup anxiety): Ein negativer affektiver Zustand, der empfunden wird, wenn man einen zukünftigen Kontakt mit einem Mitglied der Fremdgruppe erwartet oder einen entsprechenden Kontakt aktuell erlebt; er beruht darauf, dass man negative Konsequenzen für die eigene Person während des Intergruppenkontakts erwartet. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 556)
  • Kontakt führt zum Angstabbau, Empathie und affektiven Bindungen

 


3. Neueinschätzung der Eigengruppe

  • Definition Neueinschätzung der Eigengruppe (Ingroup reappralsal): Erkenntnis, dass die Normen, Bräuche und Lebensstile der Eigengruppe nicht schon an sich denen von Fremdgruppen überlegen sind. Es wird angenommen, dass dieser Prozess der Generalisierung positiver Kontakteffekte auf andere Fremdgruppen zugrunde liegt. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 556)


4. Hypothese des erweiterten Kontakts

  • Definition Hypothese des erweiterten Kontakts (extended contact hypothesis): Das bloße Wissen, dass ein Mitglied der Eigengruppe eine enge Beziehung zu einem Mitglied der Fremdgruppe hat, kann die Einstellungen gegenüber der Fremdgruppe verbessern. (Quelle: Jonas et al., 2014, S. 560)
Q:

Erklären Sie die Faktoren, die eine Ehe-/eheähnliche Beziehung aufrechterhalten und stabilisieren.


A:

Zufriedenheit

  • Verhältnis von Belohnungen und Kosten
  • Belohnung: Haus, Auto, Unterstützung, Liebe
  • Kosten: Ungebundenheit, Konflikte, Belastungen durch Arbeiten im


Haushalt

  • Alternativen
  • Erwartungen und Vorerfahrungen beeinflussen die Möglichkeit von Alternativen
  • Andere mögliche Partner
  • Verfügbarkeit von Ressourcen (eigenes Auto, eigenes Einkommen, Freunde)


Investitionen

  • Dauer der Beziehung
  • Gemeinsame Freunde
  • Gemeinsame Kinder


Festlegung

  • Absicht, Beziehung aufrecht zu erhalten und psychisch gebunden zu fühlen
  • Akkomodation: Anpassung an Verhalten des Partners (konstruktives Reagieren auf destruktives Verhalten des anderen)
  • Versöhnlichkeit: versöhnliches Reagieren anstatt Vergeltungsmaßnahmen bei verletzendem Verhalten des Partners
  • Opferbereitschaft: Handlungen kommunizieren die Festlegung (Partner macht Dinge für den anderen, d.h. der andere hat den Vorteil, nicht der handelnde Partner)
  • Abwertung von Alternativen
  • Konzentration auf positive Aspekte der Beziehung
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Q:

Warum bauen wir Beziehungen zu anderen auf?


A:

Bedeutung von engeren Beziehungen

  • Psychisches und physisches Wohlbefinden
  • Sozial Unterstützung
  • Folgen von sozialem Ausschluss
  • Zugehörigkeit als Bedürfnis (Sicherung von Überleben während der Evolution)
  • Bindung
Q:

Was ist Sozialer Wandel und welche Perspektiven gibt es?

A:

Sozialer Wandel

Langfristige Vorgänge gesamtgesellschaftlichen Strukturwandels

  • langer Prozess
  • meist erst im Nachgang als Sozialer Wandel betrachtbar
  • Meist nur retrospektiv als soz. Wandel einzuordnen
  • Soziale Prozesse - Veränderungsvorgänge von begrenzter Reichweite – können Auslöser für sozialen Wandel sein


Biologistische-evolutionistische Perspektive 

„Soziale“ Evolution, d.h. Fortschritt aufgrund „natürlicher“ Gesetzmäßigkeiten

Politisch-materialistische Perspektive 

Gesellschaftliche Entwicklung als Folge von Konflikten

Perspektive der begrenzten Planbarkeit

Intentionale Handlungen können nicht-intendierte Folgen haben

Q:

Was sind die Vorteile interpersoneller enger Beziehungen?


A:

Psychisches und physisches Wohlbefinden

  • Menschen sind in positiverer Stimmung, wenn sie unter anderen Leuten sind
  • Leben ist unter Freunden und Familie angenehmer
  • Größeres soziales Netz führt zu mehr Glücksgefühlen
  • Alleinsein: stärke negative Gefühle, mehr depressive Gefühle (Selbstherabsetzung)
  • Liebesbeziehung trägt zum Wohlbefinden bei (bei Frauen stärker mit Qualität der Beziehung verknüpft)
  • Gesundheit: vor allem bei Männern tragen eheliche Partnerschaften zum Überleben bei (Mangel an sozialer Integration hat Auswirkungen auf Sterblichkeit)
  • Fehlen enger Beziehungen v.a. Risikofaktor für Herzerkrankungen (vergleichbar mit Rauchen)


Sozial Unterstützung (Eingehen eines Partners auf die Bedürfnisse des Anderen)

  • Emotionale Unterstützung (z.B. Beruhigen)
  • Instrumentelle Unterstützung (z.B. praktische Hilfe)
  • Puffer gegen Stress (Stressempfinden hängt mit Gesundheit zusammen)
    1. Mehr körperliche Stress-Symptome bei Personen mit weniger wahrgenommener sozialer Unterstützung (z.B. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Gewichtsveränderungen)
  • Angstreduktion
  • Informationsaustausch (soziale Vergleiche zur Bestimmung der Angemessenheit des eigenen Befindens)
Q:

Welche personalen und situativen Bedingungsfaktoren erklären aggressives Verhalten?

A:

Personale Bedingungsfaktoren


Aggressivität als Persönlichkeitseigenschaft

  • dispositionale, d. h. über die Zeit und über verschiedene Situationen hinweg stabile Unterschiede zwischen Personen in Bezug auf ihre Neigung zu aggressivem Verhalten (manche Personen lassen sich leicht ärgern und schnell „auf die Palme bringen“, andere zeigen kaum aggressives Verhalten)
  • Als mehrdimensionales Konstrukt verstanden, bestehend aus vier Komponenten: körperliche Aggression, verbale Aggression, Ärger und Feindseligkeit (siehe Fragebogen im kommenden Seminar)


Feindseliger Attributionsstil

  • Tendenz, mehrdeutiges Verhalten einer anderen Person als Ausdruck einer feindseligen Absicht zu interpretieren
  • Z.B. wenn fraglich ist, ob eine Person einen Schaden aus Versehen oder absichtlich verursacht hat, tendieren Personen mit einem feindseligen Attributionsstil dazu, eine feindselige Absicht zu unterstellen, statt das Verhalten des Handelnden auf ein Versehen oder auf Achtlosigkeit zurückzuführen
  • Messung anhand kurzer Filmszenen mit uneindeutiger Absichtsdarstellung
  • Individuelle Unterschiede in der Aggressionsneigung als Ergebnis einer schematischen und verfestigten Art der Informationsverarbeitung (feindseliger Charakter sozialer Interaktionen und geringe Schwelle für aggressive Reaktionen)


Geschlechtsunterschiede

  • Annahme: Männer aggressiver als Frauen
  • Kriminalstatistiken: Täter im Verhältnis 8:1 für die Männer
  • Meta-Analysen: Belege für höhere Werte physischer und verbaler Aggression bei Jungen und Männern (mittlere Effektstärken)
  • Verbale Aggression bei Männern geringer als bei Frauen
  • Körperliche Aggression bei Männern höher
  • Allgemeingültige Muster über Kulturkreise hinweg
  • Betonung situativer Faktoren: Männer höhere unprovozierte Aggressionen, geringere Geschlechtsunterschiede bei provozierter Aggression
  • Indirekte Aggression: kein eindeutiges Bild, jedoch Hinweise, dass Frauen darin den Männern überlegen sind (mehr nutzen)


Situative Bedingungsfaktoren


Alkohol

  • Begünstigt aggressives Verhalten (große Rolle bei Gewaltverbrechen, häuslicher Gewalt (auch gegenüber von Kindern), sexueller Aggression und Partnergewalt, Gewalt zwischen Gruppen, Krawalle, Vandalismus)
  • 80% aller Personen, die Gewalttat begingen, hatten zuvor Alkohol getrunken (epidemiologische Studie von Murdoch et al., 1990)
  • Kausaler Effekt von Alkohol auf aggressives Verhalten in experimentellen Studien nachgewiesen
  • Individuelle Unterschiede vorhanden (einige Personen reagieren stark auf Alkohol, andere kaum beeinflusst)
  • Erklärung: Aufmerksamkeitshypothese
    1. Alkohol wirkt indirekt über eine Einschränkung der Informationsverarbeitungskapazität, verringert die Aufmerksamkeitskapazität und verhindert so eine umfassende Einschätzung der situativen Hinweisreize
    2. „Alkohol-Kurzsichtigkeit“: nur die hervorstechendsten Reize beachtet, beeinträchtigt auch das Bewusstsein für soziale Normen, die aggressives Verhalten hemmen


Hitze/Hohe Temperatur

  • Hitze-Hypothese sagt vorher, dass die Auftretenswahrscheinlichkeit von Aggression mit steigenden Temperaturen zunimmt (Anderson, 2001)
  • Ansatz geografischer Regionen
    1. Archivdaten: in heißeren Klimazonen ist die Häufigkeit von Gewaltdelikten höher
    2. Auch kommen als Erklärungen hierfür unterschiedliche regionale Traditionen in Betracht
  • Zeitspannenansatz (Vergleich von Jahreszeiten)
    1. Häufigkeit von Gewaltverbrechen in den Sommermonaten höher als während der Winterzeit und in Jahren mit heißen Sommern höher ist als in Jahren mit kühleren Sommern (Anderson, 2001)
    2. Erklärung durch Lebensgewohnheiten (im Sommer mehr draußen), aber auch Auftretenswahrscheinlichkeit für häusliche Gewalt im Sommer höher
  • Laborexperimente
    1. Uneinheitliches Bild
  • Erklärung über Allgemeines Aggressions-Modell (Hitze erzeugt unangenehme Gefühle)


Gewalt in Medien

  • Befunde aus drei Quellen: experimentelle Studien, korrelative Studien, Längsschnittstudien
  • Überblick von Anderson et al. (2003, S. 81, aus knapp 300 Einzelstudien): „Die Forschung zu Gewalt in Film und Fernsehen, in Videospielen und in Musik kommt zu dem eindeutigen Befund, dass Gewalt in den Medien die Wahrscheinlichkeit aggressiven und gewaltsamen Verhaltens sowohl kurzfristig als auch langfristig erhöht.“
  • Für Mädchen kein Zusammenhang zwischen Fernsehgewaltkonsum und Aggression
Q:

Warum stellt Aggression ein soziales Problem dar? Erklären Sie zwei Formen interpersoneller Gewalt!


A:

1. Partnergewalt

  • Einsatz oder Androhung körperlicher Gewalt eines Partners gegenüber dem anderen Partner innerhalb einer Paarbeziehung
  • Partnergewalt weltweit gravierendes Problem
  • Frage, ob Männer und Frauen in gleichem oder unterschiedlichem Maße Partnergewalt zeigen
    • 2 Datenquellen:
      • offizielle Zahlen aus Kriminalstatistiken und Umfragen zur Kriminalitätsbelastung
      • Forschungsstudien, in denen mithilfe von Selbstberichte des Täterhandelns und der Opfererfahrung (z.B. der Conflict Tactics Scales , Straus et al., 1996) erhoben werden
    • Offizielle Statistiken zeigen
      • Frauen öfter Opfer von Partnergewalt als Männer und auch einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt
      • Ungleichverteilung der Geschlechter für drei Formen der Partnergewalt (einfache Körperverletzung, schwere Körperverletzung und Raub)

 

  • Selbstberichte zeigen anderes Bild
    • Conflict Tactics Scales:
      • Körperliche Aggressionen (Schlagen, Klapsen, Gegenstände werfen, usw., sowie den Grad der erlittenen Verletzungen)
      • Psychologische Aggression (definiert als Kommunikation mit dem Ziel der psychologischen Verletzung des Partners, wie z. B. Beleidigungen, Beschimpfungen)
      • sexuelle Aggression sowie
      • Aushandlung im Sinne nicht aggressiver Bewältigungsstrategien bei Beziehungskonflikten
    • Frauen berichteten mehr körperliche Aggression gegenüber einem Beziehungspartner als Männer
    • Dagegen führte das aggressive Verhalten von Männern eher zu Verletzungen als das von Frauen, womit zumindest zum Teil die höhere Prominenz von Männern als Täter von Partnergewalt in offiziellen Statistiken erklärbar ist
  • Partnergewalt ein mehrdimensionales Phänomen
  • drei Formen der Partnergewalt:
    • (1) zwanghaft kontrollierende Gewalt als stabiles Verhalten in einer Paarbeziehung, das häufiger von Männern gezeigt wird als von Frauen
    • (2) gewaltsamer Widerstand als Reaktion auf zwanghaft kontrollierende Partnergewalt, der häufiger von Frauen gezeigt wird als von Männern, und
    • (3) situative Partnergewalt, die aus einem akuten Partnerschaftskonflikt entsteht und weitgehend gleichverteilt über beide Geschlechter auftritt

 

2. Sexuelle Aggression

  • umfasst unterschiedliche erzwungene sexuelle Aktivitäten,
    • wie Geschlechtsverkehr, Oralsex, Küssen und sexuelle Berührungen
  • unter Einsatz verschiedener aggressiver Strategien
    • etwa der Androhung oder Anwendung körperlicher Gewalt
    • des Ausnutzens der Unfähigkeit des Opfers sich zu wehren
    • der Verwendung von verbalem Druck.
    • auch ungewollte sexuelle Aufmerksamkeit
    • sexuelle Belästigung
    • Nachstellen ( stalking ) und
    • obszöne Telefonanrufe
  • Mehrzahl sexueller Übergriffe von Tätern begangen, die die Opfer vorher kannten, also Bekannte oder Partner
  • Stereotyp der „echten Vergewaltigung“ (wonach Vergewaltigung ein gewalttätiger Überraschungsangriff in einer dunklen Seitenstraße) eher die Ausnahme
  • Erfahrung von Missbrauch in der Kindheit einflussreicher biografischer Risikofaktor sexueller Aggression sowohl für Männer als auch für Frauen nachgewiesen
  • Situativer Risikofaktor: Konsum von Alkohol
  • Folgen: schwerwiegenden Konsequenzen für die Opfer
    • Posttraumatische Belastungsstörung (Erleben des Übergriffes in Träumen, Bildern und wiederkehrenden belastenden Erinnerungen, Versuche Hinweisreize zu vermeiden, Empfinden einer allgemeinen emotionalen Taubheit)
    • sexuelle Übergriffe durch Partner und Bekannte für das Opfer nicht weniger traumatisierend als Übergriffe durch Fremde
    • Reaktionen der sozialen Umwelt: dem Opfer eine Mitschuld an der Tat zuzuschreiben

 

  • Bestimmte Merkmale des Opfers fördern die Zuschreibung einer Mitschuld oft verbunden mit einer entsprechend geringeren Verantwortungszuschreibung an den Täter
    • geringer sozialer Status
    • eine große Anzahl von Sexualpartnern
    • sowie Verhaltensweisen vor der Tat, die die weiblichen Rollenvorschriften verletzen
Q:

Warum bilden Menschen Gruppen?

A:

1. Evolutionärer Vorteil:

  • Effektiver Umgang mit Feinden und Raubtieren
  • Zusammenarbeit in Bereichen (Kindererziehung, Ackerbau, Jagd)
  • Höhere Überlebenschancen des Einzelnen aufgrund Prädisposition zur Gruppenbildung
  • Prädisposition des Menschen, positive, starke und stabile Beziehungen zu anderen aufzubauen und aufrechtzuerhalten (Bedürfnis nach Zugehörigkeit)

 

2. Gruppen helfen uns, unsere Welt zu verstehen

  • Theorie des sozialen Vergleichs (Festinger, 1954)
    1. Menschen suchen zutreffende Sicht der Welt
    2. 2 Wege:
      • Überprüfen der Überzeugungen an der „physikalischen Realität“
      • oder an der „sozialen Realität“
    3. Nach anderen Personen richten sich Menschen vor allem bei Überzeugungen, die nicht an der physikalischen Realität überprüft werden können (z. B. bei Vorlieben)
  • Theorie der sozialen Identität (Tajfel & Turner, 1979, 1986) und Selbstkategorisierungstheorie (Turner et al., 1987)
    1. Menschen definieren sich selbst und andere zum Teil im Sinne der Gruppenzugehörigkeit
    2. es hilft, die Unsicherheit zu reduzieren und unserer Welt einen Sinn zu geben, wenn man sich selbst und andere als Mitglieder von Gruppen ansieht

 

3. Vorteile verschaffen

  • Theorie des sozialen Austauschs (Thibaut & Kelley,1959)
    1. soziale Beziehungen (auch die innerhalb von Gruppen) tragen dazu bei, die Bedürfnisse von Individuen zu befriedigen
    2. Austauschprozesse in sozialen Beziehungen
      • Austausch materieller Güter (z. B. leiht man sich Werkzeug aus oder verkauft einen Wagen) oder
      • interpersonelle Hilfe (man hilft z. B. einem Freund beim Umzug), aber auch
      • psychologische „Güter“ wie Liebe, Freundschaft oder Zustimmung
    3. Gruppe: weil sie den sozialen Austausch zum gegenseitigen Vorteil fördern
    4. Kosten und Nutzen in sozialen Beziehungen,
    5. Betrachtung der Beziehung als Gewinn, solange Nutzen überwiegen
    6. Unzufriedenheit mit Kosten-Nutzen-Verhältnis oder bessere Alternativen kann zum Austritt aus der Gruppe führen
Q:

Welche Ursachen gibt es für Sozialen Wandel?

A:

Exogene Faktoren

  • Von außen auf eine Gesellschaft einwirkende Einflüsse (z.B. Krieg, Naturkatastrophen, Kolonialisierung)


Endogene Faktoren

  • Einflüsse, die innerhalb der Gesellschaft bzw. aus ihr heraus zu Veränderungsprozessen führen (Bürgerkrieg)


Endogene und exogene Faktoren sind häufig miteinanderverflochten.

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